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Lebensweisheiten Bruno Grönings (Auszug)

Vertraue und glaube, es hilft, es heilt die göttliche


Kraft.

Es gibt Vieles, das nicht erklärt werden kann, aber


nichts, das nicht geschehen kann.

Das Heil erfahren, meine lieben Freunde, das ist


Wahrheit.

Der grösste Arzt aller Menschen ist und bleibt unser


Herrgott!

Geld ist Macht. Gesundheit aber ist Allmacht.

Reich sein heisst gesund sein.

Willst Du das Göttliche erleben, musst Du danach


streben.

Der Geist beherrscht die Materie.

Mein Tun und Wirken dient lediglich nur dazu, alle


Menschen dieser Erde wieder auf den echten Weg, auf
den göttlichen Weg zu führen. Das ist die grosse
Umkehr.

Ein gesunder Geist beherrscht seinen Körper.

Der Mensch handelt nach seinem Willen. Wie der Wille,


so der Gedanke. Der Gedanke bewegt den Menschen
zur Tat.

Ursache gleich Wirkung!

Das Gute kann man nur mit Taten beweisen. Lasst


Taten sprechen.
Zurück zur Natur! Zurück zu unserem Herrgott! Zurück
zum Glauben an das Gute im Menschen!

Kein Mensch kann heilen, immer nur Einer ist es,


Gott!

Der Edle denkt an die Pflicht. Der niedrig Denkende denkt an den Gewinn.

Der Mensch ist ein Geschöpf der Liebe. Was in der Liebe geschaffen, kann
nur in der Liebe leben (Liebe ist Gott).
Gott ist nichts unmöglich!

Legt ab den Hass und Neid, denn Ihr lebt so wie Ihr seid. Hass und Neid
zwingt zum Zank und Streit.
Überlegen Sie jedes Wort und jeden Satz, den Sie
sprechen und jeden Gedanken, den Sie aufnehmen, ob
es würdig ist aufgenommen zu werden! Und überlegen
Sie alles ganz genau, ob Sie richtig gehandelt haben!
Rufen Sie sich täglich selbst zur Ordnung, d.h. zu Gott!
Rügen Sie sich selbst!

Jeder Mensch ist seines Glückes Schmied, denn was der


Mensch sät, wird er ernten.

Die Krankheit gehört nicht zum Menschen.

Das anhaltende Gute überwindet das Böse.

Der Körper, liebe Freunde, ist ein göttliches Geschenk.

Um nur einen Gedanken aufzunehmen, braucht der


Mensch Kraft, braucht er Energien, und daher muss er
erst recht immer dafür sorgen, dass er täglich neue
Energien aufnimmt.

Liebet das Leben – Gott! Gott ist überall.


Ich will nicht, dass auch nur ein Einziger, der meinem
Freundeskreis heute schon angehört, immer noch zu
den Leichtgläubigen zählt! Er soll nicht ein
Leichtgläubiger sein! Er hat die Pflicht, wie auch ich
selbst, sich von allem zu überzeugen!

Zwei Herren, meine lieben Freunde, können Sie nicht


dienen, nicht auf der einen Seite dem Bösen und auf
der anderen Seite Gott!

Gottverbunden sein – das, meine lieben Freunde,


ist alles!
Seien Sie bitte, bitte nicht leichtgläubig! Heute sage ich wie
immer: "Sie brauchen das nicht zu glauben, was ich sage!" Ich
verlange es auch nicht. Eine Pflicht, die Sie haben: sich selbst
davon zu überzeugen!
Ich will nicht, dass auch nur ein Einziger, der meinem
Freundeskreis heute schon angehört, immer noch zu den
Leichtgläubigen zählt! Er soll nicht ein Leichtgläubiger sein! Er
hat die Pflicht, wie auch ich selbst, sich von allem zu
überzeugen!
Gott hat den Menschen schön, gut und gesund geschaffen. So will Er ihn auch haben. Ursprünglich waren die Menschen ganz mit Gott verbunden; da war nur Liebe, Harmonie und
Gesundheit, es war alles eins. Aber als der erste Mensch auf die Stimme, auf die böse, die ausserhalb dieser Einheit sprach, hörte und das getan hat, da zerriss diese Verbindung,
und seitdem steht Gott hier und dort der Mensch. Zwischen Gott und den Menschen entstand eine grosse Kluft. Da ist keine Verbindung. Der Mensch, allein auf sich gestellt, kann
noch so gläubig sein und beten, er wird auf seinem Lebensweg von dem Bösen angegangen und in die Tiefe gezogen. Sie sind auf Ihrem Lebensweg da angekommen, da unten.
Sie erleben Unglück, Schmerzen, unheilbare Leiden. Ich sage Ihnen: Gehen Sie nicht noch tiefer, sondern ich rufe Sie auf zur grossen Umkehr! Kommen Sie hoch, und über die
Kluft baue ich Ihnen eine Brücke! Gehen Sie vom Leidensweg auf den göttlichen Weg! Auf diesem gibt es kein Unglück, keine Schmerzen, kein Unheilbar; da ist alles gut. Dieser
Weg führt zu Gott zurück!
Durch Liebe

Durch  Liebe ward das Bittre süß hold,


Kupfer
durch Liebe ward das   reines Gold,
durch Liebe ward die Hefe rein und klar,

die Liebe bot der Krankheit  Heilung dar,


durch Liebe wird belebet, wer entschlafen,

durch Liebe werden  Könige zu Sklaven...


Brot
Die Liebe macht das tote   zu Seele,
macht ewig, die vergängliche, die Seele!

Dschela ed-Din Rumi


Deine Augen

Deine Augen  trunken jetzt vor Gott,


die meinen vom Dich - Ansehn -
der eine Trunkenhold umsorgt dan andern.
Dieses Reden ist wie das Prägen neuer Münzen.
Sie häufen sich auf,

während die eigentliche Arbeit  draußen getan wird -


von jemand, der im Boden gräbt.
Das Wunder Jesu ist er selbst, nicht was er,

Zukunft
die   betreffend, sagte oder tat.
Vergiss die Zukunft!
Vergöttern würd´ich den, der dies könnte.

Dschela ed-Din Rumi


Wäre der Himmel nicht in Liebe   

Gedicht von Dschela ed-Din Rumi


 
Wäre der Himmel nicht in Liebe,
 
hätte seine Brust keine Reinheit.  
Wäre die Sonne nicht in Liebe,  
hätte ihre Schönheit kein Licht.
Wären Erde und Berge nicht in Liebe,
würde kein Gras aus ihrer Brust wachsen.

Dschela ed-Din Rumi


Ich hoffe ihr könnt alle Englisch,die Deutsche
Übersetzung muß ich erst suchen ! : ))
Knowledge is to understand
To understand who you are.
If you know not who you are
What's the use of learning?
The aim in learning is
To understand God's Truth.
Because without knowledge
It is wasted hard labour.
Do not say: I know it all,
I am obedient to my God.
If you know not who God is
That is sheer idle talk.
Twenty-eight syllables
You read from end to end.
You name the first `alpha`
What can it possibly mean?
Yunus Emre says also
Let me receive what I need.
The best possible thing
Is to find perfect peace.
Yunus Emre

Ich liebe Dich aus tiefstem Herzen 


Mein Weg führt nicht an Dir vorbei 
Wohin ich auch schaue, Du bist überall 
Mit dem Blut nehme ich Dich auf in mir 
Er ist vollkommen, hat keinen Mangel 
Kann man mit einem Mangel Ihn erreichen 
Frag mich nicht, Er hat mich mir selbst entnommen 
Deine Gestalt dringt in mich ein 
Meine Hand erreicht Ihn nicht, der mich von mir nahm 
Wer auf Seinen Stufen schreitet, hat großes Glück 
So manche hat das Schicksal zu hohem Verständnis geführt 
So manche erreichten das Ziel in Ihm 
Wessen Auge vom Glanz des Feuers berührt wird 
Der erreicht das Licht der Sonne durch Seinen Glanz 
Deine Liebe hat mich mir entrissen 
Welch süßes Leid, durch dies Heilmittel Dich zu erreichen 
Das Gesetz der Religion und die Derwische sind der Weg, der
zu Ihm führt 
Wahrheit und Gotteserkenntnis führen zu Ihm 
Man sagt, dass Salomon die Sprache der Vögel sprach 
Salomon gibt es, er führt zu Ihm 
Ich habe vergessen die Religion, Frömmigkeit ist geblieben 
Welch religiöses Bekenntnis, das Religion zu Ihm führt 
Wer die Religion verlässt, dessen Beschäftigung sei
Gotteslästerung 
Welch Gotteslästerung, dass Prüfung zu Ihm führt 
Als Yunus vorbeiging, staunte er so über den Freund 
Sodass er an der Tür nicht vorbeikam, an der Tür zu Ihm 
YUNUS EMRE
Meine Liebe reicht über's Herz hinaus
Ich kenn einen Weg weiter drinnen
Ungläubig wird wer vom Glauben abweicht
Welch ein Unglaube noch weiter drinnen
Sag nicht ich bin in mir bin ich nicht
Es gibt ein Ich in mir weiter drinnen
Was ich betrachte das ist voll von dir
Wo laß ich dich außer in mir weiter drinnen
Manchem reicht deine Erscheinung aus
Andere suchen dich weiter drinnen
Deine Liebe entreißt mich mir
Süßer dies Leid als Heilung weiter drinnen
Glaube und Gesetz sie treffen mich nicht
Welch eine Richtung schlag ich ein weiter drinnen
Zum Freund gehend verläuft sich Yunus
Steht vor der Tür und nicht weiter drinnen
Du fließt wieder über irres Herz brichst hervor wie Wasser
Du verblutest wieder Auge schnürst meinen Weg mit Tränen
Was tu ich hier ohne Geliebte elend bin ich
Weg bin ich von daheim was hältst du mich noch auf
Ich verlor den Weggefährten meine Wunde heilt nicht
Tränen meiner Augen blutig brecht ihr hervor wie ein Fluß
Ich wurde zu Erde auf deinem Weg es reichte dir nicht
Bist du der steinerne Berg der sich mir entgegenstemmt
Verschneiter Berg der meinen Weg abschneidet wie ein Räuber
Von der Geliebten bin ich getrennt schnürst du meinen Weg
Wolkentraube auf den Gipfeln von verschneiten Bergen
Löst du dein Haar und weinst im Stillen für mich
Trunken ist das Herz unterwegs bin ich wo ist mein Zuhaus
Yunus hat von dir geträumt ob du krank bist ob gesund

___________
Trenn mein Herz auf trenn es
Schau nach was drin ist
Möglich daß uns aus dem Volk wer belächelt
Sollen sie spotten solang Gott auf unserer Seite
Was weiß der Tölpel von dem der liebt
Weiter Weg kennt der Quartiere viele
Der Sümpfe viele und kein Durchkommen
Diesen Weg betreten wir als Liebende
Einer entläßt uns in die Fremde
Der Tapfere trete auf zeige was er kann
Yunus übernimm dich nicht möglich ein Besserer ist da

___________
Heute eröffne ich mein Geheimnis 
Da ich sterbe finde ich die Geliebte 
Herz und Seele beten sie an 
Ich begleite sie auf die Reise 
Ich glaub mir gebührte mehr Leid 
Nur so würde mein Leid geheilt 
Darum bin ich ohne Behausung 
Niemand weiß wo ich mich aufhalte 
Ich fand dich was verlang ich mehr 
Heute ist mein Laden zum Plündern 
Erde mein Himmel mein das All ist mein 
Schau nur mein Zelt spannt viel weiter 
Wen wundert's daß ich Yunus heiße 
Daß sie lesen werden in meinem Diwan

___________
Meine Augen mein Herz sind gefüllt mit Liebe
Meine Zunge spricht die Geliebte aus meine Wangen sind feucht
Brennen tu ich wie eine echte Aloe
Meinen Rauch trägt der Morgenwind
Kein Panzer hilft vorm Liebespfeil
So durchbohrt er das Herz der Pfeil
Ich bin ein Fisch ein Weltmeer deine Liebe
Holt man ihn da raus so stirbt der Fisch
Ich sprech zum Herrn in meiner Art
Stets ruft er mich zu sich
Ist er bei Verstand der dich liebt
Manchmal schon doch sonst verrückt
Yunus dient als Staub am Weg der Weisen
Ihr Zelt flaggt höher als der Himmel
Die Liebe Freunde ist sonnengleich
Ein lieblos Herz ist steinengleich
Kahl ist das Herz des Versteinten giftig seine Zunge
Spricht er auch zahm sein Wort ist dem Krieg gleich
Wer liebt der brennt wird kerzenweich
Steinherzen dunkeln harten Wintern gleich
Sterne von Verliebten wachen über Sultans Zelt einer Garde gleich
Vergiß die Furcht o Yunus vergiß alles Andere
Nur der Mensch der liebt wird einem Derwisch gleich

___________
Hört Freunde kostbar ist die Liebe
Nicht für jeden ehrbar ist die Liebe
Der Berg auf den sie fällt verascht
Dem Herzen ebnet sie den Weg
Sie knechtet Könige
So mutig ist die Liebe
Sie gart das Meer bis daß es schäumt
Die Felsen sprechen scheint's von der Macht der Liebe
Was tut der arme Yunus wem klagt er sein Leid
Geht ein und aus beim Freund so schmackhaft ist die Liebe

___________
Fand das Herz der Herzen geb mein eignes auf
Geb nichts auf Gewinn geb meinen Laden auf
Trennte mich von mir selbst hob den Schleier vom Aug
Der Geliebten nah geb ich jeden Zweifel auf
Abschied nahm mein Ich von mir die Geliebte zog ins Land
Ließ mich nieder im Liebeshof meinen eignen geb ich auf
Der Trennung entkam ich betrat das Haus der Einigen
Vom Kummerwein trank ich jede Heilung geb ich auf
Das Ziel findet mich wieder bei der Geliebten
Mein Herz ist aufgehellt den Schein geb ich auf
There are no limits to your being, only those you ascribe to yourself.
There are no limits to your understanding, only those that are due to trying
to understand with the mind.
There is no limit to your light, except the dark shadows of the ego cast upon
the sky which we call the self.
Shake your soul! Awaken it from slumber! The time has come to awaken to
your divine being.
` Pir vilayat khan
I have tried, in all my teachings, to bring forth a message of light. I sincerely
hope that it will help you in some way. Especially if you are going through a
dark night of the soul, remember that it is because you are not aware of
your own light—and it is light that will show you the way. And while I hope
that some of the skills and meditations that I have presented will be helpful
to you, they are useful only as a ladder in attaining the essential objective—
awakening consciousness and conscience in everyday life.
Pir inayat khan
Anklage

Wißt ihr denn, auf wen die Teufel lauern,


In der Wüste, zwischen Fels und Mauern?
Und wie sie den Augenblick erpassen,
Nach der Hölle sie entführend fassen?
Lügner sind es und der Bösewicht.
Der Poete, warum scheut er nicht,
Sich mit solchen Leuten einzulassen!
 
"Weiß denn der, mit wem er geht und wandelt.
Er, der immer nur im Wahnsinn handelt?
Grenzenlos, von eigensinn'gem Lieben,
Wird er in die Öde fortgetrieben,
Seiner Klagen Reim', in Sand geschrieben,
Sind vom Winde gleich verjagt;
Er versteht nicht, was er sagt,
Was er sagt, wird er nicht halten."
 
Doch sein Lied, man läßt es immer walten,
Da es doch dem Koran widerspricht.
Lehret nun, ihr, des Gesetzes Kenner,
Weisheitfromme, hochgelahrte Männer,
Treuer Mosleminen feste Pflicht.
 
Hafis insbesondre schaffet Ärgernisse,
Mirza sprengt den Geist in's Ungewisse,
Saget, was man tun und lassen müsse?

Goethe
Offenbar Geheimnis

Sie haben dich, heiliger Hafis,


Die mystische Zunge genannt
Und haben, die Wortgelehrten,
Den Wert des Worts nicht erkannt.
 
Mystisch heißest du ihnen,
Weil sie Närrisches bei dir denken
Und ihren unlautern Wein
In deinem Namen verschenken.
 
Du aber bist mystisch rein,
Weil sie dich nicht versteh'n,
Der du, ohne fromm zu sein, selig bist!
Das wollen sie dir nicht zugestehn.

Goethe

O Großer Geist,
dessen Stimme ich im Winde höre
und dessen Atem der Welt Leben schenkt,
höre mich! Ich bin klein und schwach.
Ich bedarf deiner Stärke und Weisheit.

Lasse mich in Schönheit wandeln.


Laß meine Augen den purpurnen Sonnenuntergang betrachten.
Laß meine Hände das achten, was in dir entstanden ist.
Laß meine Ohren deine Stimme vernehmen.
Mache mich weise, so daß ich begreife,
was du mein Volk gelehrt hast.

Laß mich die Lektionen verstehen,


die du in jedem Blatt und jedem Fels verborgen hast.
Ich suche Stärke, nicht um stärker zu sein als mein Bruder,
sondern stärker als mein größter Feind - ich selbst.
Mache mich bereit, jederzeit zu dir zu kommen
mit reinen Händen und klaren Augen,
damit, wenn mein Leben schwindet wie die Sonne am Abend,
mein Geist ohne Scham in dir eingehen kann.

Gebet der Winnebago-Indianer 


Ist es die Versuchung, sind’s die schwarzen Augen oder das verlorene Herz?     
 Sind es deine trunkenen Blicke oder      
Ist es ein Feld voller Blumen, das Antlitz der Geliebten 
 
Oder der strahlende Sonnenschein?
Ist es die Zypresse, so vollkommen?      
Ist’s die Pinie oder deine Gestalt?
Ist’s duftender Jasmin oder ein Leib? 
Ist’s der Mond, hell leuchtend, Silber vielleicht?     
Ist es paradiesisches Wasser, ein Juwel,      
Ist dies gar der jüngste Tag?      

Ist es der helle Morgen, weiß erstrahlend, oder Kristall im Glanz?


Ist es das Licht des Berges Sinai, ist es Moses leuchtende Hand?
Ist es ein Muttermal so schwarz, oder der Weihrauch im Feuer?
Ist es eine Falle aus deinen Haaren gestrickt, deine Lockenpracht?
 
Ist’s der Krug und der Weinkelch, zugleich auch der Wein?
Sind es deine Lippen, rotem Wein gleich, Freude erweckend?
Sind es deine Worte, süß wie Zucker, in einem Becher?
Oder ist es Leben spendendes Wasser?
Sind es deine Zähne, schimmernd wie Perlen aufgereiht?
 

Es ist die Seele Molanas, 


Sie spricht in der Morgendämmerung und sagt

Es ist der höchste Gipfel der Erkenntnis, Nader


Nader Angha ist’s von dem ich sprech'

 
Rumi in Divan-e Shams-e Tabrizi: 
 
Wenn Professor Angha in den oben genannten Versen „Molana“ erwähnt, so deutet er auf ein Gedicht Rumis hin, das dieser über Hazrat Pir geschrieben hat. Innerhalb der Tradition des Sufismus sind die
Sufi Meister für ihre spirituelle Weitsichtigkeit bekannt, die es ihnen ermöglicht, kommende Ereignisse über viele Jahrhunderte hinweg vorherzusehen. Die folgenden Verse hat Rumi über Hazrat Pir in
seinem Werk Divan-e Shams-e Tabrizi (241) niedergeschrieben:

Der erlesene Duft des Garten Eden und des Frühlings,


die Liebe des Geliebten, die Schöpfungskraft der Schöpfung und die Belebung der Seele.
 
Dieser Duft, der alle Planeten berauscht, 
Strömt nicht aus der Erde hervor, sondern aus den höchsten Himmeln.
 
Die Sterne am Himmel fragen: "Was ist das für eine glänzende Sonne?"
Und die Fische im Meer sagen: "Welches sintflutartige Ereignis ist dies?" 
 
Seine leuchtende Sonne erhellt jedes Antlitz wie Strahlende Orbitale, 
Des Mondglanzes Neid ist dieses helle Sonnenlicht.
 
HSein wunderschönes Antlitz wurde sehnsüchtig erwartet Seit der Zeit Josefs*
Welche Größe! Welche Güte! Die Engel sind erfüllt von Ehrfurcht!
 
Welch' göttliche Führung ist dies? Überbringer des Weins aus der Quelle des Lebens ist er, 
Des geheimnisvollen Berges Gipfel und höchst kostbar, Nader Angha ist er.
Dieses visionäre Licht ist das Licht von Molanas Seele.

Was verbirgst Du? Sag die Wahrheit, verberge nicht das Offenbare, 
Die Kraft Gottes, unseres Königs, Sein Verfechter ist er.
 
Der Friede beider Sphären, der Behüter beider Welten ist er,
Er erduldet das Leid, der Wächter von Morgen ist er.
 
Diese entfachte Welt wendet sich um und trudelt in Ehrfurcht.
Gott! Welch' eine Liebe ist dies? Welch' Anmut ist dies?

Welch' ein Lied ist dies, das alle Herzen berührt?


Ich will es dir sagen, der Juwel in Gottes Meer ist er.
Oft denken die Menschen zusammen in die gleiche Richtung

Das Denken führt dann manchmal in eine Sackgasse

Querdenken wir in verschiedene Richtungen,

dann haben wir den Kopf frei für das Wesentliche

Sol ich mein letztes End / und ersten Anfang finden -


So muß ich mich in Gott / und Gott in mir ergründen.
Und werden das was Er: Ich muß ein Schein im Schein /
Ich muß ein Wort im Wort / ein Gott in Gotte seyn.

Daß Gott so seelig ist und Lebet ohn Verlangen /


Hat Er so wol von mir / als ich von Ihm empfangen.
Ich bin so groß als Gott / Er ist als ich so klein:
Er kan nicht über mich / ich unter Ihm nicht seyn.

Gott ist in mir das Feur / und ich in Ihm der Schein:
Sind wir einander nicht - ganz Inniglich gemein?
Mensch wo du deinen Geist schwingst über Ort und Zeit /
So kanst du jeden Blick seyn in der Ewigkeit.

Ich selbst bin Ewigkeit / wann ich die Zeit Verlasse /


Und mich in Gott / und Gott in mir erfasse.
Ich bin so Reich als Gott / es kan kein Stäublein seyn /
Das ich (Mensch glaube mir) mit Ihm nicht hab gemein

Angelus Silesius ( 1624 - 1677 )


Im Namen dessen, der Sich selbst erschuf
Von Ewigkeit in schaffendem Beruf;
In Seinem Namen, der den Glauben schafft,
Vertrauen, Liebe, Tätigkeit und Kraft;
In Jenes Namen, der, so oft genannt,
Dem Wesen nach blieb immer unbekannt:
So weit das Ohr, so weit das Auge reicht,
Du findest nur Bekanntes, das Ihm gleicht,

Und deines Geistes höchster Feuerflug


Hat schon am Gleichnis, hat am Bild genug;
Es zieht dich an, es reißt dich heiter fort,
Und wo du wandelst, schmückt sich Weg und Ort;
Du zählst nicht mehr, berechnest keine Zeit,
Und jeder Schritt ist Unermeßlichkeit.

Was wär ein Gott, der nur von außen stieße,


Im Kreis das All am Finger laufen ließe!
Ihm ziemt's, die Welt im Innern zu bewegen,
Natur in Sich, Sich in Natur zu hegen,
So daß, was in Ihm lebt und webt und ist,
Nie Seine Kraft, nie Seinen Geist vermißt.

Im Innern ist ein Universum auch;


Daher der Völker löblicher Gebrauch,
Daß jeglicher das Beste, was er kennt,
Er Gott, ja seinen Gott benennt.

[Johann Wolfgang v. Goethe]


Gesang der Großen Göttin

Ich bin der Erde tiefe Lust


des Himmels hoch gespanntes Trachten.
Ich bin des Wassers klarer Quell 
der Flamme brünstiges Erglühn. 

Ich bin der Düfte lauer Wind


der Lüfte frisch bewegter Atem.
Ich bin der Töne heller Klang
der Farben bunt gemischte Pracht.

Ich bin der Wahrheit reiner Sinn


der Weisheit leicht gestellte Frage.
Ich bin das Zeichen und das Wort
die Antwort die dein Sehnen füllt.

Ich bin das Wesen das dich trägt


der hohen Werte fernes Leuchten.
Ich bin der Ursprung und das Ziel
der Weg den deine Ahnung sucht.

Ich bin der Kreis der dich umschließt


der Urgrund der sich dir ergründet.
Ich bin der Anfang und das Ende
der Bogen der das Wissen spannt.

Ich bin die Zunge die dich schmeckt


das Auge das dein Wesen kennt
Ich bin das Ohr das dich erhört
die Hand die deinen Geist entführt.

Ich bin die Kraft die dich erzeugt


die Macht die deinen Tod erzwingt
Ich bin das Licht das dich erhellt
der finstren Nächte dunkles Treiben.

Ich bin der Schoß der dich empfängt


das Glied das dich zum Taumel führt
Ich bin der Sinn und du der Mensch
Ihn dir zu achten. 
So mußt du allen Dingen
Bruder und Schwester sein,
Daß sie dich ganz durchdringen
Daß du nicht scheidest Mein und Dein.

Kein Stern, kein Laub soll fallen - 


Du mußt mit ihm vergehen!
So wirst Du auch mit allen
Allstündlich auferstehen.

Hermann Hesse

Dein ist alles

Dein ist alles, all und jede Wonne,


wenn sie aufgeht, dir als eigene Sonne,
jeder Tag vom Licht emporgetragen,
wenn er aufgeht dir als eigners Tagen.

Dein ist alles, all der Blumen Glühen,


wenn hervor sie aus sich selber blühen.
All die Rosenknospen auf der Erden,
wenn sie Rosen in dir selber werden.

Dein ist alles, was in Tal und Hügeln


lichtvoll sich in dir kann widerspiegeln.
Dein die Himmel selbst und selbst die Sterne,
wenn du Glanz hast für den Glanz der Ferne.

Christian Wagner
„Ich kreise um Gott, um den uralten Turm,
und ich kreise jahrtausendlang;
und ich weiß noch nicht: bin ich ein Falke, ein Sturm
oder ein großer Gesang.” 

Rainer Maria Rilke

ps
@ Deus ex Machina
Also um das festzustellen genügtes die folgenden Begriffe in Google einzugeben
„Angelus Silesius“ Mystik 
„Angelus Silesius" Pantheismus

Im ersten Fall erhältst Du 14.900 Einträge


Im zweiten Fall 2.200 Einträge

Das kannst du nun mit jedem der hier aufgeführten Dichtern tun – ich war so frei :)
Eines
Eines zu sein mit allem, 
das ist Leben der Gottheit, 
das ist der Himmel des Menschen.
Eines zu sein mit allem, was lebt, 
in seliger Selbstvergessenheit 
wiederzukehren ins All der Natur, 
das ist der Gipfel der Gedanken und Freuden

An eine Rose 
Ewig trägt im Mutterschoße, 
Süße Königin der Flur! 
Dich und mich die stille, große, 
Allbelebende Natur; 
Röschen! unser Schmuck veraltet, 
Stürm' entblättern dich und mich, 
Doch der ewge Keim entfaltet 
Bald zu neuer Blüte sich. 

Friedrich Hölderlin
Weltseele

Verteilet euch nach allen Regionen


Von diesem heil'gen Schmaust
Begeistert reißt euch durch die nächsten Zonen
Ins All und füllt es aus!

Schon schwebet ihr in ungemeßnen Fernen


Den sel'gen Göttertraum
Und leuchtet neu, gesellig, unter Sternen
Im lichtbesäten Raum.

Dann treibt ihr euch, gewaltige Kometen,


Ins Weit' und Weitr' hinan.
Das Labyrinth der Sonnen und Planeten
Durchschneidet eure Bahn.

Ihr greifet rasch nach ungeformten Erden


Und wirket schöpfrisch jung,
Daß sie belebt und stets belebter werden
Im abgemeßnen Schwung.

Und kreisend führt ihr in bewegen Lüften


Den wandelbaren Flor
Und schreibt dem Stein in allen seinen Grüften
Die festen Formen vor.

Nun alles sich mit göttlichem Erkühnen


Zu übertreffen strebt;
Das Wasser will, das unfruchtbare, grünen,
Und jedes Stäubchen lebt.

Und so verdrängt mit liebevollem Streiten


Der feuchten Qualme Nacht;
Nun glühen schon des Paradieses Weiten
In überbunter Pracht.

Wie regt sich bald, ein holdes Licht zu schauen,


Gestaltenreiche Schar,
Und ihr erstaunt auf den beglückten Auen
Nun als das erste Paar,

Und bald verlischt ein unbegrenztes Streben


Im sel'gen Wechselblick.
Und so empfangt mit Dank das schönste Leben
Vom All ins All zurück.

[Johann Wolfgang v. Goethe]