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Die unwürdige Greisin

Bertold Brecht ist ein deutscher Dramatiker, der das epische Theater begründete. Er stellte große
gesellschaftlichen Konflikte wie Krieg, Revolution und soziale Ungerechtigkeit dar. Die
kennzeichnenden Merkmale des epischen Theaters sind das Fehlen eines strengen
Verständnisses der Figuren, die Improvisation des Schauspielers, die Bühne als Ort der
Aufführung und nicht der Hauptteil, Verfremdungseffekt. Das ist ein Effekt, der man benutzt,
damit eine Betrachtung, in welcher ein Zuschauer nicht die Aufführung erlebt, sondern bedenkt
und analysiert, zu beschreiben. Manche Merkmale von epischem Theater können wir in der
Kurzgeschichte von Bertold Brecht finden.

In dieser Kurzgeschichte handelt es sich um eine Frau, die zwei Leben lebte. Eines, in dem sie zu
der Familie gewidmet war und eines, indem sie zum ersten Mal sich selbst zu verwirklichen
begann. Sie unterhielt sich fast nicht mit ihren Kindern nach dem Tod ihres Vatters. Die Greisin
beschloss ihr eigenes Leben neu zu bauen. Der Erzähler ist der Enkel der Frau B, der den Brief
seinemr Onkel – ein Sohn der Greisin -– beschreibtgeschrieben hatte/schrieb. Der Sohn
verurteilte seine Mutter, weil sie nicht mit den Kindern in Kontakt stand, mit den merkwürdigen
Leuten wie Flickschuster und kleines ungesundes Mädchen kommunizierte und auch
ungewöhnliche für eine Greisin Orte wie Kino und Kneipe besuchte. Am Anfang wird Frau B.
als eine sehr konservative und strenge Frau beschreibt. Aber in ihrem zweiten Leben beschreibt
man sie schon wie eine neue befreite Frau. Die Sprache dieser Kurzgeschichte ist interessant,
weil der Autor solche veralteten Wörter wie „Flickschuster“, „Pro forma“ und „Kegelbahn“
benutzte.

Diese Kurzgeschichte hat ein für Brecht recht typisches Themengebiet, das der Selbstfindung
und Gesellschaftskritik. Er beleuchtet die Untiefen der verschiedenen Phasen der Selbstfindung.
Es wird in dieser Kurzgeschichte auch Gesellschaftskritik geübt, indem Frau B. die wichtigste
Phase der Selbstfindung, nämlich der Entscheidungsfreiheit und Selbstverantwortung, erst ganz
am Ende ihres Lebens durchlebt. Der Titel der Kurzgeschichte dient wie eine Antithese zum
Inhalt, weil man liest, verstehen wir, dass diese Frau eigentlich verdient, sein Leben zu
verbessern und sich zu verwirklichen.