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DIN EN 1279-5:2009-02

Beginn der Gültigkeit

Diese DIN-EN-Norm gilt ab 2009-02-01.

Die CE-Kenzeichnung von Bauprodukten nach dieser DIN-EN-Norm in Deutschland kann erst nach der
Veröffentlichung der Fundstelle dieser DIN-EN-Norm im Bundesanzeiger von dem dort genannten Termin an
erfolgen.

Nationales Vorwort
Dieses Dokument (EN 1279-5:2005+A1:2008) wurde vom Technischen Komitee CEN/TC 129 „Glas im
Bauwesen“ erarbeitet, dessen Sekretariat vom NBN (Belgien) gehalten wird.

Im DIN Deutsches Institut für Normung e.V. ist der als Spiegelausschuss zu CEN/TC 129 eingesetzte
Arbeitsausschuss NA 005-09-88 AA „Mehrscheiben-Isolierglas“ des Normenausschusses Bauwesen (NABau)
zuständig.

Änderungen

Gegenüber DIN EN 1279-5:2005-08 wurden folgende Änderungen vorgenommen:

a) redaktionelle Überarbeitung;

b) Aktualisierung einiger Normenreferenzen in Abschnitt 2;

c) Ergänzungen in Abschnitt 4.3.2.8;

d) In den Tabellen 2 und 3 wurde eine Fußnote zum Adhäsions-Dickstoffe-Glas bzw. zum Randverbund,
verbunden mit Glasbeschichtung eingefügt.

Frühere Ausgaben

DIN EN 1279-5: 2005-08

2
EUROPÄISCHE NORM EN 1279-5:2005+A1
EUROPEAN STANDARD
NORME EUROPÉENNE November 2008

ICS 81.040.20 Ersatz für EN 1279-5:2005

Deutsche Fassung

Glas im Bauwesen —
Mehrscheiben-Isolierglas —
Teil 5: Konformitätsbewertung

Glass in building — Verre dans la construction —


Insulating glass units — Vitrage isolant —
Part 5: Evaluation of conformity Partie 5: Evaluation de la conformité

Diese Europäische Norm wurde vom CEN am 24. März 2005 angenommen und schließt Änderung 1 ein, die am 2. Oktober 2008 vom CEN
angenommen wurde.

Die CEN-Mitglieder sind gehalten, die CEN/CENELEC-Geschäftsordnung zu erfüllen, in der die Bedingungen festgelegt sind, unter denen
dieser Europäischen Norm ohne jede Änderung der Status einer nationalen Norm zu geben ist. Auf dem letzten Stand befindliche Listen
dieser nationalen Normen mit ihren bibliographischen Angaben sind beim Management-Zentrum des CEN oder bei jedem CEN-Mitglied auf
Anfrage erhältlich.

Diese Europäische Norm besteht in drei offiziellen Fassungen (Deutsch, Englisch, Französisch). Eine Fassung in einer anderen Sprache,
die von einem CEN-Mitglied in eigener Verantwortung durch Übersetzung in seine Landessprache gemacht und dem Management-Zentrum
mitgeteilt worden ist, hat den gleichen Status wie die offiziellen Fassungen.

CEN-Mitglieder sind die nationalen Normungsinstitute von Belgien, Bulgarien, Dänemark, Deutschland, Estland, Finnland, Frankreich,
Griechenland, Irland, Island, Italien, Lettland, Litauen, Luxemburg, Malta, den Niederlanden, Norwegen, Österreich, Polen, Portugal,
Rumänien, Schweden, der Schweiz, der Slowakei, Slowenien, Spanien, der Tschechischen Republik, Ungarn, dem Vereinigten Königreich
und Zypern.

EUROPÄISCHES KOMITEE FÜR NORMUNG


EUROPEAN COMMITTEE FOR STANDARDIZATION
COMITÉ EUROPÉEN DE NORMALISATION

Management-Zentrum: rue de Stassart, 36 B- 1050 Brüssel

© 2008 CEN Alle Rechte der Verwertung, gleich in welcher Form und in welchem Ref. Nr. EN 1279-5:2005+A1:2008 D
Verfahren, sind weltweit den nationalen Mitgliedern von CEN vorbehalten.
DIN EN 1279-5:2009-02
EN 1279-5:2005+A1:2008 (D)

Inhalt

Seite

Vorwort ................................................................................................................................................................3
1 Anwendungsbereich .............................................................................................................................4
2 Normative Verweisungen......................................................................................................................4
3 Begriffe ...................................................................................................................................................6
4 Anforderungen .......................................................................................................................................6
4.1 Produktbeschreibung............................................................................................................................6
4.2 Übereinstimmung mit der Definition von Mehrscheiben-Isolierglas................................................7
4.3 Bestimmung der Leistungsmerkmale .................................................................................................7
4.4 Dauerhaftigkeit.................................................................................................................................... 10
4.5 Gefährliche Stoffe ............................................................................................................................... 11
5 Konformitätsbewertung ..................................................................................................................... 11
5.1 Allgemeines......................................................................................................................................... 11
5.2 Erstprüfung des Produktes (siehe 5.1, 2)) ....................................................................................... 11
5.3 Werkseigene Produktionskontrolle und Überprüfung von Proben nach einem
vorgeschriebenen Prüfplan (5.1, 1) und 2))...................................................................................... 14
5.4 Erstinspektion des Werks und der werkseigenen Produktionskontrolle (5.1, 1), 2)) .................. 15
5.5 Laufende Überwachung und Beurteilung der werkseigenen Produktionskontrolle
(5.1, 1c)) ............................................................................................................................................... 16
6 Kennzeichnung und/oder Etikettierung ........................................................................................... 16
6.1 Allgemeines......................................................................................................................................... 16
6.2 Kennzeichnung des Produktes ......................................................................................................... 16
6.3 Produktmerkmale................................................................................................................................ 16
6.4 „Dokument zur Feststellung der Merkmale/Leistung“.................................................................... 17
Anhang A (informativ) Verwendung des Mehrscheiben-Isolierglases (MIG) unter UV-Strahlung
und/oder in geklebten Verglasungen (SSG) .................................................................................... 18
Anhang B (informativ) Einbau des Mehrscheiben-Isolierglases ................................................................. 19
Anhang C (informativ) Bestimmungen hinsichtlich des freiwilligen Hinzuziehens unabhängiger
Stellen .................................................................................................................................................. 22
Anhang ZA (informativ) Zusammenhang zwischen dieser Europäischen Norm und den
grundlegenden Anforderungen der EG-Bauproduktenrichtlinie ................................................... 23
Literaturhinweise ............................................................................................................................................. 33

2
DIN EN 1279-5:2009-02
EN 1279-5:2005+A1:2008 (D)

Vorwort
Dieses Dokument (EN 1279-5:2005+A1:2008) wurde vom Technischen Komitee CEN/TC 129 „Glas im
Bauwesen“ erarbeitet, dessen Sekretariat vom NBN gehalten wird.

Diese Europäische Norm muss den Status einer nationalen Norm erhalten, entweder durch Veröffentlichung
eines identischen Textes oder durch Anerkennung bis Mai 2009, und etwaige entgegenstehende nationale
Normen müssen bis Mai 2009 zurückgezogen werden.

Dieses Dokument enthält die Änderung A 1, die von CEN am 02.10.2008 verabschiedet wurde.

Dieses Dokument ersetzt EN 1279-5:2005.

Der Beginn und das Ende des Textes, der eingefügt oder geändert wurde, ist im Text mit den
Symbolen !" gekennzeichnet.

Zum Zusammenhang mit EG-Richtlinien siehe informativen Anhang ZA, der Bestandteil dieses Dokuments ist.

Dieser Teil der Europäischen Norm stellt keine selbständige Norm dar, sondern ist Teil einer Norm mit dem
Haupttitel Glas im Bauwesen — Mehrscheiben-Isolierglas:

Teil 1: Allgemeines, Maßtoleranzen und Vorschriften für die Systembeschreibung

Teil 2: Langzeitprüfverfahren und Anforderungen bezüglich Feuchtigkeitsaufnahme

Teil 3: Langzeitprüfverfahren und Anforderungen bezüglich Gasverlustrate und Grenzabweichungen für


die Gaskonzentration

Teil 4: Verfahren zur Prüfung der physikalischen Eigenschaften des Randverbundes

Teil 5: Konformitätsbewertung

Teil 6: Werkseigene Produktionskontrolle und Auditprüfungen

Diese Europäische Norm deckt zusätzliche Aspekte ab, die für den Handel von Bedeutung sind.

Diese Europäische Norm enthält Literaturhinweise.

Entsprechend der CEN/CENELEC-Geschäftsordnung sind die nationalen Normungsinstitute der folgenden


Länder gehalten, diese Europäische Norm zu übernehmen: Belgien, Bulgarien, Dänemark, Deutschland,
Estland, Finnland, Frankreich, Griechenland, Irland, Island, Italien, Lettland, Litauen, Luxemburg, Malta,
Niederlande, Norwegen, Österreich, Polen, Portugal, Rumänien, Schweden, Schweiz, Slowakei, Slowenien,
Spanien, Tschechische Republik, Ungarn, Vereinigtes Königreich und Zypern.

3
DIN EN 1279-5:2009-02
EN 1279-5:2005+A1:2008 (D)

1 Anwendungsbereich
Diese Europäische Norm legt Anforderungen an sowie die Konformitätsbewertung und die werkseigene
Produktionskontrolle für Mehrscheiben-Isolierglas zur Verwendung in Gebäuden fest.
ANMERKUNG 1 Für Glasprodukte mit elektrischer Verdrahtung oder elektrischen Anschlüssen, z. B. zu Alarm- oder
Heizzwecken, gelten möglicherweise weitere Richtlinien, z. B. die Niederspannungsrichtlinie.
Der vorgesehene Hauptverwendungszweck der Mehrscheiben-Isoliergläser ist der Einbau in Fenster, Türen,
Vorhangfassaden, Dächer und Trennwände, wobei die Ränder des Glases gegen direkte UV-Strahlung
geschützt sind.
ANMERKUNG 2 Falls die Ränder nicht gegen direkte UV-Strahlung geschützt sind, wie z. B. bei geklebten
Verglasungen („Structural Sealant Glazing“-Systeme), sollten zusätzliche Europäische Technische Spezifikationen befolgt
werden (z. B.!EN 15434 ", !EN 13022-1 ").
ANMERKUNG 3 Einheiten, die nur für „künstlerische“ Zwecke vorgesehen sind und für die daher keine wesentlichen
Anforderungen gelten, sind nicht Gegenstand der CE-Kennzeichnung und werden von dieser Europäischen Norm nicht
erfasst.

2 Normative Verweisungen
Die folgenden zitierten Dokumente sind für die Anwendung dieses Dokuments erforderlich. Bei datierten
Verweisungen gilt nur die in Bezug genommene Ausgabe. Bei undatierten Verweisungen gilt die letzte
Ausgabe des in Bezug genommenen Dokuments (einschließlich aller Änderungen).

EN 356, Glas im Bauwesen — Sicherheitssonderverglasung — Prüfverfahren und Klasseneinteilung des


Widerstandes gegen manuellen Angriff

EN 410, Glas im Bauwesen — Bestimmung der lichttechnischen und strahlungsphysikalischen Kenngrößen


von Verglasungen

EN 572-1, Glas im Bauwesen — Basiserzeugnisse aus Kalk-Natronsilicatglas — Teil 1: Definitionen und


allgemeine physikalische und mechanische Eigenschaften

EN 673, Glas im Bauwesen — Bestimmung des Wärmedurchgangskoeffizienten (U-Wert) — Berechnungs-


verfahren

EN 674, Glas im Bauwesen — Bestimmung des Wärmedurchgangskoeffizienten (U-Wert) — Verfahren mit


dem Plattengerät

EN 675, Glas im Bauwesen — Bestimmung des Wärmedurchgangskoeffizienten (U-Wert) — Wärmestrom-


messer-Verfahren

EN 1063, Glas im Bauwesen — Sicherheitssonderverglasung — Prüfverfahren und Klasseneinteilung für den


Widerstand gegen Beschuss

EN 1279-1:2004, Glas im Bauwesen — Mehrscheiben-Isolierglas — Teil 1: Allgemeines, Maßtoleranzen und


Vorschriften für die Systembeschreibung

EN 1279-2:2002, Glas im Bauwesen — Mehrscheiben-Isolierglas — Teil 2: Langzeitprüfverfahren und


Anforderungen bezüglich Feuchtigkeitsaufnahme

EN 1279-3:2002, Glas im Bauwesen — Mehrscheiben-Isolierglas — Teil 3: Langzeitprüfverfahren und


Anforderungen bezüglich Gasverlustrate und Grenzabweichungen für die Gaskonzentration

EN 1279-4:2002, Glas im Bauwesen — Mehrscheiben-Isolierglas — Teil 4: Verfahren zur Prüfung der


physikalischen Eigenschaften des Randverbundes

EN 1279-6:2002, Glas im Bauwesen — Mehrscheiben-Isolierglas — Teil 6: Werkseigene Produktionskontrolle


und Auditprüfungen

4
DIN EN 1279-5:2009-02
EN 1279-5:2005+A1:2008 (D)

EN 1748-1-1, Glas im Bauwesen — Spezielle Basiserzeugnisse — Borosilicatgläser — Teil 1-1: Definitionen


und allgemeine physikalische und mechanische Eigenschaften.

EN 1748-2-1, Glas im Bauwesen — Spezielle Basiserzeugnisse — Glaskeramik — Teil 2-1: Definitionen und
allgemeine physikalische und mechanische Eigenschaften

EN 1863-1, Glas im Bauwesen — Teilvorgespanntes Kalknatronglas — Teil 1: Definition und Beschreibung

EN 12150-1, Glas im Bauwesen — Thermisch vorgespanntes Kalknatron-Einscheibensicherheitsglas —


Teil 1: Definition und Beschreibung

EN 12337-1, Glas im Bauwesen — Chemisch vorgespanntes Kalknatronglas — Teil 1: Definition und


Beschreibung

EN 12600, Glas im Bauwesen — Pendelschlagversuch — Verfahren für die Stoßprüfung und Klassifizierung
von Flachglas

EN 12758, Glas im Bauwesen — Glas- und Luftschalldämmung — Definitionen und Bestimmung der
Eigenschaften

EN 12898, Glas im Bauwesen — Bestimmung des Emissionsgrades

!EN 13022-1, Glas im Bauwesen — Geklebte Verglasungen — Teil 1: Glasprodukte für SSG-Systeme —
Einfach- und Mehrfachverglasungen mit und ohne Abtragung des Eigengewichtes"

EN 13024-1, Glas im Bauwesen — Thermisch vorgespanntes Borosilicat-Einscheibensicherheitsglas —


Teil 1: Definition und Beschreibung

EN 13501-1, Klassifizierung von Bauprodukten und Bauarten zu ihrem Brandverhalten — Teil 1: Klassifi-
zierung mit den Ergebnissen aus den Prüfungen zum Brandverhalten von Bauprodukten

EN 13501-2, Klassifizierung von Bauprodukten und Bauarten zu ihrem Brandverhalten — Teil 2: Klassifi-
zierung mit den Ergebnissen aus den Feuerwiderstandsprüfungen, mit Ausnahme von Lüftungsanlagen

!EN 13501-5, Klassifizierung von Bauprodukten und Bauarten zu ihrem Brandverhalten — Teil 5:
Klassifizierung mit den Ergebnissen aus Prüfungen von Bedachungen bei Beanspruchung durch Feuer von
außen"

EN 13541, Glas im Bauwesen — Sicherheitssonderverglasung — Prüfverfahren und Klasseneinteilung des


Widerstandes gegen Sprengwirkung

EN 14178-1, Glas im Bauwesen — Basiserzeugnisse aus Erdalkalisilikatglas — Teil 1: Floatglas

!EN 15434, Glas im Bauwesen — Produktnorm für lastübertragende und/oder UV-beständige Dichtstoffe
(für geklebte Verglasungen und/oder Isolierverglasungen mit exponierten Dichtungen) "

5
DIN EN 1279-5:2009-02
EN 1279-5:2005+A1:2008 (D)

3 Begriffe
Für die Anwendung dieser Europäischen Norm gelten die Begriffe nach EN 1279-1:2004, EN 1279-2:2002,
EN 1279-3:2002, EN 1279-4:2002 und EN 1279-6:2002 und die folgenden Begriffe.

3.1
Erstprüfung
Bestimmung der Leistung eines Produktes (Merkmal, Dauerhaftigkeit) nach dieser Europäischen Norm auf
der Grundlage von tatsächlich durchgeführten Prüfungen oder anderen Verfahren (wie z. B. mit
herkömmlichen, genormten, tabellarisch aufgeführten oder allgemein anerkannten Werten, genormten oder
anerkannten Berechnungsverfahren, Prüfberichten, soweit zur Verfügung gestellt), durch die die
Übereinstimmung mit dieser Europäischen Norm nachgewiesen wird

3.2
Prüfbericht
Dokument, das die Ergebnisse von Prüfungen enthält, die an einer repräsentativen Probe eines Produktes
aus der laufenden Produktion oder an einem Prototyp des Produktes durchgeführt wurden

3.3
Produktbeschreibung
Dokument, in dem die maßgebenden Parameter, z. B. !Prozessbedingungen", Struktur usw., zur
Definition eines der Norm entsprechenden Produktes ausführlich beschrieben werden. Es enthält besondere
Verweisungen auf Eigenschaften, die durch den Herstellungsprozess verändert werden.

3.4
wesentliche Änderung
Schwankung der Leistung über die für das betreffende Merkmal zulässigen Abweichungen hinaus

4 Anforderungen

4.1 Produktbeschreibung

Aus Gründen des Nachweises der Konformität ist der Hersteller von Mehrscheiben-Isolierglas für die
Erstellung und Pflege der Produktbeschreibung verantwortlich. Diese Beschreibung muss das Produkt
und/oder die Produktfamilien umfassen.

Mit Ausnahme der gesetzlichen Anforderungen muss es im Ermessen des Herstellers von Mehrscheiben-Iso-
lierglas bzw. seines Bevollmächtigten liegen, ob er die Produktbeschreibung veröffentlicht.

Die Beschreibung muss mindestens einen normativen Teil enthalten. Falls durch den Hersteller eine
Weiterentwicklung des Produktes vorherzusehen ist, kann sie auch einen informativen Teil enthalten.

Der normative Teil der Beschreibung muss mindestens folgende Angaben enthalten:

eine Verweisung auf EN 1279, Teile 1, 2, 3, 4 und 6 und auf alle weiteren Normen, deren Einhaltung
durch den Hersteller beansprucht wird;

die Systembeschreibung.

Die Definition der Produktfamilien muss dem normativen Teil der Produktbeschreibung entsprechen.

Auch bei Austausch von Werkstoffen ist die Übereinstimmung mit der Produktbeschreibung aufrechtzu-
erhalten. Bei Nachweis der Übereinstimmung können die Austauschwerkstoffe sowohl der Produktfamilie als
auch der Produktbeschreibung hinzugefügt werden.

6
DIN EN 1279-5:2009-02
EN 1279-5:2005+A1:2008 (D)

4.2 Übereinstimmung mit der Definition von Mehrscheiben-Isolierglas

Die Produkte müssen der Definition entsprechen und die in EN 1279-1 festgelegten Anforderungen an
Mehrscheiben-Isolierglas erfüllen.

4.3 Bestimmung der Leistungsmerkmale

4.3.1 Merkmale der Glasscheiben zur Verwendung in Mehrscheiben-Isolierglas

Für Scheiben aus Glas nach Europäischen Spezifikationen sind die allgemein anerkannten, die angegebenen
oder die berechneten Werte für die in Tabelle 1 aufgeführten Merkmale anzuwenden.

Für Scheiben aus Glas, das nicht durch Europäische Spezifikationen abgedeckt ist, sind die Messwerte für die
in Tabelle 1 aufgeführten Merkmale anzuwenden, außerdem ist nachzuweisen, dass ihre chemische und
mechanische Beständigkeit über die Nutzungszeit erhalten bleibt (siehe 5.2.4).

Tabelle 1 — Erforderliche Angaben zu Merkmalen von Glasscheiben


für die Verwendung in Mehrscheiben-Isolierglas

Merkmal Symbol Einheit


Dichte ! kg/m3
Härte HK0,1/20 GPa
Elastizitätsmodul E Pa
Poisson-Zahl " Dimensionslos
Charakteristische Biegefestigkeit fk Pa
spezifische Wärmekapazität c J/(kg # K)
linearer Wärmeausdehnungskoeffizient $ K–1
Wärmeleitfähigkeit % W/(m # K)
mittlerer Brechungsindex im Bereich der sichtbaren n Dimensionslos
Strahlung
Emissionsgrad & Dimensionslos
Lichttransmissionsgrad 'v Dimensionslos
direkter Strahlungstransmissionsgrad 'e Dimensionslos
Gesamtenergiedurchlassgrad g Dimensionslos

4.3.2 Bestimmung der Merkmale von Mehrscheiben-Isolierglas

4.3.2.1 Allgemeines

Wenn der Hersteller des Isolierglases in Anspruch nehmen möchte, dass ein beliebiges der
Leistungsmerkmale von den verwendeten Produktionseinrichtungen unabhängig ist, muss das System der
werkseigenen Produktionskontrolle einschließlich der besonderen Bedingungen für die Prozesslenkung dieser
Europäischen Norm entsprechen.

4.3.2.2 Brandschutz — Feuerwiderstand

Der Feuerwiderstand ist nach EN 13501-2 zu bestimmen und zu klassifizieren.

ANMERKUNG EN 357 darf zur Klassifizierung speziell von Brandschutzverglasungen herangezogen werden.

7
DIN EN 1279-5:2009-02
EN 1279-5:2005+A1:2008 (D)

4.3.2.3 Brandschutz — Brandverhalten

Das Brandverhalten ist nach EN 13501-1 zu bestimmen und zu klassifizieren.

Bei der Klassifizierung ist Folgendes zu berücksichtigen:

a) folgende Produktänderungen erfordern eine neue Typprüfung hinsichtlich des Brandverhaltens:

Herabstufung in der Brandverhaltensklassifizierung der Glaskomponenten im Mehrscheiben-Isolierglas;

Herabstufung in der Brennbarkeitsklassifizierung des organischen Dichtstoffes im Randverbund;

b) hat jedoch keine Prüfung stattgefunden, ist das Mehrscheiben-Isolierglas wie folgt zu klassifizieren:

entweder entsprechend der Brandverhaltensklassifizierung der Glaskomponente im Mehrscheiben-


Isolierglas oder

entsprechend der Klassifizierung eines Mehrscheiben-Isolierglases, bei dem der gleiche organische
Dichtstoff für den Randverbund eingesetzt wird;

bei der beanspruchten Klassifizierung muss es sich um die niedrigere der beiden handeln.

4.3.2.4 Brandschutz — Verhalten bei Beanspruchung durch Feuer von außen

Sofern der Hersteller das Verhalten bei Beanspruchung durch Feuer von außen anzugeben wünscht (z. B.
wenn diesbezüglich gesetzliche Anforderungen vorliegen), ist das Produkt nach !EN 13501-5" zu prüfen
und zu klassifizieren.

ANMERKUNG Die Einhaltung dieser Anforderung wird erst nach Veröffentlichung einer späteren Fassung
der !EN 13501-5" als der von 2002 möglich sein.

Bei der Klassifizierung ist Folgendes zu berücksichtigen:

a) folgende Produktänderungen erfordern eine neue Typprüfung hinsichtlich des Verhaltens bei
Beanspruchung durch Feuer von außen:

Herabstufung der Glaskomponente im Mehrscheiben-Isolierglas in der Klassifizierung hinsichtlich


des Verhaltens bei Beanspruchung durch Feuer von außen;

b) hat jedoch keine Prüfung stattgefunden, ist das Mehrscheiben-Isolierglas entsprechend der
Klassifizierung hinsichtlich des Verhaltens bei Beanspruchung durch Feuer von außen für die
Glaskomponenten im Mehrscheiben-Isolierglas einzustufen. Bei der beanspruchten Klassifizierung muss
es sich um die der Glaskomponente mit der geringsten Leistung handeln.

4.3.2.5 Nutzungssicherheit — Durchschusshemmung: Brucheigenschaften und


Widerstand gegen Angriff

Die Durchschusshemmung ist nach EN 1063 zu bestimmen und zu klassifizieren.

In den Fällen, in denen eine durchschusshemmende Glaskomponente als die Fläche eines
Mehrscheiben-Isolierglases angewendet wird, die gegen Angriff geschützt ist, ist keine Prüfung erforderlich.
Bei der Klassifizierung des Mehrscheiben-Isolierglases muss es sich um dieselbe handeln wie bei der
verwendeten Glaskomponente.

4.3.2.6 Nutzungssicherheit — Sprengwirkungshemmung: Brucheigenschaften und Widerstand


beim Auftreffen einer Explosionsdruckwelle

Die Sprengwirkungshemmung ist nach EN 13541 zu bestimmen und zu klassifizieren.

8
DIN EN 1279-5:2009-02
EN 1279-5:2005+A1:2008 (D)

In den Fällen, in denen eine sprengwirkungshemmende Glaskomponente als die Fläche eines Mehrscheiben-
Isolierglases angewendet wird, die gegen Angriff geschützt ist, ist keine Prüfung erforderlich. Bei der
Klassifizierung des Mehrscheiben-Isolierglases muss es sich um dieselbe handeln wie bei der verwendeten
Glaskomponente.

4.3.2.7 Nutzungssicherheit — Einbruchhemmung: Brucheigenschaften und Widerstand


gegen Angriff

Die Einbruchhemmung ist nach EN 356 zu bestimmen und zu klassifizieren.

In den Fällen, in denen eine einbruchhemmende Glaskomponente als die Fläche eines Mehrscheiben-Iso-
lierglases angewendet wird, die gegen Angriff geschützt ist, ist keine Prüfung erforderlich. Bei der
Klassifizierung des Mehrscheiben-Isolierglases muss es sich um dieselbe handeln wie bei der verwendeten
Glaskomponente.

4.3.2.8 Nutzungssicherheit — Widerstand gegen Pendelschlag: Brucheigenschaften


(sicheres Bruchverhalten) und Aufprallwiderstand

Der Widerstand gegen Pendelschlag ist nach EN 12600 an den Glaskomponenten zu bestimmen und zu
klassifizieren.

ANMERKUNG Die EN 12600 behandelt die Prüfung und Klassifizierung von einzelnen Scheiben und NICHT die von
Produkten wie Mehrscheiben-Isolierglas.

Findet keine Prüfung statt, muss dem Mehrscheiben-Isolierglas im Hinblick auf den Widerstand gegen
Pendelschlag dieselbe Klassifizierung zugewiesen werden wie der anfälligsten Glaskomponente, die im
Mehrscheiben-Isolierglas verwendet wurde. !Wenn die Kennzeichnung der Zusammensetzung des
Produkts klar genug ist, um Verwechslungen zu vermeiden, wird die Leistungsfähigkeit jeder Komponente in
der Reihenfolge angegeben, die durch die erwähnte Zusammensetzung vorgegeben ist."

!Die Leistungen entsprechen jenen Komponenten, die nach EN 12600, 4.3.2.8, als Einfachglas geprüft
wurden. Es sollte sorgfältig darauf geachtet werden, das Mehrscheiben-Isolierglas in einer solchen Stellung
einzusetzen, die den erwarteten Leistungen entspricht."

4.3.2.9 Nutzungssicherheit — Mechanische Beständigkeit: Beständigkeit gegen plötzliche


Temperaturwechsel und Temperaturunterschiede

Die Beständigkeit gegen plötzliche Temperaturwechsel und Temperaturunterschiede wird durch einen
allgemein anerkannten Wert angegeben, der in den entsprechenden Normen, z. B. in EN 1863-1, EN 12150-1,
EN 12337-1, EN 13024-1 usw., aufgeführt ist und durch Übereinstimmung mit dieser Europäischen Norm
sicherzustellen ist.

4.3.2.10 Nutzungssicherheit — Mechanische Beständigkeit: Widerstand der Glaseinheit


gegen Wind-, Schnee-, Dauer- und/oder Nutzlasten

Der in der Bestellung angegebene Aufbau des Mehrscheiben-Isolierglases (Dicke und Typen der
Glaskomponenten, Breite der Scheibenzwischenräume) muss den Widerstand gegen Wind-, Schnee-,
Dauerlast und weitere mechanische, (quasi-)statische Einwirkungen sicherstellen, was nach prEN 13474 zu
prüfen ist.

Trifft für das betreffende Bauwerk oder die betreffende Baustelle kein Teil der prEN 13474 zu, ist das im
Bestimmungsland gebräuchliche Verfahren zur Bestimmung der mechanischen Beständigkeit anzuwenden.

Die hergestellte oder gelieferte Dicke von Mehrscheiben-Isolierglas muss der in der Bestellung angegebenen
Dicke und dem dort angegebenen Aufbau entsprechen.

9
DIN EN 1279-5:2009-02
EN 1279-5:2005+A1:2008 (D)

Die nach EN 1279-4 bestimmte Festigkeit des Randverbundes ist Teil der Definition des Mehrscheiben-
Isolierglases und erfordert keine separaten Angaben. Sofern zusätzlich UV-Beständigkeit und/oder erhöhte
mechanische Beständigkeit gefordert ist/sind (z. B. wenn kein Schutz gegen UV-Strahlung anwendbar ist oder
wenn das Mehrscheiben-Isolierglas in geklebten Verglasungen angewendet wird), ist die Festigkeit des
Randverbundes nach !EN 13022-1" unter Verwendung eines Dichtstoffes nach !15434" zu
bestimmen. Siehe Anhang A.

4.3.2.11 Direkte Luftschalldämmung

Die Schalldämm-Maße sind nach EN 12758 zu bestimmen.

4.3.2.12 Energieerhaltung und Wärmerückhaltevermögen (Wärmeschutz) —


Thermische Eigenschaften

Der Wärmedurchgangskoeffizient (U-Wert) ist durch Berechnung nach EN 673 zu bestimmen mit:

dem Emissionsgrad !: des vom Glashersteller angegebenen Wertes. Liegen keine Angaben vor, so ist
der Emissionsgrad nach EN 12898 zu bestimmen;

der Nenndicke der Glasscheiben;

der Nenndicke jeglicher weiterer Werkstofflagen, sofern vorhanden;

der Nennbreite der Scheibenzwischenräume unter der Annahme paralleler Scheiben;

der Nenn-Gaskonzentration ci,o oder der endgültigen Gaskonzentration ci,f (siehe EN 1279-3).

ANMERKUNG Im Falle von gasgefüllten Einheiten sollte EN 1279-3 herangezogen werden, damit bei dem
veröffentlichten U-Wert sämtliche relevanten negativen Aspekte Berücksichtigung finden.

In den Fällen, in denen der Wärmedurchgangskoeffizient (U-Wert) nicht berechnet werden kann, ist er durch
Prüfung nach EN 674 oder EN 675 zu bestimmen.

4.3.2.13 Energieerhaltung und Wärmerückhaltevermögen (Wärmeschutz) —


Strahlungsphysikalische Eigenschaften: Lichttransmissionsgrad und Lichtreflexion

Lichttransmissionsgrad und Lichtreflexion sind nach EN 410 zu bestimmen.

4.3.2.14 Energieerhaltung und Wärmerückhaltevermögen (Wärmeschutz) —


Strahlungsphysikalische Eigenschaften: Solarenergetische Merkmale

Die solarenergetischen Merkmale sind nach EN 410 zu bestimmen.

4.4 Dauerhaftigkeit

Stimmen Produkte mit der Definition von Mehrscheiben-Isolierglas nach 4.2 überein, sind die unter 4.3.2
aufgeführten Leistungsmerkmale über eine wirtschaftlich annehmbare Lebensdauer sichergestellt.

Die Dauerhaftigkeit von Mehrscheiben-Isolierglas, einschließlich die seiner Merkmale, ist folgendermaßen
sicherzustellen:

durch Übereinstimmung mit dieser Europäischen Norm;

durch Übereinstimmung mit den Anweisungen des Herstellers oder des Lieferanten der Glasprodukte.

Der Hersteller muss spezifische Anweisungen für den Einbau liefern oder auf geeignete technische
Spezifikationen verweisen, siehe auch Anhang B.

10
DIN EN 1279-5:2009-02
EN 1279-5:2005+A1:2008 (D)

ANMERKUNG Die Dauerhaftigkeit von Glasprodukten hängt von folgenden Faktoren ab:
Bewegungen der Gebäude und sonstigen Bauwerke aufgrund verschiedener Einwirkungen;
Schwingungen der Gebäude und sonstigen Bauwerke aufgrund verschiedener Einwirkungen;
Durchbiegung und Schrägverziehung des Rahmens (der Glaslagerung) aufgrund verschiedener Einwirkungen;
Auslegung des Rahmens (z. B. Ableitung des in den Falz eingedrungenen Wassers, Vermeidung von direktem
Kontakt zwischen den Teilen des Rahmens und dem Glas selbst);
Genauigkeit der Maße des Rahmens und von dessen Teilen;
Qualität des Zusammenbaus der Rahmenteile zu einem Rahmen;
Qualität des Einbaus des Rahmens in oder an Gebäuden oder sonstigen Bauwerken;
Dehnung des Rahmens durch adsorbierte Feuchtigkeit aus der Luft oder anderer Herkunft;
Qualität des Einbaus der Glasprodukte in oder auf deren Rahmen.

4.5 Gefährliche Stoffe

Die in den Produkten verwendeten Werkstoffe dürfen gefährliche Stoffe nicht in Mengen freisetzen, die über
die maximal zulässigen Grenzwerte hinausgehen, die in den zutreffenden Europäischen Werkstoffnormen
festgelegt sind oder nach den nationalen gesetzlichen Vorschriften des Bestimmungs-Mitgliedslandes gelten.

5 Konformitätsbewertung

5.1 Allgemeines

Die Konformitätsbewertung muss auf der werkseigenen Produktionskontrolle (FPC) und der Erstprüfung (ITT)
nach dieser Europäischen Norm beruhen.

1) Werkseigene Produktionskontrolle.

Diese muss folgende Maßnahmen umfassen:

a) Untersuchung von Proben, die nach einem vorgeschriebenen Prüfplan im Werk entnommen
wurden;

b) Erstinspektion des Werks und der werkseigenen Produktionskontrolle;

c) ständige Überwachung und Beurteilung der werkseigenen Produktionskontrolle.

2) Erstprüfung des Produktes.

ANMERKUNG Für den Zweck der gesetzlich vorgeschriebenen Kennzeichnung kann es erforderlich sein, eine
unabhängige Stelle an der Durchführung von 1) b), 1) c) und/oder 2) zu beteiligen (siehe Anhang ZA).

5.2 Erstprüfung des Produktes (siehe 5.1, 2))

5.2.1 Allgemeines

Alle Merkmale des Produktes sind einer Erstprüfung zu unterziehen, um nachzuweisen, dass sie den
Anforderungen dieser Europäischen Norm entsprechen. Darüber hinaus darf anstelle einer tatsächlichen
Prüfung für eine Erstprüfung von Folgendem Gebrauch gemacht werden:

allgemein anerkannten und/oder herkömmlichen und/oder genormten Werten, die in den in Abschnitt 2
aufgeführten Normen oder in Veröffentlichungen angegeben sind, auf die sich diese Normen beziehen;

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DIN EN 1279-5:2009-02
EN 1279-5:2005+A1:2008 (D)

genormten und anerkannten Berechnungsverfahren, die in den Abschnitt 2 aufgeführten Normen oder in
Veröffentlichungen angegeben sind, auf die sich diese Normen beziehen;

Prüfberichten auf der Grundlage von 5.2.3, sofern solche zur Verfügung stehen;

sofern Komponenten verwendet werden, deren Merkmale bereits durch den Komponentenhersteller auf
der Grundlage der Übereinstimmung mit weiteren Produktnormen bestimmt wurden, müssen diese
Merkmale nicht erneut beurteilt werden, vorausgesetzt, sie werden durch den Herstellungsprozess nicht
verändert;

die Freisetzung von gefährlichen Stoffen darf indirekt durch die Überprüfung der enthaltenen Menge der
betreffenden Stoffe beurteilt werden;

die Dauerhaftigkeit darf indirekt durch Überprüfung der Herstellungsprozesse nach dieser Europäischen
Norm beurteilt werden.

ANMERKUNG 1 Für Produkte, die eine CE-Kennzeichnung nach den zutreffenden harmonisierten Europäischen
Spezifikationen erhalten haben, darf angenommen werden, dass sie die in der CE-Kennzeichnung aufgeführte Leistung
erbringen.

ANMERKUNG 2 Für den Zweck der gesetzlich vorgeschriebenen Kennzeichnung kann es erforderlich sein, eine
unabhängige Stelle einzubeziehen (siehe Anhang ZA).

Wird eine tatsächliche Prüfung verlangt, ist die Erstprüfung (ITT) an einer für das Produkt repräsentativen
Probe, die in einer beliebigen Produktionseinrichtung und/oder an einer beliebigen Produktionslinie der
laufenden Produktion entnommen wurde, oder an einem Prototyp durchzuführen.

Jedes Mal, wenn eine Änderung der Rohstoffe oder der Produktionsprozesse (abhängig von der Definition der
Produktfamilie) erfolgt, die ein oder mehrere Merkmal(e) eines Produktes wesentlich verändern würde, ist die
Erstprüfung für die entsprechenden Merkmale zu wiederholen.

5.2.2 Mehrere Produktionslinien/Produktionsstandorte

Betreibt ein Hersteller eine(n) und/oder mehrere Produktionslinie(n) und/oder Produktionsstandort(e), kann
durch Folgendes die Notwendigkeit von Mehrfach-Erstprüfungen (ITT) verringert werden:

a) Die technische Dokumentation des Herstellers für ein bestimmtes Produkt muss sich auf alle
Produktionsstandorte und/oder Produktionslinien des Herstellers1) erstrecken;

b) der Hersteller muss eine direkte Beziehung zwischen der Produktionskontrolle, der Erstprüfung und der
kontinuierlichen betriebsinternen Auditprüfung herstellen;

c) der Hersteller muss eine qualifizierte Person damit beauftragen, auf der Grundlage folgender
Maßnahmen die Konformität der Produkte sicherzustellen:

Betrieb eines einheitlichen Systems der werkseigenen Produktionskontrolle für alle betreffenden
Produktionsstandorte und/oder -linien;

Nachweis des Herstellers, dass das Produkt die Anforderungen an die Produkteigenschaften und an
die Eigenschaften für den vorgesehenen Verwendungszweckes erfüllt;

System des Herstellers zur Durchführung betriebsinterner Auditprüfungen einschließlich Nachweis


der Übereinstimmung der Produkte.

1) Die Begriffe „Hersteller“ (en: manufacturer) und „Produzent“ (en: producer) werden als Synonyme verstanden (siehe
Arbeitsdokument zur Bauproduktenrichtlinie NB-CPD/02/019 — vom 24. April 2002 — Seite 1).

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DIN EN 1279-5:2009-02
EN 1279-5:2005+A1:2008 (D)

5.2.3 Historische Daten

a) Für alle Merkmale mit Ausnahme der unter 5.2.4 aufgeführten gilt Folgendes:

Prüfungen, die bereits zuvor nach den Festlegungen dieses Dokuments (gleiches Produkt, gleiche(s)
Merkmal(e), gleiches oder strengeres Prüfverfahren, gleiches Probenahmeverfahren und gleiches
Verfahren zur Bescheinigung der Konformität) durchgeführt wurden, dürfen berücksichtigt werden.

b) Für die unter 5.2.4 aufgeführten Merkmale gilt Folgendes:

Prüfungen, die bereits zuvor nach den Festlegungen dieser Europäischen Norm durchgeführt wurden,
dürfen berücksichtigt werden, wenn alle folgenden Bedingungen erfüllt sind:

1) eine notifizierte Stelle hat die Ergebnisse der Prüfungen bestätigt, die von einer nicht notifizierten
Stelle durchgeführt wurden, und hat die Kompetenz der Prüfstelle als zufrieden stellend bewertet;

2) die Prüfungen wurden nach einer prEN-Version durchgeführt, die sich nicht wesentlich von der EN
unterscheiden darf, was die Prüfungen angeht;

3) die Prüfungen wurden vor Ende der Übergangsperiode, d. h. innerhalb von 21 Monaten nach dem
Datum der Verfügbarkeit dieses Dokuments, abgeschlossen.

5.2.4 Erstprüfung von Mehrscheiben-Isolierglas

Um festzustellen, ob ein Produkt der Definition von Mehrscheiben-Isolierglas entspricht, ist im Zuge der
Erstprüfung die Erfüllung der Anforderungen nach den Tabellen 2 und 3 nachzuprüfen.

!
Tabelle 2 — Leistung des Randverbundes, Validierungsverfahren und Anforderungen an MIG
(Mehrscheiben-Isolierglas)
Validierungsverfahren:
Anwendbar auf: Leistung des Dichtstoffes: (Nachweis anhand des verfügbaren Anforderung
Prüfberichts oder durch Prüfung)
Feuchtigkeitsaufnahme
EN 1279-2 Siehe EN 1279-2
(Eindringen von Wasserdampf)
Alle MIG-Systeme
Adhäsion Dichtstoff – Glas
EN 1279-4 Siehe EN 1279-4
(*)
ANMERKUNG Die Prüfungen können von unterschiedlichen Prüflaboratorien durchgeführt werden.
(*) Zur Validierung der Erstprüfung kann der Prüfbericht des Komponenten-Herstellers verwendet werden.
"

!
Tabelle 3 — Leistung des Randverbundes, ergänzende Validierungsverfahren und ergänzende
Anforderungen an gasgefülltes Mehrscheiben-Isolierglas und Einheiten mit beschichtetem Glas
Validierungsverfahren:
Anwendbar auf: Leistung des Dichtstoffes: (Nachweis anhand des verfügbaren Anforderung
Prüfberichts oder durch Prüfung)
Gasgefülltes MIG
Gasverlustrate EN 1279-3 Siehe EN 1279-3
Gastyp
Siehe
Gasgefüllte Einheiten Gegenstand der werkseigenen
EN 1279-6:2002,
Gaskonzentration Produktionskontrolle nach EN 1279-6
Anhang A.3
Randverbund mit Adhäsion:
Glasbeschichtung – Dichtstoff/Beschichtung EN 1279-4:2002, Anhang D Siehe EN 1279-4
verbunden (*) – Einzellagen der Beschichtung
ANMERKUNG Die Prüfungen können von unterschiedlichen Prüflaboratorien durchgeführt werden.
(*) Zur Validierung der Erstprüfung kann der Prüfbericht des Komponenten-Herstellers verwendet werden.
"

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EN 1279-5:2005+A1:2008 (D)

Werden Werkstoffe und Komponenten ausgetauscht, muss weiterhin Übereinstimmung des Systems mit der
Definition von Mehrscheiben-Isolierglas gegeben sein. Die entsprechenden Eigenschaften des Randverbun-
des, die Komponenten und die zugehörigen abgeleiteten Anforderungen sind zusammen mit den Validie-
rungsverfahren, in EN 1279-1:2004, Tabellen B.1 und B.2, zusammengefasst.

Für die Validierung des Austausches dürfen die Prüfberichte des Komponentenherstellers herangezogen
werden. Während der werkseigenen Produktionskontrolle ist der im Prüfbericht angegebene Wert der
Kurzzeit-Klimaprüfung durch das Ergebnis der periodischen Prüfung der werkseigenen Produktionskontrolle
zu bestätigen. Zu einem Zeitpunkt darf nur ein Austausch stattfinden. Verändert sich ein wesentlicher
Werkstoff, ist die Kurzzeit-Klimaprüfung zu wiederholen (EN 1279-6:2002, B.4.2). Sind die Anforderungen
erfüllt, sind die Austauschwerkstoffe und –komponenten zur Systembeschreibung hinzuzufügen.

Ändert sich die Systembeschreibung (Beschreibung des bearbeiteten Randverbundes), kann der Prüfbericht
zum Prototypen verwendet werden. Während der werkseigenen Produktionskontrolle ist der im Prüfbericht
angegebene Wert der Kurzzeit-Klimaprüfung durch das Ergebnis der periodischen Prüfung der werkseigenen
Produktionskontrolle zu bestätigen.

Werden Glasscheiben verwendet, die nicht durch Europäische Spezifikationen abgedeckt sind, ist
nachzuweisen, dass diese Glastypen über ihre Nutzungsdauer eine chemische und mechanische
Beständigkeit aufweisen, die mit der von Folgendem vergleichbar ist:

Kalk-Natronsilicatglas nach EN 572-1;

oder Borosilicatglas nach EN 1748-1-1;

oder Glaskeramik nach EN 1748-2-1;

oder !Erdalkali-Silicatglas" nach EN 14178-1.

5.2.5 Erstprüfung der Leistungsmerkmale (5.1, 2))

Alle in 4.3.2 aufgeführten Merkmale sind Erstprüfungen nach 5.2.1 zu unterziehen.

5.3 Werkseigene Produktionskontrolle und Überprüfung von Proben


nach einem vorgeschriebenen Prüfplan (5.1, 1) und 2))

Unter werkseigener Produktionskontrolle ist die laufende betriebsinterne Überwachung der Produktion durch
den Hersteller zu verstehen.

Eine werkseigene Produktionskontrolle nach EN 1279-6:2002, 3.1, ist ausreichend. Die EN 1279-6 enthält
auch eine Zusammenfassung der Prüfungen, die vom Hersteller als Teil der werkseigenen Produktions-
kontrolle und im Rahmen weiterer Prüfungen der nach einem festgelegten Prüfplan im Werk entnommenen
Proben durchzuführen sind.

Werden Komponenten und Werkstoffe ausgetauscht und kommt es dabei zu Änderungen eines wesentlichen
Werkstoffes, ist die Kurzzeit-Klimaprüfung zu wiederholen (EN 1279-6:2002, B.4.2).

Wesentliche Werkstoffe sind die folgenden:

Dichtstoffe (primär und/oder sekundär);

Abstandshalter (mit Ausnahme des Profils, sofern sich die Systembeschreibung nicht ändert);

Menge und Typ des Trockenmittels (sofern sich Tc und Anfangsglühverlust unterscheiden).

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EN 1279-5:2005+A1:2008 (D)

Ändert sich die Systembeschreibung (Beschreibung des bearbeiteten Randverbundes), kann der Prüfbericht
zum Prototypen verwendet werden. Während der werkseigenen Produktionskontrolle ist der im Prüfbericht
angegebene Wert der Kurzzeit-Klimaprüfung durch das Ergebnis der periodischen Prüfung der werkseigenen
Produktionskontrolle zu bestätigen.

ANMERKUNG 1 Sowohl die Kurzzeit-Klimaprüfung als auch die weiteren Prüfungen im Rahmen der werkseigenen
Produktionskontrolle dürfen entweder durch den Hersteller selbst oder einen Unterauftragnehmer ausgeführt werden.

ANMERKUNG 2 Ein System der werkseigenen Produktionskontrolle, das dem nach EN ISO 9001 gleicht und auf die
Produkte nach diesem Dokument abgestimmt wurde, gilt als den Anforderungen dieses Abschnitts entsprechend.

5.4 Erstinspektion des Werks und der werkseigenen Produktionskontrolle (5.1, 1), 2))

Die Erstinspektion des Werks und der werkseigenen Produktionskontrolle muss die in Tabelle 4 aufgeführten
Parameter in Zusammenhang mit Anhang A der EN 1279-6:2002 abdecken.

ANMERKUNG 1 Für den Zweck der gesetzlich vorgeschriebenen Kennzeichnung kann es erforderlich sein, eine
unabhängige Stelle einzubeziehen (siehe Anhang ZA).

Tabelle 4 — Für die werkseigene Produktionskontrolle relevante Merkmale

Einzel-
Parameter, die in Zusammenhang mit dem
Nr. Merkmal heiten, siehe
Merkmal relevant sind
EN 1279-6
Überprüfung der eingehenden Werkstoffe
Überprüfung der Produktionskontrolle
Feuerwiderstand Etikettierung von abgehendem Mehrschei-
1 Brandverhalten ben-Isolierglas Anhänge A,
Verhalten bei Beanspruchung durch Feuer von B und C
Maße des Randverbundes, Gasfüllgrad,
außen Planität und Fogging
Periodische Prüfungen und Inspektionen mit
geringer Häufigkeit
2 Freisetzung gefährlicher Stoffe Überprüfung der eingehenden Werkstoffe Anhang A
Durchschusshemmung
Sprengwirkungshemmung Überprüfung der eingehenden Werkstoffe
Einbruchhemmung
Überprüfung der Produktionskontrolle
Beständigkeit gegen Einwirkungen durch den
Etikettierung von abgehendem Mehrschei-
Menschen
ben-Isolierglas Anhänge A,
3 Beständigkeit gegen plötzliche Temperatur- B und C
änderungen und Temperaturunterschiede Maße des Randverbundes, Gasfüllgrad,
Planität und Fogging
Widerstand der Glaseinheit gegen Wind-,
Schnee-, Dauer- und Nutzlasten Periodische Prüfungen und Inspektionen mit
geringer Häufigkeit
Widerstand des Randverbundes gegen Wind-,
Schnee-, Dauer- und Nutzlasten
Überprüfung der eingehenden Werkstoffe
Überprüfung der Produktionskontrolle
Schalldämmung
Etikettierung von abgehendem Mehrschei-
Lichttransmissionsgrad und -reflexion ben-Isolierglas Anhänge A,
4
Solarenergetische Merkmale B und C
Maße des Randverbundes, Gasfüllgrad,
Wärmeleitfähigkeit Planität und Fogging
Periodische Prüfungen und Inspektionen mit
geringer Häufigkeit

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5.5 Laufende Überwachung und Beurteilung der werkseigenen Produktionskontrolle


(5.1, 1c))

Die laufende Überwachung und Beurteilung der werkseigenen Produktionskontrolle muss die in Tabelle 4
aufgeführten Parameter in Zusammenhang mit EN 1279-6:2002, Anhang A, abdecken.

ANMERKUNG Für den Zweck der gesetzlich vorgeschriebenen Kennzeichnung kann es erforderlich sein, eine
unabhängige Stelle einzubeziehen (siehe Anhang ZA).

Die Häufigkeit der Produktionsüberwachung muss bei neuen Produktionseinrichtungen oder bei Einrichtungen,
die noch nicht über ein System der werkseigenen Produktionskontrolle nach dieser Europäischen Norm
verfügen, zweimal im Jahr betragen.

Werden in vier aufeinander folgenden Beurteilungen der werkseigenen Produktionskontrolle (FPC) keine
größeren Abweichungen von den Anforderungen festgestellt, kann die Häufigkeit auf einmal im Jahr verringert
werden.

Wird eine größere Abweichung von den Anforderungen festgestellt, ist die Inspektion innerhalb von zwei
Monaten zu wiederholen. Die Häufigkeit der Produktionskontrolle ist in diesem Fall auf zweimal im Jahr
zurückzusetzen bzw. beizubehalten, wenn sie zweimal im Jahr beträgt. Wird bei der erneuten Inspektion
wiederum eine Abweichung festgestellt, ist innerhalb von zwei Monaten eine erneute Erstinspektion des
Werkes und der werkseigenen Produktionskontrolle zusammen mit einer Überwachungsinspektion
durchzuführen. Wird bei dieser erneuten Erstinspektion und Überwachungsinspektion wiederum eine größere
Abweichung festgestellt, gelten die Produkte als solche, die die Anforderungen nach dieser Europäischen
Norm nicht mehr erfüllen.

6 Kennzeichnung und/oder Etikettierung

6.1 Allgemeines

Jede freiwillige Kennzeichnung und/oder Etikettierung sollte C.3 entsprechen.

Es ist sicherzustellen, dass keine Verwechslungen zwischen den freiwilligen und den vorgeschriebenen
Kennzeichnungen und/oder Etikettierungen auftreten.

ANMERKUNG Die gesamte Kennzeichnung und/oder Etikettierung von Produkten zum Nachweis der Überein-
stimmung mit den gesetzlich vorgeschriebenen Anforderungen ist in Anhang ZA ausführlich angegeben.

6.2 Kennzeichnung des Produktes

Für Mehrscheiben-Isolierglas besteht keine Kennzeichnungspflicht.

6.3 Produktmerkmale

Der Hersteller oder dessen Bevollmächtigter muss ein System von Verweisungen einrichten, das Folgendes
ermöglicht:

Identifizierung genau der Merkmale, die zu beurteilen sind (siehe 4.3.2);

Angabe der Merkmale, die beurteilt werden;

Angabe der für diese Merkmale festgestellten Werte, Klassen, Kategorien usw.

Dieses System ist als Teil der Konformitätsbewertung zu dokumentieren.

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DIN EN 1279-5:2009-02
EN 1279-5:2005+A1:2008 (D)

6.4 „Dokument zur Feststellung der Merkmale/Leistung“

Der Hersteller muss ein „Dokument zur Feststellung der Merkmale/Leistung“ erstellen, das auf den zu den
Produktmerkmalen zusammengetragenen Angaben beruht (siehe 6.3). Dieses Dokument muss Teil der
technischen Dokumentation des Herstellers sein und bildet die Grundlage für die Begleitangaben, die zur
Erfüllung gesetzlicher Bestimmungen erforderlich sind.

Das „Dokument zur Feststellung der Merkmale/Leistung“ kann ein Katalog in jedem Medienformat (Papier,
Diskette, Website usw.) sein, der stets durch eine Verweisung identifizierbar ist, die der Kennzeichnung des
Produktes beigefügt ist. Der Katalog muss die Werte oder Klassen der Merkmale enthalten, für die eine
Leistung angegeben ist. Ist keine Leistung angegeben, muss der Hinweis „Keine Leistung bestimmt“ (NPD,
engl.: no performance determined) aufgeführt werden.

ANMERKUNG 1 Die Bedingungen für die Anwendung der NPD-Option sind in Anhang ZA angegeben.

ANMERKUNG 2 Der Katalog sollte nur solche Angaben enthalten, die für das „Dokument zur Feststellung der
Merkmale/Leistung“ relevant sind.

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EN 1279-5:2005+A1:2008 (D)

Anhang A
(informativ)

Verwendung des Mehrscheiben-Isolierglases (MIG) unter UV-Strahlung


und/oder in geklebten Verglasungen (SSG)

A.1 Allgemeines
Diese Arten der Verwendung von MIG werden durch den Anwendungsbereich der EN 1279-Normenreihe
nicht abgedeckt. Dennoch werden MIG auf diese Weise verwendet und sollten unter den entsprechenden
Bedingungen geeignet sein, die gleiche Dauerhaftigkeit und Leistung zu bieten wie bei der Verwendung in
einem Rahmensystem.

A.2 Systembeschreibung
Der Hersteller sollte in der Lage sein, für diesen spezifischen Endverwendungszweck seines Produktes eine
Systembeschreibung zu erstellen.

Die Beschreibung sollte, zusätzlich zu den durch die EN 1279-1 geforderten Angaben, folgende auf diesen
spezifischen vorgesehenen Endverwendungszweck bezogene Angaben enthalten:
a) auslegungsbezogene Überlegungen, z. B. hinsichtlich des Widerstandes gegen Wind-, Schnee-,
Dauerlast und weitere mechanische, (quasi-)statische Einwirkungen;
b) Bemessung des Randverbundsystems nach !EN 13022-1";
c) Spezifikation des UV-beständigen/lastaufnehmenden Dichtstoffes nach !EN 15434";
d) spezifische Anforderungen hinsichtlich der werkseigenen Produktionskontrolle, zusätzlich zu den in
EN 1279-6 angegebenen.

A.3 Prüfung
Die Dauerhaftigkeit der Auslegung des Mehrscheiben-Isolierglases sollte durch Prüfung nach EN 1279-2 und
EN 1279-3 bestimmt werden. Die Leistung des UV-beständigen/lastaufnehmenden Dichtstoffes sollte nach
EN 1279-4 und !EN 13022-1" geprüft werden.

A.4 Konformitätsbewertung
Diese sollte entsprechend der vorliegenden Europäischen Norm erfolgen, wobei die Anforderungen an die
werkseigene Produktionskontrolle nach EN 1279-6 und die Systembeschreibung zu berücksichtigen sind.

A.5 Kennzeichnung
Mehrscheiben-Isolierglas für diesen spezifischen Endverwendungszweck sollte wie folgt gekennzeichnet
werden:
Name oder Warenzeichen des Herstellers;
EN 1279;
spezifischer Endverwendungszweck — als UV-Schutz und/oder lastaufnehmend (je nach Zutreffen).

A.6 Gesetzlich vorgeschriebene Kennzeichnung


Ein Beispiel für ein Etikett mit CE-!Kennzeichnung" ist in Bild ZA.2 dargestellt.

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DIN EN 1279-5:2009-02
EN 1279-5:2005+A1:2008 (D)

Anhang B
(informativ)

Einbau des Mehrscheiben-Isolierglases

B.1 Allgemeines
Um über die wirtschaftlich angemessene Lebensdauer die wesentlichen Leistungsaspekte hinsichtlich des
Arbeitsschutzes und der Energieeinsparung so befriedigen zu können, wie es im Anwendungsbereich dieser
Europäischen Norm vorgesehen ist, wird empfohlen, die im Folgenden angegebenen Unterabschnitte zur
Verglasung und zum Einbau zu befolgen.

B.2 Geeigneter Rahmen


In dieser Europäischen Norm ist unter einem geeigneten Rahmen (einer geeigneten Glaslagerung) ein
solcher zu verstehen, für den Folgendes gilt:

a) die Seiten des Mehrscheiben-Isolierglases sind mit Vorlegebändern oder einem sonstigen Rahmenteil
überdeckt, und

b) der Einschluss von stehendem Wasser sowie Langzeitkondensation und/oder ein erhöhter Druck von
Wasserdampf gegen den Randverbund des Isolierglases werden verhindert, um so einen chemischen
und/oder physikalischen Angriff auf die Komponenten des Isolierglases zu verhindern und einer
übermäßigen Feuchtigkeitsaufnahme (Eindringen von Wasserdampf) durch das Isolierglas vorzubeugen,
und

c) der Rahmen weist eine ausreichende Steifigkeit auf, um die Randdurchbiegung des Mehrscheiben-Iso-
lierglases unter Lasten wie der Wind- und der Schneelast zu begrenzen, um eine Verringerung der
Nutzungsdauer zu verhindern, wie sie z. B. durch Adhäsionsverlust auftreten könnte. Eine Art, die
empfohlene Mindeststeifigkeit des Rahmens zu erreichen, besteht darin festzustellen, wann der Rahmen
bei Lastannahme unter Einzelbelastung oder kombinierter Belastung entweder über die Höhe H oder
über die Breite B der Verglasung, zusammen mit einer Füllung mit geringer Randsteifigkeit, wie zum
Beispiel bei einem Einfachglas, eine Durchbiegung von H/200 oder weniger und B/200 oder weniger oder
maximal 12 mm für Höhe und Breite aufweist.

B.3 Einbau- und Verglasungsbedingungen

B.3.1 Allgemeines

In Abhängigkeit von den für den Einbau und die Verglasung verwendeten Werkstoffen und Geräten sowie in
Abhängigkeit vom Mehrscheiben-Isolierglassystem können die Einbaubedingungen variieren.

In den folgenden Unterabschnitten ist eine Reihe von allgemeinen Verglasungs- und Einbauelementen
zusammengefasst.

a) Die Verglasungs- und Einbaubedingungen sind in prEN 12448 und prEN ISO 14439 aufgelistet.

b) Der Rand des Mehrscheiben-Isolierglases, der die Last aufnimmt, sollte fluchten.

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DIN EN 1279-5:2009-02
EN 1279-5:2005+A1:2008 (D)

c) Für bestimmte Verglasungs- und Einbaubedingungen, die im Falle

eines spezifischen Mehrscheiben-Isolierglassystems oder

eines bestimmten vorgesehenen Verwendungszweckes, wie z. B. sprengwirkungshemmendes,


durchschusshemmendes, feuerwiderstandsfähiges Glas usw., auftreten,

sollte auf den Teil der Systembeschreibung für das Mehrscheiben-Isolierglas verwiesen werden, der nicht
vertraulich ist.

B.3.2 Verträglichkeit

Die Verglasungswerkstoffe sollten auf eine Weise mit den Isolierglaswerkstoffen und -komponenten
verträglich sein, dass hinsichtlich der in dieser Europäischen Norm definierten Merkmale keine Beein-
trächtigung auftritt.

B.3.3 Schutz des Randverbundes gegen ultraviolette Strahlung

Der Schutz gegen ultraviolette Strahlung wird durch Überdeckung des Randverbundes erreicht.

ANMERKUNG Es kann auch die Verwendung eines UV-beständigen Dichtstoffes nach !EN 15434" in Betracht
gezogen werden.

B.3.4 Begrenzung des Druckes auf das Glas und Vorbeugung gegen Reibungsbewegungen

Der Druck auf das Glas in Folge der mechanischen Sicherungsmittel, z. B. durch Vorlegebänder und
elastische Profile, und in Folge der Justierung, z. B. mit Verglasungsklötzen, Distanzklötzen und
Distanzstücken, sollte so gleichförmig wie möglich sein. Risiken können durch die Begrenzung der Härte der
Hilfsmittel verringert werden, die mit dem Glas in Kontakt kommen.

Wird Druck aufgebaut, sollte dieser nicht nahe dem Schnittpunkt zwischen Glasfläche und Schnittkante des
Glases wirken. Siehe prEN 12488 und Bild B.1. Ist es nicht möglich, an diesem Schnittpunkt Druck zu
vermeiden, sollten zwischen dem Glas und den Hilfsmitteln zur Justierung oder Sicherung keine
Reibungsbewegungen auftreten.

Auch in den Ecken oder in der Nähe dieser sollte kein auf das Glas wirkender Druck aufgebaut werden.
Hilfsmittel zur Justierung, die einem erhöhten Druck ausgesetzt sind, beispielsweise Verglasungsklötze,
sollten prEN 12488 und prEN ISO 14439 entsprechen. Hilfsmittel zur Justierung, die nur geringem Druck
ausgesetzt sind, beispielsweise ein durchgehendes Band unter der Schnittkante des Glases, dürfen nahe den
Ecken angeordnet werden; auf die Ecken selbst sollte jedoch kein Druck wirken. Es sollten keine
Reibungsbewegungen zwischen einer Ecke und irgendwelchen Hilfsmitteln zur Justierung oder Sicherung
auftreten.

B.3.5 Verhinderung des Kontaktes zwischen Glas und Rahmen

Jeglicher Kontakt zwischen dem Mehrscheiben-Isolierglas und den starren Rahmenteilen, die hohe örtliche
Drücke hervorrufen könnten, sollte verhindert werden.

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DIN EN 1279-5:2009-02
EN 1279-5:2005+A1:2008 (D)

Legende
1 Mehrscheiben-Isolierglas
2 Schnittfläche
3 Eckbereich

Bild B.1 — Darstellung der Lage von Schnittflächen und Eckbereich

In diesen Bereichen sollte es zu keinen Reibungsbewegungen kommen.

Im Eckbereich sollte kein Druck auftreten.

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DIN EN 1279-5:2009-02
EN 1279-5:2005+A1:2008 (D)

Anhang C
(informativ)

Bestimmungen hinsichtlich des freiwilligen Hinzuziehens


unabhängiger Stellen

C.1 Allgemeines
Für die Konformitätsbewertung, die eine Kombination aus Erstprüfung, Inspektion der werkseigenen
Produktionskontrolle, laufender Überwachung und Auditprüfung des Produktes darstellen kann, darf der
Hersteller (eine) unabhängige Stelle(n) heranziehen. Die Ergebnisse der Konformitätsbewertung dürfen durch
die Stellen angewendet werden, die die Aufsichtsbehörden bei der Ausführung der ihnen zugeordneten
Aufgaben unterstützen.

C.2 Freiwillig durchzuführende Aufgaben für unabhängige Stellen


Für die Durchführung der Erstprüfung, der Inspektion der werkseigenen Produktionskontrolle, der laufenden
Überwachung und der Auditprüfung des Produktes darf auf freiwilliger Grundlage ein Vertrag mit einer
unabhängigen Stelle abgeschlossen werden.

Ist eine solche unabhängige Stelle auf freiwilliger Grundlage an der Konformitätsbewertung für das durch
diese Europäische Norm abgedeckte Mehrscheiben-Isolierglas beteiligt, sollte die Konformitätsbewertung
Abschnitt 5, Konformitätsbewertung, in dieser Europäischen Norm entsprechen.

Ein Hersteller darf eine unabhängige Stelle auf freiwilliger Grundlage auch an der Überwachung der Merkmale,
z. B. der optischen Aspekte, der Farbe usw., beteiligen, die über die gesetzlich vorgeschriebenen Merkmale
hinausgehen.

C.3 Kennzeichnung und Etikettierung


Das Format des Etiketts und der Ort, an dem dieses angebracht wird, sollten zwischen der beteiligten Stelle
und dem Hersteller vereinbart werden.

Sämtliche freiwilligen Kennzeichnungen und/oder Etiketten sollten so angebracht werden, dass es nicht zu
Verwechslungen mit den Kennzeichnungen und/oder Etiketten kommen kann, die gesetzlich vorgeschrieben
sind.

Um eine Verwechslung mit gesetzlich vorgeschriebenen Kennzeichnungen und/oder Etikettierungen zu


vermeiden, sollte jede Kennzeichnung und/oder Etikettierung, die mit der Beteiligung einer unabhängigen
Stelle/von unabhängigen Stellen auf freiwilliger Grundlage in Zusammenhang steht, mit folgendem
Warnhinweis versehen sein: „Diese Kennzeichnung/Etikettierung steht mit keinem Produktmerkmal in
Zusammenhang, für das die Kennzeichnung und/oder Etikettierung gesetzlich vorgeschrieben ist.“

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DIN EN 1279-5:2009-02
EN 1279-5:2005+A1:2008 (D)

Anhang ZA
(informativ)

Zusammenhang zwischen dieser Europäischen Norm und den


grundlegenden Anforderungen der EG-Bauproduktenrichtlinie

ZA.1 Anwendungsbereich und maßgebende Eigenschaften


Diese Europäische Norm wurde im Rahmen des Mandates M/135 „Flachglas, Profilbauglas und
Glasbausteine“ erarbeitet, das dem CEN von der Europäischen Kommission und der Europäischen
Freihandelszone erteilt wurde.

Die in diesem Anhang aufgeführten Abschnitte dieser Europäischen Norm erfüllen die Anforderungen des
Mandats M/135, das auf der Grundlage der EG-Bauproduktenrichtlinie (89/106/EWG) erteilt wurde.

Die Übereinstimmung mit diesen Abschnitten berechtigt zur Vermutung , dass die von diesem Anhang abge-
deckten Bauprodukte für die vorgesehenen Verwendungszwecke geeignet sind, es ist auf die Angaben zu
verweisen, die der CE-Kennzeichnung beigefügt sind.

WARNHINWEIS — Für Produkte, die in den Anwendungsbereich dieser Norm fallen, können weitere
Anforderungen und weitere EG-Richtlinien anwendbar sein.

ANMERKUNG 1 Zusätzlich zu den spezifischen Abschnitten dieser Norm, die sich auf gefährliche Stoffe beziehen,
kann es weitere Anforderungen an die Produkte geben, die in den Anwendungsbereich dieser Norm fallen (z. B.
umgesetzte europäische Rechtsvorschriften und nationale Rechts- und Verwaltungsvorschriften). Um die Festlegungen
der EG-Bauproduktenrichtlinie zu erfüllen, ist es notwendig, diese Anforderungen, sofern sie anwendbar sind, ebenfalls
einzuhalten.

ANMERKUNG 2 Eine Informations-Datenbank über europäische und nationale Festlegungen zu gefährlichen Stoffen
ist auf der Bauprodukten-Website EUROPA verfügbar (Zugang über
http://europa.eu.int/comm/enterprise/construction/internal/dangsub/dangmain.htm).

Dieser Anhang hat im Hinblick auf die behandelten Produkte den gleichen Anwendungsbereich wie
Abschnitt 1 dieser Norm. Dieser Anhang legt die Bedingungen für die CE-Kennzeichnung des
Mehrscheiben-Isolierglases fest, das für den unten genannten Verwendungszweck vorgesehen ist, und gibt
die zutreffenden anwendbaren Abschnitte an (siehe Tabelle ZA.1).

Bauprodukt: Mehrscheiben-Isolierglas

Vorgesehener Verwendungszweck: In Gebäuden und sonstigen Bauwerken

Die Anforderung an ein bestimmtes Merkmal gilt nicht in denjenigen Mitgliedstaaten, in denen bezüglich des
vorgesehenen Endverwendungszweckes des Produktes an dieses Merkmal keine gesetzlichen
Anforderungen bestehen. In diesem Fall brauchen Hersteller, die ihre Produkte in diesen Ländern auf den
Markt bringen, die Leistung ihrer Produkte in Bezug auf dieses Merkmal weder zu bestimmen noch
anzugeben, und in den Begleitangaben zur CE-Kennzeichnung (siehe ZA.3) darf die Option „Keine Leistung
festgelegt“ (NPD; en: no performance determined) verwendet werden. Die NPD-Option darf jedoch nicht
verwendet werden, wenn das Merkmal einem Schwellenwert unterliegt.

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DIN EN 1279-5:2009-02
EN 1279-5:2005+A1:2008 (D)

Tabelle ZA.1 — Relevante Abschnitte für Mehrscheiben-Isolierglas und dessen vorgesehene


Verwendung in Gebäuden und sonstigen Bauwerken
Produkt: Mehrscheiben-Isolierglas entsprechend dem Anwendungsbereich dieser Norm
Vorgesehener Verwendungszweck: In Gebäuden und sonstigen Bauwerken
Mandatierte Stufen
Wesentliche Merkmale Anforderungen in EN 1279-5 Anmerkungen
und/oder Klassen

Brandschutz –

Feuerwiderstand (für Glas in einer verglasten


Einheit, die speziell für den Feuerwiderstand 4.2, 4.3.1 und 4.3.2.2 Jede Minuten
vorgesehen ist)

Brandverhalten 4.2, 4.3.1 und 4.3.2.3 Alle Euroklassen

Verhalten bei Beanspruchung durch Feuer von


4.2, 4.3.1 und 4.3.2.4 Alle Euroklassen
außen (nur für Dacheindeckungen)

Nutzungssicherheit —

Durchschusshemmung: Brucheigenschaften und


4.2, 4.3.1 und 4.3.2.5 – geeignete Klassen
Widerstand gegen Angriff

Sprengwirkungshemmung: Verhalten und


Widerstand beim Auftreffen einer 4.2, 4.3.1 und 4.3.2.6 – geeignete Klassen
Explosionsdruckwelle

Einbruchhemmung: Brucheigenschaften und


4.2, 4.3.1 und 4.3.2.7 – geeignete Klassen
Widerstand gegen Angriff

Widerstand gegen Pendelschlag:


Brucheigenschaften (sicheres Bruchverhalten) 4.2, 4.3.1 und 4.3.2.8 – geeignete Klassen
und Aufprallwiderstand

Mechanische Festigkeit: Beständigkeit gegen


plötzliche Temperaturwechsel und 4.2, 4.3.1 und 4.3.2.9 – K und/oder °C
Temperaturunterschiede

Mechanische Festigkeit: Widerstand gegen


Wind-, Schnee-, Dauer- und Nutzlasten
4.2, 4.3.1 und 4.3.2.10 – mm
und/oder Nutzlasten auf die Glaseinheit und den
Randverbund, wenn erforderlich

Lärmschutz: Direkte Luftschalldämmung 4.2, 4.3.1 und 4.3.2.11 – dB

Energieerhaltung und Wärmerückhaltevermögen


(Wärmeschutz):

Thermische Eigenschaften 4.2, 4.3.1 und 4.3.2.12 – W/(m2 K)

Strahlungsphysikalische Eigenschaften:
! Lichttransmissionsgrad und
4.2, 4.3.1 und 4.3.2.13 – Brüche oder %
Reflexionsgrad
! Solarenergetische Merkmale 4.2, 4.3.1 und 4.3.2.14 – Brüche oder %

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DIN EN 1279-5:2009-02
EN 1279-5:2005+A1:2008 (D)

ZA.2 Verfahren zur Bescheinigung der Konformität von Mehrscheiben-Isolierglas

ZA.2.1 System(e) der Konformitätsbescheinigung

Die Systeme der Konformitätsbescheinigung für das in Tabelle ZA.1 angegebene Mehrscheiben-Isolierglas
entsprechen der Entscheidung 2000/245/EG der Kommission vom 02.02.2000, geändert durch 01/296/EG
und im Anhang III des Mandates für „Flachglas, Profilbauglas und Glassteine“ abgedruckt, und sind in
Tabelle ZA.2 für den/die aufgeführten vorgesehenen Verwendungszweck(e) und relevanten Stufen oder
Klassen angegeben.

Tabelle ZA.2 — System(e) der Konformitätsbescheinigung

System(e) der
Vorgesehene(r)
Produkt(e) Stufe(n) oder Klasse(n) Konformitäts-
Verwendungszweck(e)
bescheinigung
Für Verwendungszwecke
in verglasten Einheiten, die
speziell dafür vorgesehen Jede 1
sind, Feuerwiderstand zu
bieten
Für Verwendungszwecke, Euroklassen A1, A2, B, C,
3
die Vorschriften zum D, E
Brandverhalten unterliegen Euroklassen A1a, F 4
Produkte, die eine Prüfung
Für Verwendungszwecke, 3
erfordern
die Vorschriften zum
Verhalten bei Bean- Produkte, die ohne Prüfung
spruchung durch Feuer von als „den Anforderungen
4
außen unterliegen entsprechend“ angesehen
werden
Für Verwendungszwecke
Mehrscheiben-Isolierglas als durchschusshemmende – 1
oder sprengwirkungs-
hemmende Verglasung
Für weitere Verwendungs-
zwecke, die wahrscheinlich
Risiken hinsichtlich der
Nutzungssicherheit dar- – 3
stellen und den entspre-
chenden Vorschriften
unterliegen
Für Verwendungszwecke
in Zusammenhang mit
– 3
Energieerhaltung und/oder
Lärmminderung
Für andere als die oben
festgelegten Verwendungs- – 4
zwecke
System 1: siehe Richtlinie 89/106/EWG (CPD) Anhang III.2.(i), ohne Auditprüfung von Proben.
System 3: siehe Richtlinie 89/106/EWG (CPD) Anhang III.2.(ii), zweite Möglichkeit.
System 4: siehe Richtlinie 89/106/EWG (CPD) Anhang III.2.(ii), dritte Möglichkeit.
a Für Produkte/Werkstoffe, die nicht auf Brandverhalten geprüft werden müssen (z. B. Produkte/Werkstoffe der Klasse A1 nach der
Entscheidung 96/603/EG der Komission, geändert durch 2000/605/EG).

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DIN EN 1279-5:2009-02
EN 1279-5:2005+A1:2008 (D)

Die Bescheinigung der Konformität des Mehrscheiben-Isolierglases nach Tabelle ZA.1 muss auf den in den
Tabellen ZA.3.1 bis ZA.3.3 angegebenen Verfahren der Konformitätsbewertung beruhen, die sich aus der
Anwendung der dort angegebenen Abschnitte der vorliegenden Norm oder weiterer Europäischer Normen
ergeben.

Gilt für das Produkt mehr als eine Tabelle, d. h., sind aufgrund des vorgesehenen Verwendungszweckes
unterschiedliche Merkmale relevant, ist Tabelle ZA.3.1 in Zusammenhang mit den darauf folgenden Tabellen
zu lesen, um zu bestimmen, welche durch den Hersteller in Tabelle ZA.3.1 dem Produkt zugeordneten
Merkmale durch ein notifiziertes Prüflabor (System 3) und welche durch den Hersteller (System 4) einer
Typprüfung unterzogen wurden.

Tabelle ZA.3.1 — Zuordnung der Aufgaben bei der Konformitätsbewertung


von Mehrscheiben-Isolierglas nach System 1

Anzuwendende
Aufgaben Inhalt der Aufgabe Abschnitte für die
Konformitätsbewertung
Parameter, bezogen auf
werkseigene
alle relevanten Merkmale 5.3
Produktionskontrolle (FPC)
nach Tabelle ZA.1
weitere Prüfung an im Werk alle relevanten Merkmale EN 1279-6:2002,
entnommenen Proben nach Tabelle ZA.1 Anhang A
alle relevanten Merkmale
Aufgaben für den
nach Tabelle ZA.1, mit
Hersteller
Ausnahme der folgenden:
Feuerwiderstand
Erstprüfung 5.2
Durchschuss-
hemmung
Sprengwirkungs-
hemmung
Feuerwiderstand
Durchschuss-
Erstprüfung hemmung 5.2
Sprengwirkungs-
hemmung
Parameter, bezogen auf
alle Merkmale nach
Tabelle ZA.1, die für den
vorgesehenen Verwen-
dungszweck relevant
Erstinspektion des Werkes sind, insbesondere: 5.4
und der FPC Feuerwiderstand
Aufgaben für die
notifizierte Stelle Durchschuss-
hemmung
Sprengwirkungs-
hemmung
Parameter, bezogen auf
alle relevanten Merkmale
nach Tabelle ZA.1,
laufende Überwachung, insbesondere:
Beurteilung und Feuerwiderstand 5.5
Genehmigung der FPC Durchschuss-
hemmung
Sprengwirkungs-
hemmung

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DIN EN 1279-5:2009-02
EN 1279-5:2005+A1:2008 (D)

Tabelle ZA.3.2 — Zuordnung der Aufgaben bei der Konformitätsbewertung


von Mehrscheiben-Isolierglas nach System 3

Anzuwendende
Aufgaben Inhalt der Aufgabe Abschnitte für die
Konformitätsbewertung
werkseigene Parameter, bezogen auf alle
Produktionskontrolle relevanten Merkmale nach 5.3
(FPC) Tabelle ZA.1
Aufgaben für den
Hersteller alle weiteren relevanten
Merkmale nach
Erstprüfung 5.2
Tabelle ZA.1, mit Ausnahme
der unten aufgeführten
Brandverhalten
(Klassen A1, A2, B, C, D, E)
Verhalten bei Bean-
spruchung durch Feuer von
außen
Einbruchhemmung
Widerstand gegen Pendel-
schlag
Aufgaben für die
Erstprüfung 5.2
notifizierte Stelle Direkte Luftschalldämmung
Thermische Eigenschaften
Strahlungsphysikalische
Eigenschaften:
Lichttransmissionsgrad
und -reflexion
Solarenergetische
Merkmale

Tabelle ZA.3.3 — Zuordnung der Aufgaben bei der Konformitätsbewertung


von Mehrscheiben-Isolierglas nach System 4

Anzuwendende
Aufgaben Inhalt der Aufgabe Abschnitte für die
Konformitätsbewertung
werkseigene Parameter, bezogen auf alle
Produktionskontrolle relevanten Merkmale nach 5.3
Aufgaben für den (FPC) Tabelle ZA.1
Hersteller
alle relevanten Merkmale
Erstprüfung 5.2
nach Tabelle ZA.1

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DIN EN 1279-5:2009-02
EN 1279-5:2005+A1:2008 (D)

ZA.2.2 EG-Zertifikat und EG-Konformitätserklärung

Im Falle von Produkten nach System 1: Wenn Übereinstimmung mit den Bedingungen dieses Anhangs
erzielt wurde, muss die Zertifizierungsstelle ein Konformitätszertifikat (EG-Konformitätszertifikat) erstellen, das
den Hersteller berechtigt, die CE-Kennzeichnung anzubringen. Dieses Zertifikat muss Folgendes enthalten:

Name, Anschrift und Kennnummer der Zertifizierungsstelle;

Name und Anschrift des Herstellers oder seines im EWR ansässigen autorisierten Vertreters und den
Herstellungsort;

Produktbeschreibung (Typ, Identifizierung, Verwendung, ...);

Bestimmungen, denen das Produkt entspricht (d. h. Anhang ZA dieser EN 1279-5);

Besondere Bedingungen, die für Verwendung des Produktes gelten (z. B. Vorkehrungen für die
Verwendung unter bestimmten Bedingungen usw.);

Nummer des Zertifikats;

Bedingungen und Gültigkeitsdauer des Zertifikats, sofern zutreffend;

Name und Position der Person, die berechtigt ist, das Zertifikat zu unterzeichnen.

Darüber hinaus muss der Hersteller eine Konformitätserklärung (EG-Konformitätserklärung) erstellen, die
folgende Angaben enthält:

Name und Anschrift des Herstellers oder seines im EWR ansässigen autorisierten Vertreters;

Name und Anschrift der Zertifizierungsstelle;

Produktbeschreibung (Typ, Identifizierung, Verwendung, ...) und eine Kopie der Begleitangaben zur
CE-Kennzeichnung;

Bestimmungen, denen das Produkt entspricht (d. h. Anhang ZA dieser EN 1279-5);

Besondere Bedingungen, die für Verwendung des Produktes gelten (z. B. Vorkehrungen für die
Verwendung unter bestimmten Bedingungen usw.);

Nummer des beigefügten EG-Konformitätszertifikats;

Name und Position der Person, die berechtigt ist, die Erklärung im Namen des Herstellers oder seines
autorisierten Vertreters zu unterzeichnen.

Im Falle von Produkten nach System 3: Wenn Übereinstimmung mit den Bedingungen dieses Anhangs
erzielt wurde, muss der Hersteller oder dessen im EWR ansässiger Bevollmächtigter eine Konformitäts-
erklärung (EG-Konformitätserklärung) erstellen und aufbewahren, die den Hersteller berechtigt, die
CE-Kennzeichnung anzubringen. Diese Erklärung muss Folgendes enthalten:

Name und Anschrift des Herstellers oder seines im EWR ansässigen autorisierten Vertreters und den
Herstellungsort;

Produktbeschreibung (Typ, Identifizierung, Verwendung, ...) und eine Kopie der Begleitangaben zur
CE-Kennzeichnung;

Bestimmungen, denen das Produkt entspricht (d. h. Anhang ZA dieser EN 1279-5);

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DIN EN 1279-5:2009-02
EN 1279-5:2005+A1:2008 (D)

Besondere Bedingungen, die für Verwendung des Produktes gelten (z. B. Vorkehrungen für die
Verwendung unter bestimmten Bedingungen usw.);

Name und Adresse des/der notifizierten Laboratoriums/ien;

Name und Position der Person, die berechtigt ist, die Erklärung im Namen des Herstellers oder seines
autorisierten Vertreters zu unterzeichnen.

Im Falle von Produkten nach System 4: Wenn Übereinstimmung mit diesem Anhang erzielt wurde, muss der
Hersteller oder dessen im EWR ansässiger Bevollmächtigter eine Konformitätserklärung (EG-Konformitäts-
erklärung) erstellen und aufbewahren, die den Hersteller berechtigt, die CE-Kennzeichnung anzubringen. Diese
Erklärung muss Folgendes enthalten:

Name und Anschrift des Herstellers oder seines im EWR ansässigen autorisierten Vertreters und den
Herstellungsort;

Produktbeschreibung (Typ, Identifizierung, Verwendung, ...) und eine Kopie der Begleitangaben zur
CE-Kennzeichnung;

Bestimmungen, denen das Produkt entspricht (d. h. Anhang ZA dieser EN 1279-5);

Besondere Bedingungen, die für Verwendung des Produktes gelten (z. B. Vorkehrungen für die
Verwendung unter bestimmten Bedingungen usw.);

Name und Position der Person, die berechtigt ist, die Erklärung Im Namen des Herstellers oder seines
autorisierten Vertreters zu unterzeichnen.

ANMERKUNG Es sollte vermieden werden, die gleichen Informationen sowohl in der Erklärung als auch im Zertifikat
anzugeben. Um einer solchen Zweifachinformation vorzubeugen, können für den Fall, dass ein Dokument mehr
Informationen enthält als das andere, Querverweise für die Dokumente angeführt werden.

Die oben genannte Erklärung und das oben genannte Zertifikat müssen in der/den offiziellen Sprache(n) des
Mitgliedsstaates vorgelegt werden, in dem das Produkt für die Verwendung vorgesehen ist.

ZA.3 CE-Kennzeichnung und Etikettierung

Der Hersteller oder dessen im EWR ansässiger autorisierter Vertreter ist für das Anbringen der
CE-Kennzeichnung verantwortlich. Das anzubringende CE-Kennzeichen muss der Richtlinie 93/68/EG
entsprechen und auf dem Mehrscheiben-Isolierglas erscheinen (falls dies nicht möglich ist, darf es auch auf
dem Begleitetikett, der Verpackung oder den beigefügten Handelsdokumenten, z. B. einem Lieferschein,
dargestellt werden). Dem CE-Kennzeichen sind folgende Angaben beizufügen:

Kennnummer der Zertifizierungsstelle (nur für Produkte nach System 1);

Name oder Kennzeichen und eingetragene Anschrift des Herstellers;

die letzten beiden Ziffern des Jahres, in dem die Kennzeichnung angebracht wurde;

Nummer des EG-Konformitätszertifikats oder des Zertifikats der werkseigenen Produktionskontrolle


(sofern relevant);

eine Verweisung auf diese Europäische Norm;

Beschreibung des Produktes: Oberbegriff, Werkstoff, Maße ... und der vorgesehene Verwendungszweck;

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DIN EN 1279-5:2009-02
EN 1279-5:2005+A1:2008 (D)

Informationen zu den relevanten wesentlichen Merkmalen, die in Tabelle ZA.1 aufgeführt sind und die in
folgender Form anzugeben sind:

angegebene Werte und, falls zutreffend, Stufen oder Klassen (einschließlich „Bestanden“ für
Anforderungen hinsichtlich des Bestehens/Versagens, sofern erforderlich), die, wie unter
„Anmerkungen“ in Tabelle ZA.1 aufgeführt, für jedes wesentliche Merkmal anzugeben sind;

alternativ dazu Normbezeichnungen, die allein oder in Kombination mit den oben genannten,
angegebenen Werten aufgeführt werden können, und

„keine Leistung festgestellt“ für Merkmale, bei denen dies zutrifft.

Die Option „keine Leistung festgestellt” (NPD) darf nicht verwendet werden, wenn für das Merkmal
Schwellenwerte gelten. Ansonsten darf die NPD-Option verwendet werden, wenn das Merkmal im
Bestimmungs-Mitgliedsstaat für einen bestimmten vorgesehenen Verwendungszweck keinen gesetzlichen
Anforderungen unterliegt.

Die Bilder ZA.1 und ZA.2 zeigen Beispiele für die auf dem Produkt, dem Etikett, der Verpackung und/oder den
Handelsdokumenten anzugebenden Informationen.

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DIN EN 1279-5:2009-02
EN 1279-5:2005+A1:2008 (D)

Bild ZA.1 — Beispiel für die Angaben zur CE-Kennzeichnung

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DIN EN 1279-5:2009-02
EN 1279-5:2005+A1:2008 (D)

Bild ZA.2 — Beispiel für die Angaben zur CE-Kennzeichnung

Zusätzlich zu allen oben angegebenen spezifischen Angaben zu gefährlichen Stoffen sollten dem Produkt,
sofern gefordert und in der geeigneten Form, Dokumente beigefügt werden, in denen alle übrigen
gesetzlichen Bestimmungen zu gefährlichen Stoffen aufgeführt werden, deren Einhaltung beansprucht wird,
sowie alle Informationen, die durch diese gesetzlichen Bestimmungen gefordert sind.

ANMERKUNG Europäische gesetzliche Bestimmungen ohne nationale Abweichungen brauchen nicht angegeben zu
werden.

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DIN EN 1279-5:2009-02
EN 1279-5:2005+A1:2008 (D)

Literaturhinweise

[1] EN 357, Glas im Bauwesen — Brandschutzverglasungen aus durchsichtigen oder durchscheinenden


Glasprodukten — Klassifizierung des Feuerwiderstandes

!gestrichener Text"

[2] EN ISO 9001, Qualitätsmanagementsysteme — Anforderungen (ISO 9001:2000)

[3] prEN 12488, Glas im Bauwesen — Anforderungen an die Verglasung — Verglasungsrichtlinien

[4] prEN ISO 14439, !Glas im Bauwesen — Anforderungen für die Verglasung — Verglasungsklötze
(ISO/DIS 14439:2007")

!gestrichener Text"

[5] !EN ISO 12543-1, Glas im Bauwesen — Verbundglas und Verbund-Sicherheitsglas — Teil 1:
Definitionen und Beschreibung von Bestandteilen (ISO 12543-1:1998)"

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