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DEUTSCHE NORM September 2000

Glas im Bauwesen
Bestimmung der Biegefestigkeit von Glas D
Teil 1: Grundlagen
Deutsche Fassung EN 1288-1:2000 EN 1288-1
ICS 81.040.20 Mit DIN EN 1288-2:2000-09
Ersatz für
Glass in building — Determination of the bending strength of glass — DIN 52292-2:1986-09 und mit
Part 1: Fundamentals of testing glass; DIN EN 1288-5:2000-09
German version EN 1288-1:2000 Ersatz für
Verre dans la construction — Détermination de la résistance du verre à DIN 52292-1:1984-04
la flexion — Partie 1: Principes fondamenteaux des essais sur le verre;
Version allemande EN 1288-1:2000

Die Europäische Norm EN 1288-1:2000 hat den Status einer Deutschen Norm.

Nationales Vorwort
Die Europäische Norm EN 1288-1 wurde in der WG 8 „Mechanische Festigkeit“ (Sekretariat: Vereinigtes Königreich)
des Technischen Komitees CEN/TC 129 „Glas im Bauwesen“ (Sekretariat: Belgien) erarbeitet.
Das zuständige deutsche Normungsgremium ist der Arbeitsausschuss NMP 363 „Glasfestigkeit und Prüfung von Glas
für bauliche Anlagen“ des Normenausschusses Materialprüfung (NMP) im DIN Deutsches Institut für Normung e. V.
Diese Norm enthält allgemeine Festlegungen zur Bestimmung der Biegefestigkeit von monolithischem Glas im Bau-
wesen mit Angabe der Grenzen für die in DIN EN 1288-2, DIN EN 1288-3, DIN EN 1288-4 und DIN EN 1288-5 festge-
legten Prüfverfahren.

Änderungen
Gegenüber DIN 52292-1:1984-04 und DIN 52292-2:1986-09 wurden folgende Änderungen vorgenommen:
– In EN 1288-1 allgemeine Angaben für die Bestimmung der Biegefestigkeit für den Doppelring-Biegeversuch nach
EN 1288-2 und EN 1288-5, für das Vierschneiden-Verfahren nach EN 1288-3 und die Prüfung von Profilbauglas
nach EN 1288-4 zusammengefasst und ergänzt.

Frühere Ausgaben
DIN 52292-1: 1984-04
DIN 52292-2: 1986-09

Fortsetzung 12 Seiten EN

Normenausschuss Materialprüfung (NMP) im DIN Deutsches Institut für Normung e. V.


Normenausschuss Bauwesen (NABau) im DIN
— Leerseite —
EUROPÄISCHE NORM EN 1288-1
EUROPEAN STANDARD
NORME EUROPÉENNE Juni 2000

ICS 81.040.20

Deutsche Fassung
Glas im Bauwesen

Bestimmung der Biegefestigkeit von Glas


Teil 1: Grundlagen

Glass in building — Determination of the bending Verre dans la construction — Détermination de la


strength of glass — résistance du verre à la flexion —
Part 1: Fundamentals of testing glass Partie 1: Principes fondamenteaux des essais sur le verre

Diese Europäische Norm wurde von CEN am 1999-09-05 angenommen.


Die CEN-Mitglieder sind gehalten, die CEN/CENELEC-Geschäftsordnung zu erfüllen, in
der die Bedingungen festgelegt sind, unter denen dieser Europäischen Norm ohne jede
Änderung der Status einer nationalen Norm zu geben ist.
Auf dem letzten Stand befindliche Listen dieser nationalen Normen mit ihren bibliogra-
phischen Angaben sind beim Zentralsekretariat oder bei jedem CEN-Mitglied auf Anfrage
erhältlich.
Diese Europäische Norm besteht in drei offiziellen Fassungen (Deutsch, Englisch, Fran-
zösisch). Eine Fassung in einer anderen Sprache, die von einem CEN-Mitglied in eigener
Verantwortung durch Übersetzung in seine Landessprache gemacht und dem Zentral-
sekretariat mitgeteilt worden ist, hat den gleichen Status wie die offiziellen Fassungen.
CEN-Mitglieder sind die nationalen Normungsinstitute von Belgien, Dänemark, Deutsch-
land, Finnland, Frankreich, Griechenland, Irland, Island, Italien, Luxemburg, Niederlande,
Norwegen, Österreich, Portugal, Schweden, Schweiz, Spanien, der Tschechischen Repu-
blik und dem Vereinigten Königreich.

CEN
EUROPÄISCHES KOMITEE FÜR NORMUNG
European Committee for Standardization
Comité Européen de Normalisation

Zentralsekretariat: rue de Stassart 36, B-1050 Brüssel

© 2000 CEN — Alle Rechte der Verwertung, gleich in welcher Form und in welchem Verfahren,
sind weltweit den nationalen Mitgliedern von CEN vorbehalten. Ref.-Nr. EN 1288-1:2000 D
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EN 1288-1:2000

Inhalt
Seite

Vorwort . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . 2
1 Anwendungsbereich . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . 3
2 Normative Verweisungen . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . 3
3 Definitionen . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . 3
4 Formelzeichen . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . 4
5 Grundlagen der Festigkeitsprüfung von Glas . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . 4
5.1 Glas als Werkstoff . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . 4
5.2 Biegespannung und Biegefestigkeit . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . 5
5.3 Glasarten . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . 6
5.4 Orientierung der Proben . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . 6
5.5 Anzahl der Proben in einer Stichprobe . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . 6
6 Erklärung der Prüfverfahren . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . 6
6.1 Doppelring-Biegeversuch mit großen Prüfflächen . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . 6
6.2 Prüfung von Proben bei zweiseitiger Auflagerung (Vierschneiden-Biegung) . . . . . . 8
6.3 Doppelring-Biegeversuch mit kleinen Prüfflächen . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . 9
7 Anwendungsbereiche der Prüfverfahren . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . 11
7.1 Allgemeine Grenzen . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . 11
7.2 Grenzen von EN 1288-2 . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . 11
7.3 Grenzen von EN 1288-3 . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . 11
7.4 Grenzen von EN 1288-4 . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . 11
7.5 Grenzen von EN 1288-5 . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . 11
8 Kalibrierung der Prüfmaschinen . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . 11
9 Sicherheitstechnische Anforderungen . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . 12
Anhang A (informativ) Literaturhinweise . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . 12

Vorwort
Diese Europäische Norm wurde vom Technischen Komitee CEN/TC 129 „Glas im Bauwesen“ erarbeitet, dessen Sekre-
tariat vom IBN gehalten wird.
Diese Europäische Norm muß den Status einer nationalen Norm erhalten, entweder durch Veröffentlichung eines identi-
schen Textes oder durch Anerkennung bis 2000-12, und etwaige entgegenstehende nationale Normen müssen bis
2000-12 zurückgezogen werden.
CEN/TC 129/WG 8 „Mechanische Festigkeit“ hat die Norm „Glas im Bauwesen — Bestimmung der Biegefestigkeit von
Glas — Teil 1: Grundlagen“ erarbeitet.
Es gibt vier weitere Teile in dieser Normenreihe:
– Teil 2: Doppelring-Biegeversuch an plattenförmigen Proben mit großen Prüfflächen
– Teil 3: Prüfung von Proben bei zweiseitiger Auflagerung (Vierschneiden-Verfahren)
– Teil 4: Prüfung von Profilbauglas
– Teil 5: Doppelring-Biegeversuch an plattenförmigen Proben mit kleinen Prüfflächen
Entsprechend der CEN/CENELEC-Geschäftsordnung sind die nationalen Normungsinstitute der folgenden Länder ge-
halten, diese Europäische Norm zu übernehmen:
Belgien, Dänemark, Deutschland, Finnland, Frankreich, Griechenland, Irland, Island, Italien, Luxemburg, Niederlande,
Norwegen, Österreich, Portugal, Schweden, Schweiz, Spanien, die Tschechische Republik und das Vereinigte Königreich.
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EN 1288-1:2000

1 Anwendungsbereich EN 572-7
Diese Europäische Norm dient zur Bestimmung der Glas im Bauwesen — Basiserzeugnisse aus Kalk-
Biegefestigkeit von monolithischem Glas im Bauwesen. Natronglas — Teil 7: Profilbauglas mit oder ohne Draht-
Zur Prüfung von Mehrscheiben-Isolierglas oder Verbund- einlage
glas ist diese Norm nicht anwendbar. EN 1748-1
Diese Norm beschreibt: Glas im Bauwesen — Spezielle Basiserzeugnisse —
Teil 1: Borosilicatgläser
– Überlegungen, die bei der Prüfung von Glas zu
berücksichtigen sind, EN 1748-2
Glas im Bauwesen — Spezielle Basiserzeugnisse —
– Erläuterungen der Gründe für die Erarbeitung ver- Teil 2: Glaskeramik
schiedener Prüfverfahren,
EN 1863-1
– Grenzen der Prüfverfahren, Glas im Bauwesen — Teilvorgespanntes Kalknatron-
und gibt Hinweise zu Sicherheitsvorschriften für das mit glas — Teil 1: Definition und Beschreibung
der Prüfeinrichtung arbeitende Personal. EN 12150-1
EN 1288-2, EN 1288-3, EN 1288-4 und EN 1288-5 legen Glas im Bauwesen — Einscheiben-Sicherheitskalk-
die Prüfverfahren im einzelnen fest. natronglas — Teil 1: Definition und Bescheibung
Die in dieser Norm beschriebenen Prüfverfahren sollen EN 12337-1
dazu dienen, eine Vielzahl von Biegefestigkeitswerten zu Glas im Bauwesen — Chemisch vorgespanntes Kalk-
liefern, die als Grundlage für eine statistische Bestimmung natronglas — Teil 1: Definition und Beschreibung
der Glasfestigkeit benutzt werden können. prEN 13024-1
Glas im Bauwesen — Thermisch vorgespanntes Boro-
silicat-Einscheiben-Sicherheitsglas — Teil 1: Definition
2 Normative Verweisungen und Beschreibung
Diese Europäische Norm enthält durch datierte oder EN ISO 12543-1
undatierte Verweisungen Festlegungen aus anderen Glas im Bauwesen — Verbundglas und Verbund-
Publikationen. Diese normativen Verweisungen sind an Sicherheitsglas — Teil 1: Definitionen und Beschrei-
den jeweiligen Stellen im Text zitiert, und die Publikationen bung von Bestandteilen
sind nachstehend aufgeführt. Bei datierten Verweisungen
gehören spätere Änderungen oder Überarbeitungen die-
ser Publikationen nur zu dieser Europäischen Norm, falls
sie durch Änderung oder Überarbeitung eingearbeitet 3 Definitionen
sind. Bei undatierten Verweisungen gilt die letzte Ausgabe Für die Anwendung dieser Norm gelten die folgenden
der in Bezug genommenen Publikation. Definitionen:
EN 1288-2
Glas im Bauwesen — Bestimmung der Biegefestigkeit 3.1
von Glas — Teil 2: Doppelring-Biegeversuch an plat- Flachglas
tenförmigen Proben mit großen Prüfflächen Jedes Glaserzeugnis entsprechend EN 572-2, EN 572-3,
EN 1288-3 EN 572-4, EN 572-5, EN 572-6, EN 1748-1, EN 1748-2
Glas im Bauwesen — Bestimmung der Biegefestigkeit oder jedes aus diesen Erzeugnissen ohne absichtliche
von Glas — Teil 3: Prüfung von Proben bei zweiseiti- Profilierung oder Krümmung hergestellte Glas.
ger Auflagerung (Vierschneiden-Verfahren)
EN 1288-4 3.2
Glas im Bauwesen — Bestimmung der Biegefestigkeit Biegespannung
von Glas — Teil 4: Prüfung von Profilbauglas Die in der Oberfläche einer Probe erzeugte Biegezug-
EN 1288-5 spannung.
Glas im Bauwesen — Bestimmung der Biegefestigkeit ANMERKUNG: Für Prüfzwecke sollte die Biegebeanspru-
von Glas — Teil 5: Doppelring-Biegeversuch an plat- chung an einem festgelegten Teil der Oberfläche kon-
tenförmigen Proben mit kleinen Prüfflächen stant sein.
EN 572-1
Glas im Bauwesen — Basiserzeugnisse aus Kalk-
Natronglas — Teil 1: Definitionen und allgemeine phy- 3.3
sikalische und mechanische Eigenschaften Effektive Biegespannung
EN 572-2 Ein gewichteter Mittelwert der Biegezugspannung,
Glas im Bauwesen — Basiserzeugnisse aus Kalk- berechnet unter Verwendung eines Faktors, der die
Natronglas — Teil 2: Floatglas Ungleichmäßigkeit des angelegten Spannungsfeldes
berücksichtigt.
EN 572-3
Glas im Bauwesen — Basiserzeugnisse aus Kalk-
Natronglas — Teil 3: Poliertes Drahtglas 3.4
EN 572-4 Biegefestigkeit
Glas im Bauwesen — Basiserzeugnisse aus Kalk- Die Biegespannung oder die effektive Biegespannung, die
Natronglas — Teil 4: Gezogenes Flachglas zum Bruch der Probe führt.
EN 572-5
Glas im Bauwesen — Basiserzeugnisse aus Kalk- 3.5
Natronglas — Teil 5: Ornamentglas Äquivalente Biegefestigkeit
EN 572-6 Die scheinbare Biegefestigkeit von Ornamentglas (Guß-
Glas im Bauwesen — Basiserzeugnisse aus Kalk- glas), bei dem Schwankungen der Probendicke keine
Natronglas — Teil 6: Drahtornamentglas genaue Berechnung der Biegespannung zulassen.
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EN 1288-1:2000

3.6 che weist viele Unregelmäßigkeiten auf, die sich als festig-
Profilbiegefestigkeit keitsmindernd erweisen, wenn Glas auf Zug beansprucht
Der Quotient aus dem größten Biegemoment und dem wird. Diese Unregelmäßigkeiten werden durch Feuchtig-
Widerstandsmoment eines Profilbauglases (EN 572-7). keitseinflüsse und Berührung mit harten Materialien (z. B.
Sand) verursacht und ständig durch immer in der Luft vor-
3.7 handene Feuchte verändert.
Spannungsintensitätsfaktor Während sich aus der Molekularstruktur Zugfestigkeiten
Ein Maß für die Spannung an einer Rißspitze. von etwa 10 000 N=mm2 vorhersagen lassen, versagt
Gebrauchsglas normalerweise bei Beanspruchungen
3.8 beträchtlich unter 100 N=mm2.
Vorgespanntes Glas Das Vorhandensein der Unregelmäßigkeiten und deren
Jedes Glaserzeugnis entsprechend EN 1863-1, Veränderung durch Feuchte wirken sich auf die Eigen-
EN 12150, EN 12337 und prEN 13024. schaften von Glas aus und müssen bei Festigkeitsprüfun-
gen berücksichtigt werden.
Wegen der sehr hohen Druckfestigkeit versagt Glas
immer unter Zugspannung. Da Glas im Bauwesen sehr
4 Formelzeichen selten direkt auf Zug beansprucht wird, ist die Biegezugfe-
F angreifende Kraft stigkeit die entscheidende Größe für seine Belastbarkeit.
h Probendicke Alle in dieser Norm beschriebenen Prüfungen dienen der
Bestimmung der Biegefestigkeit von Glas.
L Seitenlänge quadratischer Proben Die Biegefestigkeit wird durch folgende Faktoren beein-
k Konstante zur Berechnung der Biegespannung flußt:
nach EN 1288-3 a) Oberflächenzustand (siehe 5.1.2);
K1 , K2 Konstanten zur Berechnung der Biegespannung b) Belastungsgeschwindigkeit und Belastungsdauer (sie-
nach EN 1288-5 he 5.1.3);
c) Größe der auf Zug beanspruchten Oberfläche (siehe
MbB maximales Biegemoment 5.1.4);
p Gasdruck innerhalb des Lastringes nach d) umgebendes Medium mit Einfluß auf Spannungs-
EN 1288-2 rißkorrosion oder auch Ausheilen von Oberflächen-
beschädigungen im Glas (siehe 5.1.5 und [1] von
PbB Profilbiegefestigkeit (von Profilbauglas) = MbB =Z Anhang A);
r1 Radius des Lastringes e) Alter, d. h. Zeitspanne seit letzter mechanischer
Oberflächenbearbeitung oder Oberflächenverletzung
r2 Radius des Stützringes (siehe 5.1.6);
r3 Radius kreisförmiger Proben f) Temperatur (siehe 5.1.7).
r3m mittlerer Radius quadratischer Proben Der Einfluß der Faktoren b) bis f) auf die Biegefestigkeit
wurde in den Festlegungen dieser Norm berücksichtigt.
y0 Durchbiegung der Probe im Flächenschwerpunkt
Z Widerstandsmoment
5.1.2 Einfluß des Oberflächenzustandes
m Poissonzahl Bei den Biegefestigkeitsprüfungen nach dieser Norm ver-
ANMERKUNG: Für Kalk-Natronglas (siehe EN 572-1) ist hält sich Glas als ein nahezu ideal linear-elastischer und
der Wert 0,23 zu verwenden. sprödbrechender Werkstoff. Diese Sprödigkeit bedingt,
daß die Berührung mit einem harten Gegenstand zu Ober-
sb Biegespannung flächenbeschädigungen in Form von feinsten, teilweise
submikroskopischen Rissen und Ausmuschelungen
s beff effektive Biegespannung führen kann. Derartige Oberflächenbeschädigungen, die
s bB Biegefestigkeit bei üblicher Handhabung von Glas praktisch unvermeid-
lich sind, üben eine Kerbwirkung aus, die maßgeblich zur
s beqB äquivalente Biegefestigkeit Verminderung der mechanischen Festigkeit beiträgt,
s rad Radialspannung während die chemische Zusammensetzung des Glases
eine nur untergeordnete, teilweise völlig vernachlässig-
sT Tangentialspannung bare Bedeutung hat.
sL Spannung in Längsrichtung der Probe Demzufolge hängt die nach den Verfahren, auf die in die-
ser Norm verwiesen wird, bestimmte Biegefestigkeit weit-
gehend vom Zustand der zu prüfenden Probenoberfläche
ab.
Dieser Oberflächenzustand ist im wesentlichen durch fol-
5 Grundlagen der Festigkeitsprüfung von gende Merkmale gekennzeichnet:
Glas
a) Der durch ein besonderes Herstellungs- und Bearbei-
5.1 Glas als Werkstoff tungsverfahren geschaffene Oberflächenzustand, der
5.1.1 Allgemeines ein bestimmtes Schädigungsspektrum umfaßt und
Glas ist ein homogener isotroper Werkstoff mit nahezu damit eine für den letzten Oberflächenzustand spezifi-
perfektem linear-elastischem Verhalten innerhalb seines sche Festigkeit ergibt.
Zugfestigkeitsbereiches. b) Restspannungen, z. B. in Form thermisch oder che-
Glas besitzt eine sehr hohe Druckfestigkeit und theore- misch absichtlich eingebrachter Vorspannungen oder
tisch eine sehr hohe Zugfestigkeit, aber die Glasoberflä- auch unbeabsichtigter Restspannungen.
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EN 1288-1:2000

5.1.3 Einfluß der Belastungsgeschwindigkeit 5.1.5 Einfluß des umgebenden Mediums


Für die Interpretation der nach dieser Norm bestimmten Bei der Prüfung des Glases wirkt sich das umgebende
Biegefestigkeitswerte ist die Belastungsgeschwindigkeit Medium auf die Festigkeit des Glases aus, insbesondere
von besonderer Bedeutung. wenn der Feuchtegehalt sehr gering ist. Die relative
Risse breiten sich in Glas in einem weiten Bereich von Feuchte bewegt sich bei im Bauwesen verwendetem Glas
Zugspannungswerten aus (siehe [2] von Anhang A). Es im typischen Bereich von 30 % bis 100 %. In diesem
gibt eine untere Grenze für den „Spannungs- Bereich ist der Einfluß auf die nach dieser Norm geprüfte
intensitätsfaktor“, unterhalb der sich Risse nicht ausbreiten Biegefestigkeit nicht groß. Dennoch sind Prüfungen an
siehe [1] von Anhang A). Im anschließenden höheren Bauglas unter Prüfbedingungen mit relativen Feuchten im
Bereich des „Spannungsintensitätsfaktors“ erfolgt dann Bereich von 40 % bis 70 % vorzunehmen, um beim Ver-
eine unterkritische Rißausbreitung, die durch Feuchtigkeit, gleich der Biegefestigkeitswerte diesen Einfluß auszu-
Temperatur und Chemikalien beeinflußt wird. Oberhalb schließen.
eines „kritischen Spannungsintensitätsfaktors“ erfolgt die
Rißausbreitung sehr rasch und führt zum (fast) sofortigen
Versagen. Die unterkritische Rißausbreitung hat zur Folge, 5.1.6 Einfluß der Alterung
daß die Geschwindigkeit des Lastanstieges und/oder die Bei Veränderungen der Glasoberfläche vor der Prüfung
Dauer einer statischen Belastung die Biegefestigkeit (durch Abschleifen, Ätzen, Bearbeiten der Kanten usw.) ist
beeinflußt. es notwendig, die frische Schädigung vor Durchführung
Bei vorgespanntem Glas zeigt sich diese Zeitabhängigkeit der Prüfung „ausheilen“ zu lassen. Die dauernde Oberflä-
erst dann, wenn die in der Oberfläche induzierte Zugspan- chenveränderung durch Feuchtigkeit wirkt sich auf die
nung die dort permanent vorhandene Druckspannung Schädigung so aus, daß sich der Schwächungseinfluß
übersteigt (siehe [3] von Anhang A). verringern kann (siehe [1] von Anhang A). In der Praxis ist
es äußerst unwahrscheinlich, daß Glas unmittelbar nach
5.1.4 Einfluß der Prüffläche der Bearbeitung beansprucht wird; deshalb muß es vor
der Prüfung für mindestens 24 h gelagert werden.
Die Abnahme der Biegefestigkeit von Glas mit zunehmen-
der Größe der mit hoher Spannung beanspruchten
Prüffläche ist ebenso von Bedeutung (siehe [4] von 5.1.7 Einfluß der Temperatur
Anhang A). Dieser Flächeneinfluß erklärt sich aus der
statistischen Verteilung von in ihrer Wirksamkeit unter- Die Biegefestigkeit von Glas wird durch Temperaturände-
schiedlichen Oberflächendefekten; je größer die Prüf- rungen beeinflußt. Die praktischen Erfahrungen im Bau-
fläche, desto größer ist die Wahrscheinlichkeit eines wesen mit Glas zeigen, daß dieser Einfluß im normalen
großen Oberflächendefekts. Demzufolge steigt der Ein- Temperaturbereich nicht sehr bedeutend ist; damit aber
fluß der Flächengröße mit abnehmender Häufigkeit von mögliche Komplikationen beim Vergleich der Biegefestig-
Defekten in der Oberfläche, so daß dieser Einfluß insbe- keitswerte vermieden werden, muß die Prüfung in einem
sondere bei unbeschädigten, z. B. feuerpolierten Glas- eingeschränkten Temperaturbereich erfolgen.
oberflächen (siehe [5] von Anhang A), mehr an Bedeutung
gewinnt.
Zu erwarten sind auch Unterschiede zwischen den Mittel- 5.2 Biegespannung und Biegefestigkeit
werten der Biegefestigkeit, gemessen nach EN 1288-2
5.2.1 Allgemeines
(maximal beanspruchte Fläche: 240 000 mm2 ) oder mit
den Belastungseinrichtungen R45 und R30 nach Die in EN 1288-2, EN 1288-3, EN 1288-4 und EN 1288-5
EN 1288-5 (maximal beanspruchte Flächen: 254 mm2 und beschriebenen Prüfverfahren sind zur Erzeugung einer
113 mm2 ), wegen der Größe der beanspruchten Fläche. über einen Teil der Probenfläche (die Prüffläche) gleichför-
In Abhängigkeit von der Oberflächenschädigung können migen Biegespannung ausgelegt. Die Prüfungen sind sta-
die bei der Prüfung kleinerer Oberflächenbereiche erziel- tisch jedoch unbestimmt, d. h., die durch die Beanspru-
ten Ergebnisse bedeutend höher liegen als die bei der chung hervorgerufenen Spannungen hängen sowohl von
Prüfung großer Oberflächenbereiche, wie es in Tabelle 1 der Beschaffenheit des geprüften Werkstoffs als auch von
dargestellt ist. der Lastverteilung ab.
Da im Bauwesen verwendetes Glas oft großformatig ist,
ergeben die in EN 1288-2 und EN 1288-3 festgelegten 5.2.2 Effektive Spannung
Prüfverfahren Werte, die als Bemessungsgrundlage für Wo die Spannung über die Prüffläche variiert, wie in
Flachglas im Bauwesen geeignet sind. Das in EN 1288-5 EN 1288-3 (siehe 6.2.2), kann sie durch eine „gewichtete
festgelegte Prüfverfahren ist eher als vergleichendes mittlere“ Spannung, bezeichnet als effektive Biegespan-
Bewertungsverfahren geeignet. nung s beff dargestellt werden. Die „Wichtung“ wird durch
statistische Berechnung der Wahrscheinlichkeit des Bru-
ches an einem beliebigen Punkt der beanspruchten
Fläche erhalten.
Tabelle 1: Annähernder Einfluß der Prüffläche auf die
gemessene mittlere Biegefestigkeit 5.2.3 Äquivalente Biegefestigkeit
Homogenitäts- oder Dickenschwankungen der Probe
Relative beeinflussen die Spannungsverteilung. Demzufolge ist die
Prüfverfahren Einrichtung
Biegefestigkeit Biegefestigkeit s bB nie ein absolut exakter Wert und wird
in manchen Fällen besser als äquivalente Biegefestigkeit
EN 1288-2 — 100 % s beqB bezeichnet.
Bei manchen geprüften Gläsern (z. B. Floatglas) sind
EN 1288-5 R45 140 % bis 270 % diese Schwankungen sehr gering, und die mit den Prüfun-
gen bestimmte Biegefestigkeit liegt genügend dicht bei
EN 1288-5 R30 145 % bis 300 % der tatsächlichen Biegefestigkeit, so daß die Differenz
unbedeutend ist.
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EN 1288-1:2000

Bei Ornamentglas (Gußglas) kann jedoch nur die äqui- 5.4 Orientierung der Proben
valente Biegefestigkeit bestimmt werden. Viele Glaserzeugnisse sind, bedingt durch das Herstel-
lungsverfahren, unsymmetrisch. Dies ist augenscheinlich
z. B. bei Ornamentglas, das meist eine Oberfläche besitzt,
5.2.4 Profilbiegefestigkeit die viel tiefer strukturiert ist als die andere und bei der die
Bei der Prüfung von Profilbauglas nach EN 1288-4 ver- Struktur manchmal eine Vorzugsrichtung aufweist; die
sagen die meisten Proben durch Brüche, die von den Unsymmetrie kann auch weniger auffällig sein, z. B. auf
Ecken des Profils ausgehen, dort, wo sich Steg und der Seite, auf der der Zuschnitt erfolgte (siehe EN 1288-3,
Flansch treffen, und nicht am Ende des Flansches oder Bild 1).
der Oberfläche des Steges. Das ist bedingt durch Sekun- Ist eine solche Asymmetrie vorhanden, kann es notwendig
därspannungen, die durch Spreizung der Flansche her- sein, das Glas in verschiedenen Orientierungen zu prüfen.
vorgerufen werden, wenn das Profil gebogen wird. Bei Stichproben des zu prüfenden Glases dürfen nur Proben
dieser Prüfung ist es angebracht, die Biegefestigkeit als enthalten, die in der gleichen Orientierung geprüft werden.
Profilbiegefestigkeit PbB zu bezeichnen.

5.5 Anzahl der Proben in einer Stichprobe


Die Biegefestigkeit von Glas weist zwischen gleichartigen
5.3 Glasarten Proben große Streuungen auf. Prüfungen an einer nur
5.3.1 Allgemeines geringen Anzahl von Proben sind wenig aussagekräftig,
weil es unsicher bleibt, ob die Ergebnisse repräsentativ
Die in EN 1288-2, EN 1288-3 und EN 1288-5 festgelegten sind.
Prüfungen gelten für die Prüfung von Flachglas. Dieses
Statistisch können diese Unsicherheiten in Form von Ver-
schließt Floatglas, gezogenes Flachglas, Ornamentglas,
trauensgrenzen ausgedrückt werden, innerhalb derer der
Drahtornamentglas, poliertes Drahtglas und vorgespann-
gesuchte Wert mit vorgegebener Wahrscheinlichkeit liegt.
tes Glas ein, vorausgesetzt, daß es keine absichtlich her-
beigeführte Krümmung oder kein absichtlich erzeugtes Wenn sich der gesuchte Wert im mittleren Bereich der
Profil aufweist (mit Ausnahme der ornamentierten Oberflä- Verteilung der Biegefestigkeit befindet (z. B. der Mittel-
che von Ornamentglas). wert), kann der Vertrauensbereich sogar mit nur wenigen
Proben ziemlich eng sein.
Eine genaue Bestimmung der Zugspannung, die zu
5.3.2 Ornamentglas einer niedrigen Bruchwahrscheinlichkeit führt, kann eine
große Anzahl von Proben erfordern, wenn z. B. eine
Zur Bestimmung der äquivalenten Biegefestigkeit von „charakteristische“ oder eine zulässige Spannung oder
Ornamentglas kann der Doppelring-Biegeversuch für ein Bemessungswert der Biegefestigkeit bestimmt werden
große Prüfflächen (EN 1288-2) angewendet werden, vor- muß.
ausgesetzt, daß die kleinste und größte Probendicke um
nicht mehr als 30 %, aber um höchstens 2 mm von der
mittleren Dicke abweicht. Das ist bedingt durch die
Schwierigkeiten bei der Abdichtung des Lastringes gegen
eine ornamentierte Oberfläche. 6 Erklärung der Prüfverfahren
Hinsichtlich der Tiefe des Ornamentes gibt es keine 6.1 Doppelring-Biegeversuch mit großen
Begrenzung, wenn das Vierschneiden-Verfahren Prüfflächen
(EN 1288-3) angewendet wird.
ANMERKUNG: Diese Prüfung ist in EN 1288-2 festgelegt.

5.3.3 Verbundglas
6.1.1 Ausschaltung von Kanteneinflüssen
Nach dieser Norm ist die Prüfung der Biegefestigkeit von
Verbundglas ausgeschlossen (siehe EN ISO 12543-1). Die Besonderheit des Doppelring-Biegeversuchs nach
EN 1288-2 liegt darin, daß ausschließlich ein kreisförmig
Beim Biegeversuch entstehen in den elastischen oder
begrenztes Flächenstück der Probe — nicht aber deren
plastischen Zwischenschichten zusätzliche Schubver-
Kanten — der Höchstbeanspruchung unterliegt. Im
formungen (Abgleiten der harten Deckschichten auf den
Gegensatz zu anderen Biegeprüfungen (z. B. nach
Zwischenschichten). Diese Erscheinung bewirkt, daß die
EN 1288-3), bei denen auch die Probenkanten der
Messung der Biegefestigkeit von Verbundglas wahr-
Höchstbeanspruchung unterliegen, ist das Verfahren nach
scheinlich einen geringeren Festigkeitswert als den tat-
EN 1288-2 besonders geeignet zur ausschließlichen Bie-
sächlichen Wert der Biegefestigkeit eines monolithischen
gebeanspruchung von Flächen (oder verschiedenen
Glases gleicher Dicke ergibt. Diese Schubverformung
Oberflächenzuständen). Der Kanteneinfluß wird dabei
wird besonders beeinflußt durch die Temperatur und die
weitgehend unterdrückt.
Belastungsgeschwindigkeit.
Verbundglas wird aus monolithischen Glaserzeugnissen
hergestellt, die einzeln nach EN 1288-2, EN 1288-3 und 6.1.2 Analyse des Spannungsverlaufes
EN 1288-5 geprüft werden können. Wenn die Durchbiegungen relativ gering sind, unterliegt
Beim Herstellungsprozeß sind keine bedeutenden Ände- der zentrale Teil der Probenoberfläche einer gleichförmi-
rungen der Biegefestigkeit der einzelnen Glasplatten zu gen Zugbeanspruchung (siehe Bild 1a)), wobei die Radial-
erwarten, so daß es unnötig ist, Verbundglas zu prüfen, und Tangentialspannungen gleich groß sind.
weil anzunehmen ist, daß es Biegefestigkeiten besitzt, die Werden die Durchbiegungen größer, d. h., überschreiten
den einzelnen Platten des Verbundes entsprechen. sie etwa die halbe Plattendicke (die genaue Grenze ist
Der Belastungswiderstand von Verbundglas hängt von abhängig vom Ringverhältnis r2 =r1 ), kommt es zu lokalen
den Wechselwirkungen zwischen den einzelnen Kompo- Spannungsüberhöhungen unter der Schneide des
nenten des Verbundes ab; dies liegt jedoch nicht im An- Lastringes, deren Ausmaß mit steigender Belastung
wendungsbereich dieser Norm. zunimmt (siehe Bild 1b)). In diesem Belastungsstadium
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verändern sich Tangential- und Radialspannungen unter- bruchauslösend wirkt, wäre der inhomogene Verlauf der
schiedlich und sind einer einfachen Berechnung nicht Radialspannung für die Bruchauslösung maßgebend. Aus
mehr zugänglich. Die aus der linearen Biegetheorie diesem Grund ist für praktische Prüfzwecke der Gas-
berechneten Spannungen würden sich als zu hoch erge- druck p stets hinsichtlich des Radial-Spannungsverlaufes
ben. zu optimieren.
Es hat sich nun gezeigt, daß durch eine kombinierte Ring- Allerdings geht dabei der Vorteil des zweiachsigen Span-
und Flächenlast (siehe [6], [7] und [8] von Anhang A) diese nungszustandes mit gleich großen Hauptspannungen, wie
Spannungsüberhöhung unter der Schneide des Lastrin- er beim Doppelring-Biegeverfahren bei kleinen Durchbie-
ges vermieden werden kann. Bei konstanter Stempel- gungen vorliegt, verloren (siehe 6.3). Dieser Nachteil wird
kraft F kann der Gasdruck p so optimiert werden, daß ent- aber durch die große Prüffläche mehr als aufgewogen,
weder die radiale oder die tangentiale Zugspannung sofern nicht Oberflächenbeschädigungen mit deutlicher
innerhalb des Lastringes einen nahezu gleichförmigen Vorzugsrichtung (z. B. ein oder mehrere parallele Kratzer)
Verlauf annimmt (siehe Bild 2 und Bild 3). Es ist allerdings vorliegen.
nicht möglich, den Gasdruck p sowohl hinsichtlich des
Radial- als auch des Tangential-Spannungsverlaufes Bei quadratischen Proben besteht eine geringe Rich-
gleichzeitig zu optimieren. tungsabhängigkeit der Spannungsverteilung; die Span-
nungen entlang der Seitenhalbierenden und entlang der
Wird der Gasdruck p hinsichtlich der Radial-Spannungs- Diagonalen unterscheiden sich geringfügig innerhalb
verteilung optimiert (siehe Bild 2, Kurve p = 0,33 bar), so eines Bereiches von etwa 5 %.
fällt die Tangentialspannung zum Lastring hin ab (siehe
Bild 3, Kurve p = 0,33 bar). Wird der Gasdruck p hinsicht- Die Kurven in EN 1288-2, Bild 3, und die Werte in
lich der Tangential-Spannungsverteilung optimiert (siehe EN 1288-2, Tabelle 3, sind durch Messungen ermittelt
Bild 3, Kurve p = 0,15 bar), so steigt die Radialspannung worden. Die Abweichungen der einzelnen Meßwerte
zum Lastring hin an (siehe Bild 2, Kurve p = 0,15 bar). Da von den Kurven bzw. Tabellenwerten betragen höch-
bei spröden Werkstoffen immer die Normalspannung stens 5 %.

Bild 1: Schematische Darstellung der Abhängigkeit von Radial- und Tangential-Spannungen


vom Probenradius bei Belastung über Doppelring
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6.1.3 Prüfung von Ornamentglas (Gußglas) 6.2 Prüfung von Proben bei zweiseitiger
Proben mit einer oder zwei ornamentierten Oberflächen Auflagerung (Vierschneiden-Biegung)
können nicht im Doppelring-Biegeversuch mit kleinen
Prüfflächen (siehe 6.3 und EN 1288-5) geprüft werden, da ANMERKUNG: Diese Prüfung ist in EN 1288-3 festgelegt.
hier die Flächenausdehnung der Ornamente annähernd
von gleicher Größenordnung ist wie die Prüffläche.
Im Doppelring-Biegeversuch mit großen Prüfflächen nach 6.2.1 Einbeziehung von Kanteneinflüssen
EN 1288-2 ist es jedoch möglich, Glas mit ornamentierten Diese Prüfung wird als Balken-Biegeversuch bei Verwen-
Oberflächen zu prüfen. Die in 5.3.2 angegebene zulässige dung eines breiten Balkens durchgeführt. Die im Mittenbe-
Strukturtiefe (örtliche Abweichungen von der mittleren reich nominell gleichförmig in einer Richtung beanspruch-
Dicke höchstens 30 %, aber höchstens 2 mm) basiert auf ten Probenkanten unterliegen ebenso wie die Fläche der
experimentellen Untersuchungen. maximalen Spannung. Muß die Biegefestigkeit von Glas
Bei Proben mit einer oder zwei ornamentierten Oberflä- unter Einschluß der Probenkanten bestimmt werden,
chen wird durch die Notwendigkeit der Einführung einer sollte diese Prüfung angewendet werden.
dickeren Zwischenlage auf der Lastringseite die Voraus-
setzung der linienförmigen Krafteinleitung über die
Schneide des Lastringes verletzt. Dadurch wird jedoch 6.2.2 Analyse des Spannungsverlaufes
nur der Flächenbereich nahezu homogener Radialspan- Die einfache Biegetheorie nimmt an, daß über die Breite
nungsverteilung verkleinert. Im übrigen bleiben die Span- eines Balkens keine Spannungen auftreten, wenn dieser
nungswerte fast unbeeinflußt. der Länge nach auf Biegung beansprucht wird. Dies mag

Dieses Diagramm wird von den folgenden Parametern definiert:


Quadratische Probe: 1 000 mm × 1 000 mm × 6 mm;
r1 = 300 mm;
r2 = 400 mm;
Stempelkraft F: 22 220 N;
Parameter: Gasdruck p.
Daraus ergibt sich ein optimierter Gasdruck p von 0,33 bar.

Bild 2: Radial-Spannungsverlauf längs der Seitenhalbierenden in der konvex gebogenen Probenoberfläche


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eine vertretbare Näherung für schmale Balken sein, bei Mittelwerts“ der Biegezugspannung, der als „effektive
breiten Balken verursacht jedoch der Poisson-Effekt ein Biegespannung“ s beff bezeichnet wird. Die Faktoren sind:
zusätzliches Spannungsfeld senkrecht zur Längsrichtung. k = ks = 1,00 wenn alle Brüche einbezogen werden;
Diese Spannungen bewirken eine Gegenbiegung über die
Breite des Balkens, so daß die Längsspannung nicht mehr k = ke wenn nur die Kantenbrüche einbezogen
als gleichförmig über die Breite des Balkens angenommen werden.
werden kann [9]. Dieser Effekt erhöht die Biegezugspan- Der Wert von ke hängt von der Durchbiegung der Probe in
nung an den Längskanten und verringert die Biegezug- ihrer Mitte ab; Werte dieses Parameters sind in EN 1288-3
spannung in der langen Mittelachse des Balkens (siehe angegeben.
Bild 4).
Wenn die genaue Lage des Bruchursprungs bekannt ist, 6.3 Doppelring-Biegeversuch mit kleinen
ist es möglich, die lokale Biegezugspannung, die zum Prüfflächen
Bruch der Probe geführt hat, mit Hilfe umfangreicher
Berechnungen zu ermitteln. Wenn aber die Wahrschein- ANMERKUNG: Diese Prüfung ist in EN 1288-5 festgelegt.
lichkeit des Auftretens von Rissen und die Rißverteilung
berücksichtigt wird, gibt es ein anderes Verfahren zur 6.3.1 Ausschalten von Kanteneinflüssen
Ermittlung der Biegefestigkeit, abhängig davon, ob die Die Besonderheit des Doppelring-Biegeversuchs nach
Biegefestigkeit von allen Ergebnissen der Stichprobe EN 1288-5 liegt darin, daß ausschließlich ein kreisförmig
(„Gesamtfestigkeit“) oder nur von den Ergebnissen der begrenztes Flächenstück der Probe — nicht aber deren
Kantenbrüche („Kantenfestigkeit“) abgeleitet wird. Die An- Kanten — der Maximalbeanspruchung unterliegt. Im Ge-
wendung eines Faktors k auf diejenige Biegezugspan- gensatz zu den üblichen Biegeprüfungen (z. B.
nung, die aus der Theorie der Balkenbiegung berechnet EN 1288-3), bei denen auch die Probenkanten der Maxi-
wird, ermöglicht die Bestimmung des „gewichteten malbeanspruchung unterliegen, ist das Verfahren nach

Dieses Diagramm wird von den folgenden Parametern definiert:


Quadratische Probe: 1 000 mm × 1 000 mm × 6 mm;
r1 = 300 mm;
r2 = 400 mm;
Stempelkraft F: 22 220 N;
Parameter: Gasdruck p.
Daraus ergibt sich ein optimierter Gasdruck p von 0,15 bar.

Bild 3: Tangential-Spannungsverlauf längs der Seitenhalbierenden in der konvex gebogenen Probenoberfläche


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EN 1288-5 geeignet zur ausschließlichen Biegebeanspru- die Dicke der Proben sind für Biegespannungen bis
chung von Flächen (oder verschiedenen Oberflächenzu- 600 N=mm2 so gewählt, daß bei Elastizitätsmodulen von
ständen). Die Wirkung von durch mechanische Kaltverfor- mindestens 50 kN=mm2 die relativen Durchbiegungen
mung erzeugten Probenkanten wird dabei weitgehend y0 =h in der Probenmitte 0,75 nicht überschreiten. Die
unterdrückt. Spannungsunterschiede im Lastringbereich betragen
nach [11], [12] von Anhang A dann weniger als 2 %. Für
6.3.2 Analyse des Spannungsverlaufes die Zwecke von EN 1288-5 kann die Biegefestigkeit aus
Für die Wahl des Doppelring-Biegeversuchs als Prüfver- der Prüfkraft mit Hilfe der in EN 1288-5 angegebenen
fahren zur Bestimmung der Biegefestigkeit von Glas Gleichungen berechnet werden, vorausgesetzt, daß die
waren die in 6.1.1 und [10] von Anhang A genannten Vortei- Ring- und Probenmaße sowie die Mindestdicke der Pro-
le maßgeblich. Einer dieser Vorteile besteht in der gleich- ben eingehalten werden.
mäßigen und richtungsunabhängigen Beanspruchung der Für diesen quasilinearen Bereich der Probenbeanspru-
Probe durch den Lastring, das bedeutet, daß die Richtung chung gilt für die Spannungen in der vom Lastring
möglicher Oberflächendefekte keinen Einfluß auf das begrenzten Oberfläche kreisförmiger Proben (siehe [5]
Ergebnis ausübt. Das gilt allerdings nur bis zu nach oben von Anhang A):
begrenzten Durchbiegungen y0 in der Probenmitte. " #
Oberhalb dieser Grenze können lokale Spannungsüber- 3 … 1 + m† r2 …1 ­ m† r22 ­ r12 F
s rad = s T = ln + × …1†
höhungen unter der Schneide des Lastringes auftreten, 2p r1 …1 + m† 2 r32 h2
deren Ausmaß mit steigender Belastung zunimmt. Gleich-
Bei angenommenem konstantem Verhältnis zwischen den
zeitig verändern sich die Tangential- und Radialspannun-
Werten von r1 , r2 und r3 und einer Poissonzahl m von 0,23
gen unterschiedlich und sind einer einfachen Berechnung
für die Probe kann die in EN 1288-5 für kreisförmige Proben
nicht mehr zugänglich. Die aus der linearen Biegetheorie
benutzte Gleichung aus der folgenden abgeleitet werden:
berechneten Spannungen ergeben sich in diesem Fall als
zu hoch (siehe 6.1). F
s rad = s T = K1 2 …2†
Für das hier gewählte Ringverhältnis r2 =r1 = 5 ist der h
zulässige Durchbiegungsbereich etwa mit y0 =h k 1,0 mit K1 = 1,09.
gegeben. Die in EN 1288-5 festgelegten Mindestwerte für Den Einfluß der Poissonzahl auf K1 zeigt Tabelle 2.

Abstand von der Mittelachse der Probe über die Breite in mm


1 Spannung berechnet nach der einfachen Theorie 60,3 N=mm2 Zug oder Druck
2 Spannung berechnet nach der einfachen Theorie 43,5 N=mm2 Zug oder Druck
3 Spannung berechnet nach der einfachen Theorie 38,6 N=mm2 Zug oder Druck
4 Spannung berechnet nach der einfachen Theorie 33,7 N=mm2 Zug oder Druck
5 Spannung berechnet nach der einfachen Theorie 28,9 N=mm2 Zug oder Druck
6 Spannung berechnet nach der einfachen Theorie 24,0 N=mm2 Zug oder Druck
7 Spannung berechnet nach der einfachen Theorie 19,1 N=mm2 Zug oder Druck
8 Spannung berechnet nach der einfachen Theorie 14,2 N=mm2 Zug oder Druck
9 Spannung berechnet nach der einfachen Theorie 12,5 N=mm2 Zug oder Druck
10 Spannung berechnet nach der einfachen Theorie 2,2 N=mm2 Zug oder Druck

Bild 4: Spannungsänderungen quer über die Breite einer 8,2 mm dicken Floatglasprobe im Mittenbereich
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Tabelle 2: Konstante K1 als Funktion 7 Anwendungsbereiche der Prüfverfahren


der Poissonzahl m
7.1 Allgemeine Grenzen
Fehler bei Die in dieser Norm festgelegten Prüfverfahren gelten nicht
Poissonzahl Konstante Annahme von für die Prüfung von Verbundglas und Mehrscheiben-
m = 0,23 Isolierglas.
m K1 %
7.2 Grenzen von EN 1288-2
0,18 1,059 2,7 Dieses Prüfverfahren ist nur auf Flachglas anwendbar
(siehe 3.1).
0,19 1,065 2,1 Ornamentglas kann geprüft werden, vorausgesetzt, die
größte bzw. kleinste Dicke weicht um nicht mehr als 30 %,
0,20 1,071 1,6 aber höchstens 2 mm, von der mittleren Dicke ab.

0,21 1,076 1,1


7.3 Grenzen von EN 1288-3
0,22 1,082 0,5 Dieses Prüfverfahren ist nur auf Flachglas anwendbar
(siehe 3.1).
0,23 1,088 0,0 Ornamentglas (Gußglas) kann ohne Einschränkung
geprüft werden.
0,24 1,094 0,5

0,25 1,100 1,1 7.4 Grenzen von EN 1288-4


Dieses Prüfverfahren ist nur auf Profilbauglas anwendbar.
0,26 1,106 1,6
7.5 Grenzen von EN 1288-5
Dieses Prüfverfahren ist nur für Flachglas anwendbar
(siehe 3.1).
Die Poissonzahl für Kalk-Natronglas (EN 572-1) ist als Ornamentglas darf nach diesem Verfahren nicht geprüft
0,23 anzusetzen. Für andere Glasarten, z. B. Borosilicat werden.
(EN 1748-1) und Glaskeramik (EN 1748-2), sollte der
Wert K1 entsprechend der Poissonzahl des Materials
gewählt werden.
8 Kalibrierung der Prüfmaschinen
Bei quadratischen Proben muß Gleichung (1) bei Verwen-
Die nach EN 1288-2, EN 1288-3, EN 1288-4 und
dung des mittleren Probenradius wie folgt angewendet
EN 1288-5 verwendeten Prüfmaschinen müssen durch
werden:
 p den Benutzer innerhalb von 3 Monaten vor der Prüfung
1+ 2 kalibriert worden sein.
L
r3m = × = 0,60 L …3† Für die Zwecke der Kalibrierung einer Prüfmaschine kann
2 2
die Glasprobe durch eine Metallplatte (z. B. Stahl) geeig-
r3m entspricht hierbei dem Mittelwert der Radien des dem neter Dicke ersetzt werden.
Quadrat um- und einbeschriebenen Kreises. Das führt für
quadratische Proben aus Kalk-Natronglas zu einer Kon- Zur Kalibrierung des Kraftmeßgerätes muß ein auf ± 1 %
stanten K2 = 1,04 in EN 1288-5. amtlich kalibriertes Kraftmeßgerät mit unabhängiger
Geräteablesung mit der Kraftmeßeinrichtung der Prüfma-
Bei der Prüfung mit den Belastungseinrichtungen R45 und schine in Reihe geschaltet werden.
R30 nach EN 1288-5 beträgt die tangentiale Zug- Zur Kalibrierung der Gasdruck-Meßeinrichtung muß ein
spannung an der Plattenkante etwa 30 % der größten Tan- auf ± 1 % amtlich kalibriertes Druckmeßgerät mit unab-
gentialspannung (= Radialspannung) innerhalb des hängiger Geräteablesung mit dem Gasdruckmeßgerät der
Lastrings. Treten hierbei noch Kantenbrüche auf, wird Prüfmaschine parallel geschaltet werden.
empfohlen, den Probenradius r3 oder die Kantenlänge L Die Kraft bzw. der Druck muß in mindestens fünf annä-
und damit den Überstand der Probe über den Stützring zu hernd abstandsgleichen Schritten über den gesamten
vergrößern. Bei einem Verhältnis r3 =r2 = 2 oder L=2 r2 = 2 Meßbereich erhöht werden. Bei jedem Schritt sind die
liegt die Tangentialspannung an der Plattenkante sicher Anzeigewerte der Prüfmaschine und der amtlich kalibrier-
unter 10 % des Höchstwertes (siehe [10] von Anhang A), ten Meßeinrichtung zu protokollieren. Beide Anzeigewerte
wodurch die Möglichkeit von Kantenbrüchen praktisch müssen über den gesamten Meßbereich innerhalb ± 1 %
ausgeschlossen werden kann. In diesem Fall sind aller- übereinstimmen. Wenn die Differenzen zwischen den
dings die Konstanten K1 und K2 nach Gleichung (1) neu Anzeigewerten ± 1 % überschreiten, muß die Meßeinrich-
zu berechnen. tung der Prüfmaschine entsprechend abgeglichen wer-
Die hier für quadratische und kreisförmige Proben den.
genannte Berechnungsgrundlage hat in Ringversuchen Die amtlich kalibrierten Meßeinrichtungen dürfen nur für
zu befriedigender Übereinstimmung der Biegefestigkeiten die Kalibrierung verwendet werden. Sie müssen alle drei
für beide Probenformen geführt. Jahre amtlich nachkalibriert werden.
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9 Sicherheitstechnische Anforderungen – Aufkleben einer Folie auf diejenige Glasoberfläche, die


Bei der Benutzung von Werkstoffprüfmaschinen können nicht auf Biegezugspannung beansprucht wird, damit
sowohl die Benutzer als auch andere den Gefahren aus- alle Bruchstücke nach dem Bruch zusammengehalten
gesetzt sein, die sich aus der Konstruktion der Maschine werden;
und aus dem Verhalten der Probe ergeben. – Anbringen einer durchsichtigen Schutzscheibe
Werkstoffprüfmaschinen sollten so konstruiert sein, daß zwischen Beobachtern und/oder Bedienenden und
Benutzer und andere soweit wie möglich gegen alle Arten Probe.
von Gefahren geschützt sind, wenn die Maschine vor-
schriftsmäßig benutzt wird. Wenn es wegen
Die in dieser Norm festgelegten Prüfverfahren sind zum – der speziellen Art der Versuchsdurchführung;
Brechen von Glas unter hohen Spannungen bestimmt, so – des unterschiedlichen und unvorhersehbaren Ver-
daß selbstverständlich durch Glasbruch Gefahren auftre- haltens der Probe während der Versuchsdurchfüh-
ten. Dementsprechend sind Vorsichtsmaßnahmen wäh- rung
rend der Prüfung von Glasproben notwendig, damit die
speziellen Gefahren durch Glasbruch sowohl für den nicht möglich ist, durch konstruktive Maßnahmen oder
Bedienenden als auch für den Beobachter vermieden durch zusätzliche Sicherheitseinrichtungen eine sichere
werden. Diese können umfassen: Bedienung des Prüfgerätes zu erreichen, sollte der
– Bereitstellung entsprechender Schutzkleidung, z. B. Gebrauch der Prüfeinrichtung nur einer bestimmten Per-
Schutzbrille und Handschuhe, insbesondere zum sonengruppe vorbehalten werden, die in der Lage ist,
Anfassen der Glasproben und des Glasbruches; mögliche Risiken abzuschätzen.

Anhang A (informativ)

Literaturhinweise
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D. C., Corros. Fatigue: Chem. Mech. Microstruct. (1971), S. 731—742
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[5] Woelk, H. — Elsenheimer, K.: Biegebeanspruchung von Floatglas und thermisch vorgespanntem Floatglas. Gastechn.
Ber. 52 (1979), Nr 1, S. 14—24
[6] Schmitt, R. W.: Die Doppelringmethode mit überlagertem Gasdruck als Prüfverfahren zur Bestimmung der Bruch-
spannungen von großformatigen ebenen Glasplatten kleiner Dicke. Diplomarbeit am Institut für Maschinenelemente
und Maschinengestaltung, Leiter: Professor Dr. H. Peeken, RWTH Aachen, 1982
[7] Schmitt, R. W.: Entwicklung eines Prüfverfahrens zur Ermittlung der Biegefestigkeit von Glas und Aspekte der statisti-
schen Behandlung der gewonnenen Meßwerte. Diss. RWTH Aachen, 1987
[8] Blank, K. — Schmitt, R. W. — Troeder, Chr.: Ein modifiziertes Doppelringverfahren zur Bestimmung der Biegezug-
festigkeit großformatiger Glasplatten. Gastechn. Ber. 56K (1983), Band 1, S. 414—419 (Vortrag auf dem 13. Inter-
nationalen Glas-Kongreß, Hamburg 1983)
[9] Blank, K. — Dürkop, D. — Durchholz, M. — Grüters, H. — Helmich, G. — Senger, W.: Strength Tests of Flat Glass by
means of Four-Point-Bending. Glastechn. Ber. 67 (1994), Nr 1, S. 9—15
[10] Schmitt, R. W. — Blank, K. — Schönbrunn, G.: Experimentelle Spannungsanalyse zum Doppelringverfahren.
Sprechsaal 116 (1983), Nr 5, S. 397—405, und Druckfehlerberichtigung Sprechsaal 116 (1983), Nr 8, S. 669
[11] Kao, R. — Perrone, N. — Capps, W.: Large-Deflection Solution of the Coaxial-Ring-Circular-Glass-Plate Flexure
Problem. J. Am. Ceram. Soc. 54 (1971), No 11, S. 566—571
[12] Fayet, A.: Détermination de la résistance mécanique des plaques circulaires de verre mince à l’aide d’un test de
flexion par anneaux concentriques. Revue Française de Mécanique (1971), Nr 37, S. 53—57