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DIN EN 1301-1:2008-12

Nationales Vorwort

Dieses Dokument (EN 1301:2008) wurde von der Arbeitsgruppe 4 „Draht und Vordraht“ (Sekretariat: AFNOR,
Frankreich) im Technischen Komitee TC 132 „Aluminium und Aluminiumlegierungen“ (Sekretariat: AFNOR,
Frankreich) des Europäischen Komitees für Normung (CEN) unter deutscher Mitwirkung ausgearbeitet.

Das zuständige deutsche Normungsgremium ist der Arbeitsausschuss NA 066-01-03 AA „Draht und
Vordraht“ des Normenausschusses Nichteisenmetalle (FNNE) im DIN Deutsches Institut für Normung e. V.

Änderungen

Gegenüber DIN EN 1301-1:1997-11 wurden folgende Änderungen vorgenommen:

a) Vorwort geändert;

b) Abschnitt 2: EN 12258-1:1998 und EN 14361 hinzugefügt;

c) Abschnitt 3: Unterabschnitte 3.1 bis 3.9 gestrichen und durch Verweisung auf EN 12258-1:1998 ersetzt;

d) Abschnitt 6: Unterabschnitte 6.1.2 und 6.1.3 geändert;

e) Abschnitt 7: vollständig überarbeitet.

Frühere Ausgaben

DIN 1747-2: 1968-12, 1977-05, 1983-02


DIN 1790-2: 1977-05
DIN EN 1301-1: 1997-11

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EUROPÄISCHE NORM EN 1301-1
EUROPEAN STANDARD
NORME EUROPÉENNE September 2008

ICS 77.150.10 Ersatz für EN 1301-1:1997

Deutsche Fassung

Aluminium und Aluminiumlegierungen —


Gezogene Drähte —
Teil 1: Technische Lieferbedingungen

Aluminium and aluminium alloys — Aluminium et alliages d'aluminium —


Drawn wire — Fil étiré —
Part 1: Technical conditions for inspection and delivery Partie 1: Conditions techniques de contrôle et de livraison

Diese Europäische Norm wurde vom CEN am 16. August 2008 angenommen.

Die CEN-Mitglieder sind gehalten, die CEN/CENELEC-Geschäftsordnung zu erfüllen, in der die Bedingungen festgelegt sind, unter denen
dieser Europäischen Norm ohne jede Änderung der Status einer nationalen Norm zu geben ist. Auf dem letzten Stand befindliche Listen
dieser nationalen Normen mit ihren bibliographischen Angaben sind beim Management-Zentrum des CEN oder bei jedem CEN-Mitglied auf
Anfrage erhältlich.

Diese Europäische Norm besteht in drei offiziellen Fassungen (Deutsch, Englisch, Französisch). Eine Fassung in einer anderen Sprache,
die von einem CEN-Mitglied in eigener Verantwortung durch Übersetzung in seine Landessprache gemacht und dem Management-Zentrum
mitgeteilt worden ist, hat den gleichen Status wie die offiziellen Fassungen.

CEN-Mitglieder sind die nationalen Normungsinstitute von Belgien, Bulgarien, Dänemark, Deutschland, Estland, Finnland, Frankreich,
Griechenland, Irland, Island, Italien, Lettland, Litauen, Luxemburg, Malta, den Niederlanden, Norwegen, Österreich, Polen, Portugal,
Rumänien, Schweden, der Schweiz, der Slowakei, Slowenien, Spanien, der Tschechischen Republik, Ungarn, dem Vereinigten Königreich
und Zypern.

EUROPÄISCHES KOMITEE FÜR NORMUNG


EUROPEAN COMMITTEE FOR STANDARDIZATION
COMITÉ EUROPÉEN DE NORMALISATION

Management-Zentrum: rue de Stassart, 36 B-1050 Brüssel

© 2008 CEN Alle Rechte der Verwertung, gleich in welcher Form und in welchem Ref. Nr. EN 1301-1:2008 D
Verfahren, sind weltweit den nationalen Mitgliedern von CEN vorbehalten.
DIN EN 1301-1:2008-12
EN 1301-1:2008 (D)

Inhalt

Seite

Vorwort ................................................................................................................................................................3
1 Anwendungsbereich .............................................................................................................................4
2 Normative Verweisungen......................................................................................................................4
3 Begriffe ...................................................................................................................................................4
4 Bestellangaben ......................................................................................................................................4
5 Anforderungen .......................................................................................................................................5
5.1 Herstellungsverfahren und Fertigungsabläufe...................................................................................5
5.2 Qualitätsprüfung ....................................................................................................................................5
5.3 Chemische Zusammensetzung ............................................................................................................5
5.4 Mechanische Eigenschaften.................................................................................................................5
5.5 Fehlerfreiheit ..........................................................................................................................................6
5.6 Grenzabmaße .........................................................................................................................................6
5.7 Sonstige Eigenschaften ........................................................................................................................6
5.8 Werkstoffzustand bei Lieferung ...........................................................................................................6
6 Prüfdurchführung ..................................................................................................................................6
6.1 Probenahme ...........................................................................................................................................6
6.2 Prüfverfahren .........................................................................................................................................7
6.3 Wiederholungsprüfungen .....................................................................................................................8
7 Liefer- und Prüfbescheinigungen ........................................................................................................9
7.1 Massen- und Analysenbescheinigung ................................................................................................9
7.2 Abnahmeprüfzeugnis ............................................................................................................................9
8 Kennzeichnung ......................................................................................................................................9
9 Verpackung ............................................................................................................................................9
10 Beanstandungen von Fehlern ..............................................................................................................9
Literaturhinweise ............................................................................................................................................. 10

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DIN EN 1301-1:2008-12
EN 1301-1:2008 (D)

Vorwort
Dieses Dokument (EN 1301-1:2008) wurde vom Technischen Komitee CEN/TC 132 „Aluminium und
Aluminiumlegierungen“ erarbeitet, dessen Sekretariat vom AFNOR gehalten wird.

Diese Europäische Norm muss den Status einer nationalen Norm erhalten, entweder durch Veröffentlichung
eines identischen Textes oder durch Anerkennung bis März 2009, und etwaige entgegenstehende nationale
Normen müssen bis März 2009 zurückgezogen werden.

Es wird auf die Möglichkeit hingewiesen, dass einige Texte dieses Dokuments Patentrechte berühren können.
CEN [und/oder CENELEC] sind nicht dafür verantwortlich, einige oder alle diesbezüglichen Patentrechte zu
identifizieren.

CEN/TC 132 bekräftigt seine Vorgehensweise, dass in dem Fall, wenn ein Patentinhaber sich weigert, für
genormte Erzeugnisse Lizenzen unter angemessenen und nicht diskriminierenden Bedingungen zu erteilen,
dieses Erzeugnis aus der entsprechenden Norm entfernt werden muss.

Dieses Dokument ersetzt EN 1301-1:1997.

Im Rahmen seines Arbeitsprogramms hat das Technische Komitee CEN/TC 132 die CEN/TC 132/WG 4
„Vordraht und gezogener Draht“ mit der Überarbeitung der EN 1301-1:1997 beauftragt.

Außer redaktionellen Anpassungen des Textes und Aktualisierung der normativen Verweisungen, wurden
folgende Änderungen durchgeführt:

 Vorwort geändert;

 Abschnitt 2: EN 12258-1:1998 und EN 14361 hinzugefügt;

 Abschnitt 3: Unterabschnitte 3.1 bis 3.9 gestrichen und durch Verweisung auf EN 12258-1:1998 ersetzt;

 Abschnitt 6: Unterabschnitte 6.1.2 und 6.1.3 geändert;

 Abschnitt 7: vollständig überarbeitet.

EN 1301 besteht aus den folgenden Teilen mit dem allgemeinen Titel „Aluminium und Aluminiumlegierungen
— Gezogene Drähte“:

 Teil 1: Technische Lieferbedingungen

 Teil 2: Mechanische Eigenschaften

 Teil 3: Grenzabmaße

Entsprechend der CEN/CENELEC-Geschäftsordnung sind die nationalen Normungsinstitute der folgenden


Länder gehalten, diese Europäische Norm zu übernehmen: Belgien, Bulgarien, Dänemark, Deutschland,
Estland, Finnland, Frankreich, Griechenland, Irland, Island, Italien, Lettland, Litauen, Luxemburg, Malta,
Niederlande, Norwegen, Österreich, Polen, Portugal, Rumänien, Schweden, Schweiz, Slowakei, Slowenien,
Spanien, Tschechische Republik, Ungarn, Vereinigtes Königreich und Zypern.

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DIN EN 1301-1:2008-12
EN 1301-1:2008 (D)

1 Anwendungsbereich
Dieses Dokument legt die Technischen Lieferbedingungen für gezogene Drähte aus Aluminium und
Aluminiumlegierungen für allgemeine Anwendungen fest.

Es gilt nicht für Anwendungen in der Luftfahrt.

Es gilt für gezogene Drähte, ausgenommen Drähte für elektrotechnische oder schweißtechnische
Anwendungen.

Es gilt nicht für Vordraht.

2 Normative Verweisungen
Die folgenden zitierten Dokumente sind für die Anwendung dieses Dokuments erforderlich. Bei datierten
Verweisungen gilt nur die in Bezug genommene Ausgabe. Bei undatierten Verweisungen gilt die letzte
Ausgabe des in Bezug genommenen Dokuments (einschließlich aller Änderungen).

EN 515, Aluminium und Aluminiumlegierungen — Halbzeug — Bezeichnungen der Werkstoffzustände

EN 573-3, Aluminium und Aluminiumlegierungen — Chemische Zusammensetzung und Form von Halbzeug
— Teil 3: Chemische Zusammensetzung und Erzeugnisformen

EN 1301-2, Aluminium und Aluminiumlegierungen — Gezogene Drähte — Teil 2: Mechanische Eigenschaften

EN 1301-3, Aluminium und Aluminiumlegierungen — Gezogene Drähte — Teil 3: Grenzabmaße

EN 10002-1, Metallische Werkstoffe — Zugversuch — Teil 1: Prüfverfahren bei Raumtemperatur

EN 10204, Metallische Erzeugnisse — Arten von Prüfbescheinigungen

EN 12258-1:1998, Aluminium und Aluminiumlegierungen — Begriffe und Definitionen — Teil 1: Allgemeine


Begriffe

EN 14361, Aluminium und Aluminiumlegierungen — Chemische Analyse — Probenahme von Metall-


schmelzen

3 Begriffe
Für die Anwendung dieses Dokuments gelten die Begriffe nach EN 12258-1:1998.

4 Bestellangaben
Die Bestellung muss das erforderliche Erzeugnis festlegen und muss folgende Angaben enthalten:

a) Form und Art des Erzeugnisses:

1) Form des Erzeugnisses (Runddraht, Rechteckdraht usw.);


2) Bezeichnung des Aluminiums oder der Aluminiumlegierung nach EN 573-3;

b) zu liefernden Werkstoffzustand (Härtegrad oder Wärmebehandlungszustand) und, falls abweichend, den


Werkstoffzustand bei der Verwendung nach EN 515;

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DIN EN 1301-1:2008-12
EN 1301-1:2008 (D)

c) Nummer dieser Europäischen Norm oder die Nummer einer Spezifikation oder ggf. die zwischen
Hersteller und Käufer vereinbarten Eigenschaften;

d) Maße und Form des Erzeugnisses:

1) Durchmesser,
2) Dicke und Breite bei Rechteckdraht,
3) ggf. Verweisung auf eine Zeichnung;

e) Grenzabmaße nach EN 1301-3;

f) Menge:

1) Masse oder Länge,


2) Mengenabweichungen, falls erforderlich;

g) alle Anforderungen für Konformitätsbescheinigungen, Prüfberichte und/oder Analysenprotokolle oder


Prüfbescheinigungen;

h) alle zwischen Hersteller und Käufer vereinbarten speziellen Anforderungen:

1) Prüfverfahren;
2) Kennzeichnung der Erzeugnisse;
3) Oberflächenqualität;
4) Wickelzustand, Verpackung usw.

5 Anforderungen

5.1 Herstellungsverfahren und Fertigungsabläufe

Sofern in der Bestellung nichts anderes festgelegt ist, sind die Herstellungsverfahren und Fertigungsabläufe
dem Ermessen des Herstellers überlassen. Außer bei einem ausdrücklichen Hinweis in der Bestellung
unterliegt der Hersteller keiner Verpflichtung zum Einsatz derselben Verfahren bei späteren Bestellungen
gleicher Art.

5.2 Qualitätsprüfung

Der Hersteller ist für die Durchführung aller erforderlichen Prüfungen vor dem Versand der Erzeugnisse
verantwortlich. Wenn der Käufer die Erzeugnisse im Werk des Herstellers einer Prüfung unterziehen will, so
muss er dies dem Hersteller bei der Auftragserteilung mitteilen.

5.3 Chemische Zusammensetzung

Die chemische Zusammensetzung muss EN 573-3 entsprechen.

Wenn der Käufer engere Gehaltsgrenzen der festgelegten Elemente oder Gehaltsgrenzen für Elemente
fordert, die in EN 573-3 nicht festgelegt sind, so müssen diese Grenzen zwischen Lieferer und Käufer
vereinbart und in der Bestellung aufgeführt werden.

5.4 Mechanische Eigenschaften

Die mechanischen Eigenschaften müssen EN 1301-2 entsprechen oder den zwischen Hersteller und Käufer
vereinbarten und in der Bestellung angegebenen.

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EN 1301-1:2008 (D)

5.5 Fehlerfreiheit

Die Erzeugnisse müssen frei von Fehlern sein, die die Anwendung unter angemessenen Einsatzbedingungen
beeinträchtigen. Obwohl keinerlei Maßnahme zum Verdecken eines Fehlers erlaubt ist, ist die Beseitigung
eines Oberflächenfehlers gestattet, sofern die Grenzabmaße und die Werkstoffeigenschaften weiterhin mit
den Spezifikationen übereinstimmen.

5.6 Grenzabmaße

Die Grenzabmaße müssen EN 1301-3 entsprechen.

5.7 Sonstige Eigenschaften

Zusätzliche Eigenschaftsanforderungen wie Biege- und Torsionsfestigkeit, Wickelprobe, Scherfestigkeit usw.,


müssen zwischen dem Hersteller und Käufer vereinbart und in der Bestellung angegeben werden.

5.8 Werkstoffzustand bei Lieferung

Die Vielfalt der verwendeten Aluminiumsorten und Aluminiumlegierungen erfordert eine genaue Festlegung
des Werkstoffzustandes bei Lieferung, der einen wesentlichen Einfluss auf die Verarbeitbarkeit und die
endgültigen Eigenschaften der hergestellten Drähte haben kann. Die Werkstoffzustände müssen EN 515
entsprechen.

Die üblichen Werkstoffzustände für gezogene Drähte, die durch diese Norm abgedeckt werden, sind:

 O: weichgeglüht;

 H: kaltverfestigt;

 T: wärmebehandelt.

6 Prüfdurchführung

6.1 Probenahme

6.1.1 Chemische Analyse

Die Proben für die chemische Analyse müssen während des Gießens nach EN 14361 entnommen werden.
Ihre Form und Bedingungen der Herstellung (Ausbildung der Form, Abkühlungsgeschwindigkeit, Masse usw.)
müssen so gewählt werden, dass sie die durchschnittliche Zusammensetzung des Flüssigmetalls
repräsentieren und für das Analysenverfahren geeignet sind. Das analytische Verfahren muss berücksichtigt
werden.

6.1.2 Proben für mechanische Prüfungen

6.1.2.1 Identifizierung der Proben

Jede Probe muss so gekennzeichnet sein, dass jederzeit nach Entnahme die Identifizierung des
Erzeugnisses, von dem sie entnommen wurde und ihre Lage, möglich sind. Wenn im Laufe der weiteren
Arbeitsgänge das Entfernen der Kennzeichnung nicht vermeidbar ist, muss eine neue Kennzeichnung oder
Kennzeichnungsetikett, vor Entfernung der Originalkennzeichnung angebracht werden.

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EN 1301-1:2008 (D)

6.1.2.2 Vorbereitung der Proben

Die Entnahme der Proben von den Prüfeinheiten muss nach Beendigung aller mechanischen Behandlungen
und Wärmebehandlungen, denen das Erzeugnis vor der Lieferung unterliegt und welche einen Einfluss auf
die mechanischen Eigenschaften des Metalls haben können, erfolgen. Falls dies nicht möglich ist, darf die
Entnahme der Proben zu einem früheren Zeitpunkt erfolgen. Sie müssen aber der gleichen Behandlung
unterliegen, die für das betroffene Erzeugnis vorgesehen ist1).

Das Schneiden muss so erfolgen, dass dabei die Eigenschaften von dem Teil der Prüfeinheit, aus denen die
Proben vorbereitet werden, nicht verändert werden. Bei den Maßen der Prüfeinheiten muss ein
entsprechender Bearbeitungszuschlag vorgesehen werden, damit der Schnittbereich entfernt werden kann.

Die Prüfeinheiten dürfen weder einer maschinellen Bearbeitung noch einer sonstigen Behandlung, die ihre
mechanischen Eigenschaften beeinträchtigen können, unterzogen werden. Jedes erforderliche Richten muss
mit großer Sorgfalt, vorzugsweise von Hand, durchgeführt werden.

6.1.3 Proben für den Zugversuch

6.1.3.1 Identifizierung der Proben

Jede Probe muss so gekennzeichnet werden, dass das Prüflos, von dem sie stammt, identifiziert werden kann.

Wenn eine Probe durch Einschlagen eines Stempels gekennzeichnet wird, darf dies nicht an einer Stelle oder
auf eine Weise erfolgen, die eine spätere Prüfung beeinflusst.

ANMERKUNG Wenn sich die Kennzeichnung einer Probe als nicht praktikabel erweist, darf diese Probe mit einem
Kennzeichnungsetikett versehen werden.

6.1.3.2 Anzahl der Proben

Es muss eine Probe von jeder Prüfeinheit entnommen werden.

6.1.3.3 Typ und Lage der Proben

Der nicht bearbeitete Draht muss als Probe angesehen werden.

6.2 Prüfverfahren

6.2.1 Chemische Zusammensetzung

Die Analysenverfahren sind dem Ermessen des Herstellers überlassen. Im Streitfall über die chemische
Zusammensetzung muss eine Schiedsanalyse erfolgen, die entsprechend den in Europäischen Normen
angegebenen Verfahren vorgenommen wird (siehe EN 14242 und EN 14726). Die mithilfe dieser Verfahren
erzielten Ergebnisse müssen akzeptiert werden.

6.2.2 Zugversuch

Der Zugversuch muss nach EN 10002-1 durchgeführt werden.

1) Wenn der Käufer das Material in einen Endzustand bringen will, der vom „Lieferzustand“ abweicht, darf er zusätzliche
Prüfungen verlangen. Damit soll festgestellt werden, ob mit diesem Material die im Endzustand spezifizierten
Eigenschaften zu erreichen sind. Der Lieferer muss dann nur bestätigen, dass die ausgewählten, unter
Laborbedingungen des Lieferers wärmebehandelten Proben, den vom Käufer geforderten Eigenschaften im
Endzustand genügen.

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EN 1301-1:2008 (D)

6.2.3 Messung der Maße

Alle Maße müssen bei Raumtemperatur der Werkshallen oder des Labors gemessen werden; im Streitfall bei
einer Temperatur zwischen 15 °C und 25 °C.

6.2.4 Oberflächenbeschaffenheit

Sofern nichts anderes festgelegt wird, muss die Oberflächenprüfung an den Erzeugnissen vor der Lieferung
ohne Einsatz von Vergrößerungsgeräten erfolgen.

6.2.5 Sonstige Prüfungen

Wenn sonstige mechanische oder physikalische Prüfungen gefordert werden, müssen diese zwischen
Hersteller und Käufer vereinbart werden. Die Durchführung dieser Prüfungen muss entweder nach
bestehenden Europäischen oder Internationalen Normen erfolgen (z. B. EN ISO 6507-1, EN ISO 7438,
ISO 7800, ISO 7801, ISO 7802).

6.3 Wiederholungsprüfungen

6.3.1 Mechanische Eigenschaften

Wenn irgendeine der ersten Proben nicht den Anforderungen der mechanischen Prüfungen genügt, muss wie
folgt verfahren werden:

 wenn ein Fehler klar identifiziert wird, sei es in der Vorbereitung der Probe oder im Prüfvorgang, darf das
Ergebnis nicht berücksichtigt werden und die Prüfung muss, wie ursprünglich vorgeschrieben, neu durch-
geführt werden;

 wenn ein Fehler nicht klar identifiziert wird, sind zwei zusätzliche Probenabschnitte zu entnehmen, einer
von einem anderen Ring (oder Rolle oder Bündel usw.) des gleichen Prüfloses, falls verfügbar, einer von
dem gleichen Ring, von dem der ursprüngliche Probenabschnitt stammt, es sei denn, dass der Hersteller
diese Prüfeinheit von der Lieferung zurückgezogen hat;

 wenn die beiden von den zusätzlichen Probenabschnitten stammenden Proben die Anforderungen
erfüllen, gilt das Los, das sie darstellen, als mit den Anforderungen dieser Europäischen Norm
übereinstimmend.

Wenn eine dieser Proben die Anforderungen nicht erfüllt:

 gilt das Prüflos als nicht mit den Anforderungen dieser Europäischen Norm übereinstimmend;

 oder, wenn dies möglich ist, kann das Los einer bzw. mehreren zusätzlichen Behandlungen unterzogen
und dann nochmals als neues Prüflos geprüft werden.

6.3.2 Sonstige Eigenschaften

Das gleiche Vorgehen gilt für die sonstigen Eigenschaften, wenn zwischen Hersteller und Käufer nichts
anderes vereinbart worden ist.

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EN 1301-1:2008 (D)

7 Liefer- und Prüfbescheinigungen

7.1 Massen- und Analysenbescheinigung

Der Lieferer muss bei jeder Lieferung eine Massen- und Analysenbescheinigung mit folgenden Angaben
mitliefern:

a) Name und Adresse der Lieferfirma und des Herstellerwerks;

b) Name und Anschrift des Käufers;

c) Beschreibung des Erzeugnisses nach Abschnitt 4 a), b), c), d) und f);

d) Gusschargennummer, Anzahl der Ringe je Charge, für jede Charge die aktuelle Analyse der Elemente, in
der entsprechenden Reihenfolge nach EN 573-3;

e) gelieferte Gesamtnettomasse.

7.2 Abnahmeprüfzeugnis

Falls in der Bestellung nichts anderes festgelegt ist, muss der Lieferer ein Abnahmeprüfzeugnis 3.1 nach
EN 10204 liefern, das mindestens das Ergebnis der chemischen Analyse und die erhaltenen mechanischen
Eigenschaften enthält.

8 Kennzeichnung
Die Kennzeichnung der Erzeugnisse muss vorgenommen werden, wenn dies zwischen Lieferer und Käufer
vereinbart und in der Bestellung festgelegt worden ist. Die Kennzeichnung darf die Endverwendung des
Erzeugnisses nicht beeinflussen.

9 Verpackung
Sofern in den Europäischen Normen für spezielle Erzeugnisse oder in der Bestellung nichts anderes
festgelegt wurde, muss die Art der Verpackung vom Hersteller festgelegt werden. Der Hersteller muss dabei
alle notwendigen Vorkehrungen treffen, um sicherzustellen, dass unter üblichen Transportbedingungen die
Erzeugnisse in einem für den Einsatz brauchbaren Zustand geliefert werden.

10 Beanstandungen von Fehlern


Bei einem Streitfall, der die Übereinstimmung mit dieser Europäischen Norm oder mit der in der Bestellung
genannten Spezifikation betrifft, und vor Zurückweisung der Erzeugnisse, müssen von einem in
gegenseitigem Einverständnis zwischen Hersteller und Käufer gewählten Sachverständigen Prüfungen
durchgeführt werden. Die Entscheidung dieses Schiedssachverständigen ist endgültig.

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EN 1301-1:2008 (D)

Literaturhinweise

[1] EN 14242, Aluminium und Aluminiumlegierungen — Chemische Analyse — Optische Emissions-


spektralanalyse mit induktiv gekoppelter Plasmaanregung

[2] EN 14726, Aluminium und Aluminiumlegierungen — Chemische Analyse — Leitfaden für die optische
Funkenemissionsspektralanalyse

[3] EN ISO 6507-1, Metallische Werkstoffe — Härteprüfung nach Vickers — Teil 1: Prüfverfahren
(ISO 6507-1:2005)

[4] EN ISO 7438, Metallische Werkstoffe — Biegeversuch (ISO 7438:2005)

[5] ISO 7800, Metallic materials — Wire — Simple torsion test

[6] ISO 7801, Metallic materials — Wire — Reverse bend test

[7] ISO 7802, Metallic materials — Wire — Wrapping test

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