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E DIN EN 1317-6:2008-09 ²(QWZXUI²

Nationales Vorwort

Der vorliegende Europäische Norm-Entwurf wurde vom Technischen Komitee CEN/TC 226
„Straßenausstattung“ (Sekretariat: AFNOR, Frankreich) Arbeitsgruppe WG 1 „Safety barriers“
(Federführung: AFNOR, Frankreich) erarbeitet.

Der für die deutsche Mitarbeit zuständige Ausschuss im DIN Deutsches Institut für Normung e. V. ist der
als Spiegelausschuss eingesetzte Arbeitsausschuss NA 005-10-21 AA „Passive Schutzeinrichtungen“.

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²(QWZXUI² CEN/TC 226
Datum: 2008-08

prEN 1317-6:2008

CEN/TC 226

Sekretariat: AFNOR

Rückhaltesysteme an Straßen — Teil 6: Fußgängerrückhaltesysteme —


Brückengeländer
Dispositifs de retenue routiers

Road restraint systems — Part 6: Pedestrian restraint systems — Pedestrian Parapets

ICS:

Deskriptoren

Dokument-Typ: Europäische Norm


Dokument-Untertyp:
Dokument-Stage: CEN-Umfrage
Dokument-Sprache: D

STD Version 2.2


E DIN EN 1317-6:2008-09
prEN 1317-6:2008 (D) ²(QWZXUI²

Inhalt

Seite

Vorwort ................................................................................................................................................................3
Einleitung.............................................................................................................................................................4
1 Anwendungsbereich .............................................................................................................................5
2 Normative Verweisungen......................................................................................................................5
3 Begriffe, Definitionen, Symbole und Abkürzungen............................................................................6
4 Anforderungen .......................................................................................................................................9
5 Verfahren zum Nachweis der Leistungsfähigkeit............................................................................ 18
6 Zusammenbau und Toleranzen......................................................................................................... 20
7 Eigenschaften des Brückengeländers ............................................................................................. 21
8 Konformitätsbewertung ..................................................................................................................... 23
Anhang A (normativ) Kombinationen von Einwirkungen, Teilsicherheitsbeiwerte (γ) und
Kombinationsbeiwerte (ψ) ................................................................................................................. 28
Anhang B (normativ) Prüfungen mit dynamischen Anpralllasten .............................................................. 31
Anhang C (normativ) Statische Prüfungen.................................................................................................... 36
Anhang D (normativ) Prüfbericht ................................................................................................................... 40
Anhang E (informativ) Darstellung der Bestandteile eines Brückengeländers ......................................... 41
Anhang F (normativ) Werkseigene Produktionskontrolle ........................................................................... 43
Anhang ZA (informativ) Zusammenhang zwischen dieser Europäischen Norm und den
grundlegenden Anforderungen der EU-Bauproduktenrichtlinie ................................................... 44
ZA.1 Anwendungsbereich und relevante Eigenschaften ........................................................................ 44
ZA.2 Verfahren für den Konformitätsnachweis von Brückengeländern................................................ 45
ZA.3 CE–Kennzeichnung und Beschilderung .......................................................................................... 47

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E DIN EN 1317-6:2008-09
²(QWZXUI² prEN 1317-6:2008 (D)

Vorwort
Dieses Dokument (prEN 1317-6:2008) wurde vom Technischen Komitee CEN/TC 226 „Straßenausstattung“
erarbeitet, dessen Sekretariat vom AFNOR gehalten wird.

Dieses Dokument ist derzeit zur CEN-Umfrage vorgelegt.

Dieses Dokument wurde unter einem Mandat erarbeitet, das die Europäische Kommission und die
Europäische Freihandelszone dem CEN erteilt haben, und unterstützt grundlegende Anforderungen der EG-
Richtlinien.

Zum Zusammenhang mit EG-Richtlinien siehe informativen Anhang ZA, der Bestandteil dieses Dokuments ist.

Diese Europäische Norm besteht unter dem Haupttitel Rückhaltesysteme an Straßen aus den folgenden
Teilen:

 Teil 1: Terminologie und allgemeine Kriterien für Prüfverfahren

 Teil 2: Leistungsklassen, Abnahmekriterien für Anprallprüfungen und Prüfverfahren für Schutz-


einrichtungen

 Teil 3: Leistungsklassen, Abnahmekriterien für Anprallprüfungen und Prüfverfahren für Anpralldämpfer

 Teil 4: Leistungsklassen, Abnahmekriterien für Anprallprüfungen und Prüfverfahren für Anfangs-, End-
und Übergangskonstruktionen von Schutzeinrichtungen

 Teil 5: Anforderungen an die Produkte, Konformitätsverfahren und –bescheinigung für Fahrzeug-


rückhaltesysteme

 Teil 6: Fußgängerrückhaltesysteme, Brückengeländer

Diese Europäische Norm muss spätestens DREI Jahre nach dem die Norm im Amtsblatt der Europäischen
Gemeinschaften in Bezug genommen wurde den Status einer Nationalen Norm erhalten.

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E DIN EN 1317-6:2008-09
prEN 1317-6:2008 (D) ²(QWZXUI²

Einleitung
Auf der Grundlage von Sicherheitsbetrachtungen für Fußgänger benötigen Straßen- und Fußgängerbrücken
und ähnliche Konstruktionen den Einbau spezieller Rückhaltesysteme an Straßen: Brückengeländer.

Brückengeländer sind vorgesehen und so ausgelegt, dass Fußgänger und weitere Nicht-Fahrzeugnutzer,
einschließlich Radfahrer und Reiter, zurückgehalten und geführt werden.

In der Norm berücksichtigte Gesichtspunkte sind:

a) Nutzungssicherheit für Fußgänger und andere Straßennutzer (ausgenommen Motorfahrzeuge);

b) Sicherheitsüberlegungen in Bezug auf Fußgänger, die Straßen- und Fußgängerbrücken und ähnliche
Konstruktionen nutzen;

c) Berechnung und Prüfverfahren;

d) Dauerhaftigkeit;

e) Konformitätsbewertung.

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E DIN EN 1317-6:2008-09
²(QWZXUI² prEN 1317-6:2008 (D)

1 Anwendungsbereich
Diese Europäische Norm EN 1317-6 legt neben geometrischen und technischen Anforderungen auch
Anforderungen an die Konstruktion und Herstellung von Brückengeländern an Straßen oder Radwegen,
Fußgänger- oder Reitwegen oder auf Stützwänden und ähnlich höher gelegenen Bauwerken fest.

Diese Europäische Norm enthält keine Anforderungen für:

 Fahrzeug-Rückhaltesysteme oder Fußgänger-Rückhaltesysteme in Wohn-, Gewerbe- oder Industrie-


gebäuden und deren Grundstücken;

 nicht-starre Handläufe, d. h. Seile, Kabel;

 Durchsichtigkeit;

 Risiken hinsichtlich des Kletterns von Kindern.

Diese Europäische Norm deckt Brückengeländer ab, die als Bausätze in den Handel gelangen (siehe 3.15).

ANMERKUNG 1 Die Behörden für Eisenbahnen, Kanäle und Flüsse können zusätzliche Sonderanforderungen stellen.

ANMERKUNG 2 Die oben aufgeführten Anforderungen an Fußgängerrückhaltesysteme sind normalerweise in


nationalen Vorschriften oder mittels Verweisung in der Projektspezifikation (oder Dokumentation) definiert.

2 Normative Verweisungen
Die folgenden zitierten Dokumente sind für die Anwendung dieses Dokuments erforderlich. Bei datierten
Verweisungen gilt nur die in Bezug genommene Ausgabe. Bei undatierten Verweisungen gilt die letzte
Ausgabe des in Bezug genommenen Dokuments (einschließlich aller Änderungen).

EN 1317-1, Rückhaltesysteme an Straßen — Teil 1: Terminologie und allgemeine Kriterien für Prüfverfahren

EN 1317-2, Rückhaltesysteme an Straßen — Teil 2: Leistungsklassen, Abnahmekriterien für Anprallprüfungen


und Prüfverfahren für Schutzeinrichtungen

EN 1990, Eurocode: Grundlagen der Tragwerksplanung

EN 1991-1-3, Eurocode 1 — Einwirkungen auf Tragwerke — Teil 1-3: Allgemeine Einwirkungen, Schnee-
lasten

EN 1991-1-4, Eurocode 1 — Einwirkungen auf Tragwerke — Teil 1-4: Allgemeine Einwirkungen, Windlasten

EN 1991-1-5, Eurocode 1 — Einwirkungen auf Tragwerke — Teil 1-5: Allgemeine Einwirkungen —


Temperatureinwirkungen

EN 1991-1-6, Eurocode 1 — Einwirkungen auf Tragwerke — Teil 1-6: Allgemeine Einwirkungen,


Einwirkungen während der Bauausführung

EN 1991-2, Eurocode 1 — Einwirkungen auf Tragwerke — Teil 2: Verkehrslasten auf Brücken

EN 1992, Eurocode 2: Bemessung und Konstruktion von Stahlbeton- und Spannbetontragwerken

EN 1993, Eurocode 3: Bemessung und Konstruktion von Stahlbauten

EN 1994, Eurocode 4: Bemessung und Konstruktion von Verbundtragwerken aus Stahl und Beton

EN 1995, Eurocode 5: Bemessung und Konstruktion von Holzbauten

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E DIN EN 1317-6:2008-09
prEN 1317-6:2008 (D) ²(QWZXUI²

EN 1996, Eurocode 6: Bemessung und Konstruktion von Mauerwerksbauten

EN 1999, Eurocode 9: Bemessung und Konstruktion von Aluminiumbauten

EN 10204, Metallische Erzeugnisse — Arten von Prüfbescheinigungen

3 Begriffe Symbole und Abkürzungen

3.1 Begriffe

Für die Anwendung dieses Dokuments gelten die folgenden Begriffe.

3.1.1
Brückengeländer
für Fußgänger- oder „andere Straßenbenutzer“ errichtetes Rückhaltesystem entlang einer Brücke oder auf
einer Stützmauer oder ähnlichen Konstruktion, das nicht als Fahrzeug-Rückhaltesystem dient

3.1.2
Pfosten
vertikale oder geneigte Bauteile eines Brückengeländers, die horizontalen und vertikalen Kräften standhalten
und diese Kräfte in die tragende Konstruktion einleiten

3.1.3
Holm
Bauteil eines Brückengeländers, das vertikale und horizontale Kräfte auf die Pfosten überträgt. Obere Holme
und andere Holme sind eingeschlossen

3.1.4
Füllung
Material, das an den Pfosten und/oder Holmen eines Brückengeländers befestigt ist, um die Größe der
Öffnungen (Zwischenräume) zu verkleinern

3.1.5
Sockelfußleiste
kontinuierlicher Überstand, der die Pfosten des Brückengeländers trägt und Teil der Hauptkonstruktion ist, an
der das Geländer befestigt ist

3.1.6
Abschlussbord
kontinuierlicher Überstand, der am Fuß des Brückengeländers befestigt werden kann

3.1.7
Fußplatte
Platte, die am Fußpunkt eines Pfostens des Brückengeländers befestigt ist und zur Befestigung des Brücken-
geländers auf dem Tragwerk verwendet wird

3.1.8
Handlauf
starrer Holm, der am Brückengeländer befestigt oder Teil davon ist, um Fußgänger zu unterstützen und zu
leiten

3.1.9
Höhe
Gesamthöhe HO ist die gesamte Ausführungshöhe (regulative Höhe) des Brückengeländers über der
Gehwegoberfläche (siehe Bild 1)

Die Höhe des hergestellten Produktes ist HP (siehe Bild 1).

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E DIN EN 1317-6:2008-09
²(QWZXUI² prEN 1317-6:2008 (D)

3.1.10
Zwischenraum
Raum, der durch die umgebende Füllung von Pfosten und Holmen gebildet wird

3.1.11
Verkehrslasten
für die Anwendung dieser Norm sind Verkehrslasten diejenigen Lasten, die nicht durch Fahrzeuge, sondern
durch Fußgänger und andere Straßenbenutzer, z. B. Radfahrer und Reiter, verursacht werden

3.1.12
Feld
Abschnitt eines Brückengeländers, der durch zwei Pfosten verbunden ist (NB: Das Feld umfasst alle
umgebenden Pfosten und Holme.)

3.1.13
geplante Nutzungsdauer
Zeitdauer, in der das Produkt oder Bauteil die angegebenen Leistungsmerkmale aufweisen muss und bei
normaler Instandhaltung und den vorgesehenen Nutzungsbedingungen keine Reparatur oder Ausmusterung
erfordert

Legende
1 Gehwegoberfläche
2 Sockel des Brückengeländers (Beton, Stahl oder anderer Werkstoff)
3 Füllungen des Brückengeländers (aus Stahl, Aluminium, Holz oder einem anderen Werkstoff
hergestelltes Produkt)

Bild 1 — Höhe eines Brückengeländers

3.1.14
Fußgänger-Rückhaltesystem
Bausatz, der so gestaltet ist, dass die Anforderungen der vorliegenden Europäischen Norm erfüllt sind

3.1.15
Bausatz
Satz von mindestens zwei einzelnen Bauteilen, die zum dauerhaften Einbau in ein Bauwerk zusammen-
gesetzt werden müssen, um ein montiertes System zu erhalten. Der Bausatz muss im Handel erhältlich sein
und durch einen Käufer von einem einzelnen Lieferanten durch einen einzelnen Geschäftsabschluss
erworben werden können

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prEN 1317-6:2008 (D) ²(QWZXUI²

3.2 Symbole und Abkürzungen

Für die Anwendung dieser Europäischen Norm gelten die folgenden Symbole und Abkürzungen:

Lateinische Großbuchstaben

Ad Bemessungswert einer außergewöhnlichen Einwirkung

Cd begrenzender Bemessungswert des entsprechenden Faktors der Gebrauchstauglichkeit

Ds Mindestdurchmesser eines Zwischenraums, der eine Kugel mit dem Durchmesser Db nicht hindurch
lässt

Db Kugeldurchmesser

E Energie

Ed Bemessungswert der Auswirkung von Einwirkungen

Fd Bemessungswert einer Einwirkung (Last)

Fhk Charakteristischer Wert einer durch den Verkehr verursachten horizontalen Punktlast

Fpdn Senkrecht auf die Füllung wirkende Bemessungslast

FT Prüfkraft

FT,S Prüfkraft auf Gebrauchstauglichkeits-Niveau

FT,U Prüfkraft auf Grenzlast-Niveau

FW Resultierende Windkraft

Gk Charakteristischer Wert einer ständigen Einwirkung

HO Gesamthöhe des Brückengeländers über der Gehwegoberfläche in Meter

HP Vertikale Höhe des hergestellten Brückengeländers

PM Maschenumfang der Füllung

Qhk Charakteristischer Wert konzentrierter horizontaler Verkehrslasten

Qvk Charakteristischer Wert vertikaler konzentrierter Verkehrslasten

Rd Bemessungswert des Widerstandes

Rk Charakteristischer Wert des Widerstandes

RT Widerstand, abgeleitet aus der Prüfung

S Anstieg der Last/Verformungs-Kurve

Sn,dyn Last durch Schneeräummaschinen

Sn Schneelast

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²(QWZXUI² prEN 1317-6:2008 (D)

SLS Grenzzustand der Gebrauchstauglichkeit (en: Serviceability Limit State)

ULS Grenzzustand der Tragfähigkeit (en: Ultimate Limit State)

Lateinische Kleinbuchstaben

b Breite des Gehweges

qhk Charakteristischer Wert der horizontalen, gleichmäßig verteilten Verkehrslasten (Linienlast oder
Flächenlast)

qvk Charakteristischer Wert der vertikalen, gleichmäßig verteilten Verkehrslasten (Linienlast oder
Flächenlast)

Griechische Kleinbuchstaben

α Reduktionsfaktor des Prüfwiderstandes (und Winkel des Sackes B 4.4)

δh Horizontale Verformung oder Durchbiegung

γ Teilsicherheitsbeiwert (Sicherheit oder Gebrauchstauglichkeit)

γA Teilsicherheitsbeiwert für außergewöhnliche Einwirkungen

γGs Teilsicherheitsbeiwert für ständige Einwirkungen (z. B. Eigengewicht ständiger Einwirkungen)

γM Teilsicherheitsbeiwert für eine Baustoffeigenschaft

γQ Teilsicherheitsbeiwert für veränderliche Einwirkungen (Verkehrslasten, Windlasten, Schneelasten)

ψ Kombinationsfaktor

ψ0 Faktor für den Kombinationswert veränderlicher Einwirkungen

ψ1 Faktor für den Häufigkeitswert veränderlicher Einwirkungen

4 Anforderungen

4.1 Allgemeines

Wenn das Brückengeländer auch als Fahrzeug-Rückhaltesystem fungieren muss, dann muss das Brücken-
geländer in Ergänzung zu den Anforderungen der vorliegenden Norm auch die Anforderungen von EN 1317-2
erfüllen.

In Anhang E sind die Bestandteile eines Brückengeländers dargestellt – Hersteller dürfen andere
Konstruktionsarten vorsehen, vorausgesetzt diese erfüllen die Leistungsanforderungen der vorliegenden
Norm.

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E DIN EN 1317-6:2008-09
prEN 1317-6:2008 (D) ²(QWZXUI²

4.2 Konstruktionsbestimmungen

4.2.1 Montagebestimmungen

Der Hersteller muss Konstruktionsunterlagen, Zeichnungen, Einbau- und Wartungsanweisungen zur


Verfügung stellen, in denen die Maßnahmen beschrieben sind, die zur Erfüllung der folgenden Leistungs-
anforderungen zu ergreifen sind:

a) stetige durchgängige Ausrichtung;

b) glatte Oberflächen;

c) keine scharfen Kanten, die zu Verletzungen der Fußgänger führen könnten;

d) Vorkehrungen für Ausdehnung, Verkürzung und Bewegung des Haupttragwerks (z. B. unter Verkehrs-
lasten und Temperatureinwirkungen), um die Leistungsfähigkeit oder die durchgängige Ausrichtung nicht
zu gefährden;

e) Vermeidung von Korrosionstaschen;

f) Vorkehrungen für entsprechende Entwässerung bei Hohlprofilen und Ablaufrinnen;

g) Verträglichkeit zwischen Bauteilen, so dass elektrolytische Wirkungen vermieden werden;

h) Befestigungen und Armaturen können nicht ohne die Benutzung von Werkzeug gelockert werden;

i) Nachweis über die problemlose Montage vor Ort, Einfachheit der Instandhaltung und der Instandsetzung
einschließlich des Ersatzes von Teilen;

j) Ausführung und Schutz der Oberfläche.

4.2.2 Optionale Einrichtungen

Wenn für Brückengeländer folgende Anforderungen festgelegt sind, muss der Hersteller angeben:

a) Sicherheitsvorkehrungen für Instandhaltungspersonal;

b) Vorkehrungen zur Befestigung von Sicherungsgurten an den Pfosten, die das Gewicht einer Person des
Instandhaltungspersonals tragen;

c) besondere Vorkehrungen für die sichere Fahrt von Radfahrern;

d) werkseitig hergestellte Höhe eines Abschlussbordes;

e) werkseitig hergestellte Höhe einer festen Füllung, wenn vorhersehbar ist, dass Pferde und Vieh über die
Brücke oder das Tragwerk geführt werden, wobei die Lage der Füllung festzulegen ist;

f) Vorkehrungen, dass kein Schnee auf den fließenden Verkehr unter der Brücke oder dem Tragwerk fallen
kann;

g) Vorkehrungen für eine Sockelfußleiste, die eine Mindesthöhe von 50 mm haben muss;

h) Spezifikation für die Anbringung eines Stahlseiles im Handlauf.

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E DIN EN 1317-6:2008-09
²(QWZXUI² prEN 1317-6:2008 (D)

4.3 Geometrische Anforderungen

4.3.1 Höhe

4.3.1.1 Gesamthöhe

Die Gesamthöhe HO des Brückengeländers, für das HP bemessen ist, muss angegeben werden.

4.3.1.2 Höhe des hergestellten Produktes

Der Hersteller muss die vertikale Höhe des hergestellten Brückengeländers HP angeben.

Der Hersteller darf die Klassen in Tabelle 1 in Verbindung mit dem von ihm angegebenen Wert verwenden.
Zum Beispiel Klasse B 0,95 m HP.

Tabelle 1 — Klassen für Höhen

Höhen-Klasse Anforderung
Klasse A HP ≤ 0,90 m

Klasse B 0,90 m < HP ≤ 1,00 m

Klasse C 1,00 m < HP ≤ 1,50 m

Klasse D 1,50 m < HP ≤ 1,80 m

Klasse E HP > 1,80 m

4.3.2 Füllungen, Zwischenräume und Maschen

4.3.2.1 Füllungen und Zwischenräume

Der Hersteller muss den Höchstwert für die Zwischenräume DS angeben, durch die eine Kugel mit dem
Durchmesser Db ohne Verformung der Füllungen nicht hindurchpassen darf (siehe auch Tabelle 5, Klasse 5).

Der Hersteller muss die maximalen Größen der Zwischenräume Ds im Verhältnis zur Höhe über der Ober-
kante der Fußplatte des werkseitig hergestellten Brückengeländers angeben (siehe Bild 1), wenn Zwischen-
räume unterschiedlicher Größe Teil der Spezifikation sind.

Der Hersteller darf die Klassen in Tabelle 2 in Verbindung mit dem von ihm angegebenen Wert verwenden.
Zum Beispiel Klasse 3 DS = 115 mm von 0 m bis 0,3 m; Klasse 5 DS = 180 mm von 0,3 m bis 0,95 m.

Tabelle 2 — Klassen für Zwischenräume

Zwischenraum-Klasse Anforderung
Klasse 1 Ds ≤ 50 mm

Klasse 2 Ds ≤ 110 mm

Klasse 3 Ds ≤ 120 mm

Klasse 4 Ds ≤ 150 mm

Klasse 5 Ds ≤ 300 mm

Klasse 6 Ds ≤ 500 mm

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prEN 1317-6:2008 (D) ²(QWZXUI²

4.3.2.2 Maschen

Sind für die Füllungen Maschen anzuwenden, muss der Hersteller den Maschenumfang PM angeben, der
nicht mehr als 200 mm betragen darf.

Der Hersteller darf die Klassen in Tabelle 3 in Verbindung mit dem von ihm angegebenen Wert verwenden.
Zum Beispiel Klasse Y = 170 mm PM.

Tabelle 3 — Klassen für Maschen

Maschenklasse Anforderung

Klasse X PM ≤ 160 mm

Klasse Y 160 < PM ≤ 200 mm

4.4 Bemessungsanforderungen

4.4.1 Allgemeines

Der Hersteller muss die geplante Nutzungsdauer entsprechend der gegebenen Einsatz- und Instandhaltungs-
Bedingungen angeben.

ANMERKUNG Normalerweise ist ein Mindest-Bemessungswert der Nutzungsdauer von 25 Jahren erforderlich,
abgesehen von der Möglichkeit außergewöhnlicher Einwirkungen (siehe EN 1990-1, 2.3).

Brückengeländer müssen entsprechend den allgemeinen Anforderungen von EN 1990 und EN 1991 sowie
den Anforderungen an die Beständigkeit der Werkstoffe in EN 1992 bis EN 1996 und EN 1999 (siehe
auch 4.4) für die folgenden Grenzzustände bemessen sein:

1) Grenzzustand der Tragfähigkeit (ULS) (siehe 4.5.2);

2) Grenzzustand der Gebrauchstauglichkeit (SLS) (siehe 4.5.3).

Teilsicherheitsbeiwerte und Kombinationen von Einwirkungen, die EN 1990, A.2, entsprechen, sind in
Anhang A der vorliegenden Norm angegeben.

Die Bemessungsfestigkeit sollte durch die Fertigungstoleranzen nicht beeinträchtigt werden.

Der Hersteller muss das/die Verfahren angeben, um Verformungen aufgrund von Verkehrslasten und
Temperatureinwirkungen auf das Haupttragwerk zu bewältigen.

4.4.2 Verbindungen zum Haupttragwerk

Die Verbindungen zur Unterkonstruktion des Geländers müssen so bemessen sein, dass die Verbindungen
des Brückengeländers beim Grenzzustand der Tragfähigkeit keine Beschädigung an einem beliebigen Teil
des Tragwerks verursachen.

Diese Anforderung ist erfüllt, wenn der Bemessungswert des Widerstandes der Verbindung zum
Haupttragwerk dem 1,25fachen des Grenzwiderstandes des Bauteiles des Brückengeländers entspricht, der
verbunden wird (Scherbolzen dürfen beispielsweise unter der Voraussetzung verwendet werden, dass die
Verankerungen des Brückengeländers einen Bemessungswert des Widerstandes haben, der das 1,25fache
des Grenzwiderstandes der Scherbolzen beträgt).

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E DIN EN 1317-6:2008-09
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4.4.3 Verkehrseinwirkungen

Bei der Berechnung oder Prüfung der Kombinationen von Verkehrseinwirkungen ist davon auszugehen, dass
Einwirkungen in horizontaler und vertikaler Richtung angreifen und verteilt oder als Punktlasten aufgebracht
werden können.

Die Lasten sind wie in Anhang A dargestellt aufzubringen.

4.4.3.1 Horizontale Verkehrseinwirkungen

4.4.3.1.1 Gleichmäßig verteilte Lasten

Der charakteristische Wert der horizontalen Verkehrseinwirkungen muss entsprechend der Klassifikation nach
Verfahren 1 ausgewählt oder nach Verfahren 2 bestimmt werden.

Die Auswahl des Verfahrens muss durch den Hersteller angegeben werden.

Verfahren 1

Der charakteristische Wert einer horizontalen, gleichmäßig auf den oberen Holm und weitere
horizontale Holme verteilten Last qhk muss nach den in Tabelle 4 angegebenen Lastklassen festgelegt
werden.

Tabelle 4 — Lastklassen – Verfahren 1

Klasse A B C D E F G H J
qhk (kN/m) 0,4 0,8 1,0 1,2 1,6 2,0 2,4 2,8 3,0

Verfahren 2

Der charakteristische Wert einer horizontalen, gleichmäßig verteilten Last qhk, die am oberen Holm
angreift, muss im Bereich zwischen 1,0 kN/m (1,0 kN/m für Gehwege, die nur vom Instandhaltungs-
personal benutzt werden) und 2,8 kN/m nach folgender Gleichung bestimmt werden:

qhk = 0,5 (1,0 + b) kN/m, 1,0 kN/m ≤ qhk ≤ 2,8 kN/m

b = Breite des von Fußgängern benutzten Gehweges

Weitere horizontale Holme müssen einen charakteristischen Wert einer horizontalen, gleichmäßig verteilten
Last qhk von 1,0 kN/m tragen können.

Bei der konstruktiven Bemessung von Brückenfahrbahnen wird in EN 1991-2:2003, 4.8, Anmerkung 2, für
Kräfte, die durch das Brückengeländer übertragen werden, mindestens Klasse C empfohlen (qhk = 1,0 kN/m).
Für Brückengeländer an Gehwegen, die der Öffentlichkeit nicht zugänglich sind, entspricht der empfohlene
Wert Klasse B (qhk = 0,8 kN/m).

4.4.3.2 Konzentrierte Lasten

Der Holm eines Brückengeländers muss einer an jedem beliebigen Punkt aufgebrachten konzentrierten,
horizontalen Last Qhk standhalten. Deren charakteristischer Wert beträgt:

Qhk = 1,0 kN

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prEN 1317-6:2008 (D) ²(QWZXUI²

4.4.3.3 Vertikale Verkehrseinwirkungen

4.4.3.3.1 Gleichmäßig verteilte Lasten


Sämtliche horizontalen und geneigten Elemente eines Brückengeländers müssen einer gleichmäßig
verteilten, vertikalen Last qvk standhalten. Deren charakteristischer Wert beträgt:

qvk = 1,0 kN
ANMERKUNG Bei der konstruktiven Bemessung von Brückenfahrbahnen wird in EN 1991-2:2003, 4.8, Anmerkung 2,
für Kräfte, die durch das Brückengeländer übertragen werden, mindestens Klasse C empfohlen (qvk = 1,0 kN/m). Für
Brückengeländer an Gehwegen, die der Öffentlichkeit nicht zugänglich sind, entspricht der empfohlene Wert Klasse B
(qvk = 0,8 kN/m).

4.4.3.3.2 Konzentrierte Last


Eine konzentrierte vertikale Punktlast Qvk ist an jedem beliebigen Punkt von horizontalen und geneigten
Elementen anzusetzen. Deren charakteristischer Wert beträgt:
Qvk = 1,0 kN
4.4.4 Lasten auf Füllungen
Die Füllung des Brückengeländers muss hinsichtlich der statischen und dynamischen Lasten den folgenden
Anforderungen genügen.

4.4.4.1 Statische Lasten auf Füllungen


Senkrecht zur Ebene der Füllung ist eine Bemessungslast Fpdn anzusetzen. Die Anforderungen an die
Füllung mit der Belastung Fpdn sind in Übereinstimmung mit den in Tabelle 5 angegebenen Klassen zu
deklarieren.
ANMERKUNG Klassen der auf Füllungen wirkenden Lasten stehen nicht unbedingt in Beziehung zueinander.
Tabelle 5 — Klassen der auf Füllungen wirkenden Lasten, Fpdn

Resultierende
Bemessungslast
Klasse Fpdn Ort und Richtung Beanspruchte Länge und Fläche

kN

1 0,5  Verteilte Last an jeder Stelle senkrecht zur  Fläche 125 mm × 125 mm
Füllung, einschließlich Maschen
 Linienlast in jeder Richtung an weiteren  Länge 125 mm
einfachen Füllungsbauteilen, senkrecht
zum Bauteil
2 1,0 Wie Klasse 1 Wie Klasse 1

3 1,0 Verteilte Last auf einem 700 mm × 700 mm Fläche 125 mm × 125 mm
Gitter an jeder Stelle senkrecht zur Füllung,
einschließlich Maschen

4 1,5 Linienlast mit einer Länge von 700 mm im Länge 125 mm


Mittelpunkt und in jeder Richtung an einem
weiteren einfachen Füllungsbauteil senkrecht
zum Bauteil

5 0,5 An jeder Stelle senkrecht zur Ebene der Mittels einer Stahlkugel mit dem
Füllung1) Durchmesser Db aufgebracht, der
anhand des in 4.3.3.1 angegebenen
Wertebereichs festgelegt wird.
1)
Die Belastung nach Klasse 5 ist anzuwenden, wenn die Notwendigkeit besteht, die Verformung der den Umfang der Zwischen
räume umgebenden Füllungsbauteile zu begrenzen, die beim Versuch, einen Gegenstand durch die Füllung zu stecken,
verursacht werden könnte.

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E DIN EN 1317-6:2008-09
²(QWZXUI² prEN 1317-6:2008 (D)

4.4.4.2 Dynamische Lasten auf Füllungen

Die Füllung muss in der Lage sein, den an jedem beliebigen Punkt, wie unten definiert, aufgebrachten
dynamischen Lasten zu widerstehen. Wenn keine Füllung vorhanden ist, sind die dynamischen Prüfungen
nicht erforderlich, und der Hersteller gibt NI an, keine Füllung (en: no infill).

Falls gefüllte Holme nicht vollständig bemessen/berechnet wurden, müssen sie den dynamischen Lasten
ausgesetzt werden.

4.4.4.2.1 Dynamische Last mit weichem Körper

Die Füllung des Brückengeländers muss einer dynamischen Anpralllast mit weichem Körper entsprechend der
nachstehend aufgeführten Energie widerstehen.

Energie des weichen Körpers: E = 600 J

Dieser Wert repräsentiert das Aufprallen einer stürzenden Person.

Das Prüfverfahren muss Anhang B entsprechen.

Die relevanten Abnahmekriterien müssen den Festlegungen in 5.3.2.2, Tabelle 7, entsprechen.

4.4.4.2.2 Dynamische Last mit hartem Körper

Dynamische Lasten mit hartem Körper müssen den Festlegungen der folgenden Abschnitte entsprechend
berücksichtigt werden.

a) Kategorie 1

Die Füllung des Brückengeländers muss einer Mindest-Anprallkraft mit folgender Energie widerstehen.

Energie eines großen harten Körpers: E = 30,0 J

Dieser Wert repräsentiert den Aufprall eines großen Steins oder eines Eisbrockens.

Das Prüfverfahren muss Anhang B entsprechen.

Die relevanten Abnahmekriterien sind in 5.3.2.2, Tabelle 7, angegeben.

b) Kategorie 2

Die Füllung des Brückengeländers muss einer Mindest-Anprallkraft mit folgender Energie widerstehen.

Energie eines kleinen harten Körpers: E = 3,75 J

Dieser Wert repräsentiert den Aufprall eines kleinen Steins.

Das Prüfverfahren muss Anhang B entsprechen.

Die relevanten Abnahmekriterien sind in 5.3.2.2, Tabelle 7, angegeben.

4.4.5 Windeinwirkungen

Für die charakteristischen/globalen Werte von Windlasten FW müssen Zugaben nach EN 1991-1-4:2005,
Abschnitt 8, vorgesehen werden.

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E DIN EN 1317-6:2008-09
prEN 1317-6:2008 (D) ²(QWZXUI²

Bei Brückengeländern, deren Höhe HO 1,2 m nicht überschreitet und deren bauliche Eigenschaften sie nicht
für dynamische Anregung anfällig machen, darf das vereinfachte Untersuchungsverfahren nach
EN 1991-1-4:2005, 8.3.2, angewendet werden. Wenn die Höhe HO (Bild 1) 1,2 m überschreitet, ist das
allgemeine Verfahren nach EN 1991-1-4:2005, 8.3.1, anzuwenden.

Bei sekundären Bauelementen dürfen Windeinwirkungen ignoriert werden.

4.4.6 Schneelasten

Schneelasten Sn müssen nach EN 1991-1-3 bestimmt werden.

4.4.7 Außergewöhnliche Einwirkungen

Der Hersteller muss den Wert für die Last Sn,dyn zur Verfügung stellen, die durch Maschinen zur Beseitigung
von Schnee, Abfällen usw. verursacht werden kann, wenn der Hersteller hinsichtlich der Bemessung des
Brückengeländers angibt, dass es diesen Einwirkungen widersteht.

ANMERKUNG Diese Einwirkungen dürfen in nationalen Vorschriften definiert sein.

Der Hersteller muss den Wert für außergewöhnliche Einwirkungen Ad zur Verfügung stellen, wenn er
hinsichtlich der Bemessung des Brückengeländers angibt, dass es diesen Einwirkungen widersteht.

4.4.8 Teilsicherheitsbeiwerte für Einwirkungen

Die Teilsicherheitsbeiwerte für Einwirkungen müssen EN 1990, A.2, „Anwendung auf Brücken“, entsprechen.

Kombinationen von Einwirkungen und die empfohlenen Teilsicherheitsbeiwerte für die Grenzzustände der
Gebrauchstauglichkeit und Tragfähigkeit sind in Anhang A angegeben

4.5 Überprüfung der Konstruktionssicherheit und Gebrauchstauglichkeit

4.5.1 Allgemeines

Zur Überprüfung der Grenzzustände müssen Werkstoff-Eigenschaften und statisches Verhalten aus den
Eurocode-Normen ermittelt werden:

EN 1992 Eurocode 2: Bemessung und Konstruktion von Stahlbeton- und Spannbetontragwerken


EN 1993 Eurocode 3: Bemessung und Konstruktion von Stahlbauten
EN 1994 Eurocode 4: Bemessung und Konstruktion von Verbundtragwerken aus Stahl und Beton
EN 1995 Eurocode 5: Bemessung und Konstruktion von Holzbauten
EN 1996 Eurocode 6: Bemessung und Konstruktion von Mauerwerksbauten
EN 1999 Eurocode 9: Bemessung und Konstruktion von Aluminiumbauten

Hinsichtlich der Überprüfung durch Berechnung siehe auch 5.2.

4.5.2 Grenzzustand der Tragfähigkeit

Die Konstruktionssicherheit des Brückengeländers muss unter den Bedingungen des Grenzzustandes der
Tragfähigkeit und den in Anhang A angegebenen Kombinationen von Einwirkungen überprüft werden.

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E DIN EN 1317-6:2008-09
²(QWZXUI² prEN 1317-6:2008 (D)

Der Bemessungswert des Widerstandes Rd des Brückengeländers beim Grenzzustand der Tragfähigkeit
muss gleich oder größer als der Bemessungswert der Auswirkungen der relevanten Kombination von
Einwirkungen Ed sein.

Rd ≥ Ed

mit

Rd = Rk /γM

Die dynamischen Anpralllasten (siehe 4.4.4.2) werden mit ständigen Einwirkungen beim Prüfverfahren
kombiniert und müssen nicht weiter berücksichtigt werden.

Kombinationen von Einwirkungen und die empfohlenen Beiwerte für die Grenzzustände der Gebrauchs-
tauglichkeit und Tragfähigkeit müssen Anhang A entsprechen.

4.5.3 Grenzzustand der Gebrauchstauglichkeit

Die Gebrauchstauglichkeit des Brückengeländers muss unter den Bedingungen des Grenzzustandes der
Gebrauchstauglichkeit für die nachfolgend angegebenen Situationen unter Berücksichtigung der in Anhang A
angegebenen Kombinationen der Einwirkungen überprüft werden.

Der Bemessungsfaktor Cd des Brückengeländers beim Grenzzustand der Gebrauchstauglichkeit muss gleich
oder größer als der Bemessungswert der Auswirkungen der relevanten Kombination von Einwirkungen Ed
sein.

Cd ≥ Ed

Die Verformung beim Grenzzustand der Gebrauchstauglichkeit darf die nachfolgend angegebenen Werte
nicht überschreiten.

Situation 1 Verkehr und Wind

Die horizontale Verformung δh, die durch Fd,SLS verursacht wird, darf den nachfolgend angegebenen Wert
nicht überschreiten:

δh ≤ 0,01 des vertikalen Abstandes zur Gehwegoberfläche an jedem Punkt.

Die Verformung darf entweder berechnet oder bei der Prüfung gemessen werden.

Situation 2 Schneeräumung

Der Hersteller muss die vorgesehene Leistung bei Schneeräumung angeben.

4.6 Dauerhaftigkeit
1) Die geplante Nutzungsdauer des Brückengeländers unter festgelegten Nutzungs- und Instandhaltungs-
bedingungen ist anzugeben.

2) Der Hersteller muss die zur Herstellung des Brückengeländers verwendeten Werkstoffe und Schutz-
systeme angeben. Der Hersteller muss außerdem das/die für das Brückengeländer anzuwendende(n)
Wartungsregime angeben, einschließlich jeglicher besonderer Vorsichtsmaßnahmen. Der Hersteller
muss eine Beurteilung hinsichtlich der Einstufung der Dauerhaftigkeit der Werkstoffe (nach den
entsprechenden Werkstoffnormen und Erfahrungen) zur Verfügung stellen. Die Beurteilung der Dauer-
haftigkeit muss die Angabe der technischen Kennwerte der Werkstoffe und die entsprechenden
Bewertungsverfahren enthalten (z. B. Bestimmung des Gewichts von Beschichtungen, Prüfung der Haft-
wirkung).

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E DIN EN 1317-6:2008-09
prEN 1317-6:2008 (D) ²(QWZXUI²

ANMERKUNG Weitere Informationen zur werkseigenen Produktionskontrolle, Schutzsystemen und die Dauerhaftigkeit
beeinflussenden Substanzen sind in Anhang F angegeben.

3) Der Hersteller muss Angaben zur Dauerhaftigkeit machen; dazu gehören:

A. Eine Beschreibung des Systems:

a) Produktbeschreibungen (z. B. Werkstoffe, Beschichtungsarten, Schichtdicke);

b) Zusammensetzung;

c) Verfahren (z. B. Vorbereitung, Applikationsregime, Trocknungszeit, Behandlung von Ecken- und Kanten-
effekten).

B. Ein Wartungshandbuch:

a) empfohlene Inspektionsabstände;

b) empfohlene Inspektionsverfahren;

c) wie sind die Inspektionsergebnisse zu bewerten (z. B. Abbaugrad);

d) Durchführung kleiner Reparaturarbeiten (einschließlich Produkte und Verfahren);

e) Verfahren (inklusive Vorbereitung, Applikationsregime, Trocknungszeit, Behandlung von Ecken- und


Kanteneffekten, umweltbezogene Überwachung, besondere Anforderungen);

f) besondere umweltbezogenen Vorsichtsmaßnahmen.

5 Verfahren zum Nachweis der Leistungsfähigkeit

5.1 Allgemeines

Der Nachweis der Leistungsfähigkeit darf entweder durch eine Kombination von Berechnungen zusammen
mit der dynamischen Prüfung oder durch eine Kombination aus statischer und dynamischer Prüfung erbracht
werden.

Sämtliche Prüfungen müssen an in voller Größe errichteten Feldern durchgeführt werden, die für das
aufgebaute Brückengeländer repräsentativ sind.

Der Widerstand von Füllungen und Feldern gegen dynamische Anpralllasten kann nur durch Prüfung
bestimmt werden. Es müssen die in Anhang B festgelegten Prüfverfahren angewendet werden.

5.2 Nachweis durch Berechnung

Die Konstruktion des Brückengeländers muss hinsichtlich des bei der Fertigung des Brückengeländers
verwendeten Werkstoffs und der in Anhang A festgelegten Kombinationen von Einwirkungen den Eurocode-
Normen EN 1990 bis EN 1996 sowie EN 1999 entsprechen.

Bei Werkstoffen, für die keine europäische technische Spezifikation oder keine ISO-Norm vorliegt, muss die
Bemessung durch Prüfungen gestützt werden, die nach Eurocode EN 1990 „Grundlagen der
Tragwerksplanung“ durchgeführt werden.

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E DIN EN 1317-6:2008-09
²(QWZXUI² prEN 1317-6:2008 (D)

Es müssen zusätzliche Berechnungen und/oder Prüfungen durchgeführt werden, um die Eignung


nachzuweisen von:

a) Verbindungen, d. h. Schweißungen, Schrauben, Muttern, Bolzen, Klebstoffe;

b) Verankerungen und/oder Fundamentschrauben;

c) Berechnungen der Ermüdungsfestigkeit für Elemente mit Spannungskonzentrationen, die für dynamische
Lasten anfällig sind.

5.3 Nachweis durch Prüfung und Abnahmekriterien

5.3.1 Prüfungen mit statischer Last

5.3.1.1 Anordnung und Durchführung

Die anzuwendenden Verfahren für die Prüfung mit statischer Last sind in Anhang C angegeben.

5.3.1.2 Abnahmekriterien

Die Abnahmekriterien für die Prüfungen mit statischer Last sind in Tabelle 6 angegeben.

Tabelle 6 — Abnahmekriterien für die Prüfung mit statischer Last

Prüfverfahren Eigenschaft Kriterien


C.6 Durchbiegung Die in 4.5.3 angegebenen Werte dürfen um nicht mehr als
20 % überschritten werden.
Festigkeit Keine sichtbaren1 Risse und keine Beulen
Örtliche Festigkeit Keine örtlichen Beulen; kein Teil des Probekörpers darf lose
oder abgetrennt werden.
C.7 Festigkeit Kein Erweichungsverhalten (C.7.2), keine Beulen.
Örtliche Festigkeit Keine sichtbaren Risse, örtliche Beulen oder Verformung.
Werkstoffverhalten Kein Erhärtungs- oder Versprödungsverhalten.
1) Mit bloßem Auge aus einer Entfernung von 1 m sichtbar, auf normales Sehvermögen korrigiert.

Bei den Klassen der auf Füllungen wirkenden Lasten 1 bis 4 (Tabelle 5) muss das geprüfte Feld die
Anforderungen an das Prüfverfahren C6 und die Angaben in Tabelle 6 erfüllen.

Bei der Belastungsklasse 5 darf eine Kugel mit dem Durchmesser Db nicht durch das geprüfte Feld passen.

5.3.2 Prüfungen mit dynamischer Last

5.3.2.1 Anordnung und Durchführung

Der Widerstand von Füllungen (und Feldern) gegen dynamische Anpralllasten muss mit Prüfungen bestimmt
werden. Es müssen die in Anhang B festgelegten Prüfverfahren angewendet werden.

Es kann mehr als eine Prüfung erforderlich sein. Es muss mindestens eine Prüfung durchgeführt werden, bei
der sich der Punkt des ersten Kontakts bei 25 % der Länge und 50 % der Höhe der Füllung befindet.

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E DIN EN 1317-6:2008-09
prEN 1317-6:2008 (D) ²(QWZXUI²

5.3.2.2 Abnahmekriterien

Das Brückengeländer muss bei den Prüfungen mit dynamischer Last die in Tabelle 7 angegebenen
Abnahmekriterien erfüllen.

Tabelle 7 — Abnahmekriterien für die Prüfung mit dynamischer Last

Prüfung mit
Energieabsorption Abnahmekriterien
dynamischer Last
Prüfung mit einem E = 600 J a) Kein Teil des Feldes darf sich lösen oder verschieben.
weichen Körper b) Ein Gegenstand, der größer ist als es für die Klasse der
4.4.2.1 Füllung nach 4.3.2 festgelegt ist, darf nicht durch die
geprüfte Füllung passen.
c) Die Füllung darf nicht von anderen Teilen des Geländer-
aufbaus abgetrennt werden.
d) Kein Bauteil darf brechen.
Prüfung mit einem E = 30,0 J e) Der Körper passt nicht durch das geprüfte Feld.
harten Körper f) Das Feld versagt nicht derart, dass es z. B. durch scharfe
4.4.2.2 Kanten eine Gefährdung für Fußgänger darstellt.
g) Die Risstiefe muss kleiner als Dicke sein* .
h) Kein Bauteil darf brechen *.
Prüfung mit einem E = 3,75 J i) Der Körper passt nicht durch das geprüfte Feld.
kleinen harten Körper j) Das Feld versagt nicht derart, dass es z. B. durch scharfe
4.4.2.2 Kanten eine Gefährdung für Fußgänger darstellt.
* Nur auf duktile Werkstoffe anwendbar.

6 Zusammenbau und Toleranzen

6.1 Lagerung, Handhabung und Transport

Der Hersteller muss über Verfahren verfügen, die Techniken zur Handhabung und zum Transport von
Produkten bieten, und ihm müssen ausreichende Lagerbereiche zur Verfügung stehen, die eine
Beschädigung oder Wertminderung verhindern.

6.2 Anweisungen für den Zusammenbau

Der Hersteller muss ein Montagehandbuch mit Teil-Zusammenbauzeichnungen und einer Anweisung zur
Verfügung stellen, wie das Brückengeländer sicher zu montieren ist, um die in der Erst-Typprüfung erreichte
Leistungsfähigkeit zu reproduzieren. Die Anweisung muss auf Punkte verweisen wie beispielsweise:

a) Beschreibung der Montagearbeiten, einschließlich Sonderausrüstungen;

b) Montageverfahren (Errichtung, Zusammenbau, Fundamente usw.);

c) Beschreibung der für das System geeigneten Auflagerbedingungen;

d) Festlegungen für Reparatur und Instandhaltung;

e) alle sachdienlichen Angaben (z. B. Angaben zur Wiederverwertung, Einzelheiten zu giftigen oder
gefährlichen Stoffen im Produkt);

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E DIN EN 1317-6:2008-09
²(QWZXUI² prEN 1317-6:2008 (D)

f) Anzugsmomente für Bolzen;

g) Schweißverfahren;

h) Vorrichtungen und Sonderanweisungen für das Kleben;

i) vorgesehene Unterbrechungen auf der Brücke, Ausdehnung/Kontraktion des Tragwerks, Dehnungs-


fugen;

j) Schutz von artfremden Werkstoffen und deren Befestigungen;

k) Vorrichtungen für Bolzenbefestigung einschließlich Verankerungen;

l) Vorrichtungen für zeitweilige Befestigungen und Auflager vor der endgültigen Montage.

Der Hersteller muss Planungszeichnungen und Anforderungen an die Verankerung bereitstellen.

6.3 Montage des Brückengeländers


Einzelheiten zur Montage, Instandhaltungs- und Inspektionsanforderungen müssen im Montagehandbuch
beschrieben sein.

6.4 Toleranzen
Aus den Zeichnungen müssen sämtliche Toleranzen ersichtlich sein, die den anerkannten europäischen
Toleranzen entsprechen müssen, die für die verwendeten Werkstoffe gelten. Die Eigenschaften und die
Leistungsfähigkeit des Produktes dürfen durch diese Toleranzen nicht beeinflusst werden.

7 Eigenschaften des Brückengeländers

7.1 Eigenschaften
Die Bewertung der Leistungsfähigkeit ist nach Tabelle 8 durchzuführen.
Tabelle 8 — Für Brückengeländer relevante Eigenschaften

Vom Hersteller
Entsprechender
Eigenschaft anzugebende Anmerkungen
Abschnitt
Konformitätskriterien
Leistungsanforderungen
Geometrische Anforderungen
Höhe Hp m 4.3.1.1
Zwischenräume Ds mm 4.3.2.1
Maschen PM mm 4.3.2.2
Verkehrseinwirkungen 4.4.3
Verfahren 1 4.4.3.1.1 Entweder 1 oder 2
Verfahren 2 4.4.3.1.1 Entweder 1 oder 2
Konzentrierte Lasten; vertikale Verkehrs- 4.4.3.2 – Wie in den
einwirkungen; UDL; statische/dynamische 4.4.4.2.2 Abschnitten
Lasten auf Füllungen gefordert
Windeinwirkungen 4.4.5
Schneelasten 4.4.6 Wenn angegeben
Außergewöhnliche Einwirkungen 4.4.7 Wenn angegeben

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E DIN EN 1317-6:2008-09
prEN 1317-6:2008 (D) ²(QWZXUI²

Tabelle 8 — Für Brückengeländer relevante Eigenschaften (fortgesetzt)

Vom Hersteller
Entsprechender
Eigenschaft anzugebende Anmerkungen
Abschnitt
Konformitätskriterien
Montagebestimmungen 4.2.1
Bewegung, Verkürzung, Ausdehnung 4.2.1
Verwendete Werkstoffe 4.2.1
Stetige durchgängige Ausrichtung 4.2.1
Glatte Oberflächen 4.2.1
Keine scharfen Kanten 4.2.1
Vermeidung von Korrosionstaschen 4.2.1
Entwässerung bei Hohlprofilen/Ablauf- 4.2.1
rinnen
Vermeidung elektrolytischer Wirkungen 4.2.1
Angemessenheit von Befestigungen/ 4.2.1
Armaturen in Bezug auf Vandalismus
Problemlose Montage; Instandsetzung und 4.2.1
Instandhaltung
Beschichtung/Oberflächenschutz 4.2.1
Optionale Einrichtungen 4.2.2 Wenn angegeben
Vorkehrungen für Instandhaltungspersonal 4.2.2
Befestigung von Sicherungsgurten 4.2.2
Vorkehrungen für Radfahrer 4.2.2
Abschlussbord 4.2.2
Massive Füllung wegen Viehtrieb 4.2.2
Vorkehrungen gegen Schneefall 4.2.2
Sockelfußleiste 4.2.2
Stahlseil im Handlauf 4.2.2
Bemessungsanforderungen 4.4
Nutzungsdauer 4.4.1
Verfahren zur Behebung von Verformung 4.4.1
Vermeidung von Beschädigungen des 4.4.2
Haupttragwerks
Überprüfung der Tragsicherheit und 4.4
Gebrauchstauglichkeit
Werkstoffeigenschaften und statisches 4.5.1
Verhalten
ULS Rd 4.5.2

SLS Cd 4.5.3 Angegebene


Verformung durch Verkehr und Wind; Kriterien
Schneeräumung

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E DIN EN 1317-6:2008-09
²(QWZXUI² prEN 1317-6:2008 (D)

Tabelle 8 — Für Brückengeländer relevante Eigenschaften (fortgesetzt)

Vom Hersteller
Entsprechender
Eigenschaft anzugebende Anmerkungen
Abschnitt
Konformitätskriterien
Verfahren zum Nachweis der Leistungs- 5
fähigkeit
Berechnungen und Prüfberichte 5.1
Berechnungen/Zeichnungen 5.2 Einschließlich a);
Anhang A b) und c)
Prüfungen mit statischer Last 5.3.1/5.3.1.2 Sofern verwendet,
Anhang C Kopie von An-
Anhang D hang D beifügen
Belastungs-Abnahmekriterien Tabelle 6
Klassen 1-4
Klasse 5
Prüfungen mit dynamischer Last 5.3.2 Sofern verwendet
Anhang B 4.4.4.2
Kopie von An-
Anhang D hang D beifügen
Abnahmekriterien Tabelle 7
Zusammenbau und Toleranzen 6
Lagerung, Handhabung und Transport 6.1
Anweisungen für den Zusammenbau 6.2
Montage 6.3
Toleranzen 6.4

8 Konformitätsbewertung

8.1 Allgemeines

Die Konformität von Brückengeländern mit den Anforderungen der vorliegenden Norm und den angegebenen
Werten (einschließlich Klassen) ist nachzuweisen durch:

 werkseigene Produktionskontrolle (FPC, en: Factory production control);

 weitere Prüfung von im Werk genommenen Proben;

 Erst-Typprüfung;

 Erstprüfung des Werkes und der FPC;

 kontinuierliche Überwachung, Beurteilung und Anerkennung der FPC.

Für Prüfzwecke dürfen die Brückengeländer in Familien gruppiert werden, wenn die Ergebnisse für eine oder
mehrere Eigenschaften eines Produktes innerhalb der Familie als für dieselben Eigenschaften sämtlicher
Produkte innerhalb dieser Familie repräsentativ gelten. Ein Produkt darf im Hinblick auf unterschiedliche
Eigenschaften mehr als einer Familie angehören.

23
E DIN EN 1317-6:2008-09
prEN 1317-6:2008 (D) ²(QWZXUI²

8.2 Erst-Typprüfung

Eine Erst-Typprüfung ist eine vollständige Reihe von Prüfungen oder anderen Verfahren, in denen, im
Hinblick auf die zu beurteilenden Eigenschaften, die Leistungsfähigkeit von für diesen Produkttyp
repräsentativen Produktproben bestimmt wird.

Eine Erst-Typprüfung ist zum Nachweis der Konformität von Brückengeländern mit der vorliegenden Norm
durchzuführen, die in den Handel gebracht werden sollen, sowie:

 am Beginn der Produktion einer neuen oder modifizierten Konstruktionsweise (des Produktes oder
Bausatzes), der Rohstoffe oder des Lieferanten von Bauteilen;

 zu Beginn eines neuen oder modifizierten Produktionsverfahrens.

Im Falle von Typprüfungen von Brückengeländern, bei denen eine Erst-Typprüfung nach der vorliegenden
Norm bereits durchgeführt wurde, darf die Typprüfung reduziert werden,

 wenn einwandfrei festgestellt wurde, dass die Leistungsmerkmale im Vergleich zu den bereits geprüften
Brückengeländern nicht beeinflusst wurden, oder

 in Übereinstimmung mit jeglichen Regeln für Familien und/oder durch die direkte oder erweiterte
Anwendung von Prüfergebnissen.

Wenn Bauteile von Bausätzen verwendet werden, deren Eigenschaften durch den Hersteller der Bauteile
aufgrund der Konformität mit anderen technischen Spezifikationen bereits bestimmt wurden, müssen diese
Eigenschaften nicht erneut beurteilt werden, unter der Voraussetzung, dass die Leistungsfähigkeit der
Bauteile oder das Beurteilungsverfahren dieselben bleiben, dass die Eigenschaften der Bauteile für den vor-
gesehenen Verwendungszweck des fertigen Produktes angemessen sind und sofern das Herstellungs-
verfahren keinen nachteiligen Einfluss auf die bestimmten Eigenschaften hat.

Bei Produkten, die in Übereinstimmung mit den entsprechenden harmonisierten europäischen Spezifikationen
mit dem CE-Zeichen gekennzeichnet wurden, darf angenommen werden, dass sie die durch das
CE-Kennzeichen bestätigte Qualität aufweisen, obwohl dadurch die Verantwortung des Bausatz-Herstellers
nicht entfällt, sicherzustellen, dass der Bausatz als Ganzes ordnungsgemäß konstruiert ist (sofern der
Hersteller die Konstruktion selbst durchführt) und dessen Bauteile die für die Konstruktion erforderlichen
Qualitätswerte aufweisen.

8.2.1 Eigenschaften

Sämtliche Eigenschaften in Abschnitt 4 müssen einer Erst-Typprüfung unterzogen werden, wenn eine
derartige Prüfung eine Anforderung darstellt. Die Berechnung und Anwendung von festgelegten tabellarischen
Werten gilt ebenfalls als Typprüfung. Die Freisetzung gefährlicher Stoffe darf indirekt durch die Kontrolle des
Inhalt des betreffenden Stoffs beurteilt werden.

8.2.2 Verwendung von bereits vorliegenden Daten

Prüfungen, die zuvor am selben Brückengeländer in Übereinstimmung mit den Festlegungen der vorliegenden
Norm durchgeführt wurden (dieselben Eigenschaften, dasselbe Prüfverfahren, Probenahmeverfahren, System
der Konformitätsbescheinigung usw.), dürfen berücksichtigt werden.

8.2.3 Behandlung von berechneten Werten und Bemessung

In jenen Fällen, in denen die Konformität mit der vorliegenden Norm auf Berechnungen beruht, wird die Typ-
prüfung auf die Überprüfung der durchgeführten Berechnungen beschränkt, und darauf, dass die
resultierenden Produkte/Bausätze den Beschreibungen/Annahmen entsprechen, von denen bei der
Bemessung und/oder in den Berechnungen ausgegangen wurde.

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E DIN EN 1317-6:2008-09
²(QWZXUI² prEN 1317-6:2008 (D)

Wenn beispielsweise die Berechnungen der Festigkeit eines tragenden Stahlgerüsts auf einer
angenommenen Stahlsorte und der Anordnung von Bolzenlöchern beruht, wird bei der Überprüfung, in
Ergänzung zur Kontrolle der Berechnung selbst, kontrolliert, dass für die Produkte die richtige Stahlsorte
verwendet wurde und die Bolzenlöcher ordnungsgemäß angeordnet sind.

In einigen Fällen darf der Hersteller Produkte nach einer Bemessung und/oder nach Berechnungen fertigen,
die durch einen anderen als den Hersteller (einen Dritten) zur Verfügung gestellt und vom Hersteller nicht
kontrolliert werden. In diesem Fall wird sich die Überprüfung nicht auf die Bemessung und/oder die
Berechnungen selbst konzentrieren, sondern lediglich auf die Tatsache, dass die Produkte mit den Annahmen
der Bemessung und/oder der Berechnungen konform sind.

8.2.4 Probenahme

Die Erst-Typprüfung muss an Proben durchgeführt werden (von Produkten oder Bausätzen), die für die
Bauart des gefertigten Brückengeländers repräsentativ sind.

8.2.5 Prüf- und Konformitätskriterien

Die Anzahl der zu prüfenden (oder zu beurteilenden) Brückengeländer oder Konfigurationen muss Anhang A
oder Anhang B entsprechen, sofern zutreffend, und die zu prüfenden (oder zu beurteilenden) Eigenschaften
müssen mit Tabelle 8 übereinstimmen. Die Ergebnisse sämtlicher Typprüfungen müssen aufgezeichnet und
vom Hersteller für mindestens 10 Jahre nach dem letzten Herstellungsdatum der Produkte, für die sie gelten,
aufbewahrt werden.

8.2.6 Prüfungen

Die Prüfungsanforderungen müssen den Anhängen A, B und C entsprechen. Die Verifizierung durch Prüfung
und die Abnahmekriterien müssen 5.3 entsprechen.

8.3 Werkseigene Produktionskontrolle

8.3.1 Allgemeines

Der Hersteller muss ein FPC-System einrichten, dokumentieren und erhalten, um den Nachweis zu erbringen,
dass die in den Handel gebrachten Produkte den deklarierten Qualitätsanforderungen genügen. Das
FPC-System muss in Schriftform dokumentierte Verfahrensanweisungen (Arbeitshandbuch), regelmäßige
Inspektionen und Prüfungen und/oder Beurteilungen und die Anwendung der Ergebnisse dieser Prüfungen
umfassen, um z. B. die Rohstoffe oder andere Zulieferwerkstoffe oder Zulieferbauteile, Ausrüstungsteile oder
den Herstellungsprozess und das Produkt selbst zu überprüfen. Die Aufzeichnungen müssen lesbar, leicht
identifizierbar und abrufbar sein.

Ein FPC-System, das mit den Anforderungen von EN ISO 9001:2000 konform ist und den spezifischen
Anforderungen der vorliegenden Norm entspricht, erfüllt die oben genannten Anforderungen.

Ergebnisse der Inspektionen, Prüfungen oder Beurteilungen, die Handlungsbedarf nach sich ziehen, müssen
aufgezeichnet werden, ebenso wie jede ergriffene Maßnahme. Die zu ergreifenden Maßnahmen bei
Nichteinhaltung der Kontrollwerte oder Kriterien müssen aufgezeichnet und für die in den FPC-Verfahrens-
anweisungen des Herstellers festgelegte Zeitdauer aufbewahrt werden.

8.3.2 FPC-Anforderungen für sämtliche Hersteller

8.3.2.1 Allgemeines

Der Hersteller muss Verfahren einrichten, die sicherstellen, dass die für die Produktgüte des Brücken-
geländers zulässigen Fertigungstoleranzen mit den angegebenen, aus der Erst-Typprüfung oder Beurteilung
abgeleiteten Werten konform sind.

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E DIN EN 1317-6:2008-09
prEN 1317-6:2008 (D) ²(QWZXUI²

Sämtliche angegebenen Werte nach Tabelle 8 müssen Gegenstand der werkseigenen Produktionskontrolle
nach den schriftlich festgehaltenen Verfahrensanweisungen des Herstellers sein, wobei die physikalischen
Prüfungen nicht dieselben wie die in der Erst-Typprüfung angewendeten sein müssen, vorausgesetzt es kann
eine Korrelation zwischen beiden aufgezeigt werden.

8.3.2.2 Herstellerspezifische Anforderungen an das FPC-System

8.3.2.3 Personal

Die Zuständigkeiten, Befugnisse und das Verhältnis zwischen Mitarbeitern, die mit der Leitung, Ausführung
oder Überprüfung von Arbeiten befasst sind, die die Konformität des Produktes beeinflussen, müssen
festgelegt sein. Das gilt insbesondere für Mitarbeiter, die Maßnahmen ergreifen müssen, um dem Auftreten
der Nicht-Konformität von Produkten vorzubeugen, um Nicht-Konformität zu korrigieren, und die Probleme mit
der Konformität von Produkten erkennen und registrieren müssen. Personal, das mit der Ausführung von
Arbeiten befasst ist, die die Produktkonformität beeinflussen, muss auf der Grundlage einer entsprechenden
Ausbildung, Weiterbildung, entsprechender Fachkenntnisse und Erfahrungen, für die Belege bereitzuhalten
sind, kompetent sein.

8.3.2.4 Ausrüstung

Sämtliche Wäge-, Mess- und Prüfeinrichtungen, die erforderlich sind, um Konformität zu erzielen oder
nachzuweisen, müssen kalibriert oder verifiziert sein und den dokumentierten Verfahren, Häufigkeiten und
Kriterien entsprechend regelmäßig inspiziert werden. Die Kontrolle der Überwachungseinrichtungen und
Messgeräte muss dem entsprechenden Abschnitt von EN ISO 9001:2000 genügen.

Sämtliche im Fertigungsprozess verwendete Ausrüstung muss regelmäßig inspiziert und gewartet werden, um
keine Unbeständigkeit innerhalb des Fertigungsprozesses aufgrund von Nutzung, Verschleiß oder Versagen
zu verursachen.

Inspektionen und Wartung müssen den schriftlich festgehaltenen Verfahrensanweisungen des Herstellers ent-
sprechend durchgeführt und protokollierten werden, und die Protokolle sind für den in den FPC-Verfahrens-
anweisungen des Herstellers festgelegten Zeitraum aufzubewahren.

8.3.2.5 Konstruktionsprozess

Das FPC-System muss die verschiedenen Schritte der Konstruktion des Brückengeländers dokumentieren
und die Kontrollverfahren und diejenigen Personen benennen, die für sämtliche Konstruktionsschritte
verantwortlich sind.

Während des Konstruktionsprozesses müssen sämtliche Kontrollen, deren Ergebnisse und alle ergriffenen
Korrekturmaßnahmen dokumentiert werden. Diese Aufzeichnung muss angemessen detailliert und genau
sein, damit nachgewiesen werden kann, dass alle Schritte des Konstruktionsprozesses und sämtliche
Kontrollen zufriedenstellend durchgeführt wurden. Übereinstimmung mit EN ISO 9001:2000, 7.3, genügt den
Anforderungen dieses Unterabschnitts.

8.3.2.6 Rohstoffe und Bauteile

Die Spezifikationen sämtlicher gelieferter Rohstoffe und Bauteile müssen nach dem Inspektionsschema zur
Sicherstellung ihrer Konformität dokumentiert werden. Die Verifizierung der Konformität des Rohstoffs mit der
Spezifikation muss EN ISO 9001:2000, 7.4.3, entsprechen.

Falls gelieferte Bausatz-Bauteile verwendet werden, muss die Bescheinigung des Konformitätsgrades des
Bauteils mindestens derjenigen in der zutreffenden harmonisierten technischen Spezifikation dieses Bauteils
entsprechen. Wenn das nicht der Fall ist, muss das Inspektionsschema zum Nachweis der Eignung des
Bauteils geeignet sein.

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E DIN EN 1317-6:2008-09
²(QWZXUI² prEN 1317-6:2008 (D)

8.3.2.7 Kontrolle während des Produktionsprozesses

Der Hersteller muss die Produktion unter kontrollierten Bedingungen planen und durchführen, wobei die
angewendeten Verfahren und Häufigkeiten der Kontrolle mindestens Anhang F entsprechen müssen. Über-
einstimmung mit EN ISO 9001:2000, 7.5.1 und 7.5.2, genügt den Anforderungen dieses Unterabschnitts.

8.3.2.8 Rückverfolgbarkeit und Kennzeichnung

Einzelne Brückengeländer müssen identifizierbar und hinsichtlich ihrer Produktionsherkunft rückverfolgbar


sein. Der Hersteller muss über schriftlich festgehaltene Verfahrensanweisungen verfügen, die sicherstellen,
das Verfahren zur Anbringung von Rückverfolgbarkeits-Codes und/oder Kennzeichen regelmäßig überprüft
werden. Übereinstimmung mit EN ISO 9001:2000, 7.5.3, genügt den Anforderungen dieses Unterabschnitts.

Der Hersteller muss als Teil der Kennzeichnungsanforderungen für die angegebenen Leistungsfähigkeit des
Brückengeländers eine vollständige Tabelle 8 liefern. Wenn derartige Informationen eine Kopie der vor-
geschriebenen Kennzeichnung darstellen, genügt diese vorgeschriebene Kennzeichnung den Anforderungen
dieses Abschnitts im Hinblick auf jene spezifischen Eigenschaften.

8.3.2.9 Nichtkonforme Produkte

Der Hersteller muss über schriftlich festgehaltene Verfahrensanweisungen verfügen, in denen festgelegt ist,
wie nichtkonforme Produkte zu behandeln sind. Derartige Ereignisse müssen bei ihrem Auftreten
aufgezeichnet werden, und diese Aufzeichnungen sind für die Zeitdauer aufzubewahren, die in den schriftlich
festgehaltenen Verfahrensanweisungen des Herstellers definiert ist. Übereinstimmung mit EN ISO 9001:2000,
8.3, genügt den Anforderungen dieses Unterabschnitts.

8.3.2.10 Korrekturmaßnahmen

Der Hersteller muss über dokumentierte Verfahren verfügen, die Maßnahmen zur Beseitigung der Ursache
der Nichtkonformität einleiten, um deren erneutes Auftreten zu verhindern. Übereinstimmung mit
EN ISO 9001:2000, 8.5.2, genügt den Anforderungen dieses Unterabschnitts.

8.4 Produkte als Einzelanfertigung, neue Produktionseinheiten, Produkte in Vorserie


(z. B. Prototypen) und in sehr geringer Stückzahl gefertigte Produkte
Das FPC-System für neue Produktionseinheiten, Produkte als Einzelanfertigung und in sehr geringer
Stückzahl gefertigte Produkte muss sicherstellen, dass die Rohstoffe und/oder Bauteile für die Produktion der
Brückengeländer geeignet sind; es gelten die Festlegungen von Anhang F, sofern zutreffend. Der Hersteller
muss Aufzeichnungen bereithalten, die die Rückverfolgbarkeit des Produktes zulassen.

Bei neuen Produktionseinheiten und Prototypen, für die eine Serienproduktion geplant ist, muss die
Erstprüfung des Werks und der werkseigenen Produktionskontrolle erfolgen, bevor die Produktion angelaufen
und/oder die werkseigene Produktionskontrolle bereits in Betrieb ist.

Folgendes ist zu beurteilen:

 die FPC-Dokumentation und


 das Werk.

Bei der ersten Beurteilung des Werks und der werkseigenen Produktionskontrolle ist zu überprüfen, dass

a) sämtliche Ressourcen zur Verfügung stehen, die zum Erreichen der durch die vorliegende Europäische
Norm geforderten Produkteigenschaften notwendig sind,
a) die FPC-Verfahrensanweisungen in Übereinstimmung mit der FPC-Dokumentation umgesetzt und in der
Praxis befolgt werden können, und
a) das Bauteil mit den Proben aus der Erst-Typprüfung übereinstimmen kann, deren Konformität mit der
vorliegenden Europäischen Norm verifiziert wurde.

Sobald die Serienproduktion vollständig eingerichtet ist, müssen die Festlegungen von 8.4 gelten.

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E DIN EN 1317-6:2008-09
prEN 1317-6:2008 (D) ²(QWZXUI²

Anhang A
(normativ)

Kombinationen von Einwirkungen, Teilsicherheitsbeiwerte (γ) und


Kombinationsbeiwerte (ψ)

A.1 Einleitung

In diesem Anhang sind die Kombinationen von Einwirkungen, Teilsicherheitsbeiwerte γ und Kombinations-
beiwerte ψ angegeben, die für Bemessung der Grenzzustände anzuwenden sind. Diese Beiwerte sind dem
Nationalen Anhang von EN 1990, A.2, zu entnehmen oder, sofern dieser Nationale Anhang nicht zur
Verfügung steht, den in EN 1990, A.2, empfohlenen Werten. Falls im Nationalen Anhang der EN 1317-6 keine
Werte angegeben sind, müssen die im vorliegenden Anhang angegebenen Werte verwendet werden, da sie
auf Grundlage desselben Sicherheitsformats abgeleitet wurden.

A.2 Teilsicherheitsbeiwerte für Einwirkungen


Die empfohlenen Teilsicherheitsbeiwerte für Einwirkungen sind in Tabelle A.1 angegeben.

Tabelle A.1 — Teilsicherheitsbeiwerte (γ) für Einwirkungen

Bemessungssituation Bemessungssituation
ständig/vorübergehend außergewöhnlich
Einwirkung Bemerkung
Ungünstiger Günstiger Ungünstiger Günstiger
Anteil Anteil Anteil Anteil 1)

Ständig
γGs = 1,35 γGs = 1,00 γGs = 1,00 γGs = 0 Eigengewicht, ständige
Einwirkung
Verkehr γQ = 1,35 γQ = 0 γQ = 1,00 γQ = 0 Fußgänger

Weitere
γQ = 1,50 γQ = 0 γQ = 1,00 γQ = 0 Wind, Schnee, Temperatur,
veränderliche
Instandhaltung, usw.
Einwirkungen
Außer- z. B. Einwirkung von Dienst-
gewöhnliche — — γA = 1,00 — leistungsfahrzeugen,
Einwirkungen Schneeräumung, usw.
1) Kombinationen von außergewöhlichen Einwirkungen brauchen nicht so berücksichtigt werden, das sie in günstiger
Weise wirken.

A.3 Kombinationen von Einwirkungen für den Grenzzustand der Tragfähigkeit


Beim allgemeinen Verfahren werden das Eigengewicht und die Windeinwirkungen mit einzelnen horizontalen
und vertikalen Verkehrslasten in den nachfolgend angegebenen Kombinationen A.3 1.A, A.3 1.B, A.3 1.C und
A.3 1.D zusammengefasst. Alternativ dazu, weniger genau, aber in einem etwas einfacheren „Hüll“-Verfahren,
dürfen Eigengewicht und Windeinwirkungen mit sämtlichen Verkehrslasten in der nachstehend angegebenen
Kombination A.3 1.S zusammengefasst werden.

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E DIN EN 1317-6:2008-09
²(QWZXUI² prEN 1317-6:2008 (D)

Kombinationen von Einwirkungen

A.3.1 Ständige Einwirkung, Verkehrslasten und Windeinwirkungen

A.3.1.1 Allgemeiner Ansatz

A.3.1.1A Eigengewicht, horizontal verteilte Verkehrslast und Windeinwirkung

(1) Fd,ULS = γGs × Gk + γQ × qhk + ψ0,W × γQ × FW


(2) Fd,ULS = γGs × Gk + ψ0,Q × γQ × qhk + γQ × FW

A.3.1.1B Eigengewicht, konzentrierte horizontale Verkehrslast und Windeinwirkung

(1) Fd,ULS = γGs × Gk + γQ × Qhk + ψ0,W × γQ × FW


(2) Fd,ULS = γGs × Gk + ψ0,Q × γQ × Qhk + γQ × FW

A.3.1.1C Eigengewicht, vertikal verteilte Verkehrslast und Windeinwirkung

(1) Fd,ULS = γGs × Gk + γQ × qvk + ψ0,W × γQ × FW


(2) Fd,ULS = γGs × Gk + ψ0,Q × γQ × qvk + γQ × FW

A.3.1.1D Eigengewicht, konzentrierte vertikale Verkehrslast und Windeinwirkung

(1) Fd,ULS = γGs × Gk + γQ × Qvk + ψ0,W × γQ × FW


(2) Fd,ULS = γGs × Gk + ψ0,Q × γQ × Qvk + γQ × FW

A.3.1.2 Vereinfachter Hüllenansatz

Eigengewicht, horizontal verteilte Verkehrslast, vertikal verteilte Verkehrslast, konzentrierte horizontale


Verkehrslast, konzentrierte vertikale Verkehrslast und Windeinwirkung.

Fd,ULS = γGs × Gk + γQ × qhk + γQ × Qhk + γQ × qvk + γQ × Qvk + γQ × FW

In A.3.1 gelten für Einwirkungen die folgenden Abkürzungen:

Gk = Charakteristischer Wert einer ständigen Einwirkung


Qhk = Charakteristischer Wert konzentrierter horizontaler Verkehrslasten (4.4.3.2)
qhk = Charakteristischer Wert gleichmäßig verteilter horizontaler Verkehrslasten (4.3.1.1)
Qvk = Charakteristischer Wert konzentrierter vertikaler Verkehrslasten (4.3.3.2)
qvk = Charakteristischer Wert gleichmäßig verteilter vertikaler Verkehrslasten (4.4.3.3.1.)
FW = Windeinwirkung (4.4.5)

Die empfohlenen Kombinationsbeiwerte ψ0 entsprechen EN 1990, A.2:

ψ0,W = 0,3 für Windeinwirkungen


ψ0,Q = 0,4 für Verkehrslasten

A.3.2 Ständige Einwirkung und Schnee

Fd,ULS = γGs × Gk + γQ × Sn

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E DIN EN 1317-6:2008-09
prEN 1317-6:2008 (D) ²(QWZXUI²

In A.3.2 gelten für Einwirkungen die folgenden Abkürzungen:


Gk = Charakteristischer Wert einer ständigen Einwirkung
Sn = Schneelasten (4.4.6)

A.3.3 Lasten auf Füllungen


Fd,ULS = γQ × Fpdn

In A.3.3 gelten für Einwirkungen die folgenden Abkürzungen:


Fpdn = Bemessungslast, senkrecht auf die Füllung wirkende Last nach 4.4.4.

A.3.4 Außergewöhnliche Bemessungssituation, ständige Einwirkungen, horizontale


Verkehrslasten und außergewöhnliche Einwirkungen
(1) Fd,ULS = Gk + ψ1,Q × Qhk + Ad

(2) Fd,ULS = Gk + ψ1,Q × qhk + Ad

Der empfohlene Kombinationsbeiwert ψ1 für Einwirkungen entspricht EN 1990, A.2:

ψ0 = 0,4 für Verkehrslasten


In A.3.4 gelten für Einwirkungen die folgenden Abkürzungen:
Gk = Charakteristischer Wert einer ständigen Einwirkung
Qhk = Charakteristischer Wert konzentrierter horizontaler Verkehrslasten (4.4.3.2)

qhk = Charakteristischer Wert gleichmäßig verteilter horizontaler Verkehrslasten (4.4.3.1.1)

Ad = Bemessungswert einer außergewöhnlichen Einwirkung

A.4 Kombination von Einwirkungen für den Grenzzustand der Gebrauchstauglichkeit


Die Gebrauchstauglichkeit eines Brückengeländers muss unter den Bedingungen des Grenzzustandes der
Gebrauchstauglichkeit nachgewiesen werden.
Die folgende Kombinationen müssen berücksichtigt werden.

A.4.1 Verkehrslast und Windeinwirkung


A.4.1.A (1) Fd,SLS = qhk + ψ0,W × FW

(2) Fd,SLS = ψ0,Q × qhk + FW

A.4.1.B (1) Fd,SLS = Qhk + ψ0,W × FW

(2) Fd,SLS = ψ0,Q × Qhk + FW

Die empfohlenen Kombinationsbeiwerte ψ0 entsprechen EN 1990, A.2:

ψ0,W = 0,3 für Windeinwirkungen


ψ0,Q = 0,4 für Verkehrslasten
In A.4.1 gelten für Einwirkungen die folgenden Abkürzungen:
Qhk = Charakteristischer Wert konzentrierter horizontaler Verkehrslasten (4.4.3.2)

FW = Windeinwirkung (4.4.5)

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E DIN EN 1317-6:2008-09
²(QWZXUI² prEN 1317-6:2008 (D)

Anhang B
(normativ)

Prüfungen mit dynamischen Anpralllasten

B.1 Technische Beschreibung für die Prüfungen


Dem Prüflaboratorium müssen mindestens die folgenden Informationen zur Verfügung gestellt werden, damit
eine Beschreibung der Systemleistung für eine Klasse des Produktes beurteilt werden kann:

a) Produktbeschreibung;

b) Montagehandbuch;

c) Montagebeschreibung (für die Prüfung);

d) System-Übersichtspläne.

B.2 Arten des Anpralls


Die zu berücksichtigenden Arten des Anpralls sind:

B.2.1 Anprallen eines weichen Körpers mit großen Abmessungen, die hauptsächlich das Anprallen eines
menschlichen Körpers mit großen Anprallflächen darstellen (z. B. Stoß mit der Schulter).

B.2.2 Anprallen von harten Körpern, wie ein Stein oder Felsbrocken, jedoch keine Anpralle wie von
Geschossen eines Gewehrs.

B.3 Maße und Gewichte der Anprallkörper

B.3.1 Weicher Körper

Der Anprall von weichen Körpern wird durch einen kugelförmigen und konischen Sack mit einem Gewicht von
50 kg simuliert (siehe Bild B.1), der aus acht Feldern mit Kreuzstichen zusammengenäht wird, um eine Kugel
mit 400 mm Durchmesser mit einer Spitze zu bilden, die sich 400 mm vertikal über dem Mittelpunkt der Kugel
befindet. Die Unterseite des Sackes muss mit einem gewölbten Stück Leder verstärkt werden, das 120 mm
lang auf den Sack genäht wird. Das Oberteil des Sackes muss etwas abgestumpft werden, um eine 80 mm
große Öffnung zu bilden. Diese Öffnung muss mit einem auf das Leder genähten Rand verstärkt werden, in
dem Ringe mit gleichem Abstand angebracht werden, die in einem Unterstützungsring zusammenzulaufen.
Der Sack muss so mit Glaskugeln mit 3 mm Durchmesser gefüllt werden, dass das Gesamtgewicht
(50 ± 0,5) kg beträgt.

Die Glaskugeln müssen üblicherweise diejenigen sein, die zum Mahlen von Farben verwendet werden.

Der Sack sollte mit einer Blase versehen werden (Polyethylenbeutel), um bei einem Reißen des Sackes das
Verstreuen der Glaskugeln zu vermeiden.

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E DIN EN 1317-6:2008-09
prEN 1317-6:2008 (D) ²(QWZXUI²

a) Gefüllter und geschlossener Sack b) Offener und entleerter Sack

Legende
1 – Lederrand
2 – Planen-Felder
3 – Lederboden

Bild B.1 — Kugelförmiger und konischer 50-kg-Sack

B.3.2 Harter Körper

Der Aufprall eines harten Körpers ist mit einer massiven Stahlkugel darzustellen, die eine Ringöse aufweisen
darf. Das Gesamtgewicht muss (3 000 +−50 0 ) g betragen.

B.3.3 Kleiner harter Körper

Der Aufprall eines kleinen harten Körpers ist mit einer massiven Stahlkugel darzustellen, die einen
Durchmesser von 63,5 mm besitzt und eine Ringöse haben darf. Das Gesamtgewicht muss (1 000 ± 10) g
betragen.

B.4 Durchführung der Prüfung

B.4.1 Kennzeichnung

Die zu prüfenden Felder müssen klar erkennbar gekennzeichnet sein.

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²(QWZXUI² prEN 1317-6:2008 (D)

B.4.2 Anprallkörper

Der Anprallkörper muss frei auf den Mittelpunkt des Prüffeldes schwingen können und der harte Körper darf
frei von einer vertikalen Position fallen. Die Prüfeinrichtung muss sicher befestigt sein und darf sich bei der
Prüfung nicht verformen und darf die Energie des Anprallkörpers nicht aufnehmen oder verändern.

B.4.3 Lage des zu prüfenden Feldes und Auflagerbedingungen

Das zu prüfende Feld muss wie ein installiertes Feld aufgelagert werden. Es muss so angeordnet werden,
dass seine Ebene tangential zum Anprallpunkt liegt, und zwar rechtwinklig zur vertikalen Ebene, die durch das
Schwingen des Sackes gebildet wird.

B.4.4 Prüfeinrichtung

Die Prüfeinrichtung ist auf Bild B.2 dargestellt; die Rollen und Winden befinden sich in der Ebene, die durch
den Fallweg des Sackes beschrieben wird:

 der Sack wird an seinem Ring mit Seil C1 über eine Rolle an Winde T1 aufgehängt;

 der aufgehängte Sack befindet sich im Ruhezustand tangential zum zu prüfenden Feld;

 die horizontale Positionierung des Sackes im rechten Winkel zum Anprallpunkt wird entweder durch die
Positionierung der Winden T1 und T2 oder durch Einstellung der Lage des zu prüfenden Feldes erreicht;

 die vertikale Lage des Sackes wird durch Einstellung des Seiles C2 an Winde T2 erreicht;

 der Winkel α darf 65° nicht überschreiten.

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E DIN EN 1317-6:2008-09
prEN 1317-6:2008 (D) ²(QWZXUI²

Bild B.2 — Anprallprüfeinrichtung für einen weichen Körper mit großem Durchmesser

B.4.5 Durchführung

Für die Durchführung der Prüfung wird der Sack in die Ausgangsposition gebracht und mit dem Seil C2
(welches über Rolle P2 zur Winde T2 führt) hochgezogen wird, das am Ring des Sackes mit einem Schnapp-
haken befestigt ist, der zum Einleiten der Prüfung freigegeben werden kann. Die Fallhöhe muss vor der
Prüfung gemessen werden.

Der Schnapphaken darf eine Sicherung sein, die durch Fernauslösung betätigt werden kann.

Folgende Prüfbedingungen müssen eingehalten werden:

a) die Bewegungen des weichen Körpers und des daran befestigten Seils dürfen nicht durch ein Hindernis
beeinträchtigt werden, außer durch die Füllung des Feldes;

b) die Höhen der Rollen, über die die Seile laufen (siehe Bilder B.2 und B.3), werden unter Berücksichtigung
der Lage des Massenschwerpunktes des Anprallkörpers bestimmt;

c) es muss verhindert werden, dass der Anprallkörper noch einmal gegen das Feld stößt, falls er nach dem
ersten Anprall zurückprallt.

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E DIN EN 1317-6:2008-09
²(QWZXUI² prEN 1317-6:2008 (D)

B.4.6 Prüfeinrichtung für einen harten Körper

Der Prüfeinrichtung für den harten Körper ist auf Bild B.3 dargestellt. Die Prüfeinrichtung muss sicher befestigt
werden und darf sich während der Prüfung nicht verformen. Die Kugel wird an der Öse am Seil C1 auf-
gehängt, das an einem Festpunkt der Prüfeinrichtung befestigt ist, damit:

 die Kugel in Ruhestellung tangential zum Prüffeld und zum beabsichtigten Anprallpunkt liegt;

 die Länge des Seils C1 zwischen der Öse der Kugel und ihrem Befestigungspunkt nicht kleiner als
1,75fache der beabsichtigten Fallhöhe ist.

B.4.7 Durchführung der Prüfung mit einem harten Körper

Die Prüfung wird durch Verwendung von Seil C2 ausgeführt, indem die Kugel zu ihrer Ausgangsposition
schwingt, wobei sicherzustellen ist, dass die Seile C1 und C2 im rechten Winkel zum Anprallpunkt auf dem zu
prüfenden Feld bleiben und dass der Winkel zwischen dem Seil C2 und der Senkrechten nicht kleiner als 30°
oder größer als 45° ist. Vor der Prüfung muss die Fallhöhe gemessen werden. Alternativ dazu darf die
Prüfung mit einem vertikalen freien Fall ausgeführt werden. Die Kugel muss ohne Anfangsgeschwindigkeit
von einer Höhe freigegeben werden, die zwischen dem unteren Rand der Kugel und dem vorgesehenen
Anprallpunkt zu messen ist.

B.5 Prüfbericht
Der Prüfbericht ist nach Anhang D zu erarbeiten.

Bild B.3 — Anprallprüfeinrichtung für einen harten Körper

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E DIN EN 1317-6:2008-09
prEN 1317-6:2008 (D) ²(QWZXUI²

Anhang C
(normativ)

Statische Prüfungen

C.1 Einleitung
Dieser Anhang beschreibt die Prüfungen, die an Stelle oder in Kombination mit den Berechnungen zur
Bemessung ausgeführt werden müssen. Die Prüfungen werden im Grenzzustand der Gebrauchstauglichkeit
(SLS) und im Grenzzustand der Tragfähigkeit (ULS) ausgeführt.

C.2 Technische Beschreibung für die Prüfungen


Dem Prüflaboratorium müssen mindestens die folgenden Informationen zur Verfügung gestellt werden, damit
eine Beschreibung der Systemleistung für eine Klasse des Produktes beurteilt werden kann:

d) Produktbeschreibung;

e) Montagehandbuch;

f) Montagebeschreibung (für die Prüfung);

g) System-Übersichtspläne.

C.3 Prüfkörper
Die Prüfkörper müssen mindestens 4 Felder mit zugehörigen Pfosten (einschließlich Endfelder) umfassen
oder eine Mindestlänge von 8,0 m haben.

Ein kleinerer Prüfkörper ist zulässig, wenn nachgewiesen werden kann, dass die Randbedingungen richtig
wiedergegeben werden.

Prüfkörper, die die Prüfung beim Grenzzustand der Gebrauchstauglichkeit bestanden haben, dürfen für die
Prüfung beim Grenzzustand der Tragfähigkeit verwendet werden.

C.4 Anordnung der Probekörper


Die Pfosten der Probekörper müssen so errichtet sein, dass die Befestigungen dieselben sind wie bei der
tatsächlichen Konstruktion.

Die Befestigungen der Prüfeinrichtung dürfen für die Pfosten auf einer horizontalen Prüfunterlage liegen.
Alternativ dazu dürfen die Pfosten vertikal und der Handlauf horizontal sein.

C.5 Lastaufbringung

C.5.1 Allgemeines

Die Lastaufbringung muss nach 4.4.3, 4.4.5, 4.4.6. und 4.4.7 erfolgen.

Die Lastkombinationen müssen 4.5 und Anhang A entsprechen.

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E DIN EN 1317-6:2008-09
²(QWZXUI² prEN 1317-6:2008 (D)

C.5.2 Bestimmung der Prüflast FT

1) Bestimmung des Bemessungswerts der Last Fd,ULS nach A.3;

2) Bestimmung des Bemessungswerts der Last Fd,SLS nach A.4.

Die Prüflast FT wird aus dem Bemessungswert der Last Fd abgeleitet mit:

FT = 1,25 × Fd

FT,S = 1,25 × Fd,SLS

FT,U = 1,25 × Fd,ULS

Der Faktor 1,25 gilt für Punktlasten, Flächenlasten und gleichmäßig verteilte Lasten, die in jede Richtung
wirken.

ANMERKUNG Der Faktor 1,25 gleicht Werkstoff- und Verarbeitungsqualitäten aus.

C.6 Statische Prüfung im Grenzzustand der Gebrauchstauglichkeit

C.6.1 Prüfverfahren

1) Die Prüflast FT,S für den Grenzzustand der Gebrauchstauglichkeit, die nach C.4.2 abgeleitet wird, ist in
fünf gleichmäßigen Stufen von 20 %, 40 %, 60 %, 80 % und 100 % aufzubringen.

2) Die 100-%-Last ist für 60 min aufrechtzuerhalten; alle anderen Lasten sind für 10 min aufrechtzuerhalten.

3) Bei jeder Laststufe, sowohl bei Belastung als auch bei Entlastung, sind die Lasten und Durchbiegungen
zu messen und aufzuzeichnen.

4) Bei der Stufe mit der 100-%-Last sind Last und Durchbiegungen in Abständen von 10 min zu messen und
aufzuzeichnen.

5) Die Prüfbedingungen sind aufzuzeichnen und fotografische Aufnahmen sind anzufertigen.

6) Es ist langsam in Stufen von 20 % zu entlasten.

C.6.2 Abnahmekriterien

Die Abnahmekriterien sind in 5.3.1.2, Tabelle 6, angegeben.

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prEN 1317-6:2008 (D) ²(QWZXUI²

C.7 Statische Prüfung im Grenzzustand der Tragfähigkeit

C.7.1 Prüfverfahren

1) Die Prüflast FT,U für den Grenzzustand der Tragfähigkeit, der nach C.5.2 abgeleitet wird, ist in sieben
Stufen aufzubringen:

Tabelle C.1 — Belastungsschritte und –stufen

Lastschritt Laststufe Bemerkung


1 20 %
2 40 %
3 60 %
4 70 % Messung der Durchbiegungen
5 80 % Messung der Durchbiegungen
6 90 % Messung der Durchbiegungen
Messung der Durchbiegungen und Aufrechterhalten der Last
7 100 %
für 60 min, Messung der Durchbiegungen wiederholen

2) Die Prüfbedingungen sind aufzuzeichnen und fotografische Aufnahmen sind anzufertigen.

3) Es ist langsam in sieben Stufen (wie bei der Belastung) zu entlasten.

4) Bei den Lastschritten 4, 5, 6, und 7 ist eine Last (FT,U)/Verformung (d)-Kurve aufzunehmen:

∆FT ,U
S= (1)
∆d

Dabei ist

∆FT,U = Änderungsgeschwindigkeit der Prüflast;

∆d = Änderungsgeschwindigkeit der Verformung.

C.7.2 Abnahmekriterien

Die Abnahmekriterien sind in 5.3.1.2, Tabelle 6, angegeben.

Im Grenzzustand der Tragfähigkeit darf die Konstruktion bei den letzten vier Laststufen kein Erweichungs-
verhalten zeigen, das durch den Anstieg der Last/Verformungs-Kurve „S“ sichtbar wird, der stets positiv sein
muss (siehe C.7.1).

C.8 Prüfanforderungen

C.8.1 Anzahl der Prüfungen

Die Anzahl der Prüfungen richtet sich nach der Bemessungsfestigkeit, die aus den Prüfverfahren nach
Anhang D des Eurocode-EN 1990 „Grundlagen der Tragwerksplanung“ beruhend auf der Angabe statistischer
Daten abgeleitet werden kann.

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E DIN EN 1317-6:2008-09
²(QWZXUI² prEN 1317-6:2008 (D)

C.8.2 Lastaufbringung
a) Die Last muss mit einer geregelten Geschwindigkeit aufgebracht werden.

b) Punktlasten müssen gleichmäßig über eine Länge von 200 mm verteilt werden.

c) Streckenlasten müssen über eine Länge von 200 mm gleichmäßig verteilt als fünf gleiche Lasten auf-
gebracht werden.

d) Gleichmäßig verteilte Lasten müssen als Punktlasten auf eine Fläche von 200 mm × 200 mm aufgebracht
werden, die als Belastung einer Fläche von 300 mm × 300 mm angesehen werden kann.

e) Zwischen dem (den) lastaufbringenden Teil(en) und dem (den) Probekörper(n) muss Gummi oder ein
vergleichbarer synthetischer Werkstoff verwendet werden.

C.8.3 Prüfeinrichtung
Die zur Lastaufbringung verwendete Prüfeinrichtung muss für alle Prüflasten stabil und steif genug sein und
darf sich um nicht mehr als 1 % der Prüfergebnisse des Probekörpers durchbiegen oder verformen. Wenn bei
der Prüfung eine derartige Biegung oder Verformung auftritt, muss die Prüfung abgebrochen und mit einer
geeigneten Prüfeinrichtung wiederholt werden.

C.8.4 Prüfaufzeichnungen
Der Hersteller muss die vollständigen Aufzeichnungen über die durchgeführten Prüfungen, einschließlich
Fotos, und Einzelheiten zur Prüfeinrichtung für eine Zeitdauer von mindestens 10 Jahren nach Einstellung der
Produktion des Fußgängerrückhaltesystems aufbewahren, das durch die Prüfung repräsentiert wurde.

C.8.5 Auswertung der Prüfergebnisse


Der charakteristische Wert des Widerstands der Konstruktion und ihrer Teile wird aus den Prüfungen nach
den in Anhang D des Eurocode-EN 1990 „Grundlagen der Tragwerksplanung“ angegebenen Verfahren
abgeleitet.

Stehen keine statistischen Daten zur Verfügung, muss der charakteristische Wert des Widerstandes Rk
alternativ durch Anwendung eines Prüf-Widerstandsminderungsfaktors α nach Tabelle C.2 für den
Prüfwiderstand RT abgeleitet werden nach:

Rk = α × RT

Tabelle C.2 — Prüf-Widerstandsminderungsfaktor α

Anzahl der Prüfungen 1 3 5 7


Prüf-Widerstandsminderungsfaktor α 0,5 0,8 0,9 0,95

ANMERKUNG 1 Die Unterschiedlichkeit der Werkstoffe (Sprödigkeit, Dehnbarkeit, usw.) und Konstruktionen machen
es unmöglich, einen einfachen Zusammenhang zwischen der Anzahl der Prüfungen und dem abgeleiteten Bemessungs-
wert des Widerstands einzuführen.

ANMERKUNG 2 Werden nur wenige Prüfungen durchgeführt, dann kann die Prüfkraft FT,S oder FT,U nach C.5.2 nicht
ausreichend sein, um den Widerstand bei der Prüfung mit ausreichender Zuverlässigkeit abzuleiten.

C.8.6 Prüfbericht

Der Prüfbericht ist nach Anhang D zu erarbeiten.

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E DIN EN 1317-6:2008-09
prEN 1317-6:2008 (D) ²(QWZXUI²

Anhang D
(normativ)

Prüfbericht

Die Prüfberichte für die dynamische und die statische Prüfung müssen folgende Angaben enthalten:

a) die Nummer dieser Europäischen Norm EN 1317-6 und die geprüften Eigenschaften;

b) den Namen der Organisation, die die Probekörper und die Berechnungen/Zeichnungen (des gesamten
Brückengeländers oder dessen Teile) vorbereitet bzw. erstellt hat, gemeinsam mit dem Namen der
Organisation, die die Vorbereitung und Montage sowie den Ort der Probenahme bestätigt;

c) Kennzeichnung des (der) geprüften Probekörper(s), z. B. Name des Herstellers, Anzahl oder Menge der
Probekörper, Beschreibung des Produkts, einschließlich Art und Herkunft der Werkstoffe und die vom
Hersteller verwendete Kennnummer;

d) Beschreibung des Gesamtsystems, einschließlich Befestigungen, Schweißungen und Korrosionsschutz


(nach 6.2);

e) Beschreibung der Prüfeinrichtung, einschließlich Anordnung der Rollen und Winden, Winkel und
hydraulischen Pressen;

f) Angaben zum Herstellungsdatum des (der) Probekörper(s) und den Zeitpunkten, wann die Prüfungen
oder Wiederholungsprüfungen durchgeführt wurden, einschließlich des Aufbaus der Prüfeinrichtung;

g) vollständiger Prüfbericht einschließlich graphischer Darstellungen über die stufenweise Lastaufbringung


sowie die gemessenen Durchbiegungen und Verformungen;

h) Registriernummer des Laboratoriums;

i) Unterschrift der Person, die die Prüfung durchgeführt hat und der für die Prüfung verantwortlichen
Person.

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E DIN EN 1317-6:2008-09
²(QWZXUI² prEN 1317-6:2008 (D)

Anhang E
(informativ)

Darstellung der Bestandteile eines Brückengeländers

Legende
1 Oberer Holm
2 Pfosten
3 Geflechtfüllung
4 Stabfüllung
5 Fußplatte
6 Sockelfußleiste
7 Abschlussbord
8 Holm
9 Gehweg

Bild E.1 — Aufriss und Querschnitt

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E DIN EN 1317-6:2008-09
prEN 1317-6:2008 (D) ²(QWZXUI²

Legende
1 Oberer Holm
2 Pfosten
3 Geflechtfüllung
4 Stabfüllung
5 Fußplatte
6 Sockelfußleiste
7 Abschlussbord
8 Holm
9 Gehweg
10 Feld

Bild E.2 — Perspektivische Ansicht

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E DIN EN 1317-6:2008-09
²(QWZXUI² prEN 1317-6:2008 (D)

Anhang F
(normativ)

Werkseigene Produktionskontrolle

In diesem Anhang werden Faktoren beschrieben, die für die Kontrolle der Fertigung von Bedeutung sind
(siehe Tabelle F.1). Umfang und Häufigkeit der Kontrolle während der Fertigung und der Endprozesse
müssen Hinweise auf die dargestellten Überwachungspunke umfassen und im dokumentierten FPC-System
des Herstellers beschrieben sein.

Tabelle F.1 — Fertigungskontrolle

Gegenstand der
Kontrolle nach Kontrollverfahren Mindesthäufigkeit
Kontrolle
Werkstoffe Spezifikation für die Typ- Zertifikat 3.1. (EN 10204) Jedes Los
prüfung
Zutreffende Europäische
Normen
Mechanische Zutreffende Europäische Zertifikat 3.1. (EN 10204) Jede Charge
Befestigungsteile Normen
Maße Fertigungszeichnungen Messung Jedes Feld
Schweißverbindungen Fertigungsverfahren des Sichtprüfung Jede Schweißstelle
Herstellers
Kritische Schweißstellen –
(WPS & WPQ)2 NDT1
Klebverbindungen Verfahren des Herstellers für Sichtprüfung der Fügestellen Jede Verbindung
das Kleben und Überprüfung der
Verfahren
Anzugsmoment für Verfahren des Herstellers Messung mit kalibrierter Jede
Bolzen Einrichtung Schraubverbindung
Toleranzen Fertigungszeichnungen Messung Jedes Feld
Oberflächen- 4.6 Sichtprüfung Jedes Feld
beschaffenheit
Korrosionsschutz Verfahren des Herstellers Sichtprüfung, Messung der Jedes Bauteil
Schichtdicke
Markierung Abschnitt 8, ZA.3 Sichtprüfung Jedes Feld oder nur
Endfeld
Kennzeichnung 8.3.2.8 Sichtprüfung Jedes Feld
1 NDT = Zerstörungsfreie Prüfung (en: Non Destructive Testing)
2 WPS = Schweißverfahrensanweisung [en: Welding Procedure Statement] (Legt die Verfahren und
Konformitätsanforderungen für jedes Schweißverfahren fest.)
2 WPQ = Schweißverfahrensqualifizierung [en: Welding Procedure Qualification] (Prüft die von einzelnen
Schweißern hergestellten Schweißverbindungen hinsichtlich ihrer Konformität mit der
Schweißverfahrensanweisung und legt Parameter für die zerstörungsfreie Prüfung fest, anhand derer der
Schweißer hinsichtlich der Einhaltung der ordnungsgemäßen Verfahren gemessen wird, um
sicherzustellen, dass die WPS-Anforderungen weiterhin erfüllt sind.)

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prEN 1317-6:2008 (D) ²(QWZXUI²

Anhang ZA
(informativ)

Zusammenhang zwischen dieser Europäischen Norm und den


grundlegenden Anforderungen der EG-Bauproduktenrichtlinie

ZA.1 Anwendungsbereich und relevante Eigenschaften


Diese Europäische Norm wurde im Rahmen des Mandates M/111 „Straßenausstattung“ erarbeitet, das dem
CEN von der Europäischen Kommission und der Europäischen Freihandelszone erteilt wurde.

Die in diesem Anhang angegebenen Abschnitte dieser Europäischen Norm erfüllen die Anforderungen des
Mandates, das nach der EG-Bauproduktenrichtlinie (89/106/EWG) erteilt wurde.

Die Übereinstimmung mit diesen Abschnitten berechtigt zu der Annahme, dass die Fußgängerrückhalte-
systeme/Brückengeländer, für die dieser Anhang gilt, für die hierin aufgeführten Verwendungszwecke
geeignet sind; die Angaben zur CE-Kennzeichnung sind zu beachten.

WARNHINWEIS — Für Produkte, die in den Anwendungsbereich dieser Norm fallen, können weitere
Anforderungen und weitere EG-Richtlinien anwendbar sein.

ANMERKUNG 1 Zusätzlich zu den konkreten Abschnitten dieser Norm, die sich auf gefährliche Substanzen beziehen,
kann es weitere Anforderungen an die Produkte, die in den Anwendungsbereich dieser Norm fallen, geben (z. B.
umgesetzte europäische Rechtsvorschriften und nationale Gesetze, Rechts- und Verwaltungsvorschriften). Um die
Bestimmungen der EU-Bauproduktenrichtlinie zu erfüllen, ist es notwendig, die besagten Anforderungen, sofern sie
Anwendung finden, ebenfalls einzuhalten.

ANMERKUNG 2 Eine Informations-Datenbank über europäische und nationale Vorschriften über Gefahrenstoffe ist auf
der Kommissions-Webseite CIRCA „dangerous substances“ verfügbar (Zugang über die verantwortliche Einheit
entr-construction@ec.europa.eu

Dieser Anhang beinhaltet die Bedingungen für die CE-Kennzeichnung von Brückengeländern für den
vorgesehenen Verwendungszweck nach Tabelle ZA.1 und führt die dafür zutreffenden Abschnitte auf.

Dieser Anhang hat den gleichen Anwendungsbereich wie Abschnitt 1 dieser Norm und ist durch Tabelle ZA.1
definiert.

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Tabelle ZA.1 — Anwendungsbereich und relevante Abschnitte

Bauprodukt: Brückengeländer
Vorgesehene Anwendung: Verhütung von Abstürzen

Abschnitte in dieser und Bemerkungen


Mandats-
zutreffenden anderen * mindestens drei
Wesentliche Anforderungen stufen
Europäischen Normen mit Schwellenwerte in
oder -klassen
Anforderungen Abschnitten
Leistungsfähigkeit bei Anprall 4.4.3; 4.4.4; 4.4.5; 4.4.6 Keine Einheit: kN*
und Widerstand gegen
4.4.7 wenn angegeben und
horizontale und vertikale Last
Abschnitt 5
(Bemessungswiderstand Rd/Cd) 4.5 Keine Einheit: kN*
Oberer und andere Holme 4.5 Keine Einheit: mm
(Horizontale Verformung) δh

Höhe des Geländers HP 4.3.1.2 Keine Einheit: m*

Füllungen, Zwischenräume und 4.3.2 Keine


Maschen
DS Einheit: mm*
(PM) Einheit: mm*
NI 4.4.4.2
Lasten auf Füllungen 4.4.4.1 Sämtliche erfüllten
Klassen angeben
Dauerhaftigkeit 4.6 Keine Beschreibung des
Schutzes
Freisetzung gefährlicher Stoffe 1 Keine Keine
1 Diese gefährlichen Stoffe sind in der Richtlinie des Rates 76/769/EWG festgelegt.

Die Anforderung nach einem bestimmten wesentlichen Leistungsmerkmal gilt nicht in den Mitgliedsstaaten
(MSs), in denen keine gesetzlichen Bestimmungen für den vorgesehenen Verwendungszweck des Produktes
bestehen. In diesem Fall sind Hersteller, die ihre Produkte in diesen MSs in den Handel bringen wollen, nicht
verpflichtet, die Leistung ihrer Produkte hinsichtlich des betreffenden Merkmals zu bestimmen oder zu
deklarieren. In diesem Fall darf die Angabe „Leistungsmerkmal nicht bestimmt“ (NPD) in die Informationen,
die das CE-Kennzeichen ergänzen, aufgenommen werden (siehe ZA.3). Die NPD-Option darf nicht verwendet
werden, wenn für diese Merkmale Grenzwerte vorgesehen sind, und für sämtliche Merkmale von Tabelle ZA.1
gelten Mindest-Grenzwerte.

ZA.2 Verfahren für den Konformitätsnachweis von Brückengeländern

ZA.2.1 System des Konformitätsnachweises

In Übereinstimmung mit der in Anhang III des Mandates für „Straßenausstattung“ enthaltenen Entscheidung
der Kommission 96/579/EG, ist das System des Konformitätsnachweises für die in Tabelle ZA.1 aufgeführten
Brückengeländer in Tabelle ZA.2 für die angegebenen vorgesehenen Verwendungszwecke und relevanten
Stufen oder Klassen angegeben.

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prEN 1317-6:2008 (D) ²(QWZXUI²

Tabelle ZA.2 — System(e) für den Konformitätsnachweis

Vorgesehene(r) System(e) für den


Produkt(e) Stufe(n) oder Klasse(n)
Verwendungszweck(e) Konformitätsnachweis
Fußgängerrückhalte- Für Straßenbereiche
systeme einschließlich 1
Brückengeländer
System 1: Siehe Richtlinie 89/106/EWG (CPD) Anhang III.2.(i), ohne Audit-Prüfung von Proben.

Die Bescheinigung der Konformität von Brückengeländern nach Tabelle ZA.1 muss auf dem in Tabelle ZA.3
angegebenen Verfahren der Konformitätsbewertung beruhen, das sich aus der Anwendung der angegebenen
Abschnitte dieser oder anderer darin genannter Europäischer Normen ergibt.

Tabelle ZA.3 — Zuordnung der Aufgaben bei der Konformitätsbewertung für Brückengeländer

Anzuwendende
Aufgaben Inhalt der Aufgabe Abschnitte für die
Konformitätsbewertung

Parameter, bezogen auf alle 8.3


Werkseigene Produktions-
Aufgaben in der Eigenschaften nach
kontrolle (FPC)
Verantwortung des Tabelle ZA.1
Herstellers Weitere Prüfung von im Werk Alle Eigenschaften von 8.3.2.2
genommenen Proben Tabelle ZA.1
Alle Eigenschaften von 8.2
Erst-Typprüfung
Tabelle ZA.1
Aufgaben in der Parameter, bezogen auf alle 8.3
Erstprüfung des Werkes und
Verantwortung der Eigenschaften von
der FPC
Produktzertifizierungs- Tabelle ZA.1
stelle
Kontinuierliche Überwachung, Parameter, bezogen auf alle 8.3
Beurteilung und Anerkennung Eigenschaften von
der FPC Tabelle ZA.1

ZA.2.2 EG-Zertifikat und Konformitätserklärung

Wenn Übereinstimmung mit den Bedingungen dieses Anhangs erzielt wurde, muss die Zertifizierungsstelle
ein Zertifikat über die Konformität (EG-Konformitätszertifikat) ausstellen, das den Hersteller zur Anbringung
der CE-Kennzeichnung berechtigt. Dieses Zertifikat muss Folgendes enthalten:

a) Name, Anschrift und Kennnummer der Zertifizierungsstelle;

b) Name und Anschrift des Herstellers oder seines im EEA ansässigen autorisierten Vertreters und den
Herstellungsort;

ANMERKUNG 1 Der Hersteller kann auch diejenige Person sein, die für die Platzierung des Produktes im
Europäischen Wirtschaftsraum verantwortlich ist, sofern er die Verantwortung für die CE-Kennzeichnung übernimmt.

c) Produktbeschreibung (Typ, Kennzeichnung, Verwendung usw.);

d) Bestimmungen, denen das Produkt entspricht (d. h. Anhang ZA dieser EN);

e) besondere Bedingungen, die für Verwendung des Produkts gelten (d. h. Vorkehrungen für die
Verwendung unter bestimmten Bedingungen);

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²(QWZXUI² prEN 1317-6:2008 (D)

f) Nummer des Zertifikats;


g) Gültigkeitsbedingungen des Zertifikats, sofern anwendbar;
h) Name und Funktion der Person, die berechtigt ist, das Zertifikat zu unterzeichnen.

Zusätzlich muss der Hersteller eine Konformitätserklärung (EG-Konformitätserklärung) ausstellen und auf-
bewahren, die Folgendes enthält:

i) Name und Anschrift des Herstellers oder seines im EEA ansässigen autorisierten Vertreters;
j) Name und Anschrift der Zertifizierungsstelle;
k) Produktbeschreibung (Typ, Kennzeichen, Verwendung usw.) und eine Kopie der die CE-Kennzeichnung
begleitenden Informationsschrift;

ANMERKUNG 2 Sind einige der für die Konformitätserklärung erforderlichen Angaben bereits in der die CE-Kenn-
zeichnung begleitenden Informationsschrift enthalten, so brauchen diese nicht wiederholt werden.

l) Bestimmungen, denen das Produkt entspricht (d. h. Anhang ZA dieser EN) und ein Verweis auf den/die
ITT-Bericht(e) und die Aufzeichnungen der werkseigenen Produktionskontrolle (falls anwendbar);
m) besondere Bedingungen, die für Verwendung des Produkts gelten (d. h. Vorkehrungen für die
Verwendung unter bestimmten Bedingungen);
n) Nummer des begleitenden EG-Konformitätszertifikats;
o) Name und Funktion der Person, die berechtigt ist, die Erklärung im Namen des Herstellers oder seines
autorisierten Vertreters zu unterzeichnen.

Die oben genannten Erklärungen müssen in der/den Sprache(n) vorgelegt werden, die in dem Mitgliedsstaat
anerkannt ist/sind, in dem das Produkt zur Verwendung kommen soll.

ZA.3 CE–Kennzeichnung und Beschilderung

ZA.3.1 Das Produkt begleitende CE–Kennzeichnung und Beschilderung


Der Hersteller oder sein im EEA ansässiger Bevollmächtigter ist für die Anbringung der CE-Kennzeichnung
zuständig. Das anzubringende CE-Konformitätszeichen muss der Richtlinie 93/68/EG entsprechen und muss
auf dem Brückengeländer (oder, falls dies nicht möglich ist, in der Rangfolge, auf dem Schild oder Aufkleber,
der Verpackung oder den Warenbegleitunterlagen, z. B. einem Lieferschein) angebracht sein. Das
CE-Kennzeichen muss von den folgenden Informationen begleitet sein:

a) Identifikationsnummer der zugelassenen Zertifizierungsstelle;


b) Name oder Firmenzeichen des Herstellers;
c) die letzten beiden Ziffern des Jahres in dem die Kennzeichnung angebracht wurde;
d) Nummer des EG-Konformitätszertifikates für die werkseigene Produktionskontrolle (falls zutreffend);
e) Verweis auf diese Europäische Norm (einschließlich jeglicher Änderung und Jahr der Veröffentlichung);
f) Produktbeschreibung: Allgemeine Bezeichnung, Werkstoff, Abmessungen, usw. und vorgesehener
Verwendungszweck;
g) Informationen über entsprechende wesentliche Anforderungen nach Tabelle ZA.1, ausgedrückt als:
h) deklarierte Werte und, wenn zutreffend, zu deklarierende Stufe oder Klasse (einschließlich „Erfüllt“ bei
Erfüllt/Nicht-erfüllt-Anforderungen, wenn erforderlich) für jede wesentliche Eigenschaft entsprechend den
Anmerkungen in Tabelle ZA.1.

Die Option „keine Leistungsmerkmale definiert“ (NPD) braucht nicht angewendet werden, da für sämtliche
Merkmale der CE-Kennzeichnung Schwellenwerten gelten.

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Bild ZA.1 enthält ein Beispiel der Informationen, die, in der Rangfolge, auf dem Produkt, der Verpackung
und/oder in den Warenbegleitunterlagen anzugeben sind.

EG-Konformitätskennzeichnung bestehend aus


dem CE-Symbol nach der Richtlinie 93/68/EG

01234 Identifizierungs-Nummer der Zertifizierungsstelle


(wenn zutreffend)
AnyCo Ltd, PO Box 21, B-1050 Name oder Firmenzeichen und registrierte
Anschrift des Herstellers
07 Die letzten beiden Ziffern des Jahres in dem die
CE-Kennzeichnung angebracht wurde (wenn
zutreffend)
01234-CPD-00234 Nummer des Zertifikats (wenn zutreffend)
EN 1317-6:2008 Nummer dieser Europäischen Norm
Brückengeländer für die ausschließliche Verwendung als Produktbeschreibung
Fußgängerrückhaltesystem
und vorgesehener Verwendungszweck
Höhe HP in mm (Klasse B 0,95)

Füllung und Zwischenräume DS in mm (Klasse 3 DS 115/


Informationen über mandatierte Eigenschaften
Klasse 5 DS 180) (wenn ein Schwellenwert verwendet wird, darf der
Maschen PM in mm (Klasse Y 170) Hersteller durch Verweisung auf den tatsächlichen
Wert eine bessere erzielte Leistungsfähigkeit
Dynamische Prüfung (Ja / NI) deklarieren)
Widerstand gegen horizontale Last Cd/Rd in kN/m

Oberer Holm (2,0/2,2)


Andere Holme (1,0/1,2)
Lasten auf Maschen in kN (Klasse 2 1,0,
Klasse 5 0,5)
Horizontale Verformung δh in mm (2)

Dauerhaftigkeit (Verzinkt nach EN ISO 1461)


Gefährliche Stoffe (NPD)

Bild ZA.1 — Beispiel für Angaben auf dem CE-Kennzeichen

In Ergänzung zu spezifischen Angaben hinsichtlich der oben genannten gefährlichen Stoffe sollte dem
Produkt eine Dokumentation in geeigneter Form beigefügt werden, in der alle weiteren Rechtsvorschriften
über Gefahrstoffe, deren Einhaltung gefordert wird, sowie alle weiteren Angaben, die von den
Rechtsvorschriften gefordert werden, aufgeführt werden.

Europäische Rechtsvorschriften ohne nationale Abweichung müssen nicht aufgeführt werden.

ANMERKUNG Die Anbringung des CE-Kennzeichens bedeutet, dass, sofern ein Produkt mehr als einer Richtlinie
unterliegt, es sämtlichen geltenden Richtlinien genügt.

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