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Zusammenfassung Einfuehrung BWL

Einführung in die Betriebswirtschaftslehre (Universität Klagenfurt)

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LV
60
Einführung in die
Betriebswirtschaftslehre

Sandra Re
SS 2016
LV 601.61

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Zielsetzungen von
Unternehmen
Was heißt Wirtschaften:

Unter Wirtschaften versteht man ein planmäßiges und effizientes Entscheiden über die
Verwendung knapper Güter für eine bestmögliche Bedürfnisbefriedigung.
Unter „Gut“ versteht man ein Mittel zur unmittelbaren oder mittelbaren Befriedigung von
Bedürfnissen.

 freie vs. knappe Güter


Freie Güter: sind überall und zu jeder Zeit in beliebiger Menge kostenlos verfügbar;
z.B.: Luft, Wasser
Knappe Güter: Ein Gut ist knapp, wenn es einem Wirtschaftssubjekt nicht ohne
zusätzliche Aktivitäten in der gewünschten Qualität, am gewünschten Ort, zur
gewünschten Zeit und in der benötigten Menge zur Verfügung steht. Die Tatsache,
dass diese Güter knapp sind, führt dazu, dass die Wirtschaftssubjekte für sie eine
mehr oder minder hohe Zahlungsbereitschaft aufweisen müssen, um diese Güter zu
erhalten
 Konsumgüter vs. Investitionsgüter
Konsumgüter: sind im Besitz der Haushalte oder sie werden von Haushalten als
Dienstleistungen beansprucht. Konsumgüter dienen unmittelbar der
Bedürfnisbefriedigung; Konsumgüter kann man sich kaufen z.B. Notebook;
Investitionsgüter: auch Produktions- oder Kapitalgüter genannt, befinden sich im
Besitz von Betrieben oder werden als Dienstleistungen für Betriebe erbracht. Sie
dienen nur mittelbar der Bedürfnisbefriedigung. Investitionsgüter dienen um den
Gewinn zu erhöhen z.B.: Maschinen, Personal; Güter die für Dienstleistungen
verwendet werden

Folgende Informationen benötigt man für wirtschaftliche Entscheidungen:


• Verwendungsmöglichkeiten der Güter
• Verfügbare Menge, ggf. auch der Preise der einzelnen Güter als Ausdruck ihrer
Knappheit.
• Entscheidungskriterien

Ist Wasser ein freies oder knappes Gut?


Wasser scheint zunächst im ausreichenden Umfang zur Verfügung zu stehen. Aber meistens
erfüllt es nicht die Eigenschaften eines freien Gutes. Wasser ist häufig nicht in der
gewünschten Menge, in der gewünschten Qualität (Trinkwasser) oder am gewünschten Ort
(Wüste) verfügbar. Die Knappheit von Wasser spiegelt sich im Preis wider (Gebühren der
Stadtwerke für Wasser).

Maslow-Bedürfnispyramiden – Befriedigung von Bedürfnissen

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Wachstumsbedürfnisse

Defizitbedürfnisse

Defizitbedürfnisse: z.B.: Körperliche Bedürfnisse - wenn diese befriedigt sind, braucht man
davon nicht mehr; wenn man genug Wasser hat, braucht man nicht mehr davon; Wenn die
unteren drei nicht erfüllt werden können, kommt man gar nicht zu den oberen Stufen;
Problem: In Entwicklungsländern können die Grundbedürfnisse zum Teil nicht gestillt
werden.

Bei den Wachstumsbedürfnissen wird immer mehr angestrebt  soziale Anerkennung z.B.
Status, Anerkennung, Macht, Prestige, Erfolg

Oberste Stufe: macht den Menschen an sich aus; „Warum studiert man“ - um sich
eventuell selbst zu verwirklichen – um individual Bedürfnisse zu verwirklichen

Gewinnmaximierung als Unternehmensziel

Der Gewinn ist das oberste Ziel eines Unternehmens  Gewinnmaximierung


Fixkosten fallen immer an, z.B.: Miete, Personal, usw.  können nicht beeinflusst werden;

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Variable Kosten sind abhängig von: den produzierten Mengen, dem angestellten Personal,
usw.

Um den Gewinn zu erhöhen kann man den Erlös steigern oder die Kosten vermindern

Es ergibt sich ein Spannungsfeld zwischen kurzfristiger und langfristiger


Gewinnmaximierung. Neben dem Gewinnziel gibt es auch andere Ziele die berücksichtigt
werden müssen z.B. Sozialziele.
Das Modell geht davon aus, dass sich immer nur eine Variable verändert. Aber wenn man
z.B. Personal entlässt und dadurch die Qualität des Produktes sinkt, verändert sich auch der
Absatzpreis.
Es gibt z.B. auch Umweltziele. z.B. Fukushima  schlechte Sicherheitseinrichtungen 
Umweltziele wurden vernachlässigt.
Man muss die Folgen der Gewinnmaximierung berücksichtigen.
Wenn man z.B. die Absatzmenge steigert, geht man davon aus, dass der Erlös steigt. Man
braucht aber auch mehr Material, mehr Personal usw.

Gewinne: kurzfristige oder langfristige Gewinnmaximierung= Dualität

Beispiel: Soll eine Gewinnmaximierung der Produktmengen erzielt werden, so lässt sich
dasselbe Ziel durch den dazugehörigen Dual über die Minimierung der Kosten erreichen.

Insolvenz: Forderungen der Gläubiger können nicht mehr bedient werden;

Gewinnmaximierung:
Die Differenz zwischen den Erlösen aus dem Verkauf von Erzeugnissen und Leistungen und
den Kosten für deren Erstellung soll dabei möglichst groß sein (maximiert werden). Der
Gewinn ist am größten, wenn so viel produziert wird, dass die Kosten einer zusätzlichen
Gütereinheit (Grenzkosten) gerade dem Erlös dieser zusätzlichen Gütereinheit (Grenzerlös,
Preis) entsprechen. Solange der Preis höher ist als die Grenzkosten, kann das Unternehmen
durch Ausweitung der Produktion seinen Gewinn steigern. Liegt der Preis unter den
Grenzkosten, entsteht ein Verlust. Das Unternehmen wird die Produktion verringern. Diese
Bedingung für ein Gewinnmaximum wird auch als Grenzkosten-Preis-Regel bezeichnet.

Fracking (Schiefergas): Ölpreise  wg. Investitionen in Fracking ist USA größter Öl-Produzent
Ölpreise sinken wg. „Ölüberfluss“;
Die arabischen Länder können aber um denselben Erlös nicht mehr produzieren, da sie die
Fixkosten nicht ändern können.
Um wettbewerbsfähig zu blieben, verkaufen die arabischen Länder nun das Öl um niedrigere
Preise, mit welchen die USA nicht mithalten kann (da Fracking mehr Fixkosten hat) – um
wettbewerbsfähig zu bleiben.

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Marktorientierte Unternehmensziele:

Zeit: z.B: wer bringt am schnellsten das neueste Gut am Markt (z.B. bei Handyhersteller)
Produktherstellungs- und Produktlebenszyklen werden verkürzt um neue Produkte am
Markt zu bringen; Wettbewerb bei Produktions-und Lieferzeiten;
Versand bei Onlineversandhandel  am selben Tag noch Liefern z.B. Zalando
Wenn Produkt nicht geliefert werden kann, entscheiden sich Kunden oft für ein anderes.

Kosten: Kunden wollen Ware zum möglichst niedrigen Preis kaufen; z.B. Buchungsportale
Produktionskosten beeinflussen Gewinn und Wettbewerbsfähigkeit;  dadurch werden
diese möglichst gering gehalten – dadurch teilweise Verlagerung der Produktion ins Ausland

Qualität: Kunde legt Wert auf Qualität; entspricht diese nicht den Erwartungen, wird das
Produkt nicht mehr gekauft; Qualität auch in Dienstleistungsbereich;

Konflikte:

Die Frage die sich ein Unternehmen stellen muss:


Wollen wir Billiganbieter werden oder Premiumprodukte verkaufen?

Zeit gg. Kosten: wenn Maschinen länger laufen steigen auch die Kosten; wenn man mehr
Personal anstellen muss um mehr zu produzieren, steigen die Kosten;

Zeit gg. Qualität: Wenn man schneller produziert, leidet die Qualität

Qualität gg. Kosten: bei besserem Material werden die Kosten erhöht  Frage: Ist der Kunde
bereit für mehr Qualität zu bezahlen?
Bei guter Kostenstruktur kann man es schaffen, dass man gute Qualität zu niedrigen Kosten
produzieren kann.
Oft wird auch ein Produkt mit roten Zahlen verkauft um den Konkurrenten vom Markt zu
vertreiben;

Beispiel VW: Wenn die Motoren umgebaut worden wären, dann hätte das Ziel „Zeit“ nicht
eingehalten werden können; auch die „Kosten“ wären gestiegen; somit hat VW bei der
Qualität eingespart;

Lösungen der Konflikte: Reduktion der Lagerbestände, Verbesserung der Lieferzeiten,


Verkürzung der Durchlaufzeiten

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Messung von Gütern

Messen: Maßstab wird skaliert; Vergleich eines Objekts mit einem Maßstab

Maßstäbe:
• Nominalskala: mögliche Ausprägungen können Unterschieden werden aber sie
können nicht in eine Rangfolge gebracht werden; man kann sie zwar zuordnen aber
es gibt keine Wertung untereinander; es gibt aber eindeutige Zuordnungsbarkeit;
Objekten werden Zahlen als Namen zugewiesen, die lediglich zur Unterscheidung
dienen (ohne gereiht zu werden); z.B.: Autokennzeichen, Postleitzahlen

• Ordinalskala: Den Objekten werden Rangziffern bezüglich eines Merkmals


zugeordnet. Dadurch ist eine Aussage möglich, ob ein Objekt besser oder schlechter
als ein anderes ist.
Rangfolge zwischen Kategorien; Abstände dazwischen können variieren;
z.B.: Schulzeugnisse: in einigen Ländern gibt es Noten 1-5; 1-6; 1-10; A-F;

• Intervallskala: Neben der Rangordnung ist auch der Abstand zwischen den
Messwerten bestimmbar. Aussagen können darüber getroffen werden, um wie viele
Maßeinheiten ein Objekt von einem anderen abweicht. Die Intervallskala hat immer
einen willkürlich gewählten Nullpunkt z.B. Celsius, Fahrenheit
 Verhältnisskala: wählt einen natürlichen Nullpunkt; Zahlwerte z.B. Währung, Liter,
Unzen, Meter;

Kardinales Messen von Gütermengen:

Einem Güterbestand wird eine Zahl zugeordnet, die angibt, in welchem Umfang dieses Gut
für den Konsum oder die Produktion zur Verfügung steht bzw. um wie viel sicher dieser
Bestand bei Durchführung der Produktion verändert.

Bewerten:
Man versucht durch Bewerten Güter und Dienstleistungen vergleichbar zu machen.

Bewerten = Transformation heterogener (=verschiedenartiger) Mengengrößen in den Wert


als einheitlichen Maßstab

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Ökonomisches Prinzip

Rationalprinzip/Grundprinzip wirtschaftlichen Handelns


=Basis aller Dinge, die in der BWL passieren: Volkswirte gehen immer davon aus, dass
Menschen rational-wirtschaftlich handeln

Maximalprinzip (Ergiebigkeitsvariante): möglichst großer Zielbeitrag bei gegebenem


Mitteleinsatz; Mittel gegeben, Ertrag hoch
Z.B. Stahlproduktion: gewisse Menge eingekauft; bei Versand treten aber Probleme ein; nun
muss man darauf schauen, dass man mit dem Stahl der auf Lager liegt – möglichst viele
Produkte herstellt

Beispiele:
 Mit 50L Benzin möchte ich soweit kommen wie nur eben möglich. Dafür suche ich im
Voraus z. B. die idealsten Verbindungen raus.
 Ich habe nur noch 4 Stunden Zeit bis zur Abschlussprüfung. Die Zeit möchte ich so
effektiv wie möglich nutzen, um das bestmögliche Ergebnis zu erzielen.

Minimalprinzip (Sparsamkeitsvariante): möglichst geringer Mitteleinsatz für ein


vorgegebenes Ziel; Mittel gering, Ertrag gegeben
z.B. Wareneinsatz für die Produktion gewisser Produkte muss minimiert werden  hundert
Stahlplatten sind vorgegeben; man versucht weniger Stahl zu verwenden obwohl er
vorhanden wäre

Beispiele:
 Man möchte mit dem Auto nach Hamburg fahren und dafür möglichst
wenig Sprit verbrauchen.
 Man möchte mit möglichst wenig Lernaufwand die Abschlussprüfung
bestehen.

Ziel: Vermeidung von Verschwendung – man versucht die Ressourcen optimal einzusetzen

Merke: Beim ökonomischen Prinzip benötigt man immer einen festgesetzten Wert:
entweder Input oder Output

„Man kann nicht mit minimalen Einsatz den Maximalen Wert erzielen!“  funktioniert nicht

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Effizienzkriterium:

In Worten:
Eine Tauschalternative ist also genau dann effizient, wenn es keine andere Alternative gibt,
bei der man:
• Von mindestens einem Einsatzgut weniger einsetzen muss, ODER
• von mindestens einem eingetauschten Gut mehr erhält, ohne von anderen
Einsatzgütern mehr einsetzen zu müssen oder von anderen eingetauschten
Gütern weniger zu erhalten.

Man muss die ideale Kombination zwischen Input und Output erzielen

Beispiel Flugzeug:

a = Produktionsalternative
b = Inputfaktoren (z.B. Stahl, Schrauben, usw.)
c = Outputfaktoren (z.B. Flügel von einem Flugzeug)

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Alternative 1 ist effizient, da es keine Alternative gibt, die weniger Input aufbringen kann um
denselben bzw. mehr Output zu bekommen; bzw. mit demselben Input mehr Output zu
gewinnen;

Alternative 4 ist effizient, da sie im Vergleich zu Alternative 2 weniger Input aufbringen muss;
Im Vergleich zu Alternative 3 wird mit demselben Input mehr Output erwirtschaftet;

Die Alternativen 2 und 3 sind ineffizient, da sie von den Alternativen 1 und 4 dominiert
werden.

Bedeutung der Effizienz

• Vermeidung von Verschwendung


• Mengenmäßige Vorauswahl
• Ausschluss dominierter Alternativen
• Reduktion des Entscheidungsproblems

Für eine eindeutige Auswahl ist die Bewertung der Alternativen erforderlich!

Der jeweiligen Produktionsalternative werden verschiedene Preisparameter p1 zugewiesen.


Durch die Bewertung kann eine eindeutige Auswahl einer Alternative erfolgen – wieviel
kosten uns die Inputfaktoren und wie hoch ist der Wert des Outputs.

Mit dem Preis p1 ist die Alternative 1 am effizientesten; mit p2 beide Alternativen gleich
effizient; mit p2 Alternative 4

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Verbindung zwischen Effektivität u. Effizienz:

Geprägt von Peter Drucker (US-amerikanischer Ökonom österreichischer Herkunft 1911-


2005)

Schritt 1: „Das richtige tun“

Effektivität: Doing the right things = Wirksamkeit oder Zielerreichung

Wer ein Ziel anstrebt, stellt sich zuerst die Frage, wie er es erreichen kann. Mögliche
Handlungsalternativen werden danach bewertet, ob sie zu dem gewünschten Ziel führen, ob
sie im Sinne des gewünschten Ergebnisses wirksam sind.
Effektiv ist demnach eine Handlungsalternative, die zu dem gewünschten Ziel führt.

Schritt 2: „Es richtig tun“

Effizient: Doing the things right = Aufwandsoptimierung

Wenn klar ist, welche Handlungsalternativen ergriffen werden, können diese so gestaltet
werden, dass das gewünschte Ergebnis mit dem geringstmöglichen Einsatz erreicht wird.
Das Verhältnis von Einsatz und Wirkung wird optimiert.
Effizient ist demnach eine Handlung, die mit dem geringstmöglichen Einsatz zu dem
gewünschten Ziel führt.

Efficiency is doing things right, effectiveness is doing the right things!

Link zum Thema Management (Blick auf die Umwelt)  wie organisiere ich die Dinge, die im
Unternehmen laufen? Management schaut in die Umwelt hinein und leitet daraufhin
Entscheidungen ab.
Strategisches Management im Wettbewerb  Welche Strategie brauchen wir? Was machen
unsere Mitbewerber?
Normative Management Aspekte erlangen hier Bedeutung  Werte, Unternehmenskultur,
Ethik, Leitbild, Vision; Wie können Manager die Kultur eines Unternehmens bestimmen?

Beispiele:
Wandern: Man wählt einen Berg aus, z.B. Mount Everest – Ausrüstung wird gekauft, dann
will man aufbrechen; morgens wacht man auf u. das Wetter ist schlecht; man geht weg (im
Nebel) und kommt am falschen Berg heraus.
 in diesem Fall war man effizient (Ausrüstung u. alles vorhanden) aber nicht effektiv (man
ist am falschen Gipfel herausgekommen)

Reise: Man fährt nach Venedig – wenn man dort ankommt war man effektiv.
Wenn man die Strecke aber kostengünstig und zeitsparend zurückgelegt hat, war man auch
effizient.

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Unternehmenskreislauf

Das Unternehmen ist von Märkten umgeben – wie regelt man Beschaffung, Produktion,
Absatz…
Beschaffungsmarkt  Produktionsfaktoren müssen beschafft werden  fließen in die
Produktion  es entstehen Güter oder Dienstleistungen  werden auf dem Absatzmarkt
abgesetzt (es gibt verschiedene Möglichkeiten Produkte abzusetzen (Markt, Internet,…);
Absatz  Geld wird eingenommen  Finanzierung für neue Beschaffungen
(wenn erwirtschaftetes Geld nicht ausreicht geht man zum Finanzmarkt um z.B: Kredite
aufzunehmen – dafür bezahlt man aber Zinsen oder Steuern);

Shareholder u. Stakeholder

Shareholder: besitzen Teile von Firma; haben Interesse eine Dividende zu bekommen
z.B.: Aktionäre, Darlehensgeber (nicht Bank)

Stakeholder: haben Interesse am Unternehmen selber; können direkt oder indirekt Einfluss
auf einen Betrieb ausüben; z.B.: Arbeitnehmer (möchte, dass das Unternehmen
weiterexistiert), Unternehmer, Lieferant, Kunden, Konkurrenten, Anrainer, Staat,
Interessensgruppen, Öffentlichkeit

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Aufgaben zur Lehreinheit 1 – Zielsetzungen im Unternehmen

Aufgabe 1: Wirtschaften

a) Was wird in der Betriebswirtschaftslehre unter dem Begriff des


Wirtschaftens verstanden?
 menschliche Bedürfnisse werden durch Sachgüter oder Dienstleistungen
befriedigt
 Mehrzahl von Gütern ist begrenzt  planmäßiger Einsatz knapper Güter
 Der Tatbestand der Güterknappheit kann als Kern allen Wirtschaftens
angesehen werden. Entscheidungen über die Verwendung knapper Güter
b) Welche Informationen benötigt man für wirtschaftliche Entscheidungen?
 alternative Verwendungsmöglichkeit von Gütern
 verfügbare Mengen und ggf. auch Preise der einzelnen Güter als Ausdruck
ihrer Knappheit
 Entscheidungskriterien
c) Welche Kriterien für wirtschaftliche Entscheidungen kennen Sie?
 Grundlage wirtschaftlicher Entscheidungen => Ökonomisches Prinzip
 Minimalprinzip, Maximalprinzip
 Effizienzkriterium = bei einer rein mengenmäßigen Betrachtung zur
Vorauswahl von nicht dominierten Alternativen

Aufgabe 2: Güterbegriff und ökonomisches Prinzip

a) Was versteht man unter einem Gut? Wodurch kommt die Knappheit von
Gütern zustande?
 Ein Mittel zur Befriedigung on Bedürfnissen
 knappe und freie Güter
 Investitionsgüter und Konsumgüter
 Ein Gut ist knapp, wenn es nicht am gewünschten Ort, Zeit und benötigter
Menge zur Verfügung steht.
 Somit werden Güter zum Objekt wirtschaftlichen Handelns.
b) Ist Wasser ein freies oder knappes Gut?
Wasser scheint zunächst im ausreichenden Umfang zur Verfügung zu stehen.
Aber meistens erfüllt es nicht die Eigenschaften eines freien Gutes. Wasser ist
häufig nicht in der gewünschten Menge, in der gewünschten Qualität
(Trinkwasser) oder am gewünschten Ort (Wüste) verfügbar. Die Knappheit von
Wasser spiegelt sich im Preis wider (Gebühren der Stadtwerke für Wasser).

c) Definieren Sie die beiden Ausprägungen des ökonomischen Prinzips und


geben Sie jeweils drei Beispiele an.
 Minimalprinzip (Sparsamkeitsvariante): möglichst geringer Mitteleinsatz für
ein vorgegebenes Ziel; Mittel gering, Ertrag gegeben; Output gegeben
Beispiele:
 Man möchte mit dem Auto nach Hamburg fahren und dafür möglichst
wenig Sprit verbrauchen.
 Man möchte mit möglichst wenig Lernaufwand die Abschlussprüfung
bestehen.
 Für eine Bahnstrecke soll der günstigste Tarif ermittelt werden

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 Maximalprinzip (Ergiebigkeitsvariante): möglichst großer Zielbeitrag bei


gegebenem Mitteleinsatz; Mittel gegeben, Ertrag hoch; Input gegeben
 Mit 50L Benzin möchte ich soweit kommen wie nur eben möglich.
Dafür suche ich im Voraus z. B. die idealsten Verbindungen raus.
 Ich habe nur noch 4 Stunden Zeit bis zur Abschlussprüfung. Die Zeit
möchte ich so effektiv wie möglich nutzen, um das bestmögliche
Ergebnis zu erzielen.
 Mit vorgegeben Stahl, soviel Stahlplatten wie möglich produzieren

Aufgabe 3: Maßskalen
a) Welche Maßskalen kennen Sie? Wodurch unterscheiden sich diese?
Für die Messung von Objekten mit Hilfe von Zahlen können vier verschiedene
Maßskalen herangezogen werden, die sich jeweils durch ihr Aussagegehalt
unterscheiden.
 Nominalskala: Objekte werden Zahlen als Namen zugewiesen, die lediglich
der Unterscheidung unterschiedlicher Objekte dienen, d.h. der Feststellung
von Gleichheit oder Ungleichkeit.
 Ordinalskala: Objekten werden durch eine Ordinalskala Rangziffern bezüglich
eines Merkmales zugeordnet. Dadurch ist die Aussage möglich, ob ein Objekt
besser oder schlechter als ein anderes Objekt ist.
 Intervallskala: Neben der Rangordnung ist hier auch der Abstand zwischen
den Messwerten bestimmbar. Daher könne auch Aussagen darüber getroffen
werden, wie viele Maßeinheiten ein Objekt von einem anderen abweicht.
 Verhältnisskala: Die Verhältnisskala weist einen Nullpunkt auf, wodurch der
relative Abstand zweier Meßpunkte ermittelt werden kann.
b) Vier Objekten sind die Zahlen 3, 7, 15 und 19 als Messwerte zugeordnet.
Nennen Sie für jeden der vorgestellten Skalentypen vier Zahlen, die
gleichwertige Messwerte sind.
 Nominalskala: Jede X-beliebige andere Zahlen sind gleichwertige Messwerte,
sie müssen sich aber unterscheiden, z.B. 13, 25, 432, 3442
 Ordinalskala: Die vorliegende Rangfolge soll erkennbar sein, z.B. 1,2,3,4
 Intervallskala: soll die absoluten Abstände zwischen den einzelnen
Messgrößen darstellen. Gleichwertige Messwerte wären zB. 103,107, 115,
119.
 Verhältnisskala: Hier muss der relative Abstand (Quotienten) zwischen den
einzelnen Messgrößen dargestellt werden, z.B. 30, 70, 150, 190
c) Welches Skalenniveau ist notwendig, um effiziente Alternativen
charakterisieren zu können?
Zur Charakterisierung effizienter Alternativen müssen die zu vergleichenden
Merkmale der Alternativen mindestens auf einer Ordinalskala angeordnet werden,
um die Operatoren >,< und = des Effizienzkriteriums anwenden zu können.

Aufgabe 4: Ausprägungen des ökonomischen Prinzips


Ordnen Sie die folgenden Beispiele den Ausprägungen des ökonomischen Prinzips
zu: (grün = Minimalprinzip; blau = Maximalprinzip)

1. Mit einer Tankfüllung ist eine möglichst lange Strecke zurückzulegen


2. Für eine bestimmte Strecke mit der Deutschen Bahn soll der günstigste Tarif
ermittelt werden
3. In acht Stunden soll ein möglichst großes Arbeitspensum bewältigt werden

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4. Ein Anleger möchte mit seinem Spargeld bei der Bank hohe Zinsen erwirtschaften
5. Einen möglichst hohen Geldbetrag zu einem minimalen Zinssatz anlegen
6. Eine gute Note im Fach „BWL“ erreichen bei einem minimalen Lernaufwand
7. Bei der Produktion von Strom möglichst wenig CO2 emittieren
8. Mit möglichst wenig Geld möglichst viele Schuhe kaufen
9. Für das investierte Kapital eine möglichst hohe Rendite erhalten
10. Einen Urlaub von 2 Wochen zu möglichst geringen Kosten buchen

Aufgabe 5: Effizienz von Tauschalternativen


a) Definieren Sie den Begriff der Effizienz einer Tauschalternative.
Eine Tauschalternative ist genau dann effizient, wenn es keine andere Alternative
gibt, bei der man:
- Von mindestens einem Einsatzgut weniger einsetzen muss,
- ODER von mindestens einem eingetauschten Gut mehr erhält, ohne von anderen
Einsatzgütern mehr einsetzen zu müssen oder von anderen eingetauschten Gütern
weniger zu erhalten.
b) Welche der folgenden Tauschalternativen a =(b,c) sind effizient, wenn b die
Einsatzgüter (Inputfaktoren) und c die im Tauschprozess erhaltenen Güter
bezeichnet (Output)?

Alternative 1 vs. 2 1 vs. 3 1 vs. 4 1 vs. 5 1 vs. 5 2 vs. 4 2 vs. 6


n
b1
b2
b3
b4
c1
c2
c3
Ergebnis

Effizient:
Ineffizient:

Der Vergleich von A 1 mit allen anderen Alternativen ergibt, dass diese die A 3 und A 5
dominiert. Diese (3,5) sind daher nicht effizient und können damit auch für die weiteren
Effizienzüberprüfungen vernachlässigt werden. A 1 ist dagegen effizient, da keine sie
dominierende Alternative existiert.

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Die Alternative 2 ist effizient, da auch sie von keiner anderen Alternative dominiert wird. Der
Vergleich mit Alternative 1 fand bereits statt. Ein Vergleich mit A 3 und 5 erübrigt sich
(bereits nicht effizient und aufgrund der Transitivität der Ordnungsrelation > die Alternative
2 nicht dominieren können)
Aufgabe 6: Effizienz von Tauschalternativen

a) Überprüfen Sie, welche der Produktionsalternativen effizient sind und geben

effizient:
Ineffizient:

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Aber: Mit der rein mengemäßige Sichtweise des Effizienzkriteriums (unbewertet) ist man
nicht in der Lage, die beste Lösung zu ermitteln.
b) Welche Produktionsalternative erweist sich bei den folgenden Preissystemen
als die beste Alternative? In welchem Zusammenhang steht Ihr Ergebnis mit
der Lösung in Aufgabenteil a)?

Nach der Bewertung erweist sich die Produktionalternative y2 mit den Preissystem
p2 als beste Alternative.

c) Inwiefern kann sich die Anzahl effizienter Alternativen aus a) tendenziell


ändern, wenn eine weitere Güterart wie beispielsweise Abfall in die
Betrachtung miteinbezogen wird? Begründen Sie Ihre Aussage.
Durch neue Güterarten ändern sich die Voraussetzungen der Effizienz.
Durch die Berücksichtigung eines zusätzlichen Merkmals (Abfall) kann eine
Dominanzbeziehung zwischen zwei Alternativen lediglich aufgehoben werden, nicht
aber neu geschaffen werden. Die Anzahl der effizienten Alternativen erhöht sich
somit gegebenenfalls durch die Berücksichtigung des Abfalls, sie kann sich jedoch
keinesfalls verringern, d.h. bisher effiziente Alternativen bleiben auch weiterhin
effizient.
Daher überprüft man, ob die bisher ineffizienten Alternativen durch die
Berücksichtigung des Schadstoffs effizient werden.

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Aufgabe 7: Betrieblicher Kreislauf


a) Nennen Sie die wichtigsten betrieblichen Funktionen! Erklären Sie deren
Bedeutung und erarbeiten Sie ein Schema des betrieblichen Kreislaufs, aus
dem die Beziehungen zwischen den einzelnen Funktionen ersichtlich
werden.
 Leitung: plant, entscheidet, ordnet an, kontrolliert, organisiert
 Finanzverwaltung: Beschaffung des notwendigen Kapitals (Einlagen, Kredite,
Erlöse), Rechnungswesen, Controlling, Kostenrechnung
 Verwaltung: soll Funktionsfähigkeit des Betriebes sicherstellen
 Beschaffung: Einkauf von Betriebsmitteln u. Materialien
 Personalabteilung: Personalplanung und –beschaffung, Personalführung
 Lagerung: Materialien, Erzeugnisse (zwischen)lagern
 Produktion: Erzeugnisse erstellen (Fertigung)
 Absatz: Verwertung der Erzeugnisse am Markt (Erlöse)

b) Welche weiteren Verbindungen existieren an den Schnittstellen zur


„Umwelt“ der Unternehmung?
Finanzbuchführung  Kostenrechnung; Finanzierung  Beschaffung, Absatz 
Finanzierung

Aufgabe 8: Zielbeziehungen (Aufgabe 1.3 aus der Vorlesung)


a) In welchem Verhältnis stehen die Ziele Gewinn- und Absatzmaximierung?
Gewinnmaximierung erfolgt durch Umsatzmaximierung und Kostenminimierung. Bei
gleichbleibendem Umsatz führt Kostenminimierung zu mehr Gewinn, bei
gleichbleibenden Kosten führt Umsatzmaximierung zu mehr Gewinn, d.h.
Unternehmen können einerseits über die Güterangebots- (Absatzmarkt),
andererseits über die Faktornachfragemenge (Beschaffungsmarkt) den Gewinn
maximieren. So sind also Kostenminimierung und Umsatzmaximierung Teilziele der
Gewinnmaximierung.

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b) Erläutern Sie den Zielkonflikt zwischen dem Zeit-, Kosten- sowie


Qualitätsziel!
 Zeit gg. Kosten: wenn Maschinen länger laufen steigen auch die Kosten; wenn
man mehr Personal anstellen muss um mehr zu produzieren, steigen die
Kosten;
 Zeit gg. Qualität: Wenn man schneller produziert, leidet die Qualität
 Qualität gg. Kosten: bei besserem Material werden die Kosten erhöht

Aufgabe 9: Stakeholder und Shareholder


a) Was sind Shareholder? Welche Erwartungen haben Shareholder an
Unternehmen?
Sie besitzen Teile von Firma; haben Interesse eine Dividende zu bekommen;
z.B.: Aktionäre, Darlehensgeber (nicht Bank)

b) Was sind Stakeholder? Definieren Sie die Erwartungen von Stakeholdern an


die Unternehmen!
Haben Interesse am Unternehmen selber; können direkt oder indirekt Einfluss auf
einen Betrieb ausüben; z.B.: Arbeitnehmer (möchte, dass das Unternehmen
weiterexistiert), Unternehmer, Lieferant, Kunden, Konkurrenten, Anrainer, Staat,
Interessensgruppen, Öffentlichkeit

Aufgabe 10: Bitte informieren Sie sich über die Unternehmen „Boeing“
(www.boeing.com) und „Airbus“ (www.airbus.com), anhand folgender Leitfragen:
 Wie sind Boeing und Airbus entstanden? Bitte informieren Sie sich über die
Geschichte der beiden Airlines.
 Wie ist die aktuelle Situation der beiden Unternehmen?
 Wo werden die Flugzeuge produziert und wie viel Personal wird beschäftigt?
 Wie ist die Eigentümerstruktur der Unternehmen?

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Unternehmensorganisation
Sichtweisen der Aufbauorganisation
1. Das Unternehmen ist eine Organisation:  d.h. ist eine Firma; Man kann die Organisation als
physischen Ort betrachten wo etwas passiert
2. Das Unternehmen hat eine Organisation (Organisation als Tätigkeit):  was bzw. wie etwas
in einem Unternehmen passiert; BPA (Beschaffung, Produktion, Absatz)

1. Auffassung: Systemtheoretischer Organisationsbegriff


Im System spielen viele Dinge zusammen. Es gibt nicht nur Input und Output. Dazwischen passiert
auch etwas.
Ein System ist immer eine Menge von Elementen wie z.B. Mitarbeitern (Stellen, Anlagen, Gebäuden,
Produkten, Prozessen, usw.). Die Elemente sind durch Beziehungen (wie z.B. Relationen,
Verbindungen, Zusammenhänge, Strukturen, usw.) miteinander verbunden. Diese Verknüpfungen
kann man abbilden.
In einem System können sich Untergruppen bilden (z.B.
Arbeitsgruppen).
Oft gibt es so viele Elemente, dass die Komplexität sehr groß wird.
Man muss versuchen diese Komplexität zu vermindern indem man
Entscheidungen trifft.
Wenn sich in dem Netz ein Parameter verändert (z.B. am Markt) kann
dies das ganze System durcheinander bringen.

2. Auffassung: Organisation als Unternehmensbestandteil


Organisiert wird zur Erreichung des Organisationsziels.

 Funktionaler Organisationsbegriff: Tätigkeit des Organisierens


 Instrumenteller Organisationsbegriff: Organisationspläne und –anweisungen, wie ist ein
Unternehmen organisiert, System von Strukturen

System von Strukturen und Regeln, die Ordnung in den betrieblichen Abläufen gewährleisten:
 Generelle Regeln: allgemeingültige Ordnung eines Tatbestands, Routineentscheidungen
Wie etwas passieren soll. z.B.: FIBU: RE kommt herein  Eingangsstempel  Rechnung
zahlen  in BH verbuchen UVA melden ;
Generelle Regeln werden erst mittel- und langfristig geändert und sind daher sehr stabil.

 Fallweise Regeln: individuelle Lösung eines Problems bei seinem Auftreten = „Wenn-Dann-
Aussagen“
o Mitarbeiter erhalten einen Handlungsspielraum, innerhalb dessen sie die
Entscheidung selber treffen können. Sie sind daher flexibel.
o bei Dienstleistungen (wegen Bedürfnisse der Kunden)
o je höher die Marktdynamik, desto mehr fallweise Regelungen
o Improvisation: etwas ist nicht geplant -> nun muss improvisiert werden

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Bei kleinen Unternehmen ist die Organisation noch nicht so wichtig – umso wichtiger ist sie bei
größeren Unternehmen.
Optimaler Organisationsgrad
= Ausmaß, in dem das Verhalten der Organisationsteilnehmer durch Vorschriften, Normen und
Regeln formalisiert ist.
hoch: viele generelle Regeln können eingesetzt werden
gering: muss mehr improvisiert werden; es gibt öfters Probleme die zuvor nicht da waren;

Überorganisation: zu viele generelle Regeln; zu wenig Spielraum um Aufgaben zu erledigen


Unterorganisation: Fehlorganisation: zu viele Einzelfallentscheidungen

Regelungsdichte

Grundgedanke: „Benötigen wir alle geregelten Regeln?“

Optimale Regelungsdichte: je nachdem ob Dienstleistungs- oder Produktionsbetrieb

Bei Dienstleistungsbetrieben ist die Regelungsdichte viel geringer, da man viel stärker auf individuelle
Kundenwünsche eingehen muss

Substitutionsprinzip der Organisation (E. Gutenberg)

„Die Tendenz zur generellen Regelung nimmt mit abnehmender Variabilität betrieblicher
Tatbestände zu“
Ein Ziel war damals und heute auch noch die
Variabilität der Produktion zu reduzieren. Man soll
die fallweise Regelung durch generelle Regelung
ersetzten – endet in Bürokratie. Das heißt es gibt
am Ende eine Organisation wo alles nur mehr
verwaltet wird und es keinen Handlungsspielraum
mehr gibt. In Behörden (Polizei) findet man primär
generelle Regeln. Sie müssen Gesetze durchsetzen
und dafür sorgen, dass generelle Regeln eingehalten werden. Wenn es weniger generelle Regeln gibt
steigt z.B. die Korruption.

„Structure follows strategy“

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z.B.: Banken  es gibt Filialbanken u. Onlinebanken – beide folgen einer anderen Strategie, dadurch
ist auch die Organisationsstruktur anders

Organisationsbereiche

Formelle Organisation : ist auch für die Außenwelt zugänglich;


z.B. Organigramm
Sie ist das Ergebnis bewussten und geplanten Handelns. Grundelemente
der Organisationsstruktur sind Stellen, die zu Gruppen und Abteilungen als Subsysteme
zusammengefasst werden. Die Zusammenarbeit zwischen den Subsystemen wird durch die
Ablauforganisation festgelegt, die die Arbeitsabläufe regelt.

Informelle Organisation: Teams, Mobbing, Fluktuationsrate;


In der Unternehmenspraxis zeigt sich, dass die offizielle Soll-Struktur in der
Regel nicht mit der tatsächlichen Struktur identisch ist. Neben der
formellen Unternehmensorganisation entstehen als Ergebnis ungeplanten
menschlichen Verhaltens informelle oder informale Erscheinungen. Ursache dafür sind individuelle
Bedürfnisse und Vorstellungen der Mitarbeiter.

Unternehmenskultur: Grundgesamtheit gemeinsamer Werte, Normen und


Einstellungen, welche die Entscheidungen, die Handlungen und das Verhalten der
Organisationsmitglieder prägen. (z.B.: einheitliche Bekleidung der Mitarbeiter bei
Dienstleistungen)

Organisationsstrukturen

Einliniensystem

Gestraffte Form der organisatorischen Gliederung. Beim Einliniensystem ist jede Stelle genau einer
anderen Stelle unterstellt.
 Über-/Unterordnungsverhältnis:
Strenger Dienstweg d.h.
untere Instanz darf
nur von der
übergeordneten Instanz
Anweisungen
annehmen, umgekehrt
müssen
untere Instanzen
immer mit direktem
Vorgesetztem kommunizieren (= Instanzenweg)
 Mehr generelle Regeln

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 Fayol´sche Brücke: statt vertikaler Kommunikation gibt es auch horizontale


Kommunikationswege -> für mehr Flexibilität
Vorteile
 Klarer Weisungs- und Berichtsweg
 Straffer Aufbau
 Das Anordnungsrecht und die Verantwortung sind klar festgelegt
 eindeutige Zuständigkeit

Nachteile
 Die Befehlswege sind lang und schwerfällig.
 Die oberen Instanzen sind stark belastet.

Mehrliniensystem:

Jede Stelle kann mehreren Instanzen unterstellt sein. Es sind auch Querverbindungen zwischen
gleichgeordneten Stellen möglich.

 mehr fallweise Regeln


 Orientiert am Prinzip des kürzesten Weges;
kurze Kommunikationswege
 Doppelzuständigkeiten; man muss entscheiden
„ Wer gibt wohin welche Anforderung“
 Jeder kann mit jedem kommunizieren

Vorteile
 Kurzer und schneller Amtsweg
 Bündelung von Fachwissen
 Spezialisierungsmöglichkeiten der Vorgesetzten

Nachteile
 Gefahr von Kompetenzüberschreitungen
 Unklare Zuständigkeiten
 keine klare Verantwortung
 keine Einheit der Auftragserteilungen. Es kann daher zu Überschneidungen kommen

Überblick Organisationsformen

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Linienorganisation:
 älteste u. einfachste Organisationsform
 die am häufigsten auftretende Form
 ausgeprägte Arbeitsteilung
 Die Abstimmung zwischen eonzelnen Funktionen findet über Pläne statt.
Abstimmung ist aber schwerfällig – verläuft bei Veränderung langsam

Stablinienorganisation
 Stäbe = Organisationseinheiten, die die Instanzen unterstützen
 Variante der Linienorganisation
 es gibt noch zusätzlich Stäbe, die die Führungseinheiten unterstützen, z.B.: Produktion hat
eigenen Stab für Forschung & Entwicklung
 einzelne Führungsinstanzen (z.B. RW) werden durch Stabstellen unterstützt, wo man z.B.
Auskünfte einholen kann
 Stäbe haben nur eine beratende Funktion und keine direkte Entscheidungsbefugnis

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In der Praxis treten Einliniensysteme nur in Form von Stabliniensystemen auf. D.h. den reinen
Linienstellen (Instanzen) werden beratende Stäbe zugeteilt, die meist von Spezialisten besetzt
werden.

Vorteile
 Spezialkenntnisse können einfließen – dadurch vermeidet man Überforderung von den
einzelnen Bereichen; die Dienstwege werden trotzdem eingehalten
Nachteile
 Stab berät und braucht für eine falsche Entscheidung des Managements keine
Verantwortung übernehmen
 man kann die Vorschläge der Stäbe ignorieren
 Stäbe haben keine Möglichkeit Entscheidungen durchzusetzen;
 Die Stäbe haben durch ihre Nähe zur Firmenleitung großen, unkontrollierbaren Einfluss
 Die Stäbe eignen sich langsam Linienfunktionen an

Beispiele für Stäbe: Marktforschung im Absatz; Rechtsberatung; Controlling, interne Revision


(untersucht alle Entscheidungen, die in den Bereichen getroffen wurden und ob alle Regeln
eingehalten wurden)

Beispiel einer Stablinienorganisation: Allianz AG (Ausschnitt)

Spartenorganisation
 Wird auch divisionale Organisation
oder Profit Center-Organisation
genannt
 Bei der Spartenorganisation gibt
es keine Funktionen sondern
Sparten
 Jede Sparte hat ihre eigenen
Funktionen

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 zusätzlich zu den Sparten gibt es Zentralabteilungen, die den Sparten zuarbeiten


 gewisse Abteilungen sind zusammengefasst und sind Dienstleister für die Bereiche

Vorteile
 Man kann schneller u. flexibler am Markt unterwegs sein
 Markt und Kundennähe, sowie Personalnähe
 kleine Einheiten mit transparenten Abläufen
 kurze Kommunikationswege,
 flexible und anpassungsfähige Teilsysteme
 Verantwortung kann besser abgegrenzt werden

Nachteile
 Verzicht auf Nutzung auf Synergien – 2x Beschaffung, 2x Nutzung, usw.  dadurch oft
doppeltes Personal
 jede Sparte ist selbst für seinen Gewinn zuständig, dies führt zu Spartenegoismus – man
schaut mehr auf sich selbst u. teilt nicht mit anderen Sparten
 Spartenleiter sind relativ unabhängig, dadurch besteht die Möglichkeit, dass ihre
Zielvorstellungen nicht mehr mit jenen der Betriebsleitung übereinstimmen

Beispiel einer Spartenorganisation: ThyssenKrupp AG

Unternehmensstruktur
ThyssenKrupp AG

Organisation des Segments


„Steel Europe“

Matrixorganisation

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 arbeitet durchgehend mit


Mehrfachunterstellungen
 Kombination der Grundprinzipien
 es gibt Produkt-Manager und
Funktionsmanager, welche
beide
der Unternehmensleitung
unterstellt sind
 jede Sparte hat jeweils zwei
Vorgesetzte

 beliebt bei Projekten und auch bei Unternehmen mit einer wettbewerbsstärkeren Umwelt
 Matrixorganisation geht in Richtung des Mehrliniensystems

Vorteile
 Unternehmensleitung hat auf einzelne Sparten und Produkte aber auch auf die einzelnen
Bereiche Einfluss
 mehr Flexibilität
 Projektstruktur: verschiedene Menschen aus verschiedenen Bereichen für ein Projekt
 Durch die gleichzeitige und gleichberechtigte Gliederung nach Funktionen und Produkten
können die Schwächen der Spartenorganisation überwunden werden

Nachteile
 Sparten haben andere Interessen als die einzelnen Bereiche – Konfliktpotenzial
 Mitarbeiter erhalten ihre Weisungen von mehreren Vorgesetzten, damit könnte ein
ständiger Konflikt zwischen Produktionsmanager und Funktionsmanager entstehen

Beispiel einer Spartenorganisation: Asea Brown Boverie (ABB)

Aufbau-und Ablauforganisation

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Aufbauorganisation
 statisch
 Organisationsstruktur
Gliederung des Unternehmens in einzelne Bereiche. Es muss dabei die Kommunikation zwischen den
Systemen festgelegt werden. Diese Organisationsstruktur sollte mit dem Aufgabenfeld abgestimmt
werden und den Strategien angepasst werden

Ablauforganisation
 dynamisch
 Gestaltung der Arbeitsprozesse
 Verkettung von Einzelaufgaben
 zeitlicher Arbeitsablauf
 räumlicher Arbeitsablauf
In der Ablauforganisation werden die in der Aufbauorganisation festgelegten Prozesse dynamisch
gestaltet. Eine optimale Organisationstruktur gibt es nicht. Sie muss immer an das Aufgabenfeld und
an die Umgebung angepasst sein. Chandler „Structure follows stategy“  d.h. man muss die Struktur
auf die Strategie aufbauen. Wenn die Struktur nicht mehr der Erfüllung des Unternehmenszieles
dient, muss eine Reorganisation vorgenommen werden.
Durch die Ablauforganisation (Prozessmanagement) wird festgelegt:
 wo
 wann
 welche Tätigkeit
 in welcher Reihenfolge
 mit welchen Ergebnissen
durchgeführt werden sollen.

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Arbeitsteilung

Stellen- und Abteilungsbildung


Eine Arbeitsteilung ist dann erforderlich, wenn die kritische Unternehmensgröße erreicht wurde

1. Artteilung
 Jeder macht einen Teil – eine spezielle Aufgabe

2. Mengenteilung
 Jeder führt den gesamten Arbeitsablauf an einer Menge aus; mehrere Leute erledigen
dieselbe Aufgabe

Beispiel zur Arbeitsteilung:

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Arbeitsteilung und Zentralisation

Möglichkeit zur Fertigung:

 Verrichtungszentralisation: Werkstattfertigung
nach und nach entsteht ein individuelles Produkt in der Werkstatt und wandert von Platz zu
Platz. Eine Werkstattfertigung eignet sich z.B: im Maschinenbau. Da dabei individuell auf
Kundenwünsche eingegangen werden muss.

 Objektzentralisation: Fließbandfertigung
in der Fließbandfertigung steht das Objekt im Vordergrund. Nacheinander werden
verschieden Arbeitsschritte absolviert, wie z.B. in der Autoproduktion. Dadurch kann ein
Produkt sehr oft hergestellt werden.

Es können auch Kombinationen der verschiedenen Fertigungsarten vorkommen.

Strategische Allianzen

„Warum kooperieren Unternehmen?“

Durch Veränderungen im unternehmerischen Umfeld wie z.B.:


 Globalisierung
 Dynamisierung
 steigende Kundenanforderungen
sind Kooperationen mit anderen Unternehmen oft unabdinglich um den zunehmenden
Wettbewerbs- und Kostendruck standzuhalten. Durch den Zusammenschluss zu „strategischen
Allianzen“ und „Supply Chains“ mit anderen Wettbewerbern kann jeder seine Kernkompetenzen
einbringen – dadurch steigt die unternehmensindividuelle Wettbewerbsfähigkeit. Kooperationen
machen nur bei beiderseitigem Nutzen Sinn. Außerdem muss die unternehmensübergreifende
Zusammenarbeit intensiviert werden.

Vorteile:
 Spezialisierung des einzelnen Unternehmens bei gleichzeitiger Intensivierung der
Zusammenarbeit der Netzwerkunternehmen
 Steigerung der unternehmensindividuellen Wettbewerbsfähigkeit

„Coopitition“  Cooperation + Compitition

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Make, Buy and Cooperate

„Stellt man das gebrauchte Teil selbst her oder lässt man produzieren?“

Oft wäre die Selbstherstellung bestimmter Teile die für die Fertigung benötigt werden zu teuer –
daher werden sie von anderen Unternehmen zugekauft oder man schließt sich mit einem
Kooperationspartner zusammen und lässt produzieren.
Durch Kooperationen werden Produktionsketten zusammengeschlossen. Im Vorfeld muss gut
überlegt werden, welche Leistungen man „outsourcen“ werden sollten bzw. ob man Kapazität dafür
hat andere Leistungen zu „insourcen“

Chancen und Risiken von Unternehmensnetzwerken

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Supply Chain Management

Supply Chain Management (SCM) fasst die Methoden und Instrumente zur ganzheitlichen Steuerung
und Optimierung der unternehmensbezogenen Logistik-Kette (auch: Lieferkette, engl.: supply chain)
zusammen. In seiner höchsten Form bezieht sich SCM auf alle Wertschöpfungsstufen und reicht von
der Rohstoffgewinnung bis zur Auslieferung eines Produkts an den Endkunden. Gegenstand von SCM
sind simultane Planung, Steuerung und Kontrolle aller Prozesse in der Logistik-Kette.

Die wichtigsten SCM-Ziele sind optimale Erfüllung von Kundenanforderungen und Erhöhung der
Wirtschaftlichkeit unternehmensübergreifender Wertschöpfungsprozesse. Im Einzelnen bestehen die
Ziele in
 Erhöhung des Kundenservice (z.B. Termin- und Liefertreue),
 Verkürzung der Zeiten für Produktentwicklung und Auftragsdurchlauf,
 Bestandsreduzierung entlang der Lieferkette,
 größere Flexibilität durch Integration in der Lieferkette sowie
 Nutzung von Synergieeffekten und neuen Geschäftschancen

Die Anzahl der Unternehmen, die an der Leistungserstellung und -verwertung beteiligt sind, hat sich
in den letzten Jahrzehnten deutlich erhöht. Das trifft vor allem auf industrielle Unternehmen zu.
Gründe dafür sind:
 Konzentration auf Kernkompetenzen,
 Outsourcing immer komplexerer Leistungen,
 dynamische und diskontinuierliche Entwicklungen auf den Beschaffungs- und
Absatzmärkten,
 Individualisierung der Nachfrage sowie
 sich radikal verkürzende Technologiezyklen.

Als Reaktion auf diese Trends hat sich SCM in drei Etappen entwickelt:
1) Konzentration auf einfache Logistik-Ketten innerhalb von Unternehmen, Geschäftseinheiten,
Produktionsstätten und Produktlinien.
2) Funktionsübergreifende Integration der Kernprozesse im Unternehmen.
3) Unternehmensübergreifende Integration von Geschäftsprozessen und der sie stützenden
Systeme zu einem Netzwerk.

Logistik ist eine Querschnittsfunktion im Unternehmen. Sie beinhaltet inner- und überbetriebliche
Materialflüsse und den mit ihnen verbundenen Informationsaustausch. Gegenstand ist die
Bereitstellung
 der erforderlichen Güter und Informationen
 in der passenden Menge
 am zutreffenden Ort
 in der geforderten Qualität
 zum gebotenen Zeitpunkt
 zu den richtigen Kosten.

Die Logistik-Kette ist die Zusammenfassung einzelner Prozesse im Unternehmen und im Umfeld, das
unmittelbar mit der Leistungserstellung verbunden ist, zu bereichsübergreifenden Organisations- und
Informationseinheiten. Vom Kunden aus gesehen, wird die Logistik-Kette von der Nachfrage, vom
Lieferanten aus von der Versorgung charakterisiert.

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SCOR-Modell

Das einheitliche Prozessverständnis kann durch eine standardisierte Beschreibungssprache für alle
Supply-Chain-Prozesse sowie deren Modellierung gefördert werden. Das Supply Chain Operations
Reference-Modell (SCOR-Modell) vom Supply Chain Council (SCCist ein Standard-
Prozessreferenzmodell. Es integriert die Konzepte wie
 Business Process Reengineering,
 Benchmarking und
 Best-Practices-Analysen.
Sein Einsatz zielt auf Beschreibung, Bewertung und Analyse von Lieferketten, sowohl
unternehmensbezogen als auch unternehmensübergreifend.

Inhalte des SCOR-Modells sind:


 kundenbezogene Prozesse (vom Auftragseingang bis zur Begleichung der Rechnung),
 physische Prozesse (z.B. von Rohstoffen, technischen Anlagen oder von Software) sowie
 Prozesse, die sich auf den Absatzmarkt beziehen (z.B. Nachfragestatistiken).

Das SCOR-Modell besteht aus den Ebenen Strategie, Konfiguration und Prozesskontrolle. Es
modelliert den Fluss von Materialien, Produkten, Informationen und finanziellen Mitteln.

Value Chain  Wertschöpfung  z.B. Fließband, wo Produkt hergestellt wird


Marketing Channel  Wen wir kooperieren wollen können wir Partner und Kunden suchen. Wir
können Absatzwege von unserem Partner mit übernehmen
Supply Chain  man braucht Lieferanten für Produkte

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Aufgaben zur Lehreinheit 2 – Unternehmensorganisation

AUFGABE 1: Organisationsformen

a) Erläutern Sie die wesentlichen Unterschiede zwischen dem Einlinien- und


dem Mehrliniensystem.
Das Einlinien- und das Mehrliniensystem unterscheiden sich bezüglich der
Anordnungsbefugnisse, wobei das Einliniensystem vom Prinzip der Einheitlichkeit der
Auftragserteilung ausgeht, d.h. jede Stelle bzw. Instanz kann nur von der direkt ihr
übergeordneten Stelle Anweisungen erhalten. Hingegen beim Mehrliniensystem steht jede
Stelle in mehrfacher Verantwortung und kann von verschiedenen übergeordneten Stellen
Weisungen erhalten. Daher ergibt sich beim Mehrliniensystem eine direkte
Kommunikationsmöglichkeit zwischen den Stellen, während beim Einliniensystem für den
Informationsaustausch oft schwerfällige Dienstwege eingehalten werden müssen. Dafür
erleichtern die klaren Anforderungen die Koordination, welche beim Mehrliniensystem
Probleme entstehen lassen können.

b) Welche Organisationsformen lassen sich diesen beiden Systemen zuordnen?


 Einliniensystem:
o Linienorganisation, Stablinienorganisation {Funktion, sprich Einkauf,
Produktion, Beschaffung} und
o Spartenorganisation {Objekt heißt Technik wie z.B. Stromerzeugung})
 Mehrliniensystem:
o Matrixorganisation

c) Welche Bedeutung haben die Unternehmensgröße und das


Produktionsprogramm für die Wahl einer geeigneten Organisationsform.
Die Entscheidung für eine bestimmte Organisationsform hängt immer von den konkreten
Rahmenbedingungen ab.
 Je kleiner das Unternehmen ist und je weniger Produkte hergestellt, desto eher
findet die Linienorganisation mit ihrem klaren Aufbau und Zuständigkeiten
Anwendung.
 Große Unternehmen mit zahlreichen Produktionen weisen oft die
Spartenorganisation auf.
 Die Matrixorganisation findet sich sowohl in kleinen als auch in großen
Unternehmen, wenn aufgrund kurzer Produktlebenszyklen ein häufiger Wechsel des
Produktionsprogramms nötig ist.

AUFGABE 2: Elemente der Aufbauorganisation

a) Erläuterung der folgenden Begriffe und deren Zusammenhänge:

 Stelle:
o ist kleinste Einheit der Aufbauorganisation;
o mehrere Aufgaben werden einer Stelle zugeordnet z.B. Sachbearbeiteter Einkauf,
Schreiben, Telefonieren
o ist auch ein Synonym zu Arbeitsplatz;
o Die Stellenbildung erfolgt jedoch ausschließlich nach sachlichen Kriterien und
abhängig von der Person;
o Die organisatorische Einordnung einer Stelle geht aus der Stellenbeschreibung
hervor: 1.Bezeichnung der Stelle, 2.die der Stelle zugewiesenen Aufgaben, 3. Über-
und Unterordnungsverhältnisse, 4. Besondere Fähigkeiten

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 Instanz:
o ist eine Art einer Stelle (Leitungsstellen) = Führungsebene
o bestimmten Stellen hierarchisch übergeordnet
o haben Weisungsbefugnis gegenüber den ihr zugeordneten Stellen, die Stellen
müssen der Instanz Bericht über ihre Tätigkeit erstatten.
 Instanzenzug:
o bzw. eine Linie ist eine Reihe von hierarchisch aufeinander folgenden Stellen
o jede Stelle weist innerhalb des Instanzenzugs bestimmte Unter- und
Überordnungsbeziehungen
 Abteilung:
o umfassendes Gebilde mehrerer Personen, welche gemeinsame oder
zusammenhängende Aufgaben erfüllen
o Sie besteht aus einer Instanz und den zugeordneten Stellen
 Leitungsspanne:
o Anzahl der Stellen und gibt an wie viele Mitarbeiter einer Instanz zugeordnet sind
 Stab:
o Organisationseinheit
o Keine Entscheidungsbefugnis, sondern ist einer Instanz zugeordnet
o Ihre Aufgabe ist die Instanz bei deren Aufgabenerfüllung zu unterstützen, indem sie
z.B. Entscheidungen vorbereiten;

AUFGABE 3: Beurteilung von Kooperationsformen

Erörtern Sie Vor- und Nachteile

a) der Spartenorganisation
Spartenorganisation oder divisionale Organisation ist ein Einliniensystem, das sich auf der
ersten Gliederungsebene an den Sparten – Produktionsgruppen – orientiert. Innerhalb der
Sparten werden die Zuständigkeiten verteilt. Zentrale Funktionen sind z.B. Finanzierung und
Controlling die ihre Serviceleistungen für sämtliche Sparten erbringen.
VORTEILE sind ihre große Markt- und Kundennähe und das die Sparten schnell auf die
Anforderungen des Marktes reagieren. Auch die betrieblichen Abläufe lassen sich gut
nachvollziehen und die Kommunikation wird erleichtert.
NACHTEILE sind durch die mehrfache Besetzung ähnlicher Positionen ein erhöhter Bedarf an
Führungskräften mit Spezialwissen und der Gefahr, dass durch die Bündelung von Aufgaben
kein Zweck erfüllt wird. (Ziele werden nicht erreicht)

b) der Stab-Linienorganisation
großes Konfliktmanagement;
VORTEILE sind das man wie beim Einliniensystem genau 1 Vorgesetzten hat, durch die
Einsetzung von Spezialisten (Stäbe) wird die Entscheidungsqualität erhöht. Durch die Stäbe
werden Instanzen und Führungskräfte entlastet, ohne in deren Entscheidung einzugreifen.
NACHTEILE sind Entscheidungsgewalt, Konfliktmöglichkeit und die Gefahr von Manipulation
durch Weitergabe von Informationen. Sie ist auch wesentlich teurer als die
Linienorganisation.

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c) der Matrixorganisation
mehr fallweiße Regeln, für z.B. Projekte, alle Mitarbeiter haben Zugriff und arbeiten an 1
Thema;
VORTEILE sind ein schneller und effizienter Informationsaustausch zwischen verschiedenen
betrieblichen Teilbereichen. Auch die gemeinsame Nutzung von Ressourcen lassen
Rationalisierungsvorteile aufweisen, wie z.B. können Einkaufsvorteile erreicht werden;
NACHTEILE jede Stelle ist bei der Ausführung ihrer Tätigkeit gegenüber 2 Vorgesetzten
verantwortlich (Produkt- Funktionsmanager).  hohes Konfliktpotential weil es zu einer
Überlastung kommen kann.

AUFGABE 4: Arbeitsteilung

a) Was versteht man unter Arbeitsteilung?


Arbeitsteilung ist der Prozess der Aufteilung eines Arbeitsvollzuges unter mehreren
Menschen. Es bedarf einer Koordinierung, um Teileoperationen zu einem Ganzen Konzept
zusammenzufügen.

b) Welche Formen der Arbeitsteilung kennen Sie? Geben Sie jeweils einige
Beispiele an.
Die Arbeitsteilung kann in 2 Formen auftreten, die einander nicht ausschließen, sondern sich
ergänzen.
 ARTTEILUNG: Die Gesamtaufgabe wird in Teilaufgaben aufgespalten. Bsp. von Adam
Smith das Stecknadelbeispiel, bei dem erhebliche Produktivitätsvorteile im Prozess
der Stecknadelherstellung durch Verteilung der einzelnen Arbeitsschritte auf
mehrere, spezialisierte Personen erzielt wurden.
 MENGENTEILUNG: 1 Person kann das bestehende Arbeitsvolumen nicht mehr
bewältigen. Bsp. Gruppenfertigung, bei der Arbeitsgruppen parallel die
Komplettbearbeitung der gleichen Produktarten vornehmen. Auch die gleichzeitige
Durchführung von landwirtschaftlichen Tätigkeiten auf mehreren Feldern beruht auf
der Mengenteilung.

AUFGABE 5: Generelle und fallweise Regelungen

Erläutern Sie die Bedeutung genereller und fallweiser Regelungen in Unternehmen,


die auf schnell wachsenden Märkten mit häufigen Produktinnovationen agieren

 Generelle Regelungen sind vorformulierte Lösungen. In einem Unternehmen ist das


z.B. das organisieren selbst. Hier gibt es enge Vorschriften/Regeln die sozusagen „fix“
sind. Im Grunde regeln sie die Tatbestände auf Dauer, die sich häufig in gleicher
Weise wiederholen.
Positiv ist, dass sich die betrieblichen Abläufe gut strukturieren lassen. Jedoch
entsteht die Gefahr bei generellen Regeln, dass Fehlentscheidungen getroffen
werden, daher sind diese Regelungen ungeeignet und kommen nur dann in Frage,
wenn sich die Marktdynamik wenig auswirkt.
 Fallweise Regelungen regeln Einzelfälle, d.h. Menschen (Käufer) haben verschiedene
Bedürfnisse und Wünsche die man als Dienstleister erfüllen muss. Beispielsweiße
große/kleine Kissen, weiche Kissen usw.
Hier sollte man einen Mittelweg finden - Flexibilität vs. Regeln;

AUFGABE 6: Organisationsbegriff
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Erörtern Sie den Begriff der Organisation in der weiten bzw. der engen Sichtweise!
Organisation: = ein physischer Ort, wo es die Beschaffung, Produktion und Absatz gibt;

Der weitgefasste Organisationsbegriff: Das Unternehmen ist eine Organisation; = die


systemtheoretische Sichtweise; Die Elemente des Systems sind die Menschen, Produkte und
Prozesse, zwischen denen vielfältige Beziehungen bestehen.

Der enggefasste Begriff ist: Das Unternehmen hat eine Organisation; Das Ergebnis des Organisierens
ist eine best. Ausprägung, die in Strukturen und Regeln zum Ausdruck kommt, die das Erreichen des
Unternehmensziels und die Ordnung in betrieblichen Abläufen gewährleisten.

AUFGABE 7: Stellenbildung

Erläutern Sie die Aufgabenanalyse und die Stellenbildung am Beispiel eines


Einzelhandelsunternehmens.

1) Aufgabenanalyse: Dabei wird die Gesamtaufgabe anhand von Gliederungsmerkmalen


schrittweise in die einzelnen Bestandteile zerlegt.
 Verrichtungsanalyse: Zerlegung in mehrere hierarchische Stufen (z.B. einkaufen,
herstellen, montieren lagern)
 Objektanalyse: Produkte werden hier stufenweise zerlegt; (z.B. Betriebsteile,
Rohstoffe, Produkte)
 Zweckbeziehungsanalyse: Unterscheidung von Primär- (Beschaffung und Verkauf)
und Sekundäraufgaben (Personalverwaltung, Reinigung);
Durch die Anwendung mehrere Gliederungskriterien gelangt man zu einer Aufteilung der
Gesamtaufgabe, die sich bei der anschließenden Stellenbildung den verschiedenen
Mitarbeitern zur Ausführung zuweisen lassen.

Aufgabe 8: Make or Buy/ Kooperation und Netzwerk

Verdeutlichen Sie die Alternativen make, buy und cooperate beispielhaft für einen
Automobilbauer. Welche Vor- und Nachteile können dem Automobilbauer aus den
unterschiedlichen Entscheidungen erwachsen?

Kurzfristig gesehen kann die Make or Buy Entscheidung als Break-Even Problem ermittelt werden,
indem die kritische Bestellmenge errechnet wird, von der an die Eigenfertigung geringere Kosten
verursacht als der Fremdbezug.
Kennzeichen der Eigenfertigung sind: hohe Fixkosten und geringe Stückkosten, und auch größere
Unabhängigkeit von Lieferanten;

Aufgabe 9: Transferaufgabe (Hier gibt es keine richtige oder falsche Lösung!


Forschen Sie selbst einmal nach!)

Bitte besuchen Sie die Webpages der in den Folien zur Lehreinheit 3 angesprochen
Unternehmen (Allianz, Thyssen, ABB):
Finden sich Jahres- oder Geschäftsberichte?
Finden Sie Informationen zur Organisationsstruktur und dem Tätigkeitsfeld?
Gibt es Hinweise zu Kooperationen?

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Aufgabe 10: Was ist Coopetition und in welchem Kontext ist der Ansatz innerhalb
von Wettbewerb zusehen?
Kooperation von Wettbewerbern im Sinn der Bildung von strategischen Allianzen, um durch die
Bildung von Wertschöpfungsnetzen Erträge zu stabilisieren bzw. zu optimieren. Coopetition
verhindert einen ruinösen Preiswettbewerb und führt damit zu Wettbewerbsvorteilen für beide
Anbieter (Win-Win-Strategie).
Beispiele:
Selbst der Branchenriese Microsoft ist von der ursprünglichen Strategie der Konfrontation gegen
Open Source seit 2007 abgerückt. Die Kooperation mit der Open Source Initiative (OSI) ist ein
Musterbeispiel für Coopetition. Business-Open-Source für Windows wird offensiv gefördert und
zertifiziert, um sich nicht erneut in eine Außenseiterposition zu manövrieren. Der Konzern hat sogar
eigene Open-Source-Lizenzen bei der OSI begutachten lassen. Im Oktober 2007 wurden die Microsoft
Public License (Ms-PL) und die Microsoft Reciprocal License (Ms-RL) von der OSI als Open-Source-
Lizenzen anerkannt. Weitere den Quellcode offenlegende Lizenzen, die unter dem Namen Shared
Source laufen, erfüllten laut Meldung des Heise Verlags die Open-Source-Definition der OSI nicht.
Ein weiteres Beispiel ist die zeitweilige Kooperation zwischen dem VW-Konzern und Ford. Das
gemeinsam entwickelte Fahrzeug wurde von VW unter den Produktnamen VW Sharan und Seat
Alhambra sowie von Ford unter der Bezeichnung Ford Galaxy separat vertrieben.

Aufgabe 11: Welche Produkte müssen eher in Werkstattfertigung als in


Fließfertigung hergestellt werden? Wo gibt es Zusammenhänge bzw. wann finden
Verschiebungen zwischen den beiden Ansätzen statt?

Werkstattfertigung: Produkt durchläuft verschiedene Abteillungen z.B: Maschinenbau


Fließbandfertigung: Die einzelnen Schritte werden nach und nach durchlaufen: z.B: Autos , Handys
Kombination der Beiden: z.B: Flugzeugbau,

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Gegenstand, Methode und


Geschichte der BWL
 Wirtschaft und wirtschaftliches Prinzip:
o menschliche Bedürfnisse  praktisch unbegrenzt
o bedürfnisbefriedigende Mittel sind von Natur aus knapp
o das zwingt die Menschen dazu, wirtschaftlich zu handeln
 Einzelwirtschaften:
o Erstellung von Gütern
o Bereitstellung von Dienstleistungen
o Absatz von Gütern und Leistungen
o Verbrauch

Der Betrieb als Objekt der BWL


Die gemeinsame Verbindung aller Einzelwirtschaften könnte darin gesehen werden, das alles
Handeln in Einzelwirtschaften auf eine Maximierung des Nutzens von Menschen
ausgerichtet ist.

Erkenntnisobjekt der BWL


Das Erkenntnisobjekt der BWL kann auch umschrieben werden, als die Summe aller
wirtschaftlichen Entscheidungen, die im Rahmen eines Betriebes erfolgen.
Wie z.B. Entscheidungen über:
 Zielsetzungen des Betriebes (z.B.: Gewinnmaximierung, optimale Güterversorgung)
 Aufbau des Betriebes (z.B.: Wahl der Rechtsform, Standort)
 Durchführung der Leistungserstellung und Leistungsverwertung (z.B.: Investitions-
und Finanzierungsentscheidungen, Absatzpolitik)

Gliederung der Betriebe:

 nach Wirtschaftszweigen (Branchen):


Industrie, Handel, Bank, Verkehr, Versicherung und sonstige Dienstleistungen

Die Unterschiede sind aber noch erheblich, sodass ein Vergleich der Betriebe nicht möglich
ist. Es müssen weitere Gruppen gebildet werden:

 nach Art der erstellten Leistung

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o Sachleistungsbetriebe (vorwiegend Industrie und Handwerksbetriebe)


 Rohstoffgewinnungsbetriebe
 Produktionsmittelbetriebe
 Verbrauchsgüterbetriebe
o Dienstleistungsbetriebe
 Handelsbetriebe
 Banken
 Versicherungen

 Nach Art der Leistungserstellung


o nach Fertigungsprinzipien
 Massenfertigung
 Serienfertigung
 Einzelfertigung, usw.
o nach Fertigungsarten
 Werkbankfertigung
 Fließbandfertigung
 maschinelle Werkstättenfertigung, usw.

 nach den vorherrschenden Produktionsfaktor:


o arbeitsintensive Betriebe: besonders hoher Lohnkostenanteil an den
gesamten Produktionskosten
o anlagenintensive Betriebe: besonders großer Bestand an Betriebsmitteln, in
denen hohe Kapitalsummen gebunden sind. Werkstoff und Lohnkosten
geringer
o materialintensive Betriebe: besonders hoher Anteil an Rohstoffkosten

 Nach Betriebsgröße
o Groß-, Mittel-, Kleinbetriebe

 Standortabhängigkeit:
o rohstoff-, energie-, arbeitskraft-, absatzabhängige Betriebe

 Beweglichkeit
o bodenständige, halbbodenständige, Wanderbetriebe

 Rechtsform:
o Einzelunternehmen, Personengesellschaften, Kapitalgesellschaften,
Genossenschaften, usw.
von Bedeutung für die Beurteilung des Kapitalrisikos, der Steuerbelastung, usw.

Der Standort der Wirtschaftswissenschaften

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 Idealwissenschaften: vom Denken erschaffen, gilt für Logik und Mathematik


 Realwissenschaften: in der Wirklichkeit vorhanden
 Sozialwissenschaften: beschäftigt mit dem Mensch als soziales Phänomen und
Voraussetzungen für menschliches Handeln und zusammenleben in Gemeinschaften
und Gesellschaften
 ökonomische Modelltheorie: versucht einen bestimmten Bereich menschlichen
Handelns, den man grob als materielle Daseinsvorsorge beschreibt zu erklären
 neoklassische Wirtschaftstheorie: will menschliches Handeln im ökonomischen
Bereich in modellmäßig vereinfachter Form abbilden. Grundannahme; jedes
Individuum bei ökonomischen Handlungen  vernünfte Verfolgung seiner Interessen

 Grundannahmen für wirtschaftlichen Handelns: Rationalität und Streben nach


Nutzenmaximierung

Die BWL als theoretische und als angewandte Wissenschaft

 die empirisch-realistische Theorie:


o kann nur einfache Ursachenkomplexe erklären, und
o nur durch Beobachtung und Statistik keine komplizierten Zusammenhänge
erfassen

 induktive Methode
o eine experimentelle Isolierung einzelner Ursachen zur Erforschung von
Zusammenhängen in den Betrieben

 deduktive Methode
o vom Allgemeinen auf das Besondere schließen
o Modell wird nicht mit den beobachteten realen Sachverhalt übereinstimmen,
es ist eine „zurechtgemachte Wirklichkeit“

Betriebswirtschaftliche Modelle

Modelle sind nichts anderes als ein Mittel, um sich an die wirtschaftliche Wirklichkeit
heranzutasten

Exakte und empirisch-realistische betriebswirtschaftliche Theorien stehen einmal in einem


Ausschließungsverhältnis zueinander, da nicht alle Probleme induktiv oder deduktiv
untersucht werden können. Sie stehen andererseits in einem Abhängigkeitsverhältnis
zueinander.

 empirisch: erfahrungsgemäß

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 Empirie: aus wissenschaftlichen Erfahrungen gewonnenes Wissen

 induktiv: vom Einzelnen und Besonderen zum „Allgemeinen“

 deduktiv: vom Allgemeinden zum Besonderen

Modelle können beschreiben und erklären und damit auch Entscheidungshilfe liefern:

 Beschreibungsmodelle: es werden empirische Erscheinungen abgebildet, ohne dass


sie dabei analysiert und erklärt werden
z.B.: Buchführung durch Aufschreibungen erfasst

 Erklärungsmodelle: sollen die Ursachen betrieblicher Prozessabläufe erklären; Sie


stellen Hypothesen über Gesetzmäßigkeiten auf (dazu zählen auch die Vorhersagen);
machen Zusammenhänge deutlich – kann im Nachhinein was erklären

 Entscheidungsmodelle: haben die Aufgabe, die Bestimmung optimaler


Handlungsmöglichkeiten zu erleichtern. Sie suchen nach Mitteln, zur optimalen
Realisierung eines Zieles. Entscheidungsmodelle sind auf die Zukunft gerichtet, sie
geben Handlungen vor

nach Art der Annahmen über das Eintreten der Ergebnisse eines Modells sind zu
unterscheiden:

 deterministische Modelle: das Ergebnis tritt mit 100%iger Wahrscheinlichkeit, d.h.


mit völliger Sicherheit ein. Jeder Variable kann eindeutige Werte beigelegt werden.

 stochastische Modelle: es besteht eine Risikosituation. Entscheidungen unter Risiko.


Variable können verschiedene Werte annehmen, die Wahrscheinlichkeitsmaße sind
jedoch bekannt.

 spieltheoretische Modelle: Entscheidung bei Unsicherheit. für die Variablen eines


Modells können keine Wahrscheinlichkeiten angegeben werden.

BWL wird als praktisch-normativ bezeichnet, da als Norm für die Problemauswahl ein
empirisch nachweisbares praktisches Verhalten der Betriebe verwendet wird.

Der erwartete Gewinn steuert den Einsatz der Produktionsfaktoren. Er bestimmt die
Entscheidung, welche Güter in welchen Mengen produziert werden.

Das Auswahlprinzip der BWL

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 Gewinnmaximierungsprinzip: ist nicht uneingeschränkt, sondern wird unter


Beachtung subjektiver Nebenbedingungen verfolgt

 Fachvertreter wie Schmalenbach + Niklisch:


Vertreter des Prinzips der gemeinwirtschaftlichen Wirtschaftlichkeit, sie haben das
Gewinnmaximierungsprinzip als Auswahlprinzip abgelehnt.

 Kritische Einwände gegen Gewinnmaximierung:


o eine unternehmerische Entscheidung ist stets das Ergebnis einer ganzen
Anzahl von Zielen. Zwar vorrangig das Gewinnstreben, aber eben doch nicht
in allen Fällen die dominierende Zielsetzung (gegen die Ausschließlichkeit)
o wird auch abgelehnt, weil Unternehmer zur Realisierung seiner Zielsetzungen
nicht immer über ethische und soziale Prinzipien hinwegsetzt (lehnt soziale
und gesellschaftliche Konsequenzen ab)

 Preistheorie: untersucht, unter welchen Voraussetzungen ein Betrieb unter den


Bedingungen eines vollkommenen Marktes das Gewinnmaximum erzielt

 Erkenntnis:
o Gewinnstreben unter „Nebenbedingungen“
o nicht nur monetäre, sondern auch nicht-monetäre Ziele

Wertfreie und wertende BWL

zwei Arten von Werturteilen: Wenn die BWL das Urteil abgibt, dass ein bestimmtes
Produktionsverfahren wirtschaftlicher als ein anderes ist, so bewertet sie beide Verfahren im
Hinblick auf ihre Brauchbarkeit, eine bestimmte Produktion so wirtschaftlich wie möglich
durchzuführen.

 erstes Urteil: stellt eine Wertbeziehung fest, macht also eine Aussage darüber,
welches Verfahren wirtschaftlich geeigneter ist, einen Zweck zu realisieren. Es misst
aber dem Verfahren keinen Wert im Sinne eines ethischen Wertes zu  sekundäre
Werturteile (= ethisch-normative BWL)
 zweites Urteil: einem Verfahren wird ein Wert beigelegt. Gerechtigkeit und soziales
Verhalten sind ethische Werte  primäre Werturteile (= praktisch-normative BWL)
(nicht immer leicht erkennbar, z.B. „Die Umsatzsteuer ist zu hoch“  man muss eine
Vorstellung von der „richtigen“ Höhe der USt haben)

Geschichtliche Entwicklung der BWL in Deutschland

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 BWL: die Lehre vom vorsichtigem Umgang mit knappen Gütern

 um 1900: BWL wurde eigenständiges Lehrfach an deutschen Hochschulen

 Führende wirssenschaftliche Köpfe der „Gründerzeit“:


o Heinrich Nicklisch (gab 1912 die erste „Allgemeine BWL“ heraus)
o Wilhelm Rieger (streben nach Gewinn)
o Eugen Schmalenbach (empirisch-realistische Forschungsrichtung)
o Fritz Schmidt
o Erich Gutenberg: produktivitätsorientierter Ansatz; stellte die
Produktivitätsbeziehung zwischen Faktoreinsatz und Faktorertrag in den
Mittelpunkt
o Edmund Heinen: entscheidungsorientierter Ansatz der BWL, beschäftigt sich
u.a. mit Modellen zur Optimierung von Produktionsprogrammen, optimaler
Lagerhaltung, Investitions- und Finanzierungsprogrammen
o Hans Ulrich: systemorientierter Ansatz; dieser Ansatz will nicht erklären „was
ist“ sondern „was in der Zukunft sein wird“

o verhaltensorientierter Ansatz: versucht das tatsächliche


Entscheidungsverhalten von Einzelpersonen und Organisationen mit Hilfe der
Verhaltenswissenschaften zu erfassen
o der umweltorientierte Ansatz: Einbeziehung ökologischer Fragestellungen in
die traditionellen BWL
o institutionenökonomischer Ansatz: Unternehmensinterne Leistungen
konkurrieren mit Marktleistungen, ein Tatbestand, den die
Institutionenökonomik mit dem Schlagwort „Markt versus Hierarchie“ belegt
o Property-Rights-Ansatz: erkennt in einer Einzeltransaktion (Kaufvertrag,
Mietvertrag, usw.) einen Tausch von Verfügungsrechten
o Der Transaktionsansatz: untersucht, wie hoch die mit der Übertragung von
Verfügungsrechten verbundenen Kosten sind.
o Der Principal-Agent-Ansatz: beschäftigt sich mit einem besonderen
Vertragstyp, dem Auftrag. Ziel dieses Ansatzes ist die optimale Gestaltung
eines Vertrags innerhalb einer Auftragsbeziehung.

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Fragen zur Lehreinheit 3 – Gegenstand, Methode und Geschichte der BWL

1) Welche der folgenden Aussagen sind primäre Werturteile


 Nur wer Kapitalrisiko trägt, darf im Aufsichtsrat mitbestimmen.
 Die Steuerbelastung im Unternehmen ist zu niedrig.
 Bei vollkommener Konkurrenz wird das Gewinnmaximum an der
Kapazitätsgrenze erreicht
 Die Steuerbelastung der Unternehmen ist zu hoch
 Die Gewinnbeteiligung der Arbeitnehmer entspricht einer gerechten
Entlohnung
2) In der Betriebswirtschaftslehre gibt es verschiedene „Ansätze“ bzw. Denkweisen.
Welche der folgenden Aussagen sind richtig, welche falsch?
 Gutenbergs Ansatz stellt die Produktivitätsbeziehung zwischen Faktoreinsatz
und Faktorertrag in den Mittelpunkt.
 Der umweltorientierte Ansatz beschäftigt sich mit der Problematik der durch
wirtschaftliches Handeln verursachten Umweltbelastungen.
 Die systemorientierte BWL beschäftigt sich unter anderem mit Modellen zur
Optimierung von Produktionsprogrammen, Investitions- und
Finanzprogrammen.
 Der entscheidungsorientierte Ansatz bezieht auch das Zeitproblem mit ein
 Der systemorientierte Ansatz bezieht sich auf „die zukünftigen
Wirklichkeiten“. Nicht auf das „was ist“, sondern auf „was in Zukunft sein
wird“.
3) Welches der folgenden Prinzipien ist nach herrschender Meinungen das
Auswalprinzip der Betriebswirtschaftslehre?
 Umsatzmaximierung
 Langfristige Gewinnmaximierung
 Kostenminimierung
 Umweltfreundlichkeit
 Gemeinwirtschaftliche Wirtschaftlichkeit
4) Die Betriebswirtschaftslehre ist mit der Volkswirtschaftslehre eng verwandt. Im
Gegensatz zur Volkswirtschaftslehre fokussiert die Betriebswirtschaftslehre
 … eine bestimmte Branche
 … ein Business Unit
 … den gesamten Marktmechanismus
 … das Marktvolumen
 … dem einzelnen Betrieb

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5) Wirtschaften bedeutet
 … Bedürfnisbefriedigung
 … den Effekt der Knappheit der Güter auszunutzen
 … planvolle menschliche Tätigkeit, unter Beachtung des ökonomischen
Prinzips
 … es entsteht ein Spannungsverhältnis zwischen Bedarf &
Deckungsmöglichkeit
 … maximaler Erlös, bei gegeben Ziel
6) Betriebe lassen sich unter anderem auch nach den vorherrschenden
Produktionsfaktor gliedern. Dabei kann man unter anderen materialintensive
Betriebe von anderen Betrieben unterscheiden. Was kennzeichnet diese Betriebe?
 ein besonders geringer Anteil an Rohstoffkosten
 ein besonders hoher Anteil an Rohstoffkosten
 ein besonders hoher Lohnkostenanteil an den gesamten Produktionskosten
 hohe gebundene Kapitalsummen
 ein besonders großer Bestand an Betriebsmitteln
7) Welche der folgenden Aussagen sind richtig, welche falsch?
 Die Betriebswirtschaftslehre besteht aus einem theoretischen und einem
angewandten Teil
 Erkenntnisziel der angewandten Betriebswirtschaftslehre ist die Beschreibung
und Beurteilung von empirisch vorgefundenen Entscheidungsprozessen,
sowie die Entwicklung von Entscheidungsgrundlagen.
 Auswahlprinzip der theoretischen Betriebswirtschaftslehre ist die logische
Zusammengehörigkeit der Probleme
 Die theoretische Betriebswirtschaftslehre befasst sich mit der Gestaltung von
Betriebsabläufen.
 Die zwei Teile der Betriebswirtschaftslehre unterscheiden sich durch ihr
Erkenntnisziel.

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