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Allgemeine und Anorganische

Chemie

Vorlesung für:
Biologen und Molekularmediziner

Prof. Dr. Ivana Ivanović-Burmazović


Lehrstuhl für Bioanorganische Chemie
Egerlandstr. 1, 91058 Erlangen
Literatur

Lehrbücher
Mortimer: „Chemie – das Basiswissen der Chemie“ 64.95
Brown/LeMey/Bursten: Chemie-Die zentrale Wissenschaft
Riedel: „Anorganische Chemie“ 74.95
Housecroft/Sharpe: „Anorganische Chemie“ 79.95
Holleman/Wiberg: „Lehrbuch der Anorganischen Chemie” 94
Böhme: „Anorganische Chemie für Dummies“ 19.95
Burrows/Parsons/Price/Pilling/Hollman: „Chemistry³: Introducing
inorganic, organic and physical chemistry” 49.95

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Überblick

1. Einleitung
1.1 Chemie: Früher und heute
1.2 Elemente, Verbindungen und Gemische
1.2.1 Homogene und heterogene Gemische
1.2.2 Stofftrennung
1.3 Einheiten
1.4 Einführung in die Atomtheorie
1.4.1 Daltonatomtheorie
1.4.2 Elektronen, Protonen, Neutronen
1.4.3 Aufbau der Atome
1.4.4 Atomsymbole
1.4.5 Isotope
1.4.6. Massendefekt

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1.1 Chemie: Früher und heute

Herkunft des Wortes Chemie:


Altägyptisch ch'mi = schwarze Erde (Gegensatz zum rot-gelben
Sand der Wüste). Entspricht dem arabischen Wort "chemi"

Davon abgeleitet "Chemi", eine Bezeichnung der


spätgriechischen Alchimisten für das "schwarze Präparat“ ( zur
Verwandlung der Elemente)

Aber auch von griechisch "chymos" (= Flüssigkeit) oder


"chyma" (= Metallguss) oder "ta chyta" (= die Schmelzbaren,
d.h.Metalle)

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Chemie: Früher und heute

Handwerkskunst im Altertum:

- Gerben und Färben (Krapp, Indigo, Scharlach, Purpur)


- Pigmente (Kreide, Bleiweiß, Ocker, Hämatit, Malachit…)
- Brauen (vor ca. 9000 Jahren sumerische Brauvorschrift)
- Töpfern
- Metallurgie (Au, Ag, Cu, Sn, Fe, Hg, Ni, Pb)
- Glasfabrikation (1500 v. Chr. Ägypten)

©WaltersArtMuseum
©H.Zell
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1.1 Chemie: Früher und heute

Griechische Naturphilosophen (6.-3.Jhd. V. Chr.):

- Alle Stoffe sind aus den vier Elementen Feuer, Erde, Luft und
Wasser aufgebaut: Empedokles, Plato, Aristoteles

- Alle Stoffe sind aus definierten kleinsten Teilchen, den Atomen


aufgebaut: Leukipp, Demokrit

Feuer heiß Luft

Vier-Elemente-Lehre
nach Aristoteles
trocken feucht (384-322 v.Chr.)

Erde kalt Wasser


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1.1 Chemie: Früher und heute

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1.1 Chemie: Früher und heute

Alchemie: (300 v. Chr. – 1650)

• Über Ägypten, Griechenland und Arabien nach Europa (ab 12.-13.


Jahrhundert)

• Umwandlung von Metallen zu Gold: „Stein der Weisen“

Joseph Wright of Derby: Der Alchemist (1771)


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1.1 Chemie: Früher und heute

Phlogiston-Theorie (1650 - 1790)

Begründer: Georg Ernst Stahl (1659-1734)


Theorie zur Erklärung von Verbrennungsprozessen

- Phlogiston (Feuerprinzip) ist in allen


brennbaren Substanzen
- Es entweicht bei der Verbrennung von
Stoffen

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1.1 Chemie: Früher und heute

Moderne Chemie (ab 1790)


Antoine Lavoisier (1743 – 1794): „Gesetz vom Erhalt der Masse“
Im Verlauf einer chemischen Reaktion lässt sich kein Gewinn oder
Verlust von Masse feststellen.

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1.1 Chemie: Früher und heute

Chemie = Lehre von den Stoffen


Charakterisierung, Zusammensetzung und Umwandlung von Stoffen

Struktur ↔ Reaktivität
Atome Energetik
Moleküle Kinetik
Verbindungen Mechanismen

Nanotechnologie, Medizinische Chemie, Biologische Chemie,


Biochemie, Organische Chemie, Allgemeine Chemie, Analytische
Chemie, Kernchemie, Anorganische Chemie, Physikalische
Chemie, Supramolekulare Chemie, Theoretische Chemie,
Metallorganische Chemie …

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1.2 Elemente, Verbindungen, Gemische

Chemie = Lehre von den Stoffen


Materie ist alles, was Raum beansprucht und Masse besitzt.
Materie besteht aus unterschiedlichen Stoffen.

Materie in verschiedenen Aggregatszuständen:

Fest: Stabile äußere Form und definiertes Volumen


Flüssig: Definiertes Volumen, keine stabile Form
Gasförmig: Weder definiertes Volumen, noch definierte Form
1.2 Elemente, Verbindungen, Gemische

Materie

Reinstoffe Gemische
Gemische, bestehen
aus mehreren Reinstoffen.
Elemente Verbindungen - Homogene Gemische
Stoff, der nicht in Verbindungen - Heterogene Gemische
einfachere Stoffe entstehen durch
zerlegt werden kann. Zusammenfügen von
Elementen

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1.2.1 Homogene und heterogene Gemische

Homogenes Gemisch: - einheitliches (homogenes) Erscheinungsbild


- flüssige und feste homogene Gemische: Lösungen
- z.B. Salzwasser, Legierungen, Luft

Heterogenes Gemisch: - Besteht erkennbar aus unterschiedlichen Teilen


(heterogen)
- Phase: abgegrenzte Menge eines einheitlichen
Stoffes
- Heterogenes Gemisch besteht aus mehreren Phasen
mit deutlichen Phasengrenzen

Duden.de
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1.2.1 Homogene und heterogene Gemische
Aggregatzustand Bezeichnung Beispiele
der Phasen
fest + fest Gemenge Granit, Müsli

fest + flüssig Suspension Schlamm,


Wandfarbe,
Weißbier

flüssig + flüssig Emulsion Milch,


Mayonnaise,
Kosmetika

fest + gasförmig Aerosol Rauch

flüssig + gasförmig Aerosol Nebel,


Haarspray,
Wolken 15
1.2.2 Stofftrennung

GEMISCH VERBINDUNG ELEMENT


physikalisch chemisch nicht
trennbar zerlegbar zerlegbar

Physikalische Trennung: Zustandsänderungen, z.B. Schmelzen,


Verdampfen, Änderung der äußeren Gestalt
→ Keine neuen Verbindungen

Chemische Trennung: Umwandlung unter Bildung neuer Verbindungen

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1.2.2 Stofftrennung

Heterogene Gemische:

- Sortieren: Feste Phasen


Sortieren nach Farbe, Teilchengröße, magnetischen Eigenschaften etc.
- Sedimentieren und Dekantieren: Suspensionen, Emulsionen

- Filtrieren: Abtrennen fester Stoffe von Flüssigkeiten und Gasen

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1.2.2 Stofftrennung:

Heterogene Gemische:

- Extraktion: Gemenge mit unterschiedlichen Löslichkeiten der Phasen

18
1.2.2 Stofftrennung

Heterogene Gemische:
- Abdampfen und Trocknen: Eine Phase ist leichter verdampfbar

www.seilnacht.com

Sublimation: direkte Überführung eines Feststoffes in die Gasphase

I2

19
1.2.2 Stofftrennung

Homogene Gemische: Lösungen

- Extraktion: Entfernung eines gelösten Stoffes, durch Lösen in einer


Flüssigkeit (Lösungsmittel), die mit der anderen nicht
mischbar ist.

www.seilnacht.com

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1.2.2 Stofftrennung

Homogene Gemische: Lösungen

- Kristallisation: Ausscheidung gelöster Stoffe durch Kristallisation


(Änderung der Löslichkeit durch Temperaturänderung,
Volumenänderung etc.)

http://www.chemiedidaktik.uni-oldenburg.de www.blogsicilia.eu

21
1.2.2 Stofftrennung

- Destillation: Abtrennung der Komponente mit dem niedrigeren


Siedepunkt durch Verdampfen

22
1.2.2 Stofftrennung

©Blacksmith Institute

Goldabbau im Amalgamverfahren

©ThomasLee

©SueCunningham 23
1.2.2 Stofftrennung

Homogene Gemische: Lösungen

- Chromatographie:

24
1.2.2 Stofftrennung

Homogene Gemische: Lösungen

- Chromatographie: Bsp. Papierchromatographie von Tinte

ulfbastel@wikipedia

Filterpapier: Stationäre Phase Wasser: Mobile Phase

Auftrennung der Tinte aufgrund der unterschiedlichen


Wanderungsgeschwindigkeiten ihrer Bestandteile
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1.2.2 Stofftrennung

Homogene Gemische: Lösungen

- Chromatographie: Bsp. HPLC

HPLC: High Performance Liquid Chromatography


- Auftrennung, Identifizierung und Quantifizierung von Substanzen
- Möglich auch für nicht flüchtige Verbindungen
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1.2.2 Stofftrennung

Homogene Gemische: Lösungen

- Elektrophorese: Chromatographie ionischer Verbindungen


Durch Anlegen einer Spannung wird der Fluss der Ionen beeinflusst

Bsp.: Gelelektrophorese mit Polyacrylamid als stationärer Phase

Western Blot: Immunologischer Nachweis von Proteinen mit Antikörpern


Southern Blot: Nachweis von DNA
Northern Blot: Nachweis von mRNA

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1.2.2 Stofftrennung

Heterogene Gemische Homogene Gemische


Sortieren Extraktion
Sedimentieren und Dekantieren Kristallisation
Extraktion Destillation
Filtrieren Chromatographie
Abdampfen und Trocknen Elektrophorese

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1.3 Einheiten

International Union of Pure and Applied Chemistry IUPAC


(Internationale Union für reine und angewandte Chemie)

- Gesellschaft zur Förderung der weltweiten Kommunikation von Chemikern


- Gibt verbindliche Empfehlungen zur Nomenklatur, Symbolen, Methoden etc.

SI Einheiten

Internationales Einheitensystem (Système International d`Unités) für


physikalische Größen

p = 1.00 x 105 Pa

Physikalische Größe Zahl Einheit


(kursiv)
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1.3 Einheiten

Sieben Basiseinheiten des SI-Systems


Physikalische Symbol der phys. Einheit Symbol der Einheit
Größe Größe
Masse m Kilogramm kg
Länge l Meter m
Zeit t Sekunde s
Temperatur T Kelvin K
Stoffmenge n Mol mol
Elektrischer Strom A Ampere A
Leuchtstärke IV Candela cd

Alle anderen Einheiten lassen sich mit den sieben Basiseinheiten ausdrücken,
sie heißen abgeleitete Einheiten.

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1.3 Einheiten

In der Chemie gebräuchliche abgeleitete Einheiten


Physikalische Größe Name der SI Einheit Symbol der SI In Basiseinheiten
Einheit
Kraft Newton N m kg/s2
Druck Pascal Pa N/m2 = kg/m s2
Energie, Arbeit Joule J Nm=m2 kg/s2
Leistung Watt W J/s=m2 kg/s3
Elektr. Ladung Coulomb C As
Elektr. Spannung Volt V W/A= m2 kg/s3 A
Radioaktivität Becquerel Bq 1/s
Frequenz Hertz Hz 1/s
Gebräuchliche nicht SI-Einheiten:

Temperatur Θ: °C T = Θ + 273.15
Druck: bar 1 bar = 1 x 105 Pa
Bindungslängen: Ångström Å 1 Å = 10-10 m 31
1.3 Einheiten

Faktor Vorsilbe

1018 exa E
1015 peta P
1012 tera T
109 giga G
106 mega M
103 kilo k
102 hecto h
101 deca da
10-1 deci d
10-2 centi c
10-3 milli m
10-6 micro µ
10-9 nano n
10-12 pico p
10-15 femto f
10-18 atto a
www.scaleoftheuniverse.com
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1.4 Einführung in die Atomtheorie

Dalton-Atomtheorie (1803-1808)

John Dalton (1766 – 1844)


Manchester, England

→ Atomtheorie, abgeleitet von beobachteten Gesetzmäßigkeiten


bei chemischen Reaktionen
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1.4.1 Dalton-Atomtheorie

Dalton-Atomtheorie (1803-1808)

1. Elemente bestehen aus extrem kleinen Teilchen, den Atomen.


Alle Atome eines Elementes sind gleich.*
2. Bei chemischen Reaktionen werden Atome miteinander
verbunden oder voneinander getrennt.
3. Eine chemische bindung resultiert aus der Verknüpfung von der
Atome von zwei oder mehreren Elementen.

* Die Atome eines Elements bestehen aus verschiedenen Atomsorten, die sich
in ihren Massen unterscheiden (Isotope)

34
1.4.2 Elektronen, Protonen, Neutronen

Einfaches Modell eines Atoms:


- Kleiner positiv geladener Atomkern
- Atomkern besteht aus Protonen und Neutronen (außer 1H)
- Negativ geladene Elektronen umgeben Kern
- Gesamtladung des Atoms: neutral

Protonen und Neutronen

Elektronen

Kern

35
1.4.2 Elektronen, Protonen, Neutronen
Kathodenstrahl-Experiment:

 Kathodenstrahlen sind Elektronen, die durch


Anlegen einer Spannung aus dem Metall der
Kathode austreten
→ negativ geladener Strahl geht geradlinig von der
negativ geladenen Elektrode (Kathode) aus;
 Leuchten bei Auftreffen auf die Glaswand
 Tritt der Strahl durch zwei Platten, an denen eine
Spannung anliegt wird der Strahl abgelenkt

Ablenkung wird von zwei Faktoren beeinflusst:


- Je höher die Ladung e der Teilchen, desto größer
die Ablenkung
- Je größer die Masse m der Teilchen, desto geringer
die Ablenkung (~ 1/m)

e/me = -1.7588 x 108 C/g

36
1.4.2 Elektronen, Protonen, Neutronen

Ablenkung von Kanalstrahlen

- Kanalstrahlen sind positiv geladen


Ionenstrahlen
- Kanalstrahlen entstehen durch
Zusammenstoß von Kathodenstrahlen
und Gasteilchen
- Ionen fliegen durch durchbohrte
Kathode
- Bestimmung von q/m analog zum
Kathodenstrahl-Experiment
- Durch Verwendung verschiedener Gase entstehen
unterschiedliche Ionen
- Das Ion mit der kleinsten Masse wird bei der Verwendung von Wasserstoff
(H2) beobachtet → Proton H+

e/mp = +0,96 x 107 C/g

37
1.4.2 Elektronen, Protonen, Neutronen

Millikan-Öltröpfchenexperiment

- Erzeugung von Elektronen


- Elektronen werden von Öltröpfchen
aufgenommen. Diese Tropfen sinken
zwischen zwei Platten nach unten
- Bestimmung des Radius und der
Masse der Tröpfchen aus der
Sinkgeschwindigkeit
- Anlegen einer Spannung, sodass die
Tropfen in Schwebe bleiben
- Aus angelegter Spannung und der
Masse der Tropfen wird die Ladung der
Tropfen berechnet (Ein Tropfen kann
mehrere Elektronen aufnehmen)
- Ladung immer ganzzahliges Vielfaches
einer bestimmten Ladung

Bestimmung der Elementarladung


38
1.4.2 Elektronen, Protonen, Neutronen

Bestimmung der Ladungsmenge auf einem Öltropfen

Im Schwebezustand: Fel = Fgew


Fel = QE
Q = Ladung, E = elektrische Feldstärke, m =
Fgew = mg Masse, g = Gravitationsbeschleunigung, U =
Spannung, d = Abstand der Platten

Ladung des Elektrons: - 1.6020 x 10-19 C


Ladung des Protons: + 1.6020 x 10-19 C

Aus e/m: me = 0.91091 · 10-27 g und mp= 1.6725 · 10-24 g


39
1.4.2 Elektronen, Protonen, Neutronen

Atome sind elektrisch neutral


→ Anzahl der Elektronen = Anzahl der Protonen

Aber: Masse eines Atoms (Ausnahme H) > Masse Elektronen + Protonen ???

Nachweis von Neutronen (J. Chadwick 1932)


- Keine Ladung
- Befinden sich im Atomkern

Masse des Neutrons: m = 1,6749 x 10-24 g

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1.4.2 Elektronen, Protonen, Neutronen

Eigenschaften einiger Nukleonen


Masse/g Masse/ua Ladung/eb
Elektron 9,10938 x 10-28 0,00054858 -1
Proton 1,67262 x 10-24 1,007276 +1
Neutron 1,67493 x 10-24 1,008665 0

aAtommasseneinheit (u) ist 1/12 des Masse das Atoms 12C (Kohlenstoff) 1 u = 1.6606 x 10-27 kg
bEinheit der Ladung ist e = 1,6021765 x 10-19 Coulomb

Protonen und Neutronen sind über 1800 mal


schwerer als Elektronen

41
1.4.2 Elektronen, Protonen, Neutronen
Treffen sich zwei Atome…

webassignwired.webassign.net
Lachschon.de

„Stehen zwei Neutronen vor der Disko. Sagt der Türsteher:


Sorry, heute nur für geladene Gäste“

42
1.4.2 Elektronen, Protonen, Neutronen

Streuversuch von Rutherford

α-Strahlen durch radioaktiven Zerfall


von Radium: He2+-Ionen (10000 km/h)

- α-Strahlen werden auf eine sehr


dünne Goldfolie geschossen
www.atombau.de

- Großteil der α-Teilchen wird nicht abgelenkt


- Einige α-Teilchen werden abgelenkt
- Einige α-Teilchen werden zur Strahlenquelle
zurückgeworfen

43
www.chempage.de
1.4.2 Elektronen, Protonen, Neutronen

Elektronen Atomkern:
- Besteht aus Protonen und Neutronen
- Protonen und somit der Atomkern sind
positiv geladen
positiv geladener Kern - starke Kernkraft hält Nukleonen (Protonen
und Neutronen zusammen (Kurze Reichweite)
- Im Kern vereint sich fast die gesamte Atommasse

Atomhülle:
- Elektronen befinden sich außerhalb des Kerns
- Anzahl der Elektronen = Anzahl der Protonen (Atom ist neutral)

Atom ist 100 000 mal größer als der Atomkern!


44
1.4.2 Elektronen, Protonen, Neutronen

web-docs.gsi.de

45
1.4.3 Atomsymbole

Massenzahl
A

Ordnungszahl Z H Chemisches Symbol

Ordnungszahl Z = Anzahl der Protonen im Kern (Legt Element fest!)

Massenzahl A = Gesamtzahl der Nukleonen (Protonen und Neutronen)

Wie viele Protonen, Neutronen und Elektronen hat folgendes Silber-Atom?

46
1.4.3 Atomsymbole

Elektrisch geladene Teilchen nennt man Ionen


→ Ionen entstehen durch Abgabe oder Aufnahme von Elektronen

A n-/+
Z H Elementarladung

Ionenladung = Gesamtzahl der Protonen + Gesamtzahl der Elektronen

Wie viele Protonen, Neutronen und Elektronen hat folgendes Schwefel-Ion?

47
1.4.4 Isotope

Isotope:
Atome gleicher Ordnungszahl (Anzahl der Protonen),
Aber unterschiedlicher Massenzahl (unterschiedlich viele Neutronen)

Nukilde des Wasserstoffs


Proton
Elektron
Neutron

48
1.4 Isotope

Bionerd@wikipedia

49
1.4.4 Isotope

- Isotope eines Elements haben gleiche chemische


Eigenschaften
- Elemente mit nur einem natürlich vorkommendem Isotop:
Reinelement (z.B. Beryllium, Natrium, Fluor)
- Elemente mit mehreren natürlich vorkommenden Isotopen:
Mischelement (z.B. Wasserstoff etc.)
- Mit steigender Ordnungszahl eines Elements wächst die
Anzahl der Isotope

92 Elemente, aber über 1000 Isotope

50
1.4.4 Isotope

51
www.wikipedia.de
1.4.4 Isotope

Radiokarbonmethode zur Altersbestimmung

Tagesspiegel.de

12C (98,9%) und 13C (1,1 %); 14C wird in der Atmosphäre gebildet 52
1.4.5 Atommasse

Die Masse eines Atoms beträgt etwa 10-27 kg.


Ausgeschrieben sind das:
0,000000000000000000000000001 kg.

Um nicht ständig mit so kleinen Zahlen arbeiten zu müssen, wurde


1961 von der IUPAC eine neue Einheit definiert:

mu = 1 u = 1 unit = 1/12 der Masse eines Kohlenstoffatoms 12C

1 u = 1,6605 x 10-27 kg

In der Biochemie Verwendung der Einheit Dalton:

1 u = 1 Da
53
1.4.5 Atommasse

Die Atommasse eines Elements X in u erhält man aus den Atommassen der
Isotope unter Berücksichtigung der Isotopenhäufigkeit.

Die relative Atommasse Ar eines Elements X ist immer auf 1/12


Des Nuklids 12C bezogen. Ar hat keine Einheit

Da es sich um einen „Massenvergleich“ mit Kohlenstoff handelt, nennt man


diesen Wert relative Atommasse (Atomgewicht) Ar.

54
1.4.6 Massendefekt

55
1.4.6 Massendefekt

Einstein: E = mc2 Lichtgeschwindigkeit c = 2,99793 x 108 m/s

d.h. Masse kann in Energie umgewandelt werden

1 u = 931 MeV

Bei der Bildung eines Atomkerns aus Neutronen und Protonen


wird die sog. Kernbindungsenergie frei. Diese Energie ist äquivalent
einer Massenabnahme.
Bildung eines He-Kerns aus Neutronen und Protonen
Energie

Energie 28.3 MeV


~ 0,03 u

56
Zusammenfassung

Was war wichtig?

- Unterscheidung Element, Verbindung, Gemisch


- Homogene, heterogene Gemische
- Trennung von Gemischen
- Verwendung von Einheiten
- Was ist ein Atom? Welche Nukleonen gibt es?
- Atommasse
- Was sind Isotope?
- Massendefekt

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