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STR Kapitel 2

Strukturkrisenkartell, ein vertraglicher Zusam delsstufe, bei dem die beteiligten Unternehmen die
menschluss von Unternehmen gleicher Produkti Anwendung von einheitlichen Typen vereinbaren.
ons oder Handelsstufe, die bei dauerhaftem Sin Durch die Typung werden z. B. bestimmte Maße
ken der Nachfrage nach ihren Gütern eine planmä oder Eigenschaften von Bauteilen oder Vorproduk
ßige Anpassung ihrer Kapazitäten an den verän ten vereinbart (z. B. die Verwendung typisierter
derten Bedarf vereinbaren. Strukturkrisenkartelle Pfandflaschen für Mineralwasser). Typenkartelle
zählen nach dem Kartellgesetz zu den vom Kartell werden wettbewerbsrechtlich so behandelt wie Nor
verbot freigestellten Vereinbarungen, da die ver menkartelle (siehe dort).
traglichen Bestimmungen zur Anpassung der Pro
duktionsmengen der beteiligten Unternehmen das unlauterer Wettbewerb, jedes Verhalten von Un
Gemeinwohl und die Gesamtwirtschaft berück ternehmen am Markt, das auf unzulässige, sitten
sichtigen. widrige Art und Weise die Konkurrenz behindert,
beeinträchtigt oder vom Wettbewerb ausschließt
Substitutionsgüter, Güter, die durch andere Gü (siehe Kapitel 9).
ter ersetzt werden können, die denselben Zweck er
füllen, ohne dass der Grad der Bedürfnisbefriedi Unternehmenskonzentration, die Zusammenbal
gung wesentlich verringert wird. Beispiele sind But lung von Marktmacht bei Unternehmen durch über
ter und Margarine, oder Öl und Gas als Brennstoff; durchschnittliches Wachstum eines Großunterneh
Gegenteil: Komplementärgüter. Steigen die Preise mens im Vergleich zu seinen Mitwettbewerbern
für ein Gut (z. B. Butter), ist eine höhere Nachfrage oder durch Unternehmenszusammenschlüsse (Fu
bei dem entsprechenden Substitutionsgut (z. B. sionen), wenn sich z. B. selbstständige Unterneh
Margarine) zu erwarten. men vertraglich zusammenschließen, dadurch ihre
wirtschaftliche Selbstständigkeit aufgeben und sich
Syndikat, der Zusammenschluss von Unterneh einer einheitlichen, zentralen Leitung in einem
men der gleichen Produktions oder Handelsstufe, Konzern (siehe dort) unterstellen oder wenn ein Un
die sich vertraglich verpflichten, durch gemeinsame ternehmen von einem anderen Unternehmen auch
zentrale, rechtlich selbstständige Einkaufs oder gegen seinen Willen übernommen wird (feindliche
Verkaufseinrichtungen die Beschaffung von Roh bernahme). Unternehmenskonzentration ist ein
stoffen oder Waren oder den Absatz ihrer Erzeug Prozess der Zusammenfassung von Marktanteilen
nisse wirtschaftlicher zu gestalten. Syndikate sind und Ballung von Verfügungsmacht über Produkti
die straffste Form eines Kartells. Nach dem Kar onsmittel und bei der Bildung oder Verstärkung ei
tellgesetz sind Syndikate grundsätzlich unzulässig. ner marktbeherrschenden Stellung ein Thema der
Innerhalb enger gesetzlicher Grenzen sind sie je Wettbewerbspolitik (siehe Kapitel 4).
doch möglich, wenn die Verbesserung der Wirt Nach der Produktionsstufe unterscheidet man zwi
schaftlichkeit der beteiligten Unternehmen im Inte schen horizontaler Konzentration, wenn die betei
resse der Allgemeinheit liegt und nicht auf anderem ligten Unternehmen die gleiche Produktions oder
Weg erreicht werden kann. Handelsstufe haben, z. B. Zusammenschlüsse in der
Automobilbranche oder der Zusammenschluss meh
Tochtergesellschaft, Teil eines Unterordnungs
rerer Großbanken. Vertikale Konzentration liegt
konzerns (siehe dort).
vor, wenn sich Unternehmen aufeinanderfolgender
Trust, Zusammenschluss von Unternehmen, die Produktions oder Handelsstufen zusammenschlie
ihre rechtliche und wirtschaftliche Selbstständigkeit ßen, z. B. Zulieferbetriebe mit Abnehmerbetrieben.
im Gegensatz zum Konzern aufgeben. Die Fusion Bei anorganischer Konzentration, die auch als dia
von Unternehmen zum Trust erfolgt entweder gonale (konglomerate) Konzentration bezeichnet
durch bernahme des Vermögens der übertragen wird, schließen sich branchenfremde Unternehmen,
den Gesellschaft durch eine andere Gesellschaft z. B. Banken, Zeitungsverlage und Unternehmen der
oder durch die Verschmelzung der Unternehmen Nahrungsmittelindustrie, zusammen.
und Bildung einer neuen Gesellschaft.
Unterordnungskonzern, Zusammenschluss von
Typenkartell, ein vertraglicher Zusammenschluss Unternehmen, die rechtlich zwar selbstständig blei
von Unternehmen gleicher Produktions oder Han ben, ihre wirtschaftliche Selbstständigkeit jedoch

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