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UNV Kapitel 2

fer bei zu hohen Preisen die Möglichkeit haben, auf verbundene Unternehmen, Unternehmen, die in
andere Güter auszuweichen, oder dass überhöhte einem Konzern (siehe dort) zusammengeschlossen
Monopolpreise Konkurrenten veranlassen, ähnli und durch gegenseitige Kapitalbeteiligung mitein
che Güter zu günstigeren Preisen auf den Markt zu ander verflochten sind. Sie bleiben rechtlich selbst
bringen, und darüber hinaus der Staat gesetzliche ständig, geben ihre wirtschaftliche Selbstständigkeit
Regelungen gegen die Monopolbildung geschaffen jedoch auf und unterstellen sich einer einheitlichen
hat. In der Praxis nutzen die Unternehmen dabei Leitung.
z. B. die geringe berschaubarkeit auf den (unvoll
Verdrängungswettbewerb, ruinöse Konkurrenz,
kommenen) Märkten und verkaufen die gleichen Er
Bezeichnung für ein Marktverhalten von Unterneh
zeugnisse und Leistungen an unterschiedliche Ab
men, vor allem auf Märkten mit wenigen, relativ gro
nehmer zu verschiedenen Preisen (räumliche Preis
ßen Anbietern (Oligopolmärkten), bei dem versucht
differenzierung).
wird, einen oder mehrere Wettbewerber durch An
unvollkommenes Oligopol, Bezeichnung für eine gebote zu Preisen unter den Selbstkosten und ohne
Marktform, bei der in der Praxis unter den Bedin Rücksicht auf eigene Verluste vom Markt zu ver
gungen des unvollkommenen Marktes wenige Un drängen.
ternehmen in Konkurrenz zueinander treten. Oligo
Verkäufermarkt, Situation am Markt, in der die
pole bestehen z. B. in der Automobilindustrie oder
Nachfrage nach Gütern und Leistungen größer ist
im Flugzeug und Schiffbau. Der Oligopolist kann
als das Angebot (Nachfrageüberhang); Gegenteil:
versuchen, durch preispolitische Maßnahmen (z. B.
Käufermarkt. Die Konkurrenz der Nachfrager
Verdrängungswettbewerb mit Tiefstpreisen) das
führt aufgrund des zu geringen Angebots zu Preis
Marktgeschehen zu seinen Gunsten zu beeinflussen,
erhöhungen, sodass sich die Verkäufer in der besse
muss jedoch immer damit rechnen, dass seine Kon
ren Marktposition befinden.
kurrenten Gegenmaßnahmen ergreifen. In der Pra
xis zeigt sich auf Märkten mit wenigen großen An vollkommener Markt, in der Wirtschaftstheorie
bietern vor allem ein gewisser Gleichschritt bei der ideale Markt, für den angenommen wird, dass
Preisveränderungen: Erhöht oder senkt ein Oligo alle Anbieter und Nachfrager nur nach ökonomi
polist die Preise, ziehen die Konkurrenten in der Re schen Grundsätzen handeln und bei dem verschie
gel nach (Preisführerschaft). dene Bedingungen (Prämissen) erfüllt sein müssen.
Die auf vollkommenen Märkten gehandelten Güter
unvollkommenes Polypol, die monopolistische
müssen sachlich gleichartig sein und dürfen sich we
Konkurrenz (siehe dort).
der durch Qualität, Aufmachung, Farbe, Geschmack
Veblen Effekt, der Prestigeeffekt (siehe dort). oder Verpackung unterscheiden. Solche homogenen

VOLLKOMMENER MAR KT
Bedingungen für den vollkommenen Markt
Bereits der englische Nationalökonom William Stanley Jevons (1835–1882) prägte den Begriff des voll-
kommenen Marktes. Dieser Markt ist dadurch charakterisiert, dass auf ihm zu einem bestimmten Zeit-
punkt nur ein Preis herrscht, zu dem alle Umsätze getätigt werden (Gesetz der Unterschiedslosigkeit der
Preise).
Die noch heute gültigen Bedingungen für die Existenz eines vollkommenen Marktes sind:

1. Das gehandelte Gut ist sachlich gleichartig (homogen). Die Homogenität des Gutes ist dann gegeben,
wenn sie sich im Urteil der Nachfrager weder in der Qualität noch in Aufmachung oder Verpackung
unterscheidet.

2. Einziges Kriterium für den Abschluss einer Transaktion ist, dass weder für Käufer noch für Verkäufer
ein besseres Geschäft möglich ist. Es bestehen also keine persönlichen Präferenzen zwischen den
Marktteilnehmern. Es ist unerheblich, bei wem gekauft und an wen verkauft wird.

3. Es gibt keine räumlichen Differenzierungen. Käufer und Verkäufer befinden sich z. B. am selben Ort.

4. Es gibt keine zeitlichen Differenzierungen, z. B. in Form von unterschiedlichen Lieferfristen.

5. Jeder Marktteilnehmer kennt alle Preisforderungen bzw. Gebote der anderen Marktseite, es herrscht
also vollständige Markttransparenz. vollkommener Markt.
Bedingungen für den vollkommenen
Wenn eine oder mehrere dieser Bedingungen nicht erfüllt sind, wird der Markt als unvollkommen bezeichnet.
Markt

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