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Anlagenmanagement

Projektmanagement

Nennen Sie fünf Phasen der Projektabwicklung und geben Sie in einem Satz an, was ein Vorhaben zu
einem Projekt macht.

 Vorplanung, Grobplanung, Detailplanung (Verfahrens- und Anlagendetailplanung auch als


separate Punkte möglich), Montage, Inbetriebnahme (5 Punkte)
 Vorhaben, das im Wesentlichen durch die Einmaligkeit der Bedingungen in ihrer Gesamtheit
gekennzeichnet ist.

Während des ersten Projekttreffens wird über die Aufgaben des Lenkungskreises diskutiert. Es wird
dabei zunächst über die Projektorganisation und die Projektkoordination gesprochen. Geben Sie
jeweils in einem Satz an, was unter Projektkoordination und Projektorganisation zu verstehen ist!

 Projektorganisation beschreibt die präzise und vollständige Aufgliederung des Projektes in


Teilaufgaben
 oder die Abstimmung mit der vorgegebenen Unternehmensorganisation.
 Projektkoordination beschreibt die Abstimmung der einzelnen Teilaufgaben innerhalb des
Projektes

Nennen Sie ferner zwei der vier Hauptaufgaben der Projektkoordination und geben Sie ein
Beschreibungsmittel/Instrument an, das in einem der beiden Bereiche eingesetzt werden kann!

 Ablauf-, Termin-, Kapazitäts- und Finanzkoordinierung


 Strukturplan, Gantt-Diagramm, MPM-Netzplan, Zahlungsübersicht

Sie haben im Rahmen des Projektmanagements verschiedene Vertragstypen nach BGB


(beispielsweise Maklervertrag) kennengelernt. Nennen Sie exemplarisch drei weitere.

 Kaufvertrag, Miet- und Pachtvertrag, Darlehensvertrag, Dienstvertrag, Werkvertrag

Sie haben verschiedene Vertragsformen kennengelernt, die es ermöglichen, die Risikoverteilung


zwischen Auftraggeber und Auftragnehmer zu steuern. Zwei dieser Möglichkeiten sind
Festpreisverträge und Verträge mit Aufwandserstattung. Bei welcher dieser beiden Möglichkeiten ist
das Risiko für den Auftragnehmer minimal? Begründen Sie Ihre Antwort kurz. (2 Punkte)

 Verträge mit Aufwandserstattung minimieren das Risiko des Auftragnehmers. (1 Punkt)


 Das Risiko einer Kostenüberschreitung liegt vollständig beim Auftraggeber. (1 Punkt)

Investitions- und Kostenplanung

Was genau ist unter einer Investition zu verstehen? Nennen Sie die beiden in der Vorlesung
behandelten Investitionsbegriffe und erläutern Sie einen der beiden Begriffe kurz.

 Vermögensorientierter Investitionsbegriff:
 Eine Investition ist eine für eine längere Frist beabsichtigte Bindung finanzieller Mittel in
materiellen oder immateriellen Objekten, mit der Absicht, die Objekte in Verfolgung einer
individuellen Zielsetzung zu nutzen.
 Zahlungsorientierter Investitionsbegriff:
 Eine Investition ist durch einen Zahlungsstrom gekennzeichnet, der mit Auszahlungen beginnt
und in späteren Zahlungszeitpunkten Einzahlungen erwarten lässt.

Geben Sie zunächst an, wann sich eine kosten- und wann eine zahlungsorientierte Betrachtungsweise
anbieten? Begründen Sie kurz. Erläutern Sie zusätzlich kurz, was an dem Begriff „Investitionskosten“
problematisch ist.

 Kostenorientierte Betrachtungsweise: Betrachtung einer repräsentativen Periode;


Entscheidungsrelevante Entwicklungen im Zeitverlauf nicht zu erwarten; Kurzfristige
Entscheidungen
 Zahlungsorientierte Betrachtungsweise: Dynamische Entwicklungen zu erwarten; Langfristige
Entscheidungen
 Der Begriff „Investitionskosten“ ist problematisch, da Investitionen und Kosten zu
betriebswirtschaftlich unterschiedlichen Wertgrößen zählen.
 Investitionen markieren den Beginn einer Zahlungsreihe und/oder beschreiben eine
Kapitalbindung im allgemeinen Sinn, wohingegen Kosten ein Begriff aus der Kosten- und
Leistungsrechnung sind und den Werteverzehr einer betrieblichen Leistungserstellung
beschreiben.

Inwiefern spielen diese beiden Umstände eine Rolle im Hinblick auf eine Investitionsschätzung des
Standorts? Begründen Sie Ihre Antworten kurz. Wie lassen sich derartige Besonderheiten methodisch
im Rahmen der Investitionsschätzung berücksichtigen? Geben Sie hierfür 2 Beispiele.

 Die Umstände bedeuten mit hoher Wahrscheinlichkeit eine Änderung des erforderlichen
Investitionsvolumens und sind daher im Rahmen von Schätzungen zu berücksichtigen.
 Ein Moor deutet auf ungünstige Bodenbeschaffenheit und die Notwendigkeit einer stabileren
Gebäudebauweise hin.
 Hohe Luftfeuchtigkeit erfordert eine entsprechende Anlagenauslegung oder Zusatzgeräte zur
Klimatisierung von Räumlichkeiten.
 Methodische Berücksichtigung durch Standort- und/oder Zeitindizes, Anpassung des
Größendegressionsexponenten bei Technologieänderung, Veränderung der Maßgröße der
Degression; Benutzung anderer Faktoren bei identischer Technologie; Direktschätzung
zusätzlich erforderlicher Bauten/Anlagen/Komponenten.

Ein Kollege interessiert sich sehr für den von Ihnen berücksichtigten Größendegressionseffekt und Sie
erklären ihm den rechnerischen Ansatz. Er fragt Sie, ob etwas dagegen spräche den Ansatz für die
Schätzung einer Investition anzuwenden, die für eine Presse mit einer Nennkraft von 200 kN
erforderlich wäre. Was antworten Sie ihm? Begründen Sie Ihre Antwort in einem Satz.

 Ja, es spricht etwas dagegen.


 Die Kritikpunkte am Größendegressionseffekt, wie beispielsweise die Vernachlässigung des
Marktes, Unterstellung einer konstanten Technologie, oder Abhängigkeit der Investition von
den Betriebsbedingungen, sind zu berücksichtigen.

Bei der Präsentation Ihrer Wirtschaftlichkeitsschätzung geben Sie eine detaillierte Zusammensetzung
der von Ihnen angenommenen Ein- und Auszahlungen an. Ein Kollege macht Sie darauf aufmerksam,
dass Sie die Abschreibungen in Ihren Auszahlungen vergessen hätten. Hat er Recht? Begründen Sie
Ihre Antwort kurz.

 Nein, er hat nicht Recht.


 Abschreibungen sind kalkulatorisch oder bilanziell und damit nicht unmittelbar
zahlungswirksam.

Es sei nun eine weitere Wirtschaftlichkeitsabschätzung durchzuführen. Nun sei es aber so, dass je
nach Investitionszeitpunkt unterschiedliche Produktionslinien gebaut würden, die sich in ihren
maximalen Nutzungsdauern unterscheiden. Welches Problem kann bei dieser
Wirtschaftlichkeitsabschätzung auftreten? (2 Punkte)

 Ein Problem kann auftreten, sofern die Nutzungsdauern kürzer als der zeitliche
Betrachtungshorizont der Abschätzung ausfallen.
 Als Folge wäre eine Vergleichbarkeit der beiden Zahlungsreihen nicht mehr gewährleistet.

Kapazitätsplanung

Neben dem konfliktären Zusammenhang mit der Kapitalbindung wurde der Größendegressionseffekt
im Rahmen der Vorlesung einer weiteren möglichen Zielgröße der Kapazitätsplanung
gegenübergestellt. Welche Zielgröße ist gemeint? Erläutern Sie kurz.

 Zuverlässigkeit
 Die Realisierung von Größendegressionseffekten setzt große Anlagen voraus, was der
Parallelisierung mehrerer Anlagen mit geringeren Kapazitäten gegenübersteht.

Welches Problem besteht im Hinblick auf die Angabe von Anlagenkapazitäten (Kapazitätsbegriff)?
Geben Sie ein Beispiel und erläutern Sie kurz.

 Kapazitätsbegriff ist nicht eindeutig definiert und kann vielfältige Ausprägungen haben.
 Beispiel: LKW-Kapazität
 Es ist anwendungsbezogen zu ermitteln, ob die Zuladung beispielsweise massen- oder
volumenbezogen begrenzt ist

Worin besteht das grundlegende Problem der Kapazitätsplanung? Nennen Sie ferner ein Beispiel für
eine mögliche Zielsetzung von Kapazitätsexpansionsmodellen.

 Anpassung der Kapazität an eine prognostizierte (wachsende) Nachfrageentwicklung


 Minimierung des Kapitalwertes der erweiterungsbedingten Auszahlungen

Im Rahmen der Vorlesung haben Sie das Kapazitätsexpansionsmodell von Schneider kennengelernt.
Nennen Sie drei vereinfachende Grundannahmen des Modells.

 Lineares Wachstum der Nachfrage


 Zeitlich konstante Erweiterungspolitik
 Keine Größendegression
 Ausschluss von Fehlmengen
 Lineare Investitionsfunktion
 Minimierung der Investitionsausgaben als Zielgröße
 Keine Berücksichtigung variabler Kosten
 Keine Berücksichtigung von Restwerten
 Identische Ersatzinvestitionen
 Anpassungen nur zu bestimmten Zeitpunkten möglich
 Keine Berücksichtigung der technischen Lebensdauer
Welche Vor- und Nachteile wären mit einer feineren zeitlichen Unterteilung des Planungshorizontes
bei der Bestimmung des Expansionsprogramms verbunden? Geben Sie jeweils ein Beispiel für einen
möglichen Vor- und Nachteil.

 Vorteil: Eine feinere Zeiteinteilung ermöglicht gegebenenfalls eine bessere Anpassung des
Expansionsprogramms an die prognostizierte Nachfrage.
 Nachteil: Die Lösung des Problems wird aufwendiger.

Die Ermittlung des optimalen Expansionsprogramms nach Manne und Veinott basiert auf der
Annahme, dass keine Fehlmengen auftreten dürfen. Welcher Nachteil kann in der Praxis entstehen,
wenn Fehlmengen ausgeschlossen werden? Wie wäre der Planungsansatz zu erweitern um
eventuelle Fehlmengen abbilden zu können?

 Der Ausschluss von Fehlmengen kann in der Praxis zu unverhältnismäßig hoher


Kapitalbindung führen.
 Es könnten Strafzahlungen für eventuelle Zukäufe oder nicht befriedigte Nachfrage angesetzt
werden.

Findet im Kapazitätsexpansionsmodell von Manne und Veinott der Größendegressionseffekt


Berücksichtigung? Begründen Sie Ihre Antwort kurz.

 Größendegressionseffekte werden vereinfacht durch den Summanden im Zähler der


Kapitalwertberechnung berücksichtigt.
 Bei der Installation zunehmend größerer Kapazitäten fällt der Summand im Hinblick auf die
absolute Investitionshöhe weniger stark ins Gewicht.

Instandhaltung

Nennen Sie die vier grundsätzlichen Instandhaltungsaufgaben. (4 Punkte)

 Wartung, Inspektion, Instandsetzung, Verbesserung (4 Punkte)


 Ausnutzung der Lebensdauer, vorbeugende Erkennung, Erhöhung der Verfügbarkeit,
Minimierung der Instandhaltungskosten

Nennen Sie zunächst die beiden maßnahmenbezogenen Instandhaltungsstrategien, die Sie in der
Vorlesung kennengelernt haben. Nennen Sie ferner für eine der beiden Strategien eine
Anwendungsvoraussetzung sowie einen Vor- und Nachteil bei der Anwendung. (5 Punkte)

Je Strategie 1 Punkt (maximal 2 Punkte)

Je Anwendungsvoraussetzung 1 Punkt (maximal 1 Punkt)

Je Vor- und Nachteil 1 Punkt (maximal 2 Punkte)

Beispiele:

 Ausfallbedingte Instandhaltung
o Anwendungsvoraussetzungen
 Konstante oder sinkende Ausfallraten
 Keine Informationen über das Ausfallverhalten
o Vor- und Nachteil
 Geringer Aufwand
 Vollständige Nutzung des Abnutzungsvorrats
 Hohe Ausfallfolgekosten
 Mögliche Material- und Personalengpässe
 Vorbeugende Instandhaltung
o Anwendungsvoraussetzungen
 Steigende Ausfallraten
 Ausfallverhalten bekannt
o Vor- und Nachteil
 Hoher Aufwand
 Keine vollständige Nutzung des Abnutzungsvorrats
 Vermeidung von Ausfallfolgekosten
 Planbarkeit bei Material- und Personaleinsatz

Im Rahmen der Vorlesung wird in einer Beispielrechnung für die zustandsabhängige Instandhaltung
mittels der Bellmanschen Funktionalgleichung eine gewinnmaximale Instandhaltungsstrategie
ermittelt. Zu welchem anderen Themenbereich der Vorlesung lässt sich eine Analogie herstellen und
warum?

 Kapazitätsplanung
 Verwendung der dynamischen Programmierung zur Ermittlung des optimalen
Kapazitätserweiterungsplanes im Modell von Manne und Veinott