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RECHTE NETZWERKE

IN DEUTSCHLAND
Extrem rechte Kreise bereiten sich auf einen Bürgerkrieg vor. Sie wollen für die
„völkisch-nationale Homogenität“ der Gesellschaft kämpfen – und ihr Einfluss
reicht bis tief in die Gesellschaft und den Bundestag.

Er steht politisch ganz rechts außen: Götz Kubitschek kämpft gegen die
gesellschaftliche Verantwortung für die Opfer des Nationalsozialismus. Er glaubt,
dass die deutsche Bevölkerung gegen Nicht-Deutsche ausgetauscht werden soll.
Und deutsch ist für ihn nicht jede Person mit deutschem Pass: Vielmehr will er
für die „völkisch-nationale Homogenität“ der Gesellschaft kämpfen – und ist
deshalb von der Notwendigkeit eines Bürgerkriegs überzeugt.

In Schnellroda in Sachsen-Anhalt hat er ein rechtes Netzwerk gegründet. Dazu


gehört das so genannte Institut für Staatspolitik, wo Kubitschek die Ideen rechter
Revolutionäre verbreitet. Es versteht sich selbst als akademische Einrichtung.
Doch der Historiker Volker Weiß meint: „Eine tatsächliche akademische
Auseinandersetzung findet dort nicht statt.“ Denn das würde mehr Diskussion
und eine andere Form des Denkens bedeuten, so Weiß. Kubitschek dagegen geht
es vor allem um die Vorbereitung auf den angeblich bevorstehenden Bürgerkrieg.

Nun könnte man denken, dass das Publikum dieses


„Instituts“ eine kleine Gruppe extrem rechter Kräfte ist
– wenn da nicht die AfD wäre, die größte
Oppositionspartei im deutschen Bundestag. Sie steht
Kubitschek so nahe, dass führende Mitglieder der
Partei schon in Schnellroda gesprochen haben,
darunter Alexander Gauland, Alice Weidel und Jörg
Meuthen. Weidel sagte dort 2019 bei einer
Veranstaltung: „Es ist ganz wichtig, dass wir unseren
Nachwuchs fördern. Und der Nachwuchs sitzt eben
hier.“

Was bedeutet das für die Zukunft? David Begrich vom


Verein „Miteinander – Netzwerk für Weltoffenheit und
Demokratie“ warnt vor einer Beteiligung der AfD an
der politischen Macht. Er meint, dass die kulturelle
Diversität der Gesellschaft darunter leiden würde, und
sieht die Rechte von Minderheiten in Gefahr.

QUELLE: DW
Glossar
rechts — hier: politisch nationalistisch und populistisch
Netzwerk, -e (n.) — hier: Menschen, die etwas gemeinsam organisieren
oder nutzen
Bürgerkrieg, -e (m.) — ein Krieg zwischen verschiedenen Gruppen in
einem Land
völkisch-national — so, dass man an die ethnische Grundlage einer
Nation glaubt; rassistische Ideologie aus dem späten 19. Jahrhundert
und dem Nationalsozialismus
Homogenität (f., nur Singular) — Gleichförmigkeit; Einheitlichkeit
Bundestag (m., nur Singular) — das deutsche Parlament
Nationalsozialismus (m., nur Singular) — Diktatur unter Adolf Hitler
(1933-1945)
etwas aus|tauschen — etwas auswechseln; etwas durch etwas anderes
ersetzen
sich als etwas verstehen — sich selbst als etwas sehen oder
einschätzen
etwas verbreiten — hier: etwas an viele Menschen weitergeben
akademisch — hier: wissenschaftlich; universitär
Einrichtung, -en (f.) — hier: eine Institution
Historiker, -/Historikerin, -nen — der/die Geschichtswissenschaftler/in
Auseinandersetzung, -en (f.) — die Diskussion
bevorstehend — kommend; so, dass etwas bald passiert
AfD (f.) — die rechte, ausländerfeindliche Partei „Alternative für
Deutschland“
jemandem nahe|stehen — ähnlich denken wie jemand; mit jemandem
zu tun haben
Nachwuchs (m., nur Singular) — die jungen Leute einer Organisation
jemanden/etwas fördern — jemanden/etwas unterstützen
Diversität (f., nur Singular) — die Vielfalt; hier: die Tatsache, dass auch
Menschen berücksichtigt werden, die nicht zu einer bestimmten
Mehrheit gehören

QUELLE: DW
Aufgabe zum Text
1.Was steht im Text?
Wähl die passenden Lösungen aus. Manchmal passen mehrere Antworten.
1. Was wird über Götz Kubitschek gesagt?
a) Er sagt, dass Deutschland keine Schuld an den Verbrechen der Nazis hat.
b) Für ihn können Deutsche nur Menschen mit deutscher Familiengeschichte sein.
c) Er hat Angst, dass Politik gegen die deutsche Bevölkerung gemacht wird.
2. Was wird über das „Institut für Staatspolitik“ gesagt?
a) Dort beschäftigt man sich intensiv mit rechter Theorie und diskutiert darüber.
b) Kritiker sagen, dass dort nicht wissenschaftlich gearbeitet wird.
c) Bis vor kurzem war das Institut nur einem kleinen Kreis von Menschen bekannt.
3. Was wird über die AfD gesagt?
a) Sie ist eine kleine Partei, die nicht viele Menschen wählen.
b) Sie hat sehr enge Verbindungen zum „Institut für Staatspolitik“.
c) Wenn sie an der Regierung wäre, wäre das gefährlich für die gesellschaftliche
Offenheit.
2.Übe die Vokabeln!
Was ist richtig? Ergänz das richtige Nomen.
Der Begriff „völkisch“ stammt aus dem 19. Jahrhundert und wurde vor allem zur Zeit
des ____________ (1) (1933 – 1945) verwendet. Heute hört man den Begriff nur noch in
extrem rechten Kreisen, zum Beispiel im ____________ (2) von Götz Kubitschek. Bei
genauerer ____________ (3) mit dem Begriff wird klar, dass er zutiefst rassistisch ist.
Die Vertreter „völkischen“ Denkens glauben an eine Gesellschaft der ethnischen
____________ (4), also der biologischen Gleichförmigkeit von Gesellschaften, und sind
gegen jede Form von ____________ (5). Einige wollen diese Vorstellung mit Gewalt
Wirklichkeit werden lassen und dafür einen ____________ (6) führen.
a) Netzwerk b) Nationalsozialismus c) Diversität d) Homogenität
e) Bürgerkrieg f) Auseinandersetzung

3. Übe die Grammatik! Was ist richtig? Wähl das richtige Präpositionaladverb.
1. Viele Wissenschaftler sind (dabei/damit/davon) überzeugt, dass die AfD eine
antidemokratische Partei ist.
2. In ihrem Parteiprogramm geht es mehrfach (darum/darauf/darüber), Nicht-
Deutsche mit Kriminalität in Verbindung zu bringen.
3. Ihr Weltbild ist völkisch. Kulturelle Vielfalt gehört nicht (damit/dazu/dabei).
4. Jetzt bereitet sich die AfD (daran/darauf/davor) vor, Wählerstimmen für die Wahl zu
gewinnen.
5. Viele demokratische Kräfte kämpfen (dabei/darauf/dafür), dass weniger Leute diese
Partei wählen.

QUELLE: DW