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Professionalität und Schule Lernpfad 4

Thema identifizieren:

• Im vorliegenden Text spricht Max van Manen an, welche Bedeutung „pedagogical
thoughtfulness“ und „pedagogical tact“ für die pädagogische Praxis haben, wie er
diese beiden „Kompetenzen“ versteht und wie sie sich entwickeln können.

Anmerkungen zum Text:

• Der Text ist auf Englisch und die zentralen Begriffe werden in dieser Anleitung im
englischen Original verwendet, um keine begrifflichen Verwirrungen auszulösen und
den Inhalt nicht zu verfälschen. Wichtig ist es sich trotzdem zu überlegen, was diese
Begriffe bedeuten und mit welchen Worten man dasselbe im Deutschen ausdrücken
könnte.

• Das Buch, aus dem dieses Kapitel stammt, richtet sich an Eltern und LehrerInnen. Das
Ziel des Textes liegt daher, so kann angenommen werden, in der Vermittlung eines
Verständnisses von „Thoughtfulness“ und „Tact“ in pädagogischen Situationen und
ihrer Bedeutung für eine gelingende Praxis. Es geht weniger darum systematisch alle
Aspekte dieses Phänomens darzustellen.

• Der Zugang, den Max van Manen zur Bearbeitung dieses Phänomens wählt, beruht auf
seinem wissenschaftstheoretischen Hintergrund, der in der Phänomenologie liegt. Sein
Vorgehen im vorliegenden Buch zeichnet sich dadurch aus, dass er versucht anhand
von Beispielen pädagogischer Situationen sich dem Phänomen des Takts anzunähern
ohne dabei ein festes Bild zeichnen zu können, das genau darstellen könnte was
pädagogisch taktvolles Handeln ausmachen würde. Dies liegt auch am Phänomen
selbst, das wie Van Manen selbst meint, nicht direkt beschrieben werden kann,
sondern nur indirekt über Beispiele zu fassen ist (siehe S. 21).

Lernziele:

• Erklären Sie wie Van Manen seine Herangehensweise an das Phänomen des Takts
beschreibt und begründet.

• Worin sieht Van Manen die pädagogische Dimension des Lehrens?

• Was meint Van Manen mit den „pedagogical thoughtfulness“ und „pedagogical tact“,
wie hängen diese zusammen und wie kann man beides ausbilden und üben?

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Offene Fragen zur Textbearbeitung und Prüfungsvorbereitung:

• Was beschreibt Van Manen als „pedagogical thoughtfulness“ und was als „tact in
teaching“ und wie hängen diese beiden zusammen?

- Er erklärt, dass „pedagogical thoughtfulness“ Gebiet wird, indem man vergangene


Erkenntnisse oder Erfahrungen sorgfältig reflektiert. Wenn es nötig ist sofort zu
handeln, dann liebt der Schwerpunkt darauf, zu erkennen, was in der bestimmten
Situation bedeutsam ist.

- Bei „tact in teaching“ merkt er an, dass dies nicht als bloße Fähigkeit, sondern als
„improvisational preparedness“ bezeichnet werden sollte, auf Deutsch übersetzt
würde man also von einer „improvisatorischen Bereitschaft“ sprechen. Um als
taktvoll zu gelten, muss der Lehrer durch indirekte Hinweise wissen, wie sich das
Kind fühlt, woran es denkt, was es sich wünscht. Weiters sollte er in bestimmten
Situationen die tiefere Bedeutung von Schüchternheit, Verzweiflung oder dem
Mangel an Interesse der Kinder erkennen können. Außerdem muss er wissen, wo die
Grenzen bzw, das Gleichgewicht liegen, die ihm die Möglichkeit geben, beinahe
automatisch zu verstehen, wie weit er sich in eine Situation hineinwagen darf und
welchen Abstand er in Einzelfällen einhalten sollte. Es ist auch wichtig ein Gespür
dafür zu haben, was angebracht, richtig oder gut ist, um dem Kind zu helfen.

- Diese beiden Begriffe sind eng verwandt und sind von der kultivierten Fähigkeit
abhängig, junge Menschen wahrzunehmen und ihnen zuzuhören. Wenn jemand im
Allgemeinen eher nachdenklich ist, dann wird er eher taktvoll unter bestimmten
Umständen reagieren als eine Person, die ziemlich gedankenlos ist.

• Welche Begründung liefert uns Van Manen für die häufige Verwendung von Beispielen
in seinem Text?

- Er sagt, dass „tactfulness“ nicht direkt beschrieben werden kann, aber dass man
„pedagogical tact“ indirekt durch Beispiele und Anekdoten beschreiben kann. So
rechtfertigt er, dass er Beispiele verwendet. Denn er hat es als eine bestimmte
Sensibilität und Einstimmung für bzw. auf Situationen beschrieben.

• Welche Antwort gibt Van Manen auf die im Text selbst gestellte Frage, wie wir
„Thoughtfulness“ und „Tact“ entwickeln und üben können?

- Zu Beginn ist es notwendig die „embodied nature of knowledge“ zu begreifen und


wie intim der menschliche Körper und der menschliche Geist verbunden sind. Oft
sagt man, dass die Augen der Spiegel zur Seele sind. Das bedeutet, dass Menschen
sich durch ihr Inneres widerspiegeln. Wenn man beispielsweise an einen Blick
denken, dann sehen wir und werden wir gesehen. In einem Blick drückt sich die
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Seele aus oder spiegelt sich wider. Außerdem muss man die Fähigkeit haben, diesen
Blick wahrnehmen und ihn interpretieren zu können. Man muss lernen die kleinen
Dinge zu schätzen. Es braucht authentische Körperarbeit und dass man aufmerksam
beobachten kann, wie Kinder die Welt erleben.

• Was meint Van Manen mit „embodied nature of knowledge“?

- Damit meint er, dass es sich um ein Wissen handelt, bei dem der Körper bereits ganz
genau weiß, wie er es anwenden muss. Es ist also bereits eine automatisierte
Tätigkeit, welche die Person so sehr verinnerlicht hat, dass der Körper quasi alles
von selbst erledigt, ohne dass groß darüber nachgedacht werden muss.

• Was versucht Van Manen mit dem Beispiel des Blicks („glance“) deutlich zu machen?

- Er greift damit quasi das Sprichwort „Ein Blick sagt mehr als tausend Worte auf“.
Denn Blicke können viel effektiver sein als Wörter. Ein Blick kann nicht manipuliert
oder verfälscht werden wie Worte. Er möchte verdeutlichen, dass der Lehrer in
diesem Beispiel die Situation in dieser Klasse schon ausreichend begriffen hat und
genau weiß, wie er handeln muss, um Autorität zu verkörpern. Er muss nicht einmal
laut werden oder etwas sagen, es reicht bereits aus in die Menge zu schauen. Es
besteht also bereits eine Verbindung zwischen den Schülern und der Lehrperson,
denn diese weiß wie die Schüler ticken und die Schüler wissen, was das Signal der
Lehrers, also dessen Blick, zu bedeuten hat und sie akzeptieren die Lehrperson.

Ordnen Sie den Leerstellen die passenden Begriffe zu!

Pedagogical (1)___________ and tact are closely (2)_____________ notions. Someone who
is generally (3)_______________ is more likely to demonstrate tact in a particular
circumstance than a person who is relatively (4) ________________. Pedagogical
thoughtfulness seems to be a (5)_______________ capacity, it is formed by careful
(6)_______  of past  (7)________. And now, in the immediacy of having to (8)__________ in
this moment, there is an emphasis on  (9) "______________" what is significant in the
concrete situation. Pedagogical thoughtfulness and (10)____________ depend on the
cultivated ability to (11)_____________ and (12)_____________ to young people. But tact in
teaching is not (13)___________. Rather it can be described as 
(14)“___________________________________“.

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thoughtful - act - a mere skill - thoughtfulness - experiences - improvisational
preparedness - reflection - sensing - listen - related - thoughtless - tact - perceive -
reflective

1 thoughtfulness

2 related

3 thoughtful

4 thoughtless

5 reflective

6 reflection

7 experiences

8 act

9 sensing

10 tact

11 perceive

12 listen

13 a mere skill

14 improvisational preparedness

Every adult responsible for a child needs to develop                       (1)___________________


and (2)___________________. But tact is a competence that few books in education (if any)
talk about. Why not? Tactfulness cannot be (3)___________________ in a direct and
straightforward manner. However, we can describe pedagogical
tact(4)___________________, by way of (5) ___________________ and anecdotes. This is
what I have attempted to do. I have described it as a particular (6)___________________
and   (7)___________________ to situations.

How can we do it? How can we (8)___________________ and       (9)__________________


thoughtfulness and tact? First we need to understand the embodied nature of
(10)__________________. How intimately the human (11)___________________ is
connected to the human spirit! It is often said that the eyes are the mirror of the soul. This
means that human beings mirror themselves from the inside, and the world mirrors itself
from the outside. Through the (12)__________________ we are connected as seeing,
hearing, and touching beings with our children.

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examples - indirectly - described - attunement - develop - thoughtfulness - tact - body -
practice - sensitivity - knowledge - senses

1 thoughtfulness

2 tact

3 described

4 indirectly

5 examples

6 sensitivity

7 attunement

8 develop

9 practice

10 knowledge

11 body

12 senses

The glance can express the soul's capacity for a pedagogical relationship. To
(1)_____________ pedagogical thoughtfulness and tact one needs to be able to see this
glance and act on one’s          (2)_____________ of it. In other words, pedagogical
thoughtfulness and tact are not simply a set of external (3)___________ to be acquired in a
workshop. A living knowledge of teaching is not just head stuff requiring intellectual work.
It requires                            (4)_____________________. True pedagogy requires an
attentive (5)___________________ of one's whole being to the child's          
(6)____________________.

experience of the world - cultivate - attunement - understanding - skills - 



authentic body-work

1 cultivate

2 understanding

3 skills

4 authentic body-work

5 attunement

6 experience of the world