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Professionalität und Schule Lernpfad 5

Thema identifizieren:

In diesem Ausschnitt aus dem Nationalen Bildungsbericht 2018 gehen Oberwimmer,


Vogtenhuber, Lassnigg et al. auf das Schul- und Unterrichtsklima in der Volksschule und der
Sekundarstufe ein und fragen nach dem Wohlbefinden der Schüler und der Zufriedenheit mit ihren
Klassen, generell nach der Disziplin in der Schule und der Unterstützung durch Lehrpersonen im
internationalen Vergleich. 

Anmerkungen zum Text

Es handelt sich hier um einen Textausschnitt aus dem Nationalen Bildungsbericht 2018, d. h. es


ist weder ein Hand- noch ein Fachbuch. Beim Lesen ist darauf zu achten, dass die Statistiken aus
dem Text anhand eines Fragebogens für Schüler erstellt wurden. Bei Ergebnissen aus
wissenschaftlichen Untersuchungen muss immer das Forschungsdesign mitbedacht werden.
Forschungsergebnisse aus einer Untersuchung liefern ein Bild von bestimmten Aspekten, die
immer im Zusammenhang mit dem methodischen Zugang zu verstehen sind. Untersuchungen zu
der selben Fragestellung mit einem anderen Forschungsdesign können zu anderen Ergebnissen
führen.

Lernziele:

• Benennen und beschreiben Sie die unterschiedlichen Themen der Untersuchung wie z. B.
Zufriedenheit der Schüler, Disziplin in der Schule und Unterstützung durch Lehrpersonen.

• Lesen und geben Sie die Unterschiede im Wohlbefinden und in der Zufriedenheit der Schüler
mit der Klasse bzgl. der Volksschule und der Sekundarstufe I aus den Statistiken wieder. 

• Lesen und geben Sie die Unterschiede beim Schulschwänzen und bei der Unterstützung durch
die Lehrperson im internationalen Vergleich aus den Statistiken wieder. 

Offene Fragen zur Textbearbeitung und Prüfungsvorbereitung

• Wie wurden die Daten für die Sekundarstufe I erhoben?

- Anhand einer Überprüfung der Bildungsstandards

- Dabei müssen sie einen Fragebogen ausfüllen, der sich mit den „unterschiedlichen Aspekten
schulischer und außerschulischer Lern- und Lebensbedingungen“ (vgl. Oberwimmer,
Vogtenhuber, Lassnigg: 170) befasst. In dem Fragebogen gibt es 5 Antwortmöglichkeiten, die
gewählt werden können, um auszudrücken wie gern man in die Schule geht, von 1= sehr
gern bis hin zu 5 = sehr ungern. Dadurch kann erschlossen werden, wie es um das
Wohlbefinden von Österreichs SchülerInnen bezüglich der Schule steht.

• Wie sieht die Verteilung im Bereich der Volksschulen aus?

- Im Großen und Ganzen sind österreichische Volksschule gerne in die Schule, denn jedes
dritte Kind hat angegeben, die Schule sehr gern zu besuchen, ein Drittel macht dies gern und
11% (sehr) ungern.

- Es lassen sich in Bezug auf die Regionen Unterschiede erkennen, die beispielsweise zeigen,
dass SchülerInnen in Wien am öftesten sehr gerne die Volksschule besuchen.

- Weiters lässt sich feststellen, dass Mädchen grundsätzlich lieber in die Schule gehen als
Jungs. Auch Kinder, welche in dicht besiedelten Gebieten leben, besuchen die Schule lieber,
als welche, in dünn besiedelten.

Professionalität und Schule Lernpfad 5


• Fühlen sich Kinder mit oder ohne Migrationshintergrund wohler?

- Haben Kindern einen Migrationshintergrund, so fühlen sie sich wohler, als welche ohne.

• Welchen Einfluss hat der Bildungshintergrund auf das Wohlbefinden?

- Handelt es sich um Kinder, die in bildungsfernen Familien aufgewachsen sind, so lässt sich
feststellen, dass diese die Schule lieber besuchen als Kinder, deren Eltern eine Berufsbildung
haben. Weiters ist erkennbar, dass sich Kinder immer wohler in der Schule fühlen, je höher
der Bildungsgrad ihrer Eltern ab der Kategorie Berufsbildung wird. Außerdem geht auch die
Anzahl der (sehr) ungern zur Schule gehenden Kinder zurück.

• Welche Auswirkung haben benachteiligte Schulen auf das Wohlbefinden?

- Ist die soziale Benachteiligung an Schulen sehr hoch, so gilt dies auch für das Wohlbefinden
und die Zufriedenheit ihrer SchülerInnen. Gering sind diese beiden Faktoren, wenn die
soziale Benachteiligung mittel und hoch ist.

• Wie ist das Schulschwänzen in Bezug auf die OECD zu beschreiben?

- 89 % der Österreichischen Schüler haben angegeben nie einen ganzen Tag die Schule zu
schwänzen, was um 9% mehr als im OECD-Schnitt sind. Jede/-r achte österreichische oder
deutsche SchülerIn hat angegeben, einige Unterrichtsstunden zu schwänzen, was unter dem
OECD-Schnitt (19%) liegt.

• Ist Zuspätkommen international gesehen ein Problem in Österreich?

- Es lässt sich feststellen, dass ein Viertel der SchülerInnen aus Österreich angegeben hat,
innerhalb von zwei Wochen ein- bis zweimal zu spät zu erscheinen, und dass zwei Drittel
angeben, sich nie zu Verspäten. Laut OECD-Schnitt erscheinen 56% der SchülerInnen nie
verspätet, 29% kommen ein- bis zweimal zu spät und 15% sind dreimal oder öfter verspätet.

- Daraus lässt sich schließen, dass Zuspätkommen in Österreich kein sonderliches Problem
darstellt, da im Vergleich zum OECD-Schnitt mehr SchülerInnen pünktlich erscheinen und
somit weniger zu spät kommen.

• Beschreiben Sie die Situation der Unterrichtsstörungen im naturwissenschaftlichen Unterricht.

- Wenn man den österreichischen naturwissenschaftlichen Unterricht mit dem in den


Vergleichsländern bergleicht, erkennt man, dass dieser mit weniger Störung verläuft.
Dennoch erleben es 10% regelmäßig in jeder Stunde, dass der Unterricht gestört wird.

- 50% geben an, dass es (fast) nie zu Störungen kommt, ein Drittel findet, dass die Lehrperson
(fast) nie lange warten muss, um Ruhe im Klassenzimmer zu erzielen.

- In Finnland gilt Lautstärke als der größte Störfaktor, unter dem 9% jede Stunde, 29%
meistens und 9% (fast) nie leiden.

- In Estland und Deutschland entsteht die meiste Störung, dadurch, dass SchülerInnen die
Anweisungen der LehrerInnen nicht befolgen, worunter 10% in jeder Stunde und jede/-r
Vierte meistens darunter leidet.

Professionalität und Schule Lernpfad 5
Beginn der Aussage:

1 Mehr als jedes dritte Kind geht ...

2 Bei Kindern mit Migrationshintergrund und Kindern aus bildungsfernen Familien ist ...

3 Am Ende der Sekundarstufe I gehen Schüler ...

4 Etwa jedes zweite Volksschulkind ist ...

5 Mit rund 40 % ist ...

6 Der Großteil der 15- bis 16-jährigen Jugendlichen in Österreich gibt an, ...

7 Ein Viertel der österreichischen Jugendlichen kommt ...

8 Der naturwissenschaftliche Unterricht verläuft in Österreich ...

9 Bei der Einschätzung der lehrerzentrierten Unterstützung liegt ...

10 Fast ein Drittel der österreichischen Schüler erfährt ...

_______________________________________________________

Ende der Aussage:

a ... ein- oder zweimal zu spät zur Schule.

b ... mit seiner Klasse sehr zufrieden, unabhängig von sozialen und regionalen Merkmalen.

c ... deutlich weniger gern zur Schule als in der Volksschule.

d ... störungsfreier als im OECD-Schnitt.

e ... die Schulzufriedenheit vergleichsweise hoch.

f ... nie die Schule zu schwänzen.

g ... nie oder fast nie Lernunterstützung durch die Lehrperson.

h ... der Anteil an Jugendlichen am Ende der Sekundarstufe I sehr zufrieden mit der Klasse.

i ... Österreich unter allen OECD-Ländern auf dem letzten Platz.

j ... sehr gern in die Volksschule.

1j

2e

3c

4b

5h

6f

7a

8d

9i

10g