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Option 2.

Substanzen
Dass gewisse Substanzen ihren Konsumenten geistig etwas "beeinträchtigen"
dürfte jeden klar sein. Wie weit kann aber von Zombies sprechen?

2.1 Synthetische Cannabinoide

Synthetische Drogen in ihrer Hülle und Fülle werden immer mehr zum
medizinischen Problem. Dies trifft vor allem auf synthetische Cannabinoide
zu, denn deren Konsumenten zeigen in der Tat ein „zombieartiges“ Verhalten
[8]. Zunächst als Instrument für die Erforschung von
Cannabinoid-Rezeptoren entwickelt, stiegen synthetische Cannabinoide
schnell zur Modedroge auf. Eines der ersten erhältlichen Präparate war 2008
„Spice“. Seit jeher gab es immer wieder Abwandlungen davon, sodass die
Behörden gar nicht mehr hinterher kamen. Dies hatte dreierlei
Konsequenzen: 1. Ist es für die Behörden schwer die Substanzen rechtzeitig
zu verbieten, 2. werden diese gefährlichen Substanzen unvorsichtig
konsumiert und 3. sind Konsumenten oft mit unklarer
Symptomatik/Intoxikation nur schwer behandelbar. Im Jahre 2016 kam es zu
einer regelrechten Zombie-Epidemie nachdem über 30 Personen eine
unbekannte Substanz konsumiert hatten [8]. Die Patienten zeigten oft einen
starren Blick, waren kaum ansprechbar, waren lethargisch, schwitzten stark
und gaben ein zombieartiges Stöhnen von sich. Ansonsten waren ihre
Körperfunktionen, aber im Wesentlichen „normal“.

Gewalttätiges Verhalten konnte ich in meinen Recherchen jedoch nicht


finden. Selbstverständlich sind diese Substanzen auch nicht ansteckend,
weshalb ich diese Erscheinung nicht als Zombie klassifizieren würde.
Trotzdem sei jedem nahegelegt: „Tu‘ mal lieber die Möhrchen!“
2.2 Flakka

Ganz anders sieht es bei Flakka aus. Flakka ist ein synthetisches Cathinone,
welches die Freisetzung von Dopamin fördert und gleichzeitig dessen
Wiederaufnahme, sowie die Beseitigung von Serotonin hemmt [21]. Die
Folge sind extreme Glückgefühle, Antriebs- und Leistungssteigerung bis hin
zum Wahn. Der Missbrauch solcher Präparate führte unter anderen auf
Mallorca & Ibiza, sowie in Florida zu extremen Gewaltausbrüchen. Die
Konsumenten verfolgten zugedröhnt Passanten und verletzten diese teilweise
schwer. Einem Obdachlosen wurde angeblich gar das Gesicht zerfressen.

Auch wenn sich dies schon stark nach Zombie-Apokalypse anhört, so erfüllt
Flakka trotzdem nicht die Kriterien. Grund: Die Symptome sind weder
übertragbar noch langanhaltend.

2.3 Medikamente

Natürlich können bestimmte Medikamente auch zombieähnliches Verhalten


bei Überdosierung, Missbrauch, Falschanwendung oder Kreuzreaktion
hervorrufen. Welche das alles sind, würde den Rahmen dieses Artikels
sprengen. Besonders betroffen sind aber anscheinend Menschen, die bereits
an neurologischen Problemen leiden. Also zum Beispiel Demenzpatienten.
Eine Abhandlung zum Thema kann man hier [7] einsehen.

2.4 Zombietoxine

In Haiti gibt es anscheinend einen sehr ausgeprägten Voodoo-Kult. Ein


gewisser Wade Davis wollte Anfang der achtziger Jahre diese Phänomene
untersuchen und die Ursache für diese Zombiefizierungen herausfinden.
Seine Hypothese war, dass mit Kugelfischgift verunreinigtes
„Voodoo-Pulver“ verantwortlich sei. Eine anschließende Untersuchung von
der Havard University kam jedoch zum Schluss, dass die Konzentration
dieser als Tetrodotoxine bezeichneten Substanzen nur sehr gering war [22].
Selbst Mäuse zeigten sich von diesen Dosen äußerst unbeeindruckt. Die
Ursache für die Voodoo-Phänomene ist also weiterhin unklar. Womöglich hat
es einen psychologischen Background [21].

2.5 Zusammenfassung: Substanzen

Auf den Menschen übertragen sind Drogen wahrscheinlich das bisher


wirksamste Mittel zur „Erschaffung von Zombies“. Da eine Dauerexposition
der Substanzen erforderlich ist und keinerlei Übertragung/Vermehrung
stattfinden kann, sind diese Strategien denkbar ungeeignet zur Herbeiführung
einer nachhaltigen Zombie-Apokalypse.