Sie sind auf Seite 1von 5

Option 3.

Andere Faktoren
In der Tat es gibt noch andere Aspekte, die man in Betracht ziehen kann.
Vielen Leuten ist wahrscheinlich der Begriff Smombie geläufig. Das sind
Menschen, die derart von dem was auf ihrem Smartphone passiert gefesselt
sind, dass sie wie lebende Tote umherstreifen. Zugegeben auch ich bin
manchmal zombie-like, wenn ich versuche Pokemons zu fangen.

Nichtdestotrotz wirft diese Überlegung wichtige Fragen auf. Kann man zum
Beispiel durch Medien eine Gehirnwäsche durchführen, sodass dann
zombieähnliche Kreaturen entstehen? Ich habe keine Ahnung was alles
möglich ist. Die Lektüre von Daniel Kahnemans Buch „Schnelles Denken,
Langsames Denken“ [23] hat mir aber einige Aspekte menschliche
Beeinflussbarkeit aufgezeigt, die sich durchaus als Tools zur
Massenverblödung eignen könnten.

Jedoch gehe ich nicht davon aus, dass sich dies letztlich zur Entstehung von
Zombies eignet.

Andere Herangehensweisen, welche eher philosophischer/psychologischer


Natur und sollen von mir nur kurz angerissen werden. In ihren Artikel The
Zombie Within [24] diskutieren die Autoren Cristof Koch & Francis Crick die
Möglichkeiten, dass der Mensch tatsächlich zombieartige Wesenszüge zeigt
und häufig gar nicht auf sein Bewusstsein angewiesen ist. Sie gehen in ihrer
Argumentation unter anderem auf Schlafwandler ein, die oft Möbel
verrücken oder gar Auto fahren. Auch finden viele Reaktionen des Körpers
und des Geistes ohne Bewusstsein statt.

Inwieweit sind wir also ohnehin schon Zombies? Ich weiß es nicht!
Welche dieser Optionen käme einer wie im Film
gezeigten Zombie-Apokalypse am nächsten?
In Filmen werden Zombie-Apokalypsen meist durch Infektionen oder etwas
Vergleichbaren ausgelöst. Oft laufen die Zombies umher und zombifizieren
gesunde Personen zum Beispiel durch Bisse. Demnach würde primäre nur
Option 1, also Parasiten, Viren & Bakterien infrage kommen. Da ich
keinerlei Studien über die Entwicklung von Hirnparasiten oder ähnlichen
finden konnte, gehe ich davon aus, dass uns dieses Schicksal wahrscheinlich
nicht so schnell ereilt. Die Tatsache, dass sich in der Natur vergleichbare
Sachen entwickeln konnten zeigt jedoch, dass es prinzipiell möglich ist. Die
Verwendung mit bewusstseinsändernden Drogen wäre wahrscheinlich
leichter, würde aber erstens einen enormen Aufwand bedeuten und zweitens
sich nicht von selbst vermehren. Demnach müsste der Verursacher einer
solchen Zombie-Apokalypse große Ressourcen in Bewegung setzen und
würde am Ende entweder sich selbst vergiften oder eben nicht alle erwischen.
Eine Zombie-Apokalypse auf diese Weise schließe ich daher aus. Bleibt noch
Option 3 "Veränderung des Bewusstseins durch Desinformation oder
Lenkung der Aufmerksamkeit". Hier bin ich leider nicht bewandert genug,
auch wenn ich ab und an auf der Jagd nach Pokemons einem Zombie gleich
bin.

Es ist jedoch auszuschließen, dass eine fehlinformierte Person irgendwann


anfängt Leute zu beißen und die Opfer dann auch desinformiert sind. Daher
schließe ich Option 3 auch als Grundlage für eine Zombie-Apokalypse aus.

Wir müssen also festhalten, dass nur Option 1 ein nachhaltiges Konzept für
eine Zombie-Apokalypse darstellen könnte (natürlich sind auch
Kombinationen möglich, z.B. Flakka-produzierende Toxoplasmen).
Gehen wir nun einmal davon aus, dass alle Vorgaben (wie auch immer) für
eine Zombie-Apokalypse erfüllt sind. Nun ist zu klären ob diese dann
überhaupt erfolgreich wäre. Als Kind der 90er Jahre spielt ich natürlich
bereits den ersten Teil von Resident Evil. Und schon damals fragte ich mich,
ob eine Zombie-Apokalypse bereits aufgrund der körperlichen Nachteile
eines Zombies (kurze Reichweite, geringe Schnelligkeit, einseitige
Nahrungspräferenz etc.) scheitern würde.

Bei Erfüllung aller Kriterien: Kann eine


Zombie-Apokylapse überhaupt erfolgreich
sein?
In einem tollen Artikel von Alemi et al. 2015 [9] mit dem Titel You Can Run,
You Can Hide: The Epidemiology and Statistical Mechanics Of Zombies
bauten die Autoren ein mathematisches Modell, welches eine
Zombie-Apokalypse simuliert. Ich kann jedem nur empfehlen sich das Paper
mal anzuschauen, es ist wirklich witzig. Die Autoren kamen zu dem Schluss,
dass eine Zombie-Apokalypse tatsächlich erfolgreich wäre. Zunächst würde
primär in urbanen Regionen das Chaos ausbrechen. Bereits nach etwa einer
Woche wären alle Großstädte gefallen. Danach würde sich die Apokalypse
ihren Weg in die Peripherie bahnen. Schließlich würde sich in den
kommenden 3 Monaten die Epidemie ihren Weg durch die gesamten Staaten
bahnen. Nach vier Monaten wären nur noch abgelegene Regionen in
Montana und Nevada zombiefrei.
Abb.6 Sollte es zur Zombie-Apokalypse kommen, so sind unsere
amerikanischen Freunde nur in Montana und Nevada sicher. Oder doch
nicht? Made by Chapper - unrestricted use allowed

Die effizientesten Mittel, welche gegen die Zombies eingesetzte werden sind
laut Alemi et al. Impfungen, sowie die Entfernung des Kopfes. Die Autoren
bedenken an dieser Stelle leider nicht, dass auch die schwere Verwundung
den Zombie kampfunfähig machen würde. Als biologisches Wesen sind
Zombies auch auf funktionierende Muskel- und Zellfunktionen, sowie ein
effizientes Herz-Kreislauf-System angewiesen [25]. Die Zombies müssten
demnach übernatürliche Fähigkeiten aufweisen. Da wir die Zauberei als
Zombifizierungsinduktor ausgeschlossen haben, wäre eine
Zombie-Apokalypse demnach viel leichter zu beenden als Alemi et al. 2015
zeigten. Auch muss in Betracht gezogen werden, dass die Zombies als
Fressmaschinen mit eingeschränkten kognitiven und intellektuellen
Fähigkeiten, ohne strategisches Konzept sehr bald verhungern würden. Auch
deren mangelhafte Aufklärung würde sie häufig in Gegenden mit wenig
Nahrung führen was deren Lage weiter verschlechtert. Aus diesem Grunde
würde der Vormarsch der Zombies 1. sehr unorganisiert sein, 2. wäre es sehr
leicht die Zombies zu bekämpfen und 3. ist mit einer schnellen Stagnation
des Zombievormarsch in wenigen Tagen zurechnen. Ich kann mir somit zwar
vorstellen, dass die Zombies in Großstädten für Chaos sorgen, aber niemals
flächendeckend siegen können.

Im einem Artikel vom Business Insider aus 2016 wurde ein vermeintliches
Pentagon-Strategie-Papier besprochen, welches angeblich für den Fall einer
Zombie-Apokalypse entworfen wurde. Ich hege allerdings starke Zweifel an
der Echtheit des Dokuments, weil dort u.a. die Rede von Space Zombies,
Chicken Zombies und Evil Magic Zombies die Rede ist. Falls dieser Plan
namens CONPLAN 8888 tatsächlich echt sein sollte, muss die
Zurechnungsfähigkeit der Verantwortlichen stark in Zweifel gezogen werden.

Allerdings haben die amerikanische Gesundheits- und


Katastrophenschutzbehörden tatsächlich mal einen Fahrplan zur Vorsorge bei
einer Zombie-Apokalypse ausgegeben [26]. Jedoch war dies eher als
Kampagne gedacht, um die Leute generell für Katastrophenschutz zu
sensibilisieren damit im Ernstfall (z.B. Hurrikans) eine effizientere
Versorgung etc. gewährleistet werden kann.