Sie sind auf Seite 1von 2

Universität Karlsruhe 11.

November 2005
Mathematisches Institut I.
PD Dr. Hannes Uecker
Dipl.-Math. Borbála Fazekas

3.Übungsblatt - Analysis I - WS 05/06

Abgabe bis Freitag, den 18. November 2005, 12 Uhr

K Aufgabe 9
(i) Es seien x, y, z ∈ R. Zeigen Sie:

xy + xz + yz ≤ x2 + y 2 + z 2 .

Wann gilt das Gleichheitszeichen ?


(ii) Es seien x, y ∈ R und x, y > 0. Zeigen Sie:
x y
+ ≥ 2.
y x
Wann gilt das Gleichheitszeichen ? Gilt die Aussage für alle x, y ∈ R?
(iii) Es seien x, y, z ∈ R. Zeigen Sie:

|x + y + z + |x − y − z||5 + |x + y + z − |x − y − z||5 = 32(|x|5 + |y + z|5 ).

(iv) Zeigen Sie: Für alle x ∈ R und n, m ∈ N gilt xn xm = xn+m und (xn )m = xnm .

Aufgabe 10
(i) Es seien x, y, z ∈ R und x, y, z > 0. Zeigen Sie:
3 x+y+z
1 1 1 ≤ .
x
+ y
+ z
3
Wann gilt das Gleichheitszeichen ?
Bemerkung: Die rechte Seite wird als das arithmetische Mittel der Zahlen x, y, z be-
zeichnet, die linke Seite als das harmonische Mittel der Zahlen x, y, z.
(ii) Beweisen Sie die Verallgemeinerung von (i) für beliebige x1 , x2 , ..., xn positive reelle Zahlen.

K Aufgabe 11
Welche der folgenden Aussagen sind für alle x, y, z ∈ R richtig? Widerlegen Sie die nicht
allgemein gültigen Aussagen durch Gegenbeispiele.
(i) |x − y| < z ⇒ x > y − 2z;
(ii) xy > 1 und x < 1 ⇒ y > 1;
(iii) x(x − 2y 2 ) > 0 ⇔ |x − y 2 | > y 2 .

— BITTE WENDEN —
Aufgabe 12
(i) Beweisen Sie, dass in einem geordneten Körper K gilt: für alle x, y ∈ K, x < y existiert ein
z ∈ K so, dass x < z < y gilt.
(ii) Beweisen Sie, dass ein endlicher Körper kein geordneter Körper sein kann.

Aufgabe 13
Beweisen Sie, dass die folgenden Aussagen für die gegebenen natürlichen Zahlen gelten:
(i) n2 < 2n , 5 ≤ n;
2n −1
n X 1
(ii) < < n, 1 < n;
2 k=1
k
(iii) n! < nn , 1 < n.

Aufgabe 14
Zeigen Sie, dass die Folge
n2
an =
n2 + 2n + 2
gegen 1 konvergiert, indem Sie zu jedem ε > 0 ein n0 bestimmen, so dass gilt |an − 1| < ε für
alle n > n0 .

Extraaufgabe - zur Erbauung


Satz: Der Mars ist bewohnt.
Zum Beweis dieses Satzes zeigen wir vermittels vollständiger Induktion: Ist n ∈ N und ist in
einer Menge von n Planeten einer bewohnt, so sind diese alle bewohnt. (Daraus folgt die Be-
hauptung.)
1. Die Behauptung stimmt für n = 1.
2. Induktionsannahme: Es sei n ∈ N und in einer Menge, die aus n Planeten besteht, seien alle
bewohnt, sobald nur eine bewohnt ist.
Betrachten wir eine Menge aus n + 1 Planeten p1 , p2 , . . . , pn+1 . Ohne Beschränkung der Allge-
meinheit sei p1 bewohnt. Betrachten wir die Planeten p1 , p2 , . . . , pn . Da p1 bewohnt ist, sind nach
der Induktionsannahme alle bewohnt. Insbesondere ist also pn bewohnt. Sodann betrachten wir
die n Planeten p2 , p3 , . . . , pn+1 . Da pn bewohnt ist, sind diese nach der Induktionsannahme
ebenfalls alle bewohnt. Folglich sind p1 , p3 , . . . , pn+1 bewohnt.
Vermittels vollständiger Induktion ergibt sich jetzt die Behauptung: denn, da die Erde bewohnt
ist, sind alle Planeten bewohnt, insbesondere der Mars.
Oder liegt in diesem Beweis irgendwo doch ein Fehler? :)

Bemerkung: Diese Aufgabe gehört nicht zum ”offiziellen” Übungsblatt. Sie ist ”zum Spass”,
und wird nur in der Übung erläutert, falls noch Zeit bleibt.