Sie sind auf Seite 1von 6

Zumthor vor Zumthor

Autor(en): Petersen, Palle

Objekttyp: Article

Zeitschrift: Hochparterre : Zeitschrift für Architektur und Design

Band (Jahr): 26 (2013)

Heft 11

PDF erstellt am: 02.06.2019

Persistenter Link: http://doi.org/10.5169/seals-392434

Nutzungsbedingungen
Die ETH-Bibliothek ist Anbieterin der digitalisierten Zeitschriften. Sie besitzt keine Urheberrechte an
den Inhalten der Zeitschriften. Die Rechte liegen in der Regel bei den Herausgebern.
Die auf der Plattform e-periodica veröffentlichten Dokumente stehen für nicht-kommerzielle Zwecke in
Lehre und Forschung sowie für die private Nutzung frei zur Verfügung. Einzelne Dateien oder
Ausdrucke aus diesem Angebot können zusammen mit diesen Nutzungsbedingungen und den
korrekten Herkunftsbezeichnungen weitergegeben werden.
Das Veröffentlichen von Bildern in Print- und Online-Publikationen ist nur mit vorheriger Genehmigung
der Rechteinhaber erlaubt. Die systematische Speicherung von Teilen des elektronischen Angebots
auf anderen Servern bedarf ebenfalls des schriftlichen Einverständnisses der Rechteinhaber.

Haftungsausschluss
Alle Angaben erfolgen ohne Gewähr für Vollständigkeit oder Richtigkeit. Es wird keine Haftung
übernommen für Schäden durch die Verwendung von Informationen aus diesem Online-Angebot oder
durch das Fehlen von Informationen. Dies gilt auch für Inhalte Dritter, die über dieses Angebot
zugänglich sind.

Ein Dienst der ETH-Bibliothek


ETH Zürich, Rämistrasse 101, 8092 Zürich, Schweiz, www.library.ethz.ch

http://www.e-periodica.ch
Die Bündner Baukulturszene 1986 im Engadin: Walter Bieler,
Rudolf Fontana, Annalisa Zumthor, Peter Calonder, Peter Zumthor,
Hansjörg Ruch, Valentin Bearth und Hannes Gruber.

Studie Vicosoprano, 1980: Vorschlag für eine Einfamilienhaus-Siedlung.

Siedlungsinventar Castasegna, 1981: Skizze der Südwand der Hauptgasse.

Zumthor
vor Zumthor
Ein Blick auf zwei frühe, unbekannte Jahrzehnte zeigt unvollständig. Zumthor selbst spricht von seiner «gewachsenen
Peter Zumthor als vielseitigen Aktivisten für Baukultur und Biographie » und teilt ihre Anfänge in ein «soziales »
als suchenden Architekten. und ein « kulturpolitisches » Jahrzehnt, in denen er zum
Beispiel die Churer ‹Klibühni› mitbegründete, ein noch
Text: Bei Sumvitg in der Surselva baute Peter Zumthor 1989 die heute bestehendes Kleintheater, und sich kulturell breit
Palle Petersen Kapelle Sogn Benedetg. Drei Jahre zuvor waren in Chur die engagierte, zunächst als Denkmalpfleger und
Fotos:
Schutzbauten über römischen Funden entstanden und in Siedlungsinventarisator, dann als Mitglied von Heimatschutz und
Reto Wasser
Haldenstein das erste Atelierhaus des Architekten. Diese Werkbund. Parallel dazu entwickelte er seine zunächst
Bauten begründen Zumthors Weltruhm. Die meisten spielerische Bautätigkeit, bis er 1979 sein Atelier gründete
Bücher – auch die umfassende Monografie, die noch dieses und vollberuflich als Architekt tätig wurde. Bis 1985, bis
Jahr erscheinen soll – beginnen mit ihnen, und so wurde zu den ersten bekannten Werken also, entstanden gut ein
allmählich der Nimbus des atmosphärischen Raumzauberers Dutzend Um- und Neubauten.
konstruiert, der aus dem Nichts kam. Doch bis zu
diesen ersten bekannten Werken hatte Zumthor bereits Die Siebzigerjahre – das soziale Jahrzehnt
fast zwanzig Jahre in Graubünden gewirkt und gebaut. In Die Rückkehr des in New York ausgebildeten Architekten
dieser Zeit liegen die Wurzeln seiner Architektur. fällt in eine Zeit des Umbruchs. Ende der Sechzigerjahre
Über den Architekten vor 1985 ist das Folgende wird zwar rege gebaut, doch längst sind Kapitalismus-und
bekannt: Ein gelernter Möbelschreiner wird an der Wachstumskritik vom Rande der Hippiekultur in den
Kunstgewerbeschule Basel und am New Yorker Pratt Institute Mainstream gewandert. Die Architektenschaft untersucht
zum Gestalter und Architekten ausgebildet und arbeitet weltweit alternative Entwicklungsstränge der Moderne
in Graubünden als Denkmalpfleger. Das ist korrekt, aber sowie Alltägliches und Traditionelles. In der Schweiz veröf-

26 Hochparterre 11 / 13 — Zumthor vor Zumthor


Wohnturm Casti, Lumbrein, 1970 metrischer Raumkörper aus verputztem
Der spätmittelalterliche Wohnturm war Mauerwerk, Holz und Keramikfliesen
im 14. Jahrhundert als Sitz des Dorfadels verschiedene Nutzungen, ohne die
erbaut worden. Aufgrund gewissen-hafter Deckenkonstruktion zu berühren.

Bauaufnahmen als Denkmalpfleger Die oberen drei Geschosse und der zin-nen-artige

erhielt Peter Zumthor den Auftrag, den Aufbau dienen als Zweit--woh-nung

Turm zu restaurieren und umzubauen. für die Besitzer. Im Eingangs-ge-schoss


Der denkmalpflegerisch vorherrschenden erhielt Zumthor die traditionelle
Auffassung getreu war es ihm ein Kom-bination
von Haupt- und Neben-stube,
Anliegen, den Originalzustand wiederherzustellen. erlaubte sich im darüberliegenden, jün-geren

Die statisch notwendigen Strickbau aber Durchbrüche und


Stahlelemente fügte er unsichtbar und Ein-bauten.
Den Weg des geringsten
reversibel ein. Wider- suchend etablierte er eine
-stands

Über zwei Lagergeschossen liegt eine Erschliessung mit an-gegliederten

In der mittleren Wohnung gliedert ein geschwungener


doppelgeschossige Ferienwohnung. Räumen, die sich behutsam der Turmspitze
Raumkörper den Wohn- und Essbereich.
In deren Wohngeschoss definiert ein geo¬ -entgegenschlängelt.

Von Peter Zumthor Anfang der Siebzigerjahre umgebaut: Wohnturm aus dem 14. Jahrhundert im Dorfverband von Lumbrein.

fentlicht Rolf Keller die Streitschrift ‹ Bauen als lungsganze in den Vordergrund stellt. Es geht um den
und der Soziologe Lucius Burckhardt fördert
Umweltzerstörung›, Zusammenhang der Teile, um gewöhnliche Häuser und ihre
am Architekturdepartement der ETH Zürich ein Klima der Nutzungsstruktur als Grundsubstanz der Ortsbilder. Zahllose
Baufaulheit, in welchem die Studenten forschen, diskutieren Fotografien, akribische Pläne und Skizzen aus dieser
und schreiben, aber wenig projektieren. Zeit dokumentieren sämtliche Massstäbe vom Baudetail
Vor diesem Hintergrund tritt der junge Zumthor 1968 über Gassen, Höfe und Plätze bis zum Siedlungs-panorama
eine Teilzeitstelle bei der Denkmalpflege Graubünden an. von topografischen Schlüsselstellen.
Neben Bauberatungen und zeichnerischen Bauaufnahmen Was diese Haltung für Zumthor als entwerfenden
geniesst er da grosse Freiheiten. Dabei kommt ihm Architekten bedeutet, zeigt die 1980 von der Bündner
nur gelegen, dass ihm der als Kunsthistoriker ausgebildete Vereinigung für Raumplanung publizierte Studie ‹ -Vicosoprano.

Vorgesetzte die Profanbauten überlässt. Sein Interesse Entwicklung eines gestalterischen Grundgerüstes für eine
gilt dem Einfachen und Elementaren, und so erforscht Bauzone mit privaten Einfamilienhäusern am Dorfrand ›.
er im Sommer 1971 mit einer selbst einberufenen Gruppe Während progressive Architektenkreise damals verdichtete
von Geografen, Historikern, einheimischen Lehrern und Wohnsiedlungen fordern, akzeptiert er pragmatisch das
Künstlern 400 Maiensässe im Bergell. freistehende Einfamilienhaus als Grundlage seines
Die wichtigsten Arbeiten Zumthors in den Siebzigern Entwurfs. Baukörper und Aussenräume ordnet er nach strengen

sind jedoch nicht typologische Studien, sondern etwa ein Regeln und definiert Gestaltungsvorgaben zu
Dutzend Siedlungsinventare – unter anderem von Fensterproportionen und ihrer Anordnung in Achsen und Reihen.
Castasegna, Fläsch, Lumbrein oder Vrin. Hierfür entwickelt Das Motto lautet: Die Qualität des Ensembles rechtfertigt
Zumthor die Methode der ‹ Strukturanalyse ›, die im Gegensatz es, die gestalterische Freiheit preiszugeben. Die Formensprache
zu einer objektbezogenen Denkmalpflege das Sied¬ ist der Zeit entsprechend postmodern.

Hochparterre 11 / 13 — Zumthor vor Zumthor 27


Ustria Caffe de Mont, Vella: neue Fassade Sitznische zwischen vormaliger
zum Garten mit s-förmiger Treppe. und neuer Aussenwand.

Ustria Caffe de Mont, Vella, 1970 / 71 und die weiss verputzte Deckenlandschaft
Im Erdgeschoss des Hauses de Mont mit integrierten Lüftungsschächten und
mitten in Vella richtete Peter Zumthor eine Lampen. Eckbänke und Tische entwarf der
Ustria ein. Dazu vergrösserte er den gelernte Möbelschreiner selbst, die
südwestlichen Raum und entwarf eine neue Holzstühle wählte er aus.

Fassade. Ein vorhangartig geschwun-genes Die Ustria ist das skurrilste und verspielteste
Vordach verbindet die Komposition Frühwerk Zumthors. Nicht zufällig
aus Kuben und Zylindern zu einem erinnert die organische Formen-sprache der
Ganzen. Eine s-förmige Treppe führt in den Innenarchitektur und der Gartenfassade
mit wuchtigen Betontischen möb-lierten an Rudolf Olgiati – Peter Zumthors «ersten
Garten. Der Innenraum ist geteilt in den grossen architektonischen Einfluss»
Sockel mit mattbraunen Keramikfliesen wie er selbst sagt.

Skurril und verspielt: Erdgeschoss der Ustria.

Haus Dierauer, Haldenstein, 1975 / 76


Peter Zumthors erster Neubau liegt
gegenüber den späteren Atelier- und
Wohnbauten am Haldensteiner Hang und

interpretiert zwei Vorbilder: Die Villa Böhler von

Heinrich Tessenow bei St. Moritz lieferte


das Bild, das Bündner Dreisässhaus die
Typologie von Stall- und Wohnteil mit
Tenn dazwischen. Der Stallteil ist
halbgeschossig versetzt und enthält die Schlafräume.

Der Mittelteil umspielt als nutzbare


Erschliessungsfläche eine haushoch
gemauerte Stütze, die den Firstbalken
trägt. Sie ist konstruktives und ideelles
Herz des Hauses. Der Wohnteil umfasst
Küche und ein leicht abgesenktes
Wohnzimmer mit Galerie unter einem

windschiefen Dach. Helles Holz und weis-ser,

geschlämmter Kalksandputz prägen


das Innere, Bretterschalung und sand- und
zementgebundener, erdfarbener Putz
das Äussere. Die knorrige Naturwüchsigkeit
Haus Dierauer in Haldenstein: des Baukörpers, die Interpretation einer
Villa Böhler und Dreisässhaus als Vorbild. alten Typologie sowie die natürliche
Materialität und bisweilen die grobe
Handwerklichkeit zeigen die Absicht, die
regionale Bautradition fortzuschreiben.

Das Erdgeschoss zeigt die Dreiteilung gemäss dem traditionellen


Bündner Dreisässhaus in Stall, Tenn und Wohnhaus.

28 Hochparterre 11 / 13 — Zumthor vor Zumthor


Die südöstliche Ansicht zeigt, wie das Volumen ausgehend vom Bestand repetiert wird. Auf zwei Klassentrakte folgt die Turnhalle als Abschluss.

Wie eine Kirchenbasilika


ist die Turnhalle
dreischiffig gegliedert.

Kreisschule, Churwalden, 1979 – 1983 Peter Zumthor mit Jürg Conzett, seinem
Ein bestehender Schultrakt quer zum ersten Mitarbeiter: Klammerartig umfassen
Hang diente als Ausgangspunkt der Betonstürze die Zementsteinbögen,
Die Achtzigerjahre – das kulturpolitische Jahrzehnt Staffelungpavillonartiger Baukörper. Eine ein direktes Zitat von Louis Kahns Indian
Ende der Siebzigerjahre widmet sich der Bündner Kaskadentreppe entlang der Schmalseiten Institute of Management in Ahmedabad
Heimatschutz vor allem konservatorischen Fragen. Doch 1978 verbindet den alten mit drei neuen aus dem Jahr 1975.
fordert eine Gruppe von Neumitgliedern vehement, auch Baukörpern, denen je ein Pausenhof Die Kreisschule ist Zumthors erster
zugeordnet ist. Wettbewerbserfolg, öffentlicher Bau und
Gegenwart und Zukunft zu beeinflussen. Nach einem
Die Tempelfronten mit portikoartig grosses Projekt nach der Ateliergründung
Aufbäumen des überalterten Vorstandes übernehmen Peter
gedeckten Aussenräumen und die einer 1979. In der innen- und aussenräumlichen
Zumthor und weitere Neumitglieder das Ruder. Ähnlich dreischiffigen Basilika nachempfundene Klarheit, der konstruktiven Logik und der
wie bei der kantonalen Denkmalpflege beginnt damit der Turnhalle stehen dem damals populären feinen Detaillierung zeigt sich eine
Vokabular der klassischen Postmoder-ne ordnende Hand. Vom rötlichen Zement-stein
Wandel vom ‹ Kirchenschutzverein › zum ‹ Anwalt für
nahe. Die Fachwerkträger spannen über über modisch türkisfarbene Ele-mente

Baukultur›. Der Heimatschutz setzt nun auf Grundlagenforschung,


die lange Seite der Turnhalle, ihre Druck-und bis hin zu den von Louis Kahn inspirierten
bietet kostenlose Bauberatung an und spricht die Zugglieder sind didaktisch in Holz und Beton-elementen
dominieren jedoch
Öffentlichkeit mit Ausstellungen und Publikationen an, türkis lackiertem Stahl ausgeführt. formale Übernahmen, und auf dem Bau
Die auffälligen Betonelemente entwickelte lastet eine monumentale Schwere.
um das Bewusstsein für Baukultur in die Bevölkerung und
in die Baubehörden zu tragen.
Ebenfalls 1978 regen Peter Zumthor und Rudolf Fontana
an, eine Bündner Ortsgruppe des Schweizerischen
Werkbunds zu gründen. Sie wollen damit den besonderen
wirtschaftlichen und kulturellen Herausforderungen des
Bergkantons begegnen. Die Landwirtschaft schwächelt,
während sich der Bergtourismus rasant entwickelt, und es
gilt, dem zur Kulissenarchitektur verkommenen Heimatstil
eine zeitgenössische, fundiert regionale Architektur
entgegenzusetzen. Zugleich bildet der Bündner Werkbund ein
institutionelles Gegengewicht zu den kantonalen Ablegern
von BSA und SIA, die eine Garde älterer, etablierter Auf der Südseite der Kreisschule in Churwalden
Architekten dominiert. Der Werkbund als betont offene Plattform stehen Portiken tempelartig vor
dient dem Austausch junger Architekten, Gestalter dem kaskadenhaft gestaffelten Baukörper.
und Kreativer. Bald nach der Ortsgruppengründung organisiert
Zumthor im Bündner Kunstmuseum die Vortragsreihe
‹Neue Architektur aus der Schweiz ›, in der unter anderem

Herzog & de Meuron, Roger Diener, Arthur Rüegg und


Santiago Calatrava sprechen. Aufmerksamkeit erhalten

Hochparterre 11 / 13 — Zumthor vor Zumthor 29


auch die ‹Vorarlberger Baukünstler ›: Gemeinsam mit Einsprachen gegen problematische Projekte, etwa gegen
den Österreichern besuchen die Bündner beidseits der die Mövenpick- Raststätte ‹ Heidiland› Maienfeld, 1989
Grenze Altes und Neues, Fremdes und Eigenes. Wie andere Mit Zumthors Kapelle Sogn Benedetg unterstützt der
Protagonisten der lebhaften Bündner Baukulturszene Bündner Heimatschutz erstmals einen Neubau finanziell.
sitzt Peter Zumthor in den Achtzigerjahren im Vorstand Das wichtigste Gemeinschaftswerk ist die 1987 erstmals
des Bündner Heimatschutzes und des Werkbunds. Sie verliehene Auszeichnung für ‹gute Bauten › im Kanton
widmen sich etwa folgenden Themen. Graubünden. Drei der elf Preise gehen an Peter Zumthor.
Schutz des baulichen Erbes: Ähnlich wie heute die 2013, bei der vierten Durchführung, ist er Jurymitglied.
Nachkriegsarchitektur ist damals das frühmoderne Erbe
bedroht. Trotz grossem Engagement werden bedeutende Herausragender Teil eines Ganzen
Werke zerstört, etwa die Villa Böhler von Heinrich Tes-senow Der Blick auf Zumthors ‹ Inkubationszeit › zeigt keinen
in St. Moritz von 1917 und das Eisbahnhaus von stillen Denkmalpfleger, sondern einen umtriebigen
Rudolf Gaberel in Davos von 1934. Daneben beschäftigt man Aktivisten, der sich öffentlich in zahlreiche Diskussionen

sich mit der Vielzahl funktionslos gewordener Stallbauten einbrachte und zunehmend als Architekt tätig wurde. Zumthor
in den Dörfern. Die von Zumthor mitbegründete und seine Mitstreiter bestellten das kulturelle Feld,
Genossenschaft Pro Vita Comuna engagiert sich für die Erhaltung auf dem sich die heute international beachtete Architekturszene Palle Petersen ist Architekt.
und Nutzung historischer Bauten im Kanton. Graubündens entwickelte. Als einziger Architekt Der Essay beruht auf
seiner Studie über das
Zersiedelung und Umwelt: Das Siedlungsganze hat von weltweiter Ausstrahlung nimmt Zumthor in der Bündner
frühe Schaffen Peter Zumthors
Vorrang vor dem Einzelobjekt. Darum gelten dessen Architektur eine Sonderrolle ein. Durch die am Lehrstuhl für
Einbettung und Auswirkung auf die Umwelt als zentral. Zusammenarbeit in seinem Büro prägte er andere Exponenten Architekturtheorie der
Grundsatzpapiere zu energetischen Fragen entstehen, und das wie Valentin Bearth, Jürg Conzett, Dieter Jüngling, Andreas ETH Zürich von Ákos
Begleitend
Konzept der geschlossenen Wohnsiedlung wird propagiert. Hagmann, Gordian Blumenthal oder Conradin Clavuot.
-Moravánszky.

entstanden die Foto-grafien


Ingenieurbau und Infrastruktur: Ingenieure wie Christian Peter Zumthors frühe Bauten haben ihre Ecken und von Reto Wasser.
Menn und Jürg Conzett stellen ingenieurbauliche Kanten, und sie zeigen, dass er experimentierte und lernte,
Themen zur Diskussion. Sie engagieren sich für qualitätvolle dass er suchte, bevor er fand. Noch ist wenig zu spüren Neue Werkübersicht
Brücken, für kluge Strassenführungen und architektonisch vom Vertrauen auf persönliche Bilder und von der Auf 800 Seiten zeigt eine
fünfbändige Monografie
hochwertige Tunnelportale und Stützmauern. Einfachheit, genährt durch die Minimal Art, die seine spätere
rund vierzig Werke von
Baugestaltung und Baurecht: Weil die Gruppen Architektur kennzeichnen. Dennoch klingt an, was später Zumthor, darunter noch nie
überzeugt sind, dass gute Architektur nicht behördlich zentral wird: Geschichte und Kontext, regionale Typologien vorgestellte Projekte.
verordnet werden kann, setzen sie sich für freiheitlichere und Wirtschaftskreisläufe, sorgfältiges Handwerk, Peter Zumthor. Bauten und
Projekte 1985–2013.
Baugesetze, Bauberatung und Wettbewerbe ein. In der ausgesuchte Materialien, atmosphärisches Feingefühl – Thomas Durisch Hg.
Öffentlichkeit verkünden und fördern sie in ihren Augen Themen, die von der eindringlichen Beschäftigung mit Scheid-egger & Spiess,
angemessene Gegenwartsarchitektur. Sie opponieren mit baukulturellen Fragen zeugen. Zürich 2013, ca. Fr. 250.—

Renovieren mit
Swisspearl-Produkten der
Eternit Schweiz) AG?
Einmal und nie wieder.

Die nächste Renovation mit Swisspearl-Produkten der Eternit Schweiz) AG.


Dann müssen Sie sich um die übernächste nicht mehr kümmern.
Mehr auf reno.eternit.ch

30 Hochparterre 11 / 13 — Zumthor vor Zumthor