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Ausgabe Juni 2021

Magazin der
Leopold-Franzens-Universität Innsbruck

Sensibles
Ökosystem Berg
Seite 4

Alzheimer: Neue Einblicke Seite 8 ◼ Infos zum Studienstart Seite 12 ◼

Katzen-Forschung Seite 16 ◼ Studierende forschen mit Seite 18 ◼

Beilage zur Tiroler Tageszeitung www.uibk.ac.at


20

tliche
Küns
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Intell

Bienen-
Roboter

Auf den
der
S uren

Kinder-Sommer-Uni 2021
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b ä r e n
Eis

Die Universität Innsbruck öffnet ihre Türen Sternwarte

für alle interessierten Kinder und schlauen Füchse!


Wir sin
Klima- d
Am Montag, 12. Juli 2021 beginnt die 19. Kinder-Sommer-Uni mit über Helden

20
100 tollen Programmpunkten für Kinder ab 6 Jahren.

Auch heuer sind wir wieder an den Standorten Innsbruck, Stams und Osttirol vertreten und ermöglichen
euch einen Einblick in die faszinierente Welt der Wissenschaft! Und erstmalig bieten wir diesen Sommer
auch Webinare an, sodass ihr Wissenschaft direkt zu Hause erleben könnt!

NEU

Ferienbetreuung mit Durch die Initiative und Finanzierung des Bildungsministeriums können
wir heuer das neue Programm „Ferienbetreuung mit wissenschaftlichem
wissenschaftlichem Anspruch“ für Kinder und Jugendliche mit ForscherInnengeist anbieten.

Anspruch
Zur Auswahl stehen vier tolle Erlebniswochen:

Montag, 12. - Freitag, 16. Juli 2021


Architekturwerkstatt - bilding weiter bauen 2.0

Montag, 19. Juli - Freitag, 6. August 2021


Naturforschungswoche in Mühlau - natopia
© BfÖ 2021

Die Anmeldung ist ab Montag, 28. Juni 2021 auf unserer Homepage möglich. Die aktuellen
COVID-19 Bestimmungen für Kinder werden frühzeitig auf unserer Homepage und via Mail nach der
Kursanmeldung bekannt gegeben. Weitere Infos unter

www.uibk.ac.at/jungeuni

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Inhalt Ausgabe Juni 2021


Editorial

00
6
4 Hochsensibles Berg-Ökosystem
Forscher*innen untersuchen auf Versuchsflä-
chen im Ötztal die Folgen von früherer Schnee-
schmelze und zunehmender Verstrauchung.

6 Himmlische Höhen
Die Mächtigkeit der Berge übt seit jeher eine
große Faszination auf die Menschen aus.

Foto: Gerhard Berger


8 Neue Einblicke in Alzheimer
Der Molekularbiologe Jerome Mertens und sein
Team benutzen neue Methoden, um die Entste-
hung von Alzheimer besser zu verstehen.

10 Trend zur Offenheit


In der Wissenschaft spielen Transparenz und Of-

8
fenheit eine immer größere Rolle. Liebe Leserin, lieber Leser!

12 Alle Infos zum Studienstart Wir haben die vergangenen drei Se-
Im Wintersemester 2021/2022 stehen Studienin- mester trotz aller Widrigkeiten den
teressierten in Innsbruck wieder alle Möglich- Umständen entsprechend sehr gut ge-
keiten offen. meistert: Mehr Studienanfänger, ei-
ne deutlich höhere Prüfungsaktivität,
14 Auf dem Weg an die Spitze mehr Abschlüsse und eine gestiegene
Einmal an der Tour de France teilzunehmen: Da- Zahl von Forschungsanträgen sowie
von träumen auch die jungen Nachwuchs-Renn- wissenschaftlichen Veröffentlichungen
radfahrer des Tirol KTM Cycling Teams. sprechen hier eine deutliche Sprache.
Dafür danke ich allen, die jeweils ihren
16 Katzen machen Wissenschaft Anteil daran haben, unseren Studieren-
Der Masterstudent Elias Hekh und der Professor den und allen Mitarbeitenden.
für Zoologie, Thorsten Schwerte, machen Katzen Nun bereiten wir uns schon auf das neue
nun auch zum Mittelpunkt eines Forschungspro- Studienjahr im Herbst vor. Es ist un-

14
jektes – wer eine Katze als Haustier hat, ist ein- ser Ziel, so viel präsente Lehre wie nur
geladen, daran teilzunehmen. möglich anzubieten, und wir werden
intensiv daran arbeiten, einen mög-
18 Studierende forschen mit lichst normalen Unibetrieb zu gewähr-
Studierende an der Uni Innsbruck lernen schon leisten. Hier wäre es nun außerordent-
während des Studiums, ihr Erlerntes Wissen in lich wichtig, dass in den kommenden
der Praxis umzusetzen. Wochen auch alle in der Altersgruppe
zwischen 18 und 40, also auch unse-
21 Förderkreis 1669 re Studierenden und viele unserer jün-
Gemeinsam stark für die Universität Innsbruck. geren Mitarbeitenden ein Impfangebot
Neue Mitglieder des Förderkreises „1669 – Wis- erhalten. Viel ist in den vergangenen
senschafft Gesellschaft“ investieren in die Ta- Monaten über die Schulen diskutiert
lente der Zukunft. worden, die Hochschulen standen eher
nicht besonders im Fokus. Aber auch
hier gelten die gleichen Argumente wie
für die Schulen und diese Impfungen
sind eine wichtige Voraussetzung für
einen sicheren und erfolgreichen Uni-
IMPRESSUM betrieb im Herbst. In diesem Sinne
wünsche ich Ihnen einen erholsamen
wissenswert – ­ Magazin der Leopold-Franzens-Universität Innsbruck – 22. Juni 2021 Sommer und freue mich auf alle, die im
Herausgeber und Medieninhaber: Universität Innsbruck; Hersteller: Intergraphik GmbH.
Sonderpublikationen, Leitung: Frank Tschoner;
Herbst neu an unsere Uni kommen wol-
Redaktionelle Koordination: Susanne E. Röck, Christa Hofer. len, und jene, die nach vielen Monaten
Redaktion: Melanie Bartos, Daniela Feichtner, Christa Hofer, Stefan Hohenwarter, Lisa Marchl, aus der coronabedingten Distanz zu-
Susanne E. Röck, Uwe Steger. rückkommen werden.
Covergestaltung: Catharina Walli.
Foto Titelseite: Ötztal Tourismus/Fabian Künzel.
Fotos Seite 3: Monika Fink, LightFieldStudios; Tirol KTM Cycling Team. Univ.-Prof. Dr. Tilmann Märk
Anschrift für alle: 6020 Innsbruck, Brunecker Straße 3, Postfach 578, Tel. 0512 53 54-1000. Rektor der Universität Innsbruck
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Freiluftlabor auf mehr


als 2500 Metern Höhe:
Die Versuchsflächen auf
der Hohen Mut im
Ötztaler Obergurgl.
Foto: Helen Snell

Hochsensibles
Berg-Ökosystem
Wie wirkt sich der Klimawandel auf alpine Ökosysteme aus? Michael Bahn
untersucht gemeinsam mit Forscher*innen der Universität Manchester auf
Versuchsflächen im hinteren Ötztal die Folgen von früherer Schneeschmelze und
zunehmender Verstrauchung hoch oben am Berg.

E
in nicht unwesentlicher Teil unserer steme. Aus jetziger Sicht wird die Schnee- läufe und sind gleichzeitig sehr sensibel
Arbeit bestand aus Schneeschaufeln“, schmelze aufgrund des Klimawandels bis für sich verändernde Umweltbedingungen.
erzählt Univ.-Prof. Michael Bahn vom zum Ende des Jahrhunderts je nach Höhen- Sie sind wichtig für die Verfügbarkeit von
Institut für Ökologie der Uni Innsbruck. Das lage um 50 bis 130 Tage früher einsetzen. Das Pflanzennährstoffen, die Speicherung von
Experiment auf mehr als 2500 Metern Höhe könnte schwerwiegende ökologische Folgen Kohlenstoff und zahlreiche andere essen-
auf dem Grünland der Hohen Mut bei Ober- haben“, verdeutlicht Bahn. Bei einigen Ver- zielle Ökosystemfunktionen“, sagt Michael
gurgl umfasste 15 fünf mal fünf Meter große suchsflächen wurde der Schnee entfernt, bei Bahn.
Versuchsflächen. Die kleinen Parzellen lie- einigen aufgeschüttet – und einige blieben
ferten Daten für eine umfassende interna- als „Kontrollgruppe“ unberührt. Anschlie- Saisonale Unterschiede
tionale Studie zur Entwicklung des Bodens ßend entnahm das Forscher*innen-Team
in hochalpinem Gelände. Dabei interessierte Proben aus dem Boden in regelmäßigen Ab- Die Zusammensetzung der Mikroben in
sich der Ökologe, der seit vielen Jahren die ständen. Im Labor in Innsbruck wurden sie Form von Bakterien und Pilzen und auch
Auswirkungen des globalen Wandels auf Ge- auf die mikrobielle Zusammensetzung und die Stoffkreisläufe im Boden variieren je
birgsökosysteme erforscht, gemeinsam mit biogeochemische Eigenschaften untersucht. nach Jahreszeit. „Es gibt eine mikrobielle
den Kolleg*innen der Universität Manche- Gerade für den Alpenraum ist ein besseres Winter-Gemeinschaft und eine Sommer-
ster in einem ersten Schritt für die Schnee- Verständnis dieser hochkomplexen Vorgän- Gemeinschaft. Der Schnee spielt als iso-
bedeckung. „Der Schnee spielt eine große ge besonders wichtig. „Mikrobielle Gemein- lierende Decke eine wichtige Rolle, um das
Rolle für das Funktionieren alpiner Ökosy- schaften im Boden regulieren Stoffkreis- empfindliche ökologische Gleichgewicht im
5

hochalpinen Raum aufrechtzuerhalten“, er-


klärt Richard Bardgett, der im Winter 2020
zwei Monate als Gastprofessor an der Uni-
versität Innsbruck verbrachte. Die Vorgänge
unterliegen zeitlichen Zyklen, die durch eine
immer dünnere Schneedecke und damit im-
mer kürzerer Schneedecken-Dauer stark be-
einflusst werden. Auswirkungen zeigen sich
dabei bereits ab einer zeitlichen Verschie-
bung von nur 10 Tagen, wie das Team an
den Versuchsflächen im Ötztal in einer neu-
lich publizierten Studie zeigen konnte. „Ei-
ne frühere Schneeschmelze führt zu einem
abrupten saisonalen Übergang der mikro-
biellen Gemeinschaften. Die Funktion des
Winter-Ökosystems wird dadurch verkürzt
und seine Wirkweise eingeschränkt. Das hat
Auswirkungen auf den Stoffhaushalt und die
Die Welt der Mikroben im Boden variiert
Pflanzenproduktivität und bringt die Balan-
je nach Jahreszeit. Verschieben sich
ce des Ökosystems in Gefahr“, so Studien-
zeitliche Abläufe, kann das massive
autor Arthur Broadbent. „In alpinen Regi-
Auswirkungen auf das
onen schreitet der Klimawandel doppelt so
hochalpine Ökosystem haben.
Foto: Richard Bardgett
schnell voran wie im globalen Durchschnitt,
die Folgen dieser Entwicklung für alpine
Ökosysteme zu verstehen, ist daher zentral.“

Zwergsträucher im Vormarsch
vorhanden war. Pflanzen wie beispielsweise Richard Bargdett mit ihrem Team in Zu-
In einem weiteren Projekt untersucht der die Besenheide bilden große Vorkommen in kunft weiter im Detail untersuchen. „Hier
Boden-Ökologe nun in enger Zusammenar- immer höheren Lagen“, sagt Bahn. Für die gilt ein besonderer Dank den Akteuren vor
beit mit Markus Pirpamer und der Agrarge- Almen und Nutzung des alpinen Geländes Ort, Bauern wie Liftbetreibern, ohne deren
meinschaft Vent wiederum an ausgewählten als Weidefläche für Tiere ist das keine posi- Unterstützung und Expertise diese For-
Experimentierflächen in Vent im Ötztal die tive Entwicklung und bereitet den Akteuren schungsarbeit nicht möglich wäre. Dank der
zunehmende Verstrauchung alpiner Flächen vor Ort Kopfzerbrechen – und das nicht Infrastruktur und der Nähe des Universi-
– ein weiterer, besonders für viele Almwirt- nur im Ötztal. Die Zwergsträucher machen tätszentrums Obergurgl zum alpinen Le-
schaften heute schon deutlich spürbarer viele Flächen für Weidetiere teilweise „un- bensraum können wir zudem immer wieder
Effekt des globalen Wandels: „Wir sehen genießbar“. Welche Folgen die Ansiedelung international hoch angesehene Forschende
in den letzten Jahren eine teilweise rasante von Sträuchern in immer höheren Lagen in für eine Zusammenarbeit begeistern“, freut
Zunahme von Zwergsträuchern an Orten, Kombination mit kürzerer Schneedecken- sich Michael Bahn.
wo bis vor kurzer Zeit nur alpiner Rasen Dauer hat, das möchten Michael Bahn und melanie.bartos@uibk.ac.at ◼

Zuerst schaufeln: Forschungsgruppe


Die Experimentierflächen in
Vent waren teilweise meterhoch „Funktionelle Ökologie“
mit Schnee bedeckt.
Michael Bahn leitet die Forschungs-
Foto: Michael Bahn
gruppe „Funktionelle Ökologie“ am
Institut für Ökologie der Universi-
tät Innsbruck. Das Team untersucht
Pflanzen-, Boden- und Ökosystem-
prozesse und die Einflüsse des globa-
len Wandels. Die Forschungsthemen
umfassen biogeochemische Kreisläufe
wie den Kreislauf von Kohlenstoff und
Stickstoff, Treibhausgasemissionen
und die Rolle von Pflanzen und ihren
Eigenschaften in Ökosystemprozessen.
Dazu arbeiten die Forscher*innen häu-
fig mit Freilandexperimenten an un-
terschiedlichsten Standorten, um „vor
Ort“ jene Mechanismen zu entschlüs-
seln, die den Reaktionen der Ökosys­
teme auf Umweltveränderungen zu-
grunde liegen.
6

Auf den spitzen Felsnadeln thronen die


Klöster von Meteora. Im Bild das Kloster Barlaam
aus dem 14. bis 17. Jahrhundert.
Foto: Thomas Steppan; Cover: Thomas Steppan/Verlagsgruppe Schnell & Steiner

Himmlische Höhen
Kailash, Fujiyama, Olymp, Sinai, Athos oder Mont-Saint-Michel sind nur einige
jener Berge, die in den verschiedenen Religionen und Kulturen als heilig begriffen
werden. Die Mächtigkeit der Berge übt seit jeher eine große Faszination auf die
Menschen aus.

D
er Sitz des Göttlichen auf ausge- lichkeit und Unwirtlichkeit, ihrer gewalt- gen, an denen Heiligtümer alles andere als
wählten Bergen ist auch Gegenstand mächtigen Natur und nicht zuletzt wegen zufällig ihren Sitz nehmen, führt uns nicht
der Forschung in unterschiedlichen ihrer Monumentalität seit jeher als bedeu- nur durch die europäische Kulturgeschichte,
wissenschaftlichen Disziplinen. Thomas tungsvoll wahrgenommen. In der Mysti- sondern in weite transkulturelle Bereiche,
Steppan, Leiter des Instituts für Kunstge- fizierung und Mythenbildung haben Men- die von der internationalen Wissenschaft-
schichte, und Monika Fink, Professorin am schen versucht, sie in den verschiedenen lergruppe von ur- und frühgeschichtlichen
Institut für Musikwissenschaft, haben sich Kulturen zu begreifen“, erläutert Steppan. Epochen bis in die Gegenwart reichend aus
im Forschungsschwerpunkt „Kulturelle Be- Von der griechischen Antike über das Ju- den Beobachtungen diverser Disziplinen der
gegnungen – Kulturelle Konflikte“ mit Kol- dentum, das Christentum und den Islam bis Geisteswissenschaften, der Theologie und
leginnen und Kollegen interdisziplinär mit zum Buddhismus, um nur einige zu nen- Religionswissenschaften und der Naturwis-
den „Heiligen Bergen“ beschäftigt. „Berge nen, wird mit Bergen Göttliches verbunden. senschaften beleuchtet werden“, so Steppan.
werden aufgrund ihrer markanten morpho- „Das Spannungsfeld zwischen Bergen, die So wird die Vorstellung der Heiligkeit von
logischen Beschaffenheit, ihrer Unzugäng- selbst als heilig verehrt werden, und Ber- Bergen in religiösen Texten und Ritualen
7

sowie in Werken der bildenden Kunst, Musik


oder Literatur verarbeitet.
Der in Westtibet gelegene
Kailash wurde erst ab den
Klöster in Meteora 80er-Jahren des 20. Jahrhunderts
musikalisch reflektiert.
Bizarre Felsnadeln ragen im nordgrie- Foto: iStock/Adventclub
chischen Thessalien in den Himmel. Auf ih-
ren Spitzen thronen die berühmten Klöster
von Meteora, die den Experten für Kunst-
geschichte besonders faszinieren. Dass die
imposanten Bauwerke in dieser exponierten
Lage überhaupt errichtet werden konnten,
ist bis heute ein Rätsel. „Bereits im 10. Jahr-
hundert haben sich Einsiedler in diese Ein-
samkeit zurückgezogen, um in der Welt-
entsagung das Göttliche zu finden“, erläu-
tert der Wissenschaftler. „Der Topos ‚Mete-
ora‘, der Berge zwischen Himmel und Erde,
die über Jahrhunderte nur über Steigleitern
oder Aufzugnetze erreichbar waren, dient
als Metapher, dass die Klöster gleichsam
im Transzendenten schweben“, so Steppan.
Die Errichtung der Klöster geht zurück auf
byzantinische Vorläufer, wie sie am „Hei- Fink, Professorin am Institut für Musik- auch umrundet, also die sogenannte Kora
ligen Berg“ Athos im orthodoxen Mönchs- wissenschaft. Sie hat die Werke „Higher durchgeführt hat, ist auf der Grundlage ti-
tum gestaltet wurden. Im Laufe des 12. und Ground“ des deutschen Komponisten An- betischer Mönchsgesänge aufgebaut. Das
13. Jahrhunderts hat sich in den ausgesetz- dreas Fischer aus dem Jahr 2019, „Kailash“ Kailash-Stück von Ramesh Shotham führt
ten Einsiedeleien eine Mönchsgemeinschaft des indischen Musikers Ramesh Shotham in die indische Musikkultur und somit auch
etabliert. Ab dem 14. Jahrhundert entstanden aus dem Jahr 2004 sowie das 2014 entstan- zur Bedeutung und Rezeption des Kailash im
auf und in den Felsen mächtige Klöster. Heu- dene Werk „Circling Kailash“ des amerika- Hinduismus. Um diese Inspiration klang-
te kennt man vor allem das große Metamor- nischen Komponisten Terry Riley wissen- lich umzusetzen, verwendet Shotham die in
phosis-Kloster, das der Verklärung Christi schaftlich untersucht. Letztlich stellen sich der südindischen Tradition gebräuchliche
am Berg Tabor geweiht ist. „Diese spielt im bei den musikalischen Reflexionen eines Rhythmussprache Konnakol. Auch das drit-
ostchristlichen Mönchstum eine zentra- Berges dieselben Fragen wie bei einem Kom- te Beispiel einer Kailash-Komposition weist
le Rolle. Die Lehre des Hesychasmus besagt, ponieren nach Bildern, eines der Hauptfor- Bezüge zur indischen Musikkultur auf. „In
dass mit einer bestimmten Gebetspraxis schungsgebiete von Fink, nur dass das Bild ‚Circling Kailash‘ für Orgel und Orchester
den Begnadeten die ekstatische Schau des in diesem Fall ein reales ist, und im ande- von Terry Riley erwachsen durch Überlage-
Göttlichen Lichtes der Verklärung vom Berg ren Fall ein artifizielles, gemaltes. „Der reale rungen und Verschiebungen der Phrasen po-
Tabor zuteilwird“, erläutert Steppan. Dieses Berg, in diesem Fall der Kailash, kann eben- lyphone und polyrhythmische Strukturen,
Streben nach Höherem wird von der außer- so wie ein Bild nur auf einer metaphorischen wie sie aus der hinduistischen Musiktra-
gewöhnlichen Lage der Klöster auf den Spit- Ebene oder als Inspirationsquelle für ei- dition bekannt sind“, verdeutlicht die Wis-
zen der Felsnadeln noch unterstrichen. nen Komponisten von Belang sein oder als senschaftlerin. Die kreisenden Wellenbewe-
ästhetisch essenziell zu betrachten sein“, gungen und klanglichen Muster ergeben ein
Wie ein Berg erklingt verdeutlicht Fink. Die Kailash-Komposition auditives Äquivalent zu einem Bild des um-
„Higher Ground“ von Andreas Fischer, der rundenden Wanderns oder Pilgerns.
Die Mystifizierung von Bergen spielt auch auf seiner Reise nach Westtibet den Kailash daniela.feichtner@uibk.ac.at ◼
in der Musikgeschichte eine bedeutende
Rolle. Insbesondere im 19. Jahrhundert ha-
ben Berge als verbreitete Motive der Ro-

Buch: Heilige Berge – Berge und das Heilige


mantik zahlreiche Komponisten zu Vokal-
und Instrumentalwerken inspiriert. In der
Musik des 20. und 21. Jahrhunderts finden
sich Kompositionen, die auf konkrete hei- Im Forschungs- aus einer internationalen Tagung anläss-
lige Berge Bezug nehmen. Der wohl „hei- schwerpunkt „Kultu- lich des 350-Jahr-Jubiläums der Universi-
ligste“ aller Berge, der in Westtibet gelegene relle Begegnungen – tät Innsbruck im Jahr 2019 entstanden und
Kailash, wurde erst ab den 80er-Jahren des Kulturelle Konflikte“ enthält Beiträge von Raymond Ammann,
20. Jahrhunderts musikalisch reflektiert. Der der Universität Inns- Monika Fink, Ita Heinze-Greenberg, Lutz
Kailash bildet einen spirituell grundierten bruck sind die „Heili- Maurer, Paul Naredi-Rainer, Markus Neu-
Bezugspunkt für Komponisten aus unter- gen Berge“ seit langem wirth, Christian Quendler, Lutz Richter-
schiedlichen geografischen wie stilistischen ein fächerübergrei- Bernburg, Kurt Scharr,
Kontexten und unterschiedlichen ästhe- fendes Projekt. Moni- August Schmidhofer,
tischen Grundausrichtungen. „In meinen ka Fink und Thomas Roman A. Siebenrock,
Forschungen habe ich mich auf die Musik Steppan sind die Herausgeber des neuen Jayandra Soni, Luitgard
der unmittelbaren Gegenwart sowie auf die Buches „Heilige Berge – Berge und das Soni, Helmut Stampfer,
Zeit des beginnenden 21. Jahrhunderts kon- Heilige“, das im Verlag Schnell & Steiner, Thomas Steppan, Da-
zentriert und drei Werke untersucht, in wel- Regensburg, erschienen ist. Der Band ist niel Winkler.
chen die Komponisten ihre Ideen aus diesem
heiligen Berg bezogen haben“, so Monika
8

Neue Einblicke in
Alzheimer
Der Innsbrucker Molekularbiologe Jerome Mertens erhalten mit dieser Methode zwar Nerven-
zellen des jeweiligen Patienten, diese befin-
und sein Team benutzen neue Methoden, um die den sich allerdings im Baby-Stadium“, er-
klärt Jerome Mertens. „Wenn wir aber ver-
Entstehung von Alzheimer besser zu verstehen und stehen wollen, was beim Altern überhaupt

mögliche Therapieansätze zu entwickeln.


passiert und wie  eine Interaktion zwischen
Altern und altersbedingten Erkrankungen
aussehen könnte, brauchen wir diese Infor-
mationen.“

B
ei der Alzheimer-Krankheit, bei der tut für Molekularbiologie. Ein Grund dafür
Gehirnzellen nach und nach abster- ist, dass diese sporadische Form der Krank- Neue Methode
ben, gibt es mittlerweile zwei bekann- heit aufgrund fehlender „Krankheits-Gene“
te Formen: die genetisch bedingte, vererb- schwer im Labor zu untersuchen ist. „Es gibt Gemeinsam mit seinem Team entwi-
bare Form und die sporadisch auftretende aufgrund der fehlenden genetischen Mar- ckelte der Molekularbiologe bereits vor eini-
Krankheit, für die es keine genetischen In- ker keine genetischen Tiermodelle und auch gen Jahren eine Methode, mit der im Labor
dikatoren gibt. „Die genetisch bedingte, ver- die seit Anfang der 2000er-Jahre zur Verfü- menschliche Hautzellen zu Nervenzellen
erbbare Form der Alzheimer-Krankheit ist gung stehende iPS-Methode (siehe Box), mit umprogrammiert werden können, die das
gut erforscht. Aufgrund des ähnlichen kli- der es möglich ist, aus menschlichen Haut- epigenetische Alter der Spender erhalten. Bei
nischen Bildes bei Erkrankten, die nicht über zellen Nervenzellen herzustellen, erlaubte diesem Modell der induzierten Nervenzellen
die entsprechenden Genmutationen verfü- keine Hinweise auf Unterschiede“, so der (iN) transferieren die Wissenschaftler*innen
gen, ging man lange davon aus, dass auch die Molekularbiologe. Die iPS-Zellen waren ein Gene mittels Vektoren oder messenger-RNA
ausschließlich im höheren Alter auftretende, Durchbruch für die Stammzell-Forschung. in die in einer Petrischale kultivierten Haut-
sporadische Form von Alzheimer gleichen Bei dieser Methode gehen allerdings al- zellen. „So bleiben anders als bei der iPS-
Prinzipien folgt“, erklärt Jerome Mertens, le epigenetisch in den Zellen gespeicherten Methode das Alter sowie alle anderen epi-
Arbeitsgruppenleiter am Innsbrucker Insti- Informationen über das Alter verloren. „Wir genetischen Informationen des Spenders

Ein Team um den Molekularbiologen


Jerome Mertens will mithilfe
neuer Methoden noch
unbekannte Mechanismen von
Alzheimer erforschen.
Foto: LightFieldStudios/iStockphoto.com
9

erhalten, was uns ganz neue Möglichkeiten


für unsere Forschungsfragen eröffnet“, er-
klärt der Molekularbiologe.

Ähnlichkeiten zu Krebs
So fanden die Wissenschaftler*innen auf
Basis ihrer bioinformatischen Analysen bei-
spielsweise heraus, dass bei der Entstehung
von Alzheimer ähnliche Mechanismen am
Werk sind, wie sie auch bei der Entstehung
von Krebszellen in anderen Geweben auf-
treten. „Wir glauben, dass Effekte, die zur
Die Abbildung zeigt induzierte Neuronen von
Entstehung von Krebs führen, auch mit der
Alzheimer-Patient*innen aus einer
Entstehung von Alzheimer zusammenhän-
Immunfluoreszenz-Aufnahme. Die
gen“, so Mertens. Schädigungen an Zellen,
DNA-Schädigungen in diesen Nervenzellen
die zu Krebs führen können, passieren im
sind durch grüne Punkte sichtbar.
menschlichen Körper täglich. Die Zellen sind
Fotos: Jerome Mertens; Axel Springer/Target Group
allerdings so aufgebaut, dass sie sich – sehr
vereinfacht gesagt – in diesem Fall selbst
reparieren, erneuern oder vom Immunsy-
stem ausgeschalten werden. Nur wenn in
diesem Prozess etwas schiefgeht oder die jüngten Spenderzellen der Alzheimer-Er- nehmens CLENE mit, bei dem die Wirkung
Schädigungen überhandnehmen, entste- krankten zeigten nahezu keine Hinweise auf eines vielversprechenden Wirkstoffs – eine
hen Krebszellen. „Nervenzellen können sich eine spätere Erkrankung. Wir sahen in den bestimmte Form von Nano-Goldpartikeln –
aufgrund ihrer komplexen Verschaltungen iPS-Nervenzellen keine Unterschiede zwi- auch bei Alzheimer untersucht werden soll.
nicht regenerieren oder abschalten – wür- schen den Zellen der Erkrankten und de- „CLENE befindet sich mit diesem Wirkstoff
den sie das tun, würden wir uns an vieles nen der Kontrollgruppe“, beschreibt Mer- schon in der Phase 2 der klinischen Studien
nicht mehr erinnern“, verdeutlicht Mertens. tens. „Welche altersbedingten Mechanismen für den Einsatz bei der neurodegenerativen
„Deshalb ist diese Art der Zellen unglaub- die Anzeichen von sporadischem Alzhei- Erkrankung ALS. Als wissenschaftliche
lich gut dagegen gewappnet, zugrunde zu mer auslösen, gilt es nun herauszufinden.“ Partner sollen wir nun in den von uns entwi-
gehen. Das heißt aber nicht, dass sie gegen Die Analysen der Wissenschaftler*innen ckelten Modellen überprüfen, ob der Wirk-
altersbedingte Schäden gewappnet sind, zeigten in den kranken Nervenzellen auch stoff auch bei anderen neurodegenerativen
sie gehen nur anders damit um.“ Da die Si- eine deutliche Herunterregulierung von Krankheiten wie Alzheimer oder Parkinson
gnalwege, die bei altersbedingten Schäden reifen neuronalen Eigenschaften und eine helfen könnte“, erklärt Mertens. Auch wenn
in Nervenzellen aktiviert werden, denen, Hochregulierung von unreifen Signalwegen. die Entwicklung eines wirksamen Medi-
die bei der Entstehung von Krebs in soma- „Vor allem in der Gruppe der Signalwege, die kaments gegen Alzheimer noch einige Zeit
tischen Zellen beteiligt sind, ähneln, gehen bei den Erkrankten im Vergleich zur Kon- dauern wird, ist der Molekularbiologe davon
die Wissenschaftler*innen davon aus, dass trollgruppe hochreguliert waren, gab es eine überzeugt, dass die neuen Methoden mit
hier Zusammenhänge bestehen. verblüffende Ähnlichkeit zu aus der Krebs- dem Einsatz von iPS-Zellen und induzierten
Diese Vermutung wurde auch in ei- forschung bekannten Daten“, erklärt Jerome Neuronen (iN) die Forschungsarbeit in diese
ner kürzlich veröffentlichten Studie der Mertens.  Aufbauend auf diesen Ergebnissen Richtung stark vorantreiben werden.
Molekularbiolog*innen bestätigt. Dabei wollen Mertens und sein Team nun versu- susanne.e.roeck@uibk.ac.at ◼
untersuchten die Wissenschaftler*innen chen, Erkenntnisse aus der Krebsforschung
Hautzellen von Alzheimer-Erkrankten und zu nutzen und mit ihrer Hilfe neue und zum
verglichen diese mit einer Kontrollgruppe Teil unerwartete Methoden zur Bekämpfung

Induzierte pluripotente
gesunder Menschen ähnlichen Alters. Der der Krankheit Alzheimer aufzeigen.
Vergleich der „alten Nervenzellen“ mit den Inzwischen ist auch die Pharmaindus­
epigenetisch gelöschten, die mittels iPS-
Methode hergestellt wurden, zeigte zum
trie auf die Expertise des Innsbrucker Mo-
lekularbiologen aufmerksam geworden:
Stammzellen
einen klar, dass diese Form von Alzheimer Mertens und sein Team arbeiten bei einer Diese Methode war ein Durchbruch
mit dem Alter zu tun haben muss. „Die ver- Studie des amerikanischen Pharmaunter- für die Stammzellenforschung. 2006
gelang es dem Japaner Shin’ya Yama-
naka durch künstliche Reprogrammie-
ZUR PERSON rung aus somatischen Zellen, also Haut
oder Blutzellen, jeder Person, pluripo-
Jerome Mertens (*1983 in Niedersachsen) ist seit 2017 Assistenz- tente Stammzellen herzustellen. Die-
professor und leitet das Neural-Aging-Labor in der Abteilung für se Zellen, die den Zellen am Anfang
Genomik, Stammzellbiologie und Regenerative Medizin am Insti- der Entstehung eines Menschen in der
tut für Molekularbiologie der Universität Innsbruck. Er ist zudem Blastozyste ähneln, sind pluripotent,
Adjunct Assistant Professor am Salk Institute for Biological Stu- das heißt, sie können zu jedem Zell-
dies in San Diego, Kalifornien. 2012 promovierte er summa cum typ im Körper umgewandelt werden.
laude mit der Arbeit „Human iPSC-derived neurons for modeling Shin’ya Yamanaka wurde für die Ent-
Alzheimer’s Disease and Drug Validation“ in Molekularer Biomedi- wicklung dieser Methode 2012 mit dem
zin an der Universität Bonn, danach war er als Post-Doc am Salk Institute tätig. Seine Nobelpreis für Physiologie oder Medi-
Forschungsarbeit wurde unter anderem 2019 mit dem Starting Grant des Europä- zin ausgezeichnet.
ischen Forschungsrats (ERC) ausgezeichnet.
10

Offenheit bei Forschungsdaten


macht Wissenschaft
transparenter und erlaubt
neue Forschungsfragen.
Foto: iStock/Orbon Alija

Ein Trend zur Offenheit


In der Wissenschaft spielen Transparenz und Offenheit eine immer größere
Rolle. Um die Sozialwissenschaften dabei zu unterstützen, gibt es nun eine neue
Plattform zur Veröffentlichung von Forschungsdaten, der sich die Uni Innsbruck
kürzlich angeschlossen hat.

M
it dem „Austrian Social Science Plattformen. Wie ist es zu diesem Trend ge- bahnbrechenden Erkenntnissen nicht so
Data Archive“ (AUSSDA) gibt es kommen? einfach wiederholen, also replizieren las-
erstmals eine österreichweite An- Franz Eder: Das hat unterschiedliche Ursa- sen, was auch zu einem Glaubwürdigkeits-
laufstelle für offene Forschungsdaten aus chen. Einerseits werden Datenmengen im- problem der Forschung führt – dazu kann
den Sozial- und Wirtschaftswissenschaf- mer größer und komplexer, man kann sie Felix Holzmeister mehr sagen, er forscht
ten. Die Universität Innsbruck hat sich der einfach nicht mehr allein bearbeiten. Die konkret dazu. Und ein weiterer Punkt ist,
Initiative kürzlich angeschlossen, im Inter- Digitalisierung hat das verstärkt, wir spre- dass öffentlich finanzierte Forschung auch
view sprechen Politikwissenschaftler Franz chen von einer „Crisis of Largeness“. Immer öffentlich zugänglich sein sollte und viele
Eder und Volkswirt Felix Holzmeister unter mehr an Forschung erfolgt durch Zusam- Fördergeber das inzwischen ausdrücklich
anderem über die Bedeutung offen zugäng- menarbeit, man muss die Daten, die man er- vorgeben. Es braucht also auch von der Seite
licher Daten aus der Wissenschaft. hebt, auch allein deshalb teilen und braucht Plattformen dafür.
wissenswert: Datenbanken wie AUSSDA ma- Plattformen dazu. Ein weiteres Problem ist Franz Eder hat die Reproduktionskrise ange-
chen Forschungsdaten öffentlich zugänglich, das der Replikationskrisen: Es hat sich he- sprochen, wie wirkt sich das konkret aus?
inzwischen gibt es immer mehr derartiger rausgestellt, dass sich eine ganze Reihe von Felix Holzmeister: Die Reproduzierbarkeit
11

von wissenschaftlichen Ergebnissen ist für Abrüstung seit den 1960er-Jahren vor. Die- mit übrigens eine Lücke bei AUSSDA. Unse-
die Verlässlichkeit und Vertrauenswürdig- se Dokumente liegen teilweise in Archiven, re Expertise sind Experimentaldaten und
keit von Forschung zentral. In meiner For- teilweise schlecht digitalisiert auf irgend- Textdaten, damit hat sich im AUSSDA-Netz-
schungsgruppe beschäftigen wir uns unter welchen Websites, aber bisher nirgends ge- werk noch niemand auseinandergesetzt.
anderem mit der Reproduzierbarkeit von Er- bündelt. Der fertige Textkorpus erlaubt dann Zuletzt wurde im medizinischen Bereich der
gebnissen aus verhaltensökonomischen Ex- weitere Analysen und steht als Datensatz vermeintliche Widerspruch zwischen offenen
perimenten. Dabei werden Experimente von völlig frei zur Verfügung, das ist ein weiterer Daten und Datenschutz breiter diskutiert, vor
null weg neu aufgerollt und in der gleichen zentraler Punkt – andere Forscher*innen allem in Zusammenhang mit Pandemiedaten.
Form noch einmal durchgeführt. Was sich können damit weiterarbeiten und Fragen er- Ist das in den Sozialwissenschaften Thema?
zeigt, ist, dass viele wissenschaftliche Er- forschen, an die wir noch gar nicht denken. Franz Eder: Datenschutz ist absolut ein
gebnisse nicht oder nur bedingt replizierbar Felix Holzmeister: Mittelfristig wollen wir Thema. Es gibt die klassischen drei Ausnah-
sind, und uns interessiert dann natürlich, AUSSDA auch um verhaltensökonomische men, unter denen Daten nicht veröffentlicht
warum das so ist. Die Gründe sind vielfäl- Experiment-Daten, die über einen län- werden dürfen: Geschäftsinteressen, Inte-
tig: Das reicht von grundlegenden statisti- geren Zeitraum erhoben werden, erweitern. ressen nationaler Sicherheit etwa im Be-
schen Eigenschaften und unklaren, syste- Längsschnittsstudien zu ökonomischem reich der Sicherheitsforschung, und natür-
matisch verzerrten Methoden über einfache Verhalten sind sehr aufwändig und über- lich private Daten von Befragten. Da kommt
menschliche Fehler – jemand vertauscht steigen schnell die Kapazitäten für ein ein- aber auch ein großer Vorteil von AUSSDA ins
in der Analyse eine Variable, es steckt aber zelnes Forschungspapier. Derartige Studien Spiel, den vergleichbare Plattformen nicht
keine Absicht dahinter – bis hin zu Extrem- können aber auf größerer Ebene funktionie- bieten: AUSSDA überprüft die Einhaltung
fällen, wo „Forscher“ selbst massenhaft ren und wichtige Erkenntnisse liefern. Die unter anderem dieser Richtlinien, aber auch
Daten am Computer fabriziert, ausgewertet Datensätze können auf AUSSDA kontinuier- zum Beispiel die Einhaltung von Copyright-
und publiziert haben. Wenn Daten und Aus- lich erweitert werden. Regeln.
wertungsskripts offen zugänglich und ver- Franz Eder: Die Uni Innsbruck schließt da- stefan.hohenwarter@uibk.ac.at ◼
fügbar sind, ist es natürlich leichter, derar-
tige Ursachen von nicht replizierbaren oder
nicht reliablen Ergebnissen aufzudecken
und nachzuvollziehen. Deshalb ist die Open-
Offenheit ist auch in der
Science-Bewegung ein zentraler Bestand-
Wissenschaft auf dem Vormarsch.
teil, um die Glaubwürdigkeit von und das
Foto: iStock/anyaberkut
Vertrauen in wissenschaftliche Forschung
zu stärken.
Das Bild der Wissenschaft in der Öffentlichkeit
war auch lange vom Klischee des genialen
Einzelkämpfers geprägt, der alle paar Jahre
mit einer Entdeckung aus seinem Kämmer-
chen kommt.
Franz Eder: Das stimmt, und auch das hat
sich in den vergangenen zehn, fünfzehn Jah-
ren enorm geändert. Meine ersten Publikati-
onen vor fünfzehn Jahren haben noch so aus-
gesehen, dass ich, salopp gesagt, ein paar Bü-
cher gelesen und Primärquellen angesehen,
mir Gedanken dazu gemacht und am Ende
selbst ein Buch oder einen Aufsatz zum The-
ma geschrieben habe. Mittlerweile bearbei-
ten wir große Textdatensätze mit dem Com-
puter, und das gemeinsam in Teams, weil
jede*r eigene Fähigkeiten mit- und einbringt.

Das „Austrian Social Science


Der Trend geht eindeutig mehr in Richtung
Open Science und Zusammenarbeit.
Welche Daten auf AUSSDA kommen von der Data Archive“ (AUSSDA)
Uni Innsbruck?
Franz Eder: Momentan stehen wir mit un- AUSSDA ist eine Dateninfrastruktur für
serer Beteiligung noch am Anfang. AUSSDA die sozialwissenschaftliche Community in
ist auch lange nicht der einzige Kanal für Österreich und bietet eine Vielzahl an for-
die Datenablage, wir werden es aber in Zu- schungsunterstützenden Services an, ins-
kunft viel mehr bespielen. Eine Kollegin ar- besondere Datenarchivierung und Hilfe bei
beitet gerade an einem Projekt mit, wo sie Datennachnutzung. AUSSDA macht sozi-
sich ansieht, inwiefern sich die europäische alwissenschaftliche Daten zugänglich und Foto: Andreas Friedle Foto: Tobias Haller
Rechtsprechung auf nationale Rechtspre- für Wissenschaft und Gesellschaft nutz-
chungen auswirkt. Sie sammelt dabei große bar und ist mit vergleichbaren Einrich- im Leitungsgremium von AUSSDA vertre-
Datensätze von Verfassungsgerichtshöfen tungen in Europa vernetzt. In Wien, Linz, ten. Im Herbst ist eine öffentliche Veran-
der EU-Mitgliedsländer und gleicht diese Graz und Innsbruck gibt es persönliche staltung geplant, um AUSSDA vor allem
Textquellen mittels quantitativer Textana- Ansprechpartner*innen, von Seiten der auch unter Wissenschaftler*innen be-
lyse mit der europäischen Rechtsprechung Universität Innsbruck sind Franz Eder (Bild kannter zu machen. Informationen unter:
ab. Ein weiteres Projekt, das aber noch in links) und Felix Holzmeister (Bild rechts) www.aussda.at
Planung ist, sieht die Digitalisierung der ge-
samten Vertragsgeschichte der nuklearen
12

Alle Informationen
zum Studienstart
Rund 28.000 Studierende besuchen derzeit renden, jene der Absolvent*innen und der
Studienanfänger*innen konnten gesteigert
Lehrveranstaltungen aus dem breiten werden. „Auch wenn die Lage schwierig war,
ist es uns relativ gut gelungen, durch diese
Angebot der 16 Fakultäten der Universität Pandemie zu kommen. Seit Mitte April gibt

Innsbruck. Im Wintersemester 2021/2022 stehen


es für Lehrende und Studierende wieder die
Möglichkeit, zusätzliche Lehrveranstal-

Studieninteressierten in Innsbruck wieder alle tungen hybrid – also sowohl vor Ort als auch
online – abzuhalten und zu besuchen. Ein

Möglichkeiten offen. umfassendes Sicherheitskonzept sowie auch


die Möglichkeit für kostenlose Corona-Tests
an den Uni-Standorten haben das möglich

I
m Corona-Jahr 2020 konnte die Univer- zeit studieren über 28.000 Menschen eines gemacht. Derzeit bereiten wir uns auf das
sität Innsbruck entgegen allen Trends der über 180 angebotenen Fächer. Auch Wintersemester ab Oktober vor, in dem wir
ihre Studierendenzahlen steigern – der- die Zahlen der prüfungsaktiven Studie- je nach Entwicklung der Lage wieder ver-
13

stärkt auf Präsenzlehre setzen wollen“, er- sowie für das Diplomstudium Internationale das neue Erweiterungsstudium Entrepre-
klärt Rektor Tilmann Märk. Wirtschaftswissenschaften weiterhin aus- neurship an der Fakultät für Betriebswirt-
gesetzt. Für das Bachelor- und Masterstudi- schaft. Dieses liefert Absolvent*innen nicht
Über 180 Möglichkeiten um Psychologie können sich Studieninteres- nur Wissen für das Gründen eines eigenen
sierte noch bis zum 15. Juli 2021 registrieren Start-ups, es ermöglicht ihnen auch, die di-
Ob online oder in Präsenz, auch im kom- und im Anschluss ein schriftliches Aufnah- gitale Transformation etablierter Unterneh-
menden Studienjahr gilt an der Uni Inns- meverfahren durchlaufen. Für das Lehr- men oder die Entwicklung und Einführung
bruck: Wer studieren will, soll auch einen amtsstudium (in allen Unterrichtsfächern) von innovativen Produktneuentwicklungen
Platz bekommen; bis auf die gesetzlich vor- mussten sich Studieninteressierte aufgrund in Unternehmen zu begleiten.
geschriebenen Ausnahmen gibt es keine Zu- der gesetzlichen Bestimmungen ebenfalls
gangsbeschränkungen. „Wir sahen uns be- vorzeitig registrieren und einen schrift- Software für die Zukunft
reits im Studienjahr 2019/2020 im Zuge der liche Aufnahmetest absolvieren – ab 1. Juli
Einführung der Studienplatzfinanzierung ist die Anmeldung zu einem Nebentermin Aufbauend auf die bereits bisher sehr er-
vor die Frage gestellt: Wie bekommen wir die noch möglich. Für alle anderen Studien gilt folgreichen Angebote im Bereich der Infor-
‚richtigen‘ Studierenden in die für sie ‚rich- für künftige Studierende lediglich die ver- matik startet an der Fakultät für Mathe-
tigen‘ Studien und wie begeistern wir sie pflichtende Online-Bewerbung, die grund- matik, Informatik und Physik ab Herbst das
und sie sich für ihr Studium? Unser Ansatz sätzlich während des ganzen Jahres möglich neue Masterstudium „Software Enginee-
war: Wir wollen allen Menschen eine Chan- ist. Dabei werden neben den persönlichen ring“ für Absolvent*innen fachverwandter
ce bieten. Deshalb stellen wir ihnen keine Daten auch alle benötigten Dokumente (Rei- Bachelorstudien. Software Engineering ist
unnötigen Hürden in den Weg“, betont der feprüfungszeugnis oder Bachelorabschluss- die Disziplin, die sich dem Aufbau zuver-
Vizerektor für Lehre und Studierende, Bern- dokumente, Reisedokument, gegebenenfalls lässiger Software-Systeme im industriel-
hard Fügenschuh. Dieser Weg soll nun auch auch ein Deutschnachweis) und ein Passfoto len Maßstab widmet. Studierende können
im kommenden Studienjahr 2021/2022 fort- über LFU:online (https://lfuonline.uibk.ac.at/) in diesem Studium ihre Kenntnisse und Fä-
geführt werden und so bleiben die Aufnah- hochgeladen. Die eigentliche Zulassung, bei higkeiten in der Analyse, Implementierung
meverfahren vor Zulassung für die Bache- der man dann die Student Card, Studieren- und dem Betrieb von Softwaresystemen und
lorstudien Architektur, Biologie, Informatik, dene-Mailadresse und Zugangsdaten erhält, -infrastrukturen der nächsten Generation
Pharmazie und Wirtschaftswissenschaften ist für das Wintersemester 2021/2022 bis erweitern.
einschließlich 5. September 2021 möglich.
Marketing, Management, Innovation
Sportwissenschaftliche Studien
Die Fakultät für Betriebswirtschaft führt
Studieninteressierte, die ein sportwis- im Herbst gleich zwei neue Masterstudien
senschaftliches Studium wie das Bache- ein. Das neue englischsprachige Master-
lorstudium  Sportwissenschaft,  das Ba- studium „Marketing and Branding“ bietet
chelorstudium Sportmanagement oder das eine wissenschaftlich fundierte Ausbildung
Lehramtsstudium Bewegung und Sport in im Bereich Marketing, Markenführung und
Erwägung ziehen, müssen wie bisher am In- Data Analytics, das zum Ziel hat, zusätz-
stitut für Sportwissenschaften eine Ergän- lich Kompetenzen im Bereich Digitalisie-
zungsprüfung über ihre motorisch-körper- rung, Nachhaltigkeit und Zukunftsorientie-
liche Eignung absolvieren. Die Anmeldung rung zu entwickeln. Im zweiten, ebenfalls
zu dieser Ergänzungsprüfung ist vom 1. bis englischsprachigen neuen Masterstudium
zum 31. Juli möglich. Weitere Informationen „Strategic Management and Innovation“
dazu finden Sie hier: www.uibk.ac.at/isw werden Studierende auf die Herausforde-
rungen erfolgreicher Unternehmensführung
Wachsendes Angebot in Zeiten des kontinuierlichen Wandels vor-
bereitet. Mit den Schwerpunkten Strategie,
Insgesamt über 180 Aus- und Weiterbil- Innovation und Entrepreneurship vermittelt
dungsangebote stehen Studieninteressier- das Programm Wissen und Fähigkeiten zur
ten an der Uni Innsbruck zur Verfügung. Entwicklung neuer Geschäftsmodelle, zur
Dieses Angebot wird laufend erweitert, um erfolgreichen Gründung von Unternehmen
auch auf aktuelle Anforderungen der Gesell- und zum Management der digitalen Trans-
schaft zu reagieren. Im Herbst 2021 starten formation.
mit Software Engineering, Marketing und
Branding sowie Strategisches Management Ethik unterrichten
und Innovation gleich drei neue Masterstu-
dien. Zudem erhält das Masterstudium Erd- Schüler*innen in der AHS-Oberstufe und
wissenschaften ein neues Curriculum, das in BMHS, die keinen Religionsunterricht
zu großen Teilen individualisierbar ist. Das besuchen, bekommen ab dem kommen-
breite Fächerangebot im Lehramtsstudium, den Schuljahr Ethikunterricht. Nicht zuletzt
das gemeinsam mit dem Verbund LehrerIn- aufgrund dieser Änderung in den Lehrplä-
nenbildung – WEST angebotenen wird, wird nen können Lehramtsstudierende im kom-
um das Unterrichtsfach Ethik erweitert. Seit menden Wintersemester
Im Wintersemester 2021/2022
kurzem bietet die Universität Innsbruck neu das Unterrichtsfach
stehen Studieninteressierten
auch zweisemestrige Erweiterungsstudien Ethik belegen.
in Innsbruck wieder alle
an, die Absolvent*innen von und Studieren- Alle Infos finden Sie un-
Möglichkeiten offen.
den in Masterstudiengängen offenstehen. ter www.uibk.ac.at/studium.
Foto: Birgit Pichler/Uni Innsbruck
Das Angebot wird stetig ausgebaut, nach der susanne.e.roeck
Erweiterung Informatik beginnt im Herbst @uibk.ac.at ◼
14

Wie wird man Top-Profiradfahrer? Diese Frage ist


Teil eines einzigartigen Projektes im
Rennrad-Nachwuchsbereich, bei dem
junge Rennradfahrer des Tirol KTM Cycling Teams
von Wissenschaftlern begleitet werden.
Fotos: Tirol KTM Cycling Team

Auf dem Weg


an die Spitze
Kommenden Samstag startet bereits zum 108. Mal das bekannteste Radrennen
der Welt – die Tour de France. Einmal daran teilzunehmen, davon träumen auch
die jungen Nachwuchs-Rennradfahrer des Tirol KTM Cycling Teams. Um sie ihrem
Traum ein Stück näher zu bringen, werden sie seit einigen Monaten von einem
Team an Wissenschaftlern begleitet, das vom Innsbrucker Sportwissenschaftler
Justin Lawley geleitet wird.

W
as unterscheidet einen jungen Thomas Pupp wissenschaftlich begleitet. tungsdiagnostiker des jungen Tirol KTM Cy-
Rennradfahrer von einem Top- Dafür hat sich Lawley zahlreiche Exper- cling Teams, Peter Leo. Letzterer hat erst im
Profiradfahrer wie jenen, die am ten in sein Team geholt: den japanischen Frühjahr dieses Jahres einen Artikel im In-
kommenden Samstag bei der Tour de France Kardiologen Kyohei Matume, Teamarzt Dr. ternational Journal of Sports Physiology and
an den Start gehen? Diese Frage ist Teil eines Werner Tiefenthaler sowie die drei jungen Performance veröffentlicht, in dem er einen
einzigartigen Projektes im Rennrad-Nach- Sportwissenschaftler Matthias Hovorka von entscheidenden Erfolgsfaktor von Rennrad-
wuchsbereich, bei dem Justin Lawley, Pro- der Uni Wien, Dean Perkins, der bereits mit profis identifizieren konnte: die Toleranz
fessor am Institut für Sportwissenschaft, in dem britischen Tour-de-France- und Tour- gegenüber Ermüdung. „Sowohl die Profis
den kommenden drei Jahren Rennradfahrer of-the-Alps-Sieger Geraint Thomas gear- als auch die U23-Athleten sind extrem lei-
aus dem U23 Tirol KTM Cycling Team von beitet hat, und den PhD-Studenten und Leis- stungsstark. Der größte Unterschied ist also
15

nicht die reine Leistungsfähigkeit, sondern systeme und -abläufe, die die Aufnahme, det. Sobald dieses Plateau erreicht ist, dauert
die Toleranz gegenüber Ermüdungserschei- den Transport und die Verteilung von Sau- es nicht mehr lange bis zur totalen Erschöp-
nungen. Profis sind in der Lage, ihre Lei- erstoff im Körper beeinflussen. Denn nicht fung und der Test wird beendet. „Unsere
stung im Rennen auch nach sehr langer Zeit alles vom eingeatmeten Sauerstoff landet Athleten, männlich und zwischen 18 und
noch zu steigern, beispielsweise dann, wenn letztendlich in den Mitochondrien, die für 22 Jahre alt, erreichen im Schnitt einen
es um den Sieg geht“, erklärt Peter Leo. Das die Energiebereitstellung in der Muskulatur VO2max-Wert von etwa 5,3 l/min oder 75,7
Ziel der jungen Athleten ist es also, diese maßgeblich verantwortlich sind“, erklärt ml/kg/min. Zur Orientierung: Bei gleich-
letzten Prozent ebenfalls abrufen zu kön- Sportwissenschaftler Lawley. Den Weg des altrigen, durchschnittlich trainierten liegt
nen, wenn es darauf ankommt. Dabei soll sie Sauerstoffs von der Einatmung über das Blut der Wert etwa bei 50-60 ml/kg/min. Studi-
das Projekt um das Team von Justin Lawley bis hin zur Muskulatur beschreibt die Sau- en zeigen, dass die maximale Sauerstoffauf-
unterstützen. erstoffkinetik: Nach dem Einatmen werden nahme mit der Lebenserwartung korreliert.
die Sauerstoffmoleküle in der Lunge an das Der Wert ist also nicht nur für Leistungs-
Leistung Blut, genauer genommen an das Hämoglo- sportler interessant, sondern insgesamt ein
bin, gebunden, bevor sie durch das Pum- Prädikator für die Lebenserwartung“, sagt
Als Indikator für die körperliche Verfas- pen des Herzens über das Arteriensystem Justin Lawley. Neben der Sauerstoffversor-
sung von Leistungssportlern dient das so- zu den Muskeln gelangen. Doch gerade bei gung im Blut untersuchen die Wissenschaft-
genannte „power profile“. Dieses Leistungs- Top-Athleten kann es bei diesem Prozess ler auch das Herz der Nachwuchs-Radsport-
profil zeigt, wie lange ein Sportler eine in Phasen höchster Belastung zu Problemen ler. Über einen Herzultraschall können sie
gewisse Leistung über eine bestimmte Zeit- kommen, weiß Lawley: „Viele Leistungs- feststellen, ob sich der Muskel über die ver-
dauer, im Falle der Radsportler gemessen in sportler haben ein größeres Herz als nor- schiedenen Phasen beispielsweise in Größe
Watt, erbringen kann. „Da wir die Athleten mal trainierte oder untrainierte Menschen. oder Funktion verändert.
in unserem Projekt über mehrere Monate Bei sehr hohen Belastungen kann es des-
hinweg begleiten, interessiert uns vor allem, halb dazu kommen, dass die Diffusionszeit Auch andere Faktoren entscheidend
wie sich das Leistungsprofil im Laufe einer in der Lunge von Sauerstoffmolekülen an
Saison verändert und ob und wie sich der die Hämoglobinmoleküle absinkt und somit Am Ende jeder der drei Testreihen set-
Körper an die verschiedenen Trainingspha- die Sauerstoffversorgung in die Muskulatur zen die Wissenschaftler die Werte in Bezie-
sen anpasst“, erklärt Justin Lawley. Das Jahr leicht einbricht. Das Herz pumpt dann näm- hung zum Leistungsprofil der Athleten, um
der jungen Radsportler setzt sich, wie auch lich so schnell, dass für die Sauerstoffmole- zu sehen, ob eine Veränderung auch Aus-
bei den Profis, aus drei Phasen zusammen: küle in der Lunge keine Zeit mehr bleibt, ins wirkungen auf die Leistungsfähigkeit der
Nach intensivem Training über die Winter- Blut überzugehen.“ Wie viel Sauerstoff der jungen Sportler hat. „Auch wenn das sehr
monate folgen ab März die Rennen, bevor die Körper bei höchster Belastung maximal pro schwer vorherzusagen ist, wollen wir die
Athleten in der Nebensaison im Hochsom- Minute verwerten kann, das untersuchen Parameter herausfinden, die zu einer ver-
mer für eine gewisse Zeit weniger intensiv die Wissenschaftler mit der sogenannten besserten Leistungsfähigkeit führen. Uns
trainieren. Insgesamt dreimal werden die VO2max-Messung. Dabei sitzen die Nach- ist dabei sehr wohl bewusst, dass wir in un-
Sportler während des gesamten Jahres den wuchssportler auf einem Ergometer und serem Projekt lediglich körperliche Merk-
Leistungstests unterzogen. Der Fokus liegt tragen eine Maske, die misst, wie viel Liter male untersuchen und sich auch weitere
dabei neben der Leistungsentwicklung auch Sauerstoff in einer Minute aus der Umge- Faktoren, wie beispielsweise die Renntaktik,
auf der Herzgesundheit, die eine entschei- bungsluft aufgenommen werden kann und Stress oder andere psychische Faktoren auf
dende Rolle beim Sauerstofftransport in die für die Energiebereitstellung in der Mus- die Leistungsfähigkeit auswirken können“,
Muskeln spielt. kulatur genutzt wird. Dabei wird die Bela- sagt Lawley. Projektstart war coronabedingt
stungsintensität ständig erhöht, der Körper mit einigen Monaten Verzögerung im März
Herzgesundheit braucht mehr und mehr Sauerstoff – bis zu dieses Jahres, das Projekt läuft insgesamt
einem Punkt, an dem die Sauerstoffaufnah- drei Jahre.
„Im Körper gibt es verschiedene Organ- me nicht weiter ansteigt und ein Plateau bil- lisa.marchl@uibk.ac.at ◼

Insgesamt dreimal werden die jungen Rennradfahrer


im Laufe des Jahres Leistungstests unterzogen. Der
Fokus liegt dabei auf der Leistungsentwicklung und
der Herzgesundheit.
16

Um die Wirkung von Katzenminze


auf Katzen zu untersuchen, muss
zunächst die Frage geklärt werden, ob
die Tiere mit der Zeit resistent gegen
den Effekt der Pflanze werden. Dabei
können Katzenbesitzer*innen
nun im Rahmen eines
Citizen-Science-Projekts mitwirken.
Foto: iStock/Ewa Saks

Katzen machen
Wissenschaft
Rund 16 Prozent der österreichischen Haushalte besitzen eine Katze. Damit zählen
die Vierbeiner zu den beliebtesten Haustieren Österreichs. Der Masterstudent Elias
Hekh und der Professor für Zoologie, Thorsten Schwerte, machen Katzen nun auch
zum Mittelpunkt eines Forschungsprojektes – wer eine Katze als Haustier hat, ist
eingeladen, daran teilzunehmen.

S
ogenannter Cat Content, übersetzt so gelrechten Rauschzustand verfallen und talacton, der das lustig anzusehende Ver-
viel wie Inhalte über Katzen, ist schon diesen offensichtlich genießen. Obwohl man halten bei den Katzen auslöst. Dieser Effekt
seit langem ein beliebtes Internetphä- bei der Suche nach Erklärungen für dieses ist bereits seit Jahrzehnten bekannt. For-
nomen. Gerade auf diversen Social-Media- seltsame Verhalten häufig liest, dass durch schende weltweit versuchen nun, auch die
Plattformen findet man unzählige Bilder die Katzenminze Sexualhormone imitiert dahinter liegenden Mechanismen zu ent-
und Videos der Vierbeiner. Wer sich beim werden und die Katzen dadurch ein Balz- schlüsseln – so auch wir“, erklärt Thorsten
Ansehen dieses Cat Contents schon ein- verhalten zeigen, konnte diese These bis- Schwerte. Er und sein Masterstudent Eli-
mal in einem Rabbit Hole beispielsweise auf lang nicht bestätigt werden. Aktuell gehen as Hekh haben folgende Vermutung, die sie
YouTube verloren hat, also ein Katzenvideo Forschende davon aus, dass der Effekt der nun mit ihrem Forschungsprojekt bestätigen
nach dem anderen angesehen hat, der ist Katzenminze als Belohnung für den Selbst- wollen: Beim Kontakt mit der Katzenminze
früher oder später vermutlich auch auf die schutz der Katzen gegen Insekten wie bei- laufen verschiedene Reaktionen im Gehirn
Katzenminze und das lustige Verhalten, das spielsweise Moskitos wirkt. Denn es hat sich der Katze ab, die aber nicht direkt von dem
die Pflanze bei den Tieren auslöst, gestoßen. bereits bestätigt, dass Katzenminze wie ein pflanzlichen Stoff der Katzenminze aus-
Dabei ist häufig zu sehen, dass Katzen durch Insektenabwehrmittel funktioniert. „Es ist gelöst werden, sondern indirekt über den
den Kontakt mit Katzenminze in einen re- der pflanzliche Duftstoff Terpenoid Nepe- Riech­eindruck. Dieser stimuliert die Opioid­
17

rezeptoren im Gehirn der Katze. Diese Re-


zeptoren kommen auch im menschlichen
Gehirn vor und werden dort beispielsweise
beim Konsum von bestimmten Drogen ak-
tiviert. Und auch die Wirkungsweise ist ver-
gleichbar: „Sind Opioidrezeptoren tatsäch-
lich an dem Effekt beteiligt, dann sollten
Katzen bei gleichbleibender Dosis irgend-
wann das Interesse an der Katzenminze ver-
lieren. Durch das Sinken der Empfindlich-
keit gegenüber der Ausgangssubstanz würde
also auch das seltsame Verhalten der Katzen
weniger werden“, erklärt Thorsten Schwerte
die Vermutung der Wissenschaftler. Eigent-
lich müssten Katzen sich also ständig mit
der Katzenminze umgeben, damit sie vor
Moskitos geschützt sind. Verlieren sie auf-
grund des ausbleibenden Rauschzustandes
das Interesse, sich in der Nähe der Katzen-
minze aufzuhalten, würden sie damit auch
den Schutz vor Insekten verlieren, so die
Die Abbildung zeigt den Ablauf des Versuchs mit der Katze, der an drei
Theorie.
aufeinanderfolgenden Tagen durchgeführt wird. Foto: Elias Hekh

Forschung zum Mitmachen


Wie eingangs bereits erwähnt, besitzt rin und jeder Katzenbesitzer mitmachen vier bestimmten Zeitpunkten gefilmt wer-
beinahe jeder fünfte Haushalt in Österreich kann. Wir erhoffen uns also großes Inte- den“, erklärt Elias Hekh den Testablauf.
eine Katze als Haustier. Da liegt es nahe, die resse und viele Teilnehmer*innen“, sagt „Uns interessiert vor allem, wie die Katze
breitere Bevölkerung in das Forschungspro- Schwerte. Grundvoraussetzung für die Teil- in den drei Testtagen auf die Katzenminze
jekt mit einzubeziehen. Thorsten Schwerte nahme an diesem Citizen-Science-Projekt reagiert und ob sich eine Verhaltensverän-
hatte deshalb die Idee, die Masterarbeit von ist selbstverständlich eine Katze als Haus- derung zeigt. Um die Auswertung der Daten
Elias Hekh als sogenanntes Citizen-Science- tier – dazu ein Smartphone oder ein an- für uns möglichst einfach zu machen, ist
Projekt zu gestalten. „Bei Citizen Science deres Gerät, das Videos aufzeichnen kann, es wichtig, nach Möglichkeit nur die Katze
geht es darum, Forschungsprojekte unter eine Stoppuhr, eine Internetverbindung und ihre Reaktionen auf die Katzenminze,
Mithilfe einer interessierten Öffentlichkeit und rund 20 Minuten Zeit an drei aufein- weniger aber die Umgebung zu filmen“, so
durchzuführen. Sie formulieren beispiels- anderfolgenden Tagen. Dazu erhalten die der Masterstudent weiter. Am Ende der drei
weise Forschungsfragen, recherchieren zu Teilnehmer*innen ein Test-Kit direkt vom Testtage haben die Teilnehmer*innen in
bestimmten Themen, oder – wie in unserem Institut für Zoologie, das die Katzenminze Summe schließlich 15 Minuten Videomate-
konkreten Fall – führen Beob­achtungen enthält. Und dann kann es auch schon los- rial gefilmt. Ein wichtiger Hinweis ist auch,
durch und liefern Daten, die wir anschlie- gehen: „Bei der Durchführung präsentieren dass, selbst wenn die Katze vor Ablauf einer
ßend wissenschaftlich auswerten können“, die Teilnehmer*innen ihren Katzen an drei Testreihe das Interesse an der Katzenminze
erklärt Schwerte. Der erste Schritt, um die Tagen hintereinander Katzenminze, die sie verliert oder gar nicht erst Interesse gezeigt
Wirkung von Katzenminze auf Katzen zu zuvor in ein Baumwollsäckchen verpackt hat, das ein wichtiges Ergebnis für das Pro-
untersuchen, ist die Klärung der Frage, ob haben und schreiben auf, welches Verhalten jekt ist.
Katzen mit der Zeit resistent gegen den Ef- sie bei der Katze beobachten. Dabei sollte
fekt der Pflanze werden. „Um das Rätsel zu auch die Dauer des durch die Katzenminze Kooperation mit dem Alpenzoo
lösen, haben wir uns eine Test­reihe über- ausgelösten Rausches gemessen werden und
legt, in der praktisch jede Katzenbesitze- die Katze während des gesamten Ablaufs zu Neben dem Effekt der Katzenminze auf
die Hauskatze untersucht Elias Hekh in
seiner Masterarbeit auch die Wirkung auf

Teilnahme am Citizen-Science-Projekt „Katzen


weitere Tiere in der gleichen ökologischen
Nische, die rein evolutionär ähnliche Ver-
machen Wissenschaft“ haltensweisen auf die Katzenminze zeigen
müssten. Um diese Annahme zu bestätigen,
Katzenbesitzer*innen ab 16 Jahren benötigten Test-Kits greift Hekh auf die Kooperation des Insti-
können ab sofort bei einem Citizen-Sci- mit der Katzenmin- tuts für Zoologie mit dem Alpenzoo zurück,
ence-Projekt der Universität Innsbruck ze erhalten Sie di- denn dort leben zwei mit der Hauskatze
teilnehmen und einen Beitrag leisten, um rekt am Institut für verwandte Katzenarten sowie der Baum-
die berauschende Wirkung der Katzen- Zoologie. Nähere In- marder. „Für die gute Zusammenarbeit mit
minze besser zu verstehen. Um am Projekt formationen finden dem Alpenzoo sind wir sehr dankbar. Neben
teilzunehmen, brauchen Sie eine Katze, Sie auf der Website der Masterarbeit von Elias haben wir dort
ein Mobiltelefon mit Videokamera oder ein zum Projekt: short. die Gelegenheit, aktuell einige weitere Ab-
anderes Gerät zur Videoaufzeichnung, ei- uibk.ac.at/katzen-machen-wissenschaft. Bei schlussarbeiten durchzuführen. Für unsere
ne Stoppuhr, einen Internetzugang für den Interesse oder Fragen können Sie außer- Studierenden ist diese Kooperation und die
Video-Upload und an drei aufeinanderfol- dem eine E-Mail an folgende Adresse sen- Möglichkeit zur Arbeit mit verschiedenen
genden Tagen zirka 20 Minuten Zeit. Die den: enter-bionics-informatik@uibk.ac.at Tierarten natürlich ein großer Mehrwert“,
betont Thorsten Schwerte.
lisa.marchl@uibk.ac.at ◼
18

Studierende
forschen mit
Ob als Teil einer internationalen Filmjury, als beratende Marketingexpert*innen,
Atmosphärenwissenschaftler*innen oder als Datenanalytiker – Studierende an der
Uni Innsbruck lernen schon während des Studiums, ihr erlerntes Wissen in der
Praxis umzusetzen.

P
raktische Erfahrungen sammeln Stu-
dierende an der Universität Inns-
bruck in allen Phasen ihres Studiums
und unter unterschiedlichen Rahmenbe-
dingungen: in Lehrveranstaltungen, als
Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter in For-
schungsprojekten oder im Rahmen ihrer
Abschlussarbeiten. Vier Beispiele zeigen,
wie Praxisprojekte Teil des Studiums wer-
den können.

Auf den Spuren des Föhns


Sehr beliebt ist er nicht, aber gerade
Innsbruck und Umgebung sind ohne ihn
doch undenkbar: den Föhn. Er könnte als
bekannter Unbekannter bezeichnet werden,
vieles rund um den warmen Wind ist wis-
senschaftlich immer noch nicht geklärt. Die
Erforschung des Föhns hat in Innsbruck ei-
ne mehr als 110-jährige Geschichte, am In-
stitut für Atmosphären- und Kryosphären-
wissenschaften wird er intensiv beobachtet
und untersucht. Studierende des Master-
studiengangs „Atmosphärenwissenschaf-
ten“ nehmen einen Aspekt im Moment in
einem Feldexperiment unter der Leitung
von Univ.-Prof. Ivana Stiperski genau unter
die Lupe. An insgesamt sieben Stationen am
Butterer Bichl in Hötting, auf dem Dach und
innerhalb des Hauptgebäudes der Uni Inns-
bruck sowie am Bergisel messen spezielle
Geräte Schwankungen des Luftdrucks. Die-
se Luftdruck-Schwankungen an Föhntagen
stehen seit etwa 50 Jahren unter Verdacht,
ein Auslöser für Kopfschmerzen zu sein.
„Kurz vor einem Föhn-Event befinden sich
zwei verschiedene Luftschichten im Inntal:
Unten die kalte Luft, die sich über Nacht im
Tal gesammelt hat, und oben die wärmere
Luft. Diese weht als Föhn-Wind über die
untere Luftschicht. An der Grenze zwischen
Die Messstation am den beiden Schichten gibt es einen starken
Butterer Bichl in Hötting. Gradienten in der Windgeschwindigkeit und
Foto: Marie Schroeder dadurch entsteht Reibung, die zu Instabili-
täten und Schwankungen des Luftdrucks
führen könnte“, erklärt Antonia Fritz die
19

Hypothese hinter dem Projekt. Gemeinsam


mit ihren Mitstudierenden Marie Schroe-
der und Francesc Roura Adserias versucht
sie nun herauszufinden, wann und in wel-
chem Ausmaß diese Druckschwankungen
in Zusammenhang mit Föhn auftreten. Zu-
sätzlich arbeiten die drei Student*innen
an einem Vergleich zwischen Druck-Mes-
sungen außerhalb und innerhalb des Uni-
versitätsgebäudes. „Nur wenn die Druck-
schwankungen auch in einem Gebäude
messbar wären, könnten sie überhaupt als
Hypothese für die Entstehung von Föhn-
Kopfschmerzen herangezogen werden“,
sagt Marie Schroeder. Das Projekt ist keine
medizinische Studie, im Zentrum steht ein
besseres Verständnis der physikalischen
Eigenschaften des Föhns. Aktuell läuft die
Messkampagne noch, die Ergebnisse wer-
den in den nächsten Monaten erwartet. Eine Grafik aus Jonas Drehers Arbeit: Die Mobilität (rote Kurve) nimmt während der
Die Master-Studentinnen Antonia Fritz und Lockdowns (farblich markiert) ab, teilweise mit steigenden Inzidenzen (blaue Kurve)
Marie Schroeder waren zu Gast bei Sebas- schon davor. Foto: Jonas Dreher
tian Possert im Wissenschaftspodcast von
Life Radio Tirol. Dort erzählen sie mehr über
das Projekt und über ihr Masterstudium der nicht die heimischen Student*innen und zu küren“, erzählt Katharina Steinlechner,
Atmosphärenwissenschaften: http://bit.ly/ auch nicht die Student*innen italienischer die Teil der Innsbrucker Jury war. „Ich ha-
liferadio-wisspod. Universitäten prämieren sollten, entschie- be mich dazu entschlossen, bei dem Projekt
den sich die Veranstalter*innen, die Jury teilzunehmen, da mich Filme sehr interes-
Sprachpraxis der besonderen Art diesmal mit jeweils sechs Studierenden der sieren. Die Analyse von Filmen ermöglicht
Universitäten Banja Luka (Bosnien-Herze- es, viel Neues lernen und entdecken zu kön-
Teil einer internationalen Filmjury wur- gowina), Budapest (Ungarn) und der Uni- nen. Zudem schreibe ich auch meine Ma-
den sechs Italienisch-Studierende der Uni- versität Innsbruck zu besetzen. Für Sabine sterarbeit über Filme im Fremdsprachenun-
versität Innsbruck. „Ich freue mich sehr, Schrader war es nicht schwer, sechs ihrer terricht und bin davon überzeugt, dass man
dass meine Studierenden diese Chance er- filmbegeisterten Studierenden für die Ju- auch durch die Arbeit mit Filmen die eige-
halten haben und ich denke, sie haben ry zu finden: Natasha Bianco, Delia Destro, nen Fremdsprachenkenntnisse verbessern
auf mehreren Ebenen davon profitiert“, Veronica Rungger, Katharina Steinlechner, kann“, so die 24-jährige Absamerin, die der-
sagt Sabine Schrader, Universitätsprofes- David Antelmi und Linda Stockhammer zeit das Lehramtsstudium in Englisch und
sorin am Institut für Romanistik. Vom 9. bildeten für eine Woche ein eingespieltes Italienisch an der Uni Innsbruck absolviert.
bis 15. März 2021 boten die französischen Team. Zunächst entwickelten sie unter der Auch Linda Stockhammer, ebenfalls Teil der
Festivalmacher*innen von  Univerciné Ita- Leitung von Natasha Bianco einen umfas- Innsbrucker Jury, zieht ein positives Resü-
lien erstmals ihr Programm online über die senden Bewertungskatalog und sahen dann mee zu diesem Studierendenprojekt der be-
Streamingplattform  Festival Scope  an. Ne- die Wettbewerbsfilme. Im Anschluss nah- sonderen Art.
ben den üblichen Preisen wie z. B. dem Pu- men sie live an den Plenumsdiskussionen
blikumspreis und dem High School Award mit den Regisseuren teil. „In langen Online- Digitales Know-how für alle Studien
lobten sie dabei auch erstmals den studen- sitzungen konnten wir – natürlich auf Itali-
tischen 2021.IT International E-Jury Award enisch  – hitzig unsere Meinungen und Be- „Dass Psychologie wenig mit Digitalem zu
aus. Da den besten Film in dieser Kategorie wertungen austauschen, um den Siegerfilm tun hat, ist ein Klischee und stimmt auch gar
nicht – die Arbeit mit Statistikprogrammen
ist ein großer Bestandteil des Studiums“,
sagt Jonas Dreher. Der Psychologie-Mas-
terstudent ist mit seinem Hauptstudium in
der Ergänzung „Digital Science“ kein Exot,
Anknüpfungspunkte gibt es viele: „Lusti-
gerweise war der erste Anstoß, mich noch
eingehender mit Digitalem zu beschäftigen,
eine Lehrveranstaltung in Psychologie. Dort
meinte ein Studienkollege, eigentlich sollte
heutzutage jeder und jede zumindest einmal
eine Programmiersprache kennengelernt
haben.“ Mit diesem Ansporn landete der an-
gehende Psychologie-Master erst in einem
Programmierkurs und danach in der neuen
Ergänzung „Digital Science“, die der For-
schungsschwerpunkt Digital Science Center
(DiSC) interdisziplinär und – eben als Er-
gänzung – zusätzlich zu regulären Studien
Teile der Innsbrucker Festivaljury mit Univ.-Prof. Sabine Schrader vom Institut für anbietet.
Romanistik (links oben).  Foto: Screenshot/Schrader  Fortsetzung auf Seite 20 →
20

Von links: Micha Kandidus Schraffl, Miriam Scheu,


Jasmin Schallhart, Sophie Schirle, Florian Schröter
und Pol Schertz konnten SCOTT mit ihren Marketing-Strategien überzeugen.
Foto: Schraffl, Scheu, Schallhart, Schirle, Schröter, Schertz

In drei Semestern lernen Student*innen Lockdowns Ende 2020 und 2021 allerdings Scott, die die besten Ansätze auszeichneten.
dort vielfältige Aspekte der Digitalisierung jeweils sofort wieder. Für ihn ist das gleich „Bereits bei der Präsentation des Projekts
kennen und erwerben zusätzliche Kom- eine erste größere Anwendung seiner in konnte unser Team interessante Einblicke
petenzen. Interdisziplinarität wird am der Ergänzung erworbenen Programmier- in die Strukturen und Prozesse der Kommu-
DiSC großgeschrieben: Im Wintersemester kenntnisse mit der Programmiersprache nikation bei SCOTT Sports gewinnen. Umso
hielten zum Beispiel drei Forscher*innen Python. spannender war es, sich gedanklich in die
aus unterschiedlichen Bereichen gemein- kommunikativen Strukturen einzuarbeiten,
sam eine Lehrveranstaltung zu Aspekten Marketingkonzept aus dem Hörsaal mit dem Projektziel, diese zu verbessern“,
der Digitalisierung und betrachteten, eben beschreibt Sophie Schirle, die gemeinsam
passend zu ihren eigenen Expertisen und Rund 150 Innsbrucker Masterstudie- mit Miriam Scheu, Jasmin Schallhart, Pol
gemeinsam mit den Student*innen, die di- rende hatten im Wintersemester 20/21 im Schertz, Micha Kandidus Schraffl und Flo-
gitale Transformation aus ethischer, öko- Kurs „Strategic Marketing & Branding“ die rian Schröter im Gewinner-Team war. Zu-
nomischer und rechtlicher Perspektive. Jo- Chance, einen „Big Player“ im Sportartikel- dem empfanden es die Studierenden als Be-
nas Dreher ist gerade dabei, die Ergänzung Markt zu beraten. Die Marke SCOTT stellte reicherung, sowohl ihre organisatorischen
abzuschließen – mit einem Projekt, in dem ihnen die Frage, wie sie ihre digitale Kom- Fähigkeiten im Projektmanagement, bis-
er sich die Mobilität der österreichischen munikation mit B2B-Partner*innen im her erlernte wissenschaftliche Methoden
Bevölkerung während der Corona-Kri- Radsport-Handel verbessern könnten. Mit im Rahmen der Datenerhebung wie auch
se ansieht und dazu ein Datenpaket pro- Unterstützung der Lehrveranstaltungslei- ihr strategisches Know-how bei der Erstel-
grammiert. „Ich sehe mir datenanalytisch terinnen Verena Hofmann, Verena Wieser, lung des Marketingkonzepts einbringen zu
an, ob die Lockdowns etwas gebracht ha- Nicola Stokburger-Sauer und Andrea He- können. „Trotz vieler interessanter und be-
ben. Vereinfacht gesagt vergleiche ich Mo- metsberger machten sich die Studierenden eindruckender Lösungen für das Problem
bilitätsdaten, die Google während der Pan- im Rahmen der Lehrveranstaltung ans Werk, konnte unsere Herangehensweise heraus-
demie anonymisiert zur Verfügung stellt, entsprechende Strategien zu entwickeln. Sie stechen, da wir uns intensiv in die Per-
mit den Fallzahlen in Österreich“, erklärt organisierten sich in 24 Kleingruppen, be- spektive der Händler hineinversetzten und
er. Die verknüpften Daten kann Dreher trieben Marktforschung und führten Inter- durch Segmentierung der Händler individu-
so auch visualisieren: In der Grafik sind views mit Radsport-Händler*innen durch. elle Kommunikationslösungen vorschlagen
Lockdowns sofort sichtbar, die Mobilität Nach der Auswertung der Daten präsen- konnten“, freuen sich die Studierenden des
erholte sich nach dem ersten Lockdown tierten die Studierenden diese an Marke- Gewinnerteams.
2020 nur sehr langsam, nach den weiteren ting- und Management-Vertreter*innen von susanne.e.roeck@uibk.ac.at ◼
21

Das Netzwerk wächst


Gemeinsam stark für die Universität Innsbruck. Neue Mitglieder des
Förderkreises 1669 investieren in die Talente der Zukunft.

D
as Netzwerk an Förderinnen und För- sammelt werden. Alle Spenden kommen da- Vorarlberg, Liechtenstein und Luxemburg
derern der Uni Innsbruck wächst. bei den Projekten 1:1 zugute. stärken mit ihrer Unterstützung somit In-
Zahlreiche Unternehmen und auch Der Förderkreis 1669 ermöglicht Gast- novationen und damit gleichzeitig die Wett-
Privatpersonen verstärken neu die Mitglie- professuren, finanziert die Entwicklung bewerbsfähigkeit unseres Wirtschafts- und
der des Förderkreises 1669. Dieser wurde von Prototypen, öffnet Studierenden Tü- Wissenschaftsstandortes.
2015 gegründet, um unkomplizierte An- ren für deren Projekte und macht Ad-hoc- Wenn Sie mehr über die Welt von For-
schubfinanzierungen für erfolgverspre- Forschungsprojekte (z. B. den Start der schung und Lehre und den Förderkreis
chende Projekte von jungen Talenten zu er- Abwasseranalysen während der Corona- wissen möchten, melden Sie sich für den
möglichen. Zwischen 2015 und 2020 konnten Krise) möglich. Förderinnen und Förderer Newsletter an (unter: https://www.uibk.ac.at/
so rund zwei Millionen Euro an Spenden ge- hauptsächlich aus Nord-, Ost- und Südtirol, foerderkreis1669/newsletter.html) ◼

An der Seite der Universität Innsbruck


„Privates Engagement wird zum treibenden Alumni und Privatpersonen, die neu seit
Motor der Wissenschaft, damit sich Wissen- 2020 dabei sind:
schaft auch unter nicht immer einfachen
Bedingungen gut weiterentwickeln kann Lorenz Egger, Manfried Gantner,
und entsprechende Mittel zur Verfügung Robert Gismann, Marcus Kottinger, Bertram
hat, um valide Antworten auf unvorher- Jäger, Karl Muschel, Manfred Psaier, Rosa
sehbare Entwicklungen zu suchen, um Er- Maria Reinalter-Treffer, Erika Schmeißner-
kenntnisse aus zunächst unbekannten ge- Schmid, Peter Schröcksnadel, Hiltrud Ta-
sellschaftlichen Ereignissen zu ziehen und schler, Karl Thomas, Albert Torggler, Jo-
um bahnbrechende Grundlagenforschung hannes Trapp, Ida Tratter, Hannelore Weck- Hannes Lamprecht und Helmut
zu betreiben“, Rektor Tilmann Märk. Hannemann Gschliesser, Personalshop

Clemens Pig, Maria Bernard- Peter Kloiber, Johan Eliasch, Martin Herren- Thomas Püh-
APA Schwarz, Bernard Gebrüder Weiss Head knecht, Herren- ringer, IKB
Gruppe knecht Verw. GmbH

Karl Gostner, Johannes Mar- Peter P. Mölk, Wilfried Stauder, Karlheinz Wex, Heinrich D.
Innsbruck soner, Marsoner MPreis Stauder Plansee Kiener,
Tourismus + Partner Schuchter Kempf Stieglbrauerei

Fotos: Hans Klaus Techt, Bernard Gruppe, Gebrüder Weiss, Head, Herrenknecht, Ilvy Rodler, Blickfang, Marsoner + Partner, MPreis/Magdalena Eberl, Personalshop, Stauder, Plansee, Stieglbrauerei

Interessiert? Werden Sie Förder*in


Die Mitglieder des Förderkreises unterstützen die Universität Innsbruck gemeinsam in einem Netzwerk, als Brücke in die Gesellschaft,
sowohl ideell als auch materiell. Wenn Sie mehr über den Förderkreis erfahren wollen, kontaktieren Sie uns bitte unter Tel.: 0 512/507-38
554, E-Mail: foerderkreis1669@uibk.ac.at – weitere Infos: www.uibk.ac.at/foerderkreis1669
22

Feiern im kleinen
Rahmen
Nachdem die regulären akademischen Festakte zum Studienabschluss aufgrund
der Covid-Pandemie abgesagt werden mussten, bot das Rektorat der Uni Innsbruck
ihren Absolvent*innen exklusive Einzel-Festakte an.

D er akademische Festakt zum Studien-


abschluss ermöglicht es Studierenden,
ihren Abschluss gemeinsam mit Familien-
Madeleine Brandstötter war angehörigen, Freunden und ihren akade-
eine der Absolvent*innen, mischen Lehrenden zu feiern. Da die regu-
die das Angebot zum lären Festakte aufgrund der Maßnahmen
akademischen Festakt im zur Bekämpfung der Covid-Pandemie ab-
kleinen Kreis annahm. gesagt werden mussten, bot die Universität
Foto: Brandstötter Innsbruck akademische Festakte in exklu-
sivem Rahmen an, um den Studierenden
auch in dieser schwierigen Situation einen
gebührenden Abschluss zu ermöglichen. In
15-minütigen Einzelterminen überreichten
dabei Rektor Tilmann Märk und die jewei-
ligen Dekan*innen den Absolvent*innen
im Beisein von maximal vier Begleitper-
sonen ihre Abschlussurkunde. „Wir sind
stolz auf unsere Absolventinnen und Ab-
solventen und wollen deshalb auch in an-
gemessenem Rahmen mit ihnen feiern.
Entsprechende Sicherheitskonzepte – die
Aula der Universität ermöglicht die Ein-
haltung des Sicherheitsabstandes und alle
Anwesenden mussten ein negatives Test-
ergebnis vorweisen – haben das möglich
gemacht“, sagt Rektor Tilmann Märk. Ab
Ende Juni können die Festakte aufgrund
der positiven Entwicklungen wieder für
mehrere Kandidat*innen gleichzeitig
stattfinden.

Aurora: Erfolgreiche Canadian Network


Universitäts-Partnerschaft Spotlights
S eit Ende Oktober 2019 ist die Uni Inns-
bruck Mitglied des Universitätsnetz-
Neben Vertreter*innen der Uni Innsbruck
waren rund 200 Teilnehmer*innen der
S eit 1. März präsentiert das Zentrum für
Kanadastudien Innsbruck jeweils mon-
tags in englischen oder französischen Kurz-
werks Aurora, das 2016 auf Initiative der Aurora-Partneruniversitäten mit dabei, videos kanadischer Forscher*innen span-
Freien Universität Amsterdam gegründet genauso wie der strategische Partner aus nende Einblicke in die vielfältigen For-
wurde und heute neun Mitglieder aus ganz Nordamerika, die University of Minnesota. schungsnetzwerke zwischen der Universität
Europa umfasst. Mit der Bewilligung ei- Ziel der Online-Jahrestagung, die diesmal Innsbruck und Kanada. Die etwa 10-minü-
ner Aurora European Universities Allianz von der Universität von Island organisiert tigen Beiträge, die gleichermaßen Themen
durch die Europäische Kommission wur- wurde, war es, die Anlaufphase der Eu- der Literatur- und Kulturwissenschaft wie
den die gemeinsamen Aktivitäten im Som- ropean Universities zu reflektieren sowie Themen der Naturwissenschaften behan-
mer 2020 auf eine neue Ebene gehoben. weitere Akzente der ehrgeizigen Partner- deln, bleiben auch weiterhin online auf der
Ende Mai fand – aufgrund der Maßnah- schaft vorzubereiten. Weitere Informati- Website und dem YouTube-Kanal des Kana-
men zur Bekämpfung der Covid-Pandemie onen unter: www.uibk.ac.at/international/ dazentrums frei zugänglich: www.uibk.ac.at/
virtuell – das 10. Biannual-Meeting statt. aurora canada/network/index.html.de
23

Es zählt jede Apollofalter im Fokus 50 Jahre


Beobachtung der Beobachter.
Foto: Weigand Slawistik
S chmetterlinge sind nicht nur schön an-
zusehen – ihr Vorkommen gibt auch
Auskunft über den Zustand unserer Wie-
A nstatt eines Live-Festakts zum Jubi-
läum begeht das Institut für Slawi-
stik sein 50-Jahr-Jubiläum in diesem Jahr
sen und Landschaft. Lebendig, vielfältig etwas anders – nämlich digital und me-
und reich an bestäubenden Insekten - oder dial. In acht 20-minütigen Podcasts wird
monoton und ausgeräumt. Deshalb werden Vertreter*innen der Uni, Slawist*innen, Ab-
die Tagfalter in Tirol bereits seit drei und in solvent*innen und Studierenden die Frage
Vorarlberg seit einem Jahr systematisch be- gestellt, warum es wichtig ist, sich mit die-
obachtet. Im Viel-Falter: Freiwillige Laien sem Fach zu beschäftigen. Diese Podcasts
machen Tagfalter-Monitoring, beobachten, sowie drei Gesprächsrunden mit Osteuropa-
bestimmen und zählen gemeinsam mit For- Spezialist*innen aus dem In- und Ausland
schenden des Instituts für Ökologie der Uni sind bis 30. September 2021 unter www.uibk.
Innsbruck Tagfalter. Wer mitmachen will, ac.at/slawistik/50-jahre abrufbar.
findet alle Infos unter www.viel-falter.at

Ehrendoktorat zum Rudolf Grimm

100. Geburtstag
im Labor.
Foto: Franz Oss

M it der Verleihung des Ehrendoktorats


der Philosophie feierte die Uni Inns-
bruck am 11. Juni im Kaiser-Leopold-Saal den
doktorats an den emeritierten Germanistik-
professor Alfred Doppler. Am  1. Juli 1971  hat
der gebürtige Oberösterreicher  die neu er-
100. Geburtstag von Alfred Doppler, einem richtete Professur für „Österreichische Lite-
Grandseigneur der österreichischen Germa- raturgeschichte und Allgemeine Literatur-
nistik. Doppler hat ab 1971 die österreichische
Literatur an der Innsbrucker Germanistik in
wissenschaft“ an der Universität Innsbruck
angetreten. Knapp 50 Jahre später würdigte
Auszeichnung
Forschung und Lehre verankert. Aufgrund
der Pandemie-Maßnahmen waren nur rund
die Alma Mater ihren ehemaligen Lehrer zu
seinem 100. Geburtstag, den Alfred Doppler für Rudolf Grimm
50 Gäste im Saal zugelassen, mehr als noch am darauf folgenden Tag feierte. Doppler war
einmal so viele folgten der Liveübertragung
im Internet. In Vertretung des Rektors, der
Jubilar und Gäste in einer Videobotschaft
– so Rektor Tilmann Märk in seiner Video-
botschaft – eine jener Persönlichkeiten, die
dazu beigetragen haben, dass die Uni Inns-
D er Quantenphysiker Rudolf Grimm er-
hält einen ERC Advanced Grant. Dies ist
die höchste Wissenschaftsauszeichnung der
begrüßte, führte Vizerektorin Ulrike Tanzer bruck heute zu den weltweit anerkannten EU. Mit ihr werden herausragende Forsche-
durch den Festakt zur Verleihung des Ehren- Lehr- und Forschungseinrichtungen zählt. rinnen und Forscher in ganz Europa geför-
dert. Der Europäische Forschungsrat (ERC)
stellt diesen klugen Köpfen Mittel aus dem
EU-Rahmenprogramm für Forschung und
Innovation zur Verfügung, damit sie ihren
Ideen folgen und eine entscheidende Rolle bei
der Weiterentwicklung verschiedener Wis-
sensbereiche spielen können. Rudolf Grimm
vom Institut für Experimentalphysik der Uni
Innsbruck und dem Institut für Quantenop-
tik und Quanteninformation der Österreichi-
schen Akademie der Wissenschaften erhält
Ehrendoktor Alfred Doppler mit Vizerektorin Ulrike Tanzer, Vizerektor für sein Projekt SuperCoolMix rund 2,5 Mio.
Bernhard Fügenschuh und Dekan Sebastian Donat. Euro, um in ultrakalten Quantengasen neu-
Foto: Uni Innsbruck artige Materiezuständen wie Suprafluidität
und Supraleitung zu untersuchen.

Neues Online-Portal präsentiert Tirolensien Digital


E ntstanden aus einem Studierendenpro-
jekt, gibt das neue Online-Portal „Tiro-
lensien Digital“ einen Überblick über Litera-
das Trentino. Aufgelistet werden Archive,
wissenschaftliche und öffentliche Biblio-
theken, Datenbanken sowie Zeitungen und
lensien Digital“ weniger bekannte Bestände
und Institutionen sichtbar machen und die
Vernetzung der jeweiligen Institutionen för-
tur, die sich mit Tirol befasst oder aus Tirol Zeitschriften. Mit der strukturierten Ver- dern.
stammt. Die Tirolensien-Sammlungen um- anschaulichung des vielfältigen Angebotes Weitere Informationen unter: www.uibk.
fassen dabei Nord-, Ost- und Südtirol sowie an Tirolensien-Sammlungen möchte „Tiro- ac.at/ulb/tirolensiendigital/
digital

100 Jahre lang mo­dern: Ideen, die unser


Petras Auf­zeich­nun­gen Leben verbessern
Das Brenner-Archiv in Innsbruck „UNInteressant? – Ideen, die
präsentiert virtuelle Führungen unser Leben verbessern“: Unter
rund um das Buch „Petras Aufzeich- diesem Motto startete die Öster-
nungen“ von Paula Schlier aus dem reichische Universitätenkonferenz
Jahr 1926. Anhand von Archivmateri- (uniko) erstmalig eine Online-
alien zeigen Ursula A. Schneider und Kampagne, an der sich neben der
Annette Steinsiek, was alles in die- Uni Innsbruck alle öffentlichen
sem literarisierten Zeitbericht steckt, Unis Österreichs beteiligen. Mehr
über eine „Neue Frau“, die mit Bubi- zu Ideen, die unser Leben verbes-
kopf und Schreibmaschine versuchte, Die deutsche Schriftstellerin sern, unter: https://uninteressant.at/
in den 1920er-Jahren die Welt zu er- Paula Schlier im Jahr 1934.
Foto: Forschungsinstitut Brenner-Archiv
obern. Zu sehen unter: http://bit.ly/
schlier

Junge Uni im Netz


Die Geheimschrift Skytale, Le-

Gekommen, um zu StudyTest
ben in Schnee und Eis oder ur-
zeitliche Fossilien – das sind nur
bleiben? einige der Themen, die die Junge
Studieninteressierte können in Ös- Uni online kindgerecht vorstellt.
Ob Ragweed, Drüsiges Spring- terreich aus mehr als 2000 Studien- Alle Videos unter: www.uibk.ac.at/
kraut, Sommerflieder oder Kana- gängen wählen. Alleine an der Uni- jungeuni
dische Goldrute: Diese Pflanzen sind versität Innsbruck gibt es mehr als
„Neophyten“, in unseren Breiten 180 verschiedene Studienangebote,
nicht heimisch und durch mensch- wie soll man sich da entscheiden? Jeden Freitag frisches Wissen aus
liche Einwirkung verbreitet worden. Der StudyTest hilft: Nach 15 Minuten der Universität: Abonnieren
Zu Gast im Wissenschaftspodcast und 72 kurzen Fragen weiß man mehr Sie unseren Newsletter
der Uni „Zeit für Wissenschaft“ in- über seine persönlichen Interessen. #WissenAmFreitag:
formiert Konrad Pagitz über Neo- Gleichzeitig erhält man eine Übersicht short.uibk.ac.at/
phyten und spricht über den Um- aller dazupassenden Studienangebote wissenamfreitag
gang mit diesen „Neu-Pflanzen“. der Uni Innsbruck. Weitere Infos unter:
www.uibk.ac.at/podcast/zeit https://studytest.uibk.ac.at Alle Links finden Sie
hier:

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sio Fall studieren!
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unse .ac.at/s
.uibk ion Ob im Hörsaal oder digital: Die Universität Innsbruck ist bestens vorbereitet
www esess
onlin und freut sich auf alle Studienanfänger*innen.
© BfÖ 2021

Wir informieren gerne über die Möglichkeiten!

Zentrale Studienberatung:
+43 512 507-32050, studienberatung@uibk.ac.at

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