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Grundlagen der Messtechnik

Fachbereich EIT
Prof. Dr.-Ing. Ingo Gaspard
Email: ingo.gaspard@h-da.de
Organisatorisches
• Ort, Zeit:
– B11/2, Dienstag, 12:00-13:30
– C10/06.01, Freitag, 10:15-11:45
• Vorlesungsfolien als pdf-Download auf der
Lernplattform
• Password-geschützt
• Prüfungsleistung zum Modul B07 „Grundlagen der
Elektronik und Messtechnik“ am Ende des Semesters:
schriftliche Klausur, 90 min
• Sprechstunde: Mittwoch, 13:00-14:00, D16, Raum 207

Messtechnik 2
Übersicht
• Einleitung
• Grundlagen, Begriffe
• Fehlerrechnung
• Einfache Messschaltungen für Strom, Spannung,
Widerstand
• Elektromechanische Messgeräte
• Multimeter - analog/digital
• Oszilloskop – analog/digital
• Frequenzverhalten einfacher Schaltungen

Messtechnik 3
Literatur
• Schrüfer, E.: Elektrische Messtechnik, Carl Hanser Verlag, 9. 
Auflage 2007.
• Lerch, R.: Elektrisch Messtechnik, Springer Verlag, 5. Auflage 2010.
• Schmusch, W.: Elektronische Messtechnik, Vogel Verlag, ….
• Frohne, H.; Ueckert, E.: Grundlagen der elektrischen Messtechnik, 
Teubner Verlag, 1984.
• Prof. Faber, Script Messtechnik, FB EIT 
• „Der korrekte Umgang mit Einheiten, Größen und Gleichungen“ 
(R&S)

Messtechnik 4
Messen
• Quantitative Erfassung einer Größe

Messtechnik 5
Prinzip von Messgeräten

Messwertaufnehmer Messwertverarbeitung
Anzeige
(Sensor) (Wandler)

X Y
Messgröße Messwert

• Schwerpunkt: Messen von elektrischen Größen


• nichtelektrische Größen werden durch einen Sensor umgewandelt

6
Statisches Verhalten von
Messgeräten
• Messgeräte besitzen statische Kennlinien die
möglichst linear und hysteresefrei sein sollen.
• Die Empfindlichkeit des Messgeräts beschreibt das
Verhältnis von Ausgangssignaländerungen zu
Eingangssignaländerungen.
• Durch nichtlineare Kennlinien kann die
Empfindlichkeit angepasst werden z.B. logarithmische
Kennlinien.

Ausgang
Y

Eingang
X
Messtechnik 7
Nullpunkt
• Lebender Nullpunkt ermöglicht die Überwachung von
Messgerät und Zuleitung (Beispiel 4 mA-20 mA
Schnittstelle).

• Unterdrückter Nullpunkt ermöglicht die Vergrößerung


der Empfindlichkeit in einem beschränkten
Messbereich

Ausgang
Unterdrückter
Nullpunkt
(Offsetkorrektur)

0
Lebender Nullpunkt Eingang

Messtechnik 8
Gleichungsformen
• Größengleichung
– z.B. W =U·I·t
– Allgemeine Gültigkeit

• Zahlenwertgleichungen
– z.B. W (in kWh) = U (in kV)·I (in A)·t (in h)
– Fehleranfällig !!!!!!!!
– Einsatz bei Routineberechungen ohne
Messbereichsumschaltung

Messtechnik 9
Fehlersuche in Gleichungen
• Rechte und Linke Seite müssen die gleiche
Einheit besitzen
• Summen und Differenzen müssen gleiche Einheit
besitzen
• Einige Funktionen erlauben nur einheitenlose
Argumente (z.B. sin, cos, log, YX, ..)
• Bei Transformation entstehende Paare müssen
gemeinsam auftauchen (z.B. jω)
• Vektor oder Skalar müssen stimmen (z.B.
Mittelwerte üblich nur bei Skalar )

Messtechnik 10
Beispiel: Ohmscher Widerstand

• Beispiel: Leitung 100 mm Länge, 50 µm Breite, 20 µm Dicke,


Material Kupfer (Rho = 0,017Ωmm²/m).
• Wie groß ist der Widerstand der Leitung?
11
• Beispiele: Leitung 100 mm Länge, 50 µm Breite, 20 µm
Dicke, Material Kupfer (Rho=0,017Ωmm²/m).
• Wie groß ist der Widerstand der Leitung? 1.7 Ohm
12
Elektrische Meßtechnik
Beispiele elektrischer Größen
Größe Formelzeichen Einheit
elek. Feldstärke E V/m
elek. Stromdichte S oder J A/m² Vektoren
mag. Feldstärke H A/m
Spannung U V
Strom I A
Integrale
Ladung Q C
Größen
Energie W Ws
Leistung P W
Widerstand R Ω
Induktivität L H Bauteile
Kapazität C F
Frequenz f Hz
Periodendauer T s Zeit-
Phasenwinkel φ ° verhalten
Messtechnik 13
SI-Einheiten
Physikalische Größe = Zahlenwert x Einheit

Basisgröße Formelzeichen Basiseinheit Einheitenzeichen


Länge l Meter m
Masse m Kilogramm kg
Zeit t Sekunde s
Stromstärke I Ampere A
Thermodynamische T Kelvin K
Temperatur
Lichtstärke IL Candela cd
Stoffmenge n Mol mol

• Alle physikalischen Einheiten können durch eine


Kombination der Basiseinheiten beschrieben werden
• International festgelegte Definitionen

Messtechnik 14
Genormte Vorsätze
z.B.       U = 1,3 µV

Vorsatz Zeichen Zahlenwert


Giga- G 109
Mega- M 106
Kilo- k 103
Zenti- c 10-2
Milli- m 10-3
Mikro- μ 10-6
Nano- n 10-9
Pico- p 10-12
Femto- f 10-15

Messtechnik 15
Justieren, Kalibieren, Eichen
• Beim Kalibrieren erfolgt ein direkter Vergleich mit
einem Standard.
• Kalibrierungen dokumentieren die Abweichungen
eines Messgeräts (Kalibrier-Zertifikat).
• Die Gültigkeit der Kalibrierung ist zeitlich begrenzt. Es
dürfen anschließend keine Veränderungen des
Systems vorgenommen werden.
• Interne Kalibrierung: auf z.B. firmeninternen Standard
• Rückführbare Kalibrierung: lässt sich auf ein Normal
eines nationalen Standards zurückführen.

Messtechnik 16
Beispiel eines Kalibrierprotokolls

Messtechnik 17
Justieren, Kalibieren, Eichen
• Justieren (Abgleichen) nach DIN 1319:
„Justieren heißt, ein Messgerät so einstellen
oder abgleichen, dass die Messabweichungen
die Fehlergrenzen nicht überschreiten. Das
Justieren erfordert also einen Eingriff, der das
Messgerät oder die Maßverkörperung meist
bleibend verändert“
• Durch Justieren können systematische
Messfehler reduziert werden.
• Nach einer Justierung ist eine neue
Kalibrierung erforderlich.
• Beispiel: Nullabgleich

Messtechnik 18
Justieren, Kalibieren, Eichen
• Eichung ist eine vom Gesetzgeber
vorgeschriebene Prüfung eines
Messgerätes (nach Eichvorschrift)
• Die Eichung bezieht sich auf ein
Normal (z.B. Internationaler
Kilogrammprototyp)
• Eichen ist eine hoheitliche Aufgabe
• Beispiele: Zapfsäule, Waagen im
Handel
Messtechnik 19
Messtechnik
2-Grundlagen
Messung
(Wechselwirkungen)
• Messgerät und Messobjekt sollen sich
gegenseitig möglichst wenig beeinflussen.
• Beispiel 1: Bei der Längenmessung der Kreide
kann Kreide abgeschabt werden und hierdurch
das Messobjekt dauerhaft in seiner Messgröße
Verändert werden.
• Beispiel 2: Durch das Anlegen des Messschiebers
an die elastische Isolierung wird diese verformt.
• Beispiel 3: Vermessen der Leerlaufspannung
einer Spannungsquelle.
• Beispiel 4: Veränderung eines Messwiderstandes
durch Überlast.
Messtechnik 21
Messung
(Randbedingungen)
• Objekteigenschaften: z.B. Innenwiderstand des
Messobjekts.
• Umgebungsbedingungen: vor allem Temperatur,..
• Zeit und Datum: Hierdurch ist eine Rückführung
auf Störungen möglich. Diese Angaben sind
weiterhin aus dokumentarischer Sicht
erforderlich.
• Person welche die Messung durchführt
(gegebenenfalls Unterschrift).
• Genaue Bezeichnung der Messgeräte und
Hilfsmittel.
• Weitere Randbedingungen, z.B. Batteriespannung
des Messgeräts Messtechnik 22
Messabweichung (Definition)
• Messabweichung wurde früher als Messfehler
bezeichnet und wird in DIN 1319 festgelegt.
• Absolute Abweichung: Differenz zwischen
angezeigtem Wert und dem richtigen Wert

F=Δx=xa-xr (Achtung: Vorzeichen )

• Relative Abweichung: Auf den Bezugswert


bezogene absolute Abweichung
f= Δx/xb=(xa-xr)/xb

• Bezugswerte xb können sein: angezeigter Wert xa,


richtiger Wert xr , Messbereichsendwert xe
Messtechnik 23
Korrektur
• Die Berichtung von Messfehlern ist möglich bei
systematischen Abweichungen (Berichtigung B)

x B = - Δx

Formelsammlung Messabweichungen:

• Absolute Abweichung : F=Δx

• Relative Abweichung: f= Δx/xb

• Korrektur: B = x B = - Δx

24
Systematische
Messabweichungen
• Systematische Messabweichung lassen sich ermitteln
und sind reproduzierbar.
• Sie haben einen Betrag und ein Vorzeichen.
• Sofern bekannt ist eine Berichtigung des Messfehlers
durchzuführen.
• Unbekannte systematische Messabweichungen
können - sofern Erfahrungswerte bestehen - durch
eine Komponente us in die Messunsicherheit
einfließen.
• Durch Kalibrieren lassen sich empirisch
systematische Messabweichungen zum Teil
berichtigen.
• Durch systematische Messabweichungen wird ein
Messergebnis immer unrichtig.
Messtechnik 25
Ursachen Systematischer
Messabweichungen
• Sofern ermittelbar:
– Rückwirkung auf das Messobjekt
– Einkopplung von Fremdgrößen
– Offsetgrößen (z.B. Offsetspannung)
– Nichtlinearität des Messwandlers
– Temperaturdrift
– Langzeitdrift
– Bauteiltoleranzen
– Veränderungen der Messeinrichtung
– ....
• Durch Justieren gefolgt von Kalibrieren lassen sich
systematische Messabweichungen beheben.
• Liegt bekannterweise ausschließlich ein Offset in linearen
Messeinrichtungen vor, kann man durch einen Nullabgleich
den systematischen Fehler korrigieren.
• Dies kann man auch in einer Messeinrichtung
automatisieren.

Messtechnik 26
Fortpflanzung systematischer
Messabweichungen
• Eine Größe y wird über die Bestimmung der
Größen xi ermittelt. (z.B. Widerstand über
Spannung und Strom)
• Die Größen xi besitzen eine Messabweichung Δxi
• Die gesamte Messabweichung ist dann:

y  y  yw
y  f ( x1  x1 , x2  x2 ,...., xn  xn )  f ( x1 , x2 ,...., xn )

Messtechnik 27
Fortpflanzung systematischer
Messabweichungen
• Für kleine Abweichungen kann man eine lineare
Näherung durchführen (Taylor-
Reihenentwicklung bis 1. Ableitung) Hierzu bildet
man die partielle Ableitung der Funktion f
f f
y  f ( x1 , x2 ,..xn )  x1  ...  xn  f ( x1 , x2 ,..xn )
x1 xn
f f
 y  x1  ...  xn (1)
x1 xn
Fehlerfortpflanzungsgesetz
Messtechnik 28
Fortpflanzung systematischer
Messabweichungen

 f f 
y    x1  ...  xn  (2)
 x1 xn 
Maximaler absoluter Fehler

29
Fortpflanzung systematischer
Messabweichungen
Beispiele für Abschätzung maximaler Fehler

y  a1  x1  a2  x2  y    a1x1  a2 x2 
(3a)
Bei Summen und Differenzen von Messgrößen
addieren sich die absoluten Fehler

y  x1 x2 
y  K  x1  x2     (3b)
y  x1 x2 
y  K  x1 / x2

Bei Produkten und Quotienten


von Messgrößen addieren sich die relativen Fehler
30
Beispiel 1: Fehlerfortpflanzung Ohmscher
Widerstand

• Beispiele: Leitung 100 mm Länge, 50 µm Breite, 20 µm


Dicke, Material Kupfer (Rho=0,017Ωmm²/m).
• Wie groß ist die maximale Abweichung des Widerstandes,
wenn die Abweichung der Leitungslänge max. 1 mm ist ?
31
Beispiel 2: Fehlerfortpflanzung Messung
Ohmscher Widerstand
I=const

Widerstandsmessgerät

U R

Ein Widerstandsmessgerät vermisst einen unbekannten Widerstand


über Einspeisung eines Stromes I und Messung der Spannung U.

a) I = 1 mA und die maximale Abweichung d. Sp.-messung U = 1 mV


Wie groß ist die maximale Messabweichung des Widerstands?
b) Die Messabweichung U ist 2% vom Nennwert.
Wieviel % ist die Messabweichung für R?
32
Zufällige Messabweichungen
• Allgemeine Messabweichungen lassen sich nicht
vorhersagen.
• Sie sind nicht einseitig gerichtet.
• Sie sind nicht reproduzierbar.
• Sie schwanken in Betrag und Vorzeichen.
• Sie beeinflussen die Messunsicherheit.
• Durch zufällige Messabweichungen wird ein
Messergebnis immer unsicher.
• Über die Messunsicherheit lässt sich durch
Messreihen eine statistische Abschätzung
durchführen.

Messtechnik 33
Ursachen Zufälliger
Messabweichungen
• Stochastische externe Störungen
– Elektrische und magnetische Felder
– Vibrationen
– Rauschen der Messeinrichtung
– Beobachter
– Quantisierungsrauschen
– Rauschen und Störgrößen vom Messobjekt?
• Zufällige Messabweichungen können
unterschiedliche statistische Verteilungen
aufweisen.

Messtechnik 34
Mittelwert-wahrer Wert
• Durch Mittelung von Messwerten mit zufälligen Messabweichungen
lässt sich die Messunsicherheit reduzieren.
• Für unendlich viele Messungen N∞ bezeichnet man den Mittelwert
auch als Erwartungswert der als wahrer Wert angesehen wird. Der
wahre Wert entspricht dem richtigen Wert.

1 N  1 N
xw  
N   i 1
xi 
x  xw 
N
x
i 1
i
Mittelwert (4)

• In der Praxis ist die Anzahl der Messungen N jedoch beschränkt N<∞
und man kann nur den Mittelwert bestimmen. Dieser stellt dann nur
einen Schätzwert für den wahren Wert dar.

Messtechnik 35
Varianz-Schätzwert der Varianz
• Als Maß für die Streuung der Werte wurde die
Varianz σ² eingeführt. Für N∞ gilt:
1 N
 
2

N
 i w
( x
i 1
 x ) 2

• In der Praxis ist N jedoch beschränkt und damit kann


der wahre Wert nur geschätzt werden.
• Dadurch ist die Abweichung kleiner als im Vergleich
zum wahren Wert.
• Zur Schätzung der Varianz wird deshalb nicht durch N
sondern durch (N-1) dividiert.
1 N 1 N
s  ˆ 
2 2

 i w N 1 
x  ˆ
x 2
  x  ˆ
x 2

N  1 i 1
i w
i 1

Messtechnik 36
Standardabweichung
• Die positive Wurzel der Varianz ist die
Standardabweichung (Streuung) s
1 N
s  i
N  1 i 1
( x  x ) 2
(5)

• Bei Normalverteilung kann man die


Wahrscheinlichkeit, dass ein Wert in einem Bereich
liegt wie folgt abschätzen.

Messtechnik 37
Standardabweichung des Mittelwerts
• Die Standardabweichung der Mittelwerte vom
wahren Wert nimmt mit der Anzahl der
Messungen ab.

s 1 N
xw  x 
N
 sˆ  
N ( N  1) i 1
( xi  x ) 2
(6)

• Dadurch ergibt sich eine verringerte Unsicherheit


des Messwerts von
(7)
x  x  sˆ
Messwertangabe = Mittelwert +/- Standardabweichung

Beispiel: Der Strom wurde 10 mal gemessen und der Wert ist 1 mA +/- 0.1 mA
Messtechnik 38
Student`scher Faktor
 Student`scher Faktor t(P, FG)
 Freiheitsgrad FG = N-1

FG \ P 50% 80% 90% 95% 99% 99,9%


1 1,000 3,078 6,314 12,706 63,657 636,619
5 0,727 1,476 2,015 2,571 4,032 6,869
10 0,700 1,372 1,812 2,228 3,169 4,587
50 0,679 1,299 1,676 2,009 2,678 3,496
100 0,677 1,290 1,660 1,984 2,626 3,390
1000 0,675 1,282 1,646 1,962 2,581 3,300
>1000 0,675 1,282 1,645 1,960 2,576 3,290

Messtechnik
Fortpflanzung zufälliger
Messabweichungen
• Mittelwert einer Funktion von Messgrößen mit
zufälliger Messabweichung ist gleich dem
Funktionswert der Mittelwerte der Einzelwerte
y  f ( x1 , x2 ,...., xn ) (8)

• Sowohl die Standardabweichung als auch die


geschätzte Standardabweichung berechnen sich
nach gleichem Schema.
n  f 2  (9)
sY      i 
s 2

i 1   xi  
 
Messtechnik 40
Messunsicherheit von
Messgeräten
• Messunsicherheit eines Messgeräts wird im
Bezug auf den Messbereichsendwert und
zusätzlich im Bezug auf den Messwert
angegeben.
• Zusätzlich entstehen bei Messgeräten noch
Fehler durch die Quantisierung.
• Angabe über Fehler werden bei digitalen
Messgeräten oft in Digits angegeben und
beziehen sich auf die Auflösung.

Messtechnik 41
Messunsicherheit
• Die maximal möglichen Unsicherheiten bei
bekannten Garantiefehlergrenzen liegen bei
n
f
y  
*
xi (10)
i 1 xi
• Für Funktionen die durch Multiplikation von
Potenzen der Größen gebildet werden:
y * n
x
  i i
 n
mit y  x1 1  ...  xn (11)
y i 1 xi
• Der Messwert wird dann angegeben als
y w  y  y *
• Die Messunsicherheitsgrenzen lassen sich auch
direkt durch Einsetzen ermitteln.
f ( x1 , x2 ,...., xn )  y  f ( x1  x1 , x2  x2 ,...., xn  xn )

Messtechnik 42
Messunsicherheit
• Die wahrscheinlich möglichen Unsicherheiten
des gesamten Messgeräts bei bekannter
Unsicherheit einzelner Elemente liegen bei
2
 f
n

y   
**
xi  (12)
i 1  x i 
• Für Funktionen die durch Multiplikation von
Potenzen der Größen gebildet werden ergibt sich:
2
y ** n
 xi 

 n
   i  mit y  x1 1  ...  xn (13)
y i 1  xi 
• Der Messwert wird dann angegeben als
yw  y  y **

Messtechnik 43
Messunsicherheit
Beispiel: Reihenschaltung von Widerständen

R1 R2 R3

R1  300  3  R 2  100  1  R3  200  4 

Rg  R1  R 2  R3

Frage: Wie groß ist der Gesamtwiderstand inkl. maximaler Messunsicherheit ?

1. Der Mittelwert des Widerstandes ist nach Formel (8)

2. Die maximale Messunsicherheit ist nach (2,10)

Messtechnik
Messunsicherheit
Beispiel: Reihenschaltung von Widerständen

R1 R2 R3

R1  300  3  R 2  100  1  R3  200  4 

Rg  R1  R 2  R3

Frage: Wie groß ist der Gesamtwiderstand inkl. maximaler Messunsicherheit ?

1. Der Mittelwert des Widerstandes ist nach Formel (8)


Daraus folgt für
Rg  R1  R2  R3  300  100  200  600
Rg  600  8
2. Die maximale Messunsicherheit ist nach (2,10)

Rg  R1  R2  R3  3  1  4  8


Messtechnik
Messunsicherheit
Beispiel: Reihenschaltung von Widerständen

R1 R2 R3

R1  300  3  R 2  100  1  R3  200  4 

Rg  R1  R 2  R3
Frage: Wie groß ist der Gesamtwiderstand inkl. wahrscheinlicher Messunsicherheit ?

1. Der Mittelwert des Widerstandes ist nach Formel (8)

2. Die wahrscheinliche Messunsicherheit ist nach (12)

Messtechnik
Messunsicherheit
Beispiel: Reihenschaltung von Widerständen

R1 R2 R3

R1  300  3  R 2  100  1  R3  200  4 

Rg  R1  R 2  R3
Frage: Wie groß ist der Gesamtwiderstand inkl. wahrscheinlicher Messunsicherheit ?

1. Der Mittelwert des Widerstandes ist nach Formel (6)


Daraus folgt für
Rg  R1  R2  R3  300  100  200  600
Rg  600  5,1
2. Die wahrscheinliche Messunsicherheit ist nach (12)

 R1    R2    R3 


2 2 2
Rg   9  1  16  5, 09
Messtechnik
Messunsicherheit
R1

R1  100  0,8 
R2

R 2  200  1 

Frage: Wie groß ist der Gesamtwiderstand inkl. maximaler Messunsicherheit ?

Messtechnik
R1

R1  100  0,8 
R2

R 2  200  1 

n
f R R
y  
*
xi  R  R1  R2  0, 44  0,8  0,11 1  0, 46
i 1 xi R1 R2
Messtechnik
Messtechnik
3-Messschaltungen
Strommessung
• Ströme misst man indem man das Messgerät
seriell in den Strompfad anschließt.
• Hierzu muss der Strompfad zwischenzeitlich
unterbrochen werden.
• Um den Stromkreis nicht zu beeinflussen hat ein
ideales Strommessgerät einen Widerstand von
0Ω.
A

Messtechnik 51
Spannungsmessung
• Spannungen misst man indem man das
Messgerät parallel an zwei Knoten (bzw. Bauteil)
anschließt.
• Um die Schaltung nicht zu beeinflussen hat ein
ideales Spannungsmessgerät einen Widerstand
von ∞Ω.

Messtechnik 52
Strommessung
• Strommessung erfolgt oft durch die
Spannungsmessung an einem
Messwiderstand (shunt) shunt
• Je höher der Messwiderstand um so
empfindlicher ist die Messschaltung.
• Bei zu hohen Strömen besteht die
Gefahr, dass der Messwiderstand
thermisch zerstört wird IX IV
RX UX RiV Umess
V
Imess

RX  RiV U mess ARX


I mess  U mess / Rmess  U mess   (  1)
RX  RiV RX RiV
RiA

• Hoher Messwiderstand Rx -> großer Messfehler


Messtechnik 53
Widerstandsmessung
• Widerstände kann man indirekt
über Strom durch und
Spannungsabfall am Widerstand
ermitteln.
• Die Messung verursacht jedoch
systematische Messabweichungen
da die Messgeräte kein ideales
Verhalten aufweisen.
• Die Messschaltung muss deshalb je
nach Messobjekt gewählt werden.

Messtechnik 54
Spannungsrichtige Messung von
Widerständen
IX IV

RX UX RiV Umess
V
Imess U mess R R 1
Rmess   X iV  RX 
I mess RX  RiV RX
1
A
RiV

RiA
U mess Berechnung
Rx 
U des wahren Widerstandes
I mess  mess
RiV Rx

Messtechnik 55
Stromrichtige Messung von
Widerständen

IX IV

RX UX RiV Umess
V U mess R
Rmess   RX  RiA  RX  (1  iA )
Imess I mess RX

A
UA U I R Berechnung
RiA Rx  mess mess iA des wahren
I mess
Widerstandes

Messtechnik 56
Indirekte Messung von
Widerständen
I mess
RK

U bat
RX

RK U bat
R mess   RX  2RK
I mess
Frage: Warum ist die Messung hier unabhängig
von der Batteriespannung ?
Messtechnik 57
Brücken-Messschaltung
Abgleich U0 auf 0


RT R2

R3 R1

• Sehr genaue Messung möglich, Einstellung von R2 ggf. digital
• Widerstände R1, R3 und R2 müssen sehr genau eingehalten werden
Brücken-Messschaltung
Übung:
1. Leiten Sie die Abgleichbedingung her mit Hilfe des Maschensatzes
RT
2. Wie ist die maximale relative Abweichung für RT, wenn die Abweichungen
von R1, R2, und R3 = 3% sind ? RT

RT R2

R3 R1 
Messtechnik
4-Elektromechanische Messgeräte
Drehspulinstrument

• Kann nur Gleichstrom anzeigen
• Wechselstrom  vorgeschalteter Gleichrichter notwendig; 
Korrekturfaktor 1,11 für Sinusform muß berücksichtigt werden
• Sehr hohe Empfindlichkeit (z.B. 10A Vollausschlag) erreichbar
Drehspulinstrument
Drehspulinstrument
Dreheiseninstrument
4 1 Spule für Messstrom

2 bewegliches Weicheisenteil

1 3 feststehendes Eisenteil, geformt

4 Luftdämpfer
3 2
Quelle: Gerthsen Physik, H.Vogel, Springer Verlag

• Anzeigeskala ist immer nichtlinear
• Zeigt immer Effektivwert an – einschließlich Gleichspannung
• Angezeigter Wert ist unabhängig von der Kurvenform
Dreheiseninstrument
Elektrodynamisches Messwerk

B1  K1  I1
Del  B1  h  N  I 2  2r
Dm  c   ( statistisch)
  K  I1  I 2

Quelle: Gerthsen Physik, H.Vogel, Springer Verlag

• Ausschlag des Messwerks ist proportional dem Ausschlag von zwei 
Einzelgrößen  Multiplikation
• Meist als Leistungsmesser: Messstrom durch Festspule, Drehspule mit 
Vorwiderstand für die (indirekte) Spannungsmessung
Elektrodynamisches Messwerk
Analoge Messinstrumente
• Genauigkeitsklasse (Messunsicherheit)
Unsicherheit x
Gk  100%
Messbereichsendwert
• Genauigkeitsklassen
Betriebsmessgeräte: 1,0; 1,5 ; 2,5
Feinmessgeräte: 0,1; 0,2 ; 0,5

•Genauigkeit bezieht sich auf den Skalenendwert,


Messungen nur im oberen Drittel der Skala
durchführen !

Bsp: Anzeigebereich 10 mA, Gk=1,0:


maximale Messabweichung 0,1 mA
Messwerkbezeichungen
Messwerkbezeichungen
Messtechnik
5-Vielfachmessgeräte
(Multimeter)
Eigenschaften von Multimetern

•Messunsicherheit
•Linearität
•Auflösung
•Drift
•Eingangsimpedanzen
•Messströme
•Bandbreite
•Schnittstellen
•Speichertiefe
•Messungen pro Sekunde
Messbereichserweiterung -
Strommessung
Messbereichserweiterung – Strom-
und Spannungsmessung
Digitalmultimeter
• Das zentrale Messwerk eines
modernen Digitalmultimeter ist
ein Spannungsmessgerät mit
eingebundener Analog-
Digitalwandlung.
• Diese zentralen Messwerke
besitzen jedoch einen festen
Messbereich.
• Durch zusätzliche Beschaltungen
lässt sich der Messbereich
anpassen.

Messtechnik 75
Analog/Digital-Umsetzer
Abtast-Halte-Schaltung A/D-Wandler
(sample and hold)

A
D
Zeitkontinuierliches Zeitdiskretes
Signal und Signal und
wertekontinuierlich wertekontinuierlich
(Analog) (Abgetastet)
Analog-Digital-Umsetzer
T

U, I A 00100001
t
D

• Konstantes analoges Signal ( Abtastperiode T für Umwandlung)


liegt am Eingang (z.B. 5V oder 100 mA)

• Wandler setzt Signal in digitales Wort (hier 8 Bit) um


Analog/Digital-Umsetzer
• Auflösung bei einem Messbereich von 10 V und einem ADC mit 10 Bit
beträgt 9,766 mV.
• Hierdurch ergibt sich ein maximaler Quantisierungsfehler von
±4,883 mV
Quantisierung
in der Amplitude

Beispiel:
Amplituden-Auflösung
11 Stufen, 12 Bereiche
Zeitauflösung:
16 pro Periode
Messunsicherheit Digitalvoltmeter

U,I
Analoge Digitalteil mit Anzeigen-
treiber
Messschaltung Steuerung

• Digitalvoltmeter besteht aus Analogteil und digitaler Verarbeitung


• Der Messfehler enthält zwei Anteile: Messunsicherheit des Analogteils
und Quantisierungsfehler des Digitalteils

Fehlerangabe z.B. : f = +/- 0.5 % v.M. +/- 1 digit

Beispiel: Messbereich ist 100 mA, Anzeige 3 stellig nach dem Komma

Bei Messung 20 mA gilt: max Fehler = +/-( 0.005 x 0.02 + 0.001)A = +/-0.0011 A
DMM-Digital Multi Meter
S2
S1 b S1 c
S1 a
AC 1 T0 2

T0 ue dt
AC
AC
DC 0
DC
DC x

ue S3 a S3b SuH
Filter
AGround A

D
Fil

Start (Sync)

Range
(manual)

(Trigger)
Rechner zur
Messwertaufnahme mit
Messbereichsumschaltung
Line und Messwertverarbeitung:
Netzteile Mittelwertbildung, Anzeigen-
Nullpunktskorrektur, treiber
Vergleich mit Referenz,
Kennlinienberechnung,
....

Prinzipbild eines Digitalvoltmeters für Gleich- und Wechselspannung


Messtechnik
6-Oszilloskop
Oszilloskop

• Prinzip: Übertragung von momentaner


Spannung und Zeit in y bzw. x Koordinaten.
• Technische Realisierung Braun‘sche Röhre oder
pixelgesteuerter Bildschirm (digital Oszi)
Messtechnik 82
Zeitachse

Messtechnik 83
Grundeinstellungen
• Neben dem Netzschalter verfügen Oszilloskope
noch über weitere Grundeinstellungen.
• Focus: Fokussierung des Elektronenstrahls.
Hierdurch wird der Durchmesser des
dargestellten Elektronenstrahls eingestellt.
• Intensität: Durch diese Einstellung kann die
Helligkeit angepasst werden.
• Trace-Rotation: Zum Justieren des horizontalen
Verlaufs des Strahls ohne Y-Ablenkung

http://www.virtuelles-oszilloskop.de/
http://www.virtuelles-oszilloskop.de/

Messtechnik 84
Amplitudenachse
• Die Amplitudenachse (y-Achse) läuft proportional zur
Spannungsamplitude.
• Entsprechend der Darstellung in einem Amplituden-
Zeit-Diagramm wird einem Teilstrich eine
Amplitudeneinheit zugeordnet.
• Überschreitet die Amplitudenauslenkung das Ende
des Bildschirms ist diese nicht mehr sichtbar.
• In diesem Fall muss die Amplitudeneinheit angepasst
werden.
• Ist einer großen Gleichspannung eine kleine
Wechselspannung überlagert, kann man durch einen
(Serien-)Kondensator die Gleichanteile unterdrücken
(AC-Kopplung).
• In dieser Einstellung werden aber auch
niederfrequente Wechselspannungen verfälscht .

Messtechnik 85
Amplitudenachse
• Mit der Einstellung Y-Pos können die Signale auf
dem Bildschirm nach oben oder unten
verschoben werden.
• Oft befindet sich in der Mitte der Y-
Achseneinstellung ein Drehknopf mit der
Bezeichnung cal. Mit dieser Einstellung können
auch Zwischenwerte zu den Amplitudeneinheiten
möglich. Bei normalen Messungen sollte diese
Drehknopf auf Normalposition stehen.
• An manchen Geräten befinden sich auch
Kalibierausgänge mit definierten Signalformen.

Messtechnik 86
Zeitachse
• Die Zeitachse (x-Achse) läuft proportional zur
Zeit.
• Entsprechend der Darstellung in einem
Amplituden-Zeit-Diagramm wird einem Teilstrich
eine Zeiteinheit (Zeitbasis) zugeordnet.
• Hat die Zeitachse das Ende des Bildschirms
erreicht beginnt sie wieder auf ein Startsignal
(Trigger) von vorne.
• Hierdurch hat die Zeitachse bei jedem Durchlauf
eine neuen Startpunkt.
• Damit der Startpunkt immer zur selben
Phasenverschiebung des Spannungssignals
erfolgt ist eine Erkennung der Phase über die
Signalamplitude (Trigger) möglich.
Messtechnik 87
Zeitachse
• Mit der Einstellung X-Pos können die Signale auf
dem Bildschirm links oder rechts verschoben
werden.
• Oft befindet sich in der Mitte der X-
Achseneinstellung ein Drehknopf mit der
Bezeichnung cal. Mit dieser Einstellung sind auch
Zwischenwerte zu den Zeiteinheiten möglich. Bei
normalen Messungen sollte dieser Drehknopf auf
Normalposition stehen.
• Für den Zoombetrieb gibt es auch die Taste 10x
• An manchen Geräten befinden sich auch
Kalibierausgänge mit definierten Signalformen.
Messtechnik 88
Funktion der X-Ablenkung
y

Zeitsignal

Vorlauf Rücklauf
X Ablenkung

Schirm
Mehrkanal Darstellung
• Es können mehrere Kanäle parallel dargestellt
werden.
• Bei analogen Oszilloskopen hat man i. d. R.
jedoch nur einen Elektronenstrahl zur Verfügung.
Deshalb stellt man die Signale abwechselnd dar.
• Chopper-Betrieb: Schnelles Umschalten
zwischen den Kanälen. Einsatz unterhalb 100 Hz.
Kurzzeitige Impulse können verloren gehen.
• Alternierender-Betrieb: Abwechselndes
Durchfahren des Bildschirms mit den
unterschiedlichen Kanälen. Geeignet für schnelle
Zeitablenkungen.
• Digitale Oszilloskope haben dieses Problem nicht.
Hier gibt es auch mehrkanalige (und
mehrfarbige) Darstellungen.

Messtechnik 90
Detailaufbau
Mehrkanal-Oszilloskop
Trigger
• Durch eine genaue Synchronisation der
Phasenverschiebung beim Start der
Kurvendarstellung entsteht der Eindruck eines
stehenden Bildes.
• Die Amplitude bei der ein neuer Signallauf (X-
Ablenkung) ausgelöst wird, kann durch die
Einstellung variiert werden.
• Das Triggersignal kann direkt von einer der
dargestellten Spannungen oder über einen
separaten Eingang generiert werden.
• Auch hier sind unterschiedliche Kopplungen
möglich DC/AC/LF/HF/Line/TVL/TVR
Messtechnik 92
Trigger: Prinzip

intern

Trigger
extern schaltung

• Triggerschaltung löst Ablenkung aus


• interne oder externe Triggerung möglich
Trigger Kopplung
• DC: Gleich- und Wechselspannungsanteile
• AC: Unterdrückung von Gleichspannungsanteilen
• LF: Unterdrückung hochfrequenter Signalanteile
• HF: Unterdrückung niederfrequenter
Signalanteile
• Line: Synchronisation mit der Netzspannung
(50Hz)
• TVL / TVR: Spezielle Synchronisation zu TV-
Signalen

Messtechnik 94
Trigger Erkennung
• Neben der Möglichkeit die Signale zu filtern
können auch andere Signalmerkmale zum
Triggern herangezogen werden.
• Positive oder Negative Flanke
• Pulsbreite
• Start oder Stoppsequenzen besonderer
Übertragungscodes
• Abweichungen von einer Referenzkurve
• Diese und weitere Möglichkeiten sind jedoch
hersteller- und modellabhängig. Insbesondere
sind Digitale-Speicheroszilloskope (DSO)
vielseitiger im Bezug auf die Triggeroptionen

Messtechnik 95
Trigger Optionen
• Mit der Funktion des Post- oder Pretrigger ist es
möglich die Darstellung des Signals vor oder
nach dem Triggersignal zu starten.
• Die Funktion HoldOff erlaubt es, einen erneuten
Trigger für eine Zeit zu Blockieren (Startsequenz
von Datenblöcken)
• DSO ermöglichen den Single-Shot
(Einschaltvorgänge) betrieb und den Roll-Betrieb
(langsame Signale)

Messtechnik 96
X-Y Betrieb

• Im X-Y Betrieb wird die X-Achse nicht durch einen


Zeitgesteuerten Sägezahngenerator gesteuert
sondern durch einen zweiten Eingangskanal.
• Hierdurch lassen sich Abhängigkeiten der Signale
übersichtlich darstellen.
• Ein Beispiel sind die Lissajous-Figuren mit deren
Hilfe sich Phasenverschiebungen zwischen
Sinusschwingungen mit ganzzahligen
Teilerverhältnis der Frequenzen
bestimmen lassen.
• Weitere Beispiele sind Kennlinien und
Hysteresekurven.
Messtechnik 97
Eingangsimpedanz
• Die Eingangsimpedanz eines
Oszilloskops liegt bei vielen Modellen in
der Größenordnung 1MΩ mit einem
parallel geschaltetem Kondensator von
ca. einigen pF.
• Hierdurch kommt es zu Verfälschungen
des Signals, da sich ein komplexer
Spannungsteiler aus Quellimpedanz
und Eingangsimpedanz bildet.

Messtechnik 98
Tastköpfe
• Tastköpfe dienen zur direkten
Ankopplung des Oszilloskops an
Schaltungen (besondere
Messleitungen).
• Sie sollten vor dem Einsatz justiert
werden. (Kalibrierausgänge)
• Tastköpfe haben oft ein
Dämpfungsverhalten (10:1, 100:1, 1000:1).
• Insbesonder bei DSO kann man die
Anzeige der Dämpfung des Tastkopfs
anpassen

Messtechnik 99
Tastköpfe / Tastteiler
• Besondere Tastköpfe werden auch zur
Messung sehr hoher Spannungen und zur
Messung von Strömen (Strom-Spannung-
Wandler eingesetzt.
• Als aktive Tastköpfe bezeichnet man
Tastköpfe mit Elektronik. Aktive Tastköpfe
könne speziell für eine hohe
Eingangsimpedanz optimiert werden)
• Differenztastköpfe beziehen sich nicht auf
das Massepotential sondern bilden eine
Differenz zwischen zwei Messleitungen
(Hierbei handelt es sich um aktive
Tastköpfe).
• Tastköpfe in der Hochspannungstechnik
besitzen in der Regel auch eine galvanische
Trennung.

Messtechnik 100
Tastkopf

Oszilloskop

Masseklemme

U2: Spannung am Oszilloskop


U: Messspannung
Digitales Speicheroszilloskop

Blockschaltbild digitales Speicheroszilloskop


Mathematische Funktionen
• Durch Einbinden mathematischer
Funktionen bei der Auswertung von
Signalen im DSO können
unterschiedliche Analysen durchgeführt
werden:
• Anstiegszeit
• Impulsbreite
• Amplitude
• Frequenz
• Frequenzspektrum, Histogramm
• Statistik
• Summen, Differenzen,……
Messtechnik 103
Abtastung und Speicherung
• Beim DSO werden die Signale zu
diskreten Zeitpunkten ermittelt
(Abtastung). Diese Daten werden dann
in einen Speicher verschoben.
• Durch die Mittelung (Average) kann der
Einfluss zufälliger Störungen bei genau
periodischen Signalen reduziert
werden.
• Die Abtastung unterscheidet sich nicht
nur in ihrer zeitlichen Auflösung
sondern auch in der
Amplitudenauflösung (8,10,12bit)

Messtechnik 104
Messung durch Abtastung

2x

• zeitliche Abtastung erfordert genügend hohe Auflösung


• Unterabtastung führt zu falschen Ergebnissen
Abtastung und Speicherung
• Die Speichertiefe bestimmt wie viele
Daten gespeichert werden.
• So können erheblich längere Zeiträume
erfasst werden als im Bildschirm
dargestellt werden.
• Durch Zoom und Scroll Verfahren kann
man sich unterschiedliche
Zeitabschnitte ansehen

Messtechnik 106
Beispiele

Messung an einer Digitalschaltung Impulse auf Leitungen

Messtechnik 107
Komponententester
• Über den Komponententester
wird eine Strom-Spannung-
Kennlinie eines Bauteils
dargestellt.
• Hierzu wird an einem separaten
Eingang eine Wechselspannung
angelegt und Strom und
Spannung gemessen.

Kennlinie einer
Diode in
X-Y-Darstellung

Messtechnik 108
Komponententester

Id ~ R U

Id
Id
Ud X

Ud
Y
Komponententester

Um welches
Bauelement
handelt es
sich hier ?

Messtechnik 110
Beispiele

Um welches
Bauelement
handelt es sich
hier?
Messtechnik 111
Digitaloszilloskop
Digitaloszilloskop

Trigger-Einstellung
• Edge Trigger:
Aktiviert durch positive oder negative Flankensteigung
• Smart Trigger:
Komplexe Trigger, aktiviert durch komplexe Bedingungen
Wichtige Kenndaten eines Digitaloszilloskopes

• zeitliche Auflösung: Samples / s

Grenzfrequenz des zu messenden Signals < Samples/s * 0.5

• Quantisierung / Amplitudenauflösung: in Bits

z.B. 10 Bits bedeutet eine Auflösung von 1024

• Speichertiefe: in MByte
Die Speichertiefe bestimmt die maximale Dauer eines Zeitsignals
in einer Messung:
Beispiel: 100 MByte RAM, Auflösung 10 Bit und 50 MSamples/s: 1,6sec
7. Messung des Zeit- und
Frequenzverhaltens von einfachen
Schaltungen
Frequenzverhalten von Schaltungen,
Bode-Diagramme
1.1 RC-Kettenschaltungen
Überblick
1.2 Netzwerkbeschreibung im Frequenz und Zeitbereich

1. Die Eingangsspannung ist sinusförmig, d. h.


Beschreibung der Schaltung im Frequenzbereich.
2. Die Eingangsspannung ist rechteckförmig, d. h.
Beschreibung der Schaltung im Zeitbereich.

Frequenzbereich Zeitbereich
1.2 Bode-Diagramme (Frequenzbereich)

Spannungsverhältnis v
U2 Z2 1
v  
U1 Z1  Z 2 Z
1 1
Z2
1
v komplexes Spannungsübertragungsverhältnis
1 jCR
1
v  Betrag der Spannungsübertragung
2
1 (CR)
1.2 Bode-Diagramme

Logarithmus der Übertragungsfunktion


U2
vdB  20lg v  20log
U1

Für RC-Tiefpass gilt

1
20 log v  20 log( )
1  (CR)2
Berechnung der Phasenlage:

U 2  U1  v  u1  v  e jv
U 2 ist umv gegen U1 verschoben.

Phase berechnet aus der Übertragungsfunktion v


Imv
vv   arctan

Rev

Für RC-TP gilt z.B.


vv   arctan CR

Phasenfrequenzgang:
v  f ()
Darstellung des Frequenzganges.
Bode-Diagramm RC-Tiefpass
U2
vdB  20 lg v  20log
U1
v dB v
40 100 100 : 1
20 10 10 : 1
9,6 3 3 :1
6 2 2:1
3 1,41 1,41: 1
0 1 1: 1
3 0,71 0,71: 1
6 0,5 0,5 : 1
 10,4 0,3 0,3 : 1
 20 0,1 0,1: 1
 40 0,01 0,01: 1
Messung Phase und Amplitudengang mit
dem Oszilloskop

U1
Amplituden
gang
U2

Phase Bsp: 1 V/Div in y, 1 ms/ Div in x


Aufgabe: Berechnen Sie den Amplitudengang und die Phase

Rechnung