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Grauer W.

1726d

Ballade als Textsorte

Die Ballade ist ein erzählendes Gedicht mit einer stark dramatischen Handlung. Es ist ein poetisches
Genre, in dem lyrische, epische und dramatische Elemente zusammenwirken:

 das Lyrische ist in der Ballade durch die stark subjektive Haltung des Dichters zum Gegenstand
der Darstellung ausgeprägt;
 das Epische realisiert sich in dem berichtenden Erzählton einiger Strophen oder Zeilen;
 das Dramatische kommt in der sich stürmisch entwickelnden Handlung und im vorherrschenden
Dialog vor.

Früher schenkt die Ballade als Tanzlied.

Als Stoff der Ballade dienen:

 handlungsreiche, oft tragische Ereignisse aus der Geschichte und Volkspoesie;


 es werden Leid und Liebe, Märchenhaftes und Realistisches, Kampf für Freiheit und Würde des
Menschen gestaltet.

Das Geschehen wird aufs äußerte gerafft, oft gibt der Autor nur den Schlussakt der sich tragisch
entwickelnden Handlung.

Was der Ballade charakteristisch ist,

 gibt es eine Abwechslung der Berichtform und des Dialogs;


 gibt es die Wiederholung einzelner Wörter oder ganzer Verszeilen;
 der Umfang der Strophen und ihre Zahl sind unterschiedlich;
 sie enthält relative Knappheit und den sprunghaften Charakter der Darstellung.

Die Ballade in Deutschland begann sich im 15.Jahrhundert zu verbreiten. Gegen Ende des 18.
Jahrhunderts sind Volksballaden entstanden. Die Ballade blieb im 19.Jahrhundert eine sehr beliebte
Gattung.

Berühmtesten Dichtern:

 G.A. Bürger, J.G. Herder, J.W. von Goethe und F. Schiller

Die erste weltbekannt gewordene Ballade ist «Lenore» von G.A. Bürger (1774).

1797 ist in der Literaturgeschichte als «Balladenjahr» bekannt.

Glossar:

1. die Ballade ist ein erzählendes Gedicht mit einer stark dramatischen Handlung. Es ist ein
poetisches Genre, in dem lyrische, epische und dramatische Elemente zusammenwirken.
2. die Strophe ist die Anordnung einer bestimmten Anzahl von Versen (Verszeilen) zu einer in sich
geschlossenen Form. Die Strophe ist dabei einer höheren metrischen Einheit untergeordnet, wie
beispielsweise dem Gedicht oder dem Lied. Das bedeutet, dass ein lyrischer Text aus Strophen
besteht, die aus Versen zusammengesetzt sind.
3. die Verszeile (Vers) bezeichnet eine Reihe metrisch gegliederter Rhythmen. Gedruckte Verse
werden üblicherweise in Zeilen gesetzt und daher auch als Verszeilen bezeichnet.
4. der Rhythmus ist Gliederung des Sprachablaufs durch Wechsel von langen und kurzen, betonten
und unbetonten Silben, durch Pausen und Sprachmelodie. (Metrum; Jambus, Trochäus,
Daktylus, Anapäst)
5. der Reim gleich klingende Silben verschiedener Wörter am Ausgang oder in der Mitte von zwei
oder mehreren Versen, Zeilen. (z.B. ein weiblicher, männlicher Reim)
6. das Versmaß metrisches Schema eines Verses
7. der Versfuß kleinste rhythmische Einheit eines Verses, die sich aus einer charakteristischen
Reihung von langen und kurzen oder betonten und unbetonten Silben ergibt
8. der Jambus ist Versfuß aus einer kurzen (unbetonten) und einer folgenden langen (betonten)
Silbe. z.B. Am grauen Strand, am grauen Meer
9. der Trochäus ist ein zweisilbiger Versfuß, wobei die erste Silbe betont und die zweite Silbe
unbetont ist. Er dient einer laufend fallenden Bewegung. z.B. Freude, schöner Götterfunken
(Schiller, „An die Freude“).
10. der Amphibrachys metrische Einheit, die aus einer kurzen, einer langen und einer kurzen
beziehungsweise unbetonten, betonten und unbetonten Silbe besteht. Z. B. Es fürchte die
Götter
11. der Daktylus ist ein Versfuß, der aus drei Silben gebildet wird. Ein Versfuß rhythmisiert einen
lyrischen Text und bestimmt unsere Lesart. Der Daktylus wird durch die Abfolge einer schweren
und zweier leichten Silben in einem Vers gebildet und gehört neben Jambus, Trochäus und
Anapäst zu den vier Grundmetren der akzentuierenden Metrik
12. der Anapäst bezeichnet ein Versfuß. In der quantitierenden Metrik wird der Anapäst mittels
zweier kurzer und einer langen Silbe gebildet (υυ-). Im Deutschen gibt es aber eine
akzentuierende Metrik. Das bedeutet, dass Silben nicht aufgrund ihrer Längen und Kürzen
bemessen werden, sondern aufgrund ihrer Betonung.