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Chemische Elemente, Atombau

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Chemische Elemente
• Elementare Stoffe, Elemente, sind
Reinstoffe, die sich nicht in andere
Stoffe zerlegen lassen.
• Elemente bestehen aus einer
Teilchenart
• Teilchenart ist die Art der Atome
• Art der Atome wird bestimmt durch die
Anzahl der Protonen im Atomkern
• Elemente bestehen aus gleichen
Atomen
• Gibt Metalle, Nichtmetalle (Halbmetalle
oder Übergangselemente) 2
Chemische Verbindungen
• Verbindungen sind Reinstoffe, die sich
in mindestens zwei elementare Stoffe
zerlegen lassen.
• Für chemische Verbindungen gibt es
Summenformeln, die die Art der
Elemente und die entsprechenden
Anzahlen angeben.
• Chemische Verbindungen bestehen aus
gleichen Teilchen.
• Die Teilchenarten in chemischen
Verbindungen sind Moleküle oder
Ionenkristalle.
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Elementare Stoffe

• Eisen, Schwefel, Kupfer, Iod, Silicium, Zink, Zinn,


Wasserstoff, Blei, Kohlenstoff …..
• Elementare Stoffe bestehen aus Atomen einer
Atomart.
• Atome einer Atomart unterscheiden sich von
anderen Atomen anderer Elemente in Masse und
Größe.
• Elemente enthalten Atome mit gleicher Anzahl von
Protonen im Atomkern und gleicher Anzahl
Elektronen in der Atomhülle, unterschiedlich kann
die Anzahl der Neutronen im Kern sein (Isotope)

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Einteilung der Elemente

http://dccdn.de/pictures.doccheck.com/photos/b/2/b432a4801dd326942aece072a
9e68438_o.jpg 5
Abgrenzung Metalle - Nichtmetalle
Nichtmetalle – elementare Stoffe
• Hauptgruppenelemente mit
elektronegativem Charakter
• Bilden bevorzugt Anionen oder
Molekülverbindungen
• Gasförmige: Wasserstoff = H, Stickstoff =
N, Sauerstoff = O, Fluor = F, Chlor = Cl,
Edelgase = Elemente der 8. Hauptgruppe
• Flüssige: Brom = Br
• Feste: Bor = B, Kohlenstoff = C, Phosphor
= P, Schwefel = S, Iod = I, Astat = At
• Nichtmetalle treten ausschließlich in den
Hauptgruppen des PSE auf

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Abgrenzung Metalle - Nichtmetalle
Nichtmetalle – typische Eigenschaften

• im Standardzustand – schlechte Leiter von


Wärme und Strom
• geringe Duktilität (Dehnbarkeit)
• Neigung zur Bildung von Molekülen aus
mehreren Atomen
• können in unterschiedlichen Modifikationen
auftreten, haben unterschiedliche
Eigenschaften
• Oxide der Nichtmetalle bilden in wässrigen
Lösungen Säuren
• Grenzen zwischen Metallen und
Nichtmetallen sind fließend 7
Abgrenzung Metalle - Nichtmetalle
Metalle – elementare Stoffe / typische
Eigenschaften I
• gute elektrische Leitfähigkeit, d. h.
geringer elektrischer Widerstand niedrige
Ionisierungsenergie
• metallisches Aussehen, d. h. metallischer
Glanz der Oberfläche
• Mehrheitlich bei Raumtemperatur fest
(Ausnahme Quecksilber)
• undurchsichtig
• hohe Dichte 8
Abgrenzung Metalle - Nichtmetalle
Metalle – elementare Stoffe / typische
Eigenschaften II
• duktil, dehnbar (extrem wichtige
mechanische Eigenschaft für die
Anwendung und Verarbeitung als
Material)
• gute Wärmeleitfähigkeit
• etwa 80 Prozent der chemischen
Elemente

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Metalle – Einteilung und Fakten
• Metalle werden nach ihrer Dichte in Leicht-
(Dichte kleiner als 5 g/cm³) und
Schwermetalle unterteilt
• bekannteste Leichtmetalle sind Magnesium
und Aluminium
• bekannteste Schwermetalle sind Gold (Au)
und Blei (Pb)
• nach Reaktivität – Edelmetalle,
Halbedelmetalle und unedle Metalle
• sind schon lange als Werkstoffe im Einsatz
• Oxide der Metalle reagieren mit Wasser zu
basischen Lösungen 10
Metall – charakteristische Eigenschaften
• Aufbau aus Metallgittern mit freibeweglichen
Elektronen („Elektronengaswolke“) sehr
gute Leitfähigkeiten für Wärme und Strom
• Lichtabsorption und Reflexion (metallischer
Glanz) auch durch bewegliche Elektronen
verursacht
• Metalloxide bilden in wässrigen Lösungen
Laugen
• Metalle können Legierungen bilden =
homogene Metallgemische mit neue
Eigenschaften im Vergleich zu reinen Metallen

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Vorkommen von Metallen
• Gold, Silber, Kupfer und Platinmetalle gehören
zu den wenigen Metallen, die gediegen
vorkommen
• Sonst Gewinnung aus ihren Erzen (sind
oxidische, sulfidische und silicatische
Verbindungen)
• Sulfidische Erze – z. B. Chalkopyrit – CuFeS2;
Galenit – PbS; Zinkblende: ZnS
• Oxidische Erze – z. B. Chromit – (Fe,Mg)Cr2O4;
Kassiterit –SnO2; Magnetit – Fe3O4
• Silikatische Erze – z. B. Népouit –
(Ni,Mg)6[(OH)8|Si4O10]; Beryll – Be3Al2(SiO3)6;
Spodumen – LiAl(SiO3)2
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Legierungen I

• Gemeinsames Schmelzen verschiedener


Metall  Bildung von Legierungen
• Legierungen haben neue Eigenschaften im
Vergleich zu den reinen Metallen (z. B. aus
weichen Metallen wie Kupfer und Zinn wird die
härtere und bei niedrigeren Temperaturen
schmelzende Bronze)
• Bekannteste Eisenlegierung ist Stahl

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Legierungen II
Ausgewählte Legierungen:
– Neusilber = Kupfer, Nickel,
Zink; für Modeschmuck und
Besteck
– Bronze = Kupfer und Zinn; für
Glocken und Skulpturen
– Messing = Kupfer und Zink;
für Armaturen, Schmuck,
Beschläge und Schrauben
– Nordisches Gold = Kupfer,
Aluminium, Zink und Zinn; für
10-,20- und 50- Ct-Münzen
– Stahl (Edelstahl/V2a) = Eisen,
Chrom, Nickel; „rostfreie“
Gegenstände aus Eisen 14
Atombau / Atommodelle

• Vorstellungen über den Bau von Atomen bereits


seit Demokrit (ca. 460 bis 380 v. Christus) –
Körper sind nicht unbegrenzt teilbar
• 19. Jahrhundert –Dalton  Atome sind
verschieden  jedes Element besteht aus einer
Atomsorte mit eigener Masse, Atome sind
kleinste Teilchen der Elemente und sind
unveränderlich, Atome verbinden sich bei
chemischen Reaktionen in bestimmten
Zahlenverhältnissen
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Atombau / Atommodelle

• Thompson (1856 – 1940) – Atome bestehen aus


positiver Masse und negativen Elektronen
• Atommodell von Rutherford – Kern-Hülle-Modell
– Nachweis positiver Atomkern (klein, fast
gesamte Masse) umgeben von großer Hülle mit
negativen Ladungen, Anzahl negative Ladungen
in der Hülle und positive Ladungen im Kern
stimmen überein, 1919 – Entdeckung des
Protons
• Bohrsches Atommodell – Erweiterung des
Atommodells von Rutherford
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Bohrsches Atomodelle

• Atome bestehen aus Atomkern mit Protonen und


Neutronen und der Atomhülle mit Elektronen,
Atome sind nach außen elektrisch neutral
• Elektronen können sich nur auf bestimmten
unterschiedlichen Energieniveaus bewegen
(Elektronenschalen)
• gibt sieben Elektronenschalen. Je weiter eine
Elektronenschale vom Atomkern entfernt ist,
desto mehr Elektronenbahnen kann sie
enthalten.

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Atom

• Durchmesser von ca. 10−10 m (= 100 pm)


• davon Atomkern nur ein 1/100 000 ein
• Atomkern versammelt die größte Masse
auf kleinstem Raum
• restlicher Platz steht Elektronen zur
Verfügung
• Elementarladung beträgt 1,6⋅10−19C
(Coulomb)
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Bauteile der Atome

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Atomkern
• Zahl der Protonen bestimmt die Atomsorte
• Zahl der Protonen = Kernladungszahl =
Ordnungszahl
• Zahl der Neutronen im Kern kann variieren 
Isotope
• Neutronen und Protonen sind Nukleonen
• Nukleonenzahl = Massezahl
• Bedeutung der Isotope: Medizin – Dotierung mit
radioaktivem Jod – Erkennen von Krebszellen;
Altersbestimmung in der Archäologie,
Kernchemie

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Kenn-
zeichnung
des Atoms
einer Atomart
und des
Atomkerns

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Reinelemente
• Nur 9 Elemente der Hauptgruppen sind
Reinelemente: Be, F, Na, Al, P, As, I, Cs,
Bi
• Nukleonenzahl und Zahlenwert der
gerundeten Atommasse ist für alle
Atome des entsprechenden Elements
gleich  existiert in der Natur nur ein
Nuklid (keine unterschiedlichen Isotope
in der Natur)
• Insgesamt gibt es 20 Reinelemente
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Isotope
Isotope = Atomart mit gleich vielen Protonen
(gleicher Ordnungszahl), aber verschieden vielen
Neutronen im Atomkern. Die Isotope eines und
desselben Elements haben also verschiedene
Massenzahlen, verhalten sich aber chemisch
weitgehend identisch.

12 13 14
Weitere Beispiele: 6 C, 6 C, 6 C
23
Isotope – weiteres Beispiel –
Mischelement Magnesium

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Atomare Masseneinheit

• in Natur drei Kohlenstoffisotope: 12C, 13C und


14C

• Aus Häufigkeit dieser Isotope ergibt sich


eine durchschnittlicher Massewert von
mC =12,01 u
• Definition der atomaren Masseneinheit u
beruht auf der Masse des häufigsten
Kohlenstoffisotops 12C = 12,00 u
• 1u = m(von ein Kohlstoffisotop-12) /12

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Elektronenhülle
• Anzahl der Elektronen in der Hülle ist gleich der
Anzahl der Protonen im Kern
• Elektronen bewegen sich sehr schnell auf
bestimmten Bahnen im einem kugelförmigen Raum
um den Kern.
• Hohe kinetische Energie verhindert, dass Elektronen
in den Kern fallen
• Bildung von Ionen – Abspaltung von Elektronen
• Notwendige Energie = Ionisierungsenergie
• Elektronen befinden sich auf verschiedenen Schalen
• Elektronen mit gleichem Energiegehalt bewegen sich
im gleichen Abstand vom Atomkern

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Erste Ionisierungsenergie

• Zunahme der Kernladungszahl  Anstieg der


Ionisierungsenergie
• Je weiter ein Elektron vom Kern entfernt ist, um so
kleiner ist die Ionisierungsenergie! 27
Elektronenhülle
• Elektronen befinden sich auf Elektronenschalen
• Elektronenschalen = Energieniveaus = Energiestufen
• z = 2n² z = Zahl der Elektronen
n = Nummer der Schale
• Elektronenschalen (Gruppen von
Elektronen mit etwa gleichem
Energieinhalt)
n z - Außenelektronen spielen bei
K 1 2 chemischen Reaktionen
L 2 8 eine Rolle
M 3 18 - Hauptschalen untergliedern
N 4 32 sich in Unterniveaus
O 5 50
P 6 72
Modelle verschiedener
Q 7 98
Atomhüllen 28
Veranschaulichung des Schalenmodells und
der Energiestufen I

29
Veranschaulichung des Schalenmodells und
der Energiestufen II

30
/
http://www.joerg-rudolf.lehrer.belwue.de/kurse/lkphysik_00/unschaerferelation
31
Orbitale = Aufenthaltsräume für Elektronen
• Ein Orbital ist die räumliche Darstellung der
Aufenthaltswahrscheinlichkeit eines Elektrons
• Jedes Bohrsche Energieniveau enthält ein s-Orbital
(kugelsymmetrisch)
• Aufenthaltswahrscheinlichkeit dicht am Kern am
höchsten, Kugelform heißt, dass Elektron sich in
bestimmten Kernabstand in jeder Richtung gleich
wahrscheinlich aufhält
• ab dem 2. Bohrschen Energieniveau gibt es
zusätzlich 3 Stück p-Orbitale (hantelförmig mit
Knotenfläche am Kern)
• ab dem 3. Bohrschen Energieniveau gibt es die 5
Stück d-Orbitale
• ab dem 4. Bohrschen Energieniveau gibt es die 7
Stück f-Orbitale

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Quelle:http://chemwiki.ucdavis.edu/@api/deki/files/4826/=Single_electron_orbitals.jpg
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Quantenzahlen I
• Alle Elektronen in einem Atom unterscheiden
sich energetisch
• Um diese Unterschiede zu verdeutlichen und
Elektronen zu identifizieren, verwendet man
als Hilfsmittel die Quantenzahlen
• gibt 4 Quantenzahlen (Hauptquantenzahl,
Nebenquantenzahl, Magnetquantenzahl,
Spinquantenzahl)
• Pauli-Prinzip – Im Atom gibt es keine zwei
Elektronen, die in allen vier Quantenzahlen
übereinstimmen!
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Quantenzahlen II
• Hauptquantenzahl n: gibt Energieniveau
(Schale) an – K-Schale  n=1 …
• Nebenquantenzahl l: gibt die Unterniveaus
an, charakterisiert die Form (Symmetrie) der
Orbitale. Statt der Nebenquantenzahl werden
im Allgemeinen Buchstaben angegeben.
Dabei entspricht: l=0⇒s-Orbital; l=1⇒p-
Orbital; l=2⇒d-Orbital; l=3⇒f-Orbital
• Magnetquantenzahl m: m = -l ... 0 ... +l. Die
Magnetquantenzahl gibt Auskunft über die
Orientierung des Orbitals im Raum.
• Spinquantenzahl s: Spin (Eigenrotation) s =
+1/2 oder – 1/2

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Quantenzahlen III

• besitzt ein Elektron die Quantenzahlen n=2;


l=1; m=-1 und s=1/2  so befindet es sich
im px-Orbital des 2. Energieniveaus
• Jedes Orbital kann zwei Elektronen
aufnehmen  folgende Maximalbesetzung

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Maximalbesetzung der Schalen / Orbitale

n 1 2 3 4

Schale K L M N

2n² 2 8 18 32

Orbital 1s 2s 2p 3s 3p 3d 4s 4p 4d 4f

Elektronen 2 2 6 2 6 10 2 6 10 14

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Regeln zur Besetzung der
Atomhülle I
• Energieprinzip:
Energieärmere Zustände
werden zuerst besetzt
• 3d ist energetisch höher
als 4s….

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Regeln zur Besetzung der Atomhülle II
• Für die Besetzung entarteter Orbitale (Orbitale
mit gleicher Energie) gilt die Hund'sche Regel:
Entartete Orbitale werden so besetzt, dass die
größt-mögliche Anzahl ungepaarter
Elektronen auftritt. Das heißt, diese Orbitale
werden zunächst einfach besetzt.
• Nach der Hundschen Regel erweisen sich
halbbesetzte Zustände gleicher
Nebenquantenzahl ähnlich wie vollbesetzte als
energetisch relativ günstig

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Regeln zur Besetzung der Atomhülle III

• Das Pauli-Prinzip besagt, dass jedes Orbital maximal


2 Elektronen beinhalten kann, die den gleichen
Energiewert, aber entgegengesetzten Spin haben.

Phosphor Schwefel

• Im Beispiel werden beim Phosphoratom erst die


einzelnen 3p-Orbitale mit je einem Elektron besetzt,
beim Schwefelatom wird dann ein 3p-Orbital mit
einem zweiten Elektronen besetzt.
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Elektronenkonfiguration
• Bis Kern-
ladungs-
zahl 10
• Pauling
und verein-
fachte
Schreib-
weise

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Oktettregel
• Atome erreichen einen Idealzustand, wenn sie in der
äußersten Schale acht Elektronen haben
(Oktettregel).
• Dieser Zustand ist bei den Edelgasen erfüllt, man
bezeichnet diese Besetzung auch als
Edelgaskonfiguration (s2 p6-Konfiguration).
• Um diese energetisch günstige
Elektronenkonfiguration zu erreichen, bilden die
Elemente chemische Verbindungen!

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Zusammenfassung I
• Atom besteht aus einem Atomkern, in dem sich die
positiv geladenen Protonen und die ungeladenen
Neutronen befinden, und der 100.000-fach größeren
Elektronenhülle, in der sich die negativ geladenen
Elektronen bewegen.
• Atome mit der gleichen Anzahl Protonen aber
unterschiedlich vielen Neutronen nennt man Isotope.
• Die Atommasse eines Elements wird durch die
Summe der Neutronen und Protonen unter
Beachtung der Isotopenhäufigkeit bestimmt.
• Bei der spontanen Umwandlung eines Atomkerns in
einen anderen wird radioaktive Strahlung
ausgesendet.
• Radioaktive Elemente werden in der Medizin zu
diagnostischen und therapeutischen Zwecken
eingesetzt.
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Zusammenfassung II
• Nach N. Bohr bewegen sich Elektronen auf
Energieniveaus (Schalen) um den Atomkern.
• Die Beschreibung von Elektronen als Welle
durch Schrödinger führte zu Orbitalen als
größte Aufenthaltswahrscheinlichkeit.
• Der genaue Zustand eines Elektrons kann
durch seine Quantenzahlen beschrieben
werden.
• Bei der Besetzung der Orbitale mit
Elektronen wird immer das Orbital mit
geringster Energie besetzt, außerdem
werden das Pauli-Prinzip und die Regel von
Hund befolgt.
• Elektronen auf der äußersten angefangenen
Schale  verantwortlich für chemisches
Verhalten = Valenzelektronen 44