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Home Theorie Lautsprecher Geh .. Mes L

Subwooferabstimmung mit Gehäuse,


Kondensator und Widerstand
Der einfachste Subwoofer ist der
geschlossene Subwoofer. Er hat ein
geschlossenes Gehäuse, damit der
rückwärtige Schall nicht bei tiefen Frequenzen
den frontseitigen überlagert und aufhebt.

Der Subwoofer ist sehr leicht zu berechnen.


Wenn man die Thiele und Small-Parameter
aus dem Datenblatt kennt (man kann sie auch messen), lässt
sich damit leicht das Gehäusevolumen berechnen.

Normalerweise wird das Gehäuse auf eine Güte von Qtc= 0,71
eingestellt. Will man einen besonders trockenen Bass, so kann
Qtc noch etwas kleiner gewählt werden.

Dann wird das Gehäuse größer und der Pegelabfall zu niederen


Frequenzen wird sehr viel sanfter, wobei der Abfall bereits bei
höheren Frequenzen beginnt.

Subwooferabstimmung mit Serienwiderstand

Schaltet man einen Widerstand Rv vor den Tieftonlautsprecher,


so wirkt dieser, wie wenn man einen schwächeren Antrieb (z.B.:
einen schwächeren Magneten) verwenden würde.

die elektrische Güte Qes nimmt zu:


Qes = Qes,alt * (Rv + Re) / Re, wobei Re der
Gleichstromwiderstand des Tieftöners ist.

Somit kann der Antrieb geschwächt werden und die


Tieftonwiedergabe im unteren Bassbereich verstärkt werden,
wozu dann das Gehäuse auch größer ausfallen sollte.

Subwooferabstimmung mit Serienkondensator


auch GHP-Methode genannt (geschlossen mit
Hochpass)

Was macht jedoch ein


Kondensator in Reihe zum
Lautsprecher?

Im ersten Anlauf wird man


sagen, dass dies ein 6 dB
Hochpass ist, der also nur hohe
Töne passieren lässt. Das ist in
erster Näherung richtig.

Um dies näher zu erklären,


müssen wir in die komplexe
Zahlenebene. Denn Widerstand ist leider keine eindimensionale
Größe, die man nur addiert, sondern sie hat verschiedene
Komponenten, die man in unterschiedlichen Richtungen in der
komplexen Zahlenebene aufträgt.

Links ist der einfache Fall dargestellt, dass der Lautsprecher


aus einem Wirkwiderstand bestehen würde, dem ein
Kondensator in Reihe geschaltet wird.

Der rote Pfeil nach rechts entspricht also dem Widerstand des
Lautsprechers (und da wir hier Spannungen darstellen wird er
wie alle anderen Widerstände mit dem Strom I multipliziert). Der
blaue Pfeil entspricht dem Kondensator dessen Widerstand
abhängig von der Frequenz ist, was man mathematisch mit jω
ausdrückt, wobei ω = 2πf ist, also 6,28 mal der Frequenz f.

Man erkennt, dass je kleiner f (oder ω) ist oder je kleiner die


Kapazität C ist, desto kleiner ist der Nenner bzw. desto länger
ist der blaue Pfeil.

Ist der blaue Pfeil länger, dann ist aber auch das Verhältnis der
Längen ULS (Spannung am Lautsprecher) geteilt durch Uges
(Gesamtspannung an den Eingangsklemmen) kleiner.

Also: mit fallender Frequenz oder mit kleinerem Kondensator,


kommt immer weniger Spannung am Lautsprecher an.

Wir hatten jedoch eine vereinfachende Annahme gemacht: Der


Lautsprecher hat nur einen Wirkwiderstand.

Tatsächlich ist dies nicht so.

Der Lautsprecher hat:


- einen Wirkwiderstand (der Widerstand der Schwingspule), hier
rot eingezeichnet,
- einen induktiven Blindwiderstand der Spule jωL, im Bild nach
oben gezeichnet,
- und einen Anteil induzierte Spannung (durch die Bewegung
der Spule im Magnet, hier als schwarzer Pfeil gezeichnet)

Die Summe der Einzelspannungen ergeben zusammen ULS,


also die Spannung an den Lautsprecherklemmen.

Dazu wird nun der Kondensator in Reihe geschaltet (blauer Pfeil


nach unten).

Im Bild ist zu sehen, dass für den gezeichneten Fall die


Spannung am Lautsprecher ULS größer ist (d.h. der Pfeil ist
länger) als die Spannung Uges an der Eingangsklemmen
(türkiser Pfeil).

Anders ausgedrückt: Der Kondensator macht im gezeichneten


Fall eine Aufwärtstransformation, erhöht also am Lautsprecher
die Spannung!

Nun ist die Frage, wann er das macht.

Antwort: Immer dann, wenn durch sein Mitwirken der Pfeil


Gesamtspannung sich näher zur Achse nach rechts (Wirk-
/Verlustspannung) verschiebt.

Was kann man damit in der Praxis anfangen?

Wenn man ein Messgerät hat, das komplexe Impedanzen


messen kann (Ihre Soundkarte?), kann man mit einfacher
Rechnung ermitteln, wie ein Kondensator den Pegel verändert.

Dies wurde nachfolgend mit einem Alcone AC12 SW4 gemacht


(erste 5 Spalten).

In der 6. Spalte (indukt. Teil C) wurde die induktive Impedanz


eines 800 uF-Kondensator hinzugefügt (da die Impedanz
kapazitiv ist, ist sie hier negativ).

In der 7. Spalte sehen Sie dann die Summe der indukt. Anteile,
wenn diese kleiner ist als der induktive Anteil des Lautsprechers
in der 5. Spalte), gibt es Pegel-Anhebung, was in den letzten
beiden Spalten zu erkennen ist.

+
Lautsprecherimpedanz Pegelerhöhung
Kondensator
Phase
Impedanz real indukt.indukt.indukt. U /U
in LS gesin dB
Frequenzin Ohm Teil Teil Teil C Summe
Grad
10 Hz 4,32 14,36 4,19 1,07 -19,90 -18,83 0,21 -13,46
11,2 Hz 4,28 18,89 4,05 1,38 -17,74 -16,36 0,25 -11,90
12,6 Hz 4,31 23,84 3,94 1,74 -15,81 -14,07 0,29 -10,60
14,1 Hz 4,43 28,91 3,88 2,14 -14,09 -11,95 0,35 -9,05
15,9 Hz 4,64 34,26 3,84 2,61 -12,56 -9,95 0,44 -7,23
17,8 Hz 4,95 39,4 3,83 3,14 -11,19 -8,05 0,56 -5,11
20,0 Hz 5,4 44,64 3,84 3,79 -9,98 -6,18 0,74 -2,60
22,4 Hz 6,03 49,66 3,90 4,59 -8,89 -4,30 1,04 0,33
25,1 Hz 6,85 54,46 3,98 5,57 -7,92 -2,35 1,48 3,41
28,2 Hz 8,06 59,02 4,15 6,91 -7,06 -0,16 1,94 5,76
31,6 Hz 9,95 63,24 4,48 8,88 -6,29 2,59 1,92 5,68
35,48 13,64 66,66 5,41 12,52 -5,61 6,91 1,55 3,83
39,8 Hz 17,43 64,78 7,43 15,76 -5,00 10,76 1,33 2,49
44,7 Hz 51,32 61,4 24,5845,04 -4,46 40,59 1,08 0,68
50,1 Hz 85,6 -28,86 74,97-41,30 -3,97 -45,27 0,98 -0,20
56,2 Hz 24,13 -71,16 7,80 -22,83 -3,54 -26,37 0,88 -1,14
63,1 Hz 15,43 -68,09 5,76 -14,31 -3,15 -17,47 0,84 -1,53
70,8 Hz 8,95 -65,98 3,64 -8,17 -2,81 -10,98 0,77 -2,23
79,4 Hz 7,38 -53,81 4,36 -5,95 -2,51 -8,46 0,78 -2,21
89,1 Hz 5,33 -45 3,77 -3,77 -2,23 -6,00 0,75 -2,47
100 Hz 4,82 -34,14 3,99 -2,70 -1,99 -4,69 0,78 -2,13
112 Hz 4,21 -22,4 3,89 -1,60 -1,77 -3,38 0,82 -1,76
126 Hz 4,16 -11,72 4,07 -0,84 -1,58 -2,43 0,88 -1,14
141 Hz 4,26 -0,85 4,26 -0,06 -1,41 -1,47 0,95 -0,49
158 Hz 4,34 7,58 4,30 0,57 -1,26 -0,68 1,00 -0,03
178 Hz 4,59 15,65 4,42 1,24 -1,12 0,12 1,04 0,32
200 Hz 4,9 22,38 4,53 1,86 -1,00 0,87 1,06 0,52
316 Hz 6,75 39,29 5,22 4,27 -0,63 3,64 1,06 0,50
501 Hz 9,4 47,47 6,36 6,92 -0,40 6,53 1,03 0,27
1000 Hz 15,29 53,63 9,07 12,31 -0,20 12,11 1,01 0,09
1995 Hz 25,46 52,56 15,4820,21 -0,10 20,11 1,00 0,03

Wie kommen die wechselnden Pegel zustande?

Bereich 1 (Subsonic, gelb):


Bei tiefen Frequenzen ist der Scheinwiderstand des
Kondensators so hoch, dass der Pegel am Lautsprecher
abgesenkt ist.

Bereich 2 (unter der Resonanzfrequenz des Tieftöners,


hellgrün):
Ab 22 Hz, wo der induktive Teil der Impedanz größer ist als die
Summe aus induktivem und kapazitivem Anteil gibt es eine
Pegelanhebung, die bis 49 Hz anhält.

Bereich 3 (über der Resonanzfrequenz des Tieftöners, hellblau):


Bei 49 Hz hat der Lautsprecher seine Resonanz; hier ändert
sich die Phase wie es für eine Resonanzstelle typisch ist. Die
Kondensator vermindert nun wieder den Pegel; zuerst wenig, da
die Impedanz des Lautsprechers sehr groß ist, bei weiter
steigender Frequenz nimmt zwar auch die imaginäre Impedanz
des Kondensators ab, aber sehr viel schneller die des
Lautsprechers, weswegen bis 70 Hz der Pegel durch den
Kondensator abfällt;

Bereich 4 (höherer Frequenzbereich, rötlich):


Anschließend wird bei steigender Frequenz die Impedanz des
Kondensators so klein, dass der Kondensator keine gewichtige
Rolle mehr spielt. Dabei kann es nochmals zu geringer
Pegelanhebung kommen.

Die so errechneten Werte stimmen sehr genau mit den


Messergebnissen überein. Wenn man den Kondensator
vergrößert beginnt die Bassanhebung etwas tiefer und fällt
etwas weniger stark aus:
- bei 1000 uF: Anhebung ab 20,5 Hz / Erhöhung um 5,5 dB
- bei 1200 uF: Anhebung ab 19 Hz / Erhöhung um 4,7 dB
- bei 1600 uF: Anhebung ab 17,5 Hz / Erhöhung um 4 dB

Der Kondensator sollte jedoch nicht zu klein gewählt werden, da


ansonsten die Impulsantwort des Lautsprechers leidet.

Subwooferabstimmung mit
Bassreflexgehäuse
Der Subwoofer mit Bassreflexgehäuse hat
einen großen Vorteil: Er nutzt die Vorder- und
Rückseite der Membran zur Schallabstrahlung.
Durch das Bassreflexloch wird die Phase des
rückseitigen Schalls im Tieftonbereich so
angepasst, dass sich die Anteile dre Vorder-
und Rückseite ergänzen.

Das ist wichtig, da bei tiefen Frequenzen die Membranfläche


des Lautsprechers gar nicht groß genug sein kann (einige
Quadratmeter wären für 20-50 Hz Abstrahlfrequenz
wünschenswert).

Der Nachteil:
Die Bassreflexöffnung ist ein schwingungsfähiges Gebilde, das
daher ja die Phase dreht, und das die Präzision der
Basswiedergabe vermindert.

Hat der Lautsprecher einen zu starken Magneten, kann auch


hier dieser durch einen Widerstand geschwächt werden.

Oder man wendet die tiefe Bassabstimmung an, bei der der
Lautsprecher höchste Kontrolle über die eigene Membran hat,
dafür jedoch der Bass bei höheren Frequenzen per
Verstärkermodul abgeregelt werden muss. Dies Prinzip wird bei
Subwoofern mit extrem starken Magneten angewandt.

Vor- und Nachteile der Abstimmungen


Die geschlossenen Box hat sicher - besonders wenn Qtc unter
0,7 gewählt wird - den saubersten Klang. Wenn dann später
jedoch noch Tiefbass hinzu kommen soll, was manche unserer
High-End-Kunden durch einen zusätzlichen Bassreflex- oder
Bandpass-Subwoofer erreichen wollen, so ist sicher ein tief
abgestimmter Alcone oder anderer hochwertiger Tieftöner die
beste Lösung.

Die Methode den Tiefbass mit Kondensator anzuheben bringt


weniger Kontrolle, da jedes energiespeichernde Element (wie
der Kondensator) die Impulstreue vermindert. Der Vorteil der
Bassreflexöffnung (die Rückseite der Membran zur
Schallabstrahlung zu nutzen) und somit im unteren Bass einen
deutlich höheren maximalen Pegel zu erreichen als eine
vergleichbare geschlossene Box liegt hier nicht vor. Daher
halten wir die Kondensatorlösung nur für sinnvoll, wenn ein
kleines Gehäuse das wichtigste Kriterium ist.

Die viel weniger bekannte Lösung der Abstimmung per Serien-


Widerstand, (siehe oben oder detaillierter hier) bevorzugen wir
gegenüber einem Kondensator wenn es auf einen sehr
sauberen, wummerfreien Bass ankommt. Die Methode ist völlig
unkonventionell und wird von vielen wegen der dadurch
verminderten Dämpfung ihres Verstärkers abgelehnt. Wird die
Methode richtig angewandt, so gibt es keinerlei Nachteile, nur
Vorteile - siehe Interview.

Weitere interessante Lösungen sind das Basshorn, das aber


meist zu viel Raum oder zumindest eine ganze Raumecke
benötigt. Oder auch die Transmissionlinebox, die versucht, die
Vorteile der geschlossenen Box mit den Vorteilen der
Bassreflexbox zu verbinden, wodurch sich auch Nachteile
ergeben wie das TML-Loch.

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