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Datum 31.10.

2019

An den Bundespräsidenten

Es geht in diesem Schreiben um die Widmung des staatlichen Bestandes und seinen
bestimmungsgemäßen Gebrauch zum Wohle der Allgemeinheit, eventuelle
diesbezügliche Mängel und um die Notwendigkeit zur Abhilfe solcher Mängel.

Übersicht: I. Allgemeine Grundsätze


II. Mangel an Entsprechung mit den Grundsätzen aus I.
III. Handlungsbedarf

I. Allgemeine Grundsätze

A. Prämissen
Der Staat ist der Repräsentant der Allgemeinheit. Als das Interesse der Allgemeinheit
wird das Gemeinwohl zugrundegelegt. Der Staat ist mit seinem gesamten Bestand
dem Gemeinwohl gewidmet. Er ist der Allgemeinheit verpflichtet und verpflichtet,
den widmungsgemäßen Gebrauch des Bestandes des Staates zu garantieren. Mit
dieser Verpflichtung geht die Berechtigung zur Durchführung der zur Erfüllung der
Verpflichtung erforderlichen Maßnahmen einher. Umgekehrt geht alles Recht des
Staates von der Allgemeinheit aus (vergl. Art. 20 GG) und ist an die Verpflichtung ihr
gegenüber gebunden, den widmungsgemäßen Gebrauch des Bestandes des Staates
zu garantieren, nämlich nicht nur zum Wohle des einzelnen sondern zugleich zum
Wohle der Allgemeinheit.

B. Der Bestand des Staates


Der Bestand des Staates beinhaltet und umfasst sowohl die Bereiche des öffentlichen
Rechts, als auch alle Bereiche des Privatrechts. Diese sind ebenso dem Gemeinwohl
gewidmet, wie der Staat als solcher. Jeder Haushalt, jedes Rechtsgeschäft und
Erwerbsgeschäft, alle Rechtsobjekte1 und Rechtssubjekte und sonstigen Bestandteile
des Privatrechts, Eigentums- und Besitzrechte und sonstige Rechte des Privatrechts
sind Teil des Bestandes des Staates und dem Gemeinwohl gewidmet. Ihr Gebrauch
soll (nicht vorrangig dem einzelnen, sondern) zugleich dem Wohle der Allgemeinheit
dienen (vergl. Art 14 (2).

(Rechtsobjekt ist alles, was vom Menschen beherrschbar ist und ihm von
der Rechtsordnung zugeordnet werden kann. Es reicht für die Rechtsobjektsqualität aus,

1
Der Rechtsbegriff „Rechtsobjekt“ entstammt der allgemeinen Rechtslehre und ist sowohl im Privatrecht als
auch im Öffentlichen Recht gebräuchlich. Im Privatrecht ist er von dem Begriff
des Verfügungsobjektes abzugrenzen. (Quellen: 1. Karl Larenz/Manfred Wolf: Allgemeiner Teil des Bürgerlichen
Rechts. 9. Auflage. 2004. § 20 Rnr. 1.; 2. Mathias Habersack: Sachenrecht. 7. Auflage. 2012, ISBN 978-3-8114-
9874-7. § 1 Rnr. 5–13.

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dass in irgendeiner Form Beherrschung und Zuordnung möglich sind.2 Betreffend den
Bestand des Staates können dem Einzelnen von der Rechtsordnung nur subjektive Rechte
zugeordnet werden, insofern auch ein natürlicher Besitzwille besteht.

Das nachweisliche Bestehen des natürlichen Besitzwillens ist aus Sicht der
Rechtsordnung sowohl das Kriterium schlechthin, den einzelnen von der Allgemeinheit zu
unterscheiden, als auch die Voraussetzung für die Zuordnung subjektiver Rechte durch
die Rechtsordnung. Ohne Besitzwillen ist beides nicht möglich. Da sich ein gesetzlicher
Zwang dazu, einen Besitzwillen zu haben, mit der Rechtsordnung nicht vereinbart, ist der
Besitzwille nicht von vorneherein als bestehend anzunehmen, sondern ausschließlich
dann, wenn auch der Nachweis dazu besteht.)

C. Der Staat ist der Repräsentant der Allgemeinheit

1. Das Wesen des Repräsentanten im Allgemeinen

a) Das Wesen des Repräsentanten ist dem (Wesen des) Repräsentierten


verpflichtet und entspricht dem (Wesen des) Repräsentierten. Der
Repräsentant kann daher, ganz gleich, wann, wo oder wem gegenüber, kein
anderes Wesen, keine andere Wirkung, keinen anderen Glauben zum
Ausdruck bringen oder vertreten und keine anderen Rechte und Interessen
vertreten, als jene, die dem Repräsentierten entsprechen.

b) Wird hingegen dem Wesen des Repräsentierten nicht ausnahmslos


Entsprechung geleistet, dann ist auch das Wesentliche eines Repräsentanten
nicht erfüllt und ist der vermeintliche Repräsentant dann aufgrund des
Mangels der Entsprechung aus logischen Gründen nicht dazu in der Lage, die
Interessen des zu Repräsentierenden zu vertreten und ihn gegenüber
jedermann und ordnungsgemäß zu seinem Wohle zu repräsentieren und
kann der vermeintliche Repräsentant dann aufgrund des Mangels der
wesentlichen Entsprechung auch nicht dazu berechtigt sein oder werden.

2. Das Wesen des Staates als Repräsentant der Allgemeinheit

a) Das Wesen des Staates als Repräsentant der Allgemeinheit entspricht dem
Wesen der Allgemeinheit.

b) In Entsprechung des Staates mit dem Wesentlichen des Repräsentanten der


Allgemeinheit können vom Staat, seinen staatlichen Stellen, seinen
Angehörigen und seinem sonstigen Bestand kein anderes Wesen, Glauben
und Recht zum Ausdruck kommen und vertreten werden, als die dem
Wesen, Glauben und Recht der Allgemeinheit entsprechenden.

2
Quelle: Haimo Schack, BGB-Allgemeiner Teil, 2016, § 8 Rn. 149
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c) Andernfalls besteht seitens des Staates ein Mangel an Entsprechung mit dem
Wesen der Allgemeinheit und damit auch mit dem Wesen des
Repräsentanten der Allgemeinheit. Dieser Mangel an Entsprechung schließt
naturgemäß die Erfüllung der Garantie für eine ordnungsgemäße
Repräsentanz aus, die geeignet ist, dem Wohle der Allgemeinheit zu dienen,
womit auch die Erfüllung der Garantie zur bestimmungsgemäßen Erfüllung
staatlicher Aufgaben ausgeschlossen ist, da beide, die Repräsentanz der
Allgemeinheit und die Erfüllung der staatlichen Aufgaben sich naturgemäß
entsprechen und bedingen.

d) Da die genannten Garantien dem Rechtsstaat immanent sind, steht ihr


Fehlen dem Wesen des Rechtsstaates entgegen, bedeutet das eine Gefahr
für den Bestand der rechtsstaatlichen Ordnung und gefährdet das den
Rechtsstaat.

e) Wie aus dem Vorstehenden logisch hervorgeht, besteht eine Gefahr für den
Rechtsstaat jedenfalls dann,

- wenn es durch Teile oder mit Teilen des staatlichen Bestandes (der u.a.
die dem Recht des Staates unterliegenden Personen und Institutionen
des öffentlichen Rechts und des Privatrechts umfasst, sowie alle in den
Rechtsverkehr eingeführten Gegenstände und ihre Rechte)
unternommen wird, Teile des Bestandes des Staates gegen die Widmung
oder über sie hinaus - und damit anders zu verwenden, anzuwenden, zu
gebrauchen oder ähnliches, als zum Wohle der Allgemeinheit
- wenn durch, von oder über Teile des staatlichen Bestandes
Eigenschaften, Glaubensinhalte oder Rechtsauffassungen vertreten,
verfügt oder gestattet werden, die sich von dem Wesen der
Allgemeinheit und ihrem Glauben und Recht unterscheiden, nämlich
dem Gemeinwohl.

D. Die Allgemeinheit

1. Wesen und Glauben

a) Die Allgemeinheit ist die Gemeinschaft, deren Glaube niemanden von ihr
ausschließt und in deren Glauben niemand sich von ihr ausschließt und niemand
von ihr ausgeschlossen ist.

b) Dem Wesen der Allgemeinheit entspricht das Gemeinwohl. Gemeinwohl wird


verstanden als Gegenbegriff zu bloßen Einzel- oder Gruppeninteressen
innerhalb einer Gemeinschaft (i.F. nur Einzelinteresse genannt).

c) Was dem Gemeinwohl und dem Wesen der Allgemeinheit entspricht, das ist im
Glauben der Allgemeinheit und ihrer Repräsentanten Recht und ist das auch aus

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Sicht des Staates als Recht zu betrachten und nichts darüber hinaus, womit der
Gegebenheit entsprochen ist, dass der Staat mit seinem gesamten Bestand dem
Gemeinwohl gewidmet und der Allgemeinheit verpflichtet ist.

2. Mit dem Wesen der Allgemeinheit unvereinbare Gegensätze

a) Was dem Gemeinwohl und dem Wesen der Allgemeinheit nicht entspricht, steht
ihm als unvereinbarer Gegensatz entgegen und
- ist im Glauben der Allgemeinheit und ihrer Repräsentanten nicht Recht;
- ist auch aus Sicht des Staates nicht als Recht zu betrachten;
- ist nicht mit dem Zweck vereinbar, dem der Staat mit seinem gesamten
Bestand gewidmet ist (s.o. I. B.);
- ist aus Sicht des Staates als Rechtsverstoß zu betrachten.

b) Was dazu geeignet ist, bloßen und vorrangigen Einzelinteressen zu dienen, diese
zu rechtfertigen oder diesen Vorschub zu leisten, steht dem Gemeinwohl
prinzipiell entgegen und ist daher vom Gesetz nicht vorgesehen.

Im Einzelnen ist etwa das Führen eines Haushaltes, Erwerbsgeschäftes,


Rechtsgeschäftes im „eigenen“ Namen, insofern es in bloßem oder vorrangig
eigenem Interesse erfolgt, mit dem Gemeinwohle nicht vereinbar und steht
dieses der Garantie des Gebrauchs zugleich zum Wohle der Allgemeinheit (vergl.
Art. 14 (2) GG) entgegen.

c) Beim öffentlichen Recht und beim Privatrecht handelt es sich ebenso um Teile
des (rechtlichen) Bestandes des Staates, der dem Gemeinwohl gewidmet ist (s.o.
I. B.), wie bei der gesamten staatlichen Rechtsordnung. Die Anwendung bzw. der
Gebrauch zur Begünstigung, Rechtfertigung, Durchsetzung oder dem Schutz von
bloßen oder vorrangigen Einzelinteressen steht dem Gemeinwohl entgegen, geht
über den Widmungszweck hinaus und ist das vom Gesetz nicht vorgesehen.

d) Da im Glauben der Allgemeinheit niemand von der Allgemeinheit ausgeschlossen


oder auszuschließen ist (s.o. I. D. 1. a))und da auch der Staat als Repräsentant
keinen anderen Glauben als den der Allgemeinheit in jeder Beziehung und
gegenüber jedermann zu vertreten hat, ist auch von Seiten staatlicher Stellen
nicht von etwas anderem als Recht auszugehen, als es dem Glauben der
Allgemeinheit entspricht und ist folglich nicht von etwas anderem auszugehen,
als dass niemand von der Allgemeinheit ausgeschlossen ist.

e) Folglich ist davon auszugehen, dass alles, was dem Gemeinwohl oder auch dem
Wohle des einzelnen entgegensteht gegen die Allgemeinheit im Gesamten wirkt
und ist nicht davon auszugehen, dass sich die Wirkung von Einzelinteressen, die
dem Gemeinwohl entgegenstehen nur auf einzelne begrenzt, auch dann nicht,
wenn es sich bei diesen einzelnen um, im Glauben des einzelnen von der
Allgemeinheit ausgeschlossene Privatpersonen handelt. Denn der Staat und
seine staatlichen Stellen sind nicht vorrangig dem Glauben des einzelnen

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sondern dem der Allgemeinheit verpflichtet.

f) Und selbst dann, wenn die Person des Privatrechts als ein, von der Allgemeinheit
ausgeschlossener einzelner zu betrachten wäre, gäbe es keine rechtliche
Grundlage dafür, sie (die Person) solchen Rechtsverhältnissen zu unterziehen,
die mit dem Gemeinwohl und dem Wesen und Glauben der Allgemeinheit im
Widerspruch stehen und gibt es keine Berechtigung, eine Person der
Durchsetzbarkeit von Einzelinteressen und privaten Rechtsansprüchen gegen das
Gemeinwohl zu unterziehen oder diese dazu zu berechtigen bzw. zu
bemächtigen.

Denn die Person des Privatrechts ist ebenso, wie das für alle sonstigen
Rechtssubjekte, Rechtsobjekte und den gesamten Rechtsverkehr zutrifft, Teil des
Bestandes des Staates und damit dem Gemeinwohl gewidmet; den Bestand des
Staates dem bloßen oder vorrangigen Interesse des einzelnen zuzuordnen oder
zu unterziehen, vereinbart sich nicht mit dem Gemeinwohl, geht damit über den
Widmungszweck hinaus, dem der gesamte Bestand des Staates gewidmet ist und
ist daher unzulässig, wobei es dem Staat mittels seinen staatlichen Stellen
obliegt, die widmungsgemäße Verwendung zu garantieren. Die nicht oder nicht
rechtzeitige Erfüllung dieser Verpflichtung steht im Widerspruch zum
Widmungszweck, dem Gemeinwohl, und damit auch im Widerspruch zu den
rechtsstaatlichen Prinzipien.

Der Staat hat als Repräsentant der Allgemeinheit nicht nur keine Entsprechung
zur Vertretung von oder zur Berechtigung zu vorrangig eigenen Interessen und
privaten Rechtsansprüchen oder Erwerbsansprüchen, sondern auch keine
Entsprechung dazu, den Anschein zu erwecken oder bestehen zu lassen, dass es
eine Berechtigung für den Anspruch auf die Vertretung oder die Durchsetzung
von bloßen oder vorrangigen Einzelinteressen und Rechten gebe. Denn der
Staat hat entsprechend dem Wesen der Allgemeinheit (s.o. I. C.) und als dem
Gesetz und der Rechtsordnung verpflichtet keine Entsprechung zum Unrecht.

Da im Falle einer solchen Entsprechung das Wesen des Repräsentanten der


Allgemeinheit und damit auch das Wesen des Rechtsstaats als dem Garanten
nicht erfüllt ist, bedeutet das dann auch entsprechend das Fehlen jeder
Berechtigung zur Durchführung der, zur Erfüllung der Verpflichtung des
Repräsentanten erforderlichen Maßnahmen. Entsprechend dem allgemeinen
Rechtsgrundsatz, dass einem Recht auch eine entsprechende Pflicht gegenüber
steht, bedeutet die Nichterfüllung der mit dem Recht des Repräsentanten
einhergehenden Verpflichtung auch den Verlust des Rechtes des
Repräsentanten.

3. Verfassungsmäßige Grundsätze im Einklang mit dem Wesen der Allgemeinheit

a. Eigentum verpflichtet zum Gebrauch zugleich zum Wohle der Allgemeinheit


(Art 14 (2)GG). Entsprechend soll die gesamte wirtschaftliche Tätigkeit dem

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Gemeinwohl dienen (vergl. Art. 151 BayVerf) und folglich auch der gesamte
Ertrag daraus, wobei die Kontrolle über die Verteilung dem Staat obliegt
(vergl. Art 152 BayVerf).
Den finanziellen Ertrag oder sonstige wirtschaftliche Güter als
Privateigentum zu behandeln und damit die Allgemeinheit von dessen
Gebrauch auszuschließen, steht dem Gemeinwohl, dem Wesen der
Allgemeinheit und ihren Repräsentanten, auch dem Staat, und folglich der
verfassungsmäßigen Ordnung entgegen.

b. Verfassungsmäßig und zugleich im Sinne der Allgemeinheit ist also nichts


anderes, als eben die wirtschaftlichen Güter, auch den finanziellen Ertrag aus
der gesamten wirtschaftlichen Tätigkeit, dem Gebrauch zugleich zum Wohle
der Allgemeinheit nicht vorzuenthalten, wobei die Kontrolle über die
Verteilung dem Staat obliegt.

c. Um vermeidbaren Aufwand (bei Kontrolle und Verwaltung) zu vermeiden


und um den geringsten Aufwand und den widmungsgemäßen Gebrauch zu
garantieren, kann nicht anders verfahren werden, als derart, den gesamten
finanziellen wirtschaftlichen Ertrag auf einem, der Allgemeinheit
gewidmeten Konto zu verwalten,
- dessen Kontrolle und Verwaltung dem Staat obliegt;
- das vom Staat zum Wohle der Allgemeinheit geführt und verwaltet wird;
- dessen Verfügungsberechtigter die Allgemeinheit ist.

d. Für die Verfügungsberechtigung der Allgemeinheit durch einen (gemäß dem


Glauben der Allgemeinheit von ihr nicht ausgeschlossenen) einzelnen ist
jedenfalls die Art des Namens der Person unerheblich, da der Name der
Person stets Teil des Bestandes des Staates - und dem Gemeinwohl
gewidmet ist (vergl. Art. 10 BGBEG), womit auch die darauf lautenden
Rechtsgeschäfte etc. dem Gemeinwohl gewidmet sind.

e. Der Verwendungszweck des zugleich dem Wohle der Allgemeinheit


gewidmeten und vom Staat zentral zu verwaltenden Kontos ist
- der Empfang und die Verwaltung des gesamten wirtschaftlichen
finanziellen Ertrages der Allgemeinheit und all ihrer Repräsentanten (s.o. I.
D. 2. d));
- die davon ausgehende, im Sinne der Allgemeinheit und all ihrer
Repräsentanten (s.o. I. D. 2. d)) bedarfsgerechte Verteilung des gesamten
finanziellen Ertrages;
- die davon ausgehende Begleichung des gesamten wirtschaftlichen
Aufwandes der Allgemeinheit und all ihrer Repräsentanten (s.o. I. D. 2. d)).

f. Da die Führung und der Verwendungszweck privater Konten in „eigenem“


Namen in bloßem oder vorrangigem Einzelinteresse unter Ausschluss der
Allgemeinheit nicht im Sinne des Gemeinwohles ist, ist der dem Gemeinwohl
gewidmete Ertrag aus wirtschaftlicher Tätigkeit dort folglich fehl am Platze

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und ist es daher Aufgabe des Staates, die Führung privater Konten
auszuschließen.

II. Mangel an Entsprechung mit den Grundsätzen aus I.

A. Situation
1. Es hat den Anschein, als werde gegenüber jedermann insbesondere auch von
staatlichen Stellen und öffentlich-rechtlichen Medien z.B. das Führen eines
„eigenen“ Haushalts, eines „eigenen“ Erwerbsgeschäfts oder eines
Rechtsgeschäftes im „eigenen“ Namen als „Recht“ bezeichnet und als das Recht
des einzelnen oder sogar als Pflicht kommuniziert und propagiert, obgleich das
dem Wesen, Glauben und Recht der Allgemeinheit prinzipiell entgegensteht.

2. Wohl nicht zuletzt wegen dieses Anscheines ist es - ersichtlich daran, dass fast
jeder danach handelt - als vorherrschende Meinung zu betrachten, dass der
einzelne dazu berechtigt sei, Teile des Bestandes des Staates anders als
widmungsgemäß zu gebrauchen, zu verwenden und damit zu handeln, also nicht
zugleich zum Wohle der Allgemeinheit, sondern im Gegensatz dazu im bloßen
oder vorrangig eigenen Einzelinteresse oder in dem eines Dritten.

3. So wird es offensichtlich von breiten Teilen der Bevölkerung in dem Glauben, es


sei ihr „Recht“ oder sogar ihre Pflicht, als selbstverständlich erachtet, einen
„eigenen“ Haushalt (Privathaushalt) oder das Erwerbs- oder Rechtsgeschäft im
„eigenen“ Namen und in vorrangig eigenem Interesse oder in dem eines Dritten
zu führen und die Allgemeinheit vom Gebrauch und Ertrag auszuschließen.

Diese Meinung und das darauf abgestellte Handeln entsprechen jedoch nicht den o.g.
Grundsätzen. (s.o. I.) Sie sind demnach rechtsirrig.

B. Rechtsirrtum
Die nachstehend dargestellten rechtsirrtümlichen Meinungen und das darauf
begründete Handeln entsprechen nicht den Grundlagen und nicht dem Wesen,
die dem Allgemeinwohl zugrunde liegen (s.o. I.).
Es steht ihnen vielmehr absolut entgegen und ist mit dem Glauben und dem
Wohle der Allgemeinheit unvereinbar, womit diesen Rechtsirrtümern und dem
darauf begründeten Handeln seiner Natur nach der Schaden an der
Allgemeinheit und die Beseitigung des Allgemeinwohls immanent sind und damit
auch der Schaden und die Beseitigung des Friedens, der Gesundheit und der
Umwelt, bzw. des allgemeinen Lebensraumes.

Im Einzelnen geht es dabei u.a. um die offenbar weit verbreiteten


Rechtsirrtümer, darüber,

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a. dass das Führen eines Haushaltes, Erwerbsgeschäftes,
Rechtsgeschäftes, o.ä. im „eigenen“ Namen und in bloßem oder
vorrangig eigenem Interesse zu Recht erfolge und demnach mit dem
Gemeinwohl vereinbar sei (s.o. I. D. 2. b) und I. D. 3. d));

b. dass jedem das Recht oder die Pflicht zur „eigenen“ Kontoführung bzw.
zur Kontoführung im „eigenen“ Namen und im bloßen oder zumindest
vorrangigen Eigeninteresse zustehe oder zugestanden werden könne
(s.o. I. D. 2. b) und I. D. 3. d));

c. dass auch Recht sei, was nicht mit dem Gemeinwohl vereinbar ist (s.o. I.
D. 2. a));

d. dass der Staat ein originäres Recht zur Kontoführung im eigenen Namen
oder zum Führen eines Haushaltes, Erwerbsgeschäftes,
Rechtsgeschäftes o.ä. im eigenen Namen und in bloßem oder vorrangig
eigenem Interesse und folglich gegen das Gemeinwohl habe (s.o. I. D. 2.
a)) oder dass er Dritte dazu berechtigen könne. (Sowohl im öffentlichen,
wie auch im Privatrecht gilt der Grundsatz, dass nur weitergegeben
werden kann, was auch selbst erworben wurde. Dieser Grundsatz
bezieht sich auf alles, auch auf Rechte.)

e. dass einzelne in ihrer Identität mit einer Person oder Gruppe des
Privatrechts oder des öffentlichen Rechts von der Allgemeinheit und
dem Recht der Allgemeinheit ausgeschlossen oder auszuschließen seien
(s.o. I. D. 2. d));

f. dass Eigentumsrechte des Privatrechts einzelne dazu berechtigen


würden, (andere) einzelne vom Gebrauch auszuschließen (s.o. I. D. 2. d))
(obwohl das aus rechtlichen Gründen schon deshalb nicht möglich ist,
weil der einzelne gemäß dem Glauben der Allgemeinheit (nämlich, dass
niemand von ihr auszuschließen ist) immer als ein von der Allgemeinheit
nicht ausgeschlossener Repräsentant der Allgemeinheit zu betrachten ist
und daher selbst nicht ausgeschlossen sein kann und selbst nicht in der
Lage, jemanden auszuschließen).

Da die vorstehend beschriebenen Meinungen und die darauf begründeten


Verhältnisse dem Wesen und dem Glauben der Allgemeinheit, sowie dem
Allgemeinwohl entgegenstehen und da die Repräsentanten der Allgemeinheit,
und hier insbesondere der Staat, dem Wesen, dem Glauben und dem Wohle der
Allgemeinheit verpflichtet sind, stehen die vorstehend beschriebenen
Meinungen und darauf begründeten Verhältnisse folglich auch dem Wesen und
dem Interesse der Bundesrepublik Deutschland und dem Wesen und dem
Interesse entgegen, dem der Bundespräsident verpflichtet ist und ist der
Ursache, nämlich dem Rechtsirrtum, auf dem diese Meinungen beruhen
abzuhelfen.

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III. Handlungsbedarf

Verhältnisse, die dem Interesse der Bundesrepublik Deutschland wesentlich


entgegenstehen, sind ihrer Natur nach eine Gefahr für den Rechtsstaat.
Sie erzeugen daher dringenden Handlungsbedarf für jeden und insbesondere für
die zuständigen staatlichen Stellen.

Da der Bundespräsident als der höchste Repräsentant der Allgemeinheit sowohl


der Allgemeinheit, ihrem Wesen, ihrem Glauben und ihrem Wohle verpflichtet
ist, als auch als das Staatsoberhaupt der Bundesrepublik Deutschland dem
Interesse der Bundesrepublik Deutschland, obliegt es daher in Entsprechung der
Verpflichtung, den Bestand der verfassungsmäßigen Ordnung zu garantieren, zu
aller erst dem Bundespräsidenten, alle erforderlichen Maßnahmen einzuleiten,
zu ergreifen, durchzuführen oder zu veranlassen die zur Abhilfe einer Gefahr für
die Allgemeinheit und entsprechend auch für den Rechtsstaat erforderlich sind.

Es obliegt damit ihm, unverzüglich zu reagieren und alles zu tun und nichts zu
unterlassen, um den ursprünglich von der Rechtsordnung gewollten Zustand zu
erhalten oder wie hier in diesem Fall, wieder herzustellen.

IV. Die Ursachen der oben beschriebenen Rechtsirrtümer und deren Folgen sind zu beseitigen

1. Es ist für den Ausschluss von Rechtsirrtümern die Erfüllung der staatlichen Pflicht als
grundlegend zu betrachten, die es u.a. ist, zu garantieren, dass insbesondere durch
staatliche Stellen und öffentlich-rechtliche Medien nicht als Recht betrachtet,
bezeichnet oder behandelt wird, was im Glauben der Allgemeinheit (s.o. I. D. 1. und
2.) nicht Recht ist. Es ist vielmehr zu garantieren, dass diese ihrer Verpflichtung
entsprechen, Rechtsirrtümer nicht zu vertreten sondern diese ggf. prinzipiell und im
Besonderen zu klären, dem Glauben der Allgemeinheit zu entsprechen, diesen
Glauben zu wahren und nichts zu tun und alles zu unterlassen, was dem
entgegensteht.

2. Es ist gegenüber der Öffentlichkeit klar zustellen, dass für und mittels den dem
Allgemeinwohl gewidmeten Bestand des Staates kein einzelner das Recht hat oder
berechtigt werden kann, mit und betreffend den oder dem Bestand des Staates
anders zu handeln, als im Sinne der Allgemeinheit, deren Repräsentant der Staat ist;
dass also kein einzelner das Recht hat, anders zu handeln, als es der Weisung des
Staates und damit auch dem Allgemeinwohl entspricht (s.o. I. A.).

3. Da der Bestand des Staates jeden Haushalt, jedes Rechtsgeschäft, jedes


Erwerbsgeschäft, jedes privatrechtliche Eigentum und jedes sonstige Verhältnis
umfasst, besteht in keinem Fall und für keinen einzelnen ein Recht, anders zu
handeln, als es der Weisung des Staates als dem Repräsentanten der Allgemeinheit
entspricht. Damit ist der einzelne Handelnde aus Sicht des Staates ein Besitzdiener

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ohne eigene Rechte und der Staat der Besitzer. Denn Besitzer ist nur der, dessen
Weisungen Folge zu leisten ist (vergl. § 855 BGB).

4. Dabei ist jedoch zu berücksichtigen, dass es aus Sicht der Allgemeinheit kein
Besitzrecht gibt und auch nicht geben kann, weil es dem Wesen des Gemeinwohles
nicht entspricht, womit auch dem Staat kein Besitzrecht zusteht und er auch nicht
berechtigt ist, ein solches direkt oder konkludent zum Ausdruck zu bringen oder
Dritten zu gewähren, da er als Repräsentant der Allgemeinheit gegenüber der
Allgemeinheit verpflichtet ist, keine andere Sichtweise zum Ausdruck zu bringen, zu
vertreten und zu wahren, als die, die dem Wesen der Allgemeinheit entspricht (s.o.
I. B.).

5. Da die Allgemeinheit keinen nationalen oder sonstigen Grenzen unterliegt, können


auch ihre Repräsentanten (wie hier der Bundespräsident) prinzipiell keinen, aus
solchen Grenzen hervorgehenden Einschränkungen unterliegen und kann daher auch
der Bundespräsident nicht an derlei Einschränkungen gebunden sein, womit ihm
auch über diese Grenzen hinaus alle rechtlichen Mittel und Zuständigkeiten
uneingeschränkt zukommen und zur Verfügung stehen müssen, die zur Erfüllung der
Verpflichtung erforderlich sind, den Ursachen der vorstehend beschriebenen
Verhältnissen abzuhelfen, insofern und insoweit diese den allgemeinen Grundsätzen
(s.o. I.) entgegenstehen.

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