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Ralf Höller

Small Talk
Wie Sie mit Small Talk neue Kontakte knüpfen

ein Praxis-Ratgeber von


www.Small-Talk-Themen.de
2 Small Talk – Wie Sie mit Small Talk neue Kontakte knüpfen

Vorwort

Liebe Leserin,
lieber Leser,

Small Talk ist das kleine Gespräch, das große Verbindungen schafft, ob auf Partys,
Empfängen oder beim Geschäftsessen. Professioneller Small Talk schafft die Atmosphäre
für erfolgreiche Geschäfte. Dazu gehören gewisse Fähigkeiten, die jeder lernen kann.

Ein simples Rezept für den Small Talk könnte lauten: „Sprechen Sie einfach
unverkrampft.“ Das spürt auch Ihr Gegenüber!

Dieses E-Book stellt Ihnen hilfreiche Tipps für den Einstieg vor. Damit Sie in jeder Situation
leicht mit anderen ins Gespräch kommen.

Eine erkenntnisreiche Lektüre wünscht Ihnen

Ralf Höller

Chefredakteur www.Small-Talk-Themen.de

PS: Wir freuen uns, dass wir Sie jetzt mit Small-Talk-Themen versorgen dürfen. Wenn
Ihnen unser Service gefällt, empfehlen Sie uns doch auch Ihren Kollegen,
Geschäftspartnern, Freunden etc. Damit auch sie nie mehr sprachlos sind, egal, ob in
beruflichen oder in Alltagssituationen:

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Small Talk – Wie Sie mit Small Talk neue Kontakte knüpfen 3

INHALTSVERZEICHNIS

Beitrag Seite

1. Warum Small Talk so wichtig ist 4


a. Übung macht den Meister 5

2. So kommen Sie garantiert ins Gespräch 7


a. Einstiegsübungen fürs Ego 8
b. Stärken ausbauen – Schwächen stärken 10
c. Bleiben Sie entspannt 13
d. Wählen Sie Ihre Gesprächspartner richtig aus
14

3. Der richtige Einstieg 17


a. Beispiele für Ihren Small-Talk-Einstieg
18

b. Die richtigen Fragen stellen 22


c. Trainieren Sie Ihre Sinne 27
d. Übungen für einfache Überleitungen 28

4. Der Small-Talk-Meister 31

5. Impressum 32

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4 Small Talk – Wie Sie mit Small Talk neue Kontakte knüpfen

Warum Small Talk so wichtig ist

Der Small Talk ist mehr als nur unverbindliches Geplauder über Wetter, Kleidung oder Fußball – er
ist ein Türöffner. Schon nach den ersten Sätzen entscheiden wir, ob uns jemand sympathisch oder
unsympathisch, vertrauenswürdig oder unangenehm erscheint.

Deshalb ist es wichtig, dass Sie durch ein freundliches, leichtes Gespräch eine schnelle Verbindung
zu Ihrem Gesprächspartner aufbauen. Vergleichen Sie Small Talk dabei immer mit der „Warm-up-
Phase“ im Sport. Kein Läufer startet, ohne sich vorher warm gemacht zu haben. Das Gleiche gilt
für den Small Talk: Er dient als Aufwärmer für nachfolgende wichtige Gespräche.

 Gemeinsame Wellenlänge

Ob privat oder beruflich: Beim Small Talk geht es in erster Linie um ein „Abklopfen“ der gemein-
samen Wellenlänge, des „Miteinander-Könnens“ mit dem anderen Menschen. Achten Sie deshalb
während des Gesprächs auf Gemeinsamkeiten mit Ihrem Gesprächspartner, und knüpfen Sie dort
an.

Wenn Sie zum Beispiel in der Kaffeeküche auf Ihren Abteilungsleiter treffen, und er erzählt
begeistert von seinem Besuch in dem neuen italienischen Restaurant, dann antworten Sie ihm,
dass Sie auch italienisches Essen lieben, wenn das so ist. Und fragen Sie ihn, ob er schon das
hervorragende und prämierte Restaurant in der Müllerstraße kennt.

Je mehr Übereinstimmungen Sie bei einem solchen Gespräch finden – bewusst oder unbewusst –,
desto sympathischer erscheinen Sie Ihrem Gegenüber. Auch bei einem erneuten Zusammen-
treffen können Sie noch einmal an dieses Gespräch anknüpfen.

 Die Beziehungsebene beim Small Talk

Wenn Sie während des Gesprächs den Eindruck einer angenehmen Unterhaltung und gemein-
samen Wellenlänge bekommen, dann liegt das daran, dass die emotionale Basis beider Personen
berührt wird. Das Erreichen dieser gefühlsmäßigen Ebene während des Gesprächs zeugt von
Übereinstimmung und macht es überhaupt erst möglich, dass sich Vertrauen bilden und An-
näherung entstehen kann. Der Small Talk ist fließend, einfach und unbeschwert – die gemeinsame

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Small Talk – Wie Sie mit Small Talk neue Kontakte knüpfen 5

Beziehungsebene ist erreicht. Ihr Gesprächspartner öffnet sich und erleichtert Ihnen damit zum
Beispiel den Einstieg in ein Sachthema.

Sie werden von Ihrem Gesprächspartner als umso angenehmer im Gespräch empfunden, je besser
und natürlicher Sie den Small Talk angehen.

 Eine Ebene mit Folgen

Das hat wichtige Folgen, denn das positive Gefühl während des Small Talks lässt Sie schneller eine
Beziehungsebene zu Ihrem Gesprächspartner aufbauen. Und diese Beziehungsebenen sind heut-
zutage wichtiger denn je. Denn wer diese weiter pflegt und ausbaut, bekommt den interessanten
Job, steigt schneller auf und kann sich besser entwickeln.

So treffen auch Unternehmer geschäftliche Entscheidungen häufig nach dem Sympathiegehalt


ihres Gegenübers, der durch das Erreichen der gemeinsamen gefühlsmäßigen Ebene entsteht.
Selbstverständlich ist das Fachwissen genauso relevant, aber wer sich mit seinem Gesprächs-
partner hervorragend versteht und schon zu Beginn über Gott und die Welt reden kann, wird
schneller ein gutes Gefühl für eine zukünftige Zusammenarbeit entwickeln.

Und bei Bewerbungsgesprächen oder der Kundenakquise ist der richtig geführte Small Talk oft
das Entscheidungskriterium. Ein Grund mehr, um Könner des Small Talks zu werden.

 Übung macht den Meister !


Damit Sie nett, aufgeschlossen und sympathisch beim anderen ankommen, gilt auch beim Small
Talk: Übung macht den Meister. Trainieren Sie täglich das „kleine Gespräch“ mit Ihnen bekannten
oder unbekannten Personen. Sprechen Sie die Kassiererin im Supermarkt genauso an wie die
neue Kollegin. Trauen Sie sich ein kurzes Gespräch in Alltagssituationen zu!

Dadurch werden Sie früher oder später einen Automatismus für die richtige Gesprächsführung
entwickeln. Genau wie beim Autofahren erkennen Sie im Laufe der Zeit schneller die entscheiden-
den Signale, die von Ihrem Gegenüber ausgehen, und reagieren entsprechend. Sie werden mehr
Gas geben, wenn Sie merken, dass das Gespräch zu erlahmen droht, oder eher auf die Bremse
treten, wenn sich hitzige Diskussionen ankündigen.

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6 Small Talk – Wie Sie mit Small Talk neue Kontakte knüpfen

Sprechen Sie zum Beispiel den Neuling im Büro mit Sätzen an wie:

„Guten Tag, mein Name ist Rita Meier. Ich bin im Haus für den Werbemitteleinkauf zuständig.
Hätten Sie Lust, heute Mittag mit uns gemeinsam in die Kantine zu gehen?“

Dadurch erleichtern Sie dem Neuankömmling den Einstieg und punkten mit sympathischem
kollegialem Auftreten.

 Die gleiche Wellenlänge macht erfolgreich

Dass die gemeinsame Wellenlänge beim Small Talk Erfolg verspricht, ist kein Geheimnis.
Besonders die Meister des kleinen Gesprächs sind keine oberflächlichen Dauerplauderer, sondern
sehr gute Zuhörer und sensible Menschen, die ein perfektes „Fein-Tuning“ für ihr Gegenüber
entwickeln.

Sie fahren sprichwörtlich alle Gefühlsantennen aus, um selbst schwache Signale des anderen
während des Gesprächs aufzufangen und gegebenenfalls thematisch daran anzuknüpfen. Hören
Sie deshalb besonders aufmerksam zu, damit Sie gegebenenfalls auch „leise“ Andeutungen Ihres
Gesprächspartners aufgreifen und als Folgethema weiterführen können.

Aber Small Talk ist nicht nur hilfreich, um Ihnen zu dem gewünschten Geschäftskontakt oder
neuen Job zu verhelfen, sondern er hat auch enorm viele Vorteile für Ihre eigene Persönlichkeit.
Wer lernt, schnell mit Menschen ins Gespräch zu kommen, entwickelt sich in der Sprache und in
den Persönlichkeitsfaktoren erfolgreich weiter. Durch die vielen neuen Bekanntschaften und
Gespräche erhöhen sich Ihr Selbstbewusstsein, Engagement, Ihre Initiative und Ausdauer.

Das gibt neue Kraft und Energie, um immer wieder auf andere zuzugehen, ein harmonisches
Gespräch durch die gemeinsame Ebene zu entwickeln und sich nicht von misslungenen Small-
Talk-Versuchen abschrecken zu lassen.

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Small Talk – Wie Sie mit Small Talk neue Kontakte knüpfen 7

So kommen Sie garantiert ins Gespräch – Einstieg, Aufhänger,


Überleitungen

Garantiert ins Gespräch kommen – das ist für viele Menschen einfacher gesagt als getan. Aber es
ist keineswegs unmöglich! Es gibt zwar nicht die so genannten „10 besten Small-Talk-Sätze, damit
Sie schnell ins Gespräch kommen“, doch es existieren tatsächlich Tricks, Kniffe und Übungen, um
die erste Scheu des Ansprechens zu überwinden, ein Gespräch aufzubauen und erfolgreich
weiterzuführen.

Dabei sind nicht nur die Anfänger in Sachen Small Talk angesprochen. Auch als erfahrener oder
selbstbewusster Mensch können Sie beim Kontaktaufbau oder im Gesprächsverlauf noch einiges
optimieren oder korrigieren.

Doch mit irgendeinem Satz muss jedes Gespräch einmal beginnen. Und es nützen die besten
Überleitungen nichts, wenn der Talk schon nach dem Einstiegssatz durch eisernes Schweigen des
Angesprochenen wieder ein Ende findet. Die Kunst des erfolgreichen Small Talks liegt deswegen
vor allem darin, auf den Angesprochenen einzugehen, Gespür für „seine“ Themen und die
passenden Worte zu bekommen, Floskeln zu vermeiden und das Gespräch im Fluss zu halten.

Um das richtig anzuwenden, existieren einige wichtige Punkte, die es für Sie einfacher machen,
schneller in ein interessantes Gespräch einzusteigen.

 Erwarten Sie nicht zu viel von sich selbst

Ein wichtiger Punkt dürfte dabei lauten: Gehen Sie Small Talk immer spielerisch und
ungezwungen an! Sie stehen nicht unter Leistungsdruck, und keiner erwartet von Ihnen ein
Gespräch über wissenschaftliche Abhandlungen. Sie sollen auch keine Monologe halten oder die
eben gelesene Tageszeitung rezitieren.

Keiner außer Ihnen selbst erwartet derartige Gespräche! Smalltalken Sie verständlich, ohne
Fachbegriffe und Fremdwörter einfließen zu lassen. Und bleiben Sie dabei natürlich. Sobald Sie
sich eine Maske aufsetzen und eine Rolle spielen, die nicht Ihrer Persönlichkeit entspricht,
erkennt das Ihr Gegenüber und lässt Sie keine gemeinsame Ebene erreichen.

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8 Small Talk – Wie Sie mit Small Talk neue Kontakte knüpfen

 Kehren Sie Ihre Angst vor dem Gespräch um

Haben Sie keine Scheu, ein Gespräch von sich aus zu beginnen. Gehen Sie auf Ihren potenziellen
Gesprächspartner zu. Nehmen Sie sich selbst die Angst vor diesem ersten Schritt! Kehren Sie Ihre
negativen Gedankengänge um, und verwandeln Sie diese in positive Aussagen. Dafür gibt es eine
effektive Methode, für die Sie sich nur etwas Zeit nehmen müssen.

 Einstiegsübung für Ihr Ego

Wenn Sie zum Beispiel als Redner kurz vor einer Veranstaltung stehen oder in Kürze ein
Bewerbungsgespräch haben, sind Sie sicher nervös und aufgeregt. Nervosität ist zwar eine natür-
liche Adrenalinspritze, die Sie hellwach werden lässt, aber Sie blockieren durch die Anspannung
die Möglichkeit eines flüssigen Small Talks.

Nehmen Sie sich deswegen vorher ein paar Minuten Zeit, einen Stift, ein Blatt Papier, und folgen
Sie dieser einfachen Übung, damit Stress-Szenarien zukünftig der Vergangenheit angehören:

1. Malen Sie auf das Blatt 2 Spalten: Über die linke Spalte schreiben Sie „Unangenehme
Situationen“, und über die rechte schreiben Sie „Lösungsfindungen“.

2. Denken Sie sich nun in Ihre Stress-Situation. Sehen Sie sich zum Beispiel der Personal-
referentin gegenüberstehen, der Schweiß perlt Ihnen von der Stirn, Sie sind übernervös,
und es fällt Ihnen plötzlich nicht einmal mehr der Name der Referentin ein.

Notieren Sie diese Situation so genau wie möglich in der linken Spalte. Schreiben Sie auf
der linken Seite so viele Geschehnisse wie möglich auf, die Ihnen bei einer bestimmten
Situation unangenehm erscheinen.

3. Kehren Sie Ihre Angst oder Unsicherheit vor einem solchen Szenario nun um, indem Sie
auf der rechten Seite notieren, auf welche Art und Weise Sie souverän mit der Personal-
referentin umgehen. Dieses Positivszenario skizzieren Sie für jede Ihrer unangenehmen
Situationen. Dadurch suggerieren Sie sich einen abschließenden Erfolg der Situation.

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Small Talk – Wie Sie mit Small Talk neue Kontakte knüpfen 9

So könnte das in einem Situationsbeispiel aussehen:

Unangenehme Situation Lösungsfindung

Ich treffe einen neuen potenziellen Geschäfts- Ich bin hellwach und fließend im Gespräch. Ich
partner, schwitze, bin aufgeregt. Der Termin ist habe die präzisen Antworten auf alle Fragen
sehr wichtig. Ich verspreche mich ständig, das meines Geschäftspartners. Ich kann überzeugend
Produkt überzeugt ihn nicht und ich finde nicht argumentieren und halte abschließend den
die richtigen Worte, um es ihm genau zu erklären. unterzeichneten Auftrag in den Händen.
Dann spreche ich ihn auch noch mit falschem
Usw.
Namen an. Er geht, ohne den Auftrag unter-
schrieben zu haben.

Usw.

Bleiben Sie bei den Lösungsfindungen realistisch. Es wird eine kontraproduktive Wirkung erzielen,
wenn Sie schreiben:

„Ich werde nie wieder rot, wenn mich jemand anspricht und ich mich mit jemandem unterhalte.“

Durch diesen Satz verstärken Sie nur noch mehr Ihre innere Anspannung, finden sich in neuen
Negativerfahrungen wieder und sagen oder denken Sätze wie:

„Na super, jetzt bin ich doch wieder rot geworden, ich schaffe es eben einfach nicht.“

So oder so ähnlich bestätigen Sie sich nur permanent selbst in Ihren schlechten Erfahrungen, und
der Erfolg bleibt auf der Strecke.

Für viele Menschen ist es auch hilfreich, sich ein sogenanntes Worst-Case-Szenario auszumalen.
Das bedeutet, an die schlimmsten Dinge, die passieren können, zu denken. Mit diesem kleinen
psychologischen Trick wird die eigene Situation als nicht so unangenehm eingestuft. Frei nach
dem Motto: „Ich bin auf alles vorbereitet!“

Denken Sie zum Beispiel daran, wie Sie zu einer Veranstaltung als Referent kommen. Kaum ein
Gast sitzt im Auditorium, und plötzlich vergessen Sie auch noch Ihren Anfangs-Satz …

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10 Small Talk – Wie Sie mit Small Talk neue Kontakte knüpfen

Es kann aber auch sein, dass Sie dabei an eine andere unangenehme Situation denken: Vielleicht
kommen Sie zu spät zu einer Veranstaltung, Sie kennen niemanden, es ist auch kein Platz mehr
frei, in der Pause will sich keiner so recht mit Ihnen unterhalten, man ignoriert Sie offensichtlich.
Sie haben auch das Gefühl, dass Sie nicht ernst genommen werden, Ihr Lieblingsredner ist außer-
dem ausgefallen, und dann treffen Sie auch noch auf den neugierigen Exkollegen und möchten
am liebsten so schnell wie möglich wieder nach Hause fahren.

Wenn Sie sich Ihre persönliche Worst-Case-Situation mit all ihren Einzelheiten ausgemalt haben,
gehen Sie viel gestärkter und ruhiger an eine unbekannte Sache heran.

 Stärken ausbauen – Schwächen stärken



Ein weiterer wichtiger Punkt, um sich selbst als Persönlichkeit mit attraktiven Eigenschaften
wahrzunehmen und im Small Talk erfolgreich anzukommen: Suchen Sie Ihre Stärken!

Geben Sie sich selbst jeden Tag ein Lob! Das wirkt Wunder und hilft, sich selbst immer ein kleines
bisschen mehr zu akzeptieren. Sie werden feststellen, wie Sie langfristig Ihr Selbstbewusstsein
steigern und dadurch offener auf andere Menschen zugehen.

Auch wenn es nur Kleinigkeiten sind, loben Sie sich täglich!

Gefallen Sie sich vielleicht selbst gut, wenn Sie lachen? Dann stärken Sie diese Eigenschaft, indem
Sie immer einen Anlass zum Lächeln oder Lachen finden und andere dadurch anstecken.

Vielleicht besitzen Sie auch eine große Portion Selbstironie? Dann nutzen Sie doch diese Eigen-
schaft, indem Sie Ihr nächstes Gespräch damit würzen und Ihre Zuhörer zum Schmunzeln bringen.

Finden Sie Ihre Stärken und Schwächen heraus.

Auf die Frage nach ihren Stärken und Schwächen können die meisten Menschen zwar
ihre schwachen, nicht aber ihre starken Seiten aufzählen. Das ist sehr erschreckend,
denn jeder Mensch hat Stärken, die er auch kennen sollte. Dabei macht gerade das

Zusammenspiel dieser beiden Eigenschaften die Persönlichkeit des Menschen aus.

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Small Talk – Wie Sie mit Small Talk neue Kontakte knüpfen 11

Um die eigenen Stärken hervorzuheben, gibt es für bestimmte „Schwäche-Situationen“ positive


und motivierende Sätze. Sie sollten diese Antworten verinnerlichen und sich mehrmals laut vor-
sagen. Schon nach kurzer Zeit bemerken Sie die Veränderung, die Sie stärker und aktiver macht.

1. Problem: Ihre Angst, den ersten Schritt zu tun.

Ihre Lösung dafür:


„Bevor ich jemanden anspreche, atme ich ein- oder zweimal tief ein, denke an meine
positiven Eigenschaften, fühle mich gestärkt und weiß, dass ich wertvoll und interessant
bin und mindestens so viel bieten kann und weiß wie mein Gegenüber.“

2. Problem: Ihre Angst, von jemandem abgelehnt zu werden.

Ihre Lösung dafür:


„Ich weiß ganz genau, dass ich mich vor nichts zu fürchten brauche. Mir wird nichts
Schlimmes passieren. Ich weiß, was ich kann, ich bin gut und wertvoll und bin gespannt auf
meinen nächsten Small Talk. Im schlimmsten Fall ist der andere gerade nicht in der
Stimmung zu sprechen – dann suche ich mir eben einen anderen Gesprächspartner, der
interessanter ist!“

3. Problem: Ihre Angst, sich zu blamieren.

Ihre Lösung dafür:


„Wenn das Gespräch plötzlich ins Stocken gerät, ich den Faden verliere oder rot werde,
dann ist das eine rein menschliche Situation, die mit mir persönlich nichts zu tun hat. Das
wird auch mein Gegenüber so akzeptieren. Es ist vollkommen normal, und ich greife das
Gespräch positiv wieder auf.“

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12 Small Talk – Wie Sie mit Small Talk neue Kontakte knüpfen

 Lösen Sie Blockaden, die Sie in der Entfaltung Ihrer Persönlichkeit !


behindern

Sie sehen: Ihre eigene Persönlichkeit und Ihre Einstellung bestimmen, ob die Gespräche erfolg-
reich verlaufen und in welche Richtung sie sich weiterentwickeln. Die Persönlichkeit hat sich durch
Ihre Erfahrungen und Erlebnisse in der Vergangenheit geprägt. Sie sind bewusst und unbewusst in
Ihnen gespeichert und verankert. So weit, so gut.

Das Problem ist nun, dass durch bestimmte Situationen auch bestimmte Reaktionen in Ihnen aus-
gelöst werden, die auf diesen Erfahrungen basieren. Wenn Sie zum Beispiel als Kind beim Sport
öfter hörten: „Das schaffst du sowieso nicht“, werden Sie eine grundsätzlich negative Haltung in
diesem Bereich entwickeln und sich beim Sport nicht viel zutrauen.

Das Gleiche gilt für bestimmte Schulfächer oder auch für Familien- oder Freundschafts-Situatio-
nen, die Sie später – unbewusst oder bewusst – vermeiden werden. Vielleicht stotterten oder
lispelten Sie als Kind und haben heute zwar eine flüssige Sprache, aber die Angst, gehänselt zu
werden, sitzt noch tief, und Sie vermeiden jeden Small Talk – und sei er noch so kurz.

Wenn Sie solche Blockaden bei sich feststellen bzw. identifizieren, haben Sie schon einen großen
Schritt getan. Lösen Sie diesen Anker!

Begriff „Anker“
Menschliches Verhalten wird durch unbewusste Reiz-Reaktionsmuster bestimmt. Diese Muster
entstehen durch teils angeborene, teils erworbene und erlernte Eigenschaften, die als Anker
bezeichnet werden. Diese Anker lassen sich bewusst aufspüren und lösen.

Befreien Sie sich von diesen Blockaden, und nehmen Sie sich frühmorgens – es ist die beste und
geistig ruhigste Tageszeit – 15 Minuten Zeit. Beginnen Sie damit, sich zu notieren, was Sie
erreichen möchten.

 Angenommen, Ihr Ziel ist, flüssig innerhalb einer Gruppe zu sprechen

Sehen Sie sich, wie Sie bei einem Seminar von einer kleinen Gruppe umringt werden. Sie sprechen
angeregt mit jedem Einzelnen, Sie lachen und fühlen sich wohl. Sie haben einen interessanten

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Small Talk – Wie Sie mit Small Talk neue Kontakte knüpfen 13

Geschäftspartner kennen gelernt, der unbedingt mit Ihnen einen neuen Gesprächstermin verein-
baren möchte. Ein gelungener Tag!

Bloß ein schöner Gedanke? Nein! Ab heute werden Sie diesen Gedanken jeden Tag für
15 Minuten intensiv trainieren!

Bevor es losgeht, machen Sie sich genau klar, was Sie wollen, und merken Sie sich dieses Bild in
allen Einzelheiten. Begeben Sie sich an einen ruhigen Ort, und schließen Sie die Augen. Atmen Sie
einige Male tief ein und aus. Auch wenn es am Anfang noch etwas wirr in den Gedanken zugeht –
es ist reine Übungs-Sache!

Nach einigen Minuten des tiefen Ein- und Ausatmens beginnen Sie damit, sich Ihre neue
gewünschte Situation in allen Einzelheiten vorzustellen. Sehen Sie die Dinge wie in einem Film
vor sich. Malen Sie sich alles bis in das letzte Detail aus.

Erst wenn Sie mit diesen Gedanken fertig sind, zählen Sie langsam von 3 bis 1 rückwärts und
sagen sich selbst: „Ich bin erfrischt und hellwach.“ Wiederholen Sie diese Übung wirklich jeden
Tag mit dem gleichen Gedanken.

Stecken Sie nicht zu viele verschiedene Wünsche in 15 Minuten, sondern geben Sie sich etwas
Zeit, meist bis zu 6 Wochen, damit ein Gedanke sich langsam in die Realität umsetzen lässt.
Beginnen Sie dann mit dem nächsten „Wunsch“.

Der Trick dabei ist, dass Sie durch die starke Visualisierung Ihrem Unterbewusstsein positive Bilder
signalisieren. Wichtig ist die Intensität der Gedanken. Denn das Unterbewusstsein liebt die
Kommunikation durch Bilder – das macht es auch in Träumen deutlich. Stärken Sie durch diesen
kleinen Trick Ihre verbalen, mentalen und emotionalen Fähigkeiten, kehren Sie Ihre negativen
Muster um, und führen Sie dadurch jeden Small Talk locker und gezielt zum Erfolg.

 Bleiben Sie entspannt!



Für viele Menschen ist es ein unangenehmer Gedanke, mit einem Fremden ins Gespräch zu
kommen oder sich zu einer Gruppe fremder Menschen zu gesellen.

Deswegen lautet ein weiterer wichtiger Punkt beim Small Talk: Locker bleiben!

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14 Small Talk – Wie Sie mit Small Talk neue Kontakte knüpfen

Bleiben Sie entspannt, dann kommt der Erfolg von allein. Doch genau das ist ja das
Problem. Denn der Gedanke, dass der Talk locker, aber zielgerichtet sein soll,
!
verstärkt nur noch die Anspannung und verhindert eine angenehme Gesprächsatmosphäre.

 Was können Sie gegen Ihre innere Anspannung tun?

Das kommt auf die Situation an. Aber die Antwort ist relativ einfach: Lösen Sie die innere
Verkrampfung! Schließen Sie die Augen, und atmen Sie 5-mal ganz tief durch die Nase ein und
durch den Mund laut wieder aus. Zählen Sie dabei beim Ein- und Ausatmen in Gedanken jeweils
bis 10.

Akzeptieren Sie Ihre Nervosität, und beobachten Sie genau, welche Teile Ihres Körpers besonders
angespannt sind: Vielleicht beißen Sie die Zähne zusammen, oder Sie ballen Ihre Hände zu
Fäusten. Wie es sich auch äußert: Lenken Sie Ihre gesamte Konzentration auf diesen Körperteil.
Spannen Sie dann beim Einatmen diese Körperpartie sogar noch ein wenig mehr an, und lassen
Sie beim Ausatmen langsam los. Ganz so, als ob Sie Ihre gesamte Nervosität aus diesem Teil
wegatmen würden.

Dieses Prozedere ist natürlich etwas schwieriger, wenn Sie sich in einer plötzlichen Small-Talk-
Situation wie zum Beispiel im Aufzug mit dem neuen Marketingleiter oder im Flugzeug mit dem
Geschäftspartner wiederfinden. Aber selbst in diesen „überraschenden“ Situationen sollten Sie
kurz innehalten, das Atmen nicht vergessen und dann einfach das Gespräch starten.

 Wählen Sie Ihre Gesprächspartner richtig aus

Wenn Sie zu einer Veranstaltung kommen, bei der Sie niemanden kennen, gilt es, sich zuerst den
richtigen Gesprächskontakt herauszusuchen. Jeder hat das schon einmal erlebt: Man betritt den
Raum, und es blicken einen viele fremde Augen an. Wohin soll man jetzt gehen, und welches ist
die beste Taktik, um Kontakt aufzunehmen?

Das ist bei jedem Menschen unterschiedlich. Aber das Gefühl der Unsicherheit ist bei über 80 %
aller Menschen in diesem Moment gleich. Sogar sehr selbstsichere Personen geben zu, sich in
diesen Situationen einen regelrechten Ruck geben zu müssen, um vor Ort ins Gespräch zu
kommen.

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Small Talk – Wie Sie mit Small Talk neue Kontakte knüpfen 15

Jetzt geht es darum, geschickt und schnell vorzugehen. Suchen Sie sich Ihren potenziellen
Gesprächspartner nach folgenden Kriterien aus:

1. Blickkontakt
2. Einzelperson
3. Standposition von Gruppen
4. Körpersprache

Denken Sie dabei auch an Ihre eigenen Körpersignale, die Sie aussenden. Versuchen Sie, offen und
unverkrampft den Raum zu betreten. Lassen Sie Ihre Schultern locker, ziehen Sie sie nicht
Richtung Ohren, und ballen Sie keine Fäuste.

1. Suchen Sie mit Ihrem Blick den richtigen Kontakt!

Sobald Sie sich bei einer Veranstaltung und in einem Raum mit anderen Menschen befinden,
wandern nicht nur Ihre eigenen Blicke, sondern auch die Anwesenden schauen in Ihre Richtung.
Sie werden gemustert. Für viele kein angenehmer Gedanke, aber ein wichtiges menschliches
Ritual.

Es bedeutet ein Abtasten des anderen. Einzelne Blickkontakte werden unterschiedlich lang
gehalten. Als Faustregel gilt: Je kürzer der Blickkontakt, desto geringer das Interesse.

Das bedeutet aber nicht, dass Sie im Umkehrschluss Ihr Gegenüber 3 Minuten lang anstarren
sollen. Wenn Sie jedoch jemanden entdecken, der Ihnen mehr als nur einen flüchtigen Blick
schenkt, sollten Sie auf diese Person zugehen. Und lächeln Sie dabei!

2. Gruppe oder Einzelperson?

Sehen Sie sich einen Moment lang im Raum um. Ob Sie sich zu einer Gruppe oder zu einer
Einzelperson stellen, hängt davon ab, ob Sie Raum bekommen, um sich in das Gespräch mit
einzubringen:

Bei 2 Personen, die dicht beieinanderstehen, sind Sie wohl eher unerwünscht. Drängen Sie sich
nicht auf! Auch wenn sich 2 genau gegenüberstehen, sollten Sie davon ausgehen, dass es sich um
ein eindeutiges Abwehrsignal handelt. Hier will Sie keiner bei dem Gespräch dabeihaben.

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16 Small Talk – Wie Sie mit Small Talk neue Kontakte knüpfen

Besser als Gruppen sind Einzelpersonen, um mit einem leichten Small Talk zu beginnen. Jeder, der
sich allein auf einer Veranstaltung, einer Party oder einem öffentlichen Anlass befindet, freut sich
wahrscheinlich darüber, von Ihnen angesprochen zu werden. Sicherlich durchlebt er nämlich
einen ähnlichen Moment wie Sie und sucht bereits nach einem Gesprächspartner.

3. Standposition von Gruppen

Sehen Sie sich weiter um. Steht vielleicht eine kleine Gruppe nebeneinander, mit dem Gesicht der
Raummitte zugewandt und dem Rücken eher zur Wand gerichtet? Dann werden Sie hier einen
guten Anknüpfungspunkt finden.

Beachten Sie aber immer: Je größer die Gruppe und je geschlossener der Kreis, desto
schwieriger werden Sie es haben, sich dort einzubringen.

4. Auf die Körpersprache achten

Entdecken Sie eine Gruppe, in der eine größere Lücke gelassen wird, ist das ein eindeutiges Signal
für Sie, sich dort noch dazugesellen zu können.

Vor allen Dingen schüchterne Menschen drängeln sich gern hinter einen Stehtisch,
eine Fensterbank, eine Tür oder suchen sich bei einer Veranstaltung einen weit !
abgelegenen Platz. Lassen Sie sich nicht täuschen, diese Menschen sind oft brillant im Small Talk.
Geben Sie Ihnen eine Chance, gehen Sie auf diese Menschen zu, und eröffnen Sie behutsam das
Gespräch.

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Small Talk – Wie Sie mit Small Talk neue Kontakte knüpfen 17

Der richtige Einstieg

Mit einem ehrlichen Lächeln auf den Lippen kann es dann endlich losgehen. Sie nähern sich der
gewünschten Person. Doch Ihr Lächeln allein nützt wenig, wenn Ihren Taten keine weiteren Small-
Talk-Worte folgen. Das Gespräch sollte nun beginnen, doch womit sollen Sie nur anfangen?

Das kommt auf die Situation an, aber befreien Sie sich von dem Zwang, jetzt und gleich etwas
Geniales und unglaublich Sinnvolles sagen zu müssen. Das erwartet niemand von Ihnen. Denn
der Einstiegssatz beim Small Talk zählt nicht so gewaltig, wie Sie vielleicht glauben.

Ganz im Gegenteil, bei einem ersten Kontakt liegen nur etwa 7 % Gewicht auf dem Inhalt des
Wortes. Mehr als 55 % Aufmerksamkeit werden Kleidung und Körpersprache geschenkt, und
38 % entfallen auf Sprache, Stimme und das Sprechen.

Verbiegen Sie sich nicht, sondern beginnen Sie den Small Talk zum Beispiel, indem Sie sich mit
Ihrem Namen vorstellen und einen Satz zur Veranstaltung hinzufügen. Warten Sie die Reaktion
Ihres Gegenübers ab, und antworten Sie entsprechend.

Wenn Sie erst einmal intensiv in den Small Talk vertieft sind, haben Sie noch genug Gelegenheit,
auch Sach- oder Fachthemen anzusprechen.

 3 gute Möglichkeiten, um erfolgreich in den Small Talk einzusteigen



Ob beruflich oder privat, prinzipiell existieren 3 verschiedene Arten, um ein Gespräch in Gang zu
bringen:

1. Einstieg: Situation/Umgebung

Sie beginnen das Gespräch über die bestehende gemeinsame Situation, wie beispielsweise
den Besuch eines Seminars, einer Messe oder einer Feier. Dafür eignen sich Einstiege wie das
Thema, der Inhalt einer Veranstaltung, die Anreise oder das Programm.

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18 Small Talk – Wie Sie mit Small Talk neue Kontakte knüpfen

2. Einstieg: Bekannte Personen

Sie initiieren das Gespräch mit einer Bemerkung über eine andere Person, wie beispielsweise
den Referenten eines Seminars oder den Gastgeber. Natürlich sprechen Sie dabei nur in den
besten Tönen von den Personen!

3. Einstieg: Ihre Meinung oder Ansichten

Eröffnen Sie das Gespräch, indem Sie über sich selbst sprechen. Stellen Sie sich kurz mit Ihrem
Namen vor, und beginnen Sie, eine „verbale Brücke“ zur gemeinsamen Situation zu schlagen.
Das gelingt, wenn Sie zum Beispiel erzählen, wo Sie den Gastgeber kennen gelernt haben oder
warum Ihnen das Seminar so gut gefällt.

Wichtig: Halten Sie dabei keine Monologe, schweifen Sie nicht ab, und verplaudern Sie sich nicht.
Sagen Sie 3 bis 4 Sätze, und warten Sie ab, wie Ihr Gegenüber darauf reagiert. Hören Sie zu, was
der andere zu sagen hat, sonst stehen Sie schon nach kurzer Zeit allein da!

 Beispiele für Ihren Small-Talk-Einstieg

Einige Formulierungen bieten sich als Einstieg für den Small Talk an. Grüßen Sie als Erstes in die
Runde, nennen Sie Ihren Namen, und initiieren Sie dann das weitere Gespräch.

1. Stellen Sie eine Frage

„Guten Morgen, ich bin Susanne Meier. Das ist ja eine tolle Veranstaltung. Waren Sie schon einmal
hier?“

2. Äußern Sie Ihre eigene oder eine fremde Meinung

„Guten Tag, ich finde, die Party ist ja rundum gelungen. Toll!“

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Small Talk – Wie Sie mit Small Talk neue Kontakte knüpfen 19

3. Verbinden Sie Ihre Meinung mit einer Frage

„Guten Tag, mir gefällt dieses Seminar sehr gut. Ein hervorragender Redner! Wie finden Sie das
Thema?“

4. Stellen Sie eine Tatsache fest

„Guten Abend, ich habe eben erfahren, dass die Ausstellung heute bis 21:00 Uhr geöffnet ist.
Schön, dass wir uns nicht beeilen müssen und uns alles in Ruhe ansehen können.“

 Zeigen Sie beim Gesprächseinstieg Fingerspitzengefühl

Um den richtigen Einstieg zu finden, ist es wichtig, die einzelnen Situationen genau einzuschätzen.
Entwickeln Sie Fingerspitzengefühl! Sicher ist es während der Pause einer gemeinsamen Veran-
staltung sinnvoll, ein Gespräch über den Gastgeber in Gang zu bringen oder den eben gehörten
Vortrag anzusprechen.

Verzichten Sie aber darauf, andere auszufragen. Sie werden sonst schnell als neugierig ein-
gestuft. Und halten Sie sich mit Kritik zurück, Sie könnten ungewollt jemanden beleidigen. Zum
Beispiel: Sie meckern über die schlechte Organisation, wissen jedoch nicht, dass Ihr Gegenüber
die Agenda erstellt hat. Dann stehen Sie plötzlich peinlich berührt und allein da.

 Sinnvolle Einstiegsfragen sind:

„Ich fand die Rede von Herrn Müller sehr gut. Besonders als es um das Thema Zusammenarbeit
innerhalb des Konzerns ging. Wie hat Ihnen die Ansprache gefallen?“

Oder:
„Waren Sie früher schon einmal auf einer Feier des Gastgebers?“

Oder:
„Kannten Sie diese Lokalität bereits? Das ist ja ein sehr passender Rahmen für diese Veran-
staltung.“

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20 Small Talk – Wie Sie mit Small Talk neue Kontakte knüpfen

Wenn Sie sich auf einer privaten Veranstaltung befinden, ist es immer gut, in ein Gespräch zum
Thema Gastgeber einzusteigen.

 Stellen Sie Fragen wie:


„Eine wirklich nette Feier hat Maria da wieder organisiert. Ich frage mich jedes Mal,
wie sie das schafft. Woher kennen Sie Maria?“

Oder:
„Maria ist eine so kontaktfreudige Person und organisiert immer so schöne Feiern mit interes-
santen Gästen. Seit wann kennen Sie Maria bereits?“

So oder ähnlich beginnen Sie ein offenes Gespräch und geben Ihrem Gegenüber die Möglichkeit,
genauso offen zu antworten.

Der Einstieg sollte einfach sein, mit positiven Worten. Vielleicht merken Sie nach einigen Sätzen,
dass Ihr Gesprächspartner gar nicht an einem Small Talk mit Ihnen interessiert ist. Das kann mal
passieren. Machen Sie sich darüber nicht zu viele Gedanken, sondern versuchen Sie Ihr Glück
einfach mit der nächsten Person. Es gibt viele Menschen, die darauf warten, angesprochen zu
werden!

 Aufhänger für Ihren Small Talk

Stellen Sie sich vor, Sie besuchen ein Seminar, und die Pause hat begonnen. Sie nehmen sich im
Foyer einen Kaffee, stellen sich an einen Bistrotisch, und der Herr, mit dem Sie am Morgen bereits
ein paar Worte gewechselt haben, gesellt sich zu Ihnen. Was nun?

Greifen Sie das Thema des Seminars auf! Fragen Sie, wie ihm der bisherige Ablauf des Seminars
gefällt, oder ob er den Redner schon auf einer anderen Veranstaltung gehört hat.

Schwieriger wird es, einen Aufhänger zu finden, wenn Sie sich im Fahrstuhl Ihrer Firma befinden
und plötzlich Ihr Chef mit einsteigt und mit Ihnen bis in die Tiefgarage fährt. Was nun? Sollen Sie
nach der Begrüßung einfach unsicher schweigen, in der Hoffnung, dass der Aufzug bald unten
ankommt? Oder einfach in heftiges Geplauder verfallen?

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Small Talk – Wie Sie mit Small Talk neue Kontakte knüpfen 21

Ein absoluter Fauxpas wäre es, wenn Sie bei dieser Gelegenheit dem Chef gleich Ihr
Abteilungsproblem erzählen würden. In solchen Situationen haben Interna,
Gehaltsgespräche oder fachliche Details nichts zu suchen!

Wenn Sie ein bestimmtes Thema dennoch „drückt“, ist es sinnvoller, nach der Begrüßung zu
erwähnen, dass Sie sich bei seiner Sekretärin melden werden, um einen Gesprächstermin
abzustimmen. So erscheinen Sie weitaus souveräner.

Belassen Sie es bei solchen Begegnungen wie im Aufzug am besten bei Worten wie:

„Oh, wie nett, Sie hier zu treffen. Einen schönen guten Morgen wünsche ich Ihnen. Ich hoffe, es
geht Ihnen gut?“

Wenn es zum Beispiel eine Neuerung am Gebäude gibt, dann sagen Sie:

„Guten Morgen, Herr XY. Schön, Sie hier zu treffen. Wie geht es Ihnen? Ich habe die neuen Büros
gesehen, sie sind großartig. Wann werden wir die Räume voraussichtlich beziehen?“

Wenn es zum Beispiel in den letzten Tagen eine Konferenz gegeben hat oder eine Veranstaltung,
an der Sie beide teilgenommen haben, dann können Sie sagen:

„Die Veranstaltung xy war ja sehr interessant. Wie haben Sie den Tag empfunden?“

Auf diese Weise grüßen Sie (Guten Morgen), fragen nach dem Befinden (Wie geht es Ihnen?),
erklären eine Tatsache (neue Büros), äußern Ihre Meinung (großartig) und stellen eine Frage
(Bezug der Räume). Damit haben Sie dem Chef genug Aufhänger gegeben, in einen Small Talk mit
Ihnen einzusteigen.

Selten hält man sich in solchen Situationen länger als ein paar Minuten gemeinsam auf. Keiner hat
dort Zeit oder Interesse für detaillierte Gespräche. Bleiben Sie daher höflich, und verstellen Sie
sich nicht.

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22 Small Talk – Wie Sie mit Small Talk neue Kontakte knüpfen

 Die richtige Art, Fragen zu stellen

Es ist nicht nur die Art, was Sie fragen, es ist vor allen Dingen die Art, wie Sie fragen! Um dem
Gesprächspartner die Möglichkeit zu geben, mehr als nur „Ja“ oder „Nein“ zu antworten, sollten
Sie offene Fragen stellen, die mehr Spielraum zum Erzählen lassen. Diese Fragen nennt man
„W-Fragen“. Dadurch finden Sie zu neuen Überleitungen, und es lassen sich weitere interessante
Themen anknüpfen.

Wählen Sie als Aufhänger die W-Fragen!

Hier einige Beispiele für mögliche W-Frage-Situationen:

 Wie?
Z. B.: „Wie oft waren Sie schon in diesem Museum?“
 Woher?
Z. B.: „Woher kennen Sie die Gastgeber?“
 Was?
Z. B.: „Was, denken Sie, hat der Regisseur damit beabsichtigt?“
 Wieso?
Z. B.: „Wieso kam zu Anfang die Moderation so ins Stocken?“
 Warum?
Z. B.: „Warum hat sich die Mannschaft bei diesem Spiel nicht genug eingebracht?“
 Weshalb?
Z. B.: „Weshalb findet die Premiere des Films dieses Jahr in Berlin statt?“
 Worin?
Z. B.: „Worin unterscheiden sich die beiden Seminare?“
Auch möglich: Wodurch? Auf welche Weise? Usw.

Mit diesen Fragestellungen retten Sie sich vor einem stockenden Gespräch und geben Ihrem
Gegenüber ausreichend Möglichkeit, den Small Talk weiterzuführen.

 Gewinnen Sie mit offenen Fragen

Wie viel Sie mit einer offenen Fragestellung gewinnen, zeigen die nächsten Beispiele, die den
direkten Vergleich zur geschlossenen Frage darstellen:

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Small Talk – Wie Sie mit Small Talk neue Kontakte knüpfen 23

 Gut (offene Frage): „Wie gefällt Ihnen das neue Haus von Herrn Meier?“
 Schlecht (geschlossene Frage): „Waren Sie schon einmal hier?“

Oder:

 Gut (offene Frage): „Wann haben Sie zum letzten Mal eine solche Veranstaltung besucht?“
 Schlecht (geschlossene Frage): „Haben Sie schon ein solches Seminar besucht?“

Mit geschlossenen Fragen fordern Sie Ihren Gesprächspartner geradezu auf, mit Ja oder Nein zu
antworten. Wundern Sie sich deshalb nicht, wenn er einsilbig antwortet und sich nach einiger Zeit
eher ausgefragt als informiert fühlt.

Verzichten Sie auf geschlossene Fragestellungen und kurze Antworten, und vermeiden Sie
Satzanfänge mit:

 „Haben Sie …?“


 „Wo …?“
 „Meinen Sie …?“
 „Wer …?“
 „Glauben Sie …?“
 „Welcher …?“
 „Könnten Sie …?“
 „Wie oft …?“
 „Würden Sie …?“
 „Sind …?“
 „Wann …?“


Auf solche geschlossenen Satzanfänge bekommen Sie meistens nur kurze
Antworten. Erwarten Sie zum Beispiel auf Ihre Frage „Wie oft waren Sie schon
hier?“ eine eher kurze Antwort wie „zweimal“ oder „nie“. Ähnlich bei der Frage:
„Würden Sie den Fisch empfehlen?“ Hier kann Ihr Gegenüber mit einem kurzen „Ja“ antworten
und lässt Sie schnell wieder allein dastehen.

Geschlossene Fragen sind nur dann empfehlenswert, wenn Sie an einen redebereiten und offenen
Menschen geraten sind, der von sich aus den Small Talk in Gang hält. Solche Personen haben Lust

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24 Small Talk – Wie Sie mit Small Talk neue Kontakte knüpfen

zu sprechen und werden sich auch von geschlossenen Fragen nicht davon abhalten lassen, Ihnen
ausführlich zu antworten.

 Offene Fragen richtig dosiert einsetzen

Mit offenen Fragen halten Sie das Gespräch in Gang und erfahren mehr von Ihrem Gegenüber.
Achten Sie aber darauf, dass Sie nicht eine W-Frage nach der anderen stellen. Kommentieren Sie
ruhig auch einmal das Gesagte, oder geben Sie Ihre Meinung ab. Lassen Sie den anderen
sprechen! Zu viele Fragen werden sonst als aufdringlich oder neugierig empfunden.

Vermeiden Sie ein Ausfragen mit – womöglich noch intimen – Fragen wie „Was machen Sie
beruflich?“, „Wo arbeitet Ihre Frau?“ oder „Wo wohnen Sie?“.

Diese Sätze wirken schnell lästig. Früher oder später wird sich Ihr Partner aus dem für ihn
unangenehmen Gespräch lösen. Keiner lässt sich gern aushorchen oder verhören. Ihr Talk wird
bald und erfolglos beendet sein. Nur geschickte Gesprächspartner greifen solche intensiven
Fragen als Überleitung auf und kommen dann richtig ins Gespräch.

Doch bis es so weit ist, wählen Sie als Aufhänger am besten offene Fragen und bringen damit ein
aktives Gespräch in Gang, bei dem Sie Ihrem Gegenüber zuhören und mit nonverbalen Signalen
wie leichtem Kopfnicken zu verstehen geben, dass er Ihre volle Aufmerksamkeit hat.

 Interessante Themen für Ihren Small-Talk

Für einen guten Small Talk gibt es einige hervorragende und typische Themen, die je nach
Interessengebiet und Situation ausgewählt werden können. Am besten machen Sie sich schon
vorher zu jedem Thema ein paar Notizen, dann kommen Sie zukünftig schneller ins Gespräch.

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Small Talk – Wie Sie mit Small Talk neue Kontakte knüpfen 25

Sprechen Sie doch einmal über:

 Sport-Themen
 Hobbys 
 neueste Filme
 tolle Urlaubs- und Reiseziele
 den Ort, die Räumlichkeit, an dem/in der Sie sich befinden
 die gemeinsame Veranstaltung
 Kunst
 Konzerte oder beeindruckende Theaterbesuche
 gemeinsame Freunde, Verwandte oder Bekannte
 aktuelle Ereignisse
 Referenten, den Gastgeber oder die Organisatoren
 neueste Bücher oder Bestseller

Sie sehen: Es gibt zahlreiche Themen, mit denen Sie beim Small Talk einsteigen können. Denken
Sie immer daran, dass kein Fachgespräch erwartet wird, sondern eine legere Unterhaltung. Es
ist wichtiger, durch ein Thema wie Sport oder Kino zum anderen eine „Brücke“ aufzubauen und
ihn ins Gespräch mit einzubeziehen, als mit Fachwissen aufzuwarten.

 Sprechen Sie auch nicht vertraute Themen an

Haben Sie Mut! Scheuen Sie sich nicht davor, Themen, die Ihnen fremd sind, anzusprechen. Be-
ginnen Sie einen Small Talk über Kunst und Malerei, auch wenn Sie noch nie auf einer Vernissage
waren. Erzählen Sie von dem heutigen Fußballspiel, obwohl es nicht Ihr großes Hobby ist.

Das alles darf kein Hindernis darstellen – ganz im Gegenteil. „Mut zur Lücke“ soll Ihr
Motto lauten. Locken Sie sich doch einmal selbst aus der Reserve. Sie werden !
erstaunt sein, wie sich manchmal durch ein „fremdes“ Thema erst richtiges Interesse wecken und
der eigene Horizont erweitern lässt.

Wenn Sie sich bei einem Thema nicht so gut auskennen, kehren Sie Ihre Unwissenheit nach
außen. Sagen Sie zum Beispiel, dass Sie das Fußballspiel gestern sehr interessant fanden, aber die
Regeln beim Fußball nicht so gut kennen. Ihr Gesprächspartner findet vielleicht großen Gefallen

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26 Small Talk – Wie Sie mit Small Talk neue Kontakte knüpfen

daran, Ihnen Genaueres darüber zu erzählen – und schon stecken Sie mitten drin im besten Small
Talk.

Immer wichtig: Aktives Zuhören

Achten Sie beim Small Talk auf Ihre Signale. Stehen Sie nicht einfach wortlos da, womöglich den
Blick auf den Boden gerichtet, sondern praktizieren Sie „aktives Zuhören“.

Aktives Zuhören besteht aus 2 Komponenten:


1. zuhören
2. signalisieren

Beim aktiven Zuhören versucht der Empfänger zu verstehen, was der Gesprächspartner
empfindet oder was seine Botschaft ist. Daraufhin drückt er das, was er verstanden hat, mit
eigenen Worten aus und teilt es dem Gesprächspartner zur Bestätigung mit.

Sie sind zum Beispiel während der Pause eines Seminars im Gespräch mit einem Teilnehmer, der
Ihnen etwas über die letzte Veranstaltung erzählt. Als aktiver Zuhörer antworten Sie: „Sie sind
also der Meinung, dass diese Veranstaltung aufwändiger ist als die vergangene?“

Der Empfänger (Sie) gibt auf diese Weise keine eigene Mitteilung wie zum Beispiel ein Urteil, eine
Meinung oder einen Ratschlag zum Gesagten ab, sondern wiederholt mit eigenen Worten, wie er
die Aussage des Senders (Ihr Gesprächspartner) verstanden hat. Indem Sie das Gehörte neu
zusammenfassen, teilen Sie Ihrem Gesprächspartner indirekt mit, dass Sie als Person im Gespräch
anwesend sind und richtig zuhören.

Selbstverständlich zählt dabei die goldene Mitte. Fassen Sie nicht nach jedem Satz das Gesagte
neu zusammen, sondern signalisieren Sie aktives Zuhören auch hin und wieder durch kleine
Wörter wie „schön“, „interessant“ oder „aha“ usw. Das macht Sie sympathisch und attraktiv, auch
für eine längere Unterhaltung.

 Die richtige Überleitung zu weiteren Themen

Angenommen, Sie haben den Herrn oder eine Dame gerade auf einer Vernissage angesprochen
und sich vorgestellt. Sie unterhalten sich kurz über den Gastgeber, und das Gespräch fängt
plötzlich an zu stocken. Was tun?

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Small Talk – Wie Sie mit Small Talk neue Kontakte knüpfen 27

Hier ist die richtige Überleitung gefragt. Vielleicht ist Ihr Gesprächspartner selbst ein gefragter
Künstler. Fragen Sie doch einfach einmal nach! Sätze wie:

„Guten Abend, ich bin Susanne Meier und habe eben staunend die schönen Kunstwerke hier
bewundert. Was führt Sie zu diesen herrlichen Skulpturen?“

sind eine ideale Überleitung, um weitere Themen anzusprechen und auch Näheres über Ihr
Gegenüber zu erfahren.

Sprechen Sie nicht nur über das Wetter

Wenn Sie das Gespräch mit dem Thema Wetter oder Anreise begonnen haben, müssen Sie
anschließend zu einem anderen Thema überleiten. Zum Beispiel, indem Sie vom Wetter auf Ihr
Hobby, das Skifahren, zu sprechen kommen oder indem Sie ein Zitat anbringen. Etwa so:

„Die Anfahrt hierher hat mich an meinen letzten Skiurlaub erinnert. Ich freue mich
schon auf den ersten Schnee, um neue Pisten zu erkunden. Fahren Sie auch so gern
Ski?“

Im besten Fall haben Sie einen begeisterten Skifahrer vor sich, mit dem Sie jetzt ein tolles
Gespräch über die neuesten Skimodelle oder die besten Skigebiete führen können. Dafür sind
Gespür und Übung gefragt. Die wichtigste Voraussetzung ist, unverkrampft zu bleiben!

Wenn Sie sich in panikartigen Zuständen während des Talks ständig überlegen müssen, was Sie als
Nächstes fragen, werden Sie unaufmerksam und konzentrieren sich so auf sich selbst, dass Sie
dem anderen kein Gehör mehr schenken.

 Trainieren Sie Ihre Sinne!

„Zuhören“ ist gleichbedeutend mit „Empfangen“ oder „Aufnehmen“. Es bezeichnet zwar vorder-
gründig passives Verhalten, aber eigentlich ist es ein aktiver Prozess für weiteres Handeln. Und
das lässt sich trainieren!

Versuchen Sie von heute an Ihr gesamtes Umfeld mit allen Sinnen aufzunehmen. So trainieren Sie
das bewusste Aufnehmen und die Sensibilität Ihrer Sinne:

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28 Small Talk – Wie Sie mit Small Talk neue Kontakte knüpfen

 Sehen Sie sich zum Beispiel die Pflanzen genauer an, blicken Sie länger als nur
2 Sekunden in den Sternenhimmel, und sehen Sie den Wolken einige Minuten lang nach.

 Riechen Sie an schönen Blumen, oder atmen Sie Kaffeeduft ein.

 Schmecken Sie beim nächsten Essen jede Nuance heraus, und lassen Sie ein Stück
Schokolade länger als nur eine Sekunde auf der Zunge zergehen.

 Fühlen Sie kaltes Wasser auf Ihrer Haut oder die Bodenbeschaffenheit, wenn Sie barfuß
darüber laufen.

 Hören Sie Ihrer Lieblingsmusik mit geschlossenen Augen intensiv zu, oder lauschen Sie
dem Singen der Vögel.

Sprache ist ein Ausdruck, der mit allen Sinnen erlebt wird!

Je intensiver Sie aufnehmen lernen, desto besser können Sie auch im Gespräch Dinge verarbeiten.
Sie werden lockerer, empfinden es als angenehm oder unangenehm, was Ihnen der andere
erzählt, und entwickeln automatisch ein Gefühl dafür, was als nächstes Thema angeschnitten
werden könnte.

 Übungen für einfache Überleitungen

Stundenlang über unangenehme Themen zu reden, das mag niemand. Aber es gibt ein paar
leichte Übungen, mit denen Sie lernen, künftig schneller und einfacher Überleitungen zu finden.

Dazu nehmen Sie sich einen Stift und ein Stück Papier und täglich ca. 5 Minuten Zeit. Schreiben
Sie ein Wort auf, und versuchen Sie, so viele Assoziationen wie möglich zu finden.

Beispiel:
Das Wort Blume.
Mögliche Assoziationen: Pflanze, Stängel, Blüte, Stempel, Farben, Sonnenblume, Veilchen, Rose,
Dorn, Blatt, Erde, Boden, Sommer usw.

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Small Talk – Wie Sie mit Small Talk neue Kontakte knüpfen 29

Sie sehen: Diese Liste würde sich unendlich erweitern lassen, und vielleicht beginnen Sie schon
beim Schreiben der Assoziationen, weitere Dinge zu entdecken. Zum Wort „Sommer“ vielleicht
„Wasser“, „Urlaub“ oder Ähnliches. Auf diese Art lernen Sie, Zusammenhänge schneller zu
erfassen, und können Gespräche zu einem anderen Thema umlenken und in eine andere Richtung
führen. Diese Übung können Sie mit jedem Wort machen.

Hier noch einige weitere Wortbeispiele:

Frühling, Hund, Haus, Auto, Computer, Wasser, Kinder, Sonne, Rom, Paris, Schule, Kindergarten,
Büro, Fernseher, Vogel usw.

 Zitate für Überleitungen zu anderen Themen

Überleitungen sind vor allen Dingen bei unangenehmen Themen angesagt. Nämlich, wenn Sie bei
einem Thema angekommen sind, über das Sie nicht viel wissen oder das Ihnen aus irgendwelchen
Gründen unangenehm ist. Dafür eignen sich Zitate sehr gut. Sie lösen damit souverän die
Gesprächsproblematik, ohne sich auszuklinken oder neue Themen suchen zu müssen.

Das bedeutet natürlich einige Vorarbeit, damit Sie die Unterhaltung perfekt lenken können – aber
nichts, was Sie sich nicht anlesen könnten.

 Beispiele für einige Überleitungen mit Zitaten:

Nehmen wir an, es geht um das Thema Malerei. Dieses Gespräch liegt Ihnen gar nicht. Versuchen
Sie, durch Zitate überzuleiten mit Sätzen wie:

„[Name] sagte einmal:. ‚Die Malerei ist eine stumme Poesie und die Poesie eine redende Malerei.‘
Ich bin ja mehr für das Reden und habe dazu kürzlich ein hervorragendes Buch gelesen …“

Sie können aber auch etwas mehr Humor und Offensive in Ihr Zitat bringen und sagen:

„[Name] sagte einmal: ‚Niemand auf der Welt bekommt so viel dummes Zeug zu hören wie die
Bilder in einem Museum.‘ Ich halte mich deswegen beim Thema Kunst lieber ein wenig zurück. Mir
persönlich liegt Fußball eher …“

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30 Small Talk – Wie Sie mit Small Talk neue Kontakte knüpfen

Bestimmt werden Sie dadurch ein neues Thema entfachen können. Sie müssen dem Small Talk
nur eine Wendung mit dem richtigen Zitat geben. Sie haben es selbst in der Hand. Sie bestimmen
aktiv Thema, Richtung, Intensität und den weiteren, erfolgreichen Verlauf des Gesprächs mit.

 So beginnen Sie Sätze für Überleitungen

Wenn Sie eine Assoziation gefunden haben, können Sie die Überleitung auch mit den folgenden
Sätzen beginnen. Es kommt natürlich auf das Thema an, das zuvor besprochen wurde. Ange-
nommen, es war das Thema „Veranstaltungsort“, dann könnten Sie überleiten auf die Stadt, in
der die Veranstaltung stattfindet, indem Sie sagen:

„Ich war noch nie hier in Berlin. Es ist mein erster Besuch. Diese Veranstaltung hat mich hierher
gebracht. Eine fantastische Stadt. Haben Sie auch schon …?“

Oder:

„Ich war schon mehrfach hier in Hamburg. Eine tolle Stadt. Was meinen Sie?“

Beispiele:
• „Ich habe schon erlebt, dass …“
• „Ich war noch nie …“
• „Ich kann mir gar nicht vorstellen, wie es ist, wenn …“
• „Ich bin neu hier und habe das …“

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Small Talk – Wie Sie mit Small Talk neue Kontakte knüpfen 31

Der Small-Talk-Meister-Test

Prüfen Sie, ob Sie bereits Small-Talk-Profi mit Tiefgang sind. Haken Sie auf der nachstehenden
Liste ab, was Sie bereits können, und prüfen Sie genau, welche Punkte Sie noch lernen, üben oder
optimieren müssen:

Der Profi-Talker mit Tiefgang …

 erkennt, wie wichtig Small Talk ist,

 beachtet die Distanzzonen,

 nimmt Blickkontakt zu anderen auf,

 grüßt höflich und stellt sich vor,

 vermeidet Tabuthemen,

 ist immer über aktuelle Themen informiert,

 hält die gleichen Ebenen ein,

 merkt sich die Namen der Gesprächspartner,

 setzt sein Lächeln während des Gesprächs ein,

 erkennt Körpersignale wie Gestik und Mimik,

 setzt Körpersignale gezielt ein,

 stellt offene Fragen,

 teilt auch Komplimente aus,

 verwendet den richtigen Sprachstil,

 hört aktiv zu,

 führt keine Monologe,

 erzählt keine unangebrachten Witze,

 verabschiedet sich höflich und charmant.

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32 Small Talk – Wie Sie mit Small Talk neue Kontakte knüpfen

Impressum
Small-Talk-Themen.de
ist ein Projekt der
web suxxess factory Markus Floßdorf
Steinkaul 28, 56651 Oberdürenbach
www.web-suxxess-factory.de

Redaktion: Ulrike Spraul, www.text-suxxess-factory.de

Wir bedanken uns für die Bereitstellung der Texte von „Der große Knigge“, einer Fachpublikation des
Fachverlag für Kommunikation und Management, ein Verlagsbereich des VNR Verlags für die Deutsche
Wirtschaft AG.

„Der große Knigge“ – Sicher auftreten bei geschäftlichen, offiziellen und privaten Anlässen. Wie? Mit
modernen, perfekten Umgangsformen. Nie waren sie so wichtig wie heute. Sie helfen, Verbindungen
zu knüpfen, Beziehungen aufzubauen, Sympathien zu erweitern, Erfolg und Ansehen zu steigern und
das Leben zu erleichtern.

„Der große Knigge“: ISBN 978-3-8125-0772-1, ISSN 1863-9623


Chefredakteurin: Agnes Anna Jarosch (verantwortlich)
Verlag: VNR Verlag für die Deutsche Wirtschaft AG, Bonn
Internet: www.stil.de

Vervielfältigungen jeder Art sind nur mit Genehmigung des Verlages gestattet.
Für dieses E-Book wurde ein Bild des Fotografen JJAVA aus der Bild-Datenbank Fotolia verwendet.

Tipp: Ab sofort sind Sie in Situationen, in denen es drauf


ankommt, nie mehr sprachlos!

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Täglich GRATIS ein neues Gesprächsthema im E-Mail-Postfach – da geht der Gesprächs-
stoff so schnell nicht aus.

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Freizeitvergnügen der Elche oder den Labradoodle – mit dem Small-Talk-Thema des Tages
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