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Thema: Das Segen-Fluch-Motiv und die Fluch-Tradition in Dtn 28 und in den altorientalischen Qul

Vertragsrhetorik
Bei meinem heutigen Referat handelt es sich das Segen-Fluch-Motiv und die Fluch-Tradition in
Deuteronomium 28 und in den altorientalischen Verträgen. Eigentlich steht Dtn 13 auch im
Mittelpunkt der Frage nach der Rezeption der altorientalischen Vertragstradition im
Deuteronomium. Aber heute werde ich nur die Segen-Fluch-Tradition in Dtn 28 in folgenden zwei
Aspekten untersuchen, zum einem das Segen-Fluch-Motiv und die Nichtigkeitsflüche in Dtn 28,1-
19 und zum anderen unterschiedliche Flüche in Dtn 28,20-44 und in den Vasallenverträgen
Asarhaddons.
Zunächst ist das Segen-Fluch-Motiv in Dtn 28,1-19 und im Alten Orient. Also meine Frage ist,
Woher die Segen-Fluch-Tradition in Dtn 28 kommt?, wenn diese Tradition von früh an im Alten
Orient verbreitet war?
Man versucht, die Segen-Fluch-Tradition in Dtn 28 mit der Segen-Fluch-Tradition aus den
altorientalischen Gesetztexten oder aus den altorientalischen Verträgen zu vergleichen, wo Segens-
und Fluchsabschnitte (gleichzeitig) zu finden sind.

Zuerst, Vergleich des Segen-Fluch-Motiv in Dtn 28,1-19 mit den altorientalischen


Gesetztexten. Einige Exegeten, z. B. McCarthy, stellten fest, dass die Segen-Fluch-Tradition schon
bei den Gesetztexten aus dem 3. Jt. v. Chr. bekannt gewesen war und in Dtn 28 überliefert wurde.
Diese Annahme ist plausibel, weil das Deuteronomium selbst viele Gesetze enthalten. Deswegen
lässt sich die Struktur von Dtn 28 oft mit der Struktur der altorientalischer Gesetztexten
vergleichen.
Als Beispiele nenne ich hier den sumerischen Kodex Lipi-Ischtar und den altenbabylonischen
Kodex Hammurapi. Im Kodex Lipit-Ischtar sind zwei Segensmotive deutlich genannt, nämlich das
lange Leben und das Blicken ins Antlitz der Gottheit. Die Inhalte des Fluchs werden aber wegen
der abgebrochen Teilen nicht deutlich gezeigt. Aber die Verkürzung des Lebens und der böse Blick
sind denkbar.
Demgegenüber sind zwei Sachen im Kodex Hammurapi auffällig. Erstens wird der göttliche Segen
ganz auf einen Herrscher abgestimmt. Zweitens ist der göttliche Segen die lange Regierungszeit
des Königs. Ein Stab im Kodex Hammurapi meint das Zepter des Königs, also ein
Herrschaftssymbol des Königs. Ein langer Stab bedeutet die lange Regierungszeit des Königs.
Dagegen der göttliche Fluch ist das Zerbrechen des Königtums.
Wie in den beiden Kodexen gezeigt, wird man durch Götter gesegnet, wenn er die Kodexinschrift
schützt, aber wenn man Kodexinschrift zerstört oder abändert, dann fluchen Götter ihn.
Die Gemeinsamkeit des Segen-Fluch-Motivs zwischen zwei altorientalischen Kodexe und Dtn 28,1-
19 ist, dass Motive des Segens ihre Umkehrung im Fluch erfahren.
Das Segen-Fluch-Motiv in Dtn 28,1-19 kann auch mit der altorientalischen Vertragstradition
verglichen werden, weil Dtn 28 nicht nur von der Form eines Gesetztexts, sondern auch von der
Form eines Vertragsschluss verstanden werden kann. Eigentlich ist der Vertrag ein gegenseitiges
Verhältnis und erfordert eine Zustimmung und die Konsequenzen von Vertragseinhaltung und
Vertragsbruch. Also Vertragseinhalten ist Segen, Segen ist Gottes Belohnung und „Vertragsbruch
ist Fluch, also Gottes Strafe.
Die Konditionalsätze in V. 1.2 und 15, „Wenn du alle Befehle des Herrn hören wirst, oder nicht
hören wirst“. Dieser Konditionalsatz kommt im Einleitungssatz der altorientalischen Vertragstexte
häufig vor. Das heißt, dass Dtn 28 auf altorientalisches Vertragsvorbild zurückgegriffen werden
kann und das Segen-Fluch-Formular in Dtn 28 als ein typischer Einleitungssatz des Vertragsschluss
verstanden werden kann.
Die altorientalische Vertragstradition kann ins 3. Jahrtausend v. Chr. zurückreichen. Die Verträge
des 3. Jahrtausend v. Chr. z. B. aus Sumer, Akkad und Emar enthalten aber nur kurze
Verfluchungsformeln gegen diejenigen, die den Eid brechen. Und zum ersten Mal in den
hethitischen Verträgen aus 2. Jts. v. Chr. kann man Parallelität zwischen Segen und Fluch finden.
Aber bei dem Vasallenvertrag des Königs Suppiluliuma I. (수피둘리우마 Erste) mit Niqmaddu II. (
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니쿠마두 Zweite) von Ugarit wird nur vom Fluch gegen denjenigen, der die Worte dieses Vertrags
abändert, berichtet. (Es gibt vier abgebrochene Verse. Aber man weist nicht genau, ob in dieser
Rücke von dem Segen geredet ist.)

Eigentlich schließen altorientalische Verträge meist nur mit Fluchformeln, während Segensformeln
auffällig selten sind. Ein schönes Beispiel dafür ist der Friedensvertrag zwischen Rames II. und
Hattusili III. (하투실리 Dritte). Nach der Schlacht bei Kadesch am Fluss Orontes (im
westlichen Syrien) im Jahr 1285 v. Chr. haben der ägyptische König Rames II. und der hethitische
König Hattusili III. einen Friedensvertrag in babylonischer Sprache und in der Keilschrift
geschlossen. Die Originale der zwei Ausfertigungen auf Silbertafeln sind leder verloren. Aber der
Text des Rames II. ist zum größten Teil durch Abschriften auf Tontafeln erhalten. Und an erster
Stelle dieses Texts ist die babylonische Fassung übersetzt. Der Text des Hattusili III. liegt nur in
ägyptische Fassung in Hieroglyphenschrift (히로글리펜슈리프트) vor, und zwar auf einer fast völlig
erhalten Stele im Tempel von Karnak.
Bei der babylonischen Fassung sind Teile über Fluch und Segen für Hattusili (하투실리) bei
Verletzung bzw. Einhaltung des Vertrags abgebrochen, aber Fluch und Segen für Rames bei Bruch
bzw. Einhaltung des Vertrags wurden berichtet. Also zuerst Fluch und dann Segen berichtet. Aber
bei Paragrafen 24 und 25 wird zuerst von Segen für jeden Partner bei Einhaltung des Vertrags
geredet, und dann von Fluch bei der Verletzung des Vertrags.
Bei den Paragrafen über Segen und Fluch für jeden Vertragspartner hat die ägyptische
Übersetzung andere Reihenfolge, nämlich zuerst Fluch und dann Segen. Das bedeutet also, dass
die Reihenfolge des Segens und Fluchs in der damaligen Vertragstradition unregelmäßig war.
Bis jetzt habe ich das Segen-Fluch-Motiv in Dtn 28 thematisiert. Jetzt werde ich die Fluchtradition
in Dtn 28 mit anderen altorientalischen Verträgen vergleichen.
Zuerst die Fluchtradition in altaramäischen Inschriften (bzw. in der aramäischen Verträgen)
Ich nenne drei aramäischen Inschriften, davon nur die Inschrift von Sfire ist ein Staatvertrag
zwischen beiden Könige. Diese Inschrift ist in der neueren alttestamentlichen Forschung für die
Frage nach der Rezeption des altorientalischen Vertragsrechts von besonderer Bedeutung und
auch ihre Gemeinsamkeiten mit der neuassyrischen Vertragsrechtstradition und mit dem
Fluchmotiv in Dtn 28 und auch in anderen alttestamentlichen Stellen werden immer diskutiert.
Als Fluch in diesem Vertrag ist „nicht satt werden“, also „Nichtigkeitsflüche“.
Zwei andere aramäischen Inschriften enthalten ebenfalls dieses Motiv.

Woher kommt dieses Motiv? Wie die Tabelle 2 zeigt, wird dieses Motiv auch in Dtn 28,31.38-
40 und 42 knapp berichtet. Koch, stellte fest, dieses Motiv scheint in der akkadischen Tradition
im 9. Jh. v. Chr. noch fremd zu sein und dieses Motiv stammte aus der hethitischen Tradition. Als
Beispiel nannte er ein Mythos des hethitischen Vegetationsgottes Telipinu (텔리피누): Nach diesem
Mythos wurden 1000 Götter von der Sonnengott eingeladen, aßen aber sie waren nicht satt und
sie tranken aber noch durstig.
Daraus kann man annehmen, dass das Nichtigkeitsflüche-Motiv ursprünglich ein hethitisches
gewesen war und in westlichen Raum weiter überliefert wurden. Also das Nichtigkeitsflüche-Motiv
gehört zu einer westlichen Tradition.
Es ist auffällig, dieses Motiv vor der Mitte des 9. Jhs. v. Chr. im Mesopotamien noch nicht bekannt
war. Die zweisprachige, nämlich aramäische und assyrische Inschrift von Tell Fecherije (텔-
페헤리예) kann das älteste Beispiel sein, das um Mitte des 9. Jhs. v. Chr. in der assyrischen Sprache
geschrieben wird. Es ist denkbar, die westliche Nichtigkeitsflüche-Tradition durch diese assyrische
Übersetzung im assyrischen Bereich überliefert wurde. Es ist auch denkbar, diese westliche
Tradition kann auch durch die Inschrift von Bukan in der mesopotamischen Kultur bekannt
werden, weil diese Inschrift aus Bukan stammte, Bukan liegt im damaligen assyrischen Bereich, in
heutigen Iran.
Also aus diesen Beobachtungen kann man sagen, die westliche Nichtigkeitsflüche-Tradition hat
durch diese zwei Inschriften nach dem 9. Jh. v. Chr. in den Ostern gewirkt.
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Ein Brief des Assurbanipal ist das erste Beispiel, dass die westliche Nichtigkeitsflüche-Tradition
allein in der assyrischen Sprache geschrieben ist. Es handelt sich um den Fluch A ššurs gegen die
arabischen Stämme berichtet ist:

Als Zwischenergebnis kann ich hier sagen: das Nichtigkeitsflüche-Motiv in Dtn 28 und in der
assyrischen Kultur entstanden aus der westlichen bzw. aramäischen Fluchtradition.

Jetzt komme ich zum zweiten Thema meines Referats, nämlich Thema über die Ähnlichkeit des
Dtn 28 und der Vasallenverträge Asarhaddons.
Ich habe hier über die Vasallenverträge Asarhaddons und die assyrische Vasallität Israels und Judas
kurz geschrieben. Wenn Sie Interesse daran haben, können Sie später mein Papier nachschauen

Jetzt wird ich über die literarische Abhängigkeit oder die Ähnlichkeit der beiden Texte grob
diskutieren.
In der alttestamentlichen Forschung wird die literarische Abhängigkeit des Dtn 28,20-44 von den
VTE oder die Ähnlichkeiten zwischen beiden Texte immer noch heftig diskutiert. Einige Exegeten
meinen, dass die unterschiedlichen Flüche in Dtn 28,20-44 nicht abhängig von der assyrischen
Tradition sind, sondern aus der altorientalischen Fluchtradition stammen. Diese Tradition als ein
längstes bekanntes Fluchsmotiv war schon lange her in der gesamten altorientalischen Welt
bekannt. Also diese Fluchvorstellungen haben einen wesentlichen Einfluss auf Dtn 28 und die
Vasallenverträge Asarhaddons und die unterschiedliche Fluchmotive in den Vasallenverträgen
Asarhaddons stammten auch aus der Fluchtradition, die im gesamten altorientalischen Bereich
schon lange her verbreitet gewesen war.
Aber, wie bei der Tabelle 3 und 4 gezeigt, kann diese Annahme die Gemeinsamkeit derselben
Reihenfolge der unterschiedlichen Flüche und der außergewöhnliche Bilder zwischen beiden
Vergleichstexten nicht vollständig erklären. Und ein längeres Muster für die unterschiedlichen
Flüche, wie in Dtn 28,20-44 und den VTE bes. § 56, wurde in der altorientalischen Fluchtradition
nicht überliefert. Also bei den meisten Gesetzen und Verträgen sind nur kurze Flüche belegt.
Außerdem wenn der König Manasse als Vasall von Asarhaddon versammelt wurde, musste er
einen Vasallenvertrag schließen, oder selbst wenn er nicht an der Zeremonie teilgenommen hätte,
wurde dieser Vertragstext sicherlich nach Juda geschickt. Dann ist es plausibel, dass Flüche aus
den VTE in die Hände des Autors von Dtn 28 gelangten und die VTE mit Manasse schriftliche
Quelle für Dtn 28 wären. Deswegen bin ich der Meinung, dass die Flüche bzw. die Reihenfolge der
Flüche in Dtn 28,20-44 von den VTE übernommen wurden.

In meinem Referat habe ich vier Möglichkeiten vorgestellt. Sie können selbst später nachlesen.

Wie ich bei Abschnitt 2.1 gezeigt haben, wurden die literarischen Ähnlichkeiten zwischen Dtn 28
und den VTE und die Abhängigkeit des Dtn 28 von den VTE bes. von § 56 heftig diskutiert und
untersucht. Wenn man die Tabelle 3 und Tabelle 4 vergleicht, dann kann man einen großen
Unterscheid finden, nämlich im Vergleich mit den anderen Paragrafen sind die Liste von Flüche in
Paragraf § 56 ungewöhnlich lang.
Ich werde heute die literarischen und traditionsgeschichtlichen Ähnlichkeiten zwischen jeden
einzelen Vers in Dtn 28 und jeden Paragraf nicht weiter thematisieren.

Jetzt komme ich zum Schluss meines Referats und fasse im Folgenden zusammen.

Erstens, das Segen-Fluch-Motiv in Dtn 28,1-6.15-19 ist mit der altorientalischen


Vertragsrechtstradition verbindet, wie bei dem Friedensvertrag zwischen Rames II. und Hattusili III.
(하투실리 Dritte) gezeigt, spielte Segen-Fluch-Motiv bei der hethitischen Vertragstradition eine
Rolle. Aber die Element des Segens fehlten die in den assyrischen Vertragstradition.
Zweitens Das Motiv „die Nichtigkeitsflüche“ in Dtn 28, 31a.38-40.42 entstand aus der westlichen,
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nämlich hethitischen und aramäischen Tradition, die auch bei der Verträgen vorkamm.
Drittens die unterschiedlichen Flüche und ihre Reihenfolge in Dtn 28,20-44 sind abhängig von den
VTE (bes. § 56).
Viertens die Gemeinsamkeiten zwischen Dtn 28 und den verschiedenen altorientalischen
Vertragstraditionen bzw. Vertragstexten zeigten, dass Dtn 28 einerseits mit der westlichen, nämlich
hethitischen und aramäischen Vertragsrechtstradition und andererseits mit der neuassyrischen
Vertragsrechtstradition verbunden ist.

Das war mein Referat.

만약에 시기에 대하여 이야기 해야한다면 이것을 참조할 것>


(Wann diese Motive der Flüche aus den VTE in Dtn 28,20-44 übertragen wurden? Es ist nach
672 v. Chr. Jahr: (Im Jahr 672 versammelt Asarhaddon Vertreter Assyriens und die Vasallen
und schloss einen Vertrag mit ihnen, um sie auf die Nachfolgeregelung für seine Söhne
Assurbanipal und Šamaš-šum-ukin zu vereidigen.) und vor 612 v. Chr. oder 610 ( 612 ist das
Jahr des Falls Ninives und 610 das Jahr des Falls des assyrischen Reiches.) erfolgt, weil es
plausibel ist, dass nach dem Untergang des assyrischen Reichs die assyrische
Herrschaftsideologie seine politische Bedeutung in Israel verloren hat.) Aber ich bin der
Meinung, dass Dtn, 28,20-44 vor dem Tode des Königs Assurbanipal (631) entstand. Er war
der Nachfolger des Asarhaddon und der letzte mächtige assyrische König. Nach seinem Tode
verlor das assyrische Reich langsam seine politische Vorherrschaft über Mesopotamien.