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Hochschule für Musik Rostock

Master Studiengang Musikpädagogik

Der Musiker und sein Körper.

Ein Resonanzraum für Wahrnehmung, Sinnlichkeit und Erleben

Vortrag

freier atem - freier ton

Die Suche nach Klang und Ausdruck

Gordana Crnkovic

Dipl. Gesangpädagogin-Atempädagogin (AFA-Diplom)

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Als ich nach meinem Gesangstudium mit der Ausbildung zur Atempädagogin begann, ahnte
ich nicht, wie sehr der Erfahrbare Atem meinen weiteren Lebensweg bestimmen würde.

Vitalkapazität, Atemstütze und die Suche nach Klang-Resonanz sind wesentliche Bausteine in
der Gesangpädagogik. Und so erhoffte ich mir Anregungen in dieser Richtung.

Die Begegnung mit meiner Atembewegung wurde während der Atemausbildung eine
intensive Begegnung mit mir selbst. In einer Tiefe, nach der ich mich im Gesangstudium auf
der Suche nach Klang und Ausdruck immer gesehnt hatte.

Die dreijährige Ausbildung war eine körperliche Entdeckungsreise. Durch das wachsende
Bewusstsein für meine Atembewegung erlebte ich einen Weg hin zu muskulärer
Durchlässigkeit und Elastizität in meinem ganzen Körper. In der Zusammenarbeit mit der
Gesangpädagogin Margreet Honig wurde der Freie Atem die Grundlage auf der Suche nach
meinem Freien Ton in sängerischer bzw. gesangstechnischer Hinsicht. Der gesungene Freie
Ton inspirierte mich ebenso zur Weiterentwicklung des atempädagogischen Ansatzes für
Instrumentalisten. Daraus entstand in den vergangenen 10Jahren meine musikpädagogische
Arbeit: Freier Atem – Freier Ton.

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Atem und Klang

Claude Debussy „Syrinx“ für Querflöte solo, 1913

Die Nymphe Syrinx verschmäht die Liebe Pans. Auf


der Flucht vor ihm wird sie auf ihr Bitten hin in
Schilfrohr verwandelt.
Als der Atem des frustrierten Gottes durch das Schilf
streicht, entsteht ein ergreifender Klang.
Pan wollte die Klänge nicht verlieren, also brach er
aus dem Schilfrohr sieben Teile und fertigte die Syrinx
genannte Hirtenflöte.

Debussy schildert den Augenblick, in dem der


trauernde Gott aus den Rohren des Schilfs seine Flöte
zusammengesetzt hat und gerade beginnt, ein
Trauerlied auf dem neuen Instrument zu blasen, das
seine Geliebte war.
Pan und Syrinx von Paul Rubens

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Filmausschnitt

ATEMFÜHRUNG UND KÖ RPERHALTUNG BEIM MUSIZIEREN

Dieser Film entstand 1980 in Wien in einer Zusammenarbeit von Musikhochschule und
Medizin.

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Robert Wolf im Film der Pianistin und Atempädagogin Frau Langer-Rühl

Der Film entstand bereits 1970/1980 und ich spreche heute 2015 auch wieder über den
Freien Atem und Ton auf der Suche nach Klang und Ausdruck.

Das Thema bzw. die Beschäftigung mit der Synthese von Musik und Körper, Musik- und
Körperpädagogik, Psychologie und Medizin ist also auch nach dreißig Jahren noch
brandaktuell.

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Gerade in der heutigen Zeit der hohen Leistungsanforderungen und der zunehmenden
Körperentfremdung zeigt sich das Bedürfnis und eine Not-Wendigkeit zur Besinnung.

In einem Radiointerview über Atempädagogik fragte mich die Reporterin: „Warum müssen
wir lernen zu atmen?“

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Erst auf der Suche nach dem Freien Atem erleben wir, wie wir unbewusst unsere
Atembewegung durch Verspannungen und mentale Überzeugungen einschränken und
behindern. Auf dem Weg der Befreiung der Zwerchfelltätigkeit in uns merken wir, wie unfrei
das Zwerchfell und wir waren. Und das meint ganz wörtlich genommen: Die Suche nach Sinn,
Sinnlichkeit und Natürlichkeit.

Auf dieser Suche können wir auch unserem Atem begegnen. Diesen Weg möchte ich nun mit
Ihnen in drei Schritten gehen:

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I. Was ist „freier“ Atem?

Atembewegung körperlich gesehen:

 Bewegen und sich bewegen lassen

II. Welche Bedeutung hat Hinwendung zur eigenen Atembewegung im Alltag?

Atembewegung seelisch gesehen:

 Bewusstsein und (Er-)Lösung

III. Was bedeutet die Suche nach dem Freien Atem und Ton für uns selbst

und als Musiker auf dem Instrument?

Atembewegung musikalisch und musikpädagogisch gesehen:

 Energie und Balance

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I. Was ist freier Atem?

Über den Freien Atem nur zu sprechen, ohne ihn gleichzeitig für Sie als Zuhörer erfahrbar
werden zu lassen, ist ebenso, als spräche ich jetzt über den Geschmack und den Duft einer
Speise oder dieser Blüten ohne Sie selbst davon schmecken oder daran riechen zu lassen.

Deshalb werde ich Ihnen während meines Vortrages kleine Empfindungsanregungen für die
Wahrnehmung Ihrer Atembewegung anbieten.

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Reportage Atem in 3Sat

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Atembewegung körperlich gesehen


Bewegen und sich bewegen lassen

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Atem-
Erfahrung

Atem-Erfahrung

Zu Beginn lade ich Sie dazu ein, während Sie mir zuhören, gleichzeitig Ihre Atembewegung zu
spüren. So, wie Ihr Atem Sie jetzt im Moment bewegt. Wird das Zuhören dadurch
schwieriger? Lenkt das Bewusstsein für Ihre Atembewegung und die Wahrnehmung Ihres
Körpers Sie von der Aufmerksamkeit für den Vortrag ab?
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Empfinden Sie es angenehm, sich von der inneren Zwerchfellbewegung bewegen bzw. sich
beatmen zu lassen? Inspiriert Sie das Bild einer schönen Umgebung in der Natur? Die
Vorstellung jetzt auf dieser Bank in der Sonne zu sitzen? Verändert sich Ihre Sitzhaltung auf
dem Stuhl? Verspüren Sie das Bedürfnis nach Bewegung oder Dehnung? Kommt plötzlich ein
Impuls zum Gähnen und Räkeln?

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1. Die Atembewegung wird vom Zentralnervensystem autonom gesteuert

 Die Lunge ist eines der größten menschlichen Organe

 Das Zwerchfell ist der Hauptatemmuskel

 Wir kommen auf die Welt: Das Zwerchfell kontrahiert zum ersten Mal, um Luft
anzusaugen. Die Lungen öffnen sich.

 Das Zwerchfell beatmet uns autonom: Wir werden vom Zwerchfell im Schlaf und
Wachbewusstsein zuverlässig beatmet, wir müssen es nicht selbst willkürlich „tun“.

 Wir hauchen unser Leben aus. Das Zwerchfell löst sich im Ausatem zu letzten Mal

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Atem-Erfahrung

Verhindern Sie nach einem Ausatem bewusst den nächsten Einatemimpuls. Wann setzt sich
der Zwerchfellmuskel gegen Ihren muskulären Widerstand eigenmächtig durch? Wie
erfahren Sie den nachfolgenden Einatem? Ist er erlösend? Bedrängend? Befreiend? Können
Sie ihm widerstandlos einströmen lassen? Lassen Sie sich bereitwillig mus kulär von innen
dehnen?

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Der Herzbeutel ist mit dem Zwerchfell verwachsen.

 Die Beurteilung des Herzschlages in Zusammenhang mit Freiheit oder Einschränkung


der Zwerchfellbewegung ist mittlerweile ein diagnostisches Mittel in der Kardiologie.

Die Freiheit der Zwerchfellbewegung hat Einfluss auf die Kehlkopflage

 Im freien und tiefen Einatem wird der Kehlkopf mitbewegt


 Kehlkopfhochstand ist ein Indiz für eine eingeschränkte Zwerchfellaktivität

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Jede Muskelverspannung schränkt die Freiheit der Zwerchfellbewegung und somit die
Atembewegung ein.

Atem-Erfahrung

Ziehen Sie einige Zeit die Augenbrauen hoch, oder krümmen Sie Ihre Zehen eine Zeitlang.
Beobachten Sie Ihre Atembewegung dabei. Sobald Sie diese Verspannung im Sinne einer
Nicht-Elastizität wieder lösen, erleben Sie Ihre Atembewegung in einer Sie befreiender und
erfrischender Weise.

Man kann von der Durchlässigkeit für Körperbewegung und Körperhaltung auf die Freiheit
der Zwerchfellbewegung rückschließen

 Die Ausatembewegung ist eine aufrichtende Kraft. Durch das sich lösende Zwerchfell
nach oben und die dabei ausströmende Luft schwingen die Körperwände wieder aus
der Einatemweite zurück, der Schultergürtel löst sich nach unten, wir werden
förmlich vom Ausatem nach oben getragen.

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Atem-Erfahrung

Wenn Sie einen Seufzer oder ein Gähnen körperlich initiieren bzw. im Atem nachempfinden,
spüren Sie die Vorbereitung in einer Hingabe der Atemhilfsmuskulatur an eine Dehnung im
Einatem. Das Zwerchfell kann dann so lange Luft ansaugen, wie Sie sich in den
Körperwänden von der einströmenden Luft weiten lassen. Um den anschließenden Seufzer
oder das Gähnen im Ausatem wirklich genießen und auskosten zu können, wird die
Atemhilfsmuskulatur dabei als nachgebende Muskulatur erlebt. Der lösende Seufzer oder
das Gähnen wirken dann körperlich zurückschwingend, aufrichtend und erfrischend.
Vielleicht wie der erlösende Blick nach oben zum Himmel über dieser Baumkrone.

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Atembewegung und Körperbewegung bedingen einander

 Eine körperliche Bewegung setzt immer auch die Bereitschaft zu einer muskulären
Lösung im Sinne einer Dehnung voraus. Der dabei körperlich erlebte, sich
vergrößernde Innenraum wird zugleich zu einer Einladung für die Einatembewegung.
 Dehnungsrezeptoren der Muskulatur sind direkt mit dem Atemzentrum verbunden.
Das Zwerchfell erhält das Signal, zu kontrahieren und damit Luft ansaugen zu können.
 Das Bewusstsein für körperliche Bewegung in Wechselwirkung mit der
Zwerchfellaktivität führt so zu einer Befreiung der inneren Atembewegung.
 Elastizität in der LWS bei Bewegung ist dabei ebenso wichtig wie die Dehnfähigkeit
der Zwischenrippen- und Nackenmuskulatur: Je durchlässiger die Gesamtmuskulatur,
desto größer die Vitalkapazität

Atem-Erfahrung

Heben Sie im Sitzen während eines Einatemimpulses langsam aber stetig die Fußballen. Die
Fersen bleiben dabei am Boden. Sie spüren eine Dehnung in den Waden und auf der
Unterseite der Oberschenkel. Das Becken kippt hinter die Sitzknochen, dabei löst sich di e
Bauchdecke. Die Lendenwirbelsäule wird in eine Rundung gedehnt und der Rücken schmiegt
sich dabei sanft aber intensiv an die Rückenlehne. Wenn Sie für diese Bewegung durchlässig
sind bzw. wenn sich diese Dehnung durch Ihre Rückenmuskulatur als Bewegungswelle bis
zur Halswirbelsäule fortsetzen kann, (ver-)neigt sich sogar durch die Fußbewegung in
Konsequenz der Nacken bzw. Kopf leicht nach vorne . Solange sich die Dehnung in Ihnen
spürbar ausbreitet, wird diese Information physiologisch auch an das sich senkende
Zwerchfell weitergegeben. D.h. solange Sie diese Bewegungswelle im Körper empfinden,
wird das Zwerchfell Luft ansaugen können. Die dehnende Bewegung bzw. das sich in Ihnen
senkende Zwerchfell beatmet Sie.

Genießen Sie es, sich durch die Dehnung beatmen zu können bis Sie im Einatem „satt“ sind.
Lösen Sie die Dehnung im Körper durch das Absenken der Fußballen auf den Boden. Fühlen
Sie die lösende und aufrichtende Kraft der Ausatembewegung in die Aufrichtung bis hin zum
Zurückschwingen des Nackens bzw. des Kopfes und dadurch das Heben des Blickes.

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Je ursächlicher der Einatemimpuls in der Hingabe an das sich senkende Zwerchfell ist,
desto freier empfinden wir unsere Atembewegung auch im Ausatem.

 Je selbstverständlicher wir uns im Einatem von innen empfunden in die Weite


dehnen lassen, desto freier, tiefer und gelöster kann sich der Ausatem als
aufrichtende, lösende Energie in und durch uns hindurch entfalten.

 Die Hingabefähigkeit an die Atembewegung, nicht deren Manipulation über


willkürlichen Einsatz der Atemhilfsmuskulatur (Atem „holen“), fördert die
Lungenfunktion im Ein- und Ausatem und somit die Gesamt-Vitalkapazität

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Frau Prof. Ilse Middendorf:

„Ich lasse den Atem kommen, ich lasse den Atem gehen und ich warte bis er von selber
wieder kommt.“

Prof. Ilse Middendorf I, der Erfahrbare Atem, Jungfermann, Paderborn Verlag 1987 S,…..

Das Gegenteil dieser Achtsamkeit wäre:

„Ich bemühe mich, kümmere mich mit willentlichem Einsatz darum, dass der Atem möglichst
gut kommt, ich bemühe mich, strenge mich an, dass er geht und ich habe keine Geduld zu
warten, bis er wieder von selber kommen will“

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 Grundsätzliches Vertrauen oder Angst im Alltag, denn: „wie ich atme, so lebe ich…“.
Frei oder angestrengt, elastisch oder angespannt, Hochgezogen oder geerdet, in
meinem (Atem-)rhythmus oder in der Überforderung, mit der Atemruhe nach dem
Ausatem oder im Gehetztsein…
 Der Freie Atem erlaubt eine freie, vom Willen unangestrengte Atembewegung. Es ist
in letzter Konsequenz die Hingabefähigkeit an die in uns unwillkürlich gesteuerte,
rhythmische, uns beatmende Zwerchfellbewegung.
 Der freie Atem ist eine körperlich konkret wahrnehmbare Form der Gelassenheit im
Alltag
 Atembewusstsein ermöglicht eine ganzheitlich empfundene Gelass enheit und innere
Ruhe. Und das nicht nur in Ruhe oder im Schlaf, sondern in jeglicher, körperlicher
oder auch gedanklicher Tätigkeit.

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Atem ist Leben

 Vieles können wir im Alltag willentlich entscheiden und auch beeinflussen. Die uns
beatmende Zwerchfellbewegung entzieht sich jedoch unserer Kontrolle. Wir sind
unserem Zwerchfell und unserem Leben in diesem Sinne auch ausgeliefert. Wir
können nicht willentlich unsere Atemfunktion verlängern, bzw. selbst entscheiden,
wann unser letzter Atemzug sein soll.

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3. Atemfunktion-Atemempfindung

Ich habe an der Fortbildungsakademie des Allgemeinen Krankenhauses Wien 18 Jahre lang
Weiterbildungen für Physiotherapeuten, Logopäden, Ergotherapeuten und Hebammen
gegeben. Mir lag sehr daran, den Kurs Vitalempfindung Atem nennen zu können. Dies war
lange nicht möglich. Um es als Fortbildung anbieten zu können, musste ich den Kurs
zunächst als Vitalfunktion Atmung ausschreiben. Die Kursteilnehmer waren dann sehr
verblüfft, als es darum ging in Übungen zunächst eine Selbstwahrnehmung für die eigene
Atembewegung zu entwickeln, um mit dieser Erfahrung dann erst Atemübungen an
Patienten weiter zu geben.

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Atem-Erfahrung

Stellen Sie sich vor Sie wären dieser Baum und hätten den Freiraum um sich, der Ihnen im
Moment gut tut. Fragen Sie sich dann: Kann sich mein Zwerchfell in mir frei bewegen? Kann
ich mich dem, was mich füllen und dehnen will, körperlich-seelisch bedingungslos öffnen?
Kann ich mich meiner Einatembewegung hingeben…? Oder setze ich in mir Grenzen obwohl
es keine äußeren Grenzen gibt? Empfinde ich die Bereitschaft für Hingabe als Aufgabe
meiner Selbstbestimmung, Selbstkontrolle?
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Kann ich das, was in mir ist wieder ganz ausströmen lassen, frei-geben? Kann ich wieder leer
werden? Habe ich Angst nicht mehr wieder zu bekommen? Leer ausgehen zu müssen?
Empfinde ich Leere als belastend oder erlösend? Unterdrücke ich meine
Ausdrucksmöglichkeiten in Atemkraft, Körper und Stimme, weil ich mich unterdrückt fühle?
Stockt mir im Alltag oft der Atem? Verschlägt es mir die Sprache? Halte ich im Alltag oft die
Luft an? Ver-halte ich mich? Bringe ich meine innere Stimme im Einatem zum Schweigen,
bevor sie sich im Ausatem in meiner realen Stimme ausdrücken darf?

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Außer muskulärer Verspannung können belastende Gedanken und/oder beunruhigende


Gefühle die freie Atembewegung einschränken

 Stimmung und Verstimmt-Sein, Gereiztheit oder Antriebslosigkeit sind immer auch


Ausdruck unserer Gesamtkörperspannung bzw. unserer Körperhaltung.
 Somit findet als das in Wechselwirkung auch Ausdruck in unserer Atembewegung:
Elastizität im Sinne von Gelassenheit und Kompromissbereitschaft, Lebendigkeit,
Bewegungslust und die subjektiv empfundene, zu Verfügung stehende Lebensenergie.

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 Die Atembewegung führt im Einatem nach Innen, ermöglicht den Kontakt zu unserer
inneren (Empfindungs-)Welt und Authentizität.
 Im Ausatem drücken wir uns aus, Ausatem ist der Geigenbogen in der Stimmgebung,
Ausdruck der Lebensenergie und Aufrichtung und der Aufrichtigkeit.
 Im Ausatem seufzen wir oder lassen unseren Tränen feien Lauf. Auch unseren
Freudentränen.
 Lachen ist ohne lebendiges Zwerchfell nicht möglich. Menschen mit blockierter
Zwerchfellbewegung lachen selten oder nur schwer. Atem ist Odem und will uns in
jeder Hinsicht bewegen, sofern wir uns bewegen lassen.

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Atem-Erfahrung

Wenn Sie sich nun in diesem Augenblick selbst fragen: Wie atme ich gerade jetzt? Schnell
oder langsam, tief oder flach, angestrengt oder gelassen. Fühlen Sie, wie sich die Atem-Ruhe
nach dem Ausatem frei entfaltet? Sehnen Sie sich eher nach einem tiefen Einatem oder nach
einem tiefen Ausatem, mal alles im Ausatem auf einen Moment loslassen können oder mal
ausreichen im Einatem satt zu werden? Empfinden Sie den Abstand der Stuhlreihen und den
Abstand bzw. die Nähe zu den Sitznachbarn angenehm? Sehnen Sie sich nach mehr Raum?
Nach frischer Luft? Was würden Sie jetzt am liebsten tun? Wie frei und offen können Sie im
Moment atmen? Wie frei und offen fühlen Sie sich in diesem Moment, wenn Sie die
Aufmerksamkeit ganz auf sich und Ihre Atembewegung lenken können? Kann die
Atembewegung Ihnen feed-back über Sie geben, als würden Sie in einen inneren Spiegel
schauen können? Empfinden Sie diese Anregung als angenehm oder eher störend? Würde
sich die Atembewegung befreien, wenn Sie jetzt aufstehen und sich bewegen könnten?
Bedeutet ruhig sitzen für Sie auch wenig Freiheit im Atem?

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Frau Middendorf war in diesem Film 97 Jahre alt…

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Filmausschnitt Anne Halprin „Breath made visible“

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Wenn Studenten oder Berufsmusiker aller Fachrichtungen zu mir in den Unterricht kommen,
verstehen sie im bewussten Kontakt zu ihrer Atembewegung in welcher Weise sie den freien
Ton im Körper blockieren, ihn verhalten oder forcieren, oder einfach nicht mehr „dabei“
sind.

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Atemstütze

Der Freie Atem ist unsere Stütze auf der Suche nach dem freien Ton. Wir stützen uns auf
die Bewegungsfreiheit des Zwerchfells im Kontakt zur ein- und ausströmenden Luft.

 Wir werden unfrei bei dem Versuch der willkürlichen Kontrolle von
Atemhilfsmuskulatur über die Luft.
 Atemführung bzw. Atemstütze ist eine körperlich bewusst empfundene
Lösungsbewegung in die Aufrichtung.
 Freier Atem, Atemführung und Freier Ton entsprechen einer natürlichen
(Grund-)Spannung bzw. entwickeln sich aus einer kraftvollen Elastizität.
 Diese stützt sich auf Dehnung und Lösung dynamischer Kräfte ohne
Spannungsverlust.

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 Musik inspiriert die Befreiung der Atembewegung.


 Atembewegung ist Energie
 Der Energiefluss wird zu einer körperlich realen Empfindung

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 Schwerelosigkeit, Balance und Bewegungs-Fluss (im Sinne von Flow)

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Die Künstler… enthüllen das Geheimnis…dass jeder Mensch ein einmaliges Wunder ist; sie
wagen es, uns den Menschen zu zeigen, wie er bis in jede Muskelbewegung er selbst, er
allein ist,…“ Friedrich Nietzsche, Unzeitgemäße Betrachtungen Kap 25, Insel Verlag
Taschenbuch erste Auflage 1981

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 Für Instrumentalisten und Sänger verkörpert ihr Instrument die eigene innere
Stimme, mit der sie sich musikalisch ausdrücken können
 Denn nicht nur die hörbare Stimme, sondern auch die innere Stimme eines
Musizierenden ist individuell, persönlicher, unverwechselbarer Klang
 Stimme und Stimmung ermöglichen Kommunikation und Kontakt zum Publikum
 Bei der Suche nach Klang und Ausdruck geht es deshalb auch um die körperliche
Empfindungsfähigkeit dieser ganz persönlichen Stimme des Musizierenden in
seiner musikalischen Aussage

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…das Holz aus dem wir geschnitzt sind

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 Freier Atem und Atemführung sind körperlich in klar wahrnehmbaren und
unterscheidbaren Strukturen methodisch vermittelbar, erfahrbar und übbar.
 Freier Atem und Ton werden dabei nicht willentlich perfektionierend errungen: Wir
nähern uns dem freien Atem „technisch“ gesehen körperlich-mental empfindungs-
bewusst.
 Atemführung und Körperbewegung werden dabei zu einer ganzheitlichen und neuen
Erfahrung im körperlichen Erleben.
 Atemführung und musikalischer Ausdruck entwickeln und stützen sich ausschließlich
auf die natürlich-physiologische Dynamik einer inneren Bewegungsenergie.
 Im freien Atem ist die Atembewegung in uns in keiner Weise durch willkürlichen
Muskeleinsatz konstruiert, manipuliert oder behindert.

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 Die Größe des Instrumentes, die erforderte Körperhaltung und die Art der
Klangerzeugung (blasen, streichen, zupfen, schlagen) wirken jeweils auf den Körper
des Musizierenden zurück.
 Der Klang entwickelt sich entweder durch eine äußere, sichtbare Körper-Bewegung
(Streich- und Tasteninstrumente) oder durch die innere Atembewegung bzw. die sich
daraus entwickelnde Lippen- oder Stimmbandschwingung (Blasinstrumente und
Singstimme)
 Im Atem bewegt sein, sich davon bewegen lassen und dabei selbst bewegen auf der
Suche nach Klang und Ausdruck.
 Singen und Blasen eines Instrumentes ist klingender Ausatem
 Streichen oder Anschlagen eines Instruments ist bewegt klingend Körperbewegung.

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Zusammenfassung

 Freier Atem und Ton sind ganzheitlicher und angstfreier Ausdruck der musikalischen
Empfindung durch innere und körperliche Elastizität und Ausgeglichenheit beim
Musizieren
 Freier Atem und Freier Ton sind eine sinnlich, sinnvoll empfundene innere
Bereitschaft für Kommunikation.
 Es geht bei der Suche nach Klang und Ausdruck auf der Grundlage des freien Atems
um die uns zur Verfügung stehende und frei werdende Energie
 Freier Atem und Freier Ton sind die Erfahrung körperlicher Energie und Balance, statt
der Investition von körperlicher Anstrengung.
 Der freie Atem ist Zugang zum musikalischen Atem. Die Atembewegung reagiert dann
flexibel auf den Bewegungsfluss der Musik.
 Musik ist Bewegung, Ausdruck einer inneren Empfindung, Bewegtheit und Inspiration
des Komponisten.
 Das Musizieren ist ein sich körperliches Einfühlen in diese Bewegtheit, ein inneres
Nachgeben, ein sich zur Verfügung stellen.
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 Diese Hingabe fordert und fördert auch die Freiheit der Zwerchfellbewegung und
somit die uns durchdringende Atembewegung
 Die Suche nach Klang ist unser „verlängerter“ Atem, unsere im Körper empfangene,
von innen eingebrachte und dann im Klang frei fließende Energie.
 Es geht um den Kontakt zu dieser Energie und Kraft in uns, die keine Anstrengung ist.
 Gelassenheit in der Atembewegung bedeutet: Nichts willkürlich dazu tun, aber auch
nichts verhindern, was geschehen will: Aktive Passivität.
 Energie und Balance entwickeln sich aus Gelassenheit und nicht durch die Fähigkeit,
willkürlichen Einfluss nehmen zu können
 Die „Live“ Atemerfahrung wird zur „Life“ Erfahrung im gesamten Körper
 Der freie Ton ist dann eine Quelle von Energie
 Das Bewusstsein für die Atembewegung und die Gelassenheit im Alltag fördern die
Gesamtdisposition für das Musizieren beim Üben, bei Vorspielen oder in
Konzertsituationen.
 Man kann aus Fülle, Dichte, Kern, Tragfähigkeit und Spannkraft des Tones auch bei
Nicht-Bläsern Rückschlüsse auf muskuläre Verspannungen bzw. auf eine Unfreiheit in
der Atembewegung schließen.
 Der gespielte oder gesungene Ton ist so frei wie wir uns um Augenblick des
Musizierens in unserer Atembewegung frei und zugleicht kraftvoll fühlen können.
 Der Spielwiderstand des Instrumentes, beim Sänger die Phonation und Artikulation,
kann im freien Fluss der Atem- bzw. Bewegungsenergie optimal überwunden werden.
 Der Spielwiderstand wird dabei in die Spielbewegung und Klangsuche atmend
integriert: Kraftvoller Bewegungsfluss und energievoller Atemstrom im Ein- und
Ausatem.
 Die dabei mögliche oder unmögliche druckfreie Phonation (bei Nicht-Bläsern z.B. das
freie Sprechen während des Spielens) ein Seismograph für jegliche Freiheit oder
Verspannung im gesamten Körper
 Im Freien Atem entwickeln sich sowohl körperlich als auch mental ein „langer“ Atem,
eine große Belastbarkeit und eine lange Konzentrationsfähigkeit.

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Im Klang des Musizierenden drücken sich hörbar sein Bewusstsein und seine körperlich-
mentale Hingabefähigkeit an die frei werdende innere (Atem-)Kraft aus:

 Die Arbeit beim Einspielprozess am Instrument oder mit der Stimme ist deshalb aus
Empfindungs-Sicht der inneren Atembewegung bzw. des freien Atems eine besonders
effektive und spannende Erfahrung. Der Körper wird im Kontakt zum Instrument ein
elastisches Gefäß für Energieaufnahme und Energiefluss.
 Atembewegung modelliert auf elastische Weise die Körper- bzw. Spielhaltung am
Instrument. Körperliche „Problemzonen“, d.h. dominant belastete körperliche
Bereiche bei einzelnen Instrumenten, die Atembewegung direkt einschränken,
können sich durch den freien Atem, d.h. durch die frei zugelassene Atembewegung
von innen lösen.
 Der Freie Atem kann während des Musizierens körperlich belastete Bereiche, in
denen die Atembewegung eingeschränkt war, gezielt entlasten
 Es geht um den Kontakt zu dieser Energie und Kraft in uns, die keine Anstrengung ist.
 Schlüssel zu dieser Kraft ist die Bewegungsfreiheit unseres Zwerchfells bzw. die
muskuläre Elastizität des ganzen Körpers
 Atemarbeit meint, das erkennen zu lernen, was die natürliche Atembewegung,
nämlich den freien Atem, in uns verhindert
 Atem-Bewegung und Klang als Empfindung und Ausdruck der Gesamtpersönlichkeit
im Hier und Jetzt.

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„…musikalisch atmen: Das geben, was ihn Ihnen ist.“

Edwin Fischer, zitiert in: Auszüge aus einem Stenogramm des Meisterkurses Potsdam 1936,
von Paul Reuschel. In: Dank an Edwin Fischer, F.A. Brockhaus Verlag, Wiesbaden 1963, S.73

gelesen in Hilde Langer-Rühl, Leben und Werk, Sabine Skopal, Seite 97, erschienen im
Rediroma-verlag 2011, ISBN 078-3-86870-403-7

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David Geringas, der sich selbst als Musiker und Pädagoge viel mit dem Erfahrbaren Atem und
Gesang beschäftigt hat, weist in seinen Meisterkursen immer darauf hin, wie wichtig es ist,
sich ebenso als Cellist der musikalischen Interpretation „sängerisch“ zu nähern. Der
Musizierende soll auf seinem Instrument, dem Cello, „singen“ und dabei im Klang, Atem und
Emotion dem Zuhörer erfahrbar werden lassen.

Das Schlusswort bzw. den Ausklang meines Vortrages übergebe ich nun David Geringas, bzw.
seiner Interpretation des Minneliedes von Brahms.

Im Begleittext des CD Booklets ist auf S. 7 zu lesen:

„ Die Liedtranskriptionen für Violoncello erschienen 1896 – also noch zu Lebzeiten des
Komponisten- bei seinem Verleger Simrock.

Es ist davon auszugehen, dass Brahms diese Edition gutgeheißen hat, vielleicht umso eher,
als das singende Cello der Vorliebe des Komponisten für die Stimmlage Kontra-Alt entspricht.“

Sie hören nun David Geringas, auf seiner Suche nach Klang und Ausdruck des Liedtextes von
Ludwig Hölty. Auf dem Klavier begleitet ihn seine Frau Tatjana Schatz

(Aufgenommen 1993 im Verlag Es.Dur in Hamburg)

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Literaturliste und Materialien
1. ATEMFÜHRUNG UND KÖ RPERHALTUNG BEIM MUSIZIEREN von Ao. Hochschulprof. Hilde Langer-Rühl und Prim.
Univ.-Prof. Dr. Franz Muhar , Wiss. Mitarbeit: Wolfgang Gamerith, Robert Wolf ( 1980, Dauer: 28 Min.)

 Ein Film aus der Hochschule für Musik und darstellende Kunst Wien*
 Lehrgang für Atem-, Stimm- und Bewegungserziehung für Instrumentalisten, Leitung: Ao. Hochschulprof. Hilde Langer-Rühl
 und dem Institut für Atem- und Stimmerziehung, Leiter: O. Hochschulprof. Margarete Sparber
 Bereich Medizin , Prim. Univ.-Prof. Dr. Franz Muhar

Mitwirkende MusikerInnen: * Ishild Altmann, Violoncello, * Günter Auer, Klavier, * Roland Baar, Horn, * Peter Doss, Baritin, * Josef
Fahmberger, Klarinette, * Martin Gabriel, Oboe, * Rotraut Hansmann, Sopran, * Ylva Holmstrand, Fagott, * Maria Kalb, Violine, * Hans-
Udo Kreuels, Klavier, * Elisabeth Kropfitsch, Violine, * Johannes Kropfitsch, Klavier, * Stephan Kropfitsch, Violoncello, * Siegfried
Schenner, Klarinette, * Peter Spitzel, Fagott, * Manfred Tachezi, Oboe, * Anna Wagner, Klavier, * Robert Wolf, Flöte

Infos.: * Aufnahme: wissenschaftlicher Film, BHWK Wien, © 1980, * Kamera: Alexander Komarek, Herbert Kerschner, * T on: Ing. Peter
Levenhitschnig, * Röntgenkinematographie, * Univ.-Prof. Dr. Franz Muhar, * Ing. Stefan Csmarits, * Herbert Edler, * Röntgenphotographie:
Dr. Kurt Grabenwöger, * Graphik Christine Ostheim-Dzerowwycz, * Sprecher Emanuel Schmied, * Filmische Gestaltung: Elinor Pavlousek,
* Bildverstärker Type „BV 22“ von Philips GmbH,

2. Dokumentation über die D-A-CH-Tagung Musik und Körper vom 28.April bis 1.Mai 1990 in
Passau , Seite 39 Vortrag Robert Wolf, Atempädagogik im Instrumentalunterricht, Verband
Deutscher Musikerzieher und konzertierender Künstler e.V. ISBN 3-926906-01-4

Crnkovic, Gordana, Freier Atem -Freier Ton, Bedeutung von Atem- und Körperarbeit in der
Musik und Musikpädagogik, shaker-media Verlag 2012 ISBN 978-3-86858-807-1

Faller, Norbert, Atem und Bewegung Theorie und 111 Übungen, Springer Verlag 2009,
ISBN 978-3-211-09456-3

Honig, Margreet /Crnkovic,Gordana, Der Freie Ton, Ein Gespräch mit Margreet Honig über Atem
und Stimme, shaker-media Verlag 2011, ISBN 978-3-86858-619-0

Jacobs, Dore, Die menschliche Bewegung Kallmeyer`sch Verlagsbuchhandlung 1990


ISBN 3-7800-6038-8

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Kosinar, Julia, Körperkompetenzen und Interaktion in pädagogischen Berufen, Konzepte-Training-
Praxis, Julius Klinkhardt Verlag 2009, ISBN 978-3-78151-680-9

Middendorf, Ilse, Der Erfahrbare Atem, Jungfermannsche Verlagsbuchhandlung 1984


ISBN 978-3-87387-218-9

Musik und Körper, Spielhaltungen und Spielbewegungen, Dokumentation D-A-CH-Tagung


Verband deutscher Musikerzieher und konzertierender Künstler e.V. München
ISBN 3-926906-01-4

Petit, Lenard, The Michael Chekhov Handbook for the actor, Routledge 2010,
ISBN 978-0-415-49672-8

Riesch, Anneliese, Lebendige Stimme, Stimmbildung für Sprache und Gesang, Schott 1972
ISBN 3-7957-2700-6

Rüdiger, Wolfgang, Der musikalische Körper, Ein Übungs- und vergnügungsbuch für Spieler, Hörer
und Lehrer, Schott 2007, ISBN 978-3-7957-0587-9

Martin Schleske, Der Klang: vom unerhörten Sinn des Lebens


Kösel Verlag 7.Auflage 2013, ISBN 978-3-466-36883-9

Skopal, Sabine, Hilde Langer-Rühle, Leben und Werk, Re Di Roma-Verlag 2011,


ISBN 978-3-86870-403-7

DVD-Empfehlungen

Trip to Asia - die Suche nach dem Einklang, ein Film von Thomas Grube

Rhythm is it, ein Film von Thomas Grube udn Enrique Sanchez-Lansch

Atem- Stimme der Seele, eine Studie über den Erfahrbaren Atem, Ilse Middendorf 2009
Mandala Vision Berlin (www.gerdconradt.de)

Breath made visible, Revolution in Dance Anna Halprin, ein Film von Ruedi Gerber

Tanzträume, Jugendliche tanzen Kontakthof von Pina Bausch, ein Film von Anne Linsel und Rainer
Hoffman

Pianomania, ein Film über Liebe, Perfektion und ein klein bisschen Wahnsinn...
ein Film von R. CIbis und L. Franck

Painting, ein Film über Gerhard Richter

Die Geschichte vom weinenden Kamel, ein Film von Byambasuren Davaa und Luigi Falorni

Vergiss mein Nicht, Wie meine Mutter ihr Gedächtnis verlor und meine Eltern die Liebe neu
entdeckten ein Film von David Steveking

Man on Wire, der Drahtseilakt , Arsenal Film 2009

Tanz mit der Zeit, ein Film von Trevor Peters

Nokan, Die Kunst des Ausklangs, Ein Film von Yojiro Takita

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