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Hardouins Prolegomena

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Hardouins Prolegomena in englischer Übersetzung

Berlin · 2014 Uwe Topper

Edwin Johnson hatte die "Prolegomena" Hardouins ins Englische übersetzt und diese
wurden acht Jahre nach seinem Tod, 1909 – im selben Jahr, in dem die Christusmythe
von Drews erschien – in London und Sydney (Australien) gedruckt durch Agnus und
Robertson, wobei der für das australische Buchwesen wichtige Edward August Petherick
das Vorwort schrieb, aus dem hervorgeht, daß er die Herausgabe veranlaßte. Der
Engländer Petherick (1847-1917) war Schriftsteller und Herausgeber, Buchhändler und -
sammler in Melbourne und hat – wie man seinem Vorwort entnehmen kann – vollen
Einblick in die chronologiekritischen Thesen gehabt. Dabei schützt er Hardouin und
dessen Nachfolger, indem er vorgibt, daß sie die „Heilige Schrift“ und die „Überlieferung“
schonten, was dem heutigen Leser als Augenwischerei klar wird. Jedenfalls war die
Verbreitung der Prolegomena in Englisch damals ein wichtiger Schritt vorwärts in Sachen
Aufklärung.
Dieser Glücksfall für die Forschung setzt nun viele in die Lage, das Hauptwerk Hardouins
kennenzulernen. Was ich besonders bemerkenswert finde, ist das Vorwort von
Petherick. Auf wenigen (nur fünf kleinen) Seiten bringt er die Quintessenz so
eindrucksvoll, daß der Leser sofort ins Bild gesetzt wird bezüglich dem, was ihn hier
erwartet. Dieses kurze Vorwort schien mir wert, es ins Deutsche zu übertragen; es wird
hoffentlich manchen anregen, die gesamten „Vorreden“ von Hardouin in Englisch zu
lesen.

Vorwort von Edward A. Petherick

„Laß Wahrheit und Irrtum sich bedrängen“ (Areopagitica)

Da nach den lange unterdrückten „Prolegomena“ von Pater Hardouin gefragt wurde, –
eine Untersuchung über die Herkunft und Echtheit der Werke der „Kirchenväter“ und
„Doktoren der Kirche“ und anderer alter Schriften, die Hardouin vor zwei Jahrhunderten
als „Fälschungen“ und „atheistische Schriften“ einer „gottlosen Mannschaft“ brandmarkte
– wird diese Übersetzung des verstorbenen Edwin Johnson, M.A., London, jetzt
veröffentlicht.
Hardouin schloß in seinen umwerfenden Behauptungen (besonders in Kap. VII, XII, XIII
und XV) vorsichtig die Heiligen oder Kanonischen Bücher aus; seine Kirche, so
argumentierte er, war darauf gegründet und auf die Überlieferung allein: „Die Religion
stand 13 Jahrhunderte fern der schriftlichen Überlieferung, sicher und unverletzt, so wie
es jetzt die Römische Kirche und mit ihr die Katholische Welt hält und bekennt. Die
Christen schrieben 1300 Jahre lang keine Bücher oder nur fromme Bücher, die abgenützt

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waren und leicht verdarben, so wie die Juden 1500 Jahre lang zufrieden waren mit ihren
heiligen Büchern und der Überlieferung. ... Überlieferung ... ist das Gesetz des
Glaubens.“ (Kap. IX, Abschn., 24-25)
„Die schriftstellernden Handwerker ... lehne ich ab, und wie wenig waren es doch im
Vergleich zur Menge der Gläubigen! ...
Der katholische Glaube blühte im Vatikan, bei Bischöfen und Mönchen und Schreibern,
die nichts schrieben.“ (Kap. X, Abschn. 11)
Johnson, der weiter ging als Hardouin, kam nach ernsten Studien und vielem Zögern zu
der Entscheidung, daß die gesamten sogenannten „apostolischen“ und „frühchristlichen
Schriften“ von ähnlicher und vorwegnehmender Art seien, und in seinem Werk „Aufstieg
des Christentums“ führte er Christenheit und Judentum auf die Moschee zurück.
Wir, die wir die Tontafeln verschwundener Zivilisationen lesen, können jetzt unsere
religiösen Glaubensinhalte und viele unserer religiösen Lehren zurückverfolgen über
Arabien und Persien zu den Assyrern, Babyloniern und anderen frühen Bewohnern des
Zweistromlandes. Quer durch die Zeitalter können aufmerksame Hörer die feierliche
Musik, die Oden und Hymnen, Gesänge und Psalmen hören, und je näher sie kommen,
die langsamen Märsche der priesterlichen Orden, die Hebräer als eines der späten
Glieder in einer langen ununterbrochenen Kette.
Wer an die göttliche Entwicklung und das Fortleben der religiösen Lehren glaubt, braucht
kaum darauf aufmerksam gemacht zu werden, daß Religion und Literatur nicht dasselbe
sind. Bildhaftigkeit und Sagenschatz des „Alten“ Testamentes erreichen uns auf
schriftlichem Wege. Was von diesen Schriften historisch ist (oder anders gesagt: als
Chroniken oder Geschlechtsregister auftritt), stammt von älteren Völkern als den
Hebräern. Die jüngeren Werke der „Apostel“, „Väter“ und „Doktoren“ – hauptsächlich
Streitschriften – sind nur Themen und Abhandlungen sich bekämpfender Schulen der
Renaissancezeit, als orientalischer Einfluß in das europäische Denken eindrang.
Wie konnte dann der Glaube aufkommen, daß diese flüchtigen Schriften, die unter
angenommenen Namen umliefen, alt sein könnten? Hardouin lehnt ihr Alter ab und stellt
fest: „Beinahe sofort nach ihrer Herstellung wurden sie von Wiclif und seiner Gruppe
mißbraucht; danach von Luther und Calvin“ (Kap. 13, Abschn. 19).
Hardouin betont auch: „Es gibt nicht die kleinsten Anzeichen einer Veränderung in der
Sprache in angeblich 1500 Jahren“ (Kap. 7, Abschn. 15).
Während ein Gelehrter der Anglikanischen Kirche (Dr. Hatch) zugibt, daß „viele
Einrichtungen und Elemente, die man früher der frühchristlichen Kirche zuschrieb,
tatsächlich zum Mittelalter gehören“, stellt ein anderer (Dr. Bigg) fest, daß Augustins
„Bekenntnisse“ der „Nachfolge Christi“ des 14. und 15. Jahrhunderts im Stil gleichen, und
ein dritter (Dr. Westcott) betont, daß Hieronymus wie ein „Gelehrter des 16.
Jahrhunderts“ schreibt – ist es dann nicht gleichbedeutend wie die Behauptung, daß das
alles recht jung ist? Weder die Einrichtungen noch die Sprache konnten tausend Jahre
lang gleichbleiben – Stil und Sprache ändern sich sogar beträchtlich in einem
Jahrhundert, in dem die Druckmaschine den Vorgang stabilisiert.
Den Vorwurf der Fälschung wollen wir beiseiteschieben. Es gibt eine einfachere und, wie
ich glaube, zufriedenstellende Erklärung: Es handelt sich um chronologische Irrtümer.
Das Märchen einer von Dionysius Exiguus erfundenen Chronologie, sechshundert Jahre

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nach dem Beginn der Ära und achthundert Jahre vor ihrer Anwendung, ist nur ein
Märchen. Unsere chronologische Tafel wurde erst erstellt, als sie nötig war; und der
„Kleine Dionys“ schuf sie am Ende des 15. Jahrhunderts. An anderer Stelle (Einführung zu
Johnsons „Aufstieg der Englischen Kultur“) habe ich die Aufmerksamkeit auf einige
Ungewöhnlichkeiten dieses Systems gelenkt; darum will ich hier nur anmerken, daß –
angenommen, die christliche Zeitrechnung wäre korrekt – der Zeitraum zwischen
Alexander dem Großen und uns grob 2300 Jahre umfaßt. Wir haben damit eine Meßlatte
von 23 Zoll, die um sieben oder acht Zoll zu lang ist, denn zwischen Alexanders Zeit und
unserer eigenen gibt es kein echtes historisches Material in Europa, das mehr als 14 oder
15 Jahrhunderte abdeckt. Da bleibt ein Loch von mehr als siebenhundert Jahren. Wenn
wir unseren 23-Zoll-Maßstab an die Geschichte von Ägypten, Persien und Indien anlegen
– in denen Alexanders Eroberungen ebenfalls bekannte Zeitepochen sind – erhalten wir
dieselben Ergebnisse. Sie sind zu lang, und es gibt entsprechende Leerstellen der
Dunkelheit von mehr als siebenhundert Jahren, die von keinem Fetzen echten
historischen Materials überbrückt werden können. Ähnliche fabulöse Zeiträume gibt es
in der britischen und skandinavischen (sogenannten) Geschichte. Die walisische Literatur
geht nur bis zum „zwölften“ Jahrhundert zurück.
Rückblickend finden wir keine echten päpstlichen Dokumente, die älter als ins „zwölfte“
Jahrhundert reichen. Das ist zugleich der Beginn des Kathedralenbaus in Italien,
Frankreich und England. Auf dem Kontinent folgen die kirchlichen Bauten den römischen
Tempeln ohne Zwischenraum. In der Ewigen Stadt Rom sehen die Historiker
Gregorovius, Freeman und Bryce keine Denkmäler, die die Zeit zwischen den Cäsaren
und den späteren Päpsten ausfüllen. Mr. Bryce fragt: „Wo ist das Rom des späten
Mittelalters?“ und beantwortet die Frage selbst: „Es gibt keine Antwort.“
Dem jetzigen Schreiber scheint es, daß es keine zufriedenstellende Erklärung für die
Irrtümer der Vordatierung und die Vorwürfe der Fälschung gibt, ausgenommen diese der
chronologischen Unkenntnis. Es wurden Ketzereien erfunden und Ketzer und Konzilien
und Kirchengeschichte – Schriften von „Augustinen“ und „Laktantien“, „Tertullien“ und
„Euseben“, „Isidoren“ und „Prokopen“ – neben Literatur über Streit und Debatten in
großer Zahl. Die Datierungen müssen den Chronologen zugeteilt werden, die vor nicht
mehr als vierhundert Jahren das Alter der Schöpfung schätzten und ungefähr festlegten
als nur eine gewisse Anzahl von Generationen oder viertausend Jahre vor Christus, und
uns viel zu freie Verwendung von fünfzehnhundert Jahren nach Christus erlaubten.
Um nun diese Entwürfe auf den Punkt zu bringen: Wenn wir annehmen, daß der „Kleine
Dionys“ die Uhr um 750 Jahre, oder sagen wir 753, vorgestellt hat, und wir diese
Zeitspanne von unserer christlichen Zeitrechnung abziehen, befinden wir uns erst im
Jahr 1156 AD, was (immer noch angenommen) dem Jahr von Rom (AUC) 1909 entspricht.
Übernehmen wir diese Zählung, dann würden die letzten 900 oder 1000 Jahre bleiben
wie heute, jedoch nicht als AD sondern als AUC.

Edward A. Petherick, Melbourne, den 30. April, AUC 1909

Literatur:

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The Prolegomena of Jean Hardouin, translated by Edwin Johnson, M.A. (Published by
Agnus and Robertson Ltd., Sydney, Australia and London 1909)

Zusatz zum Inhalt der Prolegomena (25.8.2015)

Obgleich das nun so berühmt gewordene und angefeindete Büchlein von Hardouin,
seine “Vorrede” zur Zensur der Alten Schriftsteller, in Englisch vorliegt und wirklich nur
wenige kleine Seiten umfaßt, bin ich gebeten worden, einen kurzen Abriß der dort
verkündeten Thesen zu geben. Denn so klar auch die Übersetzung von Johnson ist, so
schwierig ist es doch, den tatsächlichen Inhalt zu begreifen. Er besteht nämlich in zwei
Aussagen, die nicht leicht voneinander zu trennen sind, denn sie bedeuten
gleichermaßen den ganzen Hardouin. Es ist keineswegs so, daß der berühmte und
hochgelehrte Jesuit aus Angst vor der tödlichen Macht der Kirche seine Ansichten unter
einem Mantel von Lobhudeleien versteckte, sondern: er schrieb sich sein
herausragendes Anliegen vom Herzen, die Reformation der Kirche. Und erst daraus
springt die zweite Aussage hervor, motiviert von der Missionsabsicht und in direktem
innerem Zusammenhang damit, nämlich die Bloßstellung der Fälschungsaktion und die
Verkürzung der Chronologie.
Der Übersetzer Edwin Johnson verstärkt den Eindruck, daß es hier um mehr geht als um
einen wissenschaftlichen Streit, wieviele Jahrhunderte Augustins Schriften zurückliegen
könnten. Der Betrug der katholischen Theologen und die Verfälschung der reinen
Glaubensabsichten der Urchristen sind Hardouins Hauptthema. Dem, der an den
wahren Gott glaubt, ist es bitterste Notwendigkeit, seine Kirche davon zu befreien.
Es sind die Feinde der wahren Kirche, die die Schriften der „Kirchenväter“ erfunden
haben und heute (1729) ins Gefecht werfen als Beweismaterial. Schamlos folgen ihnen
dabei die Reformierten und die Jansenisten usw. mit aller Kraft.
Johnson wirft Hardouin bescheiden vor, daß jener nicht weit genug gegangen sei mit
seinen Folgerungen für die Geschichtsschreibung. In den Vorspanntexten zu den
einzelnen Kapiteln, die Johnson selbst schrieb, klingt das ebenfalls an. Dabei trifft er
genau den Nerv, denn Hardouin wollte nicht die Geschichte umschreiben oder
richtigstellen, sondern den unfaßbaren, aber beschämenden Betrug aufdecken. Nur zu
diesem Zweck führt er auch Einzelkritik an der von der Kirche durchgesetzten
Geschichtsschreibung.
Diese einzelnen Kritikpunkte sind es nun, die der Leser gern von mir herausgelöst hören
wollte. Ich greife auf meine Notizen zurück und nenne die auffälligsten in lockerer
Reihenfolge des englischen Textes. Übrigens hat Hardouin in den Prolegomena kein
geschlossenes System vorgestellt, sondern nur einzelne Behauptungen aufgestellt, die
nicht alle untereinander zusammenpassen. Darauf kam es ihm hier auch gar nicht an, er
wollte vielmehr seine missionarische Absicht klarstellen.
S. 5-10: Die gefälschten Texte wurden zwar hintereinander weg in einigen ausgesuchten
Klöstern und von einer begrenzten Zahl von Mönchen, die sich alle kannten, geschrieben,
aber sie wurden nicht auf einen Schlag in die Welt gesetzt. Erst jetzt (1729, bei
Erscheinen der Prolegomena, im Todesjahr Hardouins) wird das ganze Ausmaß
überschaubar, durch den Buchdruck ermöglicht. Erst die Masse der Texte, die jetzt
vorliegt, läßt einwandfrei erkennen, daß es sich um Fälschungen handelt. An einem
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einzelnen Manuskript wäre das nicht leicht gefallen.
S. 20: Die jüdische Kabbala ist von derselben Mannschaft zur gleichen Zeit (14./15. Jh.)
erfunden worden.
S. 22: Katholische Texte vor 1300 gibt es nicht, weder in Griechisch noch in Latein.
Entsprechend sind auch die Ketzerschriften der Gnostiker usw. nicht älter. Die
griechischen Texte wurden ab 1450 in Venedig verfaßt und weiter nach Deutschland
befördert. Sie stammten nicht aus Konstantinopel.
S. 40: Von Thomas von Aquin gibt es kein einziges von seiner Hand geschriebenes Blatt.
S. 57: Erst seit 1638 gibt es ein gedrucktes griechisches Neues Testament, und 1729 gibt
es noch kein gedrucktes griechisches Altes Testament, weil man sich nicht auf den Text
einigen kann. Er ist ohnehin aus der Vulgata „rück“-übersetzt.
S. 61-63: Es gibt mehr griechische Manuskripte im Westen als im Osten der Christenheit,
alle um 1500 verfaßt und mit Gallizismen behaftet. Gar manche lateinische Schriften der
griechischen Kirchenväter sind nur behauptete Übersetzungen, in Wirklichkeit sind es die
Originale. Die Ostkirche ist eine Gründung der Römischen Kirche, zum Beispiel durch die
Benediktiner 1395. Auch in Rußland gibt es kaum griechische Texte, in Äthiopien erst ab
dem 16. Jahrhundert.
S. 64: Die griechischen Kirchenväter schreiben nicht attisches Griechisch, aber ihre
Sprache ist über fiktive 1500 Jahre hinweg unverändert, im gleichen Dialekt und Syntax.
Für die Lateiner gilt das übrigens auch.
Die Jahrhunderte sind natürlich erfunden, sagt Hardouin immer wieder.
S. 66: Die Geschichten von römischen Kaisern sind Fabeln, völlig ausgedacht.
S. 67: Launoy wird wiederum erwähnt, vorhin schon Germon (die beiden Aufklärer, die
ich 1998 herausstellte.)
S. 71: Der echte christliche Glaube bleibt über 1500 Jahre erhalten. Abgesehen von der
Zeitlänge, die Hardouin sonst in Frage stellt, glaubt er an eine „reine Kirche“, die über
lange Zeit bestand und ohne die Schriften auskam, die alle später und verräterisch
geschaffen wurden.
S. 134: Um 1350 wird Maximus Planudes angesetzt, der 15 Bücher von Augustin über die
Trinität übersetzte, also wenige Jahre, nachdem sie geschrieben wurden.
Spondanus sagt über die Ankunft von Manuel Chrysoloras 1397 in Italien, daß er zuerst
in Venedig, dann in Florenz und Rom griechisches Wissen lehrte, das in Italien durch die
schlechten Zeiten 700 Jahre stumm geblieben war. Die Italiener waren erfreut, lernten
die Sprache und gaben dem Latein den ursprünglichen Glanz zurück, das durch viele
Barbarismen lange Zeit verunstaltet gewesen war. (Man beachte, daß Hardouin wie die
Renaissance-Historiker von 700 Jahren statt eintausend Jahren spricht).
Im belgischen Gallien wurden viele dieser theologischen Schriften hergestellt, wie dem
Paulos Diakonos zu entnehmen ist, viele mehr noch in Frankreich selbst, vor allem in
Paris. Die Engländer ahmten die Franzosen dann nach.
Es gab damals viele Ausländer, die lateinische Bücher ins Griechische übersetzten, einer
sogar den Chrysostomos ins Äthiopische. (Abschnitt XIV): Alle unsere Bücher, die dem 11.
Jh. bis 1480 zugeschrieben werden, stammen aus der Zeit zwischen 1350 und 1480.
S. 141: Die nach 1370 gegründeten Klöster waren Horte des Atheismus, hier wurden vor
allem in Frankreich die bösartigen Schriften erzeugt. „Athanasius“ war ein Benediktiner.

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Die hebräischen Schriften sind ebenfalls so jung.
Viele Manuskripte existieren nur ein einziges Mal. Sie wurden auf Pergament
geschrieben, obgleich Papier schon in Gebrauch war, weil Pergament länger hält und die
Erzeugnisse daher als älter eingestuft werden können.
Die Fälscher arbeiteten mit verschiedenen Schriftformen und unterschiedlicher Tinte für
die jeweiligen Jahrhunderte.
Hardouin führt mehrere Kenner seiner Zeit an, die die Betrügereien durchschauten,
unter anderen Dom Montfaucon, Baronius, R. Simon.
Bücher waren eine selbst zu Hardouins Zeit noch eine Seltenheit, gar mancher vererbte
kein Buch. Die größte Bibliothek seinerzeit, die französische königliche Bibliothek, besaß
900 Bücher, die Listen zählen fast nichts von Bedeutung auf. Ein Erzdiakon von
Canterbury vermachte Bücher nach Paris für arme Studenten: 14 Stück, und alles nur
Teile der Bibel mit Erklärungen.
S. 149 wird noch einmal Dom Montfaucon genannt, sein Werk hieß: Palaeographie; das
Werk von Dom Mabillon: Diplomatie. Baronius wird zitiert.
S. 155: John Gerson habe erklärt, warum die Kirche die Märtyrer erfunden habe: um in
den Heutigen den Glauben zu stärken, was sich auch in Brasilien tatsächlich auswirkte;
dort starben einige Missionare.
S. 168 (Ende): Dies ist nur die Vorrede für das eigentliche Werk, „Censura“. Hardouin
zitiert auch ein anderes Werk, in dem er schon die Schuldigen bloßgestellt hat: „Ancient
Coins of the French Kings“. Es sind vor allem Philipp the Fair und Phillip von Valois, seit
150 Jahren.

Ende der Notizen

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