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Perfekt mit haben und sein

Die meisten Verben bilden das Perfekt mit haben, einige Verben bilden das Perfekt aber mit
sein. Und es gibt nicht wenige Verben, die das Perfekt sowohl mit haben als auch mit sein
bilden. Ihr könnt es aber nicht machen, wie ihr wollt, denn es gibt fast immer
Bedeutungsunterschiede.

Bei der Entscheidung, ob das Perfekt in diesem Fall mit haben oder sein gebildet wird, helfen
euch folgende Regeln:

 Fortbewegung ⇒ sein
 Aktivität ohne Fortbewegung ⇒ sein/haben
 intransitive Verben (Verben ohne Akkusativobjekt) ⇒ meistens sein
 transitive Verben (Verben mit Akkusativobjekt) ⇒ haben
 reflexive Verben ⇒ haben

Hier lernt ihr die 70 wichtigsten Verben, die das Perfekt sowohl mit haben als auch mit
sein bilden können, mit Beispielen und Übungen.

Bevor ihr euch anseht, welche Verben das Perfekt sowohl mit haben als auch mit sein bilden
können, empfehlen wir euch, noch einmal zu lesen, welche Verben das Perfekt mit haben und
welche mit sein bilden.

Perfekt mit haben oder sein? – Erklärungen, Listen und


Übungen
Verben, die eine Fortbewegung ausdrücken

Verben, die eine Fortbewegung, eine Bewegung in eine Richtung oder auf ein Ziel hin
ausdrücken, bilden das Perfekt mit sein.
Stehen diese Verben aber mit einem Akkusativ, so bilden sie das Perfekt mit haben.
Wenn diese Verben keine Fortbewegung, sondern eher die Aktivität ausdrücken und nicht mit
einem Akkusativ stehen (können), so können wir das Perfekt meistens mit sein und haben
bilden.

fahren
Wir sind mit dem Auto zur Arbeit gefahren. (intransitiv; Fortbewegung)
Ich habe das Auto in die Garage gefahren. (transitiv)

fliegen
Wir sind nach Wien geflogen. Wir sind schon oft geflogen. (intransitiv; Fortbewegung)
Wer hat das Flugzeug geflogen, der Pilot oder der Co-Pilot? (transitiv)

reiten
Früher ist er jeden Tag geritten. (intransitiv; Fortbewegung)
Er war ein bisschen nervös, denn dieses neue Pferd hatte er noch nie geritten. (transitiv)
rudern
Wir sind über den See gerudert. (intransitiv; Fortbewegung)
Er hat die Vorräte auf die Insel gerudert. (transitiv)
Beim Laufen hat er mit den Armen gerudert. (Bedeutung: die Arme kreisförmig bewegen)

schwimmen
Wir sind durch den Fluss geschwommen. (Fortbewegung)
Wir sind/haben eine halbe Stunde geschwommen. (ohne Ziel, Aktivität)

segeln
Wir sind zum Hafen gesegelt. (Fortbewegung)
Wir sind/haben stundenlang gesegelt. (ohne Ziel; Aktivität)

springen
Sie ist über das Hindernis gesprungen. (Bewegung)
Er ist/hat dreimal gesprungen. (Bedeutung: einen Sprung ausführen)
Er hat/ist einen neuen Rekord gesprungen.

surfen
Der Surfer ist zurück zum Strand gesurft. (Fortbewegung)
Gestern haben/sind wir den ganzen Tag gesurft. (ohne Ziel; Aktivität)
Ich habe die ganze Nacht im Internet gesurft. (Aktivität)

tanzen
Wir sind durch das Zimmer getanzt. (Fortbewegung)
Wir haben viel getanzt. Wir haben Tango getanzt.  (transitiv)

tauchen
Wir sind bis zum Meeresboden getaucht. (Fortbewegung)
Sie ist 23 Meter tief getaucht. (Fortbewegung)
Wir haben/sind gestern wieder getaucht. (Aktivität)
Er hat/ist über zwei Minuten getaucht. (Aktivität; Dauer)

Andere Verben, die das Perfekt mit haben und sein bilden

Sind die folgenden Verben intransitiv, d.h. sie haben kein Akkusativobjekt, wird das Perfekt
mit sein gebildet.
Wenn die folgenden Verben transitiv sind, also mit einem Akkusativ stehen (können), bilden
wir das Perfekt mit haben.
Auch wenn die Verben reflexiv sind, bilden wir das Perfekt mit haben.
In manchen Fällen werden mit haben oder sein aber auch nur Bedeutungsunterschiede
geschaffen.

abbrechen
Der Ast ist abgebrochen. (intransitiv)
Der Sänger hat das Konzert wegen des Regens abgebrochen. (transitiv)
ebenso: durchbrechen, zerbrechen
abhauen
Die Einbrecher sind mit der Beute abgehauen. (intransitiv; Bewegung)
Er hat den Eiszapfen mit einem Stock abgehauen. (transitiv)

abknicken
Der Ast ist abgeknickt. (intransitiv)
Er hat ein Stück abgeknickt. (transitiv)

abtreten
Der große Schauspieler *ist* von der Bühne des Lebens abgetreten. (intransitiv)
Er hat das Grundstück an seine Nachbarn abgetreten. (transitiv)

anfahren
Plötzlich ist der Wagen angefahren. (intransitiv)
Der Fahrer hat einen Fußgänger angefahren. (transitiv)

anfallen
Bei dem Fest ist sehr viel Müll angefallen. (intransitiv)
Der Hund hat den Spaziergänger angefallen. (transitiv)

anstoßen
Es war sehr niedrig und er ist mit dem Kopf angestoßen. (Bedeutung: gegen etwas stoßen)
Wir haben mit Sekt auf seinen Geburtstag angestoßen. (Bedeutung: sich zuprosten)

auftreten
Der erfolgreiche Sänger ist im In- und Ausland aufgetreten. (intransitiv)
Informieren Sie mich bitte, sollten Probleme auftreten. (intransitiv)
Die Tür war verschlossen, aber er hat sie aufgetreten. (transitiv)

aufziehen
Den ganzen Tag lang war das Wetter wunderbar, doch am Abend sind Gewitterwolken
aufgezogen. (intransitiv; Bewegung)
Sie haben drei Kinder aufgezogen. (transitiv)

ausfahren
Am Wochenende sind wir mit der Familie ausgefahren. (intransitiv)
Der junge Mann hat jeden Morgen die Zeitung ausgefahren. (transitiv)

ausklingen
Der Abend ist sehr schön und harmonisch ausgeklungen. (Bedeutung: langsam enden)
Die Glocken haben ausgeklungen. (Bedeutung: aufhören zu klingen)

ausreißen
Der Jugendliche ist von zu Hause ausgerissen. (intransitiv; Bewegung)
Der Gärtner hat das Unkraut ausgerissen. (transitiv)

ausscheiden
Durch die Niederlage ist die Mannschaft aus dem Turnier ausgeschieden. (intransitiv)
Der Körper hat die aufgenommenen Schadstoffe wieder ausgeschieden. (transitiv)
ausziehen
Wir sind aus der Wohnung ausgezogen. (intransitiv)
Ich habe mir die Jacke ausgezogen. (transitiv)

bekommen
Mir ist übel. Ich glaube, das Essen ist mir nicht bekommen. (intransitiv)
Ich habe eine Einladung zur Hochzeit bekommen. (transitiv)

biegen
Er ist mit dem Auto um die Kurve geboren. (intransitiv; Bewegung)
Er hat den Stab so weit gebogen, bis er ganz krumm war. (transitiv)

bleichen
Der Stoff ist im Sonnenlicht geblichen. (intransitiv; Bedeutung: bleich werden)
Die Frau hat ihre Haare gebleicht. (transitiv; Bedeutung: bleich machen)

brechen
Das Eis ist gebrochen. Er ist durch das Eis gebrochen. (intransitiv)
Er hat sein Wort gebrochen. (transitiv)
Er hat gebrochen. (Bedeutung: sich übergeben)

dringen
Sie sind durch das dichte Gestrüpp gedrungen. (intransitiv; Bewegung)
Sie wollten ihr Geld sofort bekommen und haben deshalb auf eine schnelle Zahlung
gedrungen. (Bedeutung: fordern)

durchbrennen
Der Junge ist mit seiner Freundin durchgebrannt. (Bedeutung: weglaufen)
Die Sicherung ist durchgebrannt. (Bedeutung: schmelzen)
Die Lampe hat die ganze Nacht durchgebrannt. (Bedeutung: ohne Unterbrechung brennen)

durchfliegen
Ich bin bei der Prüfung durchgeflogen. (intransitiv; Bedeutung: durchfallen; nicht bestehen)
Das Flugzeug hat die Wolkendecke durchflogen. (transitiv: Bedeutung: durch etwas fliegen)

einfrieren
Der Fisch ist im Eis eingefroren. (intransitiv)
Es war so kalt, dass die Wasserleitungen eingefroren sind. (intransitiv)
Wir haben die Reste vom Mittagessen in der Tiefkühltruhe eingefroren. (transitiv)

eintreten
Die Tür hat sich geöffnet und er ist eingetreten. (intransitiv)
Das, was er befürchtet hatte, ist nun eingetreten. (intransitiv)
Er hat die Tür mit dem Fuß eingetreten. (transitiv)

einziehen
Letzten Monat sind sie in die neue Wohnung eingezogen. (intransitiv)
Sie haben Erkundigungen über alle Bewerber eingezogen. (transitiv)
erschrecken
Er ist erschrocken. (intransitiv)
Der Junge hat seine kleine Schwester erschreckt. (transitiv)
Ich habe mich sehr erschreckt. (reflexiv)

folgen
Er ist ihm bis nach Hause gefolgt. (intransitiv; Fortbewegung)
Ein Unglück ist auf das andere gefolgt. (intransitiv)
Die Kinder haben den Eltern mal wieder nicht gefolgt. (Bedeutung: gehorchen)

frieren
Das Wasser ist gefroren. (Bedeutung: zu Eis werden)
Ich habe gefroren. (Bedeutung: Kälte empfinden)

heilen
Die Wunde ist geheilt. (intransitiv)
Der Arzt hat die Wunde geheilt. (transitiv)

jagen
Der Skifahrer ist in einem Wahnsinnstempo über die Piste gejagt. (intransitiv; Bewegung)
Früher hat mein Onkel Hasen gejagt. (transitiv)

rollen
Die Kugel ist in das Loch gerollt. (intransitiv)
Ich habe den Ball über den Boden gerollt. (transitiv)

scheiden
Man vermutet, dass er nicht freiwillig aus dem Leben geschieden ist. (intransitiv)
Man hat das Paar nach nur drei Monaten wieder geschieden. (transitiv)

scheren
Er ist mit seinem Motorrad nach links geschert. (intransitiv; Bewegung)
Der Schäfer hat seine Schafe geschoren. (transitiv)
Es hat ihn nie geschert, was die Leute denken. (transitiv; Bedeutung: interessieren; kümmern)

schießen
Das Auto ist plötzlich um die Ecke geschossen. (intransitiv)
Heute hat der Fußballer sein erstes Tor geschossen. (transitiv)

schmelzen
Der Schnee ist geschmolzen. (intransitiv)
Die Sonne hat das Eis geschmolzen. (transitiv)

schwingen
Der Artist ist am Trapez durch das Zirkuszelt geschwungen. (intransitiv; Bewegung)
Die begeisterten Fans haben ihre Fahnen geschwungen. (transitiv)

starten
Das Flugzeug ist um 17.34 Uhr gestartet. (intransitiv)
Der Fahrer hat den Motor gestartet. (transitiv)
stoßen
Er ist mit dem Kopf an die Decke gestoßen. (Bewegung)
Er hat das Glas vom Tisch gestoßen. (transitiv)

streichen
Er ist durch Wälder und Felder gestrichen. (intransitiv; Bedeutung: ohne bestimmtes Ziel
wandern)
Wir haben unser Wohnzimmer gestrichen. (transitiv; Bedeutung: anstreichen; anmalen)

treiben
Das Floß ist über den Fluss getrieben. (intransitiv; Fortbewegung)
Früher habe ich viel Sport getrieben. (transitiv)
Der Hirte hat seine Schafe auf die Wiese getrieben. (transitiv)

treten
Er ist in die Pfütze getreten. Er ist über die Linie getreten. (intransitiv, Bewegung)
Er hat ihn getreten. (transitiv)

treten (auf/gegen…)
Er ist/hat mir auf den Fuß getreten. (ohne Absicht)
Er hat mir auf den Fuß getreten. (mit Absicht)
Er ist/hat gegen den Stein getreten. (ein Tritt ohne Absicht)
Er hat gegen den Ball getreten. (ein Tritt mit Absicht)

trocknen
Die Wäsche ist in der Sonne getrocknet. (intransitiv)
Ich habe meine Haare mit dem Föhn getrocknet. (transitiv)

überlaufen
Das Waschbecken ist übergelaufen. Er ist zum Feind übergelaufen. (intransitiv)
Er war schneller und hat den Gegner überlaufen. (transitiv)

übersteigen
Die Diebe sind vom Balkon der Nachbarwohnung auf unseren übergestiegen. (intransitiv;
Bewegung; hinübersteigen)
Diese unglaublich hohen Zahlen haben meine Vorstellungskraft überstiegen. (transitiv)

übertreten
Der Fluss ist übergetreten. (intransitiv)
Der Weitspringer ist übergetreten. (intransitiv)
Er hat das Gesetz übertreten. (transitiv)

umgehen
Er ist mit dem Gerät nicht vorsichtig umgegangen. (intransitiv; Bedeutung: behandeln)
Ich habe es umgangen, ihm zu begegnen. Wir haben das Hindernis umgangen. (transitiv;
Bedeutung: vermeiden; einen Bogen um etwas machen)

umziehen
Sie sind schon wieder umgezogen. Sie wohnen nie länger als ein paar Jahre an einem
Ort.  (intransitiv; Bewegung)
Nach der Arbeit habe ich mich zu Hause umgezogen. (reflexiv)

unterlaufen
Mir ist ein Fehler unterlaufen. (intransitiv)
Der Torwart hat die Flanke unterlaufen. (transitiv)

verbrennen
Das Holz ist vollständig verbrannt. (intransitiv)
Er hat den Müll verbrannt. (transitiv)

verderben
Das Essen ist verdorben. (intransitiv)
Er hat uns den Spaß verdorben. (transitiv)

verfahren
Sie sind sehr ungerecht mit ihm verfahren. (intransitiv; Bedeutung: umgehen, handeln)
Wir hatten keinen Stadtplan dabei und haben uns verfahren. (reflexiv; Bedeutung: den
falschen Weg nehmen)

vorfahren
Wir sind bis an die Spitze vorgefahren. (intransitiv)
Der Chauffeur hat das Auto vorgefahren. (transitiv)

vorschießen
Sie ist ganz unerwartet hinter der Mauer vorgeschossen. (intransitiv; Bewegung)
Ich brauchte Geld. Zum Glück hat mir mein Arbeitgeber einen Teil meines nächsten
Monatslohns vorgeschossen. (transitiv)

wechseln
Der Spieler ist zu einem anderen Verein gewechselt. (intransitiv)
Der Spieler hat den Verein gewechselt. (transitiv)

wegziehen
Er wohnt nicht mehr hier. Er ist vor ein paar Monaten weggezogen. (intransitiv; Bewegung)
Als er mit dem anderen Mann in Streit geriet, haben seine Freunde ihn weggezogen, um eine
Schlägerei zu verhindern. (transitiv)

ziehen
Wir sind nach Berlin gezogen. Sie sind durch die Altstadt gezogen. (intransitiv)
Die Lokomotive hat die Wagons gezogen. (transitiv)

zurücktreten
Der Politiker ist von seinem Amt zurückgetreten. (Bedeutung: sein Amt abgeben)
Er wurde getreten und hat zurückgetreten. (Bedeutung: einen Tritt mit einem Tritt
beantworten)

zusammentreten
Das Parlament ist zusammengetreten. (intransitiv)
Der brutale Schläger hat sein Opfer zusammengetreten. (transitiv)
zustoßen
Was ist passiert? Hoffentlich ist ihm nichts zugestoßen. (Bedeutung: passieren)
Er hat mit dem Messer zugestoßen und seinen Gegenüber schwer verletzt. (Bedeutung: mit
einem Stich verletzen)

zuziehen
Sie wohnen seit einem Monat hier im Dorf. Sie sind neu zugezogen. (intransitiv; Bewegung)
Am Abend hat sie die Vorhänge zugezogen. (transitiv)

Diese Auflistung ist natürlich noch nicht vollständig, aber dank dieser Beispiele könnt ihr
hoffentlich ein Gefühl dafür entwickeln, wann Verben das Perfekt mit sein und wann mit
haben bilden.

Haben oder sein? Ergänzt die Sätze mit den konjugierten Hilfsverben.

01. Gestern ich viel Arbeit gehabt.

02. Am Wochenende ich bei meinen Eltern gewesen.

03. Warum du nicht gekommen?

04. Ich deine E-Mail gelesen.

05. Ich mit dem Bus zur Schule gefahren.

06. Um 8 Uhr ich aufgestanden.

07. Wir in einem Restaurant zu Mittag gegessen.

08. Um wie viel Uhr du angekommen?

09. Ich die Information nicht bekommen. 

10. Im Sommer wir nach Stockholm geflogen.


11. Ich das nicht verstanden.

12. Ich einkaufen gegangen.

13. Am Wochenende ich meine Eltern besucht.

14. Nach der Arbeit ich eingekauft.

15. Er hatte keine Lust und zu Hause geblieben.

16. Ich gut geschlafen. 

17. Gestern Abend wir lange ferngesehen.

18. Wir zusammen auf ein Konzert gegangen.

19. Ich heute Morgen um 8 Uhr aufgestanden.

20. Warum du das gemacht?

Haben oder sein? Ergänzt die Sätze mit den konjugierten Hilfsverben.

01. Wir den Bus genommen.

02. Ich meine Kinder an der Schule abgeholt.

03. Warum du nicht zum Arzt gegangen?


04. Ich mich mit meinen Freunden im Stadtzentrum getroffen.

05. Um 1 Uhr nachts ich endlich eingeschlafen.

06. Ich meine Deutschprüfung bestanden.

07. Wir durch die Stadt spaziert.

08. Heute Morgen ich die Kinder mit dem Auto zur Schule gebracht.

09. Wann das Flugzeug gelandet?

10. Wir durch den Wald gewandert.

11. Es war kalt, deshalb ich mir eine Jacke angezogen. 

12. Ich krank geworden.

13. Was passiert?

14. Meine Tochter Fieber bekommen.

15. Wir wohnen nicht mehr in dieser Straße. Wir umgezogen.

16. Ich eine Stunde auf dich gewartet.

17. Gestern ich mit dem Rad zur Arbeit gefahren. 


18. Vor einem Monat meine Großmutter gestorben. 

19. Mein Freund und ich eine Stunde durch den Park gejoggt.

20. Ich hoffe, das Geschenk ihr gefallen.

Haben oder sein? Ergänzt die Sätze mit den konjugierten Hilfsverben.

01. Wir am Hauptbahnhof in die Straßenbahn umgestiegen. 

02. Ich den Text überflogen und die wichtigsten Informationen notiert.

03. Gestern die Sonne den ganzen Tag geschienen.

04. Ich die traurige Nachricht gerade erst erfahren. 

05. Ich auf dem Sofa gelegen und ferngesehen.

06. Die Menschen geflohen, weil ihr Leben in Gefahr war. 

07. Ich habe es versucht, aber es mir nicht gelungen. 

08. Du eine wichtige Entscheidung getroffen. 

09. Wohin du dich gesetzt?


10. Er eine Grenze überschritten.

11. Wir das Wochenende bei Freunden verbracht. 

12. Wir zu spät am Treffpunkt eingetroffen. 

13. Wir waren in der Stadt unterwegs und uns verfahren. 

14. Gestern ein guter Film im Fernsehen gelaufen.

15. Ich habe die Prüfung leider nicht bestanden. Ich durchgefallen.

16. Er war müde und sich ins Bett gelegt. 

17. Sie sind nicht mehr da. Sie verschwunden, ohne etwas zu sagen.

18. Die Zeit sehr schnell vergangen. 

19. Ich verschlafen und bin zu spät zur Arbeit gekommen.

20. Ich hatte keine Idee. Mir nichts eingefallen.

 Modalverben – Bedeutungen, Gebrauch,


Beispiele, Umschreibungen, Übungen
 von
 Modalverben – Bedeutungen, Gebrauch, Beispiele,
Umschreibungen
 Die Modalverben gehören in allen Sprachen zu den wichtigsten Verben. Wer die
Modalverben kennt und beherrscht, kann sehr viele verschiedene Dinge und Aspekte
ausdrücken. Die ersten Modalverben lernt und übt ihr schon im Sprachniveau A1. Im
Sprachniveau A2 kommen dann noch ein paar Modalverben hinzu. Aber damit ist es
nicht getan, denn bis in die höchsten Sprachniveaus werdet ihr immer wieder neue
Aspekte der Modalverben lernen.
 In diesem Beitrag lernt ihr die deutschen Modalverben. Ihr lernt die Konjugation, die
Bedeutungen und den Gebrauch der Modalverben. Dabei bekommt ihr viele
Beispiele für den objektiven (ab A1) und den subjektiven Gebrauch (ab B2) dieser
Verben. Damit ihr in eurem schriftlichen und mündlichen Ausdruck variabler werdet,
findet ihr für jedes Modalverb auch mögliche Umschreibungen, mit denen ihr die
gleichen Vorgänge anders ausdrücken könnt.
Und zum Schluss findet ihr ganz viele Übungen für alle Sprachniveaus (A1 bis C2).

Allgemeine Informationen zu den Modalverben
 Bevor ihr alles über die einzelnen Modalverben erfahrt, möchten wir euch einige
Informationen geben, die für alle Modalverben wichtig sind.
 Modalverben mit Infinitiv
 In den meisten Fällen verwenden wir die Modalverben zusammen mit dem Infinitiv
eines anderen Verbs.
 Der Infinitiv steht meist am Ende.
 In den meisten Fällen steht der Infinitiv am Ende.
 Hier darf man nicht parken.
Willst du mit uns ins Theater gehen?
Ich kann leider nicht zu deiner Party kommen.
 Modalverben mit Infinitiv in Nebensätzen
 In Nebensätzen steht natürlich das konjugierte Verb am Ende.
 Ich habe ihnen gesagt, dass ich nicht mitkommen kann.
Ich bleibe zu Hause, weil ich noch Hausaufgaben machen muss.
 Hinter dem Infinitiv können noch zwei Elemente stehen.
 Am Ende des Satzes können hinter dem Infinitiv oder dem konjugierten Verb (im
Nebensatz) noch zwei Elemente stehen: zu + Infinitiv und Vergleiche mit wie/als
 Kannst du mich bitte daran erinnern, mein Handy auszuschalten?
Er will immer besser sein als alle anderen.
Ich hoffe, dass ich nicht so lange warten muss wie du.
 Modalverben mit Infinitiv im Perfekt und Plusquamperfekt
 Sprechen wir über Vorgänge aus der Vergangenheit, so verwenden wir fast immer das
Präteritum der Modalverben. Wir sagen also meistens „Ich konnte gestern nicht
kommen.“ (Präteritum) statt „Ich habe gestern nicht kommen können.“ (Perfekt).
 Aber natürlich können wir die Modalverben auch im Perfekt verwenden. Steht das
Modalverb mit einem Infinitiv, so verwenden wir im Perfekt und Plusquamperfekt
nicht das Partizip II, sondern den Infinitiv des Modalverbs.
 Perfekt
 Ich habe die Arbeit noch erledigen müssen.
Er hat mit mir sprechen wollen.
Wir haben es leider nicht machen können.
 Plusquamperfekt
 Ursprünglich hatte ich dieses Auto kaufen wollen, aber dann habe ich mich doch
gegen den Kauf entschieden.
 Modalverben mit Infinitiv im Futur
 Im Futur stehen der Infinitiv des Hauptverbs und der des Modalverbs am Ende des
Satzes. Oft verwenden wir aber statt des Futurs die Präsensform.
 Ich bin heute nicht fertig geworden, deshalb werde ich morgen weitermachen müssen.
Ich bin traurig, weil ich dich nicht werde besuchen können.
 Modalverben ohne Infinitiv
 Manchmal gebrauchen wir die Modalverben auch ohne Infinitiv:
 Ich muss mal aufs Klo.
Wir müssen jetzt nach Hause.
Kannst du Deutsch?
Ich kann gut Englisch.
Ich will keine Hilfe.
Ich will jetzt nach Hause.
Ich darf erst nach Hause, wenn ich alles erledigt habe.
 Modalverben ohne Infinitiv im Perfekt und Plusquamperfekt
 Das Perfekt und Plusquamperfekt der Modalverben bilden wir mit dem Partizip II,
wenn das Modalverb ohne Infinitiv steht. Auch in diesen Fällen können wir statt des
Perfekts das Präteritum verwenden.
 Früher habe ich besser Deutsch gekonnt, aber leider habe ich viel verlernt.
Ich habe den Termin abgesagt, weil ich nicht gekonnt habe.
Ich habe so lange geübt, bis ich es gekonnt habe.
Er hat keine Hilfe gewollt.
Sie hat früh nach Hause gemusst.
Der Junge wollte den Film sehen, aber er hat nicht gedurft.
 Modalverben in objektiver Aussage
 Schon im A1-Niveau lernt und verwendet ihr viele Modalverben in objektiven
Aussagen.
Mit den Modalverben drückt ihr normalerweise Folgendes aus:
 einen Willen oder Plan (wollen)
einen Wunsch (ich möchte)
eine Notwendigkeit (müssen)
eine Verpflichtung (müssen oder sollen)
eine Fähigkeit oder eine Möglichkeit (können)
eine Erlaubnis (dürfen)
ein Verbot (nicht dürfen)
 In der objektiven Aussage geht es um den Willen, den Wunsch, die Verpflichtung,
Fähigkeit, Möglichkeit oder Erlaubnis, die das Subjekt des Satzes hat.
 Modalverben in subjektiver Aussage
 Ab dem Sprachniveau B1 oder B2 lernt und verwendet ihr Modalverben auch in
subjektiven Aussagen. Dann drückt ihr mit dem Modalverb aus, wie sich der Sprecher
(und nicht das Subjekt) zu einem Vorgang verhält. Der Sprecher kann dank des
Modalverbs z.B. ausdrücken, wie hoch er den Wahrheitsgehalt eines Vorgangs
(Behauptungen und Vermutungen) einschätzt.
 Sie hat die Lösung gefunden. (Der Sprecher ist sich sicher, dass die Information
stimmt.)
Sie will die Lösung gefunden haben. (Sie selbst behauptet das, aber der Sprecher ist
sich nicht sicher, ob das stimmt.)
Sie soll die Lösung gefunden haben. (Jemand anderes behauptet das von ihr, aber der
Sprecher ist sich nicht sicher, ob das stimmt.)
Sie kann das gesagt haben. (Der Sprecher hält es für möglich, dass sie das gesagt hat.)
 Bei den einzelnen Modalverben lest ihr noch mehr Beispiele für subjektive Aussagen.
 wollen

 Konjugation
 Präsens: ich will, du willst, er/sie/es will, wir wollen, ihr wollt, sie wollen
Perfekt: ich habe gewollt; ich habe … wollen
Präteritum: ich wollte, du wolltest, er/sie/es wollte, wir wollten, ihr wolltet, sie wollten
 Konjunktiv I: ich wolle, du wollest, er/sie/es wolle, wir wollen, ihr wollet, sie wollen
Konjunktiv II: ich wollte, du wolltest, er/sie/es wollte, wir wollten, ihr wolltet, sie
wollten
 Gebrauch von wollen
 objektive Aussage
 Mit dem Modalverb wollen drücken wir eine Absicht, einen Plan oder unseren
Willen aus.
 Präsens:
 Ich will mich für den Deutschkurs anmelden.
Er hat ihr gesagt, dass er sie heiraten will.
 Perfekt:
 Ich habe das gar nicht wissen wollen.
Ich habe es sofort erledigen wollen, doch ich bin nicht dazu gekommen.
Ich habe vergessen, was ich habe sagen wollen.
 Präteritum:
 Eigentlich wollte ich gestern noch in die Bibliothek gehen, aber ich habe es dann doch
nicht mehr geschafft.
Worüber wollten Sie mit mir sprechen?
 Konjunktiv I:
 Sie hat gesagt, sie wolle uns nächste Woche besuchen kommen.
 Konjunktiv II:
 Ich wollte jetzt nicht an seiner Stelle sein.
 Umschreibungen (objektive Aussage)
 Ich habe die Absicht, … zu + Infinitiv.
Ich beabsichtige, … zu + Infinitiv.
Ich habe vor,… zu + Infinitiv.
Ich habe den Plan,… zu + Infinitiv.
Ich habe geplant,… zu + Infinitiv.
Ich habe mir vorgenommen, … zu + Infinitiv.
Ich bin gewillt, … zu + Infinitiv.
Ich bin willens, … zu + Infinitiv.
Ich bin entschlossen, … zu + Infinitiv.
 subjektive Aussage (ab B2)
 Mit dem Modalverb wollen kann man ausdrücken, dass man an dem, was eine andere
Person behauptet hat, zweifelt. Man zweifelt an der Richtigkeit einer Behauptung oder
steht einer Aussage skeptisch gegenüber.
 Er behauptet, dass er das nicht gewusst hat. = Er will das nicht gewusst haben.
Sie versichert, dass sie es allein gemacht hat. = Sie will das allein gemacht haben.
 Umschreibungen (subjektive Aussage)
 Er behauptet, dass…
Sie behauptet, … zu + Infinitiv
Er sagt von sich, dass…
Sie versichert, dass…
Er versichert, … zu + Infinitiv
Sie gibt vor, dass…
Er gibt vor, … zu + Infinitiv
 können

 Konjugation
 Präsens: ich kann, du kannst, er/sie/es kann, wir können, ihr könnt, sie können
Perfekt: ich habe gekonnt; ich habe … können
Präteritum: ich konnte, du konntest, er/sie/es konnte, wir konnten, ihr konntet, sie
konnten
 Konjunktiv I: ich könne, du könnest, er/sie/es könne, wir können, ihr könnet, sie
können
Konjunktiv II: ich könnte, du könntest, er/sie/es könnte, wir könnten, ihr könntet, sie
könnten
 Gebrauch von können
 objektive Aussage
 Mit dem Modalverb können drücken wir eine Fähigkeit oder eine Möglichkeit aus.
Dabei können wir drei Möglichkeiten unterscheiden:
 1. Etwas ist möglich, weil man die Fähigkeit dazu hat.
2. Etwas ist möglich aufgrund der Umstände und Gegebenheiten.
3. Etwas ist möglich, weil es erlaubt ist.
 Präsens:
 Möglichkeit, weil man dazu fähig ist:
Er kann sehr gut schwimmen.
Sie kann gut mit kleinen Kindern umgehen.
 Möglichkeit, weil die Umstände und Gegebenheiten es erlauben:
Das Wetter ist gut, deshalb können wir den Tag draußen verbringen.
Es hat geschneit, deshalb können wir Ski fahren.
Ich hoffe, dass ich bald mit ihr über diese Angelegenheit reden kann.
Es ist schade, dass ihr nicht auf unser Fest kommen könnt.
Toll, dass du die Prüfung bestanden hast. Da kannst du dich wirklich freuen.
 Möglichkeit, weil es erlaubt ist:
Weißt du, ob man hier parken kann?
Du kannst doch nicht machen, was du willst!
 Perfekt:
 Ich habe noch nicht mit meiner Schwester sprechen können.
Es ist schade, dass ihr uns nicht habt besuchen können.
 Präteritum:
 Gestern konnte ich nicht in den Unterricht kommen, weil ich krank war.
Es tut mir leid, dass ich dir nicht helfen konnte.
 Konjunktiv I:
 Sie hat gesagt, sie könne uns die Information morgen zuschicken.
Er behauptet immer, er könne und wisse alles, aber das stimmt natürlich nicht.
 Konjunktiv II:
 Könntest du mir bitte einen Gefallen tun?
Wenn ich könnte, würde ich Ihnen ganz bestimmt helfen.
Könnten wir doch bloß schon alles perfekt!
 Umschreibungen (objektive Aussage)
 Für die drei unterschiedlichen Gründe, warum etwas möglich ist, gibt es natürlich
auch unterschiedliche Umschreibungen.
 Möglichkeit, weil man dazu fähig ist:
fähig sein, … zu + Infinitiv
in der Lage sein, … zu + Infinitiv
imstande sein, … zu + Infinitiv
die Eignung haben, … zu + Infinitiv
die Veranlagung haben, … zu + Infinitiv
die Begabung haben, … zu + Infinitiv
das Talent haben, … zu + Infinitiv
dafür geeignet sein, … zu + Infinitiv
es verstehen, … zu + Infinitiv
vermögen, … zu + Infinitiv
 Möglichkeit, weil die Umstände und Gegebenheiten es erlauben:
die Gelegenheit haben, … zu + Infinitiv
die Möglichkeit haben, … zu + Infinitiv
die Chance haben, … zu + Infinitiv
möglich sein, … zu + Infinitiv
sich (nicht) lassen + Infinitiv
 Die Waschmaschine lässt sich nicht mehr reparieren.
= Die Waschmaschine kann nicht mehr repariert werden.
= Man kann die Waschmaschine nicht mehr reparieren.
 sein … zu + Infinitiv
 Ist da wirklich nichts mehr zu machen?
= Kann man da wirklich nicht mehr machen?
 Möglichkeit, weil es erlaubt ist:
dürfen
Es ist erlaubt, … zu + Infinitiv
Es ist gestattet, … zu + Infinitiv
Es ist zulässig, … zu + Infinitiv
das Recht haben, … zu + Infinitiv
die Berechtigung haben, … zu + Infinitiv
die Befugnis haben, … zu + Infinitiv
die Erlaubnis haben, … zu + Infinitiv
die Genehmigung haben, … zu + Infinitiv
dazu berechtigt sein, … zu + Infinitiv
 subjektive Aussage (ab B2)
 Mit dem Modalverb können kann man eine Vermutung (Wahrscheinlichkeit etwa
50%) ausdrücken.
 Es ist möglich, dass es heute noch regnet. = Es kann/könnte heute noch regnen.
Es ist unwahrscheinlich, dass sie das so gemeint hat. = Sie kann/könnte das nicht so
gemeint haben.
Es ist nicht ausgeschlossen, dass Sie recht haben, aber… = Sie können/könnten recht
haben, aber…
Es ist denkbar, dass es Zufall war. = Es kann/könnte auch Zufall gewesen sein.
Vielleicht war es ein Versehen. = Es kann/könnte auch ein Versehen gewesen sein.
 Umschreibungen (subjektive Aussage)
 vielleicht
möglicherweise
Es ist möglich, dass…
Es ist denkbar, dass…
Es ist nicht ausgeschlossen, dass…
Es ist nicht auszuschließen, dass…
Ich halte es für möglich, dass…
Ich halte es für nicht ausgeschlossen, dass…
 nur… können = müssen (Wahrscheinlichkeit fast 100%)
 Das kann nur ein Fehler sein. = Das muss ein Fehler sein.
Das kann sich nur um eine Verwechslung handeln. = Das muss sich um eine
Verwechslung handeln.
 nicht können = etwas ist ausgeschlossen (Wahrscheinlichkeit fast 100%)
 Mit dem, was Sie sagen, können Sie nicht recht haben. = Ich halte es für unmöglich,
dass Sie recht haben.
Das kann kein Zufall sein. = Alles spricht dagegen, dass es Zufall ist.
Das kann kein Versehen sein. = Nichts deutet darauf hin, dass es ein Versehen ist.
 müssen

 Konjugation
 Präsens: ich muss, du musst, er/sie/es muss, wir müssen, ihr müsst, sie müssen
Perfekt: ich habe gemusst; ich habe … müssen
Präteritum: ich musste, du musstest, er/sie/es musste, wir mussten, ihr musstet, sie
mussten
 Konjunktiv I: ich müsse, du müssest, er/sie/es müsse, wir müssen, ihr müsset, sie
müssen
Konjunktiv II: ich musste, du musstest, er/sie/es musste, wir mussten, ihr musstet, sie
mussten
 Gebrauch von müssen
 objektive Aussage
 Mit dem Modalverb müssen drücken wir eine Notwendigkeit oder eine
Verpflichtung aus. Anders als beim Modalverb sollen haben wir bei müssen nicht die
Möglichkeit, selbst zu entscheiden, sondern wir sind zu etwas gezwungen.
 Präsens:
 Ich muss noch einkaufen gehen, denn mein Kühlschrank ist leer.
An einer roten Ampel muss man anhalten.
 Perfekt:
 Da er krank ist, hat er den Termin absagen müssen.
Es tut mir leid, dass wir den Termin haben verschieben müssen.
 Präteritum:
 Ich musste gestern zwei Stunden länger arbeiten, weil wir unglaublich viel Arbeit
hatten.
Ich musste das sagen, denn man hat mich dazu gezwungen.
 Konjunktiv I:
 Sie sagte, sie müsse nur noch eine E-Mail schreiben und dann sei sie fertig.
 Konjunktiv II:
 Vielleicht müssten wir mehr Sport treiben.
Wenn ich das tun müsste, würde ich mich weigern.
 Umschreibungen (objektive Aussage)
 Es ist notwendig, … zu + Infinitiv
Es ist notwendig, dass…
Es ist erforderlich, … zu + Infinitiv
Es ist erforderlich, dass…
Es ist unerlässlich, … zu + Infinitiv
Es ist unerlässlich, dass…
Es bleibt nichts anderes übrig, als…
gezwungen sein, … zu + Infinitiv
verpflichtet sein, … zu + Infinitiv
sich (moralisch) verpflichtet fühlen, … zu + Infinitiv
haben… zu + Infinitiv
 Negation von müssen
 Mit der Negation des Modalverbs müssen drücken wir aus, dass etwas nicht
notwendig ist. Die Bedeutung von nicht müssen entspricht der von nicht brauchen…
zu + Infinitiv.
 Du musst das nicht jetzt sofort machen, dafür ist noch genug Zeit.
= Du brauchst das nicht jetzt sofort zu machen, …
 Muss man in diesem Hallenbad eine Badekappe tragen? Nein, in diesem Hallenbad
musst du keine Badekappe tragen. = Du brauchst keine Badekappe zu tragen.
 Umschreibung von nicht müssen
 Es ist nicht notwendig, … zu + Infinitiv.
 subjektive Aussage (ab B2)
 Mit dem Modalverb müssen kann man eine Vermutung ausdrücken, die aufgrund einer
logischer Schlussfolgerung oder aufgrund von Beobachtungen und Überlegungen als
sehr sicher gilt.
 Fast hundertprozentige Gewissheit:
 Schau mal raus! Die Straßen sind nass. Es muss geregnet haben.
Es muss heute Nacht einen Stromausfall gegeben haben, denn alle Uhren im Haus
sind verstellt.
Er muss es gewusst haben, denn sonst hätte er nicht so gleichgültig reagiert.
Da muss irgendwo ein Fehler sein, aber ich kann ihn einfach nicht finden.
Irgendwer muss hier gewesen sein, denn diese Tasche stand vorhin noch nicht da.
 Durch den Konjunktiv II können wir diese Gewissheit etwas abschwächen:
 Eigentlich müsste er davon gewusst haben.
Ich kann die DVD nirgendwo finden. Petra müsste sie noch haben, denn ihr hatte ich
diese DVD vor ein paar Monaten geliehen.
Meine Schlüssel müssten hier irgendwo liegen, aber ich kann sie einfach nicht finden.
 Umschreibung von müssen in einer subjektiven Aussage
 Bestimmt / Sicher / Gewiss / Zweifellos…
Mit Sicherheit…
Mit an Sicherheit grenzender Wahrscheinlichkeit…
Auf jeden Fall…
Ohne Zweifel…
Ich bin überzeugt, dass…
Ich bin (mir) sicher, dass…
Alles spricht dafür, dass…
Alles deutet darauf hin, dass…
 nicht müssen in subjektiver Aussage
 Auch in der subjektiven Aussage können wir nicht müssen durch nicht brauchen… zu
+ Infinitiv ersetzten. In der subjektiven Aussage drücken wir eine Vermutung aus, die
sehr unsicher ist.
 Sie muss das ja auch gar nicht so gemeint haben. = Sie braucht das ja auch gar nicht
so gemeint zu haben.
 Das muss nicht unbedingt so gewesen sein, wie du denkst. Es könnte auch ganz anders
gewesen sein. = Das braucht nicht unbedingt so gewesen zu sein, wie du denkst.
 Umschreibungen von nicht müssen in subjektiver Aussage
 Vielleicht… / Möglicherweise…
Unter Umständen…
Es ist unsicher, ob…
Es ist zweifelhaft, ob…
Ich bin (mir) nicht sicher, ob…
 dürfen

 Konjugation
 Präsens: ich darf, du darfst, er/sie/es darf, wir dürfen, ihr dürft, sie dürfen
Perfekt: ich habe gedurft; ich habe … dürfen
Präteritum: ich durfte, du durftest, er/sie/es durfte, wir durften, ihr durftet, sie durften
 Konjunktiv I: ich dürfe, du dürfest, er/sie/es dürfe, wir dürfen, ihr dürfet, sie dürfen
Konjunktiv II: ich dürfte, du dürftest, er/sie/es dürfte, wir dürften, ihr dürftet, sie
dürften
 Gebrauch von dürfen
 objektive Aussage
 Mit dem Modalverb dürfen drücken wir eine Erlaubnis bzw. Berechtigung aus. Wir
haben also die Möglichkeit, etwas zu tun, weil es erlaubt ist. Verbote drücken wir
durch die Verneinung von dürfen (nicht dürfen) aus.
 Präsens:
 In dieser Straße dürfen nur Anwohner parken.
Hast du gefragt, ob du das nehmen darfst?
 Perfekt:
 Der Junge hat seinen Ball nicht mit in die Schule nehmen dürfen.
Sie ist enttäuscht, weil sie es nicht noch einmal hat versuchen dürfen.
 Präteritum:
 Als Kind durfte ich abends nach 20 Uhr nicht mehr fernsehen.
Das Kind hat geweint, weil es nicht länger aufbleiben durfte.
 Konjunktiv I:
 Die Beamtin hat mir gesagt, sie dürfe keine Ausnahme machen.
Er hat gefragt, ob er sich noch ein Stück Kuchen nehmen dürfe.
 Konjunktiv II:
 Dürfte ich Sie etwas fragen?
Dürfte ich es nur noch einmal versuchen! Ich würde es jetzt bestimmt schaffen.
 Umschreibungen von dürfen (objektive Aussage)
 Es ist erlaubt, … zu + Infinitiv.
Es ist gestattet, … zu + Infinitiv.
Es ist zulässig, … zu + Infinitiv.
Es wurde genehmigt, … zu + Infinitiv.
Er hat die Berechtigung, … zu + Infinitiv.
Ich habe die Befugnis, … zu + Infinitiv.
Sie hat die Erlaubnis, … zu + Infinitiv.
Er hat die Genehmigung, … zu + Infinitiv.
Er hat das Recht, … zu + Infinitiv.
Ich bin dazu berechtigt, … zu + Infinitiv.
Er ist dazu befugt, … zu + Infinitiv.
 Umschreibung für nicht dürfen
 Es ist nicht erlaubt, … zu + Infinitiv.
Es ist nicht gestattet, … zu + Infinitiv.
Es ist verboten, … zu + Infinitiv.
Es ist untersagt, … zu + Infinitiv.
 subjektive Aussage (ab B2)
 Mit dem Modalverb dürfen kann man Vermutungen ausdrücken. Es handelt sich dabei
um eine mit Vorsicht geäußerte Vermutung, die ziemlich sicher ist.
 Er dürfte nicht mehr kommen. = Ich rechne nicht damit, dass er noch kommt.
Da dürften Sie recht haben. = Wahrscheinlich haben Sie recht.
 Umschreibungen (subjektive Aussage)
 wahrscheinlich / vermutlich
Es ist ziemlich wahrscheinlich, dass…
Ich bin (mir) ziemlich sicher, dass…
Ich rechne damit, dass…
Ich nehme an, dass…
Vieles spricht dafür, dass…
Futur I + wohl: Sie wird wohl vergessen haben, uns anzurufen.
 sollen

 Konjugation
 Präsens: ich soll, du sollst, er/sie/es soll, wir sollen, ihr sollt, sie sollen
Perfekt: ich habe gesollt; ich habe … sollen
Präteritum: ich sollte, du solltest, er/sie/es sollte, wir sollten, ihr solltet, sie sollten
 Konjunktiv I: ich solle, du solltest, er/sie/es solle, wir sollen, ihr sollet, sie sollen
Konjunktiv II: ich sollte, du solltest, er/sie/es sollte, wir sollten, ihr solltet, sie sollten
 Gebrauch von sollen
 objektive Aussage
 Mit dem Modalverb sollen drücken wir eine Verpflichtung aus, die immer auf einem
fremden Willen, einer Forderung, einer Erwartung, einer Aufforderung durch eine
andere Person beruht. Auch Ratschläge und Vorschläge sowie geplante Ereignisse
kann man mit dem Modalverb sollen ausdrücken.
Anders als bei müssen, kann man beim Modalverb sollen frei entscheiden.
 Präsens:
 Was soll ich tun? (Bitte um einen Ratschlag)
Der Neubau des Flughafens soll nächstes Jahr abgeschlossen sein. (= Es ist geplant.)
Ich weiß nicht, was ich in dieser Situation tun soll.
 Perfekt:
 Er hat dich anrufen sollen. Ich weiß auch nicht, warum er es nicht getan hat.
Ich bin sauer, weil er mich hat informieren sollen und es nicht getan hat.
 Präteritum:
 Ich sollte ihr schöne Grüße bestellen, aber ich habe es vergessen.
Ich wusste nicht, was ich auf diese Frage antworten sollte.
Du solltest mir doch Bescheid sagen! Warum hast du es nicht getan?
 Konjunktiv I:
 Sie hat mich angerufen und mir gesagt, ich solle sofort zu ihr kommen.
 Konjunktiv II:
 Du solltest die Sache ernster nehmen!
Ich hätte das nicht sagen sollen. Es tut mir leid.
 Umschreibungen (objektive Aussage)
 Sie hat die Aufgabe, … zu + Infinitiv.
Ich habe den Auftrag, … zu + Infinitiv.
Ich habe die Pflicht, … zu + Infinitiv.
 Er ist verpflichtet, … zu + Infinitiv.
 Es wird (von + Dat.) erwartet, dass…
Es wird (von + Dat.) gefordert, dass…
Es wird (von + Dat.) verlangt, dass…
 Es ist geplant, dass…
Es ist vorgesehen, dass…
Es ist beabsichtigt, dass…
 Man hat mich (dich/ihn/sie/uns/euch/sie/Sie) aufgefordert, … zu + Infinitiv.
Man hat mir (dir/ihm/ihr/uns/euch/ihnen/Ihnen) empfohlen / geraten / vorgeschlagen,
… zu + Infinitiv.
 Es empfiehlt sich, … zu + Infinitiv.
Es ist empfehlenswert, … zu + Infinitiv.
Es ist ratsam, … zu + Infinitiv.
Es ist angebracht, … zu + Infinitiv.
 Vorschläge machen und Ratschläge geben mit dem Modalverb sollen
 Mit dem Modalverb sollen machen wir auch Vorschläge und geben Ratschläge.
Vorschläge und Ratschläge mit sollen können wir mit dem Konjunktiv II äußern.
 Du solltest mal abschalten!
Vielleicht sollten Sie sich gesünder ernähren.
Ich denke, du solltest dich bei ihr entschuldigen.
 Mit einer Frage bitten wir eine andere Person, uns zu sagen, ob wir etwas tun
sollen oder nicht. 
 Sollen wir einen Kaffee trinken gehen? = Willst du/Wollt ihr/Wollen Sie, dass wir
einen Kaffee trinken gehen? (gemeinsame Aktivität)
 Ich gehe in den Supermarkt. Soll ich dir etwas mitbringen? = Willst du, dass ich dir
etwas mitbringe?
 subjektive Aussage (ab B2)
 Mit dem Modalverb sollen kann man wiedergeben, was eine andere Person behauptet
hat, von dem wir nicht sicher sind, ob es stimmt. Wir drücken also eine gewisse
Skepsis aus.
 Er soll schon einmal im Gefängnis gesessen haben. = Ich habe gehört, dass er im
Gefängnis gesessen hat.
 Ich kenne sie nicht, aber sie soll sehr nett sein. = Man sagt von ihr, dass sie nett ist
 Umschreibungen (subjektive Aussage)
 Ich habe gehört, dass…
Ich habe erfahren, dass…
Man sagt, dass…
Es heißt, dass…
Es wird behauptet / berichtet, dass…
Man behauptet / berichtet / erzählt, dass…
Wie man hört, …
angeblich
 mögen

 Konjugation
 Präsens: ich mag, du magst, er/sie/es mag, wir mögen, ihr mögt, sie mögen
Perfekt: ich habe gemocht; ich habe … mögen
Präteritum: ich mochte, du mochtest, er/sie/es mochte, wir mochten, ihr mochtet, sie
mochten
 Konjunktiv I: ich möge, du mögest, er/sie/es möge, wir mögen, ihr möget, sie mögen
Konjunktiv II: ich möchte, du möchtest, er/sie/es möchte, wir möchten, ihr möchtet,
sie möchten
 Gebrauch von mögen
 objektive Aussage
 Mit dem Modalverb „möchte“ (Konjunktiv II von mögen) drücken wir einen
Wunsch, ein Bedürfnis oder eine Lust aus.
 Statt des Präsens gebrauchen wir fast immer den Konjunktiv II, um einen Wunsch
oder eine Lust auszudrücken.
 Ich möchte im Sommer in die Alpen reisen.
Wir möchten heute Nachmittag einen Spaziergang machen.
Ich möchte noch etwas Wasser trinken.
Ich möchte fünf Brötchen, bitte.
 Das Präsens gebrauchen wir manchmal in Fragen:
 Magst du noch etwas trinken? = Möchtest du noch etwas trinken?
Magst du dich zu uns setzen? = Möchtest du dich zu uns setzen?
 Außerdem kann man den Indikativ in der verneinten Form verwenden:
 Ich mag das nicht mehr essen. = Ich will das nicht mehr essen.
Sie mag das nicht erzählen. = Sie will das nicht erzählen.
Er mochte sein Geheimnis nicht verraten. = Er wollte sein Geheimnis nicht verraten.
 Unsere Tipps zum Verb mögen:
 Wenn ihr unsicher seid, gebraucht ihr mögen + Infinitiv am besten nie im Indikativ,
sondern drückt die Wünsche immer mit dem Konjunktiv II (ich möchte) oder mit
dem Modalverb wollen aus. So vermeidet ihr Fehler.
 Verwendet das Verb mögen im Indikativ Präsens, Perfekt und Präteritum nur mit
einem Akkusativobjekt, wenn ihr euren Geschmack ausdrücken wollt.
 Er mag das Buch.
Sie mag kein Gemüse.
Ich mag dich.
Ich habe sie immer sehr gemocht.
Frühe mochte ich das nicht, aber heute gefällt es mir.
 Wenn ihr euren Geschmack oder eine Vorliebe in Verbindung mit einem Verb
ausdrücken wollt, benutzt ihr das Verb + gern und nie mögen + Infinitiv!
 Ich lese gern.
Ich esse gern Gemüse.
Ich sehe gern Sport im Fernsehen.
 Konjunktiv I:
 Den Konjunktiv I von mögen verwenden wir in Aufforderungen und Wünschen in
der indirekten Rede.
 „Seid bitte leise!“ ⇒ Er/Sie hat uns gesagt, wir mögen leise sein.
„Kommen Sie morgen bitte wieder.“ ⇒ Er/Sie hat gesagt, wir mögen morgen
wiederkommen.
 Statt mögen können wir hier auch sollen gebrauchen.
 Ebenfalls verwenden wir den Konjunktiv I für Wünsche in Ausrufesätzen.
 Möge der Bessere gewinnen! = Der Bessere soll gewinnen.
Möge die Kraft mit dir sein! = Die Kraft soll mit dir sein.
 Subjektive Aussage
 Mit dem Modalverb mögen können wir ausdrücken, dass es einen Gegengrund gibt,
der aber nicht ausreichend ist, um etwas Bestimmtes zu erreichen oder zu verhindern.
Wir drücken also einen Gegensatz aus.
 Sie mögen recht haben, doch ändern wird das nichts an der Sache.
Er mag noch so freundlich tun, ich werde nicht auf ihn hereinfallen.
So aussichtslos es auch erscheinen mag, wir werden es schaffen.
 Umschreibungen
 Auch wenn Sie recht haben, wird das nichts an der Sache ändern.
Obwohl es aussichtslos erscheint, werden wir es schaffen.
Es scheint aussichtslos zu sein, trotzdem werden wir es schaffen.
 Abschließend wollen wir für euch noch einmal ein paar mögliche Zweifelsfälle
zusammenfassen.
 Ich will oder ich möchte?
 Wenn ihr eine Absicht habt, könnt ihr diese mit „Ich will…“, aber auch mit „Ich
möchte…“ ausdrücken. Geht es um eine feste Absicht, so verwendet ihr das
Modalverb wollen. Geht es eher um einen Wunsch, so sagt ihr „Ich möchte…“.
 Ich will am Wochenende einen Ausflug machen. (feste Absicht)
Ich habe vor, am Wochenende einen Ausflug zu machen. (Plan)
Ich möchte am Wochenende einen Ausflug machen. (Absicht, Wunsch)
Ich möchte am Wochenende gern einen Ausflug machen. (Wunsch)
Ich würde am Wochenende gern einen Ausflug machen. (Wunsch, der möglicherweise
nicht in Erfüllung geht.)
 Wenn man jemanden um etwas bittet, empfiehlt es sich, die Höflichkeitsform („Ich
möchte…“) zu verwenden.
 Ich möchte ein Glas Wasser.
Ich möchte etwas trinken.
 Im Präteritum verwenden wir für Absichten und Wünsche immer das Modalverb
wollen.
 Ich mag oder ich möchte?
 Wenn wir den Wunsch haben, etwas zu tun, dann benutzen wir meistens den
Konjunktiv II, also „Ich möchte…“. Die Präsensform (Ich mag…/Magst du…?)
hören wir manchmal in Fragen oder in der verneinten Form.
 Magst du noch was essen?
Ich mag nichts mehr essen.
Ich mag nicht mit ihm sprechen, ich habe keine Lust.
 Ihr könnt aber problemlos immer „Ich möchte…“ bzw. „Möchtest du…?“ sagen.
 Und vergesst nicht: Mit mögen + Akkusativ drücken wir unseren Geschmack aus.
 müssen oder sollen?
 Das Modalverb sollen lässt, anders als müssen, eine freie Entscheidung zu.
Mit dem Modalverb müssen drücken wir entweder eine Verpflichtung aus, die uns von
anderen auferlegt wurde (Gesetze, Normen, Verpflichtungen) oder aber eine
Notwendigkeit, die das Subjekt selbst empfindet. Bei dem Modalverb sollen geht es
immer um eine Verpflichtung aufgrund eines fremden Willens.
 Ich muss einkaufen gehen. (Notwendigkeit, weil etwas fehlt)
Ich soll einkaufen gehen. (Auftrag: jemand hat mich darum gebeten oder hat mich
damit beauftragt).
 können oder dürfen?
 Mit dem Modalverb dürfen/nicht dürfen drücken wir aus, dass etwas erlaubt bzw.
verboten ist. Das Modalverb können hat die Bedeutung von „Es ist möglich“. Diese
Möglichkeit besteht, wenn man die Fähigkeit besitzt oder die Gegebenheiten etwas
möglich machen. Auch wenn etwas möglich ist, weil es erlaubt ist, können wir dies
mit dem Modalverb können ausdrücken. In diesem Fall sind also sowohl dürfen als
auch können richtig. Handelt es sich um eine Erlaubnis oder ein Verbot, ist allerdings
das Modalverb dürfen eindeutiger und vorzuziehen.
 Hier darf ich nicht parken. (Es ist verboten.)
Hier kann ich nicht parken, weil es verboten ist. (Verbot)
Hier kann ich nicht parken, weil die Parklücke zu klein ist. (Unmöglichkeit wegen der
Gegebenheiten oder meiner unzureichenden Fähigkeit)
 nicht müssen oder nicht dürfen?
 Mit nicht müssen drücken wir aus, dass etwas nicht notwendig ist. Wenn etwas
verboten ist, verwenden wir nicht dürfen.
 Du musst die Arbeit heute nicht fertig machen. Morgen ist auch noch Zeit.
Du musst mir nicht helfen. Ich schaffe es allein.
 Solange die Arbeit nicht erledigt ist, darfst du nicht nach Hause gehen.
Niemand darf mir helfen, denn ich muss die Aufgabe allein lösen.
 Vermutungen und Wahrscheinlichkeiten ausdrücken
 Wenn wir uns einer Sache nicht ganz sicher sind, können wir das wie folgt
ausdrücken:
 Ich vermute, dass…
Ich habe die Vermutung, dass…
Ich bin mir nicht (ganz) sicher, ob/dass…
Ich gehe davon aus, dass…
Es ist davon auszugehen, dass…
Man kann davon ausgehen, dass…
Alles/Vieles deutet darauf hin, dass…
 Außerdem können wir Vermutungen mit dem Futur ausdrücken.
 Er wird (wohl) nicht mehr kommen.
Sie wird ihn (schon/wohl) angerufen haben.
 Wie ihr oben gesehen habt, können wir Vermutungen auch mit den Modalverben
müssen, dürfen (nur Konjunktiv II) und können ausdrücken. Die Entscheidung für
eines dieser Modalverben hängt davon ab, wie sicher wir uns sind, dass eine Tatsache
oder ein Vorgang wahr ist.
 Er muss das gewusst haben. (sehr hohe Wahrscheinlichkeit)
Er müsste das gewusst haben. (hohe Wahrscheinlichkeit)
Er dürfte das gewusst haben. (hohe Wahrscheinlichkeit)
Er kann das gewusst haben. (Wahrscheinlichkeit etwa 50%, aber es gibt auch andere
Möglichkeiten)
Er muss nicht davon gewusst haben. (Wahrscheinlichkeit um die 50%)
Er könnte das gewusst haben. (Wahrscheinlichkeit etwas unter 50%)

Ergänze die Sätze mit dem richtigen Modalverb. 


In dieser Übung fehlen die Modalverben wollen, „möchten“, müssen, nicht müssen, können,
dürfen und sollen. Einige Modalverben können auch im Perfekt, Präteritum oder Konjunktiv
II stehen.
Brauchst du Hilfe? Dann klick auf die Information!

01. Worüber

Sie mit mir sprechen?

02. Sie

sich gesünder ernähren und Sport treiben.

03. Können Sie mir bitte sagen, ob man hier parken

04. Ich

dir schöne Grüße von Jörg bestellen.

05.

du mich bitte daran erinnern, mein Handy leise zu stellen?

06. Das Kind hat geweint, weil es nicht länger aufbleiben


07. Hast du einen Ratschlag für mich? Ich weiß nicht, was ich tun .

08.

Sie mir bitte einen Gefallen tun?

09. Es tut mir leid, dass ich dir nicht helfen

10. Ich habe gesagt, dass ich informiert werden

11. Wenn ich das tun

, würde ich mich weigern.

12. So genau habe ich das gar nicht wissen

13. Ich hoffe, dass ich nicht so lange warten

14.

ich Sie was fragen?

15. Wenn es Ihnen nicht schmeckt,

Sie das nicht essen.

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