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ihk 1/2-13

Mit Arbeitsprogramm IHK 2013


20 Ratgeber
Neuer Leitfaden Finanzierung
38 Wochenmärkte
Vom Privileg zum Problem
report
Magazin der Industrie- und Handelskammer
Darmstadt Rhein Main Neckar

10 Weiterbildung

Hand
in Hand
1/2 -2 0 1 3 I H K- R E P O RT EDITORIAL 1

— Das neue Jahr ist noch jung und es ist ohnehin unmöglich, in die
Zukunft zu schauen. Trotzdem wage ich eine Prognose für den
Wirtschaftsstandort Darmstadt Rhein Main Neckar: Es spricht eini-
ges dafür, dass die Weltwirtschaft wieder an Schwung gewinnt und
die südhessischen Unternehmen dies positiv zu spüren bekom-
men. Auch in einigen Ländern Südeuropas ist anscheinend Licht
am Ende des Tunnels zu sehen. Wenn die Investitionstätigkeit wie-
der Fahrt aufnimmt, könnte die südhessische Wirtschaft in diesem
Jahr um ein Prozent wachsen – und läge damit über dem Bundes-
durchschnitt, den Wirtschaftsminister Philipp Rösler Mitte Januar

MIT SCHWUNG
IN DAS NEUE JAHR
„Fachkräftesicherung, Energiewende, Mitgliederbetreuung:
Wir freuen uns auf die Herausforderungen im Jahr 2013.“

in seinem Jahreswirtschaftsbericht mit 0,4 Prozent beziffert hat.


Einen weiteren Blick auf die Stimmungslage und die Erwartungen
der Unternehmen oder auf die Exporte und die Beschäftigung
wagen wir Mitte dieses Monats. Dann stellen wir die Ergebnisse der
ersten Konjunkturumfrage in diesem Jahr vor.
Der Blick nach vorne ist für uns Programm: Die IHK Darmstadt
Foto: Jens Steingässer
wird den Schwung aus dem vergangenen Jubiläumsjahr mitneh-
men und sich auf drei für die Region wichtige Themen konzentrie-
ren. Das sind unsere Aktivitäten zur Fachkräftesicherung und zur
konkreten Ausgestaltung der Energiewende für unsere Unterneh- MEIN TIPP
men. Das sind Daten, Fakten und Analysen zu den Standortbedin-
gungen in den Kommunen unserer Region, an denen wir gemein- www.darmstadt.ihk.de
sam mit den Kreisen, Städten und Gemeinden arbeiten wollen. Dokument-Nr.

127550
Passend hierzu hat die IHK-Organisation „Infrastruktur – Wege für
morgen“ zum Jahresthema ausgerufen. Dazu zählen neben Ver-
kehrswegen, an die man vielleicht zuerst denken mag, die Energie-
versorgung, aber auch die Bildungsinfrastruktur. Darüber hinaus
wollen wir den Kontakt zu Ihnen, unseren Mitgliedern, über alle
Kanäle intensivieren – auch im Hinblick auf die anstehende Wahl Verkehrswege, Energieversorgung,
der Vollversammlung im Januar 2014. Bildungsstrukturen:
Sicher haben Sie es schon beim Blättern durch diese Ausgabe Die Industrie- und Handelskammern
bemerkt: Die Arbeitsschwerpunkte haben wir für Sie auf den Um- und der DIHK setzen sich im Interesse
schlagseiten kurz und anschaulich zusammengefasst. Sie kommen ihrer Mitgliedsunternehmen für ver-
nämlich nicht von ungefähr. Die Schwerpunkte sind Kern des von besserte Infrastrukturen ein – damit
Vollversammlung, Ausschüssen und Präsidium erstellten Arbeits- Deutschland ein starker Wirtschafts-
programms für dieses Jahr. Natürlich kümmern wir uns auch um standort bleibt. Ein Video zeigt die
alle Ihre anderen Anliegen, ob Gründungsberatung, Unterneh- Themenvielfalt des neuen IHK-Jah-
mensnachfolge, Zoll und Außenhandel, Rechtsfragen oder die be- resthemas „Infrastruktur – Wege für
rufliche Bildung. morgen“.
Wir freuen uns auf die bevorstehenden Monate und Herausfor-
derungen und ich bin mir sicher: Das Jahr 2013 wird ein gutes und
erfolgreiches!

_ Dr. Uwe Vetterlein, Hauptgeschäftsführer IHK Darmstadt


2 I N H A LT I H K- R E P O RT 1 / 2 -2 0 1 3

IHK
REPORT
1/2-2013

1 EDITORIAL 4 AKTUELLES 10 SCHWERPUNKT

5 Auslandsgeschäft weiterhin 10 Hand in Hand


auf hohem Niveau Wenn in ihr Know-how inves-
47 NAMEN UND NACHRICHTEN Die IHK Darmstadt zieht eine tiert wird, danken Mitarbeiter
positive Bilanz der Außenwirt- es mit Treue zum Unternehmen.
schaft 2012 in Südhessen und
verstärkt das Beratungsangebot. 12 Große Fachmesse setzt
52 FREIZEIT spielerische Akzente
6 Modern und verlässlich Aktionstag Weiterbildung am
1. März in der IHK Darmstadt.

53 AMTLICHES 14 Wo Techniker
an ihrer Karriere feilen
Computergestütztes Konstru-
ieren und Fertigen im IHK-
56 VORSCHAU Bildungszentrum Odenwald
erlernen.
„Infrastruktur – Wege für
morgen“ lautet das Jahresthema 15 Neues Jahresprogramm
56 IMPRESSUM der IHK-Organisation für 2013. für 2013 ist erschienen
Rund 100 Weiterbildungskurse
7 IHK aktualisiert Fachkräftemonitor bietet die IHK Darmstadt in
Neben Ingenieuren sind vor diesem Jahr an.
allem Techniker mit beruflicher
Qualifikation gefragt.
IHK Darmstadt auf YouTube

ihkdarmstadt

www.youtube.de/
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4 DREI AUF EINEN STREICH

Grafik: Matthias Enter, fotolia


Schulen in Groß-Zimmern, Beerfelden und Höchst
eröffneten Zukunftswerkstätten. Unternehmen vor Ort
kooperieren mit den Schulen.

18 RATGEBER 40 UNTERNEHMEN IM FOKUS WORTE


18 Konsequent bis zum letzten Euro 40 Potenziale entdecken AUS DER WIRTSCHAFT
Mit dem Spezialisten für
Forderungsmanagement, Liebe Leserin und lieber Leser, an dieser
Joachim Lampert, sprach der Stelle finden Sie ab sofort Begriffe und
IHK-Report. Bezeichnungen aus dem Wirtschafts-
leben. Viel Spaß! Ihre Redaktion
19 Nachzahlungen verhindern
Verrechnungspreise und Zoll:
Die Geschäftsführung sollte FENCING
die strategische Schnittstelle Das Berufsqualifikationsfest- Im Marketing wird davon ausgegangen,
kennen. stellungsgesetz (BQFG) ermög- dass unterschiedliche Zielgruppen ein
licht es, ausländische Berufs- bestimmtes Produkt, dessen Nutzen
20 „Finanzierungen als ernsthaftes abschlüsse hierzulande aner- oder eine Dienstleistung unterschiedlich
Projekt betreiben“ kennen zu lassen. bewerten und daher bereit sind, ver-
Eine erste Orientierung schieden hohe Preise zu zahlen. Fencing
bietet der neue „Kurzleitfaden 44 Raus aus dem Sattel, umschreibt eine Strategie der Preis-
Finanzierung“ der IHK. rein ins Kostüm differenzierung, die dieser Marketing-
Als das Fahrrad-Geschäft ins theorie Rechnung trägt: Es ermöglicht
Stocken kam, stieg die Firma Unternehmen, ein identisches Produkt
Fortmann in Bürstadt vor mit unterschiedlichen Gewinnmargen
34 IHK IN DER REGION drei Jahren mutig auf Kostüme zu verkaufen, indem bestimmte Kunden
um – mit Erfolg. in hochpreisigen Segmenten keine Ver-
34 Ideen für die Zukunft günstigung bekommen oder verschiede-
Wie sich die Innovationsfähig- ne Vertriebskanäle für unterschiedliche
keit der Region erhalten und Kundensegmente genutzt werden. Damit
entwickeln lässt, diskutierten 46 AUSBILDUNG kann verhindert werden, dass Kunden
Unternehmer, Wissenschaftler ein Produkt, das einem teuren Segment
und Politiker auf Einladung 46 Den Berufseinstieg zugeordnet ist, zu einem günstigeren
der IHK. nach der Haft erleichtern Preis kaufen. Außerdem ist dies eine
IHK Darmstadt und Grone Möglichkeit, den Verfall des durch-
36 Kampf um die besten Köpfe Bildungszentren unterstützen schnittlichen Gewinns zu verhindern.
Bereits zum zweiten Mal bringt JVA Weiterstadt bei der Ein Beispiel wären Ermäßigungen für
die Darmstädter Jobtournee Qualifizierung von Häftlingen. Schüler und Studenten bei Vorlage ihres
Unternehmen und Absolventen Ausweises.
erfolgreich zusammen.

38 Vom Privileg zum Problem


Wochenmärkte brauchen gute Haben Sie einen Begriff oder eine Be-
Konzepte, um trotz der wach- zeichnung im Kopf, den oder die Sie
senden Konkurrenz durch Su- gerne erklärt bekommen würden?
Titelfoto: Jens Steingässer

permärkte attraktiv zu bleiben. Dann schreiben Sie eine E-Mail an:


redaktion@darmstadt.ihk.de oder
kontaktieren Sie uns über Facebook
www.facebook.com/ihkdarmstadt.
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Schüler in der neuen Zukunftswerkstatt der


Albert-Schweitzer-Schule in Groß-Zimmern.

Schüler der Ernst-Göbel-Schule in Höchst


mit IHK-Präsident Dr. Hans-Peter Bach in der
neuen Zukunftswerkstatt.

Foto: Markus Schmidt


Foto: Dagmar Mendel

Foto: Guido Schiek


DREI AUF EINEN STREICH
Schulen in Groß-Zimmern, Das Projekt ist eine Initiative der IHK
Darmstadt. Es wurden dafür insgesamt
Beerfelden und Höchst er- bis zu einer Million Euro an Fördergel-
öffnen Zukunftswerkstätten. dern bereitgestellt. Wesentlicher Teil
Unternehmen vor Ort koope- der Idee ist, dass Unternehmen aus der Dr. Uwe Vetterlein, Hauptgeschäftsführer
Region das Projekt als Partner- und der IHK Darmstadt, mit Schülern der
rieren mit den Schulen. Ausbildungsunternehmen in den Oberzentschule in Beerfelden.
Schulen vor Ort unterstützen. Die IHK
— Insgesamt elf Schulen in Südhessen Darmstadt geht dafür auf die Schulen
haben inzwischen eine Zukunftswerk- zu und unterstützt sie bei der Suche
statt, in der sich Schülerinnen und nach kooperierenden Unternehmen. INFORMATION
Schüler über Berufsbilder informieren „Das Konzept kann nur wirklich erfolg- Sie sind Unternehmerin oder Unternehmer und
und auf die Ausbildung vorbereiten reich sein, wenn sich nicht nur die würde gerne eine Schule vor Ort unterstützen
können. Ende 2012 haben die Ernst- Schulen, sondern auch die Unterneh- oder sich in einer Zukunftswerkstatt engagieren?
Göbel-Schule in Höchst, die Albert- men einbringen und aktiv engagieren. Dann melden Sie sich bei uns! Wir stellen gerne
Schweitzer-Schule in Groß-Zimmern Das ist in ihrem eigenen Interesse“, so einen Kontakt her.
und die Oberzent-Schule in Beerfelden IHK-Präsident Bach. Unternehmen
ihre Zukunftswerkstätten eröffnet. „Es können Partner einer Schule werden Dominik Theisen
freut uns, dass diese Schulen bereit und in der Zukunftswerkstatt ihr Un- Geschäftsbereich Aus- und Weiterbildung
sind, sich dem Thema Berufsorientie- ternehmen sowie ihre Ausbildungsbe- T: 0 61 51 871 - 277
rung und Kooperation mit der Wirt- rufe vorstellen. E: theisen@darmstadt.ihk.de
schaft zu stellen“, sagte Dr. Hans-Peter Anstoß für das Projekt gab vor zwei
Bach, Präsident der IHK Darmstadt. Jahren die Schule am Sportpark in Er- DOKUMENT-NR.
„Für die Suche nach Fachkräften ist bach, die ein solches Berufsorientie- Weitere Informationen und eine Übersichtskarte
und bleibt die Ausbildung und Gewin- rungszimmer eingerichtet hat. Bis mit Standorten der bisherigen Zukunftswerk-
nung von Auszubildenden ein zentra- Ende 2013 werden an insgesamt 35 stätten finden Sie unter www.darmstadt.ihk.de

99415
ler Baustein.“ Mit der Zukunftswerk- Schulen Zukunftswerkstätten eröffnet
statt könnten Schulen und IHK die sein. Parallel dazu hat die IHK damit
Übergangsquoten von der Schule in begonnen, Lehrkräfte in Fortbildungen
die betriebliche Ausbildung aktiv ver- auf die Arbeit in der Zukunftswerkstatt
bessern. vorzubereiten. —
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Auslandsgeschäft weiterhin
auf hohem Niveau
Eigenes Logo für das
Die IHK Darmstadt zieht eine positive Bilanz der Netzwerk Elektromobilität
Außenwirtschaft 2012 in Südhessen und verstärkt
das Beratungsangebot für Unternehmen. — Auf Straßenbahnen und Hybridbussen
der Heag Mobilo ist seit kurzem das ge-
meinsame Logo des Netzwerks Elektromo-
— Das Auslandsgeschäft der südhessi- Jahr gemeinsam mit den IHKs in bilität Darmstadt Rhein Main Neckar zu
schen Unternehmen hält das hohe Ni- Hanau und Offenbach die Exportaka- sehen. Alle Unternehmen, die Mitglied im
veau des Vorjahres. Messgröße dafür demie Rhein-Main entwickelt. Diese Netzwerk sind und dies auch nach außen
sind die 74.015 Außenhandelsdo- bietet etwa Seminare und Workshops kommunizieren möchten, können das
kumente, die im Jahr 2012 von der zum Thema an. Logo kostenlos nutzen.
IHK für den Warenverkehr mit Län- Das Netzwerk Elektromobilität Darm-
dern außerhalb der EU ausgestellt wur- ERFOLGREICHE stadt Rhein Main Neckar steht für den
den. Damit ist der Wert ähnlich dem INTERESSENVERTRETUNG Austausch von Wirtschaft, Wissenschaft
von 2011. Mit einem Exportanteil am Eine andere Bürokratiehürde für ex- und Gesellschaft in der Region. Einer der
Gesamtumsatz von fast 60 Prozent portierende Unternehmen ist zwi- Partner ist auch die IHK Darmstadt. „Bei
liegt Südhessen über dem hessischen schenzeitlich vom Tisch: In der Dis- einer ganzen Reihe von Veranstaltungen
Durchschnitt (50 Prozent). „Insbeson- kussion um die so genannte „Gelan- konnten wir seit Sommer 2010 mehr als
dere kleine und mittlere Unternehmen gensbestätigung“ haben die IHKs 130 Unternehmen und Institutionen als
engagierten sich im Ausland und su- einen Erfolg erzielt: Gemeinsam mit Mitglieder für das Netzwerk begeistern“,
chen dort verstärkt nach Geschäftspart- anderen Verbänden haben sie beim sagt IHK-Hauptgeschäftsführer Dr. Uwe
nern“, sagt Martin Proba, Geschäfts- Bundesfinanzministerium erreicht, Vetterlein. Neben Informationsveranstal-
bereichsleiter International der IHK dass die verbindliche Einführung des tungen und Einblicken in innovative Un-
Darmstadt. Gestiegen ist auch die Zahl Dokuments für Warensendungen in ternehmen finden sich immer wieder Mit-
der sogenannten Carnets, der von der EU nicht zum Bürokratiemonster glieder des Netzwerks zusammen, um an
vielen Staaten anerkannten Zollpas- und Handelshemmnis in der Europäi- konkreten Fragestellungen zu arbeiten,
sierscheinhefte. Sie vereinfachen den schen Union wird. „Wir sind froh, dass zum Beispiel daran, wie Förderanträge für
Transport von Waren, die in ein Land die Umsatzsteuer-Durchführungsver- gemeinsame Projekte gestellt werden kön-
ein- und danach wieder ausgeführt ordnung wieder geändert wird“, sagt nen. „Die IHK steht hier gerne als Forum
werden, zum Beispiel für Messen. 487 Proba. „Dies schafft Rechtssicherheit zur Verfügung“, ergänzt Vetterlein.
davon hat die IHK Darmstadt 2012 für die Unternehmen und verhindert, Auf Initiative des Fraunhofer LBF, der
ausgestellt. „Dies zeigt, dass wir lang- dass der deutsche bürokratische Allein- IHK Darmstadt und des Darmstädter
sam wieder die Zahlen erreichen, die gang den EU-Binnenmarkt belastet.“ Nachhaltigkeits-Beratungsunternehmens
wir vor der Finanzkrise hatten“, ersagt Rund 80 Prozent des internationalen e-hoch-3 hatte sich das Netzwerk im Som-
Proba. 2008 hatte die IHK 546 Carnets Dienstleistungs- und Warengeschäfts mer 2010 gegründet. Heute engagieren
ausgestellt. deutscher Unternehmen werden in- sich eine Vielzahl von Unternehmen, Ein-
Zu einem positiven Ergebnis nerhalb der EU abgewickelt. — richtungen, Kommunen und Privatperso-
kommt auch der Deutsche Industrie- nen aus Darmstadt und der Region im
und Handelskammertag (DIHK) in sei- Netzwerk. —
nem „Außenwirtschaftsreport 2012“. INFORMATION www.elektromobil.darmstadt.de
Demnach sei für dieses Jahr deutsch- Martin Proba
landweit mit einem Zuwachs der Aus- Geschäftsbereich International
fuhren um vier Prozent zu rechnen.
IHK Darmstadt auf facebook

T: 0 61 51 871 - 234
E: proba@darmstadt.ihk.de
BERATUNGSTÄTIGKEIT VERSTÄRKT
Das starke internationale Engagement www.ihk-exportakademie-rhein-main.de
fordert die IHK auch in der Beratung
ihkdarmstadt

der Betriebe. Fragen zu Zoll und Um- DOKUMENT-NR.


satzsteuer oder Warenursprung und www.darmstadt.ihk.de

329
Präferenzen sind die häufigsten Prob-
leme der Unternehmen. Deshalb hat
die IHK Darmstadt im vergangenen www.facebook.de/
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IHK Darmstadt senkt 2013


ihre Beiträge
Die Vollversammlung der IHK Darmstadt

Foto: Ilona Surrey


hat beschlossen, für das Jahr 2013 die Bei-
träge deutlich zu senken. Für die Mit-
gliedsunternehmen setzt sich der IHK-
Beitrag aus einem Grundbeitrag und dem
Umlagesatz zusammen. Schon 2010 hatte
die Vollversammlung dem Vorschlag des
Etatausschusses zugestimmt, den Umla- Hans-Heinrich Driftmann (2.v.l.)
gesatz von 0,31 Prozent des Gewerbeer- beim großen Jubiläumsfest
trags auf 0,20 Prozent zu senken. Wie be- der IHK Darmstadt im September 2012.
reits für 2011, wird dieser Satz für 2013
nochmals auf 0,10 Prozent halbiert. Basis
für die Berechnung der Umlage ist der Ge-
werbeertrag oder der Gewinn aus Gewer-
bebetrieb. „Insgesamt werden unsere Mit-
Modern und verlässlich
gliedsunternehmen um elf Millionen Euro „Infrastruktur – Wege für morgen“ lautet das Jahresthema
entlastet“, sagt IHK-Präsident Dr. Hans-
der IHK-Organisation für 2013. DIHK-Präsident
Peter Bach. Möglich sei die Beitragssen-
kung „durch die gute Ertragslage der Mit- Prof. Dr. Hans-Heinrich Driftmann über marode Brücken,
gliedsunternehmen und den sorgsamen intelligente Netze und neue Windräder.
Umgang mit den Beitragsmitteln.“
Für Kleingewerbetreibende, die nicht — Unsere Infrastruktur bringt nicht günstige und sichere Energie für Un-
im Handelsregister eingetragen sind, be- nur Menschen und Güter von A nach ternehmen bereitstellen können.
steht die Möglichkeit, sich von den Bei- B, sie transportiert auch Daten auf
tragszahlungen auf Antrag freistellen zu Hochgeschwindigkeitsnetzen und NEUE IMPULSE
lassen. Voraussetzung hierfür ist, dass der Energie über Stromtrassen. Eine gut Neue Netze und Speicher ebenso wie
Gewerbeertrag oder Gewinn aus Gewerbe- ausgebaute Infrastruktur sorgt nicht neue Kraftwerke oder auch Windräder
betrieb 5.200 Euro im Jahr nicht über- nur für Mobilität und Erreichbarkeit, finden jedoch nicht automatisch Zu-
steigt. Im Jahr 2011 waren 31.335 Unter- sie beeinflusst auch unsere Wettbe- stimmung bei den Bürgerinnen und
nehmen von insgesamt 69.341 Unterneh- werbsfähigkeit und unsere Wachs- Bürgern. Immer häufiger wenden sich
men im Bezirk der IHK Darmstadt befreit. tumschancen. Dabei brauchen wir eine Initiativen gegen Großbauvorhaben.
verlässliche Infrastruktur, die moder- Wir müssen hier auch als IHK-Organi-
INFORMATION nen Ansprüchen gerecht wird. Das sation mithelfen, frühzeitig neue und
Michael Wacker Mindeste ist der Erhalt der Substanz. offensive Wege der Kommunikation zu
Geschäftsbereich Zentrale Dienste Doch marode Brücken, desolate Stra- gehen, beispielsweise durch die direkte
T: 0 61 51 871 - 231 ßen und langsame Stellen im Schie- Teilnahme von Bürgern und Unter-
E: wacker@darmstadt.ihk.de nennetz werden immer mehr zum nehmen am Planungsprozess, in Bür-
Engpass für Mobilität. Neben der phy- gerforen oder im Internet. Deutsch-
DOKUMENT-NR. sischen Infrastruktur wird auch der land betritt hier vielfach Neuland. Die-
Sie möchten Ihren Beitrag berechnen? Aspekt der Sicherheit der IT-Netzinfra- ser Prozess benötigt Zeit, der Ausbau
Dies können Sie schnell und bequem über struktur immer wichtiger, denn das In- der Infrastruktur Geld. Am Ende steht
den Beitragsrechner auf unserer Internetseite ternet bietet neben allen Chancen auch hoffentlich ein Zuwachs an Erfahrung
www.darmstadt.ihk.de ein Einfallstor für Sabotage und Wirt- und Wissen – und vor allem eine bes-

20134
schaftskriminalität. sere Infrastruktur.
Verlässlichkeit und Sicherheit spie- Mit dem IHK-Jahresthema 2013
len gerade in der Energieinfrastruktur wollen wir neue Impulse zur Debatte
Alle 80 IHKs haben auf der Seite www.dihk. eine große Rolle. Erinnern wir uns: Im beisteuern. Wenn wir heute die Her-
de/ihktransparent Gebühren, Einnahmen, letzten Winter stand Deutschland kurz ausforderungen in der Infrastruktur
Rückstellungen, betreute Auszubildende und vor einem Stromkollaps. Schuld waren angehen, sind wir auch morgen noch
andere Zahlen und Fakten veröffentlicht. Engpässe bei der Belieferung der Kraft- wettbewerbsfähig. Infrastruktur ist Zu-
werke mit Gas. Dieses Beispiel zeigt, kunft, deshalb müssen wir heute in die
Weitere Informationen zum Beitrag unter wie wichtig eine konstante und ausrei- Wege für morgen investieren. —
www.darmstadt.ihk.de chende Energieversorgung besonders

20134
für die Wirtschaft ist. Der Ausbau intel-
ligenter, verzahnter Netze ist nötig,
damit wir hierzulande auch weiterhin
1/2 -2 0 1 3 I H K- R E P O RT AKT UELLES 7

IHK aktualisiert Arbeiten für wenig Lohn


Fachkräftemonitor
Anteil der Beschäftigten mit Niedriglohn in diesen Branchen in Prozent
Niedriglohn = weniger als zwei Drittel des mittleren Verdienstes aller Beschäftigten (Medianverdienst)
= weniger als 10,36 Euro/Stunde
Taxibetrieb 87,0 %
Neben Ingenieuren sind vor Friseur/Kosmetiksalon 85,6
Reinigungsbranche 81,5
allem Techniker mit beruflicher Restaurants, Gaststätten, Cafés u.ä. 77,3
Wäscherei, chem. Reinigung
Qualifikation gefragt. Kinos
73,6
73,5
Einzelhandel 68,9
Callcenter 68,1
— Rund 2.700 Akademiker fehlen in die- Zeitarbeit 67,7
sem Jahr in Südhessen. Bei den Fachkräf- Caterer 64,5
ten mit beruflicher Qualifikation fällt der Hotels, Gasthöfe, Pensionen 62,3
Priv. Wach- und Sicherheitsdienste 60,3
Mangel noch gravierender aus: Der Bedarf Vermittlung von Arbeitskräften 57,2
der Unternehmen liegt bei 3.000 Mitarbei- Bäcker 56,3
tern in kaufmännischen und 8.000 Mitar- Spiel-, Wett-, Lotteriewesen 55,0
Hausmeisterdienste 54,9
beitern in technischen Berufen. Dies erge- Schlachter 50,5
ben aktualisierte Hochrechnungen des Dienstleistungen im Sport 50,0
Fachkräftemonitors der IHK Darmstadt. Speditionen, Möbeltransport 47,8
sonst. Dienstleistungen 42,6
Bestimmte Branchen und Berufsgruppen
5431 © Globus Stand 2010 Quelle: Statistisches Bundesamt (2012)
sind besonders betroffen. „Unter den Aka-
demikern sind vor allem Ingenieure nach
wie vor gefragt“, sagt Dr. Peter Kühnl,
Volkswirt der IHK Darmstadt. „Bis 2015 fen, weitere Fachkräftepotenziale für den INFORMATION
fehlen in Südhessen zum Beispiel bis zu Arbeitsmarkt zu erschließen. Ansonsten Dr. Peter Kühnl
400 Elektroingenieure jährlich. Mindes- habe die Wirtschaft vor Ort mit erhebli- Geschäftsbereich Standortpolitik
tens jede zehnte Stelle kann nicht besetzt chen Nachteilen im internationalen Wett- T: 0 61 51 871 - 107
werden.“ Auch Fachkräfte mit beruflicher bewerb zu rechnen. „Wir müssen vor E: kuehnl@darmstadt.ihk.de
Qualifikation werden gesucht, vor allem allem die schulische Bildung verbessern,
technisch Qualifizierte. In der Kunststoff- gering qualifizierte Arbeitskräfte weiterbil- Fachkräfteportal der IHK Darmstadt:
herstellung und -verarbeitung sowie der den, die Vereinbarkeit von Familie und www.darmstadt.ihk.de/fachkraefte
Holzbe- und verarbeitung bleibt in diesem Beruf weiter ausbauen, das tatsächliche Fachkräftemonitor:
Jahr voraussichtlich jede neunte Stelle un- Renteneintrittsalter erhöhen und dafür www.fachkraefte-hessen.de
besetzt, in Mathematik-, Biologie-, Che- sorgen, dass ausländische Fachkräfte
mie- und Physikberufen ist es rund jede gerne bei uns leben und arbeiten“, fordert DOKUMENT-NR.
sechste Stelle. Kühnl. Aktualisierter Bericht zum Fachkräfte-
Die IHK Darmstadt unterstützt Betrie- bedarf unter www.darmstadt.ihk.de

127329
RISIKO FÜR UNTERNEHMEN be und ihre Mitarbeiter, damit genügend
Nach einer aktuellen Unternehmensbefra- Fachkräfte in der Region zur Verfügung
gung der IHK Darmstadt sehen 31 Pro- stehen. —
zent der Unternehmen den Fachkräfte-
mangel als ein erhebliches Risiko für die FACHKRÄFTEMANGEL/-ÜBERSCHUSS
wirtschaftlichen Entwicklung in den IN DER REGION DARMSTADT RHEIN MAIN NECKAR
nächsten zwölf Monaten. Allerdings gebe 4.000
es durchaus auch Berufsgruppen und Überschuss Wissenschaftliche Fachkräfte
2.000 Berufliche Fachkräfte technisch
Branchen, in denen ein Überangebot an Berufliche Fachkräfte kaufmännisch
Fachkräften zu beobachten sei, etwa in
0
Recht und Verwaltung. Der Mangel, so
Kühnl, sei also nicht allumfassend. Zudem -2.000
werde die Fachkräftenachfrage auch in Zu-
kunft konjunkturell bedingt erheblich -4.000
schwanken. Doch auch wenn es der Wirt-
-6.000
schaft schlechter gehe, werde es wegen des
demografischen Wandels nicht mehr wie -8.000
bisher zu großen Fachkräfteüberschüssen
kommen. „Der Fachkräftemangel kommt -10.000
Grafik: Hausgrafik

und bleibt“, fasst Kühnl zusammen.


-12.000
Umso wichtiger sei es, die notwendi- Mangel
gen Rahmenbedingungen dafür zu schaf-
2012 2014 2016 2018 2020 2022 2024
8 A K T U E L L ES I H K- R E P O RT 1 / 2 -2 0 1 3

Wechsel in der
Existenzgründungsberatung
NEUES AUS BERLIN UND BRÜSSEL
Nach 35 Jahren im Dienst der IHK Darm- Berlin Brüssel
stadt hat sich Karl-Dieter Weber Ende des „Mittelstandsinitiative Vorfahrt für Innovationen
vergangenen Jahres in die inaktive Phase Energiewende“ gestartet Eine gute Nachricht für den innovati-
der Altersteilzeit verabschiedet. Weber kam Die Arbeiten an der Baustelle „Energie- ven Mittelstand: Ab 2014 steht Unter-
1977 zur IHK und hat mehr als 20 Jahre die wende“ haben viele Unternehmen ver- nehmen voraussichtlich eine neue the-
Themen Handel und Existenzgründung be- unsichert. Nicht zuletzt der starke An- men- und technologieoffene EU-För-
treut. In der Abteilung Existenzgründung stieg der Umlage für die erneuerbaren derlinie zur Verfügung. Für gute Ideen
und Unternehmensförderung war er au- Energien erhöht den Informations- mit Marktpotenzial können sie dann
ßerdem in den letzten zehn Jahren stellver- und Qualifikationsbedarf. Der Deut- zügig und unbürokratisch eine Förde-
tretender Geschäftsbereichsleiter. Er hat sche Industrie- und Handelskammer- rung aus Brüssel erhalten. Dies hat der
maßgeblich die Gründungswerkstatt Süd- tag (DIHK) hat daher gemeinsam mit Forschungsausschuss des Europapar-
hessen vorangetrieben und war gefragter den Bundesministerien für Wirtschaft laments im Rahmen des Pakets „Hori-
Partner bei Gutachten für die Bürg- und für Umwelt sowie dem Zentralver- zon 2020” Ende letzten Jahres be-
schaftsbank Hessen. band des Deutschen Handwerks die schlossen. Das Parlament hat das vom
Seit 1. November hat Peter „Mittelstandsinitiative Energiewende“ DIHK unterstützte Förderinstrument
Syndikus das Thema Exis- gestartet. Die Initiative will die Kom- „Fast Track to Innovation” in den Geset-
tenzgründung übernom- munikation in Richtung Mittelstand zestext aufgenommen. Damit ist die
men. Dazu zählen unter verbessern, gemeinsam neue Hilfsan- größte Hürde genommen – für das In-
anderem die Prüfung von gebote entwickeln sowie weitere Ener- krafttreten Ende 2013 müssen im so
Foto: Markus Schmidt

Business-Plänen und die gieeinsparpotenziale heben und die genannten Trilog nun noch die EU-
Betreuung des Gründercoa- Energieeffizienz in den Unternehmen Kommission und der Rat grünes Licht
chings. steigern. Dazu wurde eine Servicestelle geben. schulz-kamm.eva@dihk.de
im DIHK eingerichtet, bei der sich mit-
Existenzgründungsberater Karl-Dieter telständische Unternehmen ab sofort Brüssel
Weber wurde in den Ruhestand verabschiedet. über Förder- und Beratungsmöglich- Einheitliches EU-Patent
keiten vor Ort informieren können. entlastet Wirtschaft
Um die zahlreichen Informations- und Ein neues EU-Patent hilft künftig, Kos-
Beratungsangebote flächendeckend ten zu sparen. Statt der heute üblichen
Kleine Buchmesse im Neckartal zugänglich zu machen, wurde zudem Gebühren in Höhe von durchschnitt-
Zum siebten Mal in Folge richtet der Hei- das Online-Portal www.mittelstand- lich 36.000 Euro für eine Patentanmel-
mat- und Kulturverein in Neckarsteinach energiewende.de erstellt. dung, die alle Staaten der EU einbe-
die „Kleine Buchmesse im Neckartal“ aus petri.christoph@dihk.de zieht, soll das künftige gemeinschafts-
– in diesem Jahr am Samstag, 2., und am weite Patent nach Äußerungen der
Sonntag, 3. März. Es präsentieren sich Ver- Berlin EU-Kommission nur knapp 5.000 Euro
lage aus der Region unter anderem mit Reisekostenrecht vereinfacht kosten. Das EU-Parlament hat jetzt
Kinderbüchern, Krimis, Romanen, Kurz- Nun steht es fest: Die Reisekostenre- einer europaweiten Regelung (mit Aus-
geschichten, Mundart- und Regionallitera- form kommt ab 2014. Der Vermitt- nahme von Italien und Spanien) samt
tur, zwei- und fremdsprachlichen Büchern, lungsausschuss hat Ende 2012 dieser dem dafür vorgesehenen Gerichtssys-
Biographien, Reiseliteratur, Werken zu Reform zugestimmt. Betriebe und Ar- tem zugestimmt. Der DIHK hat sich
Musik, Natur und Geschichte sowie Lyrik. beitnehmer werden damit künftig bei seit langem für ein einheitliches Pa-
Buchhändler könnten Kontakt zu den 36 Dienstreisen von Bürokratie spürbar tentrecht eingesetzt und befürwortet
Ausstellern aufnehmen, außerdem gibt es entlastet. Der DIHK hat von Beginn an die Entlastung gerade für kleine und
ein vielseitiges Begleitprogramm mit Le- das Reformvorhaben konstruktiv be- mittelständische Unternehmen. Erste
sungen und Buchvorstellungen. Einen gleitet und sich für die anstehenden EU-Patente könnten 2014/2015 erteilt
Schwerpunkt bilden in diesem Jahr Kin- Vereinfachungen eingesetzt. werden. Kleinen Unternehmen und
derbücher. karbe.daniela@dihk.de gemeinnützigen Organisationen sowie
Universitäten und öffentlichen For-
INFORMATION schungseinrichtungen in der EU sol-
„Kleine Buchmesse“ len zudem die Übersetzungskosten er-
Bürgerhaus „Zum Schwanen“ stattet werden, sofern die Anmeldun-
Neckarstraße 42, Neckarsteinach gen nicht in einer der drei Amtspra-
INFORMATION chen (Deutsch, Englisch und Franzö-
Samstag, 2. März, von 11 bis 18 Uhr und
Sonntag, 3. März, von 10.30 bis 18 Uhr. sisch) vorliegen. moeller.doris@dihk.de
Der Eintritt ist frei. www.dihk.de
www.neckarsteinach.com
10 S C H W E R PU N KT W E I T E R B I L D U N G I H K- R E P O RT 1 / 2 -2 0 1 3

WUSSTEN SIE, DASS …


… das Team Weiterbildung der IHK Darm-
stadt im vergangenen Jahr 127 Lehrgänge
und Seminare organisiert hat?

… die beliebtesten Seminare im Jahr 2012


die „Abwicklung von Exportgeschäften“ und
„Prüfungsvorbereitung für Auszubildende“
waren?

… im Jahr 2012 die Lehrgänge „Industrie-


meister“, „Ausbilder“ und „Wirtschaftsfach-
wirt“ am meisten gebucht wurden?

… insgesamt 2.713 Arbeitnehmer, Aus-


bilder, Selbstständige und Azubis an den
Weiterbildungsangeboten der IHK Darmstadt
teilgenommen haben, davon 1.042 an
Seminaren und 1.671 an Lehrgängen?

… für die Seminare 24 Dozenten und für


die Lehrgänge 125 Dozenten tätig sind?

Mitarbeiter
investiert wird, danken
Wenn in ihr Know-how auf
rn eh m en . B etriebe setzen
m Un te
es mit Treue zu Wissenstr
ansfer.
e g e b e im
neue W
e r a ti o n u nd gehen
Koop
Foto: Jens Steingässer
1/2 -2 0 1 3 I HK- R e p o rt s ch w e r pu n kt w e i t e r b i l d u n g 11

dass dies „eine entscheidende strategische Stoßrich-


tung zur Sicherung unserer langfristigen Unterneh-
mensziele und der Beschäftigungsfähigkeit aller Mit-
arbeiter darstellt. Und zwar bis ins hohe Alter“, sagt
Gerhard Rheiner, Bereichsleiter Materialwirtschaft,
— „Allgemeingut ist es noch nicht“, sagt Dominik Logistik, Personalwesen und Servicedienstleistungen
Theisen, Teamleiter Weiterbildung bei der IHK der Stihl-Vertriebszentrale in Dieburg. Ausnahmslos
Darmstadt. Der immense Stellenwert betrieblicher jeder Mitarbeiter in einem Geschäftsjahr soll an einer
Weiterbildung sei zwar in den Köpfen der meisten Weiterbildung teilnehmen, unabhängig von Alter
Unternehmer und Entscheider angekommen, aber und Stellung, Voll- oder Teilzeitbeschäftigung. „Das
eben nicht bei allen. Noch müsse Überzeugungsar- gelingt uns in zunehmendem Maße“, sagt Rheiner.
beit geleistet werden, bis sich das Bewusstsein für die Ähnlich wie AppliChem und Merck schulen interne
notwendigen Schritte zur Fachkräftesicherung durch- Trainer bei Stihl ihre Kollegen in Sachen Kompetenz
gesetzt hat. im Umgang mit IT-Systemen, außerdem bei neuen
Zu den Unternehmen, die die Zeichen der Zeit Produkten und deren Handhabung – und zwar
erkannt haben, zählt die AppliChem GmbH in Darm- grundsätzlich innerhalb der regulären Arbeitszeit.
stadt. Die Gesellschaft beliefert die chemisch-phar- „Wenn eine Maßnahme vom Mitarbeiter privat initi-
mazeutische und biotechnologische Industrie mit iert wurde, um seine beruflichen Perspektiven zu ver-
Chemikalien; sie hat 137 Beschäftigte und ist welt- bessern, beteiligt Stihl sich im Rahmen eines Stufen-
weit in 14 Ländern vertreten. „Wir werden immer programms“, so der Stihl-Bereichsleiter. Zum Bei-
globaler. Die Weiterbildung unserer Mitarbeiter ist spiel wird dann ein Teil der Ausbildungskosten
eines unserer wichtigsten Erfolgskriterien zur Zu- übernommen.
kunftssicherung“, erklärt Ricarda Klinger, Interims-
managerin HR bei AppliChem. Sechs bis sieben Pro- Weniger oder keine Fluktuation
zent des Umsatzes werden für Weiterbildungsmaß- Wer auf diese Weise in seine Beschäftigten investiert,
nahmen verwendet, jedem Mitarbeiter stehen 3,5 bringt zum Ausdruck, dass sie ihm etwas wert sind.
Schulungstage im Jahr zur Verfügung. „Tendenz stei- Und die Mitarbeiter zahlen es in Form von Treue zu-
gend, 2013 sollen es 4,5 Tage sein“, so Klinger – und rück. „Wir haben eine sehr geringe Fluktuationsquo-
zwar nicht nur für Führungskräfte und High Potenti- te“, sagt Rheiner – und somit auch keine Befürchtun-
als, sondern für jeden Mitarbeiter. Dabei setzt Appli- gen, dass Mitarbeiter nach einer Weiterbildung dem
Chem nicht nur auf die klassischen Wege der In- Unternehmen den Rücken kehren und woanders
house-Schulung sowie externer Kurse, etwa bei der anheuern. Vertragliche Absicherungen gebe es nur
IHK. Ein wichtiges Standbein sind auch innerbe- bei sehr teuren Qualifizierungsmaßnahmen, die
triebliche Qualitäts- und Lernzirkel. In kleinen, gene- über einen längeren Zeitraum gehen. Bei AppliChem
rationenübergreifenden Teams werden Themen wie gelten Bindungsfristen nach Abschluss der Fortbil-
IT-Anwendungen, Cultural Behaviour, Life-Science- dung, wenn deren Kosten 1.000 Euro überschreiten,
Produkte und natürlich Chemie behandelt. so Ricarda Klinger.
„Unbedingt empfehlenswert“ ist betriebliche Wei-
Hierarchien verschieben sich terbildung auch nach Ansicht der Rea Card GmbH.
Das Pharma- und Chemieunternehmen Merck in Das Familienunternehmen mit 90 Beschäftigten in
Darmstadt spielt wirtschaftlich in einer ganz anderen Mühltal ist einer der führenden Anbieter von Kom-
Liga. Herausforderungen des Arbeitsmarkts aber plettlösungen für den bargeldlosen Zahlungsverkehr
stellt Merck sich ähnlich kreativ. In einem Pilotpro- mit ec- und Kreditkarten. Carsten Steeg, Leiter Finan-
jekt erklärten junge Auszubildende und Berufsanfän- zen und Kundenbetreuung, bringt es auf den Punkt:
ger den Führungskräften digitale Techniken – in „Fortgebildete Mitarbeiter bleiben bei uns, Fluktuati-
Zweiergesprächen auf freiwilliger Grundlage. Wer on kennen wir fast nicht – und wir werden uns an-
mit Web 2.0 und Social Media aufgewachsen ist, be- strengen, dass es auch so bleibt.“
wegt sich naturgemäß viel selbstverständlicher darin Ungeachtet all dieser positiven Erfahrungen be-
als ältere Kollegen, so genannte digitale Immigran- stätigt ein Blick auf die Statistik die Einschätzung von
ten. Von dem Wissenstransfer nach dem Motto „Jung Dominik Theisen, dass die Notwendigkeit von Wei-
coacht Alt“ profitieren alle Beteiligten. Das Manage- terbildung noch nicht auf breiter Front verinnerlicht
ment erschließt sich neue Kommunikationsmöglich- worden ist. Laut einer aktuellen Erhebung des Insti-
keiten, für die Trainer können sich Netzwerke hinein tuts für Wirtschaft, Arbeit und Kultur/Zentrum der
in Führungsetagen ergeben. Dieses „Reverse Mento- Goethe-Universität Frankfurt (IWAK) beträgt der An-
ring“ ist so erfolgreich verlaufen, dass es fester Be- teil der weitergebildeten Arbeitnehmer an den Ge-
standteil der Ausbildung werden soll. samtbeschäftigten im Regierungsbezirk Darmstadt
Auch die Stihl Vertriebszentrale AG & Co. KG 26 Prozent. „Die Quote beträgt nur etwas mehr als
setzt auf zielgerichtete Qualifizierung. Der Welt- ein Viertel: Da ist viel Luft nach oben“, sagt der IHK-
marktführer bei Motorsägen hat frühzeitig erkannt, Experte. — jd
12 S C H W E R PU N KT W E I T E R B I L D U N G I H K- R E P O RT 1 / 2 -2 0 1 3

GROSSE FACHMESSE SETZT


SPIELERISCHE AKZENTE
Aktionstag Weiterbildung am 1. März
in der IHK Darmstadt: Fachkräftesiche-
rung, Demografie und Gesundheits-
management sind die Schwerpunkte.

— Holger Fischer ist voll des Lobes. „Der Akti-


onstag Weiterbildung ist eine Veranstaltung, die
auf Klasse statt Masse setzt“, sagt der Inhaber
und Gründer der Confidos Akademie Hessen.
Wer mit Personalverantwortlichen und Ent-
scheidern aus der gesamten Region zusammen-
treffen wolle, sei bei dem Aktionstag genau rich-
tig. „Die Besucher informieren sich gezielt, es
gibt nur wenig Laufkundschaft, das Begleitpro-
gramm mit den Vorträgen und Business-Work-
shops ist toll“, so Fischer, der zum zweiten Mal an
der Bildungsmesse der IHK teilnimmt.
INFORMATION Als ehemaliger Qualifizierungsbeauftragter des
Dominik Theisen Landkreises Gießen weiß Fischer, wovon er spricht.
Geschäftsbereich Seine zertifizierte Full-Service-Akademie mit Haupt-
Aus- und Weiterbildung sitz in Gießen und einem Büro in Dieburg steht für
T: 0 61 51 871 - 277 berufsbezogene Weiterbildungsleistungen mit
E: theisen@darmstadt.ihk.de hohem Qualitätsstandard: fachspezifische Beratung,
individuelle Coachings sowie themenbezogene In-
Fotos: Jens Steingässer

Kerstin Zappe house-Schulungen für Unternehmen. Durch einen


Geschäftsbereich Schauspieler, der auch als Trainer für die Akademie
Aus- und Weiterbildung tätig ist, macht Confidos die Messebesucher auf lo-
T. 0 61 51 871 - 283 ckere Art neugierig. Außerdem ist die Akademie mit
E: zappe@darmstadt.ihk.de dem Vortrag „Wie Sie mit Xing, Facebook & Co. er-
folgreich Fachkräfte für Ihr Unternehmen gewin-
www.darmstadt.ihk.de/ nen“ im IHK-Bildungszentrum vertreten.
weiterbildung
1/2 -2 0 1 3 I H K- R E P O RT S CH W E R PU N KT W E I T E R B I L D U N G 13

Fotos: Markus Schmidt


30 AUSSTELLER, 24 FOREN q www.darmstadt.ihk.de
Fachkräftesicherung und Demografie nämlich sind
Schwerpunkte am 1. März, neben „Gesundheit und be- Industrie- und Handelskammer Darmstadt Rhein Main Neckar

triebliches Gesundheitsmanagement“ sowie Fragen


rund um das Thema „Ausbildung – und was dann?“ .Bei IHK-Aktionstag
der Fachmesse sind 30 Aussteller vertreten; das Rahmen-
programm besteht aus 24 kostenlosen Weiterbildung
Foren zu Bildungsthemen. Als be-
sonderes Highlight hat die IHK in
diesem Jahr das Business-Theater
Mannheim eingeladen. Deren Ak-
teure verpacken Situationen aus
dem beruflichen Alltag in Bühnen-
stücke, etwa zur Frage „Wie sage
ich Nein?“, Zeitmanagement und
1. März 2013
Work-Life-Balance. Laut dem IHK-
Teamleiter Weiterbildung, Dominik
Theisen, ist ein wichtiger Themenkom-
plex zudem die Qualifizierung älterer
Mitarbeiter. „Unternehmen kommen

Messe Vorträge
nicht mehr daran vorbei, auch deren Po-
tenzial auszuschöpfen.“ In Zeiten des Fach- Business-Theater

Weiterbildung
kräftemangels sei die Einstellung überholt,
wonach sich Weiterbildung bei Älteren nicht
mehr rentiere. Fachkräfte von morgen
Aussteller bei dem Aktionstag ist auch CNT
Fördermöglichkeiten
training, eine Marke der CNT Group. Geschäftsfüh-
Orientierung
Demografie
rer Jürgen G. Mehren hat das Unternehmen vor 16
Jahren gegründet. CNT training ist bundesweit aufge-
stellt und qualifiziert in den am Markt gefragten Berei-
Beratung
Ausbildung und was nun?

Workshops
chen IT und Netzwerke, außerdem in den kaufmänni- Gesundheit
schen Disziplinen mit Titelvergabe und den Prädikaten
Vertrieb, Marketing, Account und SAP in Kooperation
mit der FAA Bildungsgesellschaft Nord. Laut Mehren ist Die Veranstaltungen sind kostenlos.
die Messe eine „besonders gelungene Plattform für ein Info und Anmeldung: www.darmstadt.ihk.de/weiterbildung

kompetentes Publikum“. Seriosität und Professionalität IHK Darmstadt, Rheinstraße 89

der Teilnehmer seien beeindruckend, sagt Mehren, der


zum dritten Mal dabei ist. „Man kommt in den Genuss
vieler Fachvorträge und kann sich zielorientiert infor-
mieren. Das ist bei Veranstaltungen dieser Art nicht
selbstverständlich.“ — jd
14 S C H W E R PU N KT W E I T E R B I L D U N G I H K- R E P O RT 1 / 2 -2 0 1 3

WO TECHNIKER
AN IHRER KARRIERE
FEILEN Im IHK-Bildungszentrum Odenwald können sich Fachkräfte in die Geheim-
nisse des computergestützten Konstruierens und Fertigens einweihen lassen.

— Ein Spaziergang ist es nicht. Frühmor- miertechniken. Die Anwenderstufe wird


gens aufstehen, hin zur Arbeit, nachmit- mit einer Gruppenarbeit abgeschlos-
tags dann zur Weiterbildung ins IHK-Bil- sen; aus Aluminium und Metall
dungszentrum nach Erbach fahren. Dort lässt Forth die Teilnehmer das
GLOSSAR wird an der Karriere gefeilt: Von 17.45 bis Modell eines Wankelmotors
21.45 Uhr stehen an zwei Tagen in der fertigen und dokumentieren.
NC bedeutet Numerische Steuerung Woche berufsbegleitende Kurse zur Indus-
(„Numerical Control“), CNC heißt triefachkraft CAD- und CNC-Technik VOLLSTÄNDIGER ZYKLUS
Computerized Numerical Control. sowie CAM-Technik SolidCAM auf dem Auch der Kurs Industrie-
CNC-Maschinen sind Werkzeugmas- Programm. Das Ganze auch an den Wo- fachkraft CAD-Technik be-
chinen, die dank rechnergestützter chenenden, und zwar samstagsvormittags steht aus drei Modulen, und
Steuerungstechnik Werkzeuge von 8 bis 13 Uhr. Wer von weiter her an- zwar jeweils über 80 Stun-
automatisch herstellen können. reist – und das sind einige, weil die Kurse den. Jedes Modul kostet 660
CNC-Maschinen arbeiten präziser im weiten Umkreis nur hier in der Bil- Euro. Der Lehrgang „CAM-
und schneller als mechanisch ge- dungsstätte Erbach angeboten werden – ist Technik/Solid CAM“ schließ-
steuerte Maschinen. den ganzen Tag auf den Beinen. „Unser lich vermittelt in 64 Unter-
CAD ist computergestütztes Konstru- Einzugsbereich reicht bis Hanau, Frank- richtsstunden die computerge-
ieren („Computer-aided design“). furt und sogar Fulda“, sagt Kursleiter stützte Fertigung. CAM-Fachleute
Möglich ist es inzwischen auch, drei- Heinz-Werner Forth. Der Aufwand aber beherrschen den vollständigen Zy-
dimensionale Objekte zu bilden. Von lohnt sich. Wer die Lehrgänge absolviert klus vom ersten Entwurf eines Er-
diesem virtuellen Gegenstand kann hat, steigert seine Chancen auf dem Ar- zeugnisses bis zu seiner Produktions-
eine räumliche Abbildung erzeugt beitsmarkt erheblich. In Erbach bilden reife. Der Kurs kostet 530 Euro.
werden. sich nicht nur die einschlägigen Berufs- Alle drei Lehrgänge schließen mit
CAM heißt computergestützte Fer- gruppen wie Werkzeugbauer oder Zerspa- einem Zertifikat ab. „Wer heute eine Aus-
tigung („Computer-aided manufac- ner fort. Technisches Geschick und Ver- bildung in einem technischen Beruf
turing“). Dies geschieht auf Basis der ständnis vorausgesetzt, können sich auch macht, der wird unweigerlich mit Elemen-
am Computer entworfenen CAD- Fachfremde eine neue Existenz aufbauen. ten von computergestütztem Arbeiten
Daten. „Das geht querbeet“, sagt Forth, „wir hat- konfrontiert. Meist aber handelt es sich
ten hier auch schon Kursteilnehmer, die um praxisfremdes Wissen, und vermittelt
vorher als Kumpel im Bergbau oder als wird dort oft nur ein kleiner Ausschnitt“, so
Koch gearbeitet hatten – und anschließend Forth. Die IHK-Kurse in Erbach seien viel
INFORMATION eine Anstellung als Konstrukteur gefun- umfassender und tiefer gehend. Forth
IHK-Bildungszentrum Odenwald den haben.“ weiß, wovon er spricht: Er sitzt in der Wei-
Werner-von-Siemens-Straße 90 Bei der Fortbildung „Industriefachkraft terbildungsgesellschaft des Deutschen In-
64711 Erbach. CNC-Technik“ lernen die Kursteilnehmer dustrie- und Handelskammertags (DIHK)
T: 0 60 62 33 23 die Erstellung, Anwendung und Steue- in Bonn. Die dort entwickelten Richtlinien
E: bz-odenwald@darmstadt.ihk.de rung von NC-Programmen für Werkzeug- entsprechen dem aktuellsten Stand der
maschinen. CNC-Fachleute arbeiten über- Technik.
DOKUMENT-NR. all dort, wo rechnergestützte Fertigungs- Lebenslanges Lernen sei ohnehin un-
Informationen zu den oben ge- maschinen zum Einsatz kommen. Drei verzichtbar geworden. Kam ein Metaller
nannten Weiterbildungsangeboten aufeinander aufbauende Module – Grund- früher mit Schmieden und Feilen aus, so
und weiteren Kursen in den IHK stufe, Aufbaustufe und Anwenderstufe – sind Kenntnisse im computergestützten
Bildungszentren Heppenheim und umfassen hier jeweils 100 Unterrichts- Konstruieren und Fertigen mittlerweile
Erbach finden Sie unter: stunden; jedes Modul kostet 820 Euro. Das Standard. „Wenn man heutzutage in Rente
www.darmstadt.ihk.de Spektrum reicht von der Entwicklung und geht, hat man seinen Beruf drei- bis vier-

8903
dem Erstellen einfacher CNC-Programme mal gelernt“, sagt Heinz-Werner Forth,
bis zum qualifizierten Arbeiten an CNC- der auf eine jahrzehntelange Praxis zu-
Maschinen und entsprechenden Program- rückblicken kann. — jd
1/2 -2 0 1 3 I H K- R E P O RT S CH W E R PU N KT W E I T E R B I L D U N G 15

q www.darmstadt.ihk.de q www.darmstadt.ihk.de

NEUES JAHRESPROGRAMM
IHK ■ Die Weiterbildung
Jahresprogramm 2013

Jahresprogramm 2013
FÜR 2013 ERSCHIENEN Industrie- und Handelskammer Darmstadt

IHK ■ Die Weiterbildung


Rheinstraße 89, 64295 Darmstadt

Postfach 100705, 64207 Darmstadt

Geschäftsbereich Aus- und Weiterbildung

Rund 100 Weiterbildungskurse bietet die IHK Darmstadt in diesem


Telefon: 06151 871-0
Telefax: 06151 871-112
E-Mail: aufstieg@darmstadt.ihk.de

www.darmstadt.ihk.de/weiterbildung

Jahr an. Das Programm richtet sich an Fach- und Führungskräfte. PR-neu-Umschlagseiten IHK.indd 1 07.11.12 15:14

— Das kann sich sehen lassen: Die IHK Neu ist zudem das zweitägige Seminar „Führungs-
Darmstadt bietet auch für 2013 wieder kraft als Coach“. Vermittelt wird hier, wie man Selbst-
ein breit gefächertes Spektrum an ständigkeit und Verantwortungsbewusstsein seiner Mit-
Weiterbildungsmöglichkeiten. Das arbeiter stärken kann. Um eine Schlüsselqualität in der
Angebot umfasst Seminare, Zer- heutigen Unternehmenskultur geht es in dem Seminar
tifikatslehrgänge und Auf- „Erfolgreich kommunizieren – für eine wirkungsvolle
stiegsfortbildungen. Insgesamt Präsenz nach innen und außen“. Der Online-Lehrgang
sind es rund 100 Kurse. Früh- „Ausbildung der Ausbilder“ richtet sich vor allem an Un-
zeitige Anmeldung wird drin- ternehmer, Personaler oder auch zukünftige Ausbil-
gend empfohlen. „In einigen dungsbeauftragte. Der Clou: In Selbstlernphasen kön-
Bereichen haben wir schon nen sie sich das Wissen online aneignen, wobei sie von
wieder eine sehr gute Bele- einem Tutor begleitet werden. In der Präsenzphase
gung. Wenn man noch teilneh- schließlich wird das Erlernte vertieft und angewendet.
men möchte, sollte man sich „Weiterbildung ist eine unserer Kernaufgaben“, sagt
also bald entscheiden“, sagt Teamleiter Dominik Theisen. In der Gesellschaft werde
Kerstin Zappe vom IHK-Team das Thema künftig einen immer größeren Stellenwert
Weiterbildung. Ein echter Klassi- bekommen, vor allem durch den demografischen Wan-
ker und regelmäßig schnell ausge- del. „Es stellt sich zum Beispiel verstärkt die Frage, wie
bucht ist beispielsweise der Kurs Unternehmen an Mitarbeiter kommen und wie vorhan-
„IHK Fachkraft Business English“. dene Mitarbeiter weiter qualifiziert werden können. Mit
Erstmals angefügt worden ist dabei das unserem Angebot tragen wir dem seit Jahren Rechnung.“
Modul „Business Communication“ – in 52 Dass viele der Lehrgänge sich als „Renner“ herausge-
Unterrichtsstunden werden unter anderem stellt haben, ist für ihn Bestätigung und Ansporn zu-
Gesprächstechniken für den Beruf und gleich. „Es freut uns, dass die Kurse begehrt sind“, sagt
Trends der englischen Sprache trainiert. Theisen. — jd

INFORMATION
Veranstaltungsort für alle Kurse ist das
IHK-Bildungszentrum, Rheinstraße 89,
64295 Darmstadt.

Dominik Theisen
Leiter des IHK-Teams Weiterbildung
Fotos: Jens Steingässer

T: 0 61 51 871 - 277
E: theisen@darmstadt.ihk.de

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16 S C H W E R PU N KT W E I T E R B I L D U N G I H K- R E P O RT 1 / 2 -2 0 1 3

Foto: Georg Pfitzner

Foto: Jan Tesseraux


ENERGIE SPAREN INFORMATION EXPERTEN FÜR ENERGIE
Sie dürfen sich nach erfolgreicher Prüfung „Energiebeauf- Der nächste Lehrgang Wir gratulieren der/den frisch gebackenen
tragte/r IHK“ nennen (v.l.): Horst Eckhardt, Hendrik Frey, Energiebeauftragte/r IHK Energie-Managern/in (v.l.): Dr. Eberhard Baran,
Matthias Krebs, Maria Schröder, Alexander Yauschew und startet am 10. April 2013. Jörg Beyreiß, Dirk Felger, Andreas Heß, Franco
Dozent Hubert Beck. Sie können nun relevante Energiedaten Jutrczenka, Peter Lorenz, Kay Löscher, Veronika
in ihrem Unternehmen erheben und die Energieflüsse grob ANMELDUNG Maurer, Axel J. Nolden, Guido Poschlod, Joachim
analysieren. Sie verfügen über das notwendige Basiswissen Monika Seiler-Mattern Sokoll, Patrick Stein, Sebastian Still, Michael
im Bereich des Energiemanagements und ein Grundver- Geschäftsbereich Streck, Ewald Stroh, Jan Tesseraux und Timo
ständnis zum Aufbau der betrieblichen Energiewirtschaft Aus- und Weiterbildung Wolf. Sie sollen in Zukunft ungenutzte Energie-
sowie zur Entwicklung von Einsparstrategien. Als Energie- T: 0 61 51 871 - 276 einsparpotentiale im Unternehmen erkennen
beauftragte/r IHK können sie als erster Ansprechpartner für E: seiler-mattern@ und eine technische und ökonomische Optimie-
Energiefragen im Unternehmen fungieren. darmstadt.ihk.de rung der Energieanwendungen anstreben.
1/2 -2 0 1 3 I H K- R E P O RT 17

TERMINE: JANUAR/FEBRUAR 2013


LEHRGÄNGE → Anmeldung: 0 61 51 871 + Durchwahl

6-Stufen-Programm für Führungskräfte und -nachwuchs


Das Führungstraining bereitet die Teilnehmer praxisorientiert
und flexibel auf die Themenvielfalt der Führungsaufgaben vor.
→ ab 14./15. Februar 2013
Dozententeam, 2.300 Euro, Anmeldung: - 272

IHK Fachkraft Büromanagement


Der Lehrgang vermittelt effektive Kenntnisse und Techniken
im Büromanagement, um den gesteigerten Erwartungen
einer zeitgemäßen Büropraxis gerecht zu werden.
→ ab 18. Februar 2013
Dozententeam, 1.250 Euro, Anmeldung: - 152

Projektleiter/-in IHK Vollzeit


Der bundeseinheitliche IHK-Zertifikatslehrgang vermittelt
das Know-how im Projektmanagement auf hohem Niveau.
→ ab 18. Februar 2013
Dozententeam, 1.195 Euro, Anmeldung: - 152

Betriebswirt/in IHK
Sie sind bereits Fachkauffrau oder Fachwirt und möchten
Ihrer Aufstiegsweiterbildung die Krone aufsetzen? Mit dem
Lehrgang Betriebswirt/in IHK sind Sie bestens gerüstet, eine
Führungsposition einzunehmen.
→ ab 4. März 2013
Dozententeam, 4.400 Euro, Anmeldung: - 276

Technischer Betriebswirt/in IHK


Als technischer Betriebswirt kombinieren Sie als Führungs-
kraft technisches und betriebswirtschaftliches Wissen.
Geeignet ist der Lehrgang für Meister, Techniker oder
Diplomingenieure.
→ ab 4. März 2013
Dozententeam, 3.180 Euro, Anmeldung: - 283

SEMINARE → Anmeldung: 0 61 51 871 - 272

Moderne Korrespondenz für Auszubildende


Sie lernen, Geschäftsbriefe und andere Schriftstücke
sprachlich und sachlich überzeugend zu formulieren und zu
gestalten.
→ 15. Februar 2013, Sabine Ksoll, 210 Euro

Telefonakquise
Um Telefonakquise pofessionell meistern zu können, lernen
sie Gesprächsstrategien, die zielführend sind. Auch in schwie-
rigen Situationen strahlen Sie Kompetenz und Sicherheit aus.
→ 5. März 2013, Christa Eversmeyer, 270 Euro

Telefoninkasso
Sie lernen, wie Sie per Telefon säumige Schuldner zur
Einsicht bringen und zur Zahlungs motivieren.
→ 6. März 2013, Christa Eversmeyer, 270 Euro
18 R ATG E B E R I H K- R E P O RT 1 / 2 -2 0 1 3

SERIE: EXPERTENTIPP
Nebenkosten
für Gewerberäume
Konsequent bis zum letzten Euro Der Vermieter eines Gewerberaums kann
Nichts ist für Betriebe so ärgerlich, wie für gute Arbeit nicht auch noch später als ein Jahr nach Ende
des Abrechnungszeitraums Nebenkosten-
bezahlt zu werden. Mit dem Spezialisten für Forderungs- nachzahlungen verlangen. Der Bundesge-
management, Joachim Lampert, sprach der IHK-Report. richtshof (BGH) entschied jetzt: Bei Ge-
werberaum ist die für Wohnraum geltende
IHK-Report: Herr Lampert, wie ist es Wie sieht ein gutes Forderungsma- Ausschlussfrist von einem Jahr (§ 556 Abs.
um die Zahlungsmoral in Deutschland nagement aus? 3 S. 3 BGB) nicht anwendbar.
bestellt? Gutes Forderungsmanagement be- Allerdings müsse auch bei der Ge-
Joachim Lampert: Forderungsausfälle ginnt schon lange, bevor der Kunde schäftsraummiete der Vermieter innerhalb
und schleppende Kundenzahlungen überhaupt eine Rechnung erhält. Denn angemessener Frist abrechnen. Diese Frist
sind die beiden häufigsten Insolvenz- die meisten ausstehenden Forderun- ende zwar spätestens ein Jahr nach Ablauf
gründe. Denn sowohl Kunden als auch gen könnten allein durch eine bessere des Abrechnungszeitraums. Das bedeute
Unternehmen übersehen, dass es al- Schulung der Buchhaltung im Um- aber nur, dass der Mieter ab dann das
lein mit der verspäteten Bezahlung gang mit Forderungen und Schuld- Recht habe, vom Vermieter mit juristi-
nicht getan ist. nern verhindert werden. Doch auch bei scher Unterstützung die Nebenkostenab-
der besten Vorarbeit durch die Buch- rechnung zu verlangen. Zudem müsse er
Inwiefern? haltung kann es passieren, dass eine keine weiteren Vorauszahlungen auf die
Ausstehende Forderungen kosten Rechnung offen bleibt. Nebenkosten leisten. Ein endgültiger Aus-
bares Geld, weil möglicherweise teure schluss der Nachforderungen wie bei der
Kredite aufgenommen werden müssen. Und dann? Wohnraummiete sei damit aber nicht ver-
Bleibt eine Rechnung von 20.000 Euro Dann ist es wichtig, zeitnah und ent- bunden. (Urteil des BGH vom 27. Januar
unbezahlt, müsste der Betrieb bei einer schlossen zu handeln. Am besten ist, 2010, Az.: XII ZR 22/07). —
unterstellten Umsatzrendite von sechs wenn die Kommunikation mit dem es
Prozent 333.400 Euro zusätzlich ein- Kunden in den Händen eines externen
nehmen, um diesen Verlust zu kom- Spezialisten liegt – nicht nur, weil die-
pensieren. Obendrein beeinträchtigt ser über Ausbildung und Erfahrung
ein unzureichendes Forderungsma- für derartige Verhandlungen verfügt.
nagement die wirtschaftlichen Kenn- Da meist mehrere Gläubiger Ansprü-
zahlen des Unternehmens massiv und che geltend machen, werden derart
kann zu einer schlechteren Bonitätsbe- vertretene Forderungen bevorzugt be-
wertung bei der Kreditvergabe führen. glichen – und obendrein bleibt die Ge-
schäftsbeziehung zwischen Kunde und
Was raten Sie den Betrieben? Unternehmen unbelastet.
Die kaufmännische und juristische
Spezialisierung eigener Mitarbeiter für Was passiert, wenn der Kunde trotz
ein wirksames Forderungsmanage- guter Vorbereitung und Verhandlung
ment ist sehr kostenintensiv. Deshalb nicht bezahlt? Illustration: Ogerepus, fotolia

ist es ist das Beste, Spezialisten mit Dem dann üblicherweise beantragten
dem Beitreiben ausstehender Forde- Mahnbescheid wird in der Regel wider-
rungen zu beauftragen. Traditionell sprochen – das kostet Zeit und Geld. — Joachim Lampert ist Volljurist und
fällt die Wahl auf Inkassounternehmen Unser integriertes Forderungsmanage- Leiter der Abteilung Fort- und Weiterbil-
oder Anwaltskanzleien. Während die ment sieht die direkte Klageerhebung dung bei der Germer Kanzlei für Forde-
einen nicht gerichtlich vorgehen dür- vor. Dadurch wird dem Kunden klar: rungsmanagement, Frankfurt.
fen, konzentrieren sich die anderen auf Der Weg zur Begleichung der Forde- www.germer-forderungsmanagement.de
Mahnschreiben und beantragen inef- rung führt entweder über eine Eini-
fektive Mahnbescheide. Spezialisten gung oder übers Gericht – in jedem
für integriertes Forderungsmanage- Fall kommt der Gläubiger zu seinem INFORMATION
ment führen jedoch außergerichtliche Recht, notfalls über die Pfändung des Martin Proba
und gerichtliche Vorgehensweisen zu- Bankkontos des Schuldners. Da sind Leiter des Geschäftsbereichs Existenz-
sammen und verbinden die Stärken wir konsequent bis zum letzten Euro. gründung und Unternehmensförderung
der beiden Ansätze, indem kaufmänni- T: 0 61 51 871 - 234
sche und juristische Fachleute unter E: proba@darmstadt.ihk.de
einem Dach zusammenarbeiten.
1/2 -2 0 1 3 I H K- R E P O RT R AT G E B E R 19

Immobilien Jour fixe –


Nachzahlungen verhindern
Die Termine für 2013 Verrechnungspreise und Zoll: Rechtsanwalt Georg Eder erklärt, war-
um die Geschäftsführung die strategische Schnittstelle kennen muss.
Damit Makler, Bauträger und Verwalter
immer über aktuelle Entwicklungen
informiert sind, organisieren die IHKs — Nach OECD-Schätzung entfallen mehr nehmen marktüblich bemessen sowie
Darmstadt, Offenbach und Frankfurt am als 60 Prozent des Welthandels auf kon- waren- und einfuhrbezogen nachvollzieh-
Main regelmäßig den Immobilien Jour zerninterne Transaktionen bzw. auf den bar sind. Auch die Modalitäten der Ein-
fixe für die südhessische Immobilien- Austausch von Waren und Dienstleistun- fuhranmeldungen in diesen Fällen sollten
wirtschaft. Die kostenlose Veranstaltungs- gen zwischen verbundenen Unternehmen korrekt festgelegt werden (Steuererklä-
reihe diskutiert Trends der Branche oder (schon ab einer fünfprozentigen Beteili- rung). Doch nicht nur bei Warenimporten
Themen aus dem Immobilienrecht und gung). Für diese Transaktionen werden greift der Zoll zu. Zwar unterliegen Dienst-
lädt zu Exkursionen ein. Im Anschluss sogenannte Verrechnungspreise festge- leistungen keinem Zoll, aber bei Lizenzen
haben die Teilnehmer Gelegenheit zum legt. Damit ist es international aufgestell- für Markenrechte sind diese Zahlungen
Austausch und Networking. ten Unternehmen möglich, die Gewinne dem Warenwert hinzuzurechnen.
dahin zu verteilen, wo der Fiskus am we- „Die Praxis zeigt“, so Experte Eder,
Dies sind die Themen für 2013: Am nigsten zugreift. Doch der Absicht, Gewin- „dass es sich für die Geschäftsführung
Donnerstag, 31. Januar, informierte ne möglichst niedrig besteuern zu wollen, lohnt, den Zoll bei der Verrechnungspreis-
der Jour fixe in der IHK Offenbach zur stehen die divergierenden Interessen der planung von Anfang an einzubeziehen“.
Unternehmensvorsorgevollmacht. Im betroffenen Staaten entgegen. Es droht Das zeigt sich insbesondere beim Einkauf
Deutschen Architekturmuseum geht es Doppelbesteuerung. von im Ausland produzierten Waren. Ent-
am Donnerstag, 21. Februar, um „Fünf Da der (ertrag-)steuerlich motivierte gegen gängiger Vorstellungen hat eine
Anforderungen an den Wohnungsbau“, Verrechnungspreis für Unternehmen von Einkaufsgesellschaft nicht nur ertragssteu-
organisiert von der IHK Frankfurt am strategischer Bedeutung ist, bemühen sie erliche Vorteile. Die Provision ist auch
Main. Am Donnerstag, 21. März, in- sich, „tax compliant“ zu sein. Jedoch wird zollmindernd. Kauft eine Handelsgesell-
formiert der Jour fixe in der IHK Darm- ein Akteur dabei regelmäßig übersehen: schaft auf eigenes Risiko ein, so kann auch
stadt zum Thema Immobilienanalyse. der Zoll. Das weiß der Münchner Rechts- der niedrigere Einkaufspreis anstatt des
anwalt Georg Eder aus langjähriger Erfah- Kaufpreises des Importeurs als Zollwert
Weitere Themen sind: 25. April: „Der rung: „Bei der Gestaltung der Verrech- dienen. Es gilt aber auch verfahrensmäßi-
Verwaltervertrag nach neuem Recht“, nungspreise wird die Wechselwirkung mit ge Chancen zu nutzen: Zum Beispiel bei
IHK Darmstadt; 23. Mai: „Aktuelles zum dem Zoll – manchmal sogar sträflich – ver- der Verlagerung der Produktion ins Aus-
WEG“, IHK Offenbach; 6. Juni: „Stadt- nachlässigt.“ land mittels des Verfahrens der passiven
reparatur in Frankfurt am Main“, IHK Ein typischer Fall: Die US-Muttergesell- Veredelung können Fertigerzeugnisse
Frankfurt am Main; 27. Juni: „Immobilien- schaft holt ein Advance Pricing Agreement zollbegünstigt eingeführt werden. —
besteuerung“, IHK Darmstadt; (APA) ein, um die gewählte Verrechnungs- www.advo-cat.eu
27. August: „Vor Ort: Hafen Offenbach preismethode durch die Zustimmung der
– Nachhaltig mehr Lebensqualität“, Steuerverwaltungen abzusichern. Am Jah- Sie wollen noch mehr wissen?
IHK Offenbach; 26. September: „Green resende korrigiert die US-Mutter die Prei- Georg Eder sowie die Finanzwirte Michael
Building“, IHK Darmstadt; 28. November: se für die gelieferten Waren nach oben Bär und Susanne Hollmann informieren
Thema noch in Vorbereitung. und berechnet ihrer deutschen Tochter detailliert im vierstündigen Seminar
Die Dauer der Veranstaltungen ist jeweils den Differenzbetrag. In diesem Fall stehen „Verrechnungspreis und Zoll – Aktuelle
von 18 bis 20 Uhr. Nachzahlungen an, da bei der Einfuhr Entwicklungen bei den Verrechnungspreisen
nicht der Endpreis verzollt wurde. Er- – Was die strategische Geschäftsführung
schwerend kommt hinzu, dass in solchen wissen muss“ am 6. März von 13 bis 17 Uhr,
Fällen zu wenig Einfuhrumsatzsteuer ent- IHK Darmstadt.
INFORMATION richtet wurde. „Der Zoll kennt diese
Schwachstellen“, weiß Rechtsanwalt Eder ANMELDUNG
Jens-Uwe Lalk
Geschäftsbereich Existenzgründung als früherer Zollinspektor. „Der Geschäfts- Emilia Di Domenico
und Unternehmensförderung leitung bleibt dann nur Schadensbegren- Geschäftsbereich International
T: 0 61 51 871 - 158 zung durch eine Selbstanzeige.“ T: 0 61 51 871 - 254
E: lalk@darmstadt.ihk.de E: domenico@darmstadt.ihk.de
ZOLL VON ANFANG AN EINBINDEN
DOKUMENT-NR. Es sollte also vorab geprüft werden, ob die DOKUMENT-NR.
www.darmstadt.ihk.de Verrechnungspreismethode auch für die www.darmstadt.ihk.de

122130 11557853
Ermittlung des Zollwerts akzeptabel ist.
Der Zoll erkennt nur Verrechnungspreise
an, die zwischen den verbundenen Unter-
20 R ATG E B E R I H K- R E P O RT 1 / 2 -2 0 1 3

„Finanzierungen als
ernsthaftes Projekt betreiben“
Unternehmen haben verschiedenste Möglichkeiten

Foto: privat
zur Finanzierung. Da ist eine Entscheidung nicht immer
einfach. Eine erste Orientierung bietet der „Kurzleitfaden
Finanzierung“ der IHK. Der IHK-Report hat dazu mit Martin
Proba, Autor und Leiter des Geschäftsbereichs Existenzgrün-
dung und Unternehmensförderung, gesprochen.

IHK-Report: Wie hilft der „Leitfaden Wie können Unternehmen weiter vor-
Finanzierung“ Unternehmen weiter? gehen, nachdem sie durch den Leitfa-
Martin Proba: Der Leitfaden ist eine den erste Anhaltspunkte zur Finanzie-
Orientierungshilfe. Er schildert kurz rung erhalten haben?
und prägnant die wesentlichen Finan- Anhand von Kontrollfragen kann der
zierungsformen. Der Unternehmer Unternehmer die wesentlichen Ant- leren Unternehmen ist das Thema Ex-
kann auf einen Blick erfassen, ob das worten vorbereiten, die auch bei Finan- portfinanzierung sehr gefragt. Hier
Instrument für sein Problem die richti- zierungsgesprächen gegeben werden bietet der Leitfaden eine umfassende
ge Lösung bietet. müssen. Gerne beraten die Mitarbeiter Übersicht und der Geschäftsbereich
der IHK Darmstadt tiefer zu den jewei- International entsprechende Beratung.
ligen Möglichkeiten und vermitteln — sle
Kontakte zu den richtigen Ansprech- p www.darmstadt.ihk.de

BUCHBESPRECHUNG partnern. Das Finanzierungsgespräch Kurzleitfaden


Finanzierung
selbst ist dann Aufgabe des Unterneh- Checklisten mit Kontrollfrag
en

Vollbeschäftigt. Das neue deutsche mers.


Jobwunder / Karl-Heinz
Paqué. München: Hanser, Was sind aus Ihrer Sicht die wichtigs-
2012. 269 S., 19,90 Euro. ten Punkte, die Unternehmen bei Fi-
ISBN 978-3-446-43211-6 nanzierungsfragen berücksichtigen
sollten? Der „Kurzleitfaden Finanzierung“ ist
Die Finanz- und Wirt- Zunächst sollte sich der Unternehmer kostenlos in gedruckter Form erhältlich
schaftskrise führte in immer fragen, ob eine Eigenfinanzie- bei Anna Wembacher
Deutschland zum stärksten rung möglich ist, denn das ist in der Geschäftsbereich Existenzgründung und
Einbruch der Produktion Regel die günstigste Variante, leider Unternehmensförderung
seit der Weltwirtschafts- aufgrund von Eigenkapital, Liquidität T: 0 61 51 871 - 124
krise 1930 – 32. Doch und benötigten Mitteln nicht immer E: wembacher@darmstadt.ihk.de
gleichzeitig war der Einbruch auf dem möglich. Wichtig ist auch, die Weite-
Arbeitsmarkt weit schwächer und kürzer rungen der Finanzierung auf das Un- DOKUMENT-NR.
als erwartet. ternehmen zu bedenken: Jede Finan- oder als pdf-Dokument zum Download
Dieser historische Tiefstand der Arbeits- zierung hat gesellschaftsrechtliche, unter www.darmstadt.ihk.de

127431
losigkeit ist laut dem Autor kein vorüber- steuerliche und auch Auswirkungen
gehendes Phänomen. Die demographi- auf das Rating. Schließlich sollten Fi-
schen Veränderungen in Deutschland nanzierungen als ernsthaftes Projekt
sorgen für einen grundlegenden betrieben werden – Mittel bekommt INFORMATION
Wandel, der jetzt bereits einsetzt und in man nicht „en passant“. Martin Proba
den nächsten Jahren die deutsche Leiter der Geschäftsbereiche Existenz-
Wirtschaft radikal verändern wird. Nicht Gibt es einen Bereich, in dem bei süd- gründung und Unternehmensförderung,
die Unternehmen werden im Arbeits- hessischen Unternehmen derzeit vor- International
markt von morgen am längeren Hebel rangig Finanzierungsbedarf herrscht? T: 0 61 51 871 - 234
sitzen, sondern die Arbeitnehmer. Aufgrund der starken Auslandsaktivitä- E: proba@darmstadt.ihk.de
ten insbesondere der kleinen und mitt-
1/2 -2 0 1 3 I H K- R E P O RT R AT G E B E R 21

SOCIAL MEDIA + RECHT Folge 6

„Social Media“ treten immer mehr in den Vordergrund. Die neuen Kommunikationswege VERBRAUCHER-
bringen für Unternehmen aber auch viele rechtliche Fragen mit. Aus diesem Grunde haben PREISINDEX
die hessischen IHKs die Serie „Social Media und Recht“ gestartet. In kurzen Beiträgen (VPI) FÜR DEUTSCHLAND
werden monatlich Einzelaspekte herausgegriffen und dargestellt.
Jahresdurchschnitt 2011
(2005 = 100) 110,7
Werden meine Facebook-Daten für Werbung verwendet?
Indexstand Dezember 2012
Auch in sozialen Medien wie Facebook Analysewerkzeuge verhindern. In sozialen (2005 = 100) 113,2
und Co. gelten datenschutzrechtliche Netzwerken können Sie zudem durch die
Bestimmungen – selbst wenn das nicht Privatsphäre-Einstellungen gezielt den Veränderungen in % Dezember 2012
immer den Anschein hat. Das bedeutet: Personenkreis einschränken, der Zugang gegenüber November 2012 + 1,0 %
Plattformbetreiber dürfen Nutzerdaten, zu Ihren persönlichen Informationen hat. gegenüber Dezember 2011 + 2,1 %
die einen Rückschluss auf eine konkrete
Person zulassen, nur unter ganz INFORMATION
bestimmten Voraussetzungen verwenden. INFORMATION
Gül Altinay, IHK Darmstadt
Entweder es gibt eine gesetzliche Martin Bonelli T: 0 61 51 871 - 222
Grundlage, oder der Betroffene muss in Geschäftsbereich Recht E: altinay@darmstadt.ihk.de
die konkrete Nutzung eingewilligt haben. T: 0 61 51 871 - 248
Die Wirksamkeit der Einwilligung hängt E: bonelli@darmstadt.ihk.de
davon ab, ob der Betroffene vor der
Nutzung seiner Daten vollständig über die DOKUMENT-NR.
Tragweite informiert wurde. Dafür müssen Alle bisher erschienenen Beiträge finden STEUERTERMINE
Art, Umfang und Zweck der Datenverar- Sie unter www.darmstadt.ihk.de Steuerart Fälligkeit

20578
beitung in verständlicher Form erläutert
werden. Sollen personenbezogene Daten Einkommens- und 10. Februar 2013
für Werbung oder Adresshandel Körperschaftssteuer 10. März 2013
verwendet werden, muss die Einwilligung Entrichtung der ersten Einkommens-/
zudem schriftlich vorliegen oder in einer Körperschaftssteuer-Vorauszahlung
bestimmten Form elektronisch protokol- BEITRAGSTERMINE zuzüglich Kirchensteuer und Solidaritäts-
liert werden. zuschlag laut Vorauszahlungsbescheid
Nur in ganz engen Grenzen erlaubt das
DER KRANKENKASSEN
Gesetz, dass Ihre Daten ohne Ihre
2013 Lohnsteuer 10. Februar 2013
Einwilligung an Dritte weitergegeben Seit 1. Januar 2006 gelten neue 10. März 2013
werden. Dann muss dieser Dritte in der Fälligkeitsregelungen der Sozialver- Abgabe der Lohnsteueranmeldung
später an Sie adressierten Werbung sicherungsbeiträge: Danach sind und Abführung der Lohnsteuer,
allerdings angeben, wer sie erstmals Gesamtsozialversicherungsbeiträge, Kirchensteuer und Solidaritätszuschlag
erhoben hat. So ist gewährleistet, dass Sie die nach dem Arbeitsentgelt oder für die Monate Januar und Februar 2013
den Weg stets zurückverfolgen können. dem Arbeitseinkommen bemessen
Außerdem haben Sie das Recht, jederzeit werden, in voraussichtlicher Höhe Umsatzsteuer 10. Februar 2013
einer künftigen Nutzung oder Weitergabe der Beitragsschuld spätestens am 10. März 2013
Ihrer Daten für Werbezwecke zu drittletzten Bankarbeitstag des Abgabe der Umsatzsteuervoranmeldung
widersprechen. Monats fällig, in dem die Beschäfti- und Abführung der Umsatzsteuer für die
Im Internet bedarf es jedoch häufig gar gung, mit der das Arbeitsentgelt Monate Januar und Februar 2013
nicht der Weitergabe Ihres Namens oder oder -einkommen erzielt wird, aus-
Ihrer Adresse, um Sie mit passgenauer geübt worden ist oder als ausgeübt Abgabenschonfrist
Werbung direkt auf den von Ihnen gilt. Ein verbleibender Restbeitrag Die Voranmeldung muss bis zum
besuchten Seiten anzusprechen. Denn das wird zum drittletzten Bankarbeitstag 10. Tag nach Ablauf des Voranmeldungs-
funktioniert auch, indem Analysetools Ihr des Folgemonats fällig. zeitraums abgegeben werden. (Samstag,
Nutzungsverhalten untersuchen und Monat Fälligkeitstag, drittletzter Sonntag oder gesetzlicher Feiertag
auswerten. Wenn Sie vermeiden möchten, Bankarbeitstag verlängern die Frist bis zum nächsten
dass kommerzielle Anbieter solche Daten Werktag).
für Werbezwecke nutzen, sollten Sie mit Februar 26. Februar 2013 Die Zahlungsschonfrist wird von fünf auf
der entsprechenden Einstellung an Ihrem März 27. März 2013 drei Tage verkürzt. Dies gilt für Steuern,
Computer den Zugriff technischer April 26. April 2013 die ab 2004 fällig wurden.
22 R ATG E B E R I H K- R E P O RT 1 / 2 -2 0 1 3

INFORMATION
SERIE: ARBEITSRECHT
Martin Bonelli
Geschäftsbereich Recht
Attest ab erstem T: 0 61 51 871 - 248
Krankheitstag frühzeitigen Nachweis der Arbeitsun- E: bonelli@darmstadt.ihk.de
fähigkeit ausschließen. Dieser Aus-
Arbeitgeber können ab dem ersten schluss müsse aber ausdrücklich erfol-
Krankheitstag von ihren Mitarbeitern gen, was hier nicht der Fall sei. relle Übersetzungspflicht für Schrift-
eine ärztliche Arbeitsunfähigkeitsbe- (Urteil des BAG vom 14.11.2012, Az.: stücke, die von fremdsprachlichen Ar-
scheinigung verlangen – und das auch 5 AZR 886/11). beitnehmern unterzeichnet werden
ohne besonderen Grund. Das hat das sollen, sei dem geltenden Recht nicht
Bundesarbeitsgericht (BAG) unter Ver- zu entnehmen.
weis auf § 5 Abs. 1 Satz 3 Entgeltfort- Minijob-Grenze angehoben Entsprechend hatte bereits mehr-
zahlungsgesetz (EFZG) bestätigt. fach das Hessische LAG entschieden.
Die Klägerin, eine Redakteurin bei Seit dem 1. Januar 2013 gelten neue Im vorliegenden Fall bestand zwar die
einer Rundfunktanstalt, hatte für den Vorgaben für Minijobs, die das „Gesetz Besonderheit, dass die Vertragsver-
30. November 2010 einen Dienstreise- zu Änderungen im Bereich der gering- handlungen in der portugiesischen
antrag gestellt, den ihr Vorgesetzter ab- fügigen Beschäftigung“ regelt. Die we- Sprache geführt wurden. Der Arbeitge-
lehnte. Eine erneute Anfrage am 29. sentlichen Änderungen der „Minijob- ber wusste insofern, dass der Arbeit-
November 2010 war ebenfalls ohne Er- Reform“ sind die Anhebung der mo- nehmer der deutschen Sprache nicht
folg geblieben. Am 30. November hatte natlichen Verdienstgrenze auf 450 hinreichend mächtig war. Daraus lasse
sich die Klägerin krank gemeldet und Euro und die generelle Rentenversi- sich allerdings keine besondere Fürsor-
war am nächsten Tag wieder zur Arbeit cherungspflicht für „Minijobber“ – mit gepflicht ableiten, den schriftlichen Ar-
erschienen. Der Arbeitgeber hatte ihr Befreiungsoption. Diese Umkehr der beitsvertrag in der Verhandlungsspra-
daraufhin die Anweisung erteilt, zu- versicherungsrechtlichen Beurteilung che vorlegen zu müssen, so die Richter.
künftig ab dem ersten Krankheitstag der Minijobber in der Rentenversiche-
ein ärztliches Attest vorzulegen. Die rung hat einigen bürokratischen Auf-
Klägerin verlangte den Widerruf der wand zur Folge. Keine Diskriminierung
Weisung, da diese ihrer Ansicht nach Durch die Anhebung der Minijob-
einer sachlichen Rechtfertigung bedür- Grenze hat sich auch die Gleitzone ver- Alle privaten und öffentlichen Arbeit-
fe. Auch der einschlägige Tarifvertrag schoben: Seit dem Jahreswechsel wer- geber sind verpflichtet zu prüfen, ob
sehe kein derartiges Recht des Arbeit- den bei Arbeitnehmern mit einem Ent- sie freie Arbeitsplätze mit schwerbe-
gebers vor. gelt zwischen 450,01 und 850 Euro die hinderten Menschen besetzen können.
Die Klage war jedoch in allen Ins- Sozialversicherungsbeiträge von einer Um auch arbeitslose oder arbeitsu-
tanzen erfolglos. Das BAG stellte klar: reduzierten Berechnungsgrundlage be- chend gemeldete schwerbehinderte
Es stehe im freien Ermessen des Ar- rechnet. Die monatlichen Entgeltgren- Menschen zu berücksichtigen, muss
beitgebers, eine Arbeitsunfähigkeitsbe- zen bei geringfügig entlohnten Be- der Arbeitgeber frühzeitig Verbindung
scheinigung bereits ab dem ersten schäftigungen waren seit 2003 unver- mit der Agentur für Arbeit aufnehmen.
Krankheitstag zu verlangen. Die Ent- ändert gewesen. Unterlässt er das und lehnt einen
scheidung sei nicht an besondere Vor- schwerbehinderten Bewerber ab, ist das
aussetzungen gebunden, insbesondere ein Indiz für eine Diskriminierung auf-
müssten keine begründeten Zweifel an Keine Pflicht zur Übersetzung grund der Behinderung. Das kann
der Arbeitsunfähigkeit des Mitarbei- dann nach einer Entscheidung des
ters bestehen. Ein Tarifvertrag könne Ein Arbeitgeber ist nicht verpflichtet, Bundesarbeitsgerichts Entschädi-
zwar das Recht des Arbeitgebers auf den Arbeitsvertrag unaufgefordert in gungsansprüche nach dem Allgemei-
die Muttersprache seines Arbeitneh- nen Gleichbehandlungsgesetz (AGG)
mers zu übersetzen. Wenn sich der begründen (BAG, Urteil vom 13. Okto-
ausländische Arbeitnehmer auf ber 2011 – Az.: 8 AZR 608/10).
Deutsch als Verhandlungs- und Ver-
tragssprache einlasse, gelte dies für DOKUMENT-NR.
IHK Darmstadt auf twitter

den gesamten Vertrag einschließlich Weiterführende Informationen zum AGG,


aller Klauseln. der Vermeidung von Diskriminierung und
Nach Ansicht des Landesarbeitsge- daraus folgenden Ersatzansprüchen
richts (LAG) Rheinland-Pfalz (Urteil finden Sie auf unserem Merkblatt unter
ihkdarmstadt

vom 02. Februar 2012 – Az.: 11 Sa 569/11, www.darmstadt.ihk.de

10257
n. rk.) sei es Angelegenheit des Arbeit-
nehmers, sich um eine entsprechende
Übersetzung zu kümmern. Eine gene-
www.twitter.de/
34 IHK IN DER REGION I H K- R E P O RT 1 / 2 -2 0 1 3

IDEEN
FÜR DIE ZUKUNFT
„WIR WOLLEN DEN INPUT NUTZEN“
Organisatorin Dr. Nadine Perschmann zieht
im Interview eine Bilanz der Veranstaltung
„Erfinder, Tüftler, Visionäre – neue Herausfor-
derungen in der Zukunft der Region Rhein Wie sich die Innovationsfähigkeit der Region erhalten und
Main Neckar“.
entwickeln lässt, diskutierten Unternehmer, Wissenschaftler
IHK-Report: Bei der Veranstaltung hat die und Politiker auf Einladung der IHK. Sie veranstaltete
IHK zum ersten Mal ein „Knowledge-Café“
angeboten. Wie zufrieden sind Sie mit dem
dazu erstmals ein „Knowledge-Café“.
neuen Format?
Nadine Perschmann: Ich war sehr positiv
überrascht, denn es war für uns auch ein
Experiment und eine Herausforderung, das in
dieser Größenordnung zu veranstalten. Die
Gäste haben sich an allen neun Tischen rege
an der Diskussion beteiligt. Auch uns Mode-
ratoren hat es richtig Spaß gemacht. Wir
mussten den Teilnehmern nichts aus der Nase
ziehen. Es kam von ganz allein viel Input von
den Gästen.

Und wie kam die Veranstaltung bei den


Teilnehmern an?
Einige Teilnehmer sprachen mich gleich da-
nach an und sagten, dass sie die Impulsvor-
träge und das Knowledge-Café interessant
und hilfreich fanden. Eine große Zahl unserer
Gäste blieb auch zum anschließenden
Get-together, obwohl es ein langer Tag war.
Sie standen noch lange in Grüppchen zu-
Fotos: Dagmar Mendel

sammen und haben diskutiert. Die Veranstal-


tung löste sich erst nach 20 Uhr auf. Das ist
für uns ein Zeichen, dass es gut ankam.

Welche Schlüsse zieht denn die IHK aus


der Veranstaltung? — Bei der Veranstaltung „Erfinder, Tüft- Um anschließend die 90 Teilnehmer
Wir wollen den Input nutzen und auf jeden ler, Visionäre – Herausforderungen in miteinander ins Gespräch zu bringen,
Fall in unsere künftige Arbeit einbeziehen. der Zukunft der Region Rhein Main Ne- bot die IHK erstmals ein „Knowledge-
Und wir werden kleinere Folgeveranstaltun- ckar“ gaben zunächst fünf Experten in Café“ an. An neun moderierten Tischen
gen anbieten, um die Vernetzung weiter zu kurzen Impulsvorträgen ihre Einschät- diskutierten jeweils etwa zehn Teilneh-
fördern. — miu zung ab, wie sich globale, gesellschaftli- mer eine halbe Stunde lang über die
che und technologische Megatrends auf Themen „Produktion der Zukunft im
Wirtschaft und Privatleben auswirken Maschinenbau“, „Logistik und Mobili-
KONTAKT werden. Dabei beleuchteten sie beispiels- tät“, „Umwelt, Energie und Ressourcen“,
Dr. Nadine Perschmann weise die Frage, wie sich das Leben in „Personalpolitik, neues Lernen sowie
Geschäftsbereich Innovation und Umwelt der vernetzten Welt verändern wird. Work-Life-Balance“, „Fachkräfte“, „IT
T: 0 61 51 871 - 251 Ebenso waren innovationsfördernde und Future Internet“, „Regionale Ent-
E: perschmann@darmstadt.ihk.de Strukturen sowie die Fabrik von morgen wicklung und Networking“, „Internatio-
und der produktionsrelevante For- nalisierung und Globalisierung“ sowie
IHK DOKUMENT-NR. schungsbedarf Thema. Die Vizepräsi- „Pharmazie, Gesundheit, Chemie und
www.darmstadt.ihk.de denten der beiden Darmstädter Hoch- neue Materialien“. Dabei nahm jeder

126610
schulen erläuterten in einem Podiums- Gast an insgesamt drei dieser Gesprächs-
interview, wie sich ihre Einrichtungen runden teil. — miu
mit Zukunftstrends auseinandersetzen.
1/2 -2 0 1 3 I H K- R E P O RT IHK IN DER REGION 35

ERGEBNISSE DES KNOWLEDGE-CAFÉS Pharmazie-Gesundheit/


Chemie/neue Materialien
Grundlagenforschung bleibt für innovative Ent-
Produktion der Zukunft Studium generale dürfe nicht vergessen wicklungen notwendig. Das Zusammenbringen
Sie wird noch stärker spezialisiert sein. Daraus werden. Die weitere Förderung im Beruf könne verschiedener Kompetenzen, um an einem
ergibt sich zwingend eine zunehmende Arbeits- nicht vernachlässigt werden, etwa mit einem Thema zu arbeiten, spielt künftig eine größere
teilung zwischen Unternehmen, was eine noch durchdachten und kontrollierten Mentoring. Rolle. Sowohl unternehmensintern als auch
stärkere Vernetzung erfordert. Die Netzwerk- zwischen Unternehmen ist eine stärkere Ver-
cluster sollen deshalb ausgebaut werden. Personalpolitik von morgen netzung gefragt. Dazu seien Plattformen und
Chancen bietet die „Mass Customization“, also Die Führungspersönlichkeit und deren eigene Moderatoren notwendig, die einen Austausch
die kundenindividuelle Massenproduktion. Sie Entwicklung ist zum großen Teil entscheidend fördern und kontrollieren. „Open Source
setzt aber einen zunehmenden Automatisie- dafür, wie sich Mitarbeiter engagieren und Development“ bietet Möglichkeiten. Der Nutzen
rungsgrad der Fertigungsanlagen bei gleich- entwickeln. Für eine positive Führungskultur ist größer als die Gefahr der Konkurrenz. Der
zeitiger Flexibilisierung sowie die Verände- kommen unterschiedliche Führungsstile und hohe Qualitätsstandard zählt zu den Stärken
rungsbereitschaft der Mitarbeiter voraus. Eine -methoden zum Einsatz. Eine wichtige Kompo- Deutschlands. Auch künftig wird in Qualität
bessere Bedienfreundlichkeit der komplexen nente ist die Fähigkeit, Kompetenzen und
Maschinen und Anlagen wird gewünscht. Potenziale zu erkennen und fördern. Soziale
Verantwortung ist essenziell. Dazu zählt, eine
Logistik/Mobilität Work-Life-Balance zu respektieren. Eine Gefahr
Ort und Aufgabe werden künftig stärker räum- wird im Verlust des Know-how-Transfers ge-
lich entkoppelt, die Produktion näher am Markt sehen, dem könnten neue Mentoren-Methoden
sein und Telearbeit neu gedacht werden. City- frühzeitig entgegenwirken. Eine Aus- und
logistik spielt künftig eine wichtigere Rolle, da Weiterbildung auch für Ältere sollte stärker
nicht jeder Logistikdienstleister seine Pakete unterstützt werden. Zudem ist hoher Bedarf an
einzeln in einer Stadt mit überlasteter Infra- einer besseren Kinderbetreuung vorhanden.
struktur ausliefern kann. Um den Warentrans-
port effizienter und überhaupt noch realisierbar IT/Future Internet
zu machen, sind (teil-)automatisierte und Der Ausbau der Infrastruktur und die Effizienz-
intelligente Fahrzeuge auf der Schiene unter- steigerung bleiben wichtige Themen. An Soft-
wegs. Der „Ökoverbund“ aus Bahn, Bus, Rad ware werden künftig verschiedene Anforderun-
und Fußwegen wird an Bedeutung gewinnen gen und Erwartungen gestellt, ein wichtiger
müssen. Faktor ist hierbei die Reduktion der Komplexität.
Die Produkte benötigen eine verbesserte An-
Umwelt/Energie/Ressourcen wendbarkeit und Nutzerfreundlichkeit. Generell
Energiewende und Rohstoffwandel bieten mehr besteht ein großer Wunsch nach mehr Sicher-
Chancen als Risiken. Not macht erfinderisch und heit, etwa was Blackout-Prävention und Hoheit
Ressourcenmangel war schon immer ein Inno- über die eigenen Daten angeht. Sicherheits-
vationstreiber. Fachkräftemangel wirkt jedoch standards sollten direkt in die Software imple-
als Bremse. Wenn Forschungsprozesse ähnlich mentiert werden. Um die Kompetenz der
wie bei der Entwicklung einer Open Source Region in der Informations- und Kommunika-
Software öffentlich gemacht werden, kann eine tionstechnologie auch in Zukunft zu erhalten, ist investiert, um die Wettbewerbsfähigkeit zu er-
Idee online von jedermann weiterentwickelt eine Förderung der Softwareindustrie wichtig. halten und den Wettbewerb sogar anzuführen.
werden. Bürger könnten zum Teil die Finanzie-
rung übernehmen und somit Anteilseigner Regionale Entwicklung/Networking Internationalisierung/Globalisierung
einer Idee werden. Einsparpotenziale sollten Die gute Infrastruktur, die Nähe zum Flughafen Durch die Internationalisierung nimmt die
genutzt und dezentrale Infrastrukturen ge- und Finanzstandort Frankfurt sowie die Vielzahl Vermischung und Vernetzung innerhalb von
schaffen werden. von Hochschulen und Forschungseinrichtungen Firmen, aber auch mit anderen Betrieben zu.
sind für die Innovationskraft der Region von Dies stellt Unternehmen vor Herausforderungen
Fachkräfte Vorteil. Günstiger Wohnraum und gute Pendel- hinsichtlich Netzwerk- und Wissensmanage-
Von den künftigen Absolventen werden Fremd- bedingungen sind ebenso nötig wie mehr ment. Aber auch der Schutz von Wissen und die
sprachenkenntnisse und Reisebereitschaft sowie Mut zu Innovationen. In der Region gibt es Frage der Marktführerschaft spielen eine immer
Mut zu Neuem gefordert. Sie sollten das Inter- genügend Netzwerke. Sie sollten sollten jedoch größere Rolle. Mitarbeiter benötigen Sprach-
esse besitzen, unternehmerisch zu denken und noch kundenorientierter gestaltet und die kenntnisse und interkulturelle Kompetenzen.
zu handeln – benötigen aber auch frühzeitig Kooperation zwischen ihnen optimiert werden. Deutsche sollten dabei auch mit ihrer Kultur auf
Vorbilder. Vorherige Eignungsprüfungen an Die Vernetzung zwischen Wirtschaft und dem Markt auftreten. Die Innovationsfähigkeit
Hochschulen sind sinnvoll. Die Ausbildungs- Wissenschaft sollte noch stärker unterstützt ist entscheidend. So lange Produkte und
zeiten müssen angemessen sein, um das ge- werden. Dienstleistungen auf internationalen Märkten
forderte Wissen zu vermitteln und die ge- einen Vorsprung haben, bleibt auch die ge-
wünschten Fähigkeiten zu entwickeln. Das nerelle Wettbewerbsfähigkeit erhalten. — miu
36 IHK IN DER REGION I H K- R E P O RT 1 / 2 -2 0 1 3

KAMPF UM DIE

Goldene Zeiten für Informatiker: IT-Firmen bewerben


sich bei Nachwuchskräften als Arbeitgeber.
Bereits zum zweiten Mal bringt die Darmstädter Jobtournee
Unternehmen und Absolventen erfolgreich zusammen.

IT FOR WORK — „Wir können die Unternehmen heute Gespräch mit dem IT-Nachwuchs zu
Das Unternehmensnetzwerk für die regio- sehr persönlich kennenlernen, in ganz lo- punkten“, sagt Projektleiterin Andrea
nale Informations- und Kommunikations- ckerer Atmosphäre und gleich mehrere Dirsch-Weigand. Sie würden auf den übli-
technikbranche Rhein Main Neckar ver- auf einmal“, freut sich der Informatik-Stu- chen Rekrutierungsmessen oft im Schat-
steht sich als Partner vor allem der kleinen dent Dennis Bork (23) aus Darmstadt. „Für ten der großen Namen stehen. In der Re-
und mittleren Unternehmen (KMU). „IT uns ist das natürlich ein Riesenvorteil, gion Darmstadt Rhein Main Neckar gibt es
for work“ bietet ihnen Serviceangebote in dass die Nachfrage zur Zeit so groß ist.“ rund 7.000 Unternehmen der Informa-
den Bereichen Marketing/PR, Business- Dennis steigt am Darmstädter Haupt- tions- und Kommunikationstechnik mit
Matching, Weiterbildung, Wissenstrans- bahnhof mit seinen beiden Kommilitonen mehr als 67.000 Beschäftigten – Tendenz
fer, Rekrutierung sowie Beratung zu in den Jobtournee-Bus und nimmt zehn steigend.
Gründungen und Fördermitteln. Unter Minuten später gemeinsam mit rund zwei „Unsere Erwartungen an die Jobtour-
dem Motto „Immer in der Nähe: Wir Dutzend anderen Studenten und Absol- nee wurden mehr als erfüllt“, fasst Stefan
kümmern uns um Ihren Erfolg“ hilft „IT venten im Konferenzraum der Darmstäd- Schaffner von der assessec GmbH Groß-
for work“ dabei, kleine und mittelständi- ter Profi AG Platz. Station Nummer eins Bieberau und gleichzeitig Geschäftsführer
sche Unternehmen aus der IT-Branche von insgesamt drei bei der Jobtournee im Business Hub, zusammen. „Im Verlauf
gegenüber potenziellen Partnern, Kunden, 2012 für diese Gruppe. Zeitgleich sind der eintägigen Veranstaltung konnten
Bewerbern und Medien sichtbar zu zwei weitere in der Region mit Shuttlebus- etwa 25 intensive Gespräche mit Studen-
machen. Initiator und Hauptförderer des sen auf Job-Tour. Am Ende des Tages ten und Absolventen geführt werden. Der
eingetragenen Vereins „IT for work“ ist haben mehr als 80 Studenten und Absol- diesjährige Erfolg zeigt uns, dass sich eine
die IHK Darmstadt. venten an drei Stationen insgesamt zwölf Teilnahme wirklich lohnt.”
IT-Unternehmen mit großem Fachkräfte- Für die Darmstädter Profi AG ist der
bedarf kennengelernt. Am Abend sind alle demografische Wandel bereits Realität,
noch zu einem gemütlichen Ausklang in sagt Martin Dotterweich, Bereichsleiter
die Weststadtbar eingeladen, um sich über Entwicklung und Qualitätsmanagement,
INFORMATION ihre Erlebnisse, Informationen und Kon- und bei dem Unternehmen verantwortlich
Dr. Andrea Dirsch-Weigand takte auszutauschen. für Ausbildung und Studium. „Es wird
Koordinierungsbüro Rhein Main Neckar Die Darmstädter Jobtournee wird be- immer schwieriger, qualifizierte Fachkräfte
im Software-Cluster reits zum zweiten Mal vom Unternehmer- zu finden. Gerade in Darmstadt, dem so
Unternehmensnetzwerk IT FOR WORK netzwerk „IT for work“, der IHK Darm- genannten Silicon Valley Deutschlands, ist
T: 0 61 51 871 - 271 stadt und der Agentur Young Targets ver- der Wettkampf um die besten Köpfe groß.“
E: dirsch-weigand@darmstadt.ihk.de anstaltet. „Wir wollen gerade den kleinen Die Lage sei deshalb angespannt. Die Profi
www.it-for-work.de und mittleren Unternehmen aus der Regi- AG beschäftigt an 14 Standorten bundes-
on die Möglichkeit geben, im persönlichen weit rund 330 Mitarbeiter. Etwa 20 neue
1/2 -2 0 1 3 I H K- R E P O RT IHK IN DER REGION 37

BESTEN KÖPFE

Fotos: Markus Schmidt

„Ich bin fast fertig mit dem Studium


und bei der Jobtournee kann ich viele
interessante Unternehmen auf ein-
mal kennenlernen, noch dazu in
ganz lockerer Atmosphäre. Das er-
möglicht es mir auch, passende Be-
und vor allem passende IT-Fachkräfte, Pro- werbungen zu formulieren.“
grammierer und Entwickler, würden pro — Dennis Bork,
Jahr benötigt, berichtet Dotterweich. Im- Hochschule Darmstadt
merhin die Hälfte davon bildet das Unter-
nehmen selbst aus, vor allem über das
„Duale Studium“. Weitere zehn gilt es zu
rekrutieren. Aus diesem Grund habe sich „Die Firma InteRes kannte ich gar nicht.
die Profi AG sehr gern an der Jobtournee Das klingt sehr spannend, was sie machen,
beteiligt. „Was unser Unternehmen aus- Software für die Reiseindustrie“, sagt
zeichnet“, sagt Dotterweich, „ist eine be- Melanie und Tobias ergänzt: „Die
sonders familiäre Arbeitsatmosphäre, und Jobtournee ist für mich ein voller
die können wir hier heute erlebbar ma- Erfolg. Die kleineren Unterneh-
chen.“ Nach intensiven und spannenden men können sich hier sehr per-
Gesprächen mit den Vertretern der ersten sönlich vorstellen. Wir entde-
vier Unternehmen steigen Dennis Bork cken die ganze Firmen-Vielfalt in
und seine Kommilitonen zufrieden wieder der Region und vielleicht auch den
in den Bus und setzen ihre Jobtournee passenden Job.“
fort. Schließlich wollen noch acht weitere — Tobias Langbein und Melanie Weiland,
potentielle Arbeitgeber an diesem Tag ken- Technische Universität Darmstadt
nengelernt werden. — bs
38 IHK IN DER REGION I H K- R E P O RT 1 / 2 -2 0 1 3

Foto: Dagmar Mendel


VOM PRIVILEG ZUM PROBLEM
Wochenmärkte bringen zusätzliche Kunden in die Innenstädte.
Doch sie brauchen gute Konzepte, um trotz der wachsenden
Konkurrenz durch Supermärkte attraktiv zu bleiben.
— Körbe voller Esskastanien, Fässer mit glän- nannte Nachhaltigkeit, Social Media und Con-
zenden Oliven: Wochenmärkte sind sinnli- venience als Trends, die auch für den „Wo-
ches Erlebnis, Treffpunkt und Umschlagplatz chenmarkt der Zukunft“ gelten. Potenzial Bundesweit zählt das Fahrzeug-
für Neuigkeiten zugleich – schon seit Jahr- machte er bei Jüngeren aus, denn laut Statisti- werk Borco-Höhns rund 3.300
hunderten. Städte entwickelten sich im Mittel- ken sind mehr als 60 Prozent der Wochen- Wochenmärkte mit etwa 50.000
alter erst mit dem Marktrecht. Doch inzwi- marktbesucher älter als 50 Jahre. Ein weiteres Händlern und 250.000 Markt-
schen kann das einstige „Privileg zum Prob- Potenzial bieten Männer, denn bisher sind 78 tagen. In Hessen gibt es rund
lem“ werden, sagte Dr. Uwe Vetterlein, Prozent der Marktbesucher weiblich. Frische 150 Wochenmärkte. Zu den 30
Hauptgeschäftsführer der IHK Darmstadt und regionale Produkte, oftmals mit Bezug zu schönsten im Rhein-Main-Gebiet
Rhein Main Neckar, während einer Veranstal- den Herstellern, sind Trümpfe, die die Wo- zählt HR-Redakteurin Angelika
tung. Um Impulse zu geben, wie Kommunen chenmärkte auch durch Internet-Auftritte, Bork in ihrem jüngst erschienen
ihre Wochenmärkte erfolgreich als zusätzliche Apps für das Smartphone oder Facebook stär- Buch den Darmstädter Wochen-
Frequenzbringer für die Innenstädte gestalten ker ins Blickfeld rücken könnten. Mehr Ser- markt zwischen Schloss und dem
können, hatte die IHK jüngst Experten einge- vice mit ungewöhnlichen Öffnungszeiten alten Renaissance-Rathaus.
laden. Rund 100 Gäste hörten zu. oder einem Taschenwagen für Einkäufe könn- Selbstgepresste Obstsäfte oder
In der Kreisstadt Groß-Gerau wird Einiges ten weitere Wettbewerbsvorteile sein. Gerichte aus frischen Zutaten
von dem praktiziert, was die Experten empfah- sollen zusätzliche Kunden auf
len. So gewann der Markt an Attraktivität, als SICH RICHTIG PRÄSENTIEREN den „Grünen Markt“ mit regio-
Bürgermeister Stefan Sauer vor fünf Jahren Lothar Geißler, Geschäftsführer des Fahrzeug- nalen Produkten und Öffnungs-
begann, Ortsvereine an einem Samstag im herstellers Borco-Höhns mahnte, Edeka- und zeiten von 7 bis 16 Uhr locken.
Monat auf den Wochenmarkt zu holen. Direkt Rewe-Märkte würden sich „stark in Richtung Ein eigenes Logo, Hinweisschil-
neben dem Marktplatz liegen Parkplätze und Frische profilieren“, die Wochenmärkte hätten der, Fahrradständer und Sitzge-
ein Spielplatz. Christian Halbig vom Stadt- daher „Gas zu geben“. Er nannte etwa ge- legenheiten gehören zum Konzept
marketing Groß-Gerau nennt den Markt „ein schultes Verkaufspersonal in Berufskleidung des „Marktes am Schloss“. Das
spannendes Produktformat, das immer wie- und eine attraktive Präsentation von Waren Marktrecht besteht in Darmstadt
der Frequenz in die Innenstadt bringt“. Er und Wagen als Markenzeichen eines attrakti- seit dem Jahr 1330. — ssl
setzt auf „Koppelungseffekte“ mit dem statio- ven Wochenmarktes. Das A und O sei ein
nären Einzelhandel und darauf, die Aktivitä- Konzept, für wen der Markt gedacht sei, was INFORMATION
ten auf dem Wochenmarkt in das Innenstadt- verkauft werden solle und wann Markttage an- Kirsten Rowedder
konzept einzubinden. Eine ansprechende Ein- gesetzt werden, sagte Norbert Hoffmann, Ge- Geschäftsbereich Standortpolittik
gangssituation für die Marktstände ist ge- schäftsführer e5.marketing. Die Lösung sei T: 0 61 51 871 - 212
schaffen, eine Bundesstraße wurde verlegt. „für jeden Ort eine andere.“ Die IHK wird sich E: rowedder@darmstadt.ihk.de
Dass es auch in Zukunft Potenzial für Wo- dem Thema Stadtmarketing weiter widmen,
chenmärkte gibt, machten Experten während Kirsten Rowedder, die zuständige Ansprech-
der Veranstaltung in der IHK Darmstadt deut- partnerin, bot weiteren Erfahrungsaustausch
lich. Professor Andreas Kaapka, Stuttgart, an. — ssl
1/2 -2 0 1 3 I H K- R E P O RT IHK IN DER REGION 39

„Ein Wochenmarkt bedeutet Menschen


treffen und sich wohlfühlen“
Lothar Geißler, geschäftsführender Gesellschafter des Fahrzeugherstellers Borco-Höhns, im Interview

Fotos: Dagmar Mendel


IHK-Report: Herr Geißler, was erwarten Kunden Gehen die Markthändler mit der Zeit und er-
von heute, die die Frischetheke im Supermarkt schließen gezielt neue Kundengruppen wie Fami-
um die Ecke haben und immer häufiger von 8 bis lien?
24 Uhr einkaufen können, von einem Wochen- Etwas für Kinder zu tun, ist Zukunft für eine
markt? Marktgemeinschaft. Ich kenne Beispiele, wo ganz
Geißler: Der Supermarkt um die Ecke kann nicht bewusst dafür gesorgt wird, Kindergartenkinder
wie ein Wochenmarkt Erlebniseinkauf bieten. Ein und Schulklassen über die Märkte zu führen. Die
Wochenmarkt bedeutet ja auch Kommunikation, Kinder können überall etwas kosten und erfah-
Foto: Firma

Menschen treffen, sich wohlfühlen. Und es gibt ren, warum die Produkte auf dem Wochenmarkt
dort auch andere Produkte als hinter der La- regional so wichtig sind. Die kommen immer
dentheke im Supermarkt. Händler stellen selbst wieder, drängeln zu Hause Eltern und Großel-
Salate oder besonderen Frischkäse her. Metzger tern, auf den Markt zu gehen. Es reicht, wenn alle
bieten handwerklich und nicht industriell produ- vier bis sechs Wochen irgendetwas stattfindet,
zierte küchenfertige Artikel an. was Familien oder andere gewünschte Zielgrup-
pen zusätzlich auf den Markt führt.
Was können Kommunalpolitiker und Citymarke-
ting für einen attraktiven Wochenmarkt tun? Lothar Geißler ist geschäfts- Wie groß müssen Märkte mindestens sein und
Jeder Wochenmarkt ist Chefsache! Wo Bürger- führender Gesellschafter der welche Produkte dürfen auf keinen Fall fehlen?
meister und Stadtverantwortliche sich um ihren Fahrzeugwerk Borco-Höhns Ein Wochenmarkt macht dann Sinn, wenn er als
Wochenmarkt kümmern, läuft es meist erfolg- GmbH & Co. KG aus Roten- kleines Einkaufszentrum für Frische wenigstens
reich. Unter den 3.300 Wochenmärkten in burg an der Wümme. Auf alle Frischebranchen enthält. Das heißt, dass man
Deutschland gibt es tolle Beispiele, wie man es deutschen Wochenmärkten Fleisch und Wurstwaren kaufen kann, Obst und
richtig macht. Angefangen vom Marketing bis zur sind 12.5000 Verkaufmobile Gemüse, Backwaren, Fisch und gegebenenfalls
Präsentation der Händler. Best-Practice-Beispiele von Borco-Höhns unterwegs. zum Lebensmittelbereich passende Randsorti-
gibt es im Internet. Wird ein Wochenmarkt ein- Das macht nach Firmen- mente. Frische Lebensmittel sollten komplett vor-
schließlich seiner Händler dort gut präsentiert, ist angaben 50 Prozent des handen sein, sonst ist der Kunde gezwungen,
er meist auch in der Praxis erfolgreich. deutschen Marktes aus. auch noch im stationären Handel einzukaufen.
Lothar Geißler engagiert sich
Gibt es eine Renaissance der Wochenmärkte? in Vorträgen und Seminaren Werden wir auch in zehn Jahren noch attraktive
Das spüre ich seit ein paar Jahren deutlich. Und für die Zukunft der Wochen- Wochenmärkte besuchen können?
zwar seit die Themen Innenstadtmarketing und märkte und ist Präsident der Ich glaube, dass wir sehr attraktive Wochenmärk-
zurückgehende Umsätze im stationären Einzel- Industrie- und Handelskam- te haben werden. Aber einige Märkte werden sich
handel eine Rolle spielen. Denn ein Wochen- mer Stade. auch ganz verabschieden, wenn es kein Zusam-
markt ist mit das beste Instrument, um zusätzli- menspiel der beteiligten Partner gibt oder wenn
che Kundenfrequenz in die Stadt zu bringen. An das zu halbherzig passiert. Dann entscheidet der
Wochenmarkttagen erzielt auch der umliegende Kunde mit den Füßen. Es gibt aber viele gute Bei-
stationäre Einzelhandel mehr Umsatz. spiele, wie Zusammenarbeit funktioniert und
Märkte wieder zum Leben erweckt werden, die
vielleicht eine Zeitlang nicht so toll liefen. Ich bin
ganz optimistisch. — ssl
40 U N T E R N E H M E N I M FO KU S I H K- R E P O RT 1 / 2 -2 0 1 3

POTENZIALE ENTDECKEN
Viele Zuwanderer besitzen einen auslän-
dischen Berufsabschluss. Wird der in
Deutschland als gleichwertig anerkannt,
profitieren davon auch die heimischen
Unternehmen. Seit April 2012 existiert
ein entsprechendes Gesetz, die IHK be-
rät dazu Interessenten.
— Ein Unternehmen sucht händeringend einen Elektroni-
ker für Betriebstechnik, doch niemand ahnt, dass der eigene
Mitarbeiter aus Bosnien-Herzegowina der richtige Mann für
den Job wäre. Er arbeitet als Produktionshelfer, dabei hat er
in seiner alten Heimat einen Berufsabschluss als „Elektroni-
ker-Mechaniker für Schaltungen“ gemacht und damit ei-
gentlich eine gleichwertige Qualifikation. Ebenso wenig
dürften die meisten Personalchefs wissen, dass es sich bei
polnischen Bewerbern mit dem Abschluss „Technik Öko-
nom“ um Bürokaufleute handelt.
Damit die fachliche Bedeutung ausländischer Berufsaus-
bildungen nicht länger unbekannt – und somit dieses Fach-
kräftepotenzial ungenutzt – bleibt, trat im April 2012 das
Gesetz zur Verbesserung der Feststellung und Anerkennung
im Ausland erworbener Berufsqualifikationen, kurz: Aner-
kennungsgesetz, in Kraft. Es umfasst neben dem neuen Be-
rufsqualifikationsfeststellungsgesetz (BQFG) auch Ände-
rungen und Anpassungen in den berufsrechtlichen Geset-
zen und Verordnungen. Während das Anerkennungsgesetz
für rund 450 Berufe gilt, regelt das BQFG insbesondere das
Vorgehen für die 350 Ausbildungsberufe im dualen System.

UNABHÄNGIG VON STAATSBÜRGERSCHAFT


„Das Gesetz gibt Zuwanderern unabhängig von Staatsbür-
gerschaft und Aufenthaltsstatus erstmals einen Rechtsan-
spruch, die Gleichwertigkeit ihrer Berufsabschlüsse
prüfen zu lassen“, erläutert Angelika Kiyani von der IHK
Darmstadt. Sie berät zum BQFG und hat gezielt Personal-
Quelle: ragbit GmbH

dienstleister in einer Veranstaltung Ende November über


das neue Anerkennungsverfahren informiert. „Schätzungen
gehen von mehr als 200.000 Zuwanderern aus, die bereits in
Deutschland leben und auf diese Weise als Fachkräfte ‚ent-
deckt’ werden können“, berichtet sie. Auch für die Zuwande-
KONTAKT DOKUMENT-NR. rer sei die Anerkennung ihres ausländischen Berufsab-
Angelika Kiyani Weitere Informationen unter schlusses von Vorteil, steigert das doch ihre Chancen auf
Geschäftsbereich Aus- www.darmstadt.ihk.de dem Arbeitsmarkt und den Verdienst.

122962
und Weiterbildung Die IHK ist allerdings nur für die kaufmännischen und
T: 0 61 51 871 - 243 gewerblich-technischen, also die nicht-regulierten Berufe
E: kiyani@darmstadt.ihk.de und Weiterbildungsabschlüsse zuständig. Als zentrale Stelle
prüft die IHK FOSA die Anträge – FOSA steht für Foreign
Skills Approval. Es handelt sich dabei um das bundesweite
Kompetenzzentrum von 77 der 80 deutschen Industrie- und
Handelskammern. Dessen 19 Mitarbeiter sprechen 23 Spra-
chen und ermitteln anhand von Berufsprofilen und Check-
listen, ob der ausländische Abschluss dem angegebenen
1/2 -2 0 1 3 I H K- R E P O RT 41

deutschen Referenzberuf gleichwertig ist. Innerhalb von


drei Monaten ergeht der offizielle und rechtssichere Be-
scheid.

TEILANERKENNUNG MÖGLICH
Stellt die IHK FOSA keine wesentlichen Unterschie-
de fest, bescheinigt sie die vollständige Gleichwertig-
keit. Fehlt diese allerdings, ist keine Anerkennung
möglich. Bestehen zwar wesentliche Unterschiede,
aber auch vergleichbare Qualifikationsinhalte, be-
scheinigt sie die teilweise Gleichwertigkeit. Die vor-
handenen Qualifikationen werden positiv dargestellt
und die wesentlichen Unterschiede zum deutschen
Referenzberuf beschrieben. So fehlen beispielsweise bei
den ausländischen Abschlüssen von Einzelhandelskaufleu-
Foto: freshidea, fotolia

ten oft Kenntnisse in Rechnungswesen oder Personalpla-


nung, sagt Angelika Kiyani. Dieser Bescheid ermögliche den
Antragstellern, eine Weiterbildung zu machen, um Defizite
auszugleichen. Später können sie gegebenenfalls nochmals
einen Antrag stellen.
Die IHK-Beraterin empfiehlt Interessenten ohnehin,
sich vorher von der IHK zu den Chancen beraten zu lassen.
„Wenn ein Abschluss zu alt ist und man nie in dem Beruf
gearbeitet hat, dann bringt die Anerkennung für die Ver-
mittlung auf dem Arbeitsmarkt nicht viel“, sagt sie. Dann
sei es oft sinnvoller, bei der IHK eine Externenprüfung ab-
zulegen, um einen Abschluss nachzuholen. Kiyani weiß
auch in diesen Fällen Rat. Bei den Anträgen prüft sie zudem
vorab, ob die Unterlagen vollständig sind.
Die Gebühren für das Feststellungsverfahren durch die
IHK FOSA betragen je nach Rechercheaufwand zwischen 100
und 600 Euro. Hinzu kommen die Kosten für die Überset-
zung des Zeugnisses und Beglaubigung der Kopien. Die Kos-
ten sind Kiyani zufolge auch der Grund, warum viele Beratun-
gen bislang in nur wenige Anträge münden. „Die Interessen-
ten sind aufgrund der fehlenden Anerkennung ihrer Ab-
schlüsse oft Geringverdiener, sie sagen, dass sie erst dafür spa-
ren müssen oder es ihnen momentan zuviel Geld ist.“ — miu
→ Lesen Sie dazu auch das Interview auf der nächsten Seite.
Foto: lassedesignen, fotolia

www.youtube.com/IHKDarmstadt
Exportregion Südhessen boomt weiter
Aktionstag Weiterbildung in der IHK
Serie Engineering Region: Isra Vision im Porträt
42 U N T E R N E H M E N I M FO KU S I H K- R E P O RT 1 / 2 -2 0 1 3

Foto: freshidea, fotolia


Das Berufsqualifikations-
feststellungsgesetz (BQFG)
ermöglicht es, ausländische
Der Bundesarbeitgeberverband der
Berufsabschlüsse hierzulande Personaldienstleister (BAP) hat das
anerkennen zu lassen. Mirco Buch „Qualifizierung von Zeitarbeit-
nehmern“ herausgegeben.
Melega, Geschäftsführer der
Es kostet für Mitglieder 5,35 Euro,
Personalberatung my360°hrm sonst 10,70 Euro, und kann unter
GmbH und Vizepräsident des info@bap-akademie.com bestellt

Foto: Firma
werden.
Bundesarbeitgeberverbands
der Personaldienstleister, gibt
eine Einschätzung.

„Kosten für das Anerkennungsverfahren


für viele Arbeitgeber keine Hürde“
IHK Report: Herr Melega, qualifizierte herigen Erfahrungen in Bewerbungsge- aus anderen Töpfen. Oder auch von Per-
Mitarbeiter werden allenthalben gesucht. sprächen mit Kandidaten aus dem Aus- sonaldienstleistern oder direkt von ihren
Ist durch das Anerkennungsgesetz mit land. Wenn diese beschreiben, was dort Arbeitgebern.
einem Zuwachs an Fachkräften zu rech- ihre Aufgaben und Arbeitsabläufe waren,
nen? erkennt man häufig Unterschiede zu den Sehen Sie Chancen, dass sich Unterneh-
Mirco Melega: Es ist erst einmal zu be- Berufsbildern in Deutschland. Das Poten- men an den Kosten beteiligen?
grüßen, dass es das Anerkennungsge- zial ist auf jeden Fall vorhanden. Ich schätze die Kosten, eine freie Stelle
setzt gibt, nachdem das Thema jahrelang unbesetzt zu lassen, höher ein. Man
diskutiert wurde. Damit ist eine entschei- Das Anerkennungsverfahren kostet Geld. muss auch dabei die internen Personal-
dende Hürde genommen, die es zumin- Häufig arbeiten jedoch Arbeitnehmer mit kosten berücksichtigen. Wenn man weiß,
dest erleichtert, dass Fachkräfte aus dem ausländischen Berufsabschlüssen als Ge- was Stellenanzeigen kosten und wie um-
Ausland auf dem hiesigen Arbeitsmarkt ringqualifizierte und verdienen entspre- ständlich Auswahlverfahren sein können,
Fuß fassen. An der praktischen Umset- chend wenig. Schrecken die Kosten sie die letztlich nicht zielführend sind, diese
zung wird es liegen, wie gut es akzeptiert dann nicht eher ab? womöglich mehrmals erfolglos bleiben,
wird. Sicherlich ist es für viele der potenziell dann ist das eine einfache kaufmänni-
ausländischen Fachkräfte eine finanzielle sche Rechenaufgabe für das Unterneh-
Wie hoch schätzen Sie denn das Potenzi- Belastung die Kosten für das Anerken- men, die Kosten abzuwägen. Das könnte
al derer ein, für die ein Anerkennungs- nungsverfahren allein zu tragen. Das ist bedeuten, dass es der einfachere und bes-
verfahren in Frage kommt? durchaus nachvollziehbar. Wenn jemand sere Weg ist, auch im Sinn der ausländi-
Ich denke, dass viele Mitarbeiter nicht netto vielleicht nur 1.200 Euro herausbe- schen Fachkraft, sich an einem Anerken-
gleich im ersten Zug ihre ausländischen kommt, sind 400 Euro sehr viel Geld. Da nungsverfahren finanziell zu beteiligen.
Berufsabschlüsse anerkannt bekommen, muss es einen Dreiklang geben: Wenn Wenn folgerichtig kalkuliert wird, dürf-
vielleicht benötigt der eine oder andere die Betreffenden das selbst finanzieren, ten die Kosten für das Anerkennungsver-
eine Nachqualifizierung. Das sehen wir sollten sie die Möglichkeit haben, es be- fahren für viele Arbeitgeber keine Hürde
Personaldienstleister aus dem Arbeits- zuschusst zu bekommen, beispielsweise darstellen.
markt heraus und aufgrund unserer bis- von der Bundesagentur für Arbeit oder — Das Interview führte Mirjam Ulrich.
44 U N T E R N E H M E N I M FO KU S I H K- R E P O RT 1 / 2 -2 0 1 3

RAUS AUS DEM SATTEL REIN


Als das Fahrrad-Geschäft ins Stocken kam,
stieg die Firma Fortmann mascerade in Bürstadt
vor drei Jahren mutig auf Kostüme um – mit Erfolg.

— Dutzende von Perücken in allen Farben


und Längen, gruselige Latex-Narben zum An-
kleben, fantasievolle Hüte und prachtvolle
Kronen, Echthaar-Bärte und Boas, Dekoratio-
nen und insgesamt rund 3.000 verschiedene
Kostüme für Kinder und Erwachsene. Auf
zwei Stockwerken mit rund 300 Quadratme-
tern Fläche finden private Faschings-Narren,
Vereinskarnevalist, Theaterleute und Klein-
künstler bei Fortmann mascerade so ziemlich
alles, was es in Sachen Verkleidung aktuell auf
dem Markt gibt.
Zwei Männer betreten gerade das Geschäft.
„Wir kommen wegen der Skelett-Anzüge“. KUNDEN IM UMKREIS VON 100 KILOMETERN
Foto: Firma

Eine Mitarbeiterin legt so genannte Morph- Nach der Saison ist vor der Saison, heißt es auch
suits auf den Verkaufstisch. „Diese Ganzkör- im Kostümgeschäft. Jeweils im Mai hat das sechsköpfige
per-Anzüge gehen selbst über Kopf und Ge- Team von Fortmann mascerade eine vergangene Saison
sicht und sind seit gut einem Jahr ein Trend aus Schott- statistisch analysiert und bereits die Bestellungen für die
land“, erklärt Wolfgang Jobke. „Man kann durch den nächste Kampagne in Auftrag gegeben. Nur die neuesten
Stoff sogar trinken“, sagt er und lacht. In diesem Jahr Trends werden auch noch später eingekauft. Geschlos-
will der Bürstädter Kaufmann selbst zu den Schotten fah- sen ist das Fachgeschäft lediglich zwei Wochen direkt
ren. „Wir suchen unsere Ware nicht nur direkt bei den nach Aschermittwoch und vier Wochen in den Sommer-
Herstellern aus, sondern probieren auch alles selbst an.“ ferien. „Unsere Kunden kommen ja nicht nur aus der
Dafür nehmen Jobke und sein Team weite Strecken in Karnevals-Szene. Dazu zählen auch Theater und Klein-
Kauf. Denn ihre zehn wichtigsten Hersteller sitzen nicht kunstbühnen in der ganzen Region, etwa das National-
nur in Deutschland, sondern auch in Holland, Belgien, theater Mannheim. Es kauft bei uns Kostüme und Acces-
Italien und Spanien. soires. Die Travestie-Szene hat uns inzwischen auch
entdeckt. Bei uns wird es nie langweilig“, erzählt der
gebürtige Mannheimer.
1/2 -2 0 1 3 I H K- R E P O RT U N T E R N E H M E N I M F O KU S 45

INS KOSTÜM EINER VON DEN KESSEN JUNGS


Die Verwandlung vom Fahrradladen zum Kostüm-Fach-
handel nahm ihren erfolgreichen Lauf. „Wir haben viele
Stammkunden, die unsere Beratung schätzen. Wenn je-
mandem etwas nicht steht, bekommt er das bei uns auch
ehrlich gesagt.“ In 14 Umkleidekabinen besetzen in der
Hauptsaison Wikinger, Supermänner, Feen, Sträflinge
und viele mehr in fliegendem Wechsel den Platz vor dem
Spiegel. Auf den Meter langen Kleiderstangen hängen
Kostüme, eingeteilt in 41 verschiedene Kategorien, damit
sich die Verkleidungswilligen gut zurechtfinden.
Wolfgang Jobke hat auch nach Feierabend noch nicht
genug von Fasching. Seine Frau und er sind Mitglied
beim Bürstädter Faschingsclub BFC. Ehrensache sozusa-
gen, denn „wir haben uns schließlich bei einem Fast-
nachtsumzug in Frankfurt kennengelernt.“ Kein Wunder
also, dass der 47-Jährige beim BFC nicht nur hinter den
Kulissen, sondern in vorderster Front mitmischt. „Ich
Nach einer stürmischen Anfangs- bin einer von den Kessen Jungs“ sagt er und grinst stolz,
phase bringt das Kostümgeschäft „so heißt das Bürstädter Männerballett.“ — bs
seit zwei Jahren stabile Umsätze auf www.mascerade.com
„gutem Niveau“, wie Jobke meint.
Heute weiß er, dass er gemeinsam
mit seiner Frau Diana vor 13 Jahren IHK BESUCHT IHR UNTERNEHMEN
die richtige Entscheidung getroffen Ende letzten Jahres besuchte Uwe Zahlten vom Team Mitglieds-
hat. „Aber damals war das schon mit betreuung der IHK Darmstadt die Firma Fortmann mascerade
ordentlich Bauchweh verbunden.“ Familie Fortmann be- in Bürstadt. Im Geschäft informierte er sich über das Unter-
trieb seit fast einem halben Jahrhundert drei Fahrradlä- nehmen und stellte das Leistungsangebot der IHK vor. Die IHK
den in Worms, Lorsch und Bürstadt, als Ende der 90er Darmstadt bietet ihren Mitgliedsunternehmen diesen Service
Jahre die Lage wirtschaftlich kritisch wurde. Diana Fort- durch individuelle Firmenbesuche an. Damit sollen die
mann-Jobke war es, die vorschlug, komplett auf das Fa- Unternehmen besser über die Leistungen ihrer Industrie- und
schingssortiment umzusteigen, das bis dahin zusam- Handelskammer informiert werden. Bei Interesse können Sie

Grafiken: Ellie Nator, fotolia


men mit Feuerwerk die Wintersaison des Fahrrad-Ge- sich jederzeit beim Team Mitgliedsbetreuung melden.
schäfts überbrückt hatte. „Als wir den ersten Schwung Informationen unter www.darmstadt.ihk.de, Dokumentnummer

125069
Kostüme für 10.000 D-Mark gekauft hatten, waren wir
schon alle sehr aufgeregt“, erzählt Jobke. „Aber die
waren innerhalb von einer Woche komplett verkauft.“
46 AUSBILDUNG I H K- R E P O RT 1 / 2 -2 0 1 3

DEN BERUFSEINSTIEG NACH HERZLICHEN GLÜCKWUNSCH!

DER HAFT ERLEICHTERN — Wir gratulieren unserer Auszubildenden Kris-


tina Glejm zum „Europass“: Den konnte ihr Claus
Gilke der Leiter des Geschäftsbereichs Aus- und
IHK Darmstadt und Grone Bildungszentren unterstützen Weiterbildung überreichen, weil sie innerhalb
ihrer Ausbildung vier Wochen ein Praktikum in
JVA Weiterstadt bei der Qualifizierung von Häftlingen
unserer englischen Partnerkammer Derbyshire
and Nottinghamshire Chamber of Commerce

Foto: Jens Steingässer


(DNCC) in Chesterfield absolviert hat. Gefördert
wurde der Auslandsaufenthalt vom „Leonardo da
Vinci“-Programm der Europäischen Union. Es
unterstützt europäische Bürger beim Erwerb in-
ternationaler Kompetenzen und stellt auch in die-
sem Jahr wieder insgesamt 1.725 Millionen Euro
zur Verfügung. Es richtet sich an Einrichtungen
der beruflichen Bildung (z. B. Bildungsträger, be-
rufsbildende Schulen), Unternehmen, Betriebe,
Sozialpartner und ihre Organisationen, Berufs-
verbände und Kammern.

Foto: IHK Darmstadt


IHK-Ausbildungsberater Torsten Heinzmann überreichte den Teilnehmern in der JVA
Weiterstadt eine Bescheinigung für ihre Teilnahme am Qualifizierungsbaustein.

— Kushtrim I. ist 25 Jahre alt. Für cherheit von Lebensmitteln und


seine Zukunft hat er konkrete Ziele: Verbrauchern feststellen soll.
„Meine Verlobte heiraten und eine „Mit dem Qualifizierungsbau-
Ausbildung zum Koch machen.“ stein soll die Wiedereingliederung
Derzeit ist er Häftling in der Justiz- nach Ende der Haftstrafe erleich-
vollzugsanstalt (JVA) Weiterstadt tert werden“, sagt Daniel Acker-
und hat dort den ersten Schritt zu mann von der JVA Weiterstadt.
seinem Traumberuf gemacht. Er ist IHK-Ausbildungsberater Heinz-
einer von fünf Insassen der JVA, mann überreichte den Teilnehmern „Für unsere Auszubildende hat sich der Auf-
die an einem so genannten Qualifi- in der JVA eine Bescheinigung für enthalt gelohnt, ganz unabhängig von der Förde-
zierungsbaustein teilgenommen ihren erfolgreichen Abschluss. „Po- rung durch das Projekt Leonardo“, sagt Claus
haben. „In einem Umfang von 420 tenzielle Arbeitgeber können er- Gilke. Wichtig sei vor allem der richtige Partner im
Stunden wurden den Teilnehmern kennen, dass erste Kenntnisse der Ausland gewesen. „In unserem Fall war das die
Ausbildungsinhalte des ersten Aus- Tätigkeit eines Kochs vorhanden Schwesterkammer in Chesterfield. Viele Betriebe
bildungsjahres im Berufsbild Koch sind“, berichtet er. „Die freiwillige haben Partner im Ausland, so dass wir sie nur er-
vermittelt“, erzählt Torsten Heinz- Teilnahme an der Maßnahme zeigt muntern können, ihre Auszubildenden dort einen
mann. Er ist Ausbildungsberater auch, dass die Absolventen leis- Ausbildungsabschnitt absolvieren zu lassen.“
bei der Industrie- und Handels- tungsbereit und zuverlässig sind. Unsere Auszubildende Kristina Gleijm ist
kammer (IHK) Darmstadt, die Das sind Kompetenzen, mit denen froh, die Chance genutzt zu haben: „Es war schon
diese Maßnahme zertifiziert. Mit man einen Strafgefangenen als Au- immer mein Wunsch, im Ausland Erfahrungen
der IHK und der JVA arbeitet bei ßenstehender nicht unbedingt in zu sammeln. Ich habe mich über dieseMöglich-
diesem Projekt auch der Bildungs- Verbindung bringt.“ keit sehr gefreut.“ So habe sie die englische Ge-
träger „Grone Bildungszentren“ zu- Dies spiegelt sich auch in den schäftskultur und Arbeitsabläufe kennengelernt.
sammen. Er vermittelt den Teilneh- Ergebnissen wider. Im Durch- „Ich konnte zwar in den vier Wochen nicht viele
mern der JVA die Lerninhalte für schnitt haben die Teilnehmer 86 Englischkenntnisse erwerben, doch meine vor-
den Qualifizierungsbaustein. So von 100 möglichen Punkten er- handenen Sprachkompetenzen festigen.“ Außer-
kann Kushtrim I. jetzt zum Beispiel reicht, dies entspricht der Schul- dem habe sie durch Planung und Aufenthalt ge-
erklären, was „Hazard Analysis and note 2. Kushtrim I. hat es auf eine lernt, selbstständiger zu sein. „Ich würde jedem
Critical Control Points“ sind: Ein glatte 1 gebracht. — raten, solch eine Chance zu nutzen.“ —
vorbeugendes System, das die Si- www.na-bibb.de/leonardo_da_vinci
1/2 -2 0 1 3 I H K- R E P O RT N A M E N U N D N A C H R I CH T E N 47

Kinderkliniken
Studio für Digitaltechnik
spendet
Bei seinem Jubiläumsfest hat das Darm-
städter Studio für Digitaltechnik Knaup im
vorigen Sommer bedruckte T-Shirts aus
nachhaltiger Produktion verkauft. Den
Erlös in Höhe von 12.000 Euro spendete es
Foto: Fraunhofer Sit
jetzt an den Förderverein der Darmstädter
Kinderkliniken Prinzessin Margaret. Die Sichere Informationstechnologie
Firma Knaup besteht seit mehr als 15 Jah- Preise für zwei Fraunhofer-Teams
ren und ist unter anderem auf digitale
Großdrucke auf Papier, Stoff und anderen Beim Deutschen IT-Sicherheitspreis 2012 haben zwei Forschungsteams des
Materialien spezialisiert. www.fv-prima.de Fraunhofer-Instituts für Sichere Informationstechnologie, das seinen Sitz in
www.knaup-digitaltechnik.de Darmstadt hat, vordere Plätze belegt. Mit einem ersten Preis wurde das Omni
Cloud-Team um Michael Herfert ausgezeichnet. Es hat ein Konzept zur Absiche-
rung bestehender Cloud-Speicherdiensten entwickelt. Ein zweiter Platz ging an
Design-Preis Dr. Martin Steinebach und seine Kollegen vom Projekt ForBild. Sie überzeugten
Auszeichnung für die Datron AG mit einem Verfahren zur schnellen Durchsuchung von digitalem Beweismaterial,
das beispielsweise Polizei-Ermittler nutzen können, um auf sichergestellten Com-
Mit seiner Fräsmaschine M8Cube hat die putern kinderpornographische Bilder zu entdecken. Die beiden Fraunhofer-Teams
Datron AG den Design-Preis „IF Product setzten sich gegen 30 Mitbewerber aus ganz Deutschland durch und gewannen
Design Award 2013“ gewonnen. Das süd- insgesamt 80.000 Euro. Der Deutsche IT-Sicherheitspreis wurde zum vierten Mal
hessische Unternehmen setzte sich unter von der Horst-Görtz-Stiftung ausgelobt. Die beiden Spitzenplätze teilten sich dies-
3.011 Einreichungen durch und wurde in mal jeweils zwei Bewerber. Auf den ersten Platz kamen neben dem Fraunhofer-
der Kategorie „Industry/Skilled Trades“ Team auch Forscher der Infineon Technologies AG, auf den zweiten Platz auch
ausgezeichnet. Die prämierte Maschine Vertreter der Ruhr-Universität Bochum, der Pariser Hochschule ENS und des
dient vor allem zur wirtschaftlichen Bear- Institute of Science and Technology Austria. Die Preise wurden in den Räumen
beitung von Aluminium und zukunftsori- der IHK in Darmstadt verliehen. www.horst-goertz.de, www.sit.fraunhofer.de
entierten Materialien. Die Datron AG mit
Sitz in Mühltal-Traisa ist ein börsennotier-
tes, international tätiges Spezialmaschi-
nenbau-Unternehmen. Es stellt haupt- Familie und Beruf Erneuerbare Energien
sächlich CNC-Fräsmaschinen zum Hoch- Merck-Kita wird erweitert Drei Kommunen
geschwindigkeitsfräsen und 3D-Gravieren
her, außerdem Dentalfräs- und Dosierma- Der Merck-Konzern verbessert sein kooperieren
schinen zum präzisen und schnellen Kle- Angebot für berufstätige Eltern. In Eine Photovoltaik-Anlage auf dem
ben und Abdichten. Die Firma wurde 1969 der Kindertagesstätte des Unterneh- Dach des neuen Raunheimer Rathau-
gegründet. Sie hat rund 200 Mitarbeiter mens kommen 50 Betreuungsplätze ses ist das erste Projekt der Unter-
und weltweit mehr als 20 Vertretungen. neu hinzu. Sie wird dann Platz für main Erneuerbare Energien GmbH
2011 lag der Umsatz bei rund 32 Millionen 150 Kinder bieten. Künftig soll zudem & Co KG. Die Gesellschaft wurde
Euro. www.datron.de das Aufnahmealter gesenkt werden, kürzlich von den Städten Kelster-
www.ifdesign.de so dass Kinder schon vor dem ersten bach, Raunheim und Rüsselsheim
Geburtstag die Krippe besuchen kön- gegründet. Beteiligt sind zudem der
nen. Geplant ist außerdem, die Öff- Energieversorger Süwag und eine
nungszeiten über 17.15 Uhr hinaus Bürgergenossenschaft. Ziel der Ko-
zu verlängern. Kurz vor Weihnachten operation ist es, die Energiewende
wurde mit dem Bau eines rund 1.000 auf lokaler Ebenen voranzubringen.
Quadratmeter großen Kita-Neubaus Dazu soll Nahwärme-Versorgung aus
begonnen, der Ende 2013 fertig sein Biomasse ebenso beitragen wie
soll. Die Baukosten werden auf mehr Blockheizkraftwerke, Kraft-Wärme-
als drei Millionen Euro veranschlagt Kopplung oder die Nutzung von Erd-
und vom Merck’schen Kindertages- wärme. Auch eine Beteiligung an
stättenverein getragen, der sich aus Windkraftparks in Oberhessen plant
Foto: Firma

Mitgliedern der Familie Merck zu- die Untermain Erneuerbare Energien


sammensetzt. Die Kindertagesstätte GmbH & Co KG. Bürger der drei
Merck gibt es seit 1968. Kommunen können sich mit Geld-
www.merck.de beträgen ab 100 Euro beteiligen.
48 N A M E N U N D N A C H R I CH T E N I H K- R E P O RT 1 / 2 -2 0 1 3

Energie und Agrar Familienfreundliche Betriebe Wirtschaftsjunioren Darmstadt


Zwei Fachmessen in Polen Cadventure und Tecosim Schulessen an der
ausgezeichnet Niebergall-Schule gesichert
Der Kreis Groß-Gerau hat den Firmen Als das staatliche Bildungspaket für
Cadventure und Tecosim Preise für be- Kinder aus einkommensschwachen
sondere Frauen- und Familienfreund- Familien eingeführt wurde, brach für
lichkeit verliehen. Die beiden Unter- die Darmstädter Niebergall-Schule die
nehmen setzten sich in dem Wett- finanzielle Unterstützung einer Stif-
bewerb unter 15 Bewerbern durch. tung weg, die zuvor ein gemeinsames
Cadventure siegte bei den Betrieben Mittagessen garantiert hatte. Um wei-
mit weniger als 50 Mitarbeitern. Das terhin warme Mahlzeiten zu er-
Unternehmen aus Gustavsburg ist auf schwinglichen Preisen anbieten zu
dreidimensionale Gebäudedarstellung können, bat die Schule die Wirtschafts-
spezialisiert, alle sieben Beschäftigte junioren Darmstadt um Unterstüt-
Gelegenheit, die guten Chancen auf sind Frauen. Als frauen- und familien-

Fotos: Wirtschaftsjunioren
dem polnischen Markt auszuloten, bie- freundlichste Firma mit mehr als 50
ten in den kommenden Wochen zwei Mitarbeitern wurde die Firma Tecosim
Fachmessen in Kielce. Vom 26. bis 28. ausgezeichnet. Das auf Computer
Februar steht in der zentralpolnischen Aided Engineering (CAE) spezialisierte
Stadt die Enex-Nowa-Energia auf dem Technologieunternehmen aus Rüssels-
Programm, bei der es um erneuerbare heim überzeugte die Jury vor allem mit
Energien geht. Vom 8. bis 10. März seinem sehr weit gefassten Familien-
folgt die Agrotech, eine internationale begriff, der den Generationenverbund
Messe für Agrartechnik. Die Messe für von Kindern, Eltern und Großeltern
erneuerbare Energien wird zum elften berücksichtige. Gelobt wurde auch das
Mal ausgerichtet. Das Themenspekt- Führungskräftetraining, das familien-
rum reicht von Biomasse und Wasser- bewusste Führung in den Mittelpunkt
kraft bis hin zu Wind- und Sonnen- stellt. www.cadventure.de
energie. Im vorigen Jahr kamen rund www.tecosim.com
1.500 Fachbesucher zur Enex-Nowa- www.frauenfreundlicherbetrieb.de
Energia. Die Agrotech findet zum 19.
Mal statt und gehört mit fast 600 Aus-
stellern und mehr als 55.000 Besu- Tecosim
chern zu den wichtigsten Veranstaltun- Neues Logo,
gen der Agrarbranche in Polen. In der
polnischen Landwirtschaft wird derzeit neue Internet-Seite
stark investiert, weil polnische Land- Das Rüsselsheimer Engineering-Un-
wirte seit zwei Jahren ohne Einschrän- ternehmen Tecosim präsentiert sich in
kungen Direktzahlungen der EU erhal- einem neuen Erscheinungsbild. Dafür
ten können. Zeitgleich mit der Agro- wurden das Logo überarbeitet und der
tech läuft die Messe LasExpo, deren neue Slogan „better life by simulation“ zung. Sie verfolgen mit ihrer Initiative
Thema die Waldwirtschaft ist. Kiece ist formuliert. Auch ihren Internet-Auf- „DarmstadtLeben“ das Ziel, durch bür-
mit rund 70 Ausstellungen jährlich der tritt hat die Firma komplett neu gestal- gerschaftliches Engagement Probleme
zweitgrößte Messestandort in Polen tet. Die Webseite ist zunächst auf in der Stadt zu lösen. Im Fall des Mit-
und der drittgrößte in Mittelosteuro- Deutsch und Englisch online, eine ja- tagessens an der Niebergall-Schule sei
pa. www.targikielce.pl panische Version soll folgen. Tecosim dies geglückt, berichten die Wirt-
wurde vor 20 Jahren gegründet und ist schaftsjunioren. Sie konnten das ba-
Fotos: Messe Kielce

spezialisiert auf Computer Aided Engi- den-württembergische Unternehmen


neering (CAE) in den Bereichen Mobi- Hofmann-Menu als Projektpartner ge-
lität, Energie, Industrie und Technik winnen. Es versorgt die Darmstädter
sowie Gesundheit. Neben seinem Schule für Kinder mit Lernschwäche
Hauptsitz in Rüsselsheim hat das Un- jetzt mit Mittagessen. Zubereitet wird
ternehmen sieben Niederlassungen in es vom Verein Sozialkritischer Arbeits-
Deutschland. Hinzu kommen Gesell- kreis Darmstadt, der Träger des Ganz-
schaften in Großbritannien, Indien tagsangebots an der Niebergall-Schule
und Japan. Tecosim beschäftigt welt- ist. www.darmstadtleben.de
weit rund 400 Berechnungsingenieure.
www.tecosim.de
1/2 -2 0 1 3 I H K- R E P O RT N A M E N U N D N A C H R I CH T E N 49

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Foto: Firma
WIEDERWAHL Prof. Dr. Katja Lenz ist für die
nächsten drei Jahre erneut zur Vizepräsiden-
tin Studium, Lehre und studentische An-
gelegenheiten der Hochschule Darmstadt
gewählt worden. Die IHK Darmstadt arbei-
tet mit der Hochschule beim Aufbau des
Dualen Studienzentrums eng zusammen.

VERKAUF Der Darmstädter Standort des


Markenartikelherstellers Procter & Gamb-
le, das so genannte „Wella-Areal“, ist nach
Firmenangaben verkauft worden und soll
als Bürostandort erhalten bleiben und be-
hutsam weiterentwickelt werden. Der
ORION Bausysteme Name des Privatinvestors aus dem Rhein-
Fahrradstation in Schweden errichtet Main-Gebiet ist noch nicht bekannt.

Rund 130 Tonnen Stahl und etwa 50 knapp drei Monate. Orion Bausysteme ENDE Der Gesellschafter der Tune Up
Tonnen Verbundsicherheitsglas sind wurde 1980 gegründet, 15 Jahre später GmbH, der Softwarehersteller AVG, hat
kürzlich aus Biebesheim nach Malmö kam der Firmenzweig Stadtmöblie- bekannt gegeben, dass der Darmstädter
transportiert worden. In der schwedi- rung hinzu. Das Familienunterneh- Standort der Firma zum 31. März 2013 ge-
schen Stadt ist daraus unter Regie der men wird von Frank und Jörg Suckow schlossen werden soll.
südhessischen Firma Orion Bausystem geführt und hat 75 Beschäftigte. Der
eine Parkstation für Fahrräder entstan- Umsatz liegt bei zehn Millionen Euro
den. Sie hat zwei Ebenen mit 1.600 im Jahr. Davon macht der Export rund
Quadratmetern Fläche und biete in so- ein Viertel aus, mit steigender Tendenz.
genannten Doppelstockparkern fast In Südhessen hat Orion unter ande-
2.000 Fahrrädern witterungsgeschütz- rem die Radstation Fürstensteg am
ten Platz. Erste Kontakte zwischen Darmstädter Bahnhof gebaut, außer-
Orion und den Planern, die für das dem Fahrgastunterstände, überdachte
Bauvorhaben in einem Wohngebiet Fahrradabstellplätze und -safes am
von Malmö zuständig waren, gab es Bahnhof Groß-Gerau. Auch am Gerns-
schon vor gut zwei Jahren. Der Vertrag heimer Standort der Firma Merck und
für das 830.000-Euro-Projekt wurde al- beim Bauverein Darmstadt können die
lerdings erst im vorigen August unter- Zweiräder unter Überdachungen aus
zeichnet. Bis zur Eröffnung der Rad- dem Hause Orion abgestellt werden.
station Ende November blieben nur www.orion-bausysteme.de

Umbau onen Euro teuren Modernisierung ist


Sanner modernisiert es, Logistik, Infrastruktur und Energie-
effizienz zu verbessern. Unter ande-
Die Firma Sanner baut bis Mitte des rem entstehen ein zentraler Transport-
kommenden Jahres ihre Firmenzentra- korridor für optimierten Warenfluss
le in Bensheim um. Ziel der vier Milli- sowie eine Technikzentrale mit Kraft-
Wärme-Kopplung. Sanner entwickelt
und produziert hochwertige Kunst-
stoffverpackungen und Komponenten
für Pharma-, Medizin- und Healthcare-
produkte. Das Familienunternehmen
Foto: Firma

wurde 1894 gegründet und stellt jähr-


lich mehr als zwei Milliarden Kunst-
stoffteile her. Sanner beschäftigt in
Deutschland, China, Ungarn, Indone-
sien und in den USA mehr als 450 Mit-
arbeiter. 2011 lag der Umsatz bei 45
Millionen Euro. www.sanner.de
50 N A M E N U N D N A CH R I CH T E N I H K- R E P O RT 1 / 2 -2 0 1 3

150 40
Jahre BFI Jahre
JUBILÄEN im Karton- und Kunststoffbereich mit
BERATUNGS-GESELLSCHAFT normalen und UV-Farben spezialisiert.
FÜR INVESTITIONEN BETEILIGUNGS- Geführt wird der Betrieb von Peter
VOLKSBANK SÜDHESSEN-DARMSTADT & IMMOBILIENVERTRIEBS GMBH Gandenberger und Holger Boller. Sie
Mit dem Ziel, der wirtschaftlichen Not 40 Jahre ist es her, dass Helmut beschäftigen zwei Mitarbeiter.
kleiner und mittlerer Betriebe entge- G. Müller beschloss, sich www.grafik-workshop.de
genzuwirken, wurde 1852 der „Darle- mit Beratung auf dem
hensverein für Darmstadt und Bessun- freien Kapitalmarkt IFR INGENIEURGESELLSCHAFT FÜR

Foto: Firma
gen“ gegründet. Er ist der Ursprung selbstständig zu ma- TECHNISCHE REVSION MBH
der Volksbank Südhessen-Darmstadt, chen und die Bfi Bera- Im Dezember 1987 wurde das bundes-
die in diesem Jahr ihr 150. Jubiläum tungsgesellschaft für weit tätige Revisions- und Beratungs-
feiert. 1862 wurde der Darlehensverein Investitionen Beteili- unternehmen IfR gegründet. Zum An-
gungs- & Immobilien-Ver- gebot zählen unter anderem die Prü-
triebs GmbH mit Sitz in der Osann- fung elektrischer Betriebsmittel und
straße in Darmstadt gründete. Heute Anlagen sowie von Grabmalen, Hebe-
operiert Müller von Griesheim aus. Zu und Lastaufnahmemitteln und kraftbe-
seinem Angebot gehören Vermietung tätigter Toren, die Inspektion von
Foto: Fotostudio Michels

und Verkauf von Wohn-, Gewerbe-, Spielplätzen sowie die sicherheitstech-


Rendite- und Investitions-Immobilien nische Prüfung von Sport- und Spiel-
sowie Beratung bei Finanz- und Kapital- geräten in Sporthallen. Außerdem bie-
anlagen in den USA, den Niederlan- tet die IfR Lärm-, Licht-, Klima-, Ge-
den und Deutschland. Die Bfi GmbH fahrstoff- und Raumluftmessungen.
in eine Genossenschaft namens „Vor- ist inzwischen treuhänderisch für www.ifr-online.de
schussverein Darmstadt“ umgewan- mehr als 350 Eigentumswohnungen
delt. Zu den Gründern gehörten 46 vor Ort tätig und hat seit 1980 Erfah- HELLMANN WORLDWIDE LOGISTICS
Darmstädter Bürger. Die Geschäfte rungen mit Beteiligungen an Büroge- GMBH & CO. KG
wurden zunächst in den Privaträumen bäuden (USA) sowie Conatinerschiffen. Die Zweigstelle des international täti-
des Vorstandsvorsitzenden abgewi- Neben Beratung und Vermittlung von gen Logistrikunternehmens Hellmann
ckelt, ihr erstes Geschäftszimmer Investionen auf dem freien Kapital- Worldwide Logistics GmbH & Co. KG
bekam die Bank 1872. Ihren Standort markt entwirft die Bfi GmbH auch in- in Kelsterbach feiert ihren 25. Geburts-
in der Hügelstraße, wo sie bis heute dividuelle Finanzierungskonzepte und tag. Das Mutterunternehmen wurde
ansässig ist, bezog die Volksbank 1890. wickelt notarielle Verträge ab. bereits 1871 gegründet und beschäftigt
Die Inflation bedrohte 1923 die Exis- www.bfi-mueller.de in 157 Ländern insgesamt 19.500 Mit-
tenz der Bank. Nach dem zweiten Welt- arbeiter. Die Dienstleistungspalette um-
krieg gehörte Darmstadt zu den am 25 fasst die klassischen Speditionsleistun-
schwersten zerstörten Städten in Jahre gen per LKW, Bahn, Luft und See,
Deutschland. Die Volksbank gestaltete GRAFIK-WORKSHOP sowie Kontraktlogistik, Branchen- und
den Neuanfang mit und verzeichnete REPROTECHNISCHER IT-Lösungen. www.hellmann.net
ein stetiges Wachstum. Seit den 70er DIENST GMBH
Jahren schlossen sich viele Volksban- BAUCAD GMBH UND CAD
ken in der Region zu größeren Einhei- IM BAUWESEN GMBH
ten zusammen. Vor drei Jahren fusio- Bereits 25 Jahre ist es her, dass die Bau-
nierten die Volksbank Darmstadt, die CAD GmbH gegründet wurde. Unter
Volksbank Bergstraße und die Volks- Führung von Erhard Platz und Robert
bank Kreis Bergstraße. Im Mai 2012 Walter hat sich das Unternehmen auf
Foto: Firma

kam noch die Volksbank Groß-Gerau Treppensoftware und CNC-Ansteue-


hinzu und es entstand die Volksbank rungen spezialisiert. Zu den Kunden
Südhessen-Darmstadt, die mit einer zählen Bauingenieure und professio-
Bilanzsumme von 3,6 Milliarden Euro Vor 25 Jahren, am 15. Dezember 1987, nelle Treppenbauer. 1995 war der Be-
eine der führenden Volksbanken zwi- wurde die Grafik-Workshop Repro- trieb nach Gernsheim, 2004 nach Bür-
schen den Metropolenregionen Frank- technischer Dienst GmbH gegründet stadt umgezogen. Seit 1994 betreibt
furt und Heidelberg/Mannheim ist. – mit einer Vertikalkamera, zwei Kon- die Firma eine Niederlassung in Chem-
Die Volksbank Südhessen-Darmstadt taktkopiergeräten und einer Entwick- nitz. www.bauCAD.com
unterhält 64 Filialen und hat Haupt- lungsmaschine. Inzwischen ist die
stellen in Darmstadt, Heppenheim und Firma mit Sitz in Pfungstadt auf Ver-
Lampertheim. www.volksbanking.de packungs- und Lentikulardruck, auch
1/2 -2 0 1 3 I H K- R E P O RT N A M E N U N D N A CH R I CH T E N 51

20
GTM GASSMANN TESTING Jahre kationsmaßnahmen realisiert. Darun-
AND METROLOGY GMBH ter waren Kampagnen für die Bundes-
Als Spezialist für die Entwicklung von regierung in Afghanistan, Angola und

Foto: Firma
Industriesensoren wurde die GTM Tunesien. Die Medien-Gruppe Kirk
GmbH im Januar 1988 in Seeheim ge- produziert Bücher, Magazine, Filme
gründet. Inzwischen zählt sich das und Websites und richtet jährlich meh-
Unternehmen mit Sitz in Bickenbach rere Business-Events aus. Ihr Anliegen
zu den weltweit führenden Anbietern ist, Informationen über harte und wei-
für hochpräzise Kraftmesstechnik. Ge- Firmengründer Christian Kirk che Standortfaktoren zu vermitteln,
führt wird die GTM GmbH von Horst Gesprächspartner zusammenzuführen
Mischke und Daniel Schwind. Sie be- MEDIEN-GRUPPE KIRK und so nachhaltige Geschäftsgrund-
schäftigen in Bickenbach 34 und in der Auf Standort-Kampagnen ist die Darm- lagen zu schaffen. www.ebn24.com
Prager Niederlassung zwölf Mitarbei- städter Medien-Gruppe Kirk speziali-
ter. Ein Meilenstein in den vergange- siert. Dabei wirbt sie im Auftrag von SEKRETARIATSSERVICE SKRIPTOR
nen 25 Jahren war die Entwicklung Kommunen und Ländern um Investo- Als reines Schreibbüro hat Wera Kwiat-
von Kraftnormalmesseinrichtungen ren. Das Unternehmen wurde vor 20 kowski vor 20 Jahren ihre Firma in
im Jahr 1994, die seitdem von vielen Jahren von Christian Kirk gegründet Lampertheim-Hüttenfeld gegründet.
nationalen metrologischen und hat seitdem rund 300 Crossmedia- Seitdem sind zahlreiche Dienstleistun-
Instituten als Primärnor- Projekte zu Wirtschaftsstandorten in gen hinzugekommen, unter anderem
Foto: Firma

male verwendet werden. Hessen, Deutschland und Europa um- Datenbankpflege und Seminarorganisa-
www.gtm-gmbh.com gesetzt, aber auch weltweit Kommuni- tion. www.skriptor-direkt.de
52 FREIZEIT I H K- R E P O RT 1 / 2 -2 0 1 3

SKIVERGNÜGEN – GANZ NAH


Wenn der Winter der Region ein weißes Kleid
zaubert, wird der Schlitten aus dem Keller geholt
– und auf geht’s zur nächsten Rodelstrecke. Die
Ski müssen aber nicht stehenbleiben: Zwei Lifte
in Beerfelden und Birkenau-Schnorrenbach
bescheren dem Odenwald alpine Wintersport-
Atmosphäre.
500 Meter lang ist die Abfahrtsstrecke „Buch-
helle“ bei Beerfelden im Herzen des Odenwalds.
Ist der Schnee erst einmal da, bleibt er auch für
eine ganze Weile – dafür sorgen die Nordwest-
Lage und eine Pistenraupe. Für Anfänger gibt es
eine Skischule. Zwei Abfahrtsmöglichkeiten von
leicht bis mittelschwer bietet der 270 Meter lange
Schlepplift in Birkenau-Schnorrenbach. Zum
Après-Ski geht’s in „Kunkels Klause“.
Wenn über dem Odenwald die Sonne untergeht,
dann ist an beiden Liften der Pisten-Tag noch
nicht zu Ende: Flutlichtanlagen garantieren
Skispaß bis 21 Uhr.
Kein Schnee? Kein Problem! Denn der nächste
Frühling kommt bestimmt. Und von Mai bis
Oktober ist in Birkenau-Schnorrenbach Grasski-
Saison. — rfw
INFORMATION

TIPP www.skilift-schnorrenbach.jimdo.com
www.skilift-beerfelden.de
www.hr-online.de bietet Wintersport-Tipps unter

Fotos: Guido Schiek


der Rubrik „Ratgeber“ und dem Unterpunkt
„Freizeit & Reisen“.

SUDOKU
Füllen Sie die leeren Felder
so aus, dass in jeder Zeile,
in jeder Spalte und in jedem
3 x 3-Quadrat die Zahlen von
1 bis 9 jeweils nur einmal
vorkommen.
Die Lösung finden Sie auf
Seite 56.
schwer
mittel
1/2 -2 0 1 3 I H K- R E P O RT A MT L I CH E S 53

WIRTSCHAFTSSATZUNG
der Industrie- und Handelskammer Darmstadt Geschäftsjahr 2013

Die Vollversammlung der Industrie- und Handelskammer (IHK) Darmstadt hat am 2.2. Kaufleuten²
28.11.2012 gemäß den §§ 3 und 4 des Gesetzes zur vorläufigen Regelung des Rechts a) mit einem Gewerbeertrag, hilfsweise Gewinn aus Gewerbebetrieb,
der Industrie- und Handelskammern (IHKG) vom 18.12.1956 (BGBI. I S. 920), zuletzt bis 40.000,00 € 200,00 €
geändert durch Artikel 2 Absatz 61 des Gesetzes vom 22. Dezember 2011 (BGBI. I S. b) mit einem Gewerbeertrag, hilfsweise Gewinn aus Gewerbebetrieb,
3044), und der Beitragsordnung vom 27.02.2008 (IHK-Report Südhessen, 06/2008, über 40.000,00 € 300,00 €
S. 41) folgende Wirtschaftssatzung für das Geschäftsjahr 2013 (01.01.2013 bis 2.3. allen IHK-Mitgliedern, die mehr als 1.000 Arbeitnehmer beschäftigen,
31.12.2013) beschlossen: auch wenn sie sonst nach Ziffern II. 2.1. oder II. 2.2. zu veranlagen
wären 10.000,00 €
2.4. Für Kapitalgesellschaften, die nach Ziffer II. 2.2 zum Grundbeitrag
I. Wirtschaftsplan veranlagt werden und deren Tätigkeit sich in der Funktion eines persönlich
Der Wirtschaftsplan 2013 wird haftenden Gesellschafters in nicht mehr als einer ebenfalls der IHK
1. in der Plan-GuV Darmstadt zugehörigen Personenhandelsgesellschaften erschöpft,
mit der Summe der Erträge in Höhe von 15.655.900,00 € wird auf Antrag der zu veranlagende Grundbeitrag ermäßigt, und
mit der Summe der Aufwendungen in Höhe von 16.699.300,00 € zwar auf 150,00 €
mit einer Rücklagenveränderung in Höhe von -56.200,00 € 3. Als Umlagen sind zu erheben 0,10 % des Gewerbeertrages bzw. Gewinns
2. im Finanzplan aus Gewerbebetrieb. Bei natürlichen Personen und Personengesellschaften
mit der Summe der Investitionseinzahlungen in Höhe von 650.000,00 € ist die Bemessungsgrundlage einmal um einen Freibetrag von 15.340,00 €
mit der Summe der Investitionsauszahlungen in Höhe von 918.000,00 € für das Unternehmen zu kürzen.
mit der Summe der Einzahlungen in Höhe von 650.000,00 € 4. Bemessungsjahr für Grundbeitrag und Umlage ist das Jahr 2013
mit der Summe der Auszahlungen in Höhe von 1.005.100,00 € 5. Soweit ein Gewerbeertrag bzw. Gewinn aus Gewerbebetrieb für das
festgestellt. Bemessungsjahr nicht bekannt ist, wird eine Vorauszahlung des Grundbeitra-
3. Die Personalaufwendungen und alle übrigen Aufwendungen werden ges und der Umlage auf der Grundlage des letzten der IHK vorliegenden
insgesamt für gegenseitig deckungsfähig erklärt. Gewerbeertrages bzw. Gewinns aus Gewerbebetrieb erhoben.
Die Investitionsausgaben werden gegenseitig für deckungsfähig erklärt. Soweit keine Informationen über Gewerbeerträge / Gewinne aus Gewerbebe-
Die Erträge aus den Finanzanlagen können bis zu ihrer tatsächlichen Höhe trieb oder Gewerbesteuermessbeträge vorliegen, wird eine Vorauszahlung nur
im Geschäftsjahr wieder in dieser Anlageform/-art angelegt werden. des Grundbeitrages gemäß Ziffer II. 2.1. a) bzw. Ziffer II. 2.2. a) erhoben.
Soweit Nichtkaufleute die Anfrage der IHK nach der Höhe des Gewerbeertrages
bzw. Gewinns aus Gewerbebetrieb nicht beantwortet haben, wird eine
II. Beitrag Veranlagung nur des Grundbeitrages gemäß Ziffer II. 2.1. a) durchgeführt.
1. Nicht in das Handelsregister eingetragene natürliche Personen und Personen-
gesellschaften, deren Gewerbeertrag hilfsweise Gewinn aus Gewerbebetrieb
5.200 € nicht übersteigt, sind vom Beitrag freigestellt. III. Kredite
Nicht im Handelsregister eingetragene natürliche Personen, die ihr Gewerbe Zur Aufrechterhaltung der ordnungsgemäßen Kassenwirtschaft dürfen Kassen-
nach dem 31. Dezember 2003 angezeigt und in den letzten fünf Wirtschaftsjah- kredite bis zur Höhe von 1.000.000,00 Euro aufgenommen werden.
ren vor ihrer Betriebseröffnung weder Einkünfte aus Land- und Forstwirtschaft,
Gewerbebetrieb oder selbstständiger Arbeit erzielt haben noch an einer Darmstadt, den 28. November 2012
Kapitalgesellschaft mittelbar oder unmittelbar zu mehr als einem Zehntel
beteiligt waren, sind für das Geschäftsjahr der IHK, in dem die Betriebseröff- Dr. Hans-Peter Bach Dr. Uwe Vetterlein
nung erfolgt, und für das darauf folgende Jahr von der Umlage und vom Präsident Hauptgeschäftsführer
Grundbeitrag sowie für das dritte und vierte Jahr von der Umlage befreit, wenn
ihr Gewerbeertrag hilfsweise Gewinn aus Gewerbebetrieb 25.000,00 € nicht Die vorstehende Wirtschaftssatzung 2013 wird hiermit ausgefertigt und im
übersteigt. Mitteilungsblatt „IHK -Report“ 01/02 2013 veröffentlicht. Sie tritt gemäß § 11 der
2. Als Grundbeiträge sind zu erheben von Satzung der Industrie- und Handelskammer Darmstadt am Tag nach Ablauf des
2.1. Nichtkaufleuten¹ Tages in Kraft, an dem das Mitteilungsblatt herausgegeben worden ist.
a) mit einem Gewerbeertrag, hilfsweise Gewinn aus Gewerbebetrieb,
bis 25.000,00 €, soweit nicht die Befreiung nach Ziffer II. 1. eingreift 50,00 € Darmstadt, den 28. November 2012
b) mit einem Gewerbeertrag, hilfsweise Gewinn aus Gewerbebetrieb,
über 25.000,00 € 60,00 € Dr. Hans-Peter Bach Dr. Uwe Vetterlein
Präsident Hauptgeschäftsführer

¹ Nichtkaufleute sind Gewerbetreibende, die nicht im Handelsregister eingetragen sind


und deren Gewerbebetrieb nach Art und Umfang einen in kaufmännischer Weise
eingerichteten Geschäftsbetrieb nicht erfordert.
² Kaufleute sind Gewerbetreibende, die im Handelsregister eingetragen sind oder deren
Gewerbebetrieb nach Art und Umfang einen in kaufmännischer Weise eingerichteten
Geschäftsbetrieb erfordert.
54 A MT L I C H E S I H K- R E P O RT 1 / 2 -2 0 1 3

NACHTRAGS-WIRTSCHAFTSSATZUNG
der Industrie- und Handelskammer Darmstadt Geschäftsjahr 2012

Die Vollversammlung der Industrie- und Handelskammer (IHK) Darmstadt hat am 2.2. Kaufleuten²
28.11.2012 gemäß den §§ 3 und 4 des Gesetzes zur vorläufigen Regelung des Rechts a) mit einem Verlust oder mit einem Gewerbeertrag, hilfsweise Gewinn
der Industrie- und Handelskammern (IHKG) vom 18.12.1956 (BGBI. I S. 920), zuletzt aus Gewerbebetrieb, bis 36.850,00 € 204,00 €
geändert durch Artikel 2 Absatz 61 des Gesetzes vom 22. Dezember 2011 (BGBI. I S. b) mit einem Gewerbeertrag, hilfsweise Gewinn aus Gewerbebetrieb,
3044), und der Beitragsordnung vom 27.02.2008 (IHK-Report Südhessen, 06/2008, über 36.850,00 € 306,00 €
S. 41) folgende Nachtrags-Wirtschaftssatzung für das Geschäftsjahr 2012 (01.01.2012 2.3. allen IHK-Mitgliedern, die mehr als 1.000 Arbeitnehmer beschäftigen,
bis 31.12.2012) beschlossen: auch wenn sie sonst nach Ziffern II. 2.1. oder II. 2.2. zu veranlagen
wären 10.000,00 €
2.4. Für Kapitalgesellschaften, die nach Ziffer II. 2.2 zum Grundbeitrag
I. Wirtschaftsplan veranlagt werden und deren Tätigkeit sich in der Funktion eines persönlich
1. Der Wirtschaftsplan für das Geschäftsjahr 2012 verändert sich wie folgt und haftenden Gesellschafters in nicht mehr als einer ebenfalls der IHK
wird festgestellt: Darmstadt zugehörigen Personenhandelsgesellschaften erschöpft,
Plan 2012 Nachtrag 2012 Veränderung wird auf Antrag der zu veranlagende Grundbeitrag ermäßigt, und
Summe der Erträge 17.395.400,00 € 17.051.300,00 € -344.100,00 € zwar auf 152,00 €
Summe der Aufwendungen 16.711.900,00 € 16.167.300,00 € -544.600,00 € 3. Als Umlagen sind zu erheben 0,20 % des Gewerbeertrages bzw. Gewinns aus
Rücklagen-Veränderung -210.000,00 € 273.400,00 € 483.400,00 € Gewerbebetrieb. Bei natürlichen Personen und Personengesellschaften ist die
2. Im Finanzplan ergeben sich folgende Veränderungen: Bemessungsgrundlage einmal um einen Freibetrag von 15.340,00 € für das
Plan 2012 Nachtrag 2012 Veränderung Unternehmen zu kürzen.
Investitionseinzahlungen 0,00 € 3.150.000,00 € 3.150.000,00 € 4. Bemessungsjahr für Grundbeitrag und Umlage ist das Jahr 2012
Investitionsauszahlungen 881.500,00 € 1.896.012,55 € 1.014.512,55 € 5. Soweit ein Gewerbeertrag bzw. Gewinn aus Gewerbebetrieb für das Be-
Summe der Einzahlungen 1.233.900,00 € 4.893.600,00 € 3.659.700,00 € messungsjahr nicht bekannt ist, wird eine Vorauszahlung des Grundbeitrages
Summe der Auszahlungen 881.500,00 € 1.896.012,55 € 1.014.512,55 € und der Umlage auf der Grundlage des letzten der IHK vorliegenden
3. Die Personalaufwendungen und alle übrigen Aufwendungen werden Gewerbeertrages bzw. Gewinns aus Gewerbebetrieb erhoben.
insgesamt für gegenseitig deckungsfähig erklärt. Soweit keine Informationen über Gewerbeerträge / Gewinne aus Gewerbebe-
Die Investitionsausgaben werden gegenseitig für deckungsfähig erklärt. trieb oder Gewerbesteuermessbeträge vorliegen, wird eine Vorauszahlung nur
Die Erträge aus den Finanzanlagen können bis zu ihrer tatsächlichen Höhe im des Grundbeitrages gemäß Ziffer II. 2.1. a) bzw. Ziffer II. 2.2. a) erhoben.
Geschäftsjahr wieder in dieser Anlageform/ -art angelegt werden. Soweit Nichtkaufleute die Anfrage der IHK nach der Höhe des Gewerbeertrages
bzw. Gewinns aus Gewerbebetrieb nicht beantwortet haben, wird eine
II. Beitrag Veranlagung nur des Grundbeitrages gemäß Ziffer II. 2.1. a) durchgeführt.
1. Nicht in das Handelsregister eingetragene natürliche Personen und Personen-
gesellschaften, deren Gewerbeertrag hilfsweise Gewinn aus Gewerbebetrieb
5.200 € nicht übersteigt, sind vom Beitrag freigestellt. III. Kredite
Nicht im Handelsregister eingetragene natürliche Personen, die ihr Gewerbe Zur Aufrechterhaltung der ordnungsgemäßen Kassenwirtschaft dürfen Kassenkredi-
nach dem 31. Dezember 2003 angezeigt und in den letzten fünf Wirtschaftsjah- te bis zur Höhe von 1.000.000,00 Euro aufgenommen werden.
ren vor ihrer Betriebseröffnung weder Einkünfte aus Land- und Forstwirtschaft,
Gewerbebetrieb oder selbstständiger Arbeit erzielt haben noch an einer Darmstadt, den 28. November 2012
Kapitalgesellschaft mittelbar oder unmittelbar zu mehr als einem Zehntel
beteiligt waren, sind für das Geschäftsjahr der IHK, in dem die Betriebseröff- Dr. Hans-Peter Bach Dr. Uwe Vetterlein
nung erfolgt, und für das darauf folgende Jahr von der Umlage und vom Präsident Hauptgeschäftsführer
Grundbeitrag sowie für das dritte und vierte Jahr von der Umlage befreit, wenn
ihr Gewerbeertrag hilfsweise Gewinn aus Gewerbebetrieb 25.000,00 € nicht Die vorstehende Nachtrags-Wirtschaftssatzung 2012 wird hiermit ausgefertigt und
übersteigt. im Mitteilungsblatt „IHK -Report“ 01/02 2013 veröffentlicht. Sie tritt gemäß § 11 der
2. Als Grundbeiträge sind zu erheben von Satzung der Industrie- und Handelskammer Darmstadt am Tag nach Ablauf des
2.1. Nichtkaufleuten¹ Tages in Kraft, an dem das Mitteilungsblatt herausgegeben worden ist.
a) mit einem Gewerbeertrag, hilfsweise Gewinn aus Gewerbebetrieb,
bis 24.550,00 €, soweit nicht die Befreiung nach Ziffer II. 1. eingreift 51,00 € Darmstadt, den 28. November 2012
b) mit einem Gewerbeertrag, hilfsweise Gewinn aus Gewerbebetrieb,
über 24.550,00 € 61,00 € Dr. Hans-Peter Bach Dr. Uwe Vetterlein
Präsident Hauptgeschäftsführer

¹ Nichtkaufleute sind Gewerbetreibende, die nicht im Handelsregister eingetragen sind


und deren Gewerbebetrieb nach Art und Umfang einen in kaufmännischer Weise
eingerichteten Geschäftsbetrieb nicht erfordert.
² Kaufleute sind Gewerbetreibende, die im Handelsregister eingetragen sind oder deren
Gewerbebetrieb nach Art und Umfang einen in kaufmännischer Weise eingerichteten
Geschäftsbetrieb erfordert.
56 A MT L I C H ES / I M P R E SS U M I H K- R E P O RT 1 / 2 -2 0 1 3

DIE MEDIADATEN 2013 ZAHL DES MONATS IMPRESSUM

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Industrie- und Handelskammer Darmstadt
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meDiA-DAteN 2013 Beschäftigte arbeiteten im Jahr 2011 im Postfach 100705, 64207 Darmstadt
Pharmahandel in Deutschland. Drei Viertel Telefon: 0 61 51 871 - 0
davon hatten ihren Arbeitsplatz in Apothe- Internet: www.darmstadt.ihk.de
ken, fast 60 Prozent davon in Teilzeitbeschäf- E-Mail: info@darmstadt.ihk.de
tigung. Der Rest ist im Großhandel mit Verantwortlich:
Für den IHK-Report, das Mitgliedermagazin der pharmazeutischen Erzeugnissen tätig. Dr. Uwe Vetterlein
IHK Darmstadt Rhein Main Necker, sind ab sofort 2011 erzielte im Durchschnitt jedes Pharma-
Redaktion:
die neuen Mediadaten 2013 erhältlich. Verleger und großhandelsunternehmen 872.000 Euro
Thomas Klein, Franziska Richter,
damit Ansprechpartner für an Anzeigen interessierte Umsatz je Beschäftigten. In den Apotheken Sandra Lehmann
Unternehmen ist die Prüfer Medienmarketing lag dieser Wert bei 175.000 Euro. Telefon: 0 61 51 871 - 280
Endriß & Rosenberger GmbH in Baden-Baden. Fax: 0 61 51 871 - 100 - 280
E-Mail: redaktion@darmstadt.ihk.de
Eine Neuheit: Zu ihrem Firmenjubiläum erhalten Die mit Namen gekennzeichneten Text-
Mitgliedsunternehmen der IHK Darmstadt einen VOLLVERSAMMLUNG beiträge geben die Meinung des Autors,
Rabatt von 30 Prozent. Existenzgründer sparen nicht in jedem Fall auch die Meinung der
IHK Darmstadt wieder. Nachdruck, auch
50 Prozent bei ihrem Erstauftrag. Die Sitzungen der Vollversammlung
auszugsweise, nur mit Genehmigung der
der IHK Darmstadt im Jahr 2013 IHK Darmstadt. Unverlangt eingesandte
INFORMATION finden am 6. März, 3. Juli, Manuskripte und Fotos werden nur
25. September und 11. Dezember zurückgeschickt, wenn ausreichend
Achim Hartkopf Rückporto beigefügt ist.
Prüfer Medienmarketing Endriß & statt.
Rosenberger GmbH Lektorat:
T: 0 72 21 21 19 - 29 Die Sitzungen sind für IHK-Mitglieder rfw. kommunikation, Darmstadt
öffentlich. Eine Anmeldung ist aus www.rfw-kom.de
E: achim.hartkopf@pruefer.com
organisatorischen Gründen beim Konzept und Gestaltung:
MEDIADATEN Sekretariat des Hauptgeschäfts- Hausgrafik, Büro für Gestaltung, Darmstadt
führers erforderlich. www.hausgrafik.de
www.pruefer.com
www.darmstadt.ihk.de: Dokument-Nr. T: 0 61 51 871 - 203
Druck:

974
E: hauptgeschaeftsfuehrung@ apm alpha print medien AG, Darmstadt
darmstadt.ihk.de www.apm.ag

Verlag, Anzeigenverwaltung
und Gesamtherstellung:
Prüfer Medienmarketing
VORSCHAU Endriß & Rosenberger GmbH
Jägerweg 1, 76532 Baden-Baden
Ausgeschiedene Handelsrichter www.pruefer.com
Schwerpunkt März 2013 Verlags-/Anzeigenleitung:
Als Handelsrichter ausgeschieden sind Ende 2012: Sachverständige Achim Hartkopf, Telefon: 0 72 21 21 19 - 42
Walter Seibel (Messel), Rainer W. Eberhardt E-Mail: achim.hartkopf@pruefer.com
Anzeigenservice:
(Heppenheim), Thomas Bartmann (Pfungstadt), Inge Schwerpunkt April 2013 Melanie Nöll, Telefon: 0 72 21 21 19 - 14
Lange-Hess (Seeheim-Jugenheim) und Manfred Verflechtungsstudie Region Fax: 0 72 21 21 19 - 15
Krauth (Mühltal). Für ihre langjährige Tätigkeit als Rhein Main Neckar E-Mail: melanie.noell@pruefer.com
ehrenamtliche Handelsrichter beim Landgericht Zurzeit gilt die Anzeigenpreisliste Nr. 3
von Januar 2013
Darmstadt dankt die IHK Darmstadt den genannten
Damen und Herren. Lösung zu Sudoku von Seite 52: Erscheinungsweise: Jährlich zehn Ausgaben
(Doppelausgaben: Januar/Februar,
DOKUMENT-NR. Juli/August) jeweils zu Monatsbeginn

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