Sie sind auf Seite 1von 3

Karte der Bergbaubetriebe - Stand: 04/2020

1. Bergbau in den Ländern Brandenburg und Berlin

Naturräumliche Grundlage
Brandenburg hat eine wechselvolle geologische Vergangenheit, die aus der an der Oberfläche und im
Untergrund verbreiteten Schichtenfolge abzulesen ist. Die Verbreitung dieser Schichtenfolge gibt Aus-
kunft über deren geologische Entstehung. Spezielle Schichtenfolgen sind auch Träger umfangreicher roh-
stoffgeologischer Nutzungspotenziale Brandenburgs. Zur Erkundung der räumlichen Verbreitung und
Charakteristik dieser Geopotenziale ist das Wissen über die geologische Entstehung ausschlaggebend.
Geomorphologisch gehört das Land Brandenburg mit Ausnahme eines schmalen südlichen Randstrei-
fens zum norddeutschen Tiefland, das seine oberflächennahe geologische Prägung als Bestandteil des
quartären nordeuropäischen Vereisungsgebietes erhalten hat. Die Gletscher hinterließen eine im Durch-
schnitt etwa 80 m mächtige Lockersedimentdecke, eine Abfolge aus Moränen unterschiedlicher Genese,
Sanderschüttungen, fluviatilen Ablagerungen in den Schmelzwassertälern sowie Stillwassersedimenten.
Sie enthalten eine Reihe wichtiger Baurohstoffe, wie Kiese, Sande und Tone. Unter der jungen Lo-
ckersedimentdecke sind Schichtenfolgen erbohrt, die sich seit ca. 300 Millionen Jahren gebildet haben
und insgesamt Mächtigkeiten von mehreren Kilometern aufweisen können. Die Kenntnis über den tiefen
geologischen Aufbau Brandenburgs resultiert im Wesentlichen aus der umfangreichen Bohrtätigkeit, die
zur Erkundung und Erschließung der Bodenschätze wie z. B. Baurohstoffe, Braunkohle, Erze, Kohlen-
wasserstoffe, Grundwasser und Geothermie abgeteuft wurden. Weiterhin wichtige Kenntnisse werden
aus großflächigen geophysikalischen Untersuchungen gewonnen. Innerhalb der norddeutschen Senke
sind insbesondere die Schichten des Tertiärs hervorzuheben, die speziell in der Lausitz mit der Verbrei-
tung, Ausbildung und Lagerung der Braunkohle von besonderer wirtschaftlicher Bedeutung für
Brandenburg sind.

Braunkohle
Im Lausitzer Revier, zwischen Elbe und Neiße/Oder gelegen, befinden sich etwa 13 Milliarden Tonnen
gewinnbare Braunkohlenvorräte. Die Bildung der Braunkohlen des Lausitzer Reviers begann vor 15 bis
20 Millionen Jahren. In der Niederlausitz werden 5 Flözhorizonte unterschieden. Heute erfolgt der Abbau
des zweiten Lausitzer Flözes, das über die gesamte Lausitz verbreitet und durch pleistozäne Erosionsrin-
nen in eine Vielzahl von Teilfeldern gegliedert ist. Die Kohle des zweiten Lausitzer Flözes zeichnet sich
durch einen geringen Asche- und Schwefelgehalt aus. Das Flöz liegt in einer Teufe zwischen 40 und 120
m mit einer Mächtigkeit von ca. 8 bis 15 m.
Die Gewinnung und Nutzung des Energierohstoffes Braunkohle bildet insbesondere in der Niederlausitz
einen bedeutenden wirtschaftlichen und infrastrukturellen Faktor. Der moderne Braunkohlenbergbau in
der Lausitz wird unter umwelt- und sozialverträglichen Gesichtspunkten geführt und steht somit für die
wirtschaftliche, soziale und infrastrukturelle Entwicklung der Region Niederlausitz. Der Braunkohlenberg-
bau sichert tausende von Arbeitsplätzen und die Wertschöpfung im eigenen Land.
Derzeit (2020) fördern in Brandenburg die zwei Braunkohlentagebaue Jänschwalde und Welzow-Süd mit
einer Leistung von ca. 25 Millionen Tonnen Rohbraunkohle pro Jahr. Der überwiegende Anteil der geför-
derten Braunkohle mit ca. 95 % wird in den regionalen Lausitzer Kraftwerken verstromt. Etwa 5 % der ge-
förderten Kohle wird in der Brikettfabrik Schwarze Pumpe zu Briketts, Braunkohlenstaub und Wirbel-
schichtkohle veredelt.

Sanierungsbergbau
Nach der wirtschaftlichen und politischen Wende Anfang der neunziger Jahre konnten viele fördernde
Braunkohlentagebaue sowie Veredlungsfabriken auf Grund der geänderten Situation nicht wirtschaftlich
weitergeführt werden. Zur Wiedernutzbarmachung und Rekultivierung dieser ehemals bergbaulich ge-
nutzten Standorte wurde - in einer Bund-Länder-Mischfinanzierung - die Lausitzer und Mitteldeutsche
Bergbau-Verwaltungsgesellschaft mbH (LMBV) für diese Aufgabe gegründet.
Als bergrechtlich verantwortlichem Unternehmen obliegt der LMBV die Herstellung der geotechnischen
und der öffentlichen Sicherheit in den ehemaligen Braunkohletagebauen und –veredlungsanlagen, der
Rückbau nicht mehr benötigter Anlagen, die Sicherung bzw. Beseitigung von ökologischen Altlasten so-
wie die Herstellung eines sich weitestgehend selbst regulierenden Wasserhaushaltes. In der bergbauli-
chen Grundsanierung ist bereits ein sehr fortgeschrittener Stand erreicht, bei der Massenbewegung zur

1
Gestaltung der Tagebaubereiche wurden insgesamt 1,7 Milliarden Kubikmeter umgesetzt, für die Siche-
rung von Kippen und Böschungen 1 Milliarde Kubikmeter Massen verdichtet. Die Demontage und Ab-
bruchleistungen sind bis zum Jahre 2013 bereits zu 98 % sowie die Rekultivierungsleistungen zu 80 %
realisiert. Im Zusammenhang mit der Grundwassersanierung an den ehemaligen Kohlenveredlungsstan-
dorten sind noch ca. 41 % der notwendigen Leistungen zu erbringen sowie noch etwa 28 % für die Wie-
derherstellung des Wasserhaushaltes.
Die Braunkohleförderung hat in der Vergangenheit in der Lausitz zu einer großräumigen Absenkung des
Grundwasserspiegels geführt. Mit der teilweisen Einstellung der Braunkohlenförderung steigt in weiten
Teilen der Lausitz das Grundwasser wieder an. Die dabei auftretenden Herausforderungen werden durch
die LMBV im Rahmen der Braunkohlensanierung getragen. In diese Aufgabenbewältigung sind auch die
Universitäten im Hochschuldreieck Berlin/ Cottbus, Dresden/Freiberg und Leipzig/Halle eingebunden.
Durch den Abbau der Braunkohle wurden Landschaften tiefgreifend verändert. Die in Anspruch genom-
menen Flächen werden nach Stilllegung der Tagebaue einer Nachnutzung als landwirtschaftliche und
forstwirtschaftliche Nutzflächen, Flächen für den Naturschutz und andere Nutzungen wieder zugeführt.
Dabei ist es vorrangiges Ziel, neu zu gestaltende Flächen unter Beachtung ihrer Schutz-, Nutz- und Erho-
lungsfunktion in die umgebende Landschaft zu integrieren und eine schnelle und nachhaltige Wiederbe-
siedlung von Flora und Fauna zu ermöglichen.
Zu den bis zum Jahre 2013 erreichten Ergebnissen der Rekultivierung zählt die Herstellung von über
10.000 ha Waldfläche und über 1.100 ha Landwirtschaftsfläche. Dazu kommen rund 4.000 ha aus-
schließlich dem Naturschutz dienende Flächen. Ausgewählte Anlagen wurden nicht zurückgebaut und
werden als Zeugnisse der Industriegeschichte erhalten. So werden die ehemalige Brikettfabrik Luise so-
wie die ehemalige Förderbrücke F60 in Lichterfelde heute als Besucherbergwerk zur
touristischen Besichtigung genutzt.

Steine- und Erdenbergbau


Die Mark Brandenburg ist nicht nur eine Streusandbüchse. Mit den in Brandenburg vorkommenden quali-
tativ hochwertigen Kiesen und Kiessanden, Quarzsanden, Grauwacken, Tonen und Torfen wird die Basis
für die Entwicklung weiterer Industriezweige gebildet. Somit stellt der Steine- und Erdenbergbau eine
wichtige Grundlage für die Versorgung des Marktes mit den für die Bau- und Baustoffindustrie wichtigen
Rohstoffen dar. Die gewonnenen Rohstoffe werden zum überwiegenden Teil in Brandenburg zur Herstel-
lung von Beton, Kalksandsteinen, Klinkern, Steinzeugen, Glas und vielen anderen Produkten weiter ver-
arbeitet.
Der überwiegende Teil der über 20 Millionen Tonnen pro Jahr geförderten Steine und Erdenrohstoffe wird
in Lockergesteinstagebauen erbracht. Im Jahre 2013 befinden sich über 200 Lockergesteinstagebaue im
Geltungsbereich des Bundesberggesetzes, die durch das LBGR genehmigungsrechtlich sowie aufsichts-
technisch betreut werden. Diese Lockergesteinsprodukte sind als Massenrohstoffe für die Bauwirtschaft
sehr transportkostenintensiv. Die geologische Ausstattung Brandenburgs lässt es jedoch zu, dass die Lo-
ckergesteinstagebaue nahezu flächendeckend im Land verteilt sind und Baumaßnahmen mit Rohstoffen
aus der Region bedient werden können. Neben den kostenseitigen Vorteilen bezüglich der geringen
Transportwege werden dadurch auch ökologische und verkehrsbedingte Auswirkungen auf ein Minimum
reduziert. Allerdings haben sich aufgrund der angefragten Qualitätsanforderungen verbunden mit einer
generellen Körnungsgrößenabnahme nach Norden hin regionale Förderschwerpunkte etabliert.
Daneben existieren drei Festgesteinstagebaue, wobei der westlich von Berlin befindliche Kalksteintage-
bau Rüdersdorf der CEMEX OstZement GmbH aufgrund seiner über 750 Jahre umgehenden Abbautätig-
keit den dimensional größten Tagebau darstellt und geologisch bedingt der nördlichste Kalksteintagebau
Deutschlands ist. Im Süden Brandenburgs wird in den zwei weiteren Festgesteinstagebauen Koschen-
berg und Großthiemig Grauwacke gewonnen.

Bohrlochbergbau
In Brandenburg wurden seit den 50iger Jahren des 20. Jahrhunderts Kohlenwasserstoffe (Erdöl, Erdgas)
exploriert und gefördert. Im Jahre 2013 erfolgt die Erdölgewinnung lediglich noch aus der Lagerstätte
Kietz mit zwei Fördersonden. Jedoch wird aufgrund der Energiepreissituation in fünf neu erteilten Erlaub-
nissen auch im Land Brandenburg wieder Erdöl und Erdgas erkundet. So wird beispielsweise im erteilten
Erlaubnisfeld Lübben der tiefe Untergrund Brandenburgs von der Firma CEP Central European Petro-
leum GmbH (CEP) mit Sitz in Berlin auf das Vorhandensein von wirtschaftlich gewinnbaren Erdöl- und
Erdgasvorkommen erkundet. Mittels seismischer Explorationskampagnen und einer abgeteuften Tiefboh-
rung in Guhlen wurden aussagekräftige Informationen über die geologischen Potentiale Brandenburgs
gesammelt. Trotz der in einer breiten Öffentlichkeit geführten intensiven Diskussion über Gewinnungs-
technologien im Bohrlochbergbau konnte diese neue Erkundungsbohrung in Guhlen dank einer offensi-
ven Informationspolitik in einer touristisch intensiv genutzten Region realisiert werden.

Aufgrund der sich verstärkenden Energienutzung aus regenerativen Quellen wird seit dem Jahre 2000
auch die Nutzung der Geothermie im Land Brandenburg in mehreren Erlaubnisfeldern wieder untersucht.

2
Exemplarisch hierfür sei an dieser Stelle das Forschungsvorhaben in Groß Schönebeck durchgeführt
vom Geoforschungszentrum Potsdam (GFZ) genannt.
Aber auch die Nutzung von Sole als Thermalwasser erfolgt an mehreren Standorten Brandenburgs. In
Burg, Bad Saarow, Belzig, Bad Wilsnack, Templin und Rheinsberg werden diese Thermalwässer für den
Kur- und Badebetrieb eingesetzt.

Kupferbergbau
Die Kupferlagerstätte Spremberg ist die bedeutendste Erzlagerstätte Brandenburgs. Bereits in den 50iger
Jahren erfolgte hier die Erkundung. Aufgrund steigender Rohstoffpreise auf den Metallmärkten rückte
diese Lagerstätte Anfang des 21. Jahrhunderts erneut in den Fokus internationaler Bergbaukonzerne.
Im Jahre 2007 wurde in einer Konkurrenzentscheidung der Firma MINERA S.A. die Erlaubnis zur Erkun-
dung und später im Jahre 2010 die Gewinnungsberechtigung in Form einer Bewilligung durch das LBGR
erteilt. Die Nutzungsrechte sowie die Planungen und Arbeiten vor Ort werden von der für dieses Projekt
gegründeten Tochterfirma Kupferschiefer Lausitz GmbH (KSL) mit Sitz in Spremberg umgesetzt.

Von 2008 an fand eine Neubewertung sowie eine umfangreiche Nacherkundung statt, wofür bis zum
Jahre 2013 etwa 25 Mill. € investiert wurden. Mit drei Explorationsbohrungen und vier Ablenkbohrungen
von bis zu 1.500 Meter Teufe verifizierte KSL die ursprünglichen Ergebnisse, untersuchte eine mögliche
Erweiterung der Lagerstätte und testete die Gewinnbarkeit der Metalle. Von Januar bis März 2011 wur-
den seismische Untersuchungen des tiefen Untergrunds rund um die Gemeinden Spremberg, Graustein
und Schleife durchgeführt. Die Ergebnisse der 3D-Seismik geben Aufschluss über die Struktur der unter-
tägigen Kupferlagerstätte. Die aus früheren Erkundungen stammenden Erkenntnisse über die Lagerstätte
wurden im Wesentlichen bestätigt und die Vorratszahlen gehen sogar über die ursprünglichen Annahmen
hinaus. Nach dieser Erkundungsphase erfolgt derzeit die Projektierung eines untertägigen Bergwerkes
bezüglich wirtschaftlicher und genehmigungsrechtlicher Fragestellungen. Die Aufnahme der Gewinnungs-
arbeiten ist nach derzeitigem Projektstand für Ende dieses Jahrzehnts geplant.

Untergrundspeicherung
Erdgasspeicherung gewinnt in Deutschland und Europa aufgrund der steigenden Importabhängigkeit und
dem sehr dynamischen Wettbewerbsumfeld im Erdgasmarkt immer mehr an Bedeutung. Die tendenziell
rückläufige Erdgasförderung in Westeuropa sowie die sich stets ändernden Marktbedingungen machen
Erdgasspeicher notwendig.
Sowohl im Land Brandenburg als auch im Land Berlin existieren jeweils ein Porenspeicher sowie ein wei-
terer im brandenburgischen Rüdersdorf befindlicher Kavernenspeicher zur Speicherung von Erdgas.
Der Erdgasbedarf ist keineswegs konstant, er variiert vielmehr auf Grund von tages- und jahreszeitlichen
Temperaturschwankungen und konjunkturellen Einflüssen sehr stark. Damit Verbraucher jederzeit sicher,
ausreichend und preisgünstig mit Erdgas versorgt werden, können Produktions- und Absatzschwankun-
gen unter anderem mit Erdgasspeichern ausgeglichen werden.

Die EWE GASSPEICHER GmbH - eine hundertprozentige Tochter der EWE AG – errichtete am Standort
Rüdersdorf einen hochmodernen Kavernenspeicher. Derzeit betreibt sie zwei Erdgaskavernenspeicher
mit einem Arbeitsvolumen von ca. 135 Mio. m³ (VN), wobei im Rahmen der fortgeführten Planungen wei-
tere Kavernen gesolt werden sollen.

2. Umfang der Informationsbereitstellung

Die Karte zeigt die derzeit unter Bergaufsicht stehenden Betriebsstätten des Bergbaus.
Berücksichtigt sind neben Betriebsstätten zur Gewinnung auch genehmigte Vorhaben
zur Aufsuchung von Bodenschätzen. Folgende Informationen sind durch einen Klick
auf das betreffende Symbol abrufbar:

- Name der Betriebsstätte


- Landkreis
- Bodenschatz bzw. Art der Betriebsstätte
- Status
- Angaben zum Unternehmer

Die Darstellung der Betriebe in der Karte ist ausschließlich für Übersichtszwecke geeignet.
Weitergehende Auskünfte zu den Bergbaubetrieben können vom LBGR auf Antrag bereitgestellt werden.

Landesamt für Bergbau, Geologie und Rohstoffe


Inselstraße 26
03046 Cottbus
Tel. (0355) 48640-330 oder -333