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Zusammenfassung - Jéssica

Kapitel 3-5 vom Buch “Neurodidaktik”, von Mario Grein


Seiten 18 - 26

3. Lernen von der Geburt und im Kleinkindalter

● Kinder speichern Informationen schon im Mutterleib. Deswegen ist es wichtig, mit dem Kind
noch im Leib zu sprechen und Kommunikation zu fördern.
● Die Sprachrezeption beginnt im letzten Drittel der Schwangerschaft
● Gleich nach der Geburt können Babys erkennen, ob es in ihrer Muttersprache oder in einer
Fremdsprache gesprochen wird.
● Sie wissen auch im Leib, ob die Mutter oder eine andere Person spricht, egal in welcher
Sprache die Mutter spricht.
● Kinder haben vorliebe für Geschichte, die sie noch im Leib gehört haben.
● Je mehr Anregungen ein Kind nach der Geburt bekommt, desto schneller und effektiver
entstehen neue Verbindungen zwischen den Neuronen = mehr Leistungskapazität.
● Ab dem 4. Lebensmonat erkennen Kinder ihre Muttersprache auch an den Mund- und
Gesichtsbewegungen. Diese Fähigkeit bleibt länger erhalten, wenn das Kind bilingual oder
mehrsprachig erzogen wird. Wenn sie monolingual erzogen werden, verlieren sie diese
Fähigkeit im 9. Lebensmonat.
● Bei der Geburt können Babys alle Laute (Phoneme) der Sprachen der Welt hören und
unterscheiden. Diese Fähigkeit wird nach dem 9. Lebensmonat langsam verloren.
● Je später eine Fremdsprache erworben wird, desto schwieriger wird es, die adäquate
Aussprache zu erwerben.
● Sprachverarbeitung/Sprachproduktion → passieren in der linker Hemisphäre des Gehirns.
● Je mehr Sprachen das Kind erwirbt, desto leichter fällt ihm der Erwerb weiterer Sprachen im
Erwachsenenalter.
4. Gedächtnisformen

● Kurzzeitgedächtnis
○ Unmittelbare Gedächtnis ​→ ihre Kapazität ist begrenzt. Es ist passiv.
○ Arbeitsgedächtnis → Die Informationen kann durch Wiederholung länger gespeichert
werden, d.h. im Langzeitgedächtnis (im Cortex). Es ist aktiv, neuronale Verknüpfungen
finden statt.
● Langzeitgedächtnis
○ Infos, die im Cortex bleiben. In verschiedenen Gedächtnisformen unterteilt.
● Deklaratives Gedächtnis → bewusste Erinnerung, schnell und flexibel abrufbar. Das
Limbische System und der präfrontale Cortex aktiviert.
○ Semantisches Gedächtnis/ Wissensgedächtnis → Hier werden Fakten, Sachwissen
gespeichert. Es geht um verbale Information.
○ Episodisches Gedächtnis ​→ Hier werden autobiografische Erlebnisse und Erfahrungen
gespeichert. Es geht um eigene Erleben. Anhand dieses Wissens kann man
behaupten, dass es sinnvoll für das Lernen ist, wenn im Unterricht versucht wird, das
episodische Gedächtnis zu aktivieren.
● Nichtdeklaratives Gedächtnis → unbewusst
○ Prozedurales Gedächtnis → Ganz unbewusst. Routinehandlung, man “verlernt” es nicht
mehr. z.B. Fahrrad fahren.
○ Priming ​→ unbewusstes Wiedererkennen von etwas (z.B. Wir hören am Morgen ein
Lied und können es am Nachmittag wiedererkennen, ohne dass wir bewusst auf das
Lied geachtet haben).
○ Klassische Konditionierung → ein Hund wird darauf konditioniert, dass wenn er einen
Knopf drückt, bekommt er Futter.
■ Emotionale Reaktion
■ Motorischer Reflex
○ Nicht-assoziatives Lernen → Gewöhnung. Konsequenz durch ein Verhalten.
Feedback-basiertes Lernen.
5. Der ideale Neurotransmitter-Cocktail
● Jeder Lernende lernt anderes, d.h. jeder Lernende braucht seinen ganz spezifischen
Neurotransmitter-Cocktail (Lernszenario), um Gleichgewicht zwischen anregenden und
hemmenden Neurotransmitter zu erreichen. Das bestimmt unsere Stimmung und unsere
Leistungsfähigkeit.
● Gedächtnisleistung, Konzentration und Kreativität sind auch davon abhängig.
● Das richtige Mischungsverhältnis von Neurotransmittern wirkt lernförderlich und das falsche
lernblockierend (Langeweile, Desinteresse, Unlust…).

Relevante Neurotransmitter:
1. Acetylcholin: ​erhöht die Aufmerksamkeit und unterstützt dadurch das Speichern und die
Verarbeitung neuer Reize.
2. Noradrenalin (anregend): ​aus Dopamine hergestellt. Steuert die Wachheitsgrade, die
Aufmerksamkeit und die Reaktionsbereitschaft. Erhöht die Motivation und die
Leistungsbereitschaft. Zuviel davon erzeugt Angstzustände, die das Lernen blockiert.
3. Dopamin (anregend): ​unterstützt die Signalübertragung zwischen Neuronen. Gilt für
Motivation, Aufmerksamkeit, Neugierde und Konzentration. Damit fühlen wir uns gut und
motiviert. Gilt als internes Belohnungssystem. Ein Mangel an Dopamin ist Auslöser der
Parkinsonschen Krankheit/Alzheimer.
4. GABA (dämpfend): ​Wirkt als angstlösend und beruhigend.Versucht, die Erregbarkeit der
Neuronen zu vermindern.
5. Serotonin (vorwiegend dämpfend): ​bewirkt Gelassenheit, Ausgeglichenheit, innere Ruhe,
Zufriedenheit. Hauptaufgabe: Angst zu dämpfen.
6. Glutamat (anregend): ​dient der Übermittlung von Sinneswahrnehmungen und der
Bewegungssteuerung.

● Alle Neurotransmitter sollen im Gleichgewicht sein.


● Was bedeutet das für das Lernen: man braucht ein gewisser Menge Stress, um lernen zu
können. Wenn die “anregenden” und “hemmenden” Neurotransmitter im Gleichgewicht sind,
spricht man von positivem Stress (Eustress).
● Die Menge Stress, die man zum Lernen braucht, ist individuell unterschiedlich.
● Die größten Stressfaktoren im Fremdsprachenunterricht sind Zeitdruck, Reizüberflutung und
Leistungsdruck.