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PHÄ~OMEKOLOGISCHE l'NTERSCCHVNGEN ZUR KONSTITUTION 65

der subjektiven Sphäre) reales Dasein, auch mannigfaltige reale


Veränderungen, als in konditionalem Zusammenhang mit sub-
jektivem Sein, mit einem Seinsbestand in der subjektiven Sphäre
gegeben sind. So ist Dingliches erfahren (wahrnehmungsmäßig
5 apperzipiert, um die originäre Erfahrung zu bevorzugen), daß
durch eine bloße Blickwendung Abhängigkeitsverhältnisse des
apperzeptiven Bestands des Dinges von der Empfindungssphäre
und der sonstigen subjektiven Sphäre hervortreten. Das ist der
Ur bestand p s y c h o p h y s i s c h er K o n d i t i o n a-
10 1 i t ä t (unter welchem Titel wir a 11 e k o n d i t i o n a 1 e n
Verhältnisse befassen, die zwischen dinglichem und subjektivem
Sein herüber-und hinüberlaufen). Zu jeder psychophysischen
Konditionalität gehört notwendig s o m a t o 1o g i s c h e
K a u s a l i t ä t, unmittelbar betrifft sie immer die Verhältnisse
15 des Irrealen, eines Vorkommnisses in der subjektiven Sphäre,
mit einem Realen des Leibes: mittelbar dann mit einem Realen
außerhalb, das mit dem Leib in realem, also kausalem Zusam-
menhang steht.

c) Die Bedeutung der psychophysischen Konditionalität auf den


verschiedenen Konsti tu tionsstuf en.
Ursprünglich konstituiert sich die reale Welt stufen\veise so ..
20 daß als Unterschicht sich die Mannigfaltigkeit der Sinnendinge
(der Vollschemata) in der Einheit der Raumform aufbaut. Dar,ei
konstituieren sich die Sinnendinge in der subjektiven Weise der
„Orientierung" und für uns (ob das eine Notwendigkeit ist, ist
ein besonderes Problem) derart, daß ein ausgezeichnetes Sinnen-
25 ding „Leib" als beständiger Träger des Zent rum s der
0 r i e n t i er u n g gegeben ist. Die Re a l i s i e r u n g voll-
endet sich dann in der Art, daß die Sinnendinge Zuständlich-
keiten realer Dinge werden, es konstituiert sich das System
r e a 1 e r B e s c h a f f e n h e i t e n, ein System geregelter
30 Wechselbezogenheiten der Sinnendinge unter dem Titel K au-
s a l i t ä t.
Die Konstitution der Unters chic h t ist es, welche allen
Dingen in der Erfahrung, nämlich sofern sie in ihren momentanen
Zaständen Sinnend in g e sind, die ursprünglichste psycho-
35 physische Konditionalität verleiht. Die Sinnendinge sind, was
· sie sind, als Einheiten „in" einer Mannigfaltigkeit von Wahr-
Busserl Ideen II 5