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Teil 7

Qualitätsmanagement in der Automobilindustrie

Prozessaudit
‒ Produktionsmittel ‒

Produktrealisierungsprozess/Einzelproduktion

3. Ausgabe, Juni 2019


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Prozessaudit
- Produktionsmittel -

Produktrealisierungsprozess/Einzelproduktion

3. Ausgabe, Juni 2019


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Verband der Automobilindustrie e.V. (VDA)
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ISSN 0943-9412
VÖ: Juni 2019
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Verband der Automobilindustrie e.V. (VDA)


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Unverbindliche Empfehlung des VDA
Der Verband der Automobilindustrie (VDA) empfiehlt seinen Mitgliedern, die
nachstehende Richtlinie bei der Einführung und Aufrechterhaltung von QM-
Systemen anzuwenden.

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Dieser VDA-Band ist eine Empfehlung, die jedermann frei zur Anwendung
steht. Wer sie anwendet, hat für die richtige Anwendung im konkreten Fall
Sorge zu tragen.
Dieser VDA-Band berücksichtigt den zum Zeitpunkt der jeweiligen Ausgabe
herrschenden Stand des Wissens und der Technik. Durch das Anwenden
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Diese Schrift wird auch in anderen Sprachen erscheinen. Der jeweils aktu-
elle Stand ist bei VDA QMC zu erfragen.

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Inhaltsverzeichnis
Vorwort..................................................................................... 7
Hinweise zur Überarbeitung ..........................................................................8
Wesentliche Änderungen (gegenüber VDA 6.7:2012) ..................................8

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0 Einleitung .......................................................................................9
1 Anwendungsbereich ...................................................................9
2 Begriffe und Abkürzungen ......................................................10
3 Zusammenhang zwischen System-, Prozess- und
Produktaudit ................................................................................19

4 Anwendung des Prozessaudits im


Produktrealisierungsprozess .................................................20
4.1 Mögliche Vorgehensweisen beim Prozessaudit .............................20
4.2 Auslöser des Auditprozesses..........................................................21
4.3 Planungszyklus Produktqualität ......................................................22

5 Anforderungen an Prozessauditoren ........................... 23


5.1 Auditorenqualifikation......................................................................23
5.2 Interne Prozessauditoren (1st party) ...............................................23
5.3 Lieferantenauditoren (2nd party) ......................................................24
5.4 Prozessauditoren als externe Dienstleister ....................................25
5.5 Aufrechterhaltung der Qualifikation ................................................25
5.6 Verhaltenskodex für Auditoren .......................................................25
5.7 Tätigkeiten/Fragetechnik.................................................................26

6 Aufbau des Fragenkatalogs ......................................... 27


6.1 Übersicht Fragenkatalog .................................................................27
6.2 Anwendung des Fragenkatalogs ....................................................34
6.3 Prozessmerkmale ...........................................................................36

7 Potenzialanalyse (P1).................................................. 38
7.1 Ablauf der Potenzialanalyse ...........................................................38
7.1.1 Vorbereitung der Potenzialanalyse .................................................39

5
7.1.2 Durchführung der Potenzialanalyse ................................................41
7.1.3 Bewertung der Potenzialanalyse ....................................................42
7.1.4 Nachbereitung der Potenzialanalyse ..............................................45

8 Prozessaudit ................................................................ 46

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8.1 Ablauf von Prozessaudits ...............................................................46
8.1.1 Auditvorbereitung ............................................................................47
8.1.2 Durchführung ..................................................................................48
8.1.3 Bewertung und Ergebnis.................................................................49
8.1.4 Bewertung der Einzelfragen............................................................50
8.1.5 Nachbereitung und Abschluss ........................................................55
8.2 Fragenkatalog .................................................................................56
8.2.1 Projektmanagement (P2) ................................................................56
8.2.2 Produktentwicklung (P3) .................................................................68
8.2.3 Entwicklung des Produktionsprozesses (P4)..................................79
8.2.4 Beschaffung (P5) ............................................................................88
8.2.5 Produktion (P6) .............................................................................102
8.2.6 Integration beim Kunden (P7) .......................................................114
8.2.7 Service (P8) ..................................................................................128

9 Bezugsmatrix VDA 6.7 – VDA 6.4 ............................. 138

10 Vordrucke .................................................................. 143


10.1 Gesamteinstufung ........................................................................143
10.2 Stärken-Schwächen Analyse ........................................................144
10.3 Erläuterungen zum Ist-Zustand.....................................................145
10.4 Maßnahmenliste ...........................................................................146
10.5 Beispiel Lieferantenselbstauskunft ...............................................147

11 Anlagen ..................................................................... 154


11.1 Berechnungsbeispiel zur Bewertungssystematik .........................154

12 Downloads ................................................................. 157

6
Vorwort
Steigende Anforderungen in der gesamten Kette der Kunden- und Lieferan-
tenprozesse stellen das Qualitätsmanagement der Unternehmen vor immer
anspruchsvollere Aufgaben. Stabile Prozesse und deren Absicherung sind
in der gesamten Lieferkette erforderlich.

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Immer kürzer werdende Zeitspannen von der Konzeptphase für ein neues
Produktionsmittel bis zu dessen Integration beim Kunden, stellen höhere
Anforderungen an die Prozesse.
Zur Analyse dieser Prozesse ist das Prozessaudit nach VDA 6.7 eine wich-
tige und etablierte Methode. Durch Betrachtung der Schnittstellen und der
unterstützenden Funktionen in der Organisation und deren Lieferkette kön-
nen Abweichungen frühzeitig erkannt und effizient korrigiert werden.
Die vorliegende Publikation enthält einen Fragenkatalog mit Bewertungskri-
terien zur Durchführung eines Prozessaudits. Ein Extrakt aus diesem Fra-
genkatalog bildet die Potenzialanalyse, die zur Vorauswahl von möglichen
Lieferanten verwendet werden kann. Darüber hinaus sind Vorgaben zur
Qualifizierung von Prozessauditoren sowie der Vorbereitung und Durchfüh-
rung von Prozessaudits beschrieben.
Das Prozessaudit nach VDA 6.7 ist Bestandteil der VDA-Strategie „Quali-
8 6 4 2 8 6 4 2 8 6 4 2 8 6 4 2 8 6 4 2
0 0 0 0 0 0 0 0 0 0 0 0 0 0 0 0 0 0 0 0

tätsstandard der deutschen Automobilindustrie“ (VDA 6.x-Bände).

QUALITÄTSSTANDARDS
DER DEUTSCHEN AUTOMOBILINDUSTRIE (VDA 6)

VDA 6 VDA 6 QM-Systemaudit VDA 6 QM-Systemaudit VDA 6 QM-Systemaudit


Teil 1 Serienproduktion Teil 2 Dienstleistungen Teil 4 Produktionsmittel
Zertifizierungs-
vorgaben für

VDA 6.1
VDA 6.2 VDA 6 Prozessaudit VDA 6 Prozessaudit
VDA 6.4 Teil 3 Serienproduktion und Dienstleistungen Teil 7 Produktionsmittel

VDA 6 Produktaudit
Teil 5

7
Hinweise zur Überarbeitung
Die Bewertung, Einstufung und Abstufungsregeln wurden an die VDA Bän-
de 6.4 „QM-Systemaudit Produktionsmittel“ und 6.3 „Prozessaudit Serien-
produktion“ angelehnt.

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Wesentliche Änderungen (gegenüber VDA 6.7:2012)
• Bereitstellung eines Fragenkatalogs
• Durchgängige Anwendung des TURTLE-Prinzips im Fragenka-
talog
• Potenzialanalyse zur Bewertung von möglichen Lieferanten
• Lieferantenselbstauskunft und weitere Formulare als
Hilfestellung

Der Dank gilt all denen, die uns Anregungen bei der Erarbeitung und zur
Verbesserung gegeben haben.
Berlin, Mai 2019
Verband der Automobilindustrie e.V. (VDA)

8
0 Einleitung
Die vorliegende Publikation schafft ein gemeinsames Verständnis und eine
abgestimmte Vorgehensweise zur Durchführung von Prozessaudits bei
Produktionsmittelherstellern, die die Automobilindustrie beliefern.

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Die Publikation ist ein Leitfaden für die Durchführung von 1st und 2nd party
Prozessaudits. Besondere Prozessspezifika und Details sind in den Bei-
spielen des Fragenkataloges enthalten. Sie können für branchenspezifische
Anforderungen durch sinngleiche Beispiele ergänzt bzw. ersetzt werden. Im
Rahmen des Prozessaudits werden auch Aspekte des Arbeits- und Um-
weltschutzes berücksichtigt.
Ziel des Prozessaudits nach VDA 6.7 ist die Risikominimierung in der ge-
samten Prozesskette. Durch den Fragenkatalog ist im Falle von 2nd party
Audits eine Vergleichbarkeit der auditierten Organisationen gewährleistet.
Diese Publikation dient als Arbeitsanleitung für Prozessauditoren und Un-
ternehmen, sowie als Schulungs- und Trainingsunterlage.

1 Anwendungsbereich
Dieser Band dient zur Anwendung von Prozessaudits bei Produktionsmit-
telherstellern und kann sowohl für interne (1st party) als auch externe (2nd
party) Audits verwendet werden. Erfasst wird der gesamte Produktrealisie-
rungsprozess. Bezogen auf unterschiedlichen Projektphasen können ein-
zelne Prozesselemente angewendet werden.
Bei Serienproduktion von Produktionsmitteln kann VDA 6.3 für die Durch-
führung von Prozessaudits verwendet werden.
Prozessaudits werden eingesetzt für…
• Vorbeugendes Erkennen von Risiken / Nichtkonformitäten
• Anstoß von Detailverbesserungen
• Verbesserung der Effizienz der verwendeten Prozesse
• Prüfung der Wirksamkeit von Teilbereichen des QM-Systems

9
2 Begriffe und Abkürzungen

Begriff Erläuterung

5 why Eine Methode im Bereich des Qualitätsmanagements

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zur Ursache-Wirkung-Bestimmung durch mehrmali-
ges Hinterfragen der Ursachen mit „Warum?“.

8D – Systematik Das standardisierte 8D-Verfahren (8 Disziplinen –


Prozessschritte) wird im Reklamationsfall gemäß
VDA Band 8D genutzt, um die Fehleransprache zwi-
schen Lieferant und Kunde zu steuern.

ABC-Analyse Analyseverfahren, indem eine Menge von Objekten


in die Klassen A, B und C aufgeteilt wird, die nach
absteigender Bedeutung geordnet sind.

AEO Als Zugelassener Wirtschaftsbeteiligter wird im Zoll-


(Authorized Eco- recht der Europäischen Union ein geprüftes Unter-
nomic Operator – nehmen bezeichnet, das bestimmte Privilegien ge-
Zugelassener Wirt- nießt.
schaftsbeteiligter)

Änderungsma- Das Änderungsmanagement beschreibt Funktionen


nagement und Prozesse, die in einer Organisation
etabliert werden, um Änderungen an Produkten
der Organisation kontrolliert und dokumentiert
vorzunehmen.

BG (Berufsgenos- Träger der gesetzlichen Unfallversicherung für die


senschaft) Unternehmen der deutschen Privatwirtschaft und de-
ren Beschäftigte

CCC (China Com- Zertifizierungssystem der chinesischen Behörden,


pulsory Certificati- vorgeschrieben für festgelegte Teileumfänge, wenn
on) diese in China importiert werden.

10
Begriff Erläuterung

CE-Kennzeichnung Die CE-Kennzeichnung wird von europäischen Richt-


linien (z. B. Maschinenrichtlinie) vorgeschrieben.
Die CE-Kennzeichnung besagt, dass das Produkt, an
dem es angebracht ist, die Anforderungen aller für

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dieses Produkt gültigen EG-Richtlinien erfüllt.

CSR (Customer Kundenspezifische Anforderungen sind ergänzende


Specific Require- und/oder zusätzliche systemrelevante QM-
ments, kundenspe- Anforderungen zu den allgemeingültigen Zertifizie-
zifische Anforde- rungsanforderungen
rungen)

PDCA (Deming- PDCA steht hierbei für das Englische Plan – Do –


Kreis) Check – Act,

DLZ (Durchlauf- Zeitspanne, die bei der Tätigkeit zwischen dem Be-
zeit) ginn des ersten Arbeitsvorganges und dem Ab-
schluss des letzten Arbeitsvorganges verstreicht.

Dokumentierte In- Information, die von einer Organisation gelenkt und


formation aufrechterhalten werden muss, und das Medium, auf
dem sie enthalten ist. (ISO 9000)

EDI (Electronic Elektronischer Datenaustausch bezeichnet innerhalb


Data Interchange) der elektronischen Datenverarbeitung (EDV) als
Sammelbegriff den Datenaustausch unter Nutzung
elektronischer Transferverfahren. Direkt beteiligt (als
Absender, Transporteur und Empfänger der versen-
deten Nachrichten) sind dabei Anwendungssysteme
der beteiligten Unternehmen/Organisationen.

Erreichbarkeit 24/7 Eine Erreichbarkeit wird über 24h an 7 Tagen in der


Woche gewährleistet.

ESD (Electrostatic Elektrostatische Entladungen sind durch große Po-


discharge) tenzialdifferenzen entstehende Spannungsdurch-
schläge. Diese Durchschläge (eventuell als Funken
sichtbar) bewirken einen kurzen, hohen elektrischen
Strom.

11
Begriff Erläuterung

FEM (Finite- Die Finite-Elemente-Methode (FEM) ist eine Simula-


Elemente-Methode) tionsmethode, bei der kleine Bereiche eines Bauteils
oder eines Berechnungsgebietes - die finiten Ele-
mente - zugrunde gelegt werden, um das physikali-

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sche Verhalten des Bauteils abzubilden.

FIFO (First In First FIFO bezeichnet Verfahren der Teilesteuerung,


Out) bei denen die Teile, die zuerst eingelagert wurden,
auch zuerst wieder aus dem Lager entnommen wer-
den.

FMEA (Fehler- Präventive Qualitätsmethode. Ziel der FMEA ist


Möglichkeit und frühzeitig im Produktentstehungsprozess potenzielle
Einfluss-Analyse) Fehlerquellen/Schwachstellen und daraus resultie-
rende Fehlerfolgen im Rahmen einer methodischen
Risikoanalyse zu identifizieren und Maßnahmen zu
deren Vermeidung einzuleiten.

FTA (Fault Tree Die Fehlerbaumanalyse ist ein Verfahren zur Zuver-
Analysis) lässigkeits- und Risikoanalyse von technischen Anla-
gen und Systemen. Sie basiert auf der booleschen
Algebra und dient dazu, die Wahrscheinlichkeit eines
Ausfalls einer Anlage oder Gesamtsystems zu be-
stimmen.

Generalunterneh- Der von einem Auftraggeber mit der Ausführung ei-


mer (GU) nes Auftrages betraute Unternehmer, der sich zur Er-
füllung des Auftrages anderer Unternehmer (Subun-
ternehmer) bedient. Rechtsbeziehungen entstehen
nur zwischen dem Auftraggeber und dem Generalun-
ternehmer einerseits und dem Generalunternehmer
und den Subunternehmern andererseits.

Herstellbarkeits- Die Herstellbarkeitsanalyse (Feasibility Study) beur-


bewertung teilt in einem frühen Stadium, ob ein angefragtes
Produkt / Produktionsmittel hergestellt werden kann,
wie in Zeichnungen und Spezifikationen beschrieben
und gefordert.

12
Begriff Erläuterung

Ishikawa (Fischgrä- Problemlösungsmethode. Das Ursache-Wirkungs-


ten-Diagramm) Diagramm (Ishikawa-Diagramm) ist die grafische
Darstellung von Ursachen, die zu einem Ergebnis
führen oder dieses maßgeblich beeinflussen. Alle

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Problemursachen sollen identifiziert und ihre Abhän-
gigkeiten dargestellt werden.
Korrekturmaß- Maßnahme zum Beseitigen der Ursache einer Nicht-
nahme konformität und zum Verhindern des erneuten Auftre-
tens. (ISO 9000:2015)
Lastenheft Das Lastenheft ist die vom Auftraggeber oder in des-
(VDI/VDE 3694) sen Auftrag erstellte Zusammenstellung aller Anfor-
derungen des Auftraggebers hinsichtlich des Liefer-
und Leistungsumfangs. Es dient als Ausschrei-
bungs-, Angebots-und/oder Vertragsgrundlage.
(VDA 6.4 Kap.3)
Lessons Learned LL sind gesteuerte Aktivitäten des Wissensmanage-
ments. Die gesammelten Erfahrungen dienen der
Verbesserung der Kompetenz der Mitarbeiter,der
Produkte, Prozesse und Systeme. Üblicherweise
fließen LL in den fortlaufenden Verbesserungspro-
zess und neue Projekte ein (VDA6.4, Kap.3).
Lieferanten- Fragebogen, in dem der Lieferant sich selbst bewer-
selbstauskunft tet und Informationen seinem Kunden zur Verfügung
stellt.
LOP-Liste (Liste Übersicht terminierter Aufgaben und ToDo´s mit Ver-
offener Punkte) antwortlichkeit und Statusverfolgung.

MFU (Maschinen- Die Maschinenfähigkeit ergibt sich merkmalsbezogen


fähigkeitsuntersu- aus dem Verhältnis „Toleranz zur Produktionsstreu-
chung) ung“ einer Produktionseinrichtung. Die Ermittlung
und der Nachweis erfolgen in der Regel mit mathe-
matisch-statistischen Methoden. Berücksichtigt wird
nur die Kurzzeitstreuung unter weitgehendem Aus-
schluss der den Prozess beeinflussenden, jedoch
maschinenunabhängigen, Faktoren (VDA6.4, Kap.3).

13
Begriff Erläuterung

MRL (Maschinen- Richtlinie 2006/42/EG des europäischen Parlamen-


richtlinie) tes über Maschinen
Anforderungen an die Sicherheit und den Gesund-
heitsschutz aller in der EU in Verkehr gebrachten

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Maschinen.

MSA (Messsys- Prüfprozesseignung (Fähigkeit von Messmitteln und


temanalyse) Messsystemen) bezogen auf die Produktspezifikatio-
nen. MSA ist in einer Publikation der AIAG beschrie-
ben, es existieren zusätzlich firmenspezifische Vor-
gaben (z. B. BMW GS 98000, BOSCH Heft 10) zu
einer Messsystem-Analyse. (siehe auch VDA5)

MTM (methods- In deutscher Sprache: AAZ (Arbeitsablauf-Zeitana-


time measurement) lyse). Ein Verfahren zur Analyse von Arbeitsabläufen
und Ermittlung von Plan- und Vorgabezeiten.

MTTR (Mean Time Wird als die mittlere Reparaturzeit nach einem Aus-
To Repair) fall eines Systems definiert. Diese gibt an, wie lange
die Wiederherstellung des Systems im Mittel dauert
(VDA6.4, Kap.3).

Pareto Mit Hilfe der Pareto-Analyse (auch ABC-Analyse)


können Prioritäten identifiziert und dargestellt wer-
den. Bei einer Pareto-Analyse werden die Merkmale
(z. B. Fehler, schadhafte Teile) nach Häufigkeit oder
Bedeutung geordnet (siehe VDA-Band 4).

Pflichtenheft Das Pflichtenheft ist die Beschreibung der Realisie-


(VDI/VDE 3694) rung aller Anforderungen des Lastenhefts. Es be-
schreibt in konkreter Form, wie der Auftragnehmer
die Anforderungen des Auftraggebers zu lösen ge-
denkt – das sogenannte „wie?“ und „womit?“
(VDA6.4, Kap.3).

Potenzialanalyse Verfahren zur Einschätzung, ob ein Bewerber (poten-


tiellen Lieferant) in der Lage ist, gemäß den jeweili-
gen Anforderungen, ein Projekt abzuwickeln oder ein
Produkt herzustellen.

14
Begriff Erläuterung

PPF Produktions- Freigabeverfahren für die Serienproduktion (Bemus-


prozess- und Pro- terung), beschrieben in VDA Band 2.
duktfreigabe (siehe auch PPAP)

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PPS Produktions- Ein PPS-System ist ein Computerprogramm oder ein
planungs- und System aus Computerprogrammen, das den Anwen-
Steuerungssystem der bei der Produktionsplanung und -steuerung un-
terstützt und die damit verbundene Datenverwaltung
übernimmt (Teilaufgabe eines ERP-Systems).

ProdSG Produktsi- Das Produktsicherheitsgesetz (auch ProdSG) nimmt


cherheits-gesetz in Deutschland Regelungen zu den Sicherheitsanfor-
derungen von technischen Arbeitsmitteln und Ver-
braucherprodukten vor.

ProdSV Verord- Neben der Produktsicherheit regelt das ProdSG mit


nungen nach dem besonderen Verordnungen auch das Inverkehrbrin-
ProdSG gen verschiedener Waren, die besondere Sicher-
heitseigenschaften erfüllen müssen (z. B. 9.ProdSV =
Maschinenverordnung)

Projekt Ein Projekt ist ein zielgerichtetes, einmaliges Vorha-


ben, das aus einer Reihe von abgestimmten, gesteu-
erten Tätigkeiten besteht und unter Berücksichtigung
von Vorgaben bezüglich Zeit, Ressourcen und Quali-
tät durchgeführt wird (siehe auch ISO9000).

Projektmanage- Planen, Organisieren, Überwachen, Steuern und Be-


ment richten aller Aspekte eines Projekts und die Motivati-
on aller daran Beteiligten, die Ziele des Projekts zu
erreichen
(ISO9000, ISO10006)

Prozessaudit Eine Methode zur Analyse und Beurteilung einzelner


Prozesse durch unabhängige, ausgebildete Audito-
ren gemäß festgelegten Anforderungen / Normen /
Kriterien (siehe auch VDA 6).

15
Prozesselement( Aufteilung des Prozesses „Produktrealisierung Pro-
P(x) ) duktionsmittel“ auf auditierbare Teile gemäß wesent-
lichen Projektphasen (Projektmanagement, Produkt-
entwicklung, Entwicklung des Produktionsprozesses,
Beschaffung, Produktion, Integration beim Kunden,
Service).

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Prozessmerkmal Charakterisierung eines Prozesses anhand der
TURTLE-Analyse-Methode mit 6 Prozessmerkmalen
(Ergebnis, Eingabe, Lenkung, personelle Ressour-
cen, materielle Ressourcen, Wirkungsgrad), (siehe
VDA6.4 A1.2).

Prozessschritt Einzelner Prozessschritt in einem Prozess:


Beispiel:
Prozess: Produktion
Prozessschritte: Fertigung, Lackierung, Montage…

PSA Persönliche Persönliche Schutzausrüstung im Sinne der PSA-


Schutzausrüstung Benutzungsverordnung (PSA-BV) ist jede Ausrüs-
tung, die dazu bestimmt ist, von den Beschäftigten
benutzt oder getragen zu werden, um sich gegen ei-
ne Gefährdung für ihre Sicherheit und Gesundheit zu
schützen, sowie jede mit demselben Ziel verwendete
und mit der persönlichen Schutzausrüstung verbun-
dene Zusatzausrüstung.

QSV Qualitätssi- vertragliche Vereinbarung zwischen Kunden und Lie-


cherungs- Verein- feranten zur Regelung von Rechten und Pflichten in
barungen Bezug auf die Qualität der zuliefernden Produkte

REACH Verord- Verordnung der Europäischen Union, die erlassen


nung (EG) Nr. wurde, um den Schutz der menschlichen Gesundheit
1907/2006 und der Umwelt vor den Risiken, die durch Chemika-
(REACH- lien entstehen können, zu verbessern.
Verordnung)

16
Begriff Erläuterung

REFA (Verband für Arbeitsgestaltung, Betriebsorganisation


und Unternehmensentwicklung)
Anwendungsbezogene Methoden auf den Gebieten
der Arbeits- und Betriebsorganisation, um sinnvoll

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gestaltete Arbeitsplätze und menschengerechte Ar-
beitsbedingungen sowie möglichst wirtschaftliche
und humane Arbeitsabläufe zu erreichen.

Risiko Auswirkung von Ungewissheit.


Eine Auswirkung ist eine Abweichung vom Erwarte-
ten — in positiver oder negativer Hinsicht. (ISO9000)

Risikoanalyse Risiken müssen vorausgesehen und abgeschätzt


werden (aus Eintrittswahrscheinlichkeit
und Schadenshöhe, oft in möglichen Kosten
ausgedrückt). Zu beachten sind technische,
wirtschaftliche, politische und soziokulturelle Risiken
(siehe VDA Band 11).

SPS-/ Rob.-Prog Programm zur Steuerung oder Regelung einer Ma-


schine, Anlage oder eines Roboters durch einen mit
einer Programmiersprache erzeugten Code
SPS = SpeicherProgrammierbare Steuerung
(englisch PLC = Programmable Logic Controller)

ROHS Restriction Die EU-Richtlinie 2011/65/EU dient der Beschrän-


of Hazardous Sub- kung der Verwendung bestimmter gefährlicher Stoffe
stances in Elektro- und Elektronikgeräten. Sie regelt die Ver-
wendung und das Inverkehrbringen von Gefahrstof-
fen in Elektrogeräten und elektronischen Bauelemen-
ten.

Shock-Watch Stoßindikatoren sind Einweg-Geräte, die bestimmen,


ob empfindliche Produkte während des Transports
oder der Lagerung fallen gelassen wurden. Die Indi-
katoren sind feldaktivierbare, manipulationssichere
Geräte, die rot leuchten, wenn ein Aufprall über einen
bestimmten Schwellenwert hinaus aufgetreten ist.

17
Begriff Erläuterung

SiGeKo Sicher- Der Sicherheits- und Gesundheitsschutzkoordinator


heits- und Gesund- wird vom Bauherrn für Baustellen bestellt, sofern Be-
heitsschutzkoordi- schäftigte mehrerer Unternehmer auf der Baustelle
nator tätig werden. Der SiGeKo übernimmt nach § 3 der

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BaustellV (Verordnung über Sicherheit und Gesund-
heitsschutz auf Baustellen) Aufgaben während der
Planung und Ausführung von Bauvorhaben.
SLA Service-Level- Ein Service-Level-Agreement bezeichnet einen
Agreement Rahmenvertrag bzw. die Schnittstelle zwischen Auf-
traggeber und Dienstleister für wiederkehrende
Dienstleistungen.
SWOT Strengths, Ein Instrument der strategischen Planung. Es dient
Weaknesses, Op- der Positionsbestimmung und der Strategieentwick-
portunities, Threats lung von Organisationen.
(Stärken, Schwä-
chen, Chancen, Ri-
siken)
TurnKey-Anlage Schlüsselfertige Anlage, die der Kunde bei Über-
nahme ohne weiteren Aufwand sofort nutzen oder
einsetzen kann
TURTLE Analysemethode für Prozesse oder Prozessschritte
anhand von 6 Prozessmerkmalen. Die Informationen
zum Prozess werden als Grafik in Form eines
TURTLE-Diagramms (Schildkröten-Diagramm) visua-
lisiert (siehe VDA 6.4 A1.2).
UL-Standards Unabhängige Einrichtung für die Prüfung und Zertifi-
(Underwriters zierung von Materialien, Komponenten und Endpro-
Laboratories) dukten im Bereich Produktsicherheit in USA und
Canada.
VDA-RGA Durchgängige Darstellung des Reifegrads im Rah-
VDA- Reifegradab- men des Projektablaufs für Neuteile verbunden mit
sicherung der objektiven Beurteilung der Produkt- und Ferti-
gungsprozessreife zu vereinbarten Zeitpunkten in-
nerhalb des Produktrealisierungsprozesses bei Seri-
enherstellern in der Autoindustrie.

18
3 Zusammenhang zwischen System-, Prozess-
und Produktaudit
System-, Prozess- und Produktaudit sind Auditarten, wobei diese Aufzäh-
lung keinen Anspruch auf Vollständigkeit bezüglich weiterer Auditarten er-

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hebt.

Gegenüberstellung der Auditarten:

Auditart Auditgegenstand Zweck

Systemaudit QM-System Beurteilung der Vollständig-


keit und Wirksamkeit der
Basisanforderungen

Prozessaudit Realisierungsprozesse für Analyse und Beurteilung der


Produktionsmittel Produktrealisierungspro-
zesse für Produktionsmittel

Produktaudit Produkte auf den verschie- Beurteilung der Qualitäts-


denen Realisierungsstufen merkmale des Produktes
(einschl. Dienstleistungen)

Die an sich eigenständigen und getrennt anwendbaren Auditarten weisen in


gewissen Umfängen Überschneidungen auf.
Eine Bezugsmatrix zum Systemaudit VDA Band 6.4 ist im Kapitel 9 darge-
stellt.

19
4 Anwendung des Prozessaudits im Produktreali-
sierungsprozess

4.1 Mögliche Vorgehensweisen beim Prozessaudit

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Abbildung 1: Mögliche Vorgehensweisen beim Prozessaudit

▪ Bei großen Projekten wird eine projektbegleitende Auditierung zum


Projektfortschritt empfohlen.
▪ Wenn das Prozessaudit komplett gemacht wird, kann dies nur zu
einem kleinen Anteil am eigenen Projekt durchgeführt werden.

20
Die vorgegebene Struktur für Prozessaudits ist dabei einzuhalten:
P1 Potenzialanalyse
P2 Projektmanagement
P3 Produktentwicklung

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P4 Entwicklung des Produktionsprozesses
P5 Beschaffung
P6 Produktion
P7 Integration beim Kunden
P8 Service

4.2 Auslöser des Auditprozesses

Prozessaudits dienen der Beurteilung der Qualitätsfähigkeit. Sie sollen zu


fähigen und beherrschten Prozessen führen, die robust gegenüber Stör-
größen sind. Ziel ist es Risiken im Produktrealisierungsprozess (z. B. in der
Entwicklungs-, Herstellungs- und/ oder Baustellenphase) zu identifizieren
und geeignete Maßnahmen einzuleiten.
Prozessaudits finden nach einem Auditplan als Bestandteil des QM-Sys-
tems eines Unternehmens statt. (Siehe VDA 6.4 Kapitel 9.2.1)
Auslöser für Prozessaudits sind beispielsweise:
Auditprogramm,
Projekte/ Aufträge,
Kundenreklamationen,
Änderungen der Rahmenbedingungen,
Prozessunsicherheiten,
Kostenreduzierungszwänge,
Wunsch interner Bereiche,
neue Projekte, Prozesse, Produkte,
Nachweisführung der Einhaltung von Qualitätsanforderungen
21
4.3 Planungszyklus Produktqualität

Die Aktivitäten innerhalb des Auditprozesses orientieren sich an den vier


Schritten zum Planungszyklus der Produktqualität (Planen, Ausführen,
Überprüfen, Verbessern).

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Abbildung 2: Der Deming-Zyklus

Im Rahmen von Audits ist die Einhaltung festgelegter Prozessabläufe und


Zielvorgaben zu verfolgen, sowie Verbesserungspotenziale aufzuzeigen.
Abweichungen und Änderungserfordernisse haben häufig veränderte Ziel-
vorgaben zur Folge.

22
5 Anforderungen an Prozessauditoren
5.1 Auditorenqualifikation
Die Auditorenqualifikation ist eine wichtige Voraussetzung zur Erreichung
der Auditziele. Die Qualität und Vergleichbarkeit von Auditergebnissen wird

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wesentlich durch die Qualifikation der Auditoren beeinflusst. Die Auditoren-
kompetenz ist - zum Zweck der Freigabe, Aufrechterhaltung und Verbesse-
rung - nach einer von der Organisation festgelegten und dokumentierten
Vorgehensweise (z. B. Beobachtung während der Audit Durchführung/
Freigabe- und Witnessverfahren) zu bewerten. Die spezifische Auditoren-
kompetenz ist innerhalb der Organisation (in Anlehnung an ISO 19011) zu
beschreiben.
Für die von der jeweiligen Organisation festzulegenden Qualifikationskrite-
rien für Auditoren sind nachfolgende Mindestanforderungen zu berücksich-
tigen.

5.2 Interne Prozessauditoren (1st party)

Fachliche Kompetenz
• Qualitätswerkzeuge und -methoden
o Mindestens: Projektmanagement, Risikoanalyse (z. B.
FMEA), 8D-Methode
o ggf. FTA, VDA-RGA, PPF, MFU, MSA, SWOT
• Zutreffende branchenspezifische Anforderungen
• Zutreffende Managementsystem-Anforderungen (VDA 6.4, ISO
9001)
• Produkt- und prozessspezifische Kenntnisse um den technolo-
gischen Zusammenhang zu verstehen (z. B. technische Merk-
male von Prozessen und Produkten einschließlich Dienstleis-
tungen, branchenspezifische Terminologie)

23
Fachlicher Nachweis
• Erfolgreiche Teilnahme (bestandene Lernkontrolle/Quali-
fikationsbescheinigung) an einer VDA 6.7 Schulung.

Berufliche Erfahrung

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Mindestens 2 Jahre Berufserfahrung in der Produktionsmittelindustrie, bzw.
in produzierenden Unternehmen der Automobilindustrie unter Berücksichti-
gung der Kompetenz.

5.3 Lieferantenauditoren (2nd party)

Fachliche Kompetenz
• Qualitätswerkzeuge und -methoden
o Mindestens: Projektmanagement, Risikoanalyse (z. B.
FMEA), 8D-Methode
o ggf. FTA, VDA-RGA, PPF, MFU, MSA, SWOT
• Auditorenqualifikation (Gesprächsführung, Konfliktmanagement,
Audittechnik)
• Kenntnis der zutreffenden branchenspezifischen Anforderungen
• Zutreffende Managementsystem-Anforderungen (VDA 6.4, ISO
9001)
• Produkt- und prozessspezifische Kenntnisse um den technolo-
gischen Zusammenhang zu verstehen (z. B. technische Merk-
male von Prozessen und Produkten einschließlich Dienstleis-
tungen, branchenspezifische Terminologie)
Fachlicher Nachweis

• VDA-Auditorenqualifikation oder vergleichbare, mindestens drei-


tägige Auditorenausbildung
• Erfolgreiche Teilnahme an einer VDA 6.7 Schulung. Nachweis
durch bestandene Prüfung.

24
Berufliche Erfahrung
Mindestens 3 Jahre Berufserfahrung in der Produktionsmittelindustrie, bzw.
in produzierenden Unternehmen der Automobilindustrie unter Berücksichti-
gung der Kompetenz.

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5.4 Prozessauditoren als externe Dienstleister

Für externe Auditoren einer unabhängigen, dritten Organisation, die als be-
auftragte Dienstleister der Organisation Audits durchführen, gelten die unter
5.3 beschriebenen Anforderungen.

5.5 Aufrechterhaltung der Qualifikation

Zur Aufrechterhaltung der Qualifikation ist jährlich mindestens ein Pro-


zessaudit oder eine Potenzialanalyse nach VDA 6.7 nachzuweisen.

5.6 Verhaltenskodex für Auditoren

• Prozessauditoren müssen ihre berufliche Fähigkeit und ihr Ur-


teilsvermögen unter Beachtung der Gesetze und unter Wahrung
der Prinzipien der Ehrlichkeit und Redlichkeit einsetzen.
• Prozessauditoren müssen ihre Fachkompetenz weiterentwi-
ckeln. Sie pflegen ihre Kenntnisse und Fertigkeiten bezüglich
Auditverfahren, QM-Systemen, Produkten und Prozessen sowie
zu fachspezifischen Methoden, Verfahren und einschlägigen
Standards. Sie müssen mit den Qualitätsanforderungen an die
Produkte, mit den spezifischen Risiken der von ihnen auditierten
Prozesse und den möglichen Auswirkungen auf die hergestell-
ten Produkte vertraut sein.
• Prozessauditoren müssen sich jederzeit so verhalten, dass An-
sehen und Ruf der eigenen Organisation nicht gefährdet wer-
den.
• Prozessauditoren dürfen keine Aufträge übernehmen, die einen
Interessenkonflikt darstellen.

25
• Prozessauditoren dürfen keine Aufträge übernehmen, die sie
aufgrund von fehlender Fachkompetenz nicht sachgerecht
durchführen können.
• Prozessauditoren sind hinsichtlich vertraulicher Informationen,
die sie bei ihrer beruflichen Tätigkeit erlangt haben, zur Ver-

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schwiegenheit verpflichtet.
Anmerkung: Weiterführende Informationen siehe ISO 19011 - Leitfaden zur
Auditierung von Managementsystemen, VDA Band 6.4

5.7 Tätigkeiten / Fragetechnik

Für den Auditor besteht das Audit aus den folgenden Tätigkeiten:
1. Um die Erfüllung der Anforderungen zu prüfen, stellt der Auditor
dem Auditierten offene Fragen. Zu berücksichtigen sind dabei
die in der Vorbereitung und während der Auditierung identifizier-
ten Risiken.
2. Auf Basis der Feststellungen zu den geprüften Anforderungen
bewertet der Auditor deren Erfüllung (geschlossene Bewer-
tungsfrage).

Bewertungsfragen
Geschlossene Bewertung durch
Frage erfüllt? Auditor
Ja / Nein
Offene Frage 3

Offene Frage 4
Offene Frage 1

Offene Frage 2

Auditfragen
vor Ort
offene Fragen

Abbildung 3: Die Auditpyramide

26
6 Aufbau des Fragenkatalogs

6.1 Übersicht Fragenkatalog

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Potenzial-
Prozesselement
analyse

P2 Projektmanagement

Sind die Projektziele festgelegt und ist der Sta-


P2.1 tus zu den definierten Meilensteinen (Quality x
Gates) aktuell?

P2.2 Sind alle Anforderungen im Projekt ermittelt? x

P2.3.1 Wird das Projekt geplant und gesteuert? x

P2.3.2 Ist das Änderungsmanagement festgelegt? x

Sind die für das Projektmanagement notwen-


P2.4.1 x
digen Kapazitäten vorhanden?

Ist die notwendige Kompetenz und Motivation


P2.4.2
vorhanden?

P2.5.1 Ist die notwendige Infrastruktur verfügbar? x

P2.5.2 Ist die Prozessumgebung angemessen?

Werden prozessspezifische Ziele und Kennzah-


P2.6.1 x
len festgelegt und überwacht?

Erfolgt eine regelmäßige Analyse, Auditierung


P2.6.2
und Verbesserung des Prozesses?

27
Potenzial-
Prozesselement
analyse

P3 Produktentwicklung

Stehen die erforderlichen Entwicklungsergeb-

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P3.1.1 nisse vollumfänglich und termingerecht zur x
Verfügung?

Sind Erprobung und Inbetriebnahme definiert


P3.1.2
und zeitlich eingeplant?

P3.2 Sind alle Anforderungen im Projekt ermittelt?

Wird die Produktentwicklung geplant und


P3.3.1
gesteuert?

Werden Risiken in der Produktentwicklung


P3.3.2 x
abgesichert?

Sind die für die Produktentwicklung notwendi-


P3.4.1
gen Kapazitäten vorhanden?

Ist die notwendige Kompetenz und Motivation


P3.4.2 x
vorhanden?

P3.5.1 Ist die notwendige Infrastruktur verfügbar?

P3.5.2 Ist die Prozessumgebung angemessen?

Werden prozessspezifische Ziele und Kenn-


P3.6.1
zahlen festgelegt und überwacht?

Erfolgt eine regelmäßige Analyse, Auditierung


P3.6.2
und Verbesserung des Prozesses?

28
Potenzial-
Prozesselement
analyse

P4 Entwicklung des Produktionsprozesses

Sind die Aktivitäten für die Herstellung des

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P4.1 x
Produktionsmittels vollständig geplant?

Sind alle Anforderungen für die Entwicklung


P4.2
des Produktionsprozesses ermittelt?

Wird die Entwicklung des Produktionsprozes-


P4.3.1
ses geplant und gesteuert?

Werden Risiken im Herstellprozess abgesi-


P4.3.2 x
chert?

Sind die für die Entwicklung des Produktions-


P4.4.1 prozesses notwendigen Kapazitäten vorhan-
den?

Ist die notwendige Kompetenz und Motivation


P4.4.2
vorhanden?

P4.5.1 Ist die notwendige Infrastruktur verfügbar?

P4.5.2 Ist die Prozessumgebung angemessen?

Werden prozessspezifische Ziele und Kenn-


P4.6.1
zahlen festgelegt und überwacht?

Erfolgt eine regelmäßige Analyse, Auditierung


P4.6.2
und Verbesserung des Prozesses?

29
Potenzial-
Prozesselement
analyse

P5 Beschaffung

Sind Beschaffungsumfänge freigegeben sowie

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P5.1 x
deren Qualität und Termin gewährleistet?

Sind alle Anforderungen für die Beschaffung


P5.2
ermittelt und vollständig?

P5.3.1 Werden geeignete Lieferanten eingesetzt? x

P5.3.2 Wie erfolgt die Steuerung des Prozesses?

Ist die Qualität der angelieferten Produkte und


P5.3.3 Dienstleistungen sichergestellt und wird diese x
gelenkt?

Sind die für die Beschaffung notwendigen


P5.4.1
Kapazitäten vorhanden?

Ist die notwendige Kompetenz und Motivation


P5.4.2
vorhanden?

P5.5.1 Ist die notwendige Infrastruktur verfügbar?

P5.5.2 Ist die Prozessumgebung angemessen?

Werden prozessspezifische Ziele und Kennzah-


P5.6.1
len festgelegt und überwacht?

Erfolgt eine regelmäßige Analyse, Auditierung


P5.6.2
und Verbesserung des Prozesses?

30
Potenzial-
Prozesselement
analyse

P6 Produktion

P6.1.1 Ist das Ergebnis der Herstellung abgesichert? x

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Ist die termingerechte und beschädigungsfreie
P6.1.2 Auslieferung des Produktionsmittels sicherge- x
stellt?

Sind alle Anforderungen für die Herstellung


P6.2
ermittelt?

P6.3.1 Wird die Produktion geplant und gesteuert? x

P6.3.2 Werden Risiken abgesichert?

Sind die für die Produktion notwendigen Kapa-


P6.4.1
zitäten vorhanden?

Ist die notwendige Kompetenz und Motivation


P6.4.2 x
vorhanden?

P6.5.1 Ist die notwendige Infrastruktur verfügbar? x

P6.5.2 Ist die Prozessumgebung angemessen? x

Werden prozessspezifische Ziele und Kenn-


P6.6.1
zahlen festgelegt und überwacht?

Erfolgt eine regelmäßige Analyse, Auditierung


P6.6.2
und Verbesserung des Prozesses?

31
Potenzial-
Prozesselement
analyse

P7 Integration beim Kunden

Ist eine Abnahme des Produktionsmittels

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P7.1 x
gemäß Spezifikation sichergestellt?

Sind die benötigte Informationen, Materialien/


P7.2 Komponenten und Dienstleistungen für die
Integration beim Kunden vorhanden?

Wird die Integration beim Kunden geplant und


P7.3.1
gesteuert?

P7.3.2 Werden Risiken abgesichert?

Sind die für die Integration beim Kunden not-


P7.4.1
wendigen Kapazitäten vorhanden?

Ist die notwendige Kompetenz und Motivation


P7.4.2
vorhanden?

P7.5.1 Ist die notwendige Infrastruktur verfügbar?

P7.5.2 Ist die Prozessumgebung angemessen?

Werden prozessspezifische Ziele und Kenn-


P7.6.1
zahlen festgelegt und überwacht?

Erfolgt eine regelmäßige Analyse, Auditierung


P7.6.2
und Verbesserung des Prozesses?

32
Potenzial-
Prozesselement
analyse

P8 Service

Ist die erforderliche Servicedienstleistung sicher-

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P8.1 x
gestellt?

Liegen alle Anforderungen zur Erbringung der


P8.2
Serviceleistung vor?

P8.3 Wird der Serviceprozess geplant und gesteuert? x

Sind die für den Service notwendigen Kapazi-


P8.4.1
täten vorhanden?

Ist die notwendige Kompetenz und Motivation


P8.4.2
vorhanden?

P8.5.1 Ist die notwendige Infrastruktur verfügbar?

P8.5.2 Ist die Prozessumgebung angemessen?

Werden prozessspezifische Ziele und Kenn-


P8.6.1
zahlen festgelegt und überwacht?

Erfolgt eine regelmäßige Analyse, Auditierung


P8.6.2
und Verbesserung des Prozesses?

33
6.2 Anwendung des Fragenkatalogs

Potenzialanalyse (Prozesselement P1)


Die Potenzialanalyse P1 wird in Kapitel 7 beschrieben. Wie aus der in 6.1
abgebildeten Fragentabelle zu erkennen ist, wird die Potenzialanalyse mit

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einem reduzierten Fragenkatalog durchgeführt.

Prozessaudit (Prozesselemente P2 bis P8)


Der vorliegende Fragenkatalog bildet die Basis für den Auditor. Abhängig
von der Phase im Produktlebenszyklus (siehe Kapitel 4) wählt der Auditor
die relevanten Prozesselemente für das Audit aus. Unter Berücksichtigung
des identifizierten Produkt-/Prozessrisikos können ergänzende spezifische
Anforderungen den Fragen zugeordnet werden.

Fragenkatalog und Produktrealisierungsprozess


Sowohl bei der Potenzialanalyse als auch beim Prozessaudit werden die
einzelnen Prozesselemente nacheinander abgehandelt. Im Produktrealisie-
rungsprozess übernimmt das Projektmanagement eine übergreifende
Steuerungsfunktion.
Der sich daraus ergebende zeitliche Zusammenhang als auch die funktio-
nellen Interaktionen der Prozesselemente sind in Abbildung 4 dargestellt.

34
Abbildung 4:
Der Produktrealisierungsprozess
35
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Die vorgegebene Struktur für Prozessaudits ist dabei einzuhalten:
P2 Projektmanagement
P3 Produktentwicklung
P4 Entwicklung des Produktionsprozesses

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P5 Beschaffung
P6 Produktion
P7 Integration beim Kunden
P8 Kundenbetreuung-Service

Wird im Prozesselement P6 Produktion eine Unterteilung in Prozessschritte


erforderlich, ist jeder Prozessschritt zu benennen und separat zu bewerten.
Die Fragen sind bei Prozessen für Produktionsmittel und Produktionshilfs-
mittel anwendbar.

6.3 Prozessmerkmale

Jedes Prozesselement besteht aus 6 Prozessmerkmalen.


In Anlehnung an das Prozessmodell „TURTLE“ wird jeder Prozess bzw.
Prozessschritt unter 6 Gesichtspunkten (Prozessmerkmale) betrachtet.
Diese heißen:
Output / Ergebnis / Zielerreichung,
Input / Vorgaben / Eingaben,
Lenkung / Verfahren / Methoden / Durchführung,
Personelle Ressourcen,
Materielle Ressourcen,
Wirkungsgrad.

36
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Abbildung 5: Die sechs Merkmale der Prozessbewertung

Jedes Prozessmerkmal enthält:


• Fragen
• Bewertungsrelevante Mindestanforderungen
• Beispiele zur Umsetzung
Eine Bewertung erfolgt anhand der „Bewertungsrelevanten Mindestanforde-
rungen“.
Die „Beispiele zur Umsetzung“ dienen lediglich als Hilfestellung.
Zusätzlich zu den Fragen des vorliegenden Bandes ist es empfehlenswert,
Wissensspeicher anzulegen, um die jeweiligen produkt- und prozessspezi-
fischen Risiken ausreichend abzubilden. Die Erfahrungen aus den Wis-
sensspeichern können die bewertungsrelevanten Anforderungen ergänzen.

37
7 Potenzialanalyse (P1)

Ziel der Potenzialanalyse ist eine Einschätzung, ob ein Bewerber (potenzi-


eller Lieferant) in der Lage ist, gemäß den jeweiligen Anforderungen, ein
Projekt abzuwickeln oder ein Produkt herzustellen.

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Auslöser für die Durchführung einer Potenzialanalyse können sein:
• Bewerber/ potentielle Lieferanten/ Lieferantenwechsel
• neue Standorte/ Verlagerungen
Berücksichtigt werden die Erfahrungen und Fähigkeiten des Bewerbers zur
Entwicklung und Herstellung des angefragten Lieferumfanges und seine
Fähigkeit, kundenspezifische Anforderungen umzusetzen Die Bewertung
erfolgt anhand bestehender Prozesse für ähnliche Projekte/ Produkte (ge-
gebenenfalls Wettbewerbsprojekt/ -produkt).
Die in der Potenzialanalyse P1 zu bewertenden Fragen sind ausgewählte
Fragen aus den Prozesselementen P2 bis P8. Die Übersicht der Fragen ist
in Kapitel 6.1 zu finden und kann ggf. erweitert/ ergänzt werden.
Das Ergebnis dient der Vorbereitung der Vergabeentscheidung und ist eine
Prognose zur Qualitätsfähigkeit des betrachteten Bewerbers.

7.1 Ablauf der Potenzialanalyse

Im folgenden Diagramm ist der Ablauf der Potenzialanalyse dargestellt.

Abbildung 6 ff.: Ablauf der Potenzialanalyse

38
7.1.1 Vorbereitung der Potenzialanalyse

Die Informationsbeschaffung (Recherchen) zur Vorbereitung der Potenzial-


analyse ist von besonderer Bedeutung. Eine Abstimmung mit dem Bewer-
ber (potenziellen Lieferanten) ist im Vorfeld durchzuführen.

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Themen/Dokumente sind zum Beispiel.:
• Lieferantenselbstauskunft
• Geheimhaltungserklärung
• Zutrittsgenehmigung
• technisch/ technologische Kompetenz
• Terminplan
• Reiseplanung
• Teilnehmerkreis
• Fragenkatalog

Gegebenenfalls können Aspekte der Vorbereitung oder bezüglich der tech-


nischen Kompetenz in einem Vor-Ort Besuch geklärt werden.

39
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Vorbereitung Potenzialanalyse
Input Prozessschritt & Tätigkeiten Output

Auftrag Ausgangssituation klären Auditterminplan


und Auftrag eingrenzen (Teilnehmer,
Termine, Ablauf)

Selbstauskunft Lieferantenselbstauskunft Bewertete Selbst-


anfordern und bewerten auskunft

Fragenkatalog Modulfragenkatalog anpas- Finaler Fragenka-


sen und zusammenstellen talog

Auditoren Pool Auditteam festlegen Festgelegtes Au-


Experten Pool ditteam
Kapazitäten

Risikobetrachtung Ggf. Vor-Ab-Besuch Feststellung tech-


nische Kompe-
tenz

40
7.1.2 Durchführung der Potenzialanalyse

Die Durchführung der Potenzialanalyse erfolgt beim Bewerber (potenziellen


Lieferanten) vor Ort.

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Durchführung
Input Prozessschritt & Tätigkeiten Output

Team Potenzialanalyse Eröffnung Aktueller/ Abge-


Fragenkatalog • Auftaktgespräch stimmter Audit-
Bewertungskriterien • Ziele und Zeitplan kom- terminplan
Spezifische Checklisten munizieren
• Bewertungskriterien vor-
stellen
• Vorstellung des Ablaufs
• Vorstellungsrunde

Aktueller/ Abgestimmter Potenzialanalyse Feststellungen


Auditplan • Befragung vor Ort
Ggf. Maßnahmenliste • Sichten von objektiven
aus vorangegangenen Nachweisen
Audits
• Begehung
• Prüfung
• Stichproben
• …

41
7.1.3 Bewertung der Potenzialanalyse

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Bewertung Potenzialanalyse
Input Prozessschritt & Tätigkeiten Output

Feststellungen Risikobewertung Abgeschlossene


Potenzialanalyse
mit Ergebnis

Die Bewertung der Potenzialanalyse liefert eine Aussage über die Eignung
des Bewerbers (potentiellen Lieferanten).
In der Potenzialanalyse erfolgt die Bewertung nach ausgewählten Prozess-
merkmalen aller Prozesselemente, mit dem Schwerpunkt Projektmanage-
ment. Dabei liegt der Fokus auf den Prozessmerkmalen „Output“ und „Len-
kung“.
Jede Frage wird hinsichtlich der konsequenten Erfüllung der jeweiligen For-
derung und des vorhandenen Risikos bewertet. Es darf keine Frage unbe-
wertet bleiben.
Die Bewertung erfolgt nach der Ampelsystematik „rot“, „gelb“ oder „grün“.

42
Bewertung der Einzelfragen

Die Anforderung der Frage ist nicht erfüllt.

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Die Anforderung der Frage ist nur bedingt erfüllt.

Die Anforderung der Frage ist erfüllt.

Für Fragen, die mit „rot“ bzw. „gelb“ bewertet wurden, müssen Feststellun-
gen mit den dazugehörigen Nachweisen dokumentiert werden.
Die Gesamteinstufung der Potenzialanalyse ergibt sich aus der Anzahl der
jeweils rot/gelb/grün bewerteten Fragen:

Anzahl der bewerteten Fragen


Gesamteinstufung
Gelb Rot

Gesperrt mehr als 10 ab einer Frage

Bedingte Freigabe max. 10 keine

Freigabe max. 5 keine

Grün = Freigabe

Der Bewerber (potenzieller Lieferant) verfügt über das Potenzial, die Anfor-
derungen der Organisation zum angefragten Umfang umzusetzen und kann
für eine Vergabe (Nominierung) ohne Einschränkung herangezogen wer-
den.

43
Gelb = Bedingte Freigabe

Für den angefragten Umfang kann eine bedingte Vergabeempfehlung er-


folgen. Gegebenenfalls benötigt der Bewerber (potenzieller Lieferant) Un-
terstützung.

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Mögliche Vergabebedingungen sind:
• Bewerber erhält einen Probeauftrag
• Begrenzung des Vergabeumfangs
• Betreuung durch die Organisation (z. B. konsequente Überwa-
chung der Produktrealisierung)
• Bewerber wird in ein Lieferantenentwicklungsprogramm aufge-
nommen
• Umsetzung von festgelegten Maßnahmen

Rot = Gesperrt

Eine Vergabe (Nominierung) des angefragten Projektes/Produktes ist nicht


möglich.
An eine positiv bewertete Potenzialanalyse („grün“, „gelb“) ist nicht zwangs-
läufig eine Vergabeentscheidung gekoppelt.

EINE NEGATIV BEWERTETE POTENZIALANALYSE („ROT“) SCHLIEßT EINE VERGABE


AUS!

MIT DER EINSTUFUNG DES BEWERBERS ENDET DIE VERANTWORTUNG DES


AUDITORS!

44
7.1.4 Nachbereitung der Potenzialanalyse

Die Ergebnisse der Potenzialanalyse dienen als Input für die Planung quali-
tätsrelevanter Aktivitäten im Fall einer Vergabe bzw. eines weiteren Vorge-
hens.

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Nachbereitung Potenzialanalyse
Input Prozessschritt & Tätigkeiten Output

Abgeschlossene Poten- Entscheidung weitere Vor- Empfehlung/ Veto


zialanalyse mit Ergebnis gehensweise Ggf. Information
an Bewerber

45
8 Prozessaudit
8.1 Ablauf von Prozessaudits

In diesem Kapitel wird der Auditprozess zur Durchführung von internen und

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externen Audits beschrieben.

Abbildung 11ff.: Der Auditprozess

Die Durchführung eines Prozessaudits bedarf einer konkreten Vorbereitung


auf die Unternehmens- und Prozessgegebenheiten.
Notwendig hierfür ist die gezielte Planung und Realisierung von Grundvor-
aussetzungen, sowie deren laufende Optimierung.
Solche Grundvoraussetzungen sind zum Beispiel.:
• Vorgaben aus ISO 9001
• Organisations-/Unternehmensstruktur, Prozesslandschaft
• Firmen-/Bereichsdaten
(Produkt- und Dienstleistungspalette, Referenzen, etc.)
• Fragenkatalog
• Auditplan
• Qualitätsmanagementhandbuch, Verfahrensanweisungen, Arbeits-
und Prüfanweisungen (abhängig intern/extern)
• Vorgaben aus VDA-Festlegungen (VDA 6.4)
• Vorgaben aus Gesetzen und Verträgen
• Kundenanforderungen
• Wichtige Produktmerkmale
• Wichtige Prozessparameter
• Qualitätshistorie.

46
8.1.1 Auditvorbereitung

Das Auditprogramm ist eine Anforderung aus dem Qualitätsmanagement-


system (z. B. VDA 6.4, ISO 9001, IATF 16949) und umfasst eine Planung
von Audits. Ergebnis ist der Auditauftrag.

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Auditvorbereitung
Input Prozessschritt & Tätigkeiten Output

Auditauftrag Auditteam festlegen Auditteam


Auditorenliste • Objektive & kompetente
Verfügbare Kapazitäten Auditoren auswählen

Auditziel Informationen sammeln und Prozesse einge-


Lieferantenselbstaus- abgrenzen grenzt und Audit-
kunft • Termine abstimmen schwerpunkte ge-
Potenzialanalyse • Recherche setzt
• Kundenspez. Dokumente
• …

Auditumfang Auditplan/Checklisten Auditterminplan


Auditkriterien erstellen und abstimmen fertiggestellt
Abstimmung
Reiseplanung

Bestätigter Auditplan Termine abstimmen und Termin mit Liefe-


ggf. Reisevorbereitung ranten vereinbart

47
8.1.2 Durchführung

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Auditdurchführung
Input Prozessschritt & Tätigkeiten Output

Auditplan Eröffnung Aktueller/ Abge-


Auditteam • Auftaktgespräch stimmter Audit-
Fragenkatalog • Ziele und Zeitplan kom- terminplan
Bewertungskriterien munizieren
Spezifische Checklisten
• Bewertungskriterien vor-
stellen
• Vorstellung der Teilneh-
mer und des Ablaufs

Aktueller/ Abgestimmter Auditierung Auditfeststellun-


Auditterminplan • Befragung vor Ort gen und –
Ggf. Ergebnisse aus vo- • Sichten von objektiven nachweise
rangegangenen Audits Nachweisen Sofortmaßnah-
• Begehung men
Ggf. Auditabbruch
• Prüfung
• Stichproben…

48
8.1.3 Bewertung und Ergebnis

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Auditbewertung
Input Prozessschritt & Tätigkeiten Output

Feststellungen Bewertung gemäß Bewer- Vorläufiger Audit-


Auditnachweise tungssystematik bericht
Bewertungssystematik • Auswertung • Aktionsplan
• Berichterstellung • Erfüllungsgra-
• Festlegung weiteres Vor- de und Einstu-
gehen fung
• Sofortmaß-
nahmen
• Vorläufiger
Auditbericht

Vorläufiger Auditbericht Abschlussgespräch Übereinkunft


• Ergebnisdarstellung Lead-Auditor und
• Präsentation vorl. Audit- Organisation =
bericht vorl. Auditbericht
von beiden unter-
zeichnet (zur
Kenntnisnahme)

49
8.1.4 Bewertung der Einzelfragen

Jede Frage wird hinsichtlich der Erfüllung der jeweiligen Forderungen und
des vorhandenen Risikos bewertet. Die Bewertung erfolgt je Frage in den
Stufen 0, 4, 6, 8 oder 10 Punkte.

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Punkt- Bewertung der Erfüllung einzelner Risiko
anzahl Forderungen

10 voll erfüllt kein

8 überwiegend erfüllt*; geringfügige Abweichun- gering


gen

6 teilweise erfüllt; größere Abweichungen deutlich

4 unzureichend erfüllt; hoch


schwerwiegende Abweichungen

0 nicht erfüllt; sehr


hoch
*) Unter „überwiegend“ wird verstanden, dass die zutreffenden Forderungen
nur in Einzelfällen nicht wirksam nachgewiesen werden konnten.
Die folgende Tabelle dient als Leitfaden für die angemessene Punkte-
vergabe bei der Fragenbewertung:

50
Pkt. Bewertung der Erfüllung einzelner Forderungen

Risikobetrachtung Risikobetrachtung systemische Betrach-


aus Sicht Prozess/ aus Sicht Produkt; tung; abstrakt
Prozessschritt; konk- konkret

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ret

10 Technische Vorga- Produkt ist frei von Forderungen voll er-


ben und Spezifikatio- Beanstandungen, es füllt
nen zum Prozess entspricht den tech-
werden eingehalten nischen Vorgaben

8 Geringfügige Beanstandungen am Forderungen über-


Abweichungen im Produkt, jedoch kein wiegend
Prozess, welche die Einfluss auf die erfüllt; geringfügige
Erfüllung der Anfor- Funktion, Nutzung Abweichungen
derungen des Folge- oder Weiterverarbei-
prozesses oder des tung
Kunden nicht beein-
flussen

6 Der Prozess ent- Beanstandungen am Forderungen


spricht teilweise nicht Produkt ohne Ein- teilweise erfüllt; grö-
den definierten An- fluss auf die Funkti- ßere Abweichungen
forderungen mit on; Fehler führt je-
Auswirkungen auf doch zu Beeinträch-
den Folgeprozess tigungen bei Nutzung
oder den Kunden bzw. Weiterverarbei-
tung

51
4 Der Prozess ent- Beanstandungen am Forderungen unzu-
spricht nicht den de- Produkt mit Einfluss reichend erfüllt;
finierten Anforderun- auf die Funktion, schwerwiegende
gen mit signifikanten Fehler führt zu Ein- Abweichungen
Auswirkungen auf schränkungen der

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den Folgeprozess Nutzung, Fehler be-
oder den Kunden einträchtigt die Wei-
terverarbeitung signi-
fikant

0 Der Prozess ist nicht Beanstandungen am Forderungen nicht


geeignet, die Einhal- Produkt, keine Funk- erfüllt
tung der definierten tion, die Nutzung des
Anforderungen si- Produktes ist erheb-
cherzustellen lich eingeschränkt,
die Weiterverarbei-
tung ist nicht möglich

Liegen zur Bewertung einer einzelnen Frage mehrere Feststellungen vor,


so ist für die Bewertung der jeweiligen Frage insgesamt die Einzelfeststel-
lung ausschlaggebend, die das größte Risiko darstellt.

Abhängig vom Risiko der gefundenen Feststellung können vom Auditor So-
fortmaßnahmen eingefordert werden.

Um eine Vergleichbarkeit von Auditergebnisse zu gewährleisten, sollten alle


Fragen der verwendeten Prozesselemente des VDA 6.7 zur Anwendung
kommen. Pro betrachtetem Prozesselement müssen alle Prozessmerkmale
mit mindestens einer Frage bewertet werden. Gibt es in einem Prozess-
merkmal nicht bewertete Fragen (n. b.), ist eine Begründung zu dokumen-
tieren.
Bei Wiederholbeanstandungen aus vorangegangenen Audits muss die feh-
lende Umsetzung von Korrekturmaßnahmen zusätzlich als Abweichung im
jeweiligen Prozesselement (Px) im zugehörigen Prozessmerkmal Wir-
kungsgrad (Pn.6.2) bewertet werden.

52
AUSWERTUNG DER PROZESSELEMENTE

Jedes auditierte Prozesselement wird einzeln bewertet.


Der Erfüllungsgrad EPn eines jeden Prozesselementes (P2, P3, …, P8)
berechnet sich aus:

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Summe der erzielten Punkte der bewerteten Fragen
EPn [%] = Summe aller möglichen Punkte der bewerteten Fragen

Prozesselemente

P2 Projektmanagement EP2

P3 Produktentwicklung EP3

P4 Entwicklung des Produktionsprozesses EP4

P5 Beschaffung EP5

P6 Produktion EP6

P7 Integration beim Kunden EP7

P8 Service EP8

BESONDERHEIT BEI DER BEWERTUNG VON P6

Das Prozesselement P6 (Produktion) kann in mehreren Prozessschritten (z.


B. Bearbeitung, Montage, Oberflächenbehandlung, …) abgebildet werden.
Der Erfüllungsgrad für P6 (EP6) ergibt sich aus dem Mittelwert der bewerte-
ten Prozessschritte.

53
Gesamterfüllungsgrad, Einstufung und Abstufungsregeln

Der Gesamterfüllungsgrad EGES für das Prozessaudit berechnet sich aus


den bewerteten Prozesselementen:

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Summe der erzielten Punkte der bewerteten Fragen
EGES [%] =
Summe aller möglichen Punkte der bewerteten Fragen

Der Gesamterfüllungsgrad wird auf ganze Prozentwerte gerundet.


Bewertete Prozesselemente sind im Auditbericht zu dokumentieren.

EINSTUFUNG

Einstufung Erfüllungsgrad EGES [%] Bezeichnung der


Einstufung

A EGES ≥ 90 qualitätsfähig

B 80 ≤ EGES < 90 bedingt qualitätsfähig

C EGES < 80 nicht qualitätsfähig

ABSTUFUNGSREGELN

Es wird abgestuft (von A nach B bzw. B nach C) wenn


1. Mindestens ein Prozesselement einen Erfüllungsgrad <75 % erreicht
oder
2. Mindestens eine Frage/Prozessmerkmal mit null Punkten bewertet
wurde.
Abstufungen sind zu dokumentieren.

54
Bei 1st und 2nd-party Audits muss die Organisation resultierend aus der Ein-
stufung die Eskalationsstufen festlegen.

8.1.5 Nachbereitung und Abschluss

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Auditnachbereitung
Input Prozessschritt & Tätigkeiten Output

Auditfeststellungen Maßnahmen inkl. Terminie- Maßnahmenplan


rung und Verantwortlichkei-
ten durch auditierte Organi-
sation

Maßnahmenplan Review/Fortschritts- Auditende


messung Abschluss
Lead-Auditor prüft Maßnah-
men auf Plausibilität
• Plausibilitätsprüfung
• Wirksamkeitsprüfung

55
8.2 Fragenkatalog
8.2.1 Projektmanagement (P2)

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OUTPUT
INPUT Projektmanagement

Entwicklung des Integration beim


Produkt-
Produktions- Beschaffung Produktion Service
entwicklung Kunden
prozesses

Freigabe beim
Kunden

Abbildung 16: Projektmanagement im Produktrealisierungsprozess

CProjektmanagement ist eine Führungsaufgabe und erfordert Projektziele,


die als Grundlage für die Projektsteuerung dienen.
Das Projektmanagement schließt geeignete Instrumente ein, um Abwei-
chungen zu erkennen, Maßnahmen festzulegen und Änderungen zu mana-
gen. Die Bewertungssystematik und der Eskalationsprozess sind definiert.
Die Projektplanung und -steuerung beginnen spätestens bei Auftragsan-
nahme und gehen bis Kundenabnahme bzw. Ende der Integration beim
Kunden.

56
P2 Projektmanagement
Output/Ergebnis/Zielerreichung
Das Projektmanagement muss sicherstellen, dass das Projekt wie geplant,
durchgeführt und abgeschlossen wird.

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P2.1 Sind die Projektziele festgelegt und ist der Status zu den definierten
Meilensteinen (Quality Gates) aktuell?
Bewertungsrelevante
Beispiele zur Umsetzung
Mindestanforderungen

Projektstatusberichte sind vorhanden. Status von Meilensteinen (Quality


Gates):
Steuerungsaktivitäten sind nachvoll-
ziehbar. • Terminerfüllung
Arbeitspakete/Inhalte sind im Projekt- • Anlieferqualität
plan festgelegt.
• Kundenbetreuung
Abnahmen sind im Projektplan ge-
plant und bestätigt. • abgeglichene Prüfverfahren
besser bestätigte Prüfergeb-
nisse
• Budget
• Vergabestrategie
• Steuerung von Lieferanten
• Quality Gates (Review und
Freigaben)
• Prognose der Zielerreichung
(kritischer Pfad)

57
Input/Vorgaben/Eingaben
Alle für die Durchführung des Projektes notwendigen Informationen müssen
vorliegen.
P2.2 Sind alle Anforderungen im Projekt ermittelt?
Bewertungsrelevante
Beispiele zur Umsetzung

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Mindestanforderungen
Zu ermitteln sind mindestens:
Kundenanforderungen • Lastenheft mit Verfügbarkeit,
Taktzeit, Terminen, …
• Produktionsmittelvorschriften
• Konzernlastenhefte
• vorgegebene Bezugsquellen
• Normen des Kunden
• Besondere Kundenanforderun-
gen für Projektmanagement
(z. B. Systemvorgaben oder
Richtlinienvorgaben)
• Kommunikation, Datenaus-
tausch, Schnittstellen,
• Meilensteine (Kundenforderung)
• Vorgaben zu Abnahme
• Termine zu Lieferungen von
Mustern vor Abnahme

Gesetzliche und behördliche Anfor- • CE (Maschinenrichtlinie),


derungen ProdSichG, ProdSichV, UL,
CCC
• REACh, ROHS...
• BG, UNION-Vorschriften....
Interne Anforderungen • Kalkulations-Richtlinien
• Vergabestrategie
• Ressourcenbedarf
(Berücksichtigung weiterer
Kundenprojekte)
58
• Vorgaben zur Projekt-
Berichterstattung/-Bewertung
• Vorgaben zur Projektplanung/-
organisation
• (z. B. Verwendung von

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Standard-Meilensteinplänen)
• (z. B. Überführen der Angebots-
in die Auftragskalkulation)
• Projektziele (z. B. Termin,
Kosten , Ressourcen)
• Interne bereits erprobte
Standards
• Lessons Learned

59
Lenkung/Verfahren/Methoden/Durchführung
Die Lenkung des Projektmanagements stellt das beabsichtigte Ergebnis
sicher.
P2.3.1 Wird das Projekt geplant und gesteuert?

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Bewertungsrelevante
Beispiele zur Umsetzung
Mindestanforderungen
Der Projektstatus und die Risiken • mitlaufende Kalkulation
müssen regelmäßig ermittelt wer- • Review
den.
• Projektreporting
Projektsteuerung • festgelegte Projektphasen mit
Meilensteinen (inkl. Kick-off)
• Abweichungen zum Projektplan
werden mit Maßnahmen, Zu- • Make or Buy (Vergabestrategie)
ständigkeiten und Terminen
versehen und nachgehalten. Steuerung von:
• qualitätsrelevante Aktivitäten • Leistungspaketen
• Lieferantenaktivitäten • Maßnahmen und
• Eskalationen sind klar geregelt. Qualitätsrelevanten Aktivitäten
• Risiken und Eskalation
(Risikomatrix)
• Kapazität
• Kommunikation (intern, Kunde,
Lieferant, GU)
• Projektterminplan
• Baustellenplanung u. -
steuerung
• LOP-Liste
Der Projektabschluss muss durch- • Abschluss u. Lessons Learned
geführt werden und Verbesse-
• Wirksamkeit der umgesetzten
rungsmaßnahmen (Lessons
Maßnahmen
Learned) müssen umgesetzt wer-
den

60
P2.3.2 Ist das Änderungsmanagement festgelegt?

Bewertungsrelevante Beispiele zur Umsetzung


Mindestanforderungen

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Dokumentierte Informationen zum • Änderungsanfragen
Ablauf liegen vor.
• Änderungsangebote und
Änderungen müssen bewertet und Verfolgung
entschieden werden. (Änderungsübersicht)
Änderungen werden rechtzeitig an- • Integration
gezeigt und mit dem Kunden, sowie
in der Lieferkette abgestimmt. • Änderungskosten (zum Kunden,
zum Lieferanten)
Änderungen müssen dokumentiert
werden. • Prozess/ Verfahrensbeschrei-
bung
Auswirkungen von Änderungen
muss berücksichtigt werden.

61
Personelle Ressourcen
Erforderliche Kapazitäten sind ermittelt, den Projekten fest zugeordnet und
stehen mit der entsprechenden Kompetenz zur Verfügung.
P2.4.1 Sind die für das Projektmanagement notwendigen Kapazitäten
vorhanden?

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Bewertungsrelevante Beispiele zur Umsetzung
Mindestanforderungen

Die Kapazitätsplanung der einzel- • Multidisziplinäres Projektteam


nen Projekte fließt in die Gesamt- • Arbeitspakete und Anzahl der
kapazitätsplanung ein. Personen
• Personaleinsatzplan
Die Kapazität der einzelnen Gewer- • Kapazitätsanalyse (Auslastung,
ke (P3-P8) muss über die Gesamt- laufende Projekte, zusätzliche
projektdauer vorhanden sein. Aufgaben)
• Baustellenpersonal, -manager
(SPS- /Roboter-Programmierer,
Inbetriebnahmepersonal)
• Externe Dienstleister
• Regelmäßige Projektbespre-
chungen

62
P2.4.2 Ist die notwendige Kompetenz und Motivation vorhanden?

Bewertungsrelevante Beispiele zur Umsetzung


Mindestanforderungen
Kompetenz: • Projektorganigramm

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Die Projektorganisation (Rollen, • Zusammenarbeit zwischen den
Verantwortlichkeiten und Befugnis- beteiligten Parteien
se) sind festgelegt.
• Eignung (Reiseauflagen, Ge-
Projektteam (Kunde und intern) ist sundheit, Teamfähigkeit, Spra-
inkl. Kontaktdaten vorhanden. che, Kultur)
Eingesetzte Mitarbeiter erfüllen die • Anforderungsprofile/ Qualifikati-
Anforderungen an die jeweilige Rol- onsmatrix
le/ Tätigkeit (Anforderungsprofil),
bei Bedarf müssen Maßnahmen de- • Expertenmatrix / Vertreterrege-
finiert werden. lung

Die Erfahrung des Projektmanagers • Qualifikationsnachweise (Schu-


muss der Projektkomplexität ange- lungen, Einweisung, Erfahrung)
messen sein. • Schulungsplan
• Information (Ziel- und Aufga-
Motivation:
benvermittlung)
Die Leistungsbereitschaft und Moti-
vation der Mitarbeiter wird durch • Anerkennung
gezielte Maßnahmen gefördert. • Einbeziehung
• Kommunikation
• Verbesserungsvorschlagswe-
sen
• Arbeitsumgebung/ -klima
(Stress, Mobbing, Diskriminie-
rung, Gesundheitsmanage-
ment)

63
Materielle Ressourcen
Notwendige materielle Ressourcen sind geplant und verfügbar.
P2.5.1 Ist die notwendige Infrastruktur verfügbar?
Bewertungsrelevante
Beispiele zur Umsetzung

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Mindestanforderungen
Informations- und Kommunikations- Tools für:
einrichtungen inkl. Zugriffsrechte,
• Projektterminplanung
Hardware, Software, Lizenzen, Da-
tenanbindung, Rechteverwaltung • Kapazitätsplanung (Anlagen,
sind vorhanden Maschinen …)
• Reisetaugliches Equipment
• Arbeitsplatz, Räumlichkeiten,
• Tauschportal (Datenübermitt-
lung Kunde/ Lieferant)
• gemeinsame Arbeitsplattform

P2.5.2 Ist die Prozessumgebung angemessen?


Bewertungsrelevante
Beispiele zur Umsetzung
Mindestanforderungen
Arbeitsplatz und Umgebungsbedin- • Lärm, Temperatur, Feuchtigkeit,
gungen müssen der Aufgabe ent- Licht, Belüftung, Hygiene
sprechen.
• Stress, Mobbing, Diskriminie-
rung
• Sicherheit auf Reisen

64
Wirkungsgrad
Ziele sind definiert und werden verfolgt. Verbesserungs- und Korrektur-
maßnahmen werden gesteuert.
P2.6.1 Werden prozessspezifische Ziele und Kennzahlen festgelegt
und überwacht?

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Bewertungsrelevante
Beispiele zur Umsetzung
Mindestanforderungen
Prozessspezifische Ziele und Kenn- Qualität:
zahlen sind festgelegt und werden
überwacht. • Anzahl Korrekturmaßnahmen

• Qualität • Anzahl Korrekturschleifen

• Zeit • Anzahl abgeschlossener


Teilprojekte
• Kosten
• Anzahl eigenverursachter
Wenn Ziele/Kennzahlen nicht er- Änderungen
reicht werden, muss dies begründet
und Korrekturmaßnahmen festge- Zeit:
legt werden. • Plan/ Ist Vergleich für Projekt-/
Baustellendauer
• Termintreue
Kosten:
• Finanzielles Ergebnis
• Deckungsbeitrag (mitlaufende
Kalkulation)
• Mehraufwandserfassung (Per-
sonal, Material)

65
P2.6.2 Erfolgt eine regelmäßige Analyse, Auditierung und Verbesse-
rung des Prozesses?
Bewertungsrelevante
Beispiele zur Umsetzung
Mindestanforderungen
Audit: • Auditorenqualifikation/ Objekti-

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vität
Audits werden geplant und nach
festgelegten Regelungen durchge- • Auditprogramm (Produkt, Pro-
führt. zess)
• Auditplan zur Prüfung der Ab-
läufe
• Auditberichte
• Maßnahmenmanagement
Erfüllungsgrad:
• Managementreview
• Projektstatusbericht
• Projektabschluss inkl. Lessons
Learned Veranstaltungen/ Pro-
jektrückblick
• Scorecard
Nichtkonformität: • Problemlösungsblätter,
Nichtkonforme Prozessergebnisse • Problemlösungsmethoden (8D-
werden systematisch analysiert, Systematik, Ishikawa, Pareto,
Problemlösungsmethoden werden ABC Analyse, 5 why, …)
angewandt, Korrekturmaßnahmen
• Fehlerursachenanalyse
werden eingeleitet.

66
Bewertungsrelevante
Beispiele zur Umsetzung
Mindestanforderungen
Analyse/ Verbesserung: • Mehraufwandserfassung, Bau-
stellentagebuch
Verbesserungspotenziale sind er-
mittelt und werden ggf. in die Abläu- • Know-how-Speicher (Erfah-

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fe integriert rungssammlung/Lessons
Learned)
• Verbesserungsvorschlagswe-
sen
• Maßnahmenplan/ Aktionsplan

67
8.2.2 Produktentwicklung (P3)

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Abbildung 17: Produktentwicklung im Produktrealisierungsprozess

Die Produktentwicklung ist die erste Phase des Produktrealisierungspro-


zesses. Sie liefert für die nachfolgenden Prozesse die erforderlichen doku-
mentierten Informationen (Spezifikationen, Modelle, Zeichnungen, Stücklis-
ten).
Hierzu werden die Produktanforderungen detailliert analysiert, Abläufe in
einer Konzeptionierung umgesetzt und mit den Fachabteilungen abge-
stimmt.

68
P3 Produktentwicklung
Output / Ergebnis / Zielerreichung
Die Entwicklung muss sicherstellen, dass eine vollständige Produktbe-
schreibung vorhanden ist.

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P3.1.1 Stehen die erforderlichen Entwicklungsergebnisse vollumfäng-
lich und termingerecht zur Verfügung?
Bewertungsrelevante
Beispiele zur Umsetzung
Mindestanforderungen
• freigegebene Produktionsmit- • Zeichnungen (inkl. besondere
telspezifikation Merkmale - z. B. Explosions-
zeichnungen, Zusammenbau-
• Bedienungsdokumentation
zeichnung, …) / 3D-Modell
• Systematische Risikobewertung
• Stücklisten
• Ersatz-/Verschleißteilliste
• Produktentwicklungsplan
• Risikoanalyse (FMEA)
• Pflichtenheft
• Spezifikationen
• Prüf-/Testplan
• Erprobungsergebnisse von
Prototypen, Komponenten,
Teilen
• Konstruktionsabnahmen
• CE-Kennzeichnung

69
P3.1.2 Sind Erprobung und Inbetriebnahme definiert und zeitlich einge-
plant?
• Erprobungs- • Erprobungsplan
/Inbetriebnahmeprogramm er-
• Umfänge
stellt

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• Musterbedarfe
• Abnahmeumfang und Kriterien
definiert • Zeitliche Bedarfe/Kapazität
• Schulungspläne für Kunden

Input / Vorgaben / Eingaben


Alle für die Durchführung der Produktentwicklung notwendigen Informatio-
nen müssen vorliegen.
P3.2 Sind alle Anforderungen im Projekt ermittelt?
Bewertungsrelevante
Beispiele zur Umsetzung
Mindestanforderungen
Dokumentierte Informationen liegen • Lastenheft
vor:
• Kundenanforderungen (z. B.
• Kundenanforderungen Logistik-, Qualitäts-, Ergono-
mievorgaben etc.)
• Gesetzliche und behördliche
Anforderungen • Termine
• Interne Anforderungen • interne Vorgaben/Standards,
gesetzlichen und behördliche
Anforderungen/ Normen
• CE- und vergleichbare Richtli-
nien
• Transport- und Verpackungs-
vorkehrung

70
Lenkung/Verfahren/Methoden/Durchführung
Die Lenkung der Produktentwicklung stellt das beabsichtigte Ergeb-
nis sicher.
P3.3.1 Wird die Produktentwicklung geplant und gesteuert?

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Bewertungsrelevante
Beispiele zur Umsetzung
Mindestanforderungen
Ermittelt, festgelegt und aktuell sind: • Meilensteinreviews mit Plan-Ist
Vergleich
• Arbeitspakete mit Meilenstei-
nen • Änderungsinformation in der
Lieferkette
• Änderungsmanagement
• Werknormung, Wissensdaten-
• Bewertung der Änderungen
bank
und ihrer Auswirkung auf das
Gesamtprodukt • erprobtes/robustes Design
• Standards für Vorzugskompo-
nenten, Zeichnungselemente

71
P3.3.2 Werden Risiken in der Produktentwicklung abgesichert?
Bewertungsrelevante
Beispiele zur Umsetzung
Mindestanforderungen
Vorhanden sein müssen: • Risikobewertung (z. B.
FMEA)

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• dokumentierte Information zur
Bewertung der Herstellbarkeit • Risikoanalyse und -
(technisch) Bewertung nach MRL
• Absicherungsmethoden • Absicherungsmethoden wie
Methodenplanung, Versu-
• Risikosteuerung
che,
• Simulationen, Berechnun-
gen (FEM...), Feldanalysen,
Lessons learned
• Steuerung externer Anbie-
ter (Konstruktionsbüros...)
• Protoypenprogramm

72
Personelle Ressourcen
Erforderliche Kapazitäten sind ermittelt, den Projekten fest zugeord-
net und stehen mit der entsprechenden Kompetenz zur Verfügung.
P3.4.1 Sind die für die Produktentwicklung notwendigen Kapazi-

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täten vorhanden?
Bewertungsrelevante ‚
Beispiele zur Umsetzung
Mindestanforderungen
Die Kapazitätsplanung der einzel- • Multidisziplinäres Projektteam
nen Projekte fließt in die Gesamt-
• Arbeitspakete und Anzahl der
kapazitätsplanung der Organisation
Personen
ein.
Die Kapazität der Produktentwick- • Personaleinsatzplan
lung muss vorhanden sein (inkl. ex- • Kapazitätsanalyse (Auslastung,
terne Dienstleister und deren Be- laufende Projekte, zusätzliche
treuung). Aufgaben)

73
P3.4.2 Ist die notwendige Kompetenz und Motivation vorhanden?
Bewertungsrelevante
Beispiele zur Umsetzung
Mindestanforderungen
Kompetenzen: • Projektorganigramm

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Rollen, Verantwortlichkeiten und • Zusammenarbeit zwischen den
Befugnisse sind festgelegt. beteiligten Parteien
Eingesetzte Mitarbeiter erfüllen die • Eignung (Reiseauflagen, Ge-
Anforderungen an die jeweilige Rol- sundheit, Teamfähigkeit, Spra-
le/ Tätigkeit (Anforderungsprofil), che, Kultur)
bei Bedarf müssen Maßnahmen de-
finiert werden. • Anforderungsprofile/ Qualifikati-
onsmatrix
Die Erfahrung des Produktentwick-
lers muss der Komplexität des zu • Expertenmatrix / Vertreterrege-
entwickelnden Produktes angemes- lung
sen sein. • Qualifikationsnachweise (Schu-
lungen, Einweisung, Erfahrung)
• Schulungsplan
Motivation: • Information (Ziel- und Aufga-
benvermittlung)
Die Leistungsbereitschaft und Moti-
vation der Mitarbeiter wird durch • Anerkennung
gezielte Maßnahmen gefördert.
• Einbeziehung
• Kommunikation
• Verbesserungsvorschlagswe-
sen
• Arbeitsumgebung/ -klima
(Stress, Mobbing, Diskriminie-
rung, Gesundheitsmanage-
ment)

74
Materielle Ressourcen
Notwendige materielle Ressourcen sind geplant und verfügbar.
P3.5.1 Ist die notwendige Infrastruktur verfügbar?
Bewertungsrelevante
Beispiele zur Umsetzung

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Mindestanforderungen
Informations- und Kommunikations- Tools für:
einrichtungen inkl. Zugriffsrechte,
o Konstruktion
Hardware, Software, Lizenzen, Da-
tenanbindung, Rechteverwaltung o Berechnung
sind vorhanden.
o Absicherung
• Reisetaugliches Equipment
• Arbeitsplatz, Räumlichkeiten
• Tauschportal (Austauschforma-
te/ Datenübermittlung)
• gemeinsame Arbeitsplattform
(Datensicherung)
P3.5.2 Ist die Prozessumgebung angemessen?
Bewertungsrelevante
Beispiele zur Umsetzung
Mindestanforderungen
Arbeitsplatz und Umgebungsbe- • Lärm, Temperatur, Feuchtig-
dingungen müssen der Aufgabe keit, Licht, Belüftung, Hygiene,
entsprechen. Ergonomie
• Stress, Mobbing, Diskriminie-
rung
• Sicherheit auf Reisen

75
Wirkungsgrad
Ziele sind definiert und werden verfolgt. Verbesserungs- und Korrek-
turmaßnahmen werden gesteuert.
P3.6.1 Werden prozessspezifische Ziele und Kennzahlen festge-

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legt und überwacht?
Bewertungsrelevante
Beispiele zur Umsetzung
Mindestanforderungen
Prozessspezifische Ziele und Kenn- Qualität:
zahlen sind festgelegt und werden
überwacht. • Anzahl Korrekturmaßnahmen
• Anzahl Korrekturschleifen
• Qualität
• Verwendung erprobter Stan-
• Zeit
dards
• Kosten • Vollständigkeit der abgelieferten
Wenn Ziele/Kennzahlen nicht er- Dokumente
reicht werden, muss dies begründet • Erfolgreicher Abschluss aller
und Korrekturmaßnahmen festge- Tests und Probeläufe
legt werden.
• Anzahl eigenverursachter Ände-
rungen
Zeit:
• Durchlaufzeit Konstrukti-
on/Detaillierung
• Durchlaufzeit Erprobung
• Bearbeitungszeit
• Plan/Ist Vergleich Meilensteine
• Termintreue

76
Kosten:
• Finanzielles Ergebnis
• Budgeteinhaltung
• Mehraufwandserfassung

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(Personal, Material)

77
P3.6.2 Erfolgt eine regelmäßige Analyse, Auditierung und Ver-
besserung des Prozesses?
Bewertungsrelevante
Beispiele zur Umsetzung
Mindestanforderungen
Audit: • Auditprogramm (Produkt, Pro-

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zess)
Audits werden geplant und nach
festgelegten Regelungen durchge- • Maßnahmenmanagement
führt. • Auditorenqualifikation/ Objekti-
vität
Erfüllungsgrad:
• Design Review
• Teilprojektstatus
• Scorecard
Nichtkonformität: • Problemlösungsblätter,
Nichtkonforme Prozessergebnisse • Problemlösungsmethoden
werden systematisch analysiert, (8D-Systematik, Ishikawa, Pa-
Problemlösungsmethoden werden reto, ABC Analyse, 5 why…)
angewandt, Korrekturmaßnahmen • Fehlerursachenanalyse
werden eingeleitet.

Analyse/ Verbesserung: • Verbesserungsvorschlagswe-


sen
Verbesserungspotenziale sind er-
mittelt und werden ggf. in die Abläu- • Know-how-Speicher (Erfah-
fe integriert rungssammlung)
• Maßnahmenplan/ Aktionsplan
• konstruktionsbedingte Mehr-
aufwände für nachfolgende
Prozesse (insbesondere aus
Integration beim Kunden)
• Anzahl Zeichnungsänderun-
gen ohne Kundenanlass

78
8.2.3 Entwicklung des Produktionsprozesses (P4)

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Abbildung 18: Entwicklung des Produktionsprozesses im Produktrealisie-
rungsprozess

Die Produktionsprozessentwicklung liefert die für den Herstellprozess erfor-


derlichen dokumentierten Informationen (Arbeitspläne, NC-Programme…).
Aus den Ergebnissen der Produktentwicklung wird der Herstellprozess ab-
geleitet und die Planung für die Produktion durchgeführt. Entsprechend der
zur Verfügung stehenden Kapazitäten und dem vorhandenen Know-How
wird über „Make or Buy“ entschieden.

79
P4 Entwicklung des Produktionsprozesses
Output/Ergebnis/Zielerreichung
Die Entwicklung des Produktionsprozesses muss sicherstellen, dass
der Herstellprozess vollständig festgelegt ist.

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P4.1 Sind die Aktivitäten für die Herstellung des Produktionsmit-
tels vollständig geplant?
Bewertungsrelevante
Beispiele zur Umsetzung
Mindestanforderungen
Ablaufplanung: • Arbeitsplan/ Produktionslen-
kungsplan
Die Beschreibung des Herstellpro-
zesses muss als vollständige, do- • Fertigungsaktivitäten/Prozess-
kumentierte Information vorliegen. schritte/NC-Programme
Dies muss beinhalten: • Prozessparameter mit Tole-
ranzen
• Informationen für die Eigen-
produktion (Fertigung/Monta- • Überwachungs-/Prüfaktivitäten
ge) inkl. Abnahme beim Kunden
• Informationen für die Beschaf- • Prüfmethode, Prüfmerkmale
fung. mit Toleranzen
• Abnahme- und Freigabekrite-
rien
• geeignete Fertigungs- und Prü-
feinrichtungen
• Arbeitsanweisung, Prüfanwei-
sung

80
Kapazitäten: • Maschinen- /Montagebele-
gungspläne
• Die für die Herstellung erforder-
lichen Kapazitäten sind ermit- • geplante Gebäude/Maschinen/
telt und mit dem Projekttermin- Montageflächen/Laboreinrich-
plan abgeglichen. tungen

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• qualifizierte personelle Kapazitä-
ten
• Logistische Kapazitäten
• Verfügbarkeit von Vormaterialen
/Kaufteilen
• Terminpläne/Gantt-Diagramm
• Zeitanalyse (MTM, Refa)
Risiken/ Chancen: • Risikoanalyse (z. B. Prozess-
FMEA)
• Risiken und Chancen sind ermit-
telt und Maßnahmen sind defi- • Notfallplan
niert.

81
Input/Vorgaben/Eingaben
Alle für die Planung der Produktionsprozessentwicklung notwendi-
gen Informationen müssen vorliegen.
P4.2 Sind alle Anforderungen für die Entwicklung des Produkti-

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onsprozesses ermittelt?
Bewertungsrelevante
Beispiele zur Umsetzung
Mindestanforderungen
Ergebnisse aus der Produktentwick- • Anforderungen an:
lung inkl. besonderer Merkmale lie-
o Qualität
gen vollumfänglich vor.
o Leistung
Die folgenden Inhalte müssen vor-
handen sein: o Termine

• Budget o Qualifikationen
o Logistik
• Infrastruktur
o Produktionsstätte, Produk-
• Produktspezifikation (Zeichnung,
tionsmittel, Fertigungsver-
Stückliste (BOM), …)
fahren
• Projektterminplan o Demontage, Verpackung,
• Erfahrungen aus vorangegange- Transport, Aufbau und In-
nen Entwicklungen betriebnahme

• Kundenanforderungen • Lieferbedingungen

• Gesetzliche und behördliche • interne/externe Normen, Vor-


Anforderungen schriften
• Anforderungen an Kriterien zur
Abnahme des Produktionsmit-
tels beim Kunden
• Entsorgungsvorschriften
• Umwelt- und Arbeitsschutzan-
forderungen
• Wissensdatenbank (Lessons
Learned)

82
Lenkung / Verfahren / Methoden / Durchführung
Die Lenkung der Produktionsprozessentwicklung stellt das beabsich-
tigte Ergebnis sicher.
P4.3.1 Wird die Entwicklung des Produktionsprozesses geplant

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und gesteuert?
Bewertungsrelevante
Beispiele zur Umsetzung
Mindestanforderungen
Der gesamte Herstellprozess ist in • Infrastruktur (Gebäude, Anla-
detaillierte Arbeitspakete aufzuteilen gen, Maschinen, Werkzeuge,
Prüf- und Messmittel)
In diesen Arbeitspaketen müssen
folgende Aspekte berücksichtigt • Arbeitsplan
werden: /Produktionslenkungsplan
• Arbeitsabläufe (inkl. Dokumen- • Kapazitätsplanung (Tools zur
tation) Maschinenverfügbarkeit)
• geeignete materielle Ressourcen • Untervergabe berücksichtigen,
falls notwendig
• Kapazitäten und Termine
• interne Standards berücksichti-
gen (Werknormung, Wissensda-
tenbank, erprobte/ robuste Pro-
zesse)
P4.3.2 Werden Risiken im Herstellprozess abgesichert?
Bewertungsrelevante
Beispiele zur Umsetzung
Mindestanforderungen
Die Risiken im Herstellprozess • Risikoanalyse (Prozess-FMEA,
müssen ermittelt und daraus ent- ...)
sprechende Maßnahmen abgeleitet
• Identifizierung von Engpässen
werden.
bei Produktionseinrichtungen
Dies erfordert: (Maschinen, Anlagen, …)
• Risikoanalyse
• Notfallplanung

83
Personelle Ressourcen
Erforderliche Kapazitäten sind ermittelt, den Projekten fest zugeordnet
und stehen mit der entsprechenden Kompetenz zur Verfügung.
P4.4.1 Sind die für die Entwicklung des Produktionsprozesses not-

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wendigen Kapazitäten vorhanden?
Bewertungsrelevante
Beispiele zur Umsetzung
Mindestanforderungen
Die Kapazitätsplanung der einzel- • Personaleinsatzplan (Projekt und
nen Projekte fließt in die Gesamt- darin verplante Mitarbeiter)
kapazitätsplanung ein.
• Kapazitätsanalyse (Auslas-tung,
Die Kapazität für die Entwicklung laufende Projekte, zu-sätzliche
des Produktionsprozesses muss Aufgaben)
vorhanden sein.
P4.4.2 Ist die notwendige Kompetenz und Motivation vorhanden?

Bewertungsrelevante
Beispiele zur Umsetzung
Mindestanforderungen

Kompetenzen:
Rollen, Verantwortlichkeiten und Be- • Eignung (Teamfähigkeit, Sprache,
fugnisse sind festgelegt. Kultur)
Eingesetzte Mitarbeiter erfüllen die • Anforderungsprofile (Stellenbe-
Anforderungen an die jeweilige Rol- schreibung)/ Qualifikationsmatrix
le/ Tätigkeit (Anforderungsprofil), bei
• Expertenmatrix / Vertreterrege-
Bedarf müssen Maßnahmen defi-
lung
niert werden.
• Qualifikationsnachweise (Schu-
lungen, Einweisung, Erfahrung)
• Schulungsplan
• Bearbeitungs-/Montageverfahren
• Zeitstudien (Refa, MTM)
• Ergonomiekenntnisse

84
Motivation:
Die Leistungsbereitschaft und Moti- • Information (Ziel- und Aufgaben-
vation der Mitarbeiter wird durch ge- vermittlung)
zielte Maßnahmen gefördert.
• Anerkennung

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• Einbeziehung
• Kommunikation
• Mitarbeitergespräche
• Arbeitsumgebung/ -klima (Stress,
Mobbing, Diskriminierung, Ge-
sundheitsmanagement)
• Förderprogramme

Materielle Ressourcen
Notwendige materielle Ressourcen sind geplant und verfügbar.
P4.5.1 Ist die notwendige Infrastruktur verfügbar?
Bewertungsrelevante
Beispiele zur Umsetzung
Mindestanforderungen
Informations- und Kommunikati- Tools zur:
onseinrichtungen inkl. Zugriffsrech-
• Produktionsplanung
te, Hardware, Software, Berech-
nungstools, Lizenzen, Datenan- • Simulation
bindung, Rechteverwaltung sind
• CNC Programmierung
vorhanden
• Kapazitätsplanung
Übersicht über vorhandene Einrich-
tungen und deren Fähigkeiten

85
P4.5.2 Ist die Prozessumgebung angemessen?
Bewertungsrelevante
Beispiele zur Umsetzung
Mindestanforderungen
Arbeitsplatz und Umgebungsbe- • Ordnung und Sauberkeit
dingungen müssen der Aufgabe

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• Arbeitsschutz
entsprechen.
• Arbeitsplatz (ausreichend Platz,
Ergonomie, Materialhandling)
• Arbeitsumfeld (Arbeitsbedingun-
gen, Lärm, Beleuchtung, Klima)
• Zugangsbeschränkung

Wirkungsgrad
Ziele sind definiert und werden verfolgt. Verbesserungs- und Korrek-
turmaßnahmen werden gesteuert.
P4.6.1 Werden prozessspezifische Ziele und Kennzahlen festge-
legt und überwacht?
Bewertungsrelevante
Beispiele zur Umsetzung
Mindestanforderungen
Prozessspezifische Ziele und Kenn- Qualität:
zahlen sind festgelegt und werden
• Anzahl eigenverursachter Kor-
überwacht.
rekturmaßnahmen
• Qualität
• Plan/Ist Vergleich Meilensteine
• Zeit
• Verwendung erprobter Stan-
• Kosten dards
Wenn Ziele/Kennzahlen nicht er- • Vollständigkeit der abgelieferten
reicht werden, muss dies begründet Dokumente
und Korrekturmaßnahmen festge-
legt werden.
Zeit:
• Termintreue

86
Kosten:
• Finanzielles Ergebnis (Nachkal-
kulation, Plan-/Ist-Vergleich)
• Personalaufwand

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• Materialaufwand
• Budgeteinhaltung
P4.6.2 Erfolgt eine regelmäßige Analyse, Auditierung und Ver-
besserung des Prozesses?
Bewertungsrelevante
Beispiele zur Umsetzung
Mindestanforderungen
Audit: • Auditergebnisse zum Beschaf-
fungsprozess (Erfüllungsgrad)
Audits werden geplant und nach
festgelegten Regelungen durchge-
führt.
Nichtkonformität: • Problemlösungsmethoden (8D-
Systematik, Ishikawa, Pareto,
• Nichtkonforme Prozessergeb-
ABC Analyse, 5 why, …)
nisse werden systematisch ana-
lysiert und Korrekturmaßnah-
men werden eingeleitet.
Analyse/ Verbesserung: • Scorecard
• Verbesserungspotenziale sind • Wirksamkeitsprüfung
ermittelt und werden ggf. in die
• Kontinuierliche Verbesserung
Abläufe integriert
• Verbesserungsvorschlagswe-
sen
• Nachweisführung der Einhal-
tung von Q-Anforderungen
• Lessons Learned / Projektrück-
blick
• Maßnahmenplan/ Aktionsplan

87
8.2.4 Beschaffung (P5)

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Abbildung 19: Beschaffung im Produktrealisierungsprozess

Die Beschaffung verantwortet die termingerechte Bereitstellung der Einzel-


teile und Komponenten sowie Dienstleistungen die extern bezogen werden.
Basierend auf der von der Entwicklung des Produktionsprozesses definier-
ten Prozessabläufe und Termine muss die Beschaffung die ihr zugeordne-
ten Umfänge mit ihren freigegebenen Lieferanten zu den Planterminen rea-
lisieren.

88
P5 Beschaffung
Output / Ergebnis / Zielerreichung
Die Beschaffung muss sicherstellen, dass die Beschaffungsumfänge
zur Verfügung stehen.

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P5.1 Sind Beschaffungsumfänge freigegeben sowie deren Qualität
und Termin gewährleistet?
Bewertungsrelevante
Beispiele zur Umsetzung
Mindestanforderungen
Extern bereitgestellte Prozesse, • geliefertes, spezifikationskon-
Produkte und Dienstleistungen formes Produkt / Komponente
müssen den Anforderungen ent- mit entsprechender Dokumen-
sprechen tation
Liefertermine sind gemäß aktuellem • Bestellung, Auftragsbestäti-
Projektplan erfüllt gung
Alle beschafften Umfänge haben • Freigabedokumente, Abnah-
einen Freigabeprozess durchlaufen meprotokolle, Material-/ Prüf-
und liegen für die Produktion bereit. zeugnisse
• QS Vereinbarungen
• Spezifikation (Zeichnung,
Stückliste, Verpackungsvorga-
ben…)
• Projektmanagementanforde-
rungen (für komplexe Verga-
ben)

89
Input/Vorgaben/Eingaben
Alle für die Durchführung der Beschaffungsumfänge notwendigen In-
formationen müssen vorliegen.
P5.2 Sind alle Anforderungen für die Beschaffung ermittelt und

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vollständig?
Bewertungsrelevante
Beispiele zur Umsetzung
Mindestanforderungen
Alle für die Beschaffung notwendi- • Stückliste (Wiederbeschaf-
gen Dokumente und Anforderungen fungszeiten, Vorabstückliste für
müssen rechtzeitig und vollständig Langläufer...)
zur Verfügung stehen
• Spezifikationen (Zeichnungen,
Bedarfsanforderung muss eindeutig Prüfspezifikationen, Normen...)
und freigegeben sein
• Dienstleistungsumfänge (Instal-
Beschaffungsplan (Vergabestrate- lation, Programmierung, An-
gie, Umfänge, Termine, potenzielle laufbegleitung…)
Lieferanten, Zielpreise) liegt vor
• Anforderungen (z. B. Technik,
Kundenspezifische, gesetzliche, Leistungsumfänge, Qualität,
behördliche und interne Anforde- Abnahmekriterien ...)
rungen sind bekannt und berück-
sichtigt • Termine

Alle für die Beschaffung notwendi- • Übersicht potenzieller Lieferan-


gen Lieferanten müssen freigege- ten
ben sein • Liste freigegebener Lieferanten
Wenn vertraglich vereinbart, muss • interne Anforderungen für kriti-
bei vom Kunden vorgegebenen Be- sche Projektumfänge (Projekt-
zugsquellen (Lieferant, Artikel) be- management in der Lieferkette)
schafft werden

90
Lenkung/Verfahren/Methoden/Durchführung
Die Lenkung der Beschaffung stellt das beabsichtigte Ergebnis
sicher.
P5.3.1 Werden geeignete Lieferanten eingesetzt?

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Bewertungsrelevante
Beispiele zur Umsetzung
Mindestanforderungen
Dokumentierte Informationen müs- • Lieferantenübersicht,
sen vorliegen zu: Lieferantenmatrix („Wer kann
Was?)
• Lieferantenauswahl und -
freigabe • Risikobeurteilung: technisch,
kaufmännisch, logistisch,
• Qualitätsleistungen bei
ethisch
bestehenden Lieferanten
• QM-System:
Lieferantenselbstauskunft,
Zertifikate, Audit
• Lieferantenauswahlkritereien
• Lieferantenbesuch
• Audit (Potenzialanalyse,
Prozessaudit)
• Qualifizierungsprogramm/
Lieferantenentwicklung
• Lieferantenbewertung

91
P5.3.2 Wie erfolgt die Steuerung des Prozesses?
Die Steuerung des Beschaf- • Bestellung (Umfang, Menge,
fungsprozesses muss das beab- Termine)
sichtigte Ergebnis sicherstellen
• Performance-und
(Qualität, Termin und Kosten).
Termintracking

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Änderungen sind zu steuern.
Der Umfang der Steuerung • Regelung
muss der Komplexität des Änderungsmanagement,
Vergabeumfangs entsprechen Untervergabe, Beistellungen

Die Bestellung muss eindeutig Spezifikation:


und vom Lieferanten bestätigt • Qualitätsvereinbarungen
sein
• Reklamationen
Die Steuerung und Überwa-
chung der Lieferanten muss ge- • Verpackungen
regelt sein. • Prüf- und Nachweisdokumente

92
P5.3.3 Ist die Qualität der angelieferten Produkte und Dienst-
leistungen sichergestellt und wird diese gelenkt?
Bewertungsrelevante
Beispiele zur Umsetzung
Mindestanforderungen
Freigaben zu Komponenten/ Tei- • Wareneingangsprüfung

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len liegen entsprechend der ab- (Prüfplan, Prüfprotokolle,
gestimmten Abnahmeverfahren Zeugnisse, Kennzeichnung,
vor. Menge)
Eingehende Lieferungen müs- • Reklamationsmanagement
sen gelenkt werden. (Prüfberichte, Sperrlager,
Die Direktanlieferung zur In- Nacharbeit)
tegration beim Kunden (Baustel- Einlagerung
le) muss geregelt sein.
• Erfassung
• Lagerbedingungen (Schutz vor
Beschädigung, Verschmutzung,
Korrosion)
• FiFo, Verfallsdatum
Integration beim Kunden
• Rahmenbedingungen für die
Anlieferung
• Infrastruktur,Logistik,
Kundenabstimmung
• Lagerbedingungen

93
Personelle Ressourcen
Erforderliche Kapazitäten sind ermittelt, den Projekten fest zugeord-
net und stehen mit der entsprechenden Kompetenz zur Verfügung.
P5.4.1 Sind die für die Beschaffung notwendigen Kapazitäten

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vorhanden?
Bewertungsrelevante
Beispiele zur Umsetzung
Mindestanforderungen
Die Kapazitätsplanung der einzel- • Personal für:
nen Projekte fließt in die Gesamt-
o Einkauf von Warengruppen
kapazitätsplanung ein.
o Lieferantenbetreuung,
Die Kapazität für die Beschaffung
Auditierung
muss vorhanden sein.
o Wareneingangsprüfung /
Reklamationsbearbeitung
o Logistik/ Lager
• Kapazitätsanalyse (Auslas-tung,
laufende Projekte, zu-sätzliche
Aufgaben)

94
P5.4.2 Ist die notwendige Kompetenz und Motivation
vorhanden?
Bewertungsrelevante
Beispiele zur Umsetzung
Mindestanforderungen
Kompetenzen: • Einkauf (Fremdsprachen, Ver-

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handlung...)
Rollen, Verantwortlichkeiten und
Befugnisse sind festgelegt. • Lieferantenbetreuung (Lieferan-
tenaudit, Fertigungsabläufe,
Eingesetzte Mitarbeiter erfüllen die
Kundenanforderungen)
Anforderungen an die jeweilige
Rolle/ Tätigkeit (Anforderungspro- • Wareneingangsprüfung (Pro-
fil), bei Bedarf müssen Maßnah- duktmerkmale, Kundenanforde-
men definiert werden. rungen, Qualitätstechniken, 8D-
Systematik, Prüfmittel, Bean-
standungen und Abstellmaß-
nahmen, Verpackungsanforde-
rungen)
• Logistik/Lager (Lagervorschrif-
ten)
• Zusammenarbeit zwischen den
beteiligten Parteien
• Eignung (Reiseauflagen, Ge-
sundheit, Teamfähigkeit, Spra-
che, Kultur)
• Anforderungsprofile/ Qualifikati-
onsmatrix
• Expertenmatrix / Vertreterrege-
lung
• Qualifikationsnachweise (Schu-
lungen, Einweisung, Erfahrung)
• Einarbeitungsplan
• Schulungsplan

95
Motivation: • Information (Ziel- und Aufgaben-
vermittlung)
Die Leistungsbereitschaft und Mo-
tivation der Mitarbeiter wird durch • Anerkennung
gezielte Maßnahmen gefördert.
• Einbeziehung

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• Kommunikation
• Verbesserungs-vorschlagswesen
• Arbeitsumgebung/ -klima
(Stress, Mobbing,
Diskriminierung,
Gesundheitsmanagement)

96
Materielle Ressourcen
Notwendige materielle Ressourcen sind geplant und verfügbar.
P5.5.1 Ist die notwendige Infrastruktur verfügbar?
Bewertungsrelevante
Beispiele zur Umsetzung

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Mindestanforderungen
Informations- und Kommunikati- Tools für:
onseinrichtungen inkl. Zugriffsrech-
te, Hardware, Software, Lizenzen, • Einkauf (Bestellungen, Liefer-
Datenanbindung, Rechteverwal- terminüberwachung, Kommuni-
tung sind vorhanden kation)
• Lieferantenbetreuung (Reise-
equipment, Audit)
• Wareneingangsprüfung/ Rekla-
mationsmanagement (Prüf- und
Messmittel)
• Logistik/Lager (Lager, Lagerver-
waltung)
• Kapazitätsplanung (Anlagen,
Maschinen)
• ERP-System

97
P5.5.2 Ist die Prozessumgebung angemessen?
Bewertungsrelevante
Beispiele zur Umsetzung
Mindestanforderungen
Arbeitsplatz und Umgebungsbe- • Arbeitsumfeld (Arbeitsbedingun-
dingungen müssen der Aufgabe gen, Lärm, Beleuchtung, Klima)

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entsprechen.
• Ordnung und Sauberkeit
• Arbeitsschutz
• Arbeitsplatz (ausreichend Platz,
Ergonomie, Materialhandling)
• Zugangsbeschränkung
• Lagerbedingungen (Haltbarkeit,
Temperatur, Lichtverhältnisse,
ESD, Luftfeuchtigkeit, Korrosi-
onsschutz)
• Logistik/ Lager (Anschlagmittel,
Transportgeräte, Waagen, Sperr-
lager)

• Test- und Laboreinrichtung

98
Wirkungsgrad
Ziele sind definiert und werden verfolgt. Verbesserungs- und Korrek-
turmaßnahmen werden gesteuert.
P5.6.1 Werden prozessspezifische Ziele und Kennzahlen festge-

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legt und überwacht?
Bewertungsrelevante
Beispiele zur Umsetzung
Mindestanforderungen
Prozessspezifische Ziele und Kenn- Qualität:
zahlen sind festgelegt und werden
überwacht. • Reklamationen (beschädigte,
unvollständige fehlerhafte Liefe-
• Qualität rungen)
• Zeit • Lieferantenaudits
• Kosten • Lieferantenbewer-
Wenn Ziele/Kennzahlen nicht er- tung/Eskalationen
reicht werden, muss dies begründet • Abgelaufene Produkte im Lager
und Korrekturmaßnahmen festge-
legt werden. Zeit:
• Liefertreue/Fehlteile
• Bearbeitungszeit für
Reklamationen
• Rückmeldung 8D-Reporte
Kosten:
• Einsparungen
• Lagerbestände
• Differenzen bei Inventur
• Lieferantenbedingte Mehrauf-
wände (Nacharbeit, Sonderfahr-
ten...)

99
P5.6.2 Erfolgt eine regelmäßige Analyse, Auditierung und Ver-
besserung des Prozesses?
Bewertungsrelevante
Beispiele zur Umsetzung
Mindestanforderungen
Audit: • Auditprogramm (Produkt, Pro-

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zess)
Audits werden geplant und nach
festgelegten Regelungen durchge- • Auditergebnisse zum Beschaf-
führt. fungsprozess (Erfüllungsgrad)
• Maßnahmenmanagement
• Auditorenqualifikation/ Objektivi-
tät
Nichtkonformität: • Problemblätter
Nichtkonforme Prozessergebnisse • Mehraufwandserfassung bei
werden systematisch analysiert und Problemen/Änderungen
Korrekturmaßnahmen werden ein-
• Information an Verursacher
geleitet.
• Fehlerursachenanalyse
• wiederholtes Auftreten verhin-
dern (Änderungen v. dokumen-
tierten Informationen, Hard-
ware)
• Problemlösungsmethoden (8D-
Systematik, Ishikawa, Pareto,
ABC Analyse, 5 why, …)

100
Analyse/ Verbesserung: • Scorecard
Verbesserungspotenziale sind er- • Wirksamkeitsprüfung
mittelt und werden ggf. in die Abläu-
• Kontinuierliche Verbesse-
fe integriert

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rung
• Verbesserungsvorschlags-
wesen
• Nachweisführung der Ein-
haltung von Q-
Anforderungen
• Managementreview
• Know-how-Speicher (Erfah-
rungssammlung, Lessons
Learned)

101
8.2.5 Produktion (P6)

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Abbildung 20: Produktion im Produktrealisierungsprozess

Die Produktion muss sicherstellen, dass das Produkt zum geplanten Termin
mit dem Kunden vollumfänglich fertiggestellt ist. Basierend auf den Planun-
gen der Entwicklung des Produktionsprozesses müssen die Ressourcen
geeignet und ausreichend sein.

102
P6 Produktion
Output/Ergebnis/Zielerreichung
Die Produktion muss sicherstellen, dass das hergestellte Pro-
dukt/Produktionsmittel alle Anforderungen erfüllt.

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P6.1.1 Ist das Ergebnis der Herstellung abgesichert?
Bewertungsrelevante
Beispiele zur Umsetzung
Mindestanforderungen
Fertigung: • Teilehandling u. -lagerung
zweckentsprechend und ge-
Einzelteile sind termin- und zeich-
kennzeichnet
nungsgerecht
• Laufkarte/ Begleitdokumente,
Dokumentierte Informationen zum
Einzelteil liegen vor • Freigaben dokumentiert
Anmerkung: Nur zutreffend sofern • Rückverfolgbarkeit der Einzeltei-
eine Fertigung in der Organisation le
vorhanden ist.
Montage: • Funktionstest
Komponenten/Produktionsmittel • Leistungstest
sind termin- und spezifikationsge-
• Vorabnahme/Abnahme (in-
recht
tern/Kunde)
Dokumentierte Informationen zu
• Restmängelpunkte
Komponente/Produktionsmittel lie-
gen vor • Rückverfolgbarkeit der Bestand-
teile

103
P6.1.2 Ist die termingerechte und beschädigungsfreie Auslieferung
des Produktionsmittels sichergestellt?
Bewertungsrelevante
Beispiele zur Umsetzung
Mindestanforderungen
Verpackung und Versand: • Kundenanforderungen Ver-

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sand (Lieferpapiere, EDI...)
Die Organisation muss sicherstel-
len, dass das Produktionsmittel zum • Transportmittel / Verpackung
vereinbarten Termin am Bestim- geeignet
mungsort angeliefert wird.
• Zoll, Exportkontrolle
Die Produktqualität muss über die
• geeignete Spedition (AEO,
gesamte Lieferkette durch Verpa-
bekannter Versender, Luft-
ckung, Lagerung und Transport si-
fracht)
chergestellt werden.
• Überwachung kritischer Para-
meter (Shock-Watch)

104
Input/Vorgaben/Eingaben
Alle für die Herstellung des Produktionsmittels notwendigen In-
formationen und Materialien müssen vorliegen.
P6.2 Sind alle Anforderungen für die Herstellung ermittelt?

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Bewertungsrelevante
Beispiele zur Umsetzung
Mindestanforderungen
Dokumentierte Informationen
müssen fertigungs- und prüfge-
recht zur Verfügung stehen:
• Ergebnisse der Produktent- • Zeichnung, Stückliste
wicklung inkl. Vorgaben für
• Zusammenstellungszeichnung
die Funktionstests
(Explosionszeichnungen) / 3D-
Modell
• Prüf-/Testplan
• Muster für interne Tests
• Kundenmuster
• Ergebnisse der Entwicklung • Fertigungsauftrag, Arbeitsplan
des Produktionsprozesses
• Anforderung an die Dokumen-
tation (Prüfdaten
• Kapazitätsplanung sicherge-
stellt (Aufträge im Zeitfenster)
• Risikoanalyse aus der AV

• alle Materialien liegen für • kommissionierte, freigegebene


den Herstellprozess in ge- Material zum Fertigungsauf-
eigneter Weise zum Termin trag
vor
• Vormaterialien / Komponenten
den Aufträgen zugeordnet und
entsprechend gelagert

105
Lenkung/Verfahren/Methoden/Durchführung
Die Lenkung der Produktion stellt das beabsichtigte Ergebnis
sicher.
P6.3.1 Wird die Produktion geplant und gesteuert?

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Bewertungsrelevante
Beispiele zur Umsetzung
Mindestanforderungen
Produktions- und • Prozessparametern (z. B.
Prüfunterlagen Drücke, Temperaturen, Zeiten,
Drehzahlen) mit Toleranzen
Die Produktions- und Prüfunter-
lagen müssen an den Arbeits-/ • NC-Programmen
Prüfplätzen aktuell vorliegen.
• Rüst-/Einstellplänen
• Anlagen-Layout
• Belegungsplan der
Montageflächen
Steuerung des Prozesses • Prozessparameter-
überwachung
Die Steuerung des Prozesses
muss dem Arbeitsplan ein- • geplante Nacharbeit
schließlich aller vorgegebenen
• Umgang mit beigestellten
Zwischen- und Endprüfungen
Produkten
folgen.
• Shopfloormanagement
• LOP-Listen
• Steuerung externer Anbieter
(Dienstleister,...)
Überwachung und Freigabe • geeignete Prüfmerkmale,
Prüfmittel (Kalibrierung),
Im Herstellprozess ist die Einhal-
Prüfmethoden
tung der Qualitäts-/Termin-
Anforderungen zu überwachen • Werkerselbstkontrolle
• Prüfungen, Abnahmen

106
• Wiederfreigabe des Prozesses
im Falle von Serienfertigung
• Montagefortschritt (an
definierten Meilensteinen)
• Freigabe/ Vorabnahme intern

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und Kunde

P6.3.2 Werden Risiken abgesichert?


Bewertungsrelevante
Beispiele zur Umsetzung
Mindestanforderungen
Änderungen müssen gelenkt • Dokumentation/ Änderungsplan
werden.
• Bewertung der Änderung
• Änderungsstände
• Teilelebenslauf
• Rückverfolgbarkeit
Risikosteuerung und Absiche- • Belegung
rungsmethoden werden definiert
• Soll/ Ist-Vergleich in Bezug auf
und umgesetzt.
Termine und Kosten
• Notfallpläne

107
Personelle Ressourcen
Erforderliche Kapazitäten sind ermittelt, den Projekten fest zugeord-
net und stehen mit der entsprechenden Kompetenz zur Verfügung.
P6.4.1 Sind die für die Produktion notwendigen Kapazitäten vor-

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handen?
Bewertungsrelevante
Beispiele zur Umsetzung
Mindestanforderungen
Die Kapazitätsplanung der einzel- • Personaleinsatzplanung
nen Projekte fließt in die Gesamt- (Fremdpersonal,
kapazitätsplanung ein. Generalunternehmer)
Die Kapazität der Produktion muss • Parallel laufende Projekte
vorhanden sein.
• Zusätzliche Aufgaben
• Fehlzeiten (Urlaub,
Abwesenheit)
• Schichtplan (auftragsbezogen)

108
P6.4.2 Ist die notwendige Kompetenz und Motivation
vorhanden?
Bewertungsrelevante
Beispiele zur Umsetzung
Mindestanforderungen
Kompetenzen: • Qualifikationsmatrix

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Rollen, Verantwortlichkeiten und • Vertreterregelung
Befugnisse sind festgelegt.
• Schulungsbedarf,-nachweise
Eingesetzte Mitarbeiter erfüllen die (Einarbeitung)
Anforderungen an die jeweilige
• Eignungsnachweise (z. B.
Rolle/ Tätigkeit (Anforderungspro-
Schweißerzeugnis, Sehtest,
fil), bei Bedarf müssen Maßnah-
Fahrerlaubnis für Flurfahrzeuge)
men definiert werden.
• Wissen (Erfahrung u. Methoden,
Lessons Learned)
• Herstellverfahren, Prozessvor-
gaben
• Produktspezifikationen
• Arbeitssicherheit, Umweltaspekte
• Umgang mit Fehlern
Motivation: • Information (Ziel- und Aufgaben-
vermittlung)
Die Leistungsbereitschaft und Mo-
tivation der Mitarbeiter wird durch • Anerkennung
gezielte Maßnahmen gefördert.
• Einbeziehung
• Kommunikation
• Verbesserungsvorschlagswesen
• Arbeitsumgebung/ -klima
(Stress, Mobbing,
Diskriminierung,
Gesundheitsmanagement)

109
Materielle Ressourcen
Notwendige materielle Ressourcen sind geplant und verfügbar.
P6.5.1 Ist die notwendige Infrastruktur verfügbar?
Bewertungsrelevante
Beispiele zur Umsetzung

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Mindestanforderungen
Die Einrichtungen müssen geeig- • Maschinen, Werkzeugen,
net sein, das Produktionsmittel an- Spann- und Hilfsmitteln
forderungsgerecht herzustellen
• Umgebungsbedingungen (Ar-
Handhabung und Lagerung von beits- und Prüfplätze, 5S) ange-
Werkzeugen, Einrichtungen und messen
Prüfmitteln müssen geeignet sein
• Lager und -einrichtung geeignet
Mess- und Prüfeinrichtungen müs-
sen freigegeben sein. • Transporteinheiten geeignet

Instandhaltung der Fertigungsein- • Produktionsmittel (Maschinen,


richtungen und Werkzeuge / Pro- Werkzeuge, Vorrichtungen,
duktionsmittel muss nach geplan- Hilfsmittel)
ten Regelungen durchgeführt wer- • Arbeitsplätze
den
• Prüfmittel, Prüfplätze
• Transportmittel, Lagerplätze,
• Ausrüstung für Wartung, In-
standhaltung
• Sicherstellen der Einsatzbereit-
schaft (Pflege, Instandhaltungs-
planung, Erneuerung)
• Informations- und Kommunikati-
onseinrichtungen inkl. Zugriffs-
rechte (gemeinsame Arbeitsplatt-
form)
• Hardware, Software, Lizenzen,
Datenanbindung, Auswertemög-
lichkeiten, Rechteverwaltung

110
P6.5.2 Ist die Prozessumgebung angemessen?
Bewertungsrelevante
Beispiele zur Umsetzung
Mindestanforderungen
Zum Schutz der Beschäftigten vor • Gefährdungsbeurteilung und Si-
arbeitsbedingten Sicherheits-/ Ge- cherheitsunterweisung

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sundheitsgefährdungen müssen
• Beleuchtung, Lärm, Klima,
geeignete Maßnahmen getroffen
werden • Arbeitszeiten
Arbeits- und Prüfplätze müssen • Gefahrstoffe
den Erfordernissen entsprechen
• Sicherheitseinrichtungen (Ma-
Ordnung und Sauberkeit muss schinen, Erste-Hilfe)
gewährleistet sein
• Ergonomie
• Umgebungsbedingungen
• Hygiene
• Sicherheit auf Reisen

111
Wirkungsgrad
Ziele sind definiert und werden verfolgt. Verbesserungs- und Korrek-
turmaßnahmen werden gesteuert.
P6.6.1 Werden prozessspezifische Ziele und Kennzahlen festge-

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legt und überwacht?
Bewertungsrelevante
Beispiele zur Umsetzung
Mindestanforderungen
Prozessspezifische Ziele und Kenn- Qualität:
zahlen sind festgelegt und werden
überwacht. • Nacharbeit/ Ausschuss

• Qualität • Reklamationen

• Zeit • Mängel bei Abnahme

• Kosten Zeit:

Wenn Ziele/Kennzahlen nicht er- • Durchlaufzeit, Bearbeitungszeit


reicht werden, muss dies begründet • Stillstandszeiten
und Korrekturmaßnahmen festge-
legt werden. • Termintreue
Kosten:
• produktionsbedingte Mehrauf-
wendungen (Nacharbeit/ Aus-
schuss)
• Budgeteinhaltung
• Mehraufwandserfassung (Per-
sonal, Material)

112
P6.6.2 Erfolgt eine regelmäßige Analyse, Auditierung und Ver-
besserung des Prozesses?
Bewertungsrelevante
Beispiele zur Umsetzung
Mindestanforderungen
Audit: • Auditprogramm (Produkt, Pro-

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zess)
Audits werden geplant und nach
festgelegten Regelungen durchge- • Maßnahmenmanagement
führt.
• Auditorenqualifikation / Objekti-
vität
Nichtkonformität • Information an Verursacher
Nichtkonforme Prozessergebnisse • Problemblätter/ Produktbegleit-
werden systematisch analysiert und mappe
Korrekturmaßnahmen werden ein-
• Problemlösungsmethoden (8D-
geleitet.
Systematik, Ishikawa, Pa-reto,
ABC Analyse, 5 why, …)
• wiederholtes Auftreten verhin-
dern (Änderungen v. dokumen-
tierten Informationen, Hardware)
• Mehraufwandserfassung bei
Problemen/Änderungen
• Fehlerursachenanalyse
Analyse/ Verbesserung: • Verbesserungsvorschlagswesen
Verbesserungspotenziale sind er- • Know-how-Speicher (Erfah-
mittelt und werden ggf. in die Abläu- rungssammlung, Lessons
fe integriert Learned)

113
8.2.6 Integration beim Kunden (P7)

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Abbildung 21: Integration beim Kunden im Produktrealisierungsprozess

Die Integration beim Kunden erfordert Kenntnisse der Infrastruktur und der
Prozessumgebung, um die vertragsgemäße Erfüllung abzusichern. Erforderli-
che Ressourcen, Kommunikation und Änderungsmanagement sind in mit dem
Kunden, Lieferanten und der Organisation abzustimmen.

114
P7 Integration beim Kunden
Output / Ergebnis / Zielerreichung
Die Integration Kunde muss sicherstellen, dass das Produktionsmit-
tel abgenommen und freigegeben ist.

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P7.1 Ist eine Abnahme des Produktionsmittels gemäß Spezifikation
sichergestellt?
Bewertungsrelevante
Beispiele zur Umsetzung
Mindestanforderungen
Abnahme/ Freigabe durch Kun- • Anlagenspezifische Abnahme-
den abgeschlossen kriterien (z. B. TurnKey-
Anlagen)
Nachweis für:
• Kundenabnahme/ Abnahmepro-
• Sicherheit
tokoll
• Funktion
• Sicherheitsabnahme (CE,
• Qualität (MFU, Bauteilnote, Schutzvorkehrungen, Funktion
Erstmusterfreigabe) Sicherheitseinrichtungen, Not-
Halt, Abstände, Schutzbereiche,
• Leistung (Taktzeit, Verfüg-
Verriegelungen...)
barkeit)
• Prozessabnahme
• Bauteil (Oberflächenbewertung,
Bemusterungsnote)
• Kollisionsfreie Pfade
• Test Automatikbetrieb (Absiche-
rung Variantenvielfalt)
• Restmängel-Liste

115
Input / Vorgaben / Eingaben
Alle für die Integration beim Kunden notwendigen Informationen und
Materialien müssen vorliegen.
P7.2 Sind die benötigte Informationen, Materialien / Komponen-

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ten und Dienstleistungen für die Integration beim Kunden
vorhanden?
Bewertungsrelevante
Beispiele zur Umsetzung
Mindestanforderungen
Es müssen alle Kunden-, ge- • Produktionsmit-
setzlichen, behördlichen und in- tels/Komponenten (Sicherheit,
terne Anforderungen erfüllt wer- Funktion, Genauigkeit, Leistung)
den.
• Gesetzgebung des belieferten
Ergebnisse der Projektplanung Landes
und der Planung der Integration
beim Kunden sind vorhanden. • Lessons Learned aus Vorgän-
gerprojekten
• Terminplan
• Stückliste
• Logistikkonzept
Benötigte Infrastruktur muss • Zur Verfügung gestellte Aufstell-
vorhanden sein. , Lager-, Werkstatt-, Büroflächen
• Energie, Maschinen, Werkzeu-
ge, Messmittel, Transportmittel,
Kommunikations- und Büroein-
richtung
• Untergrund (Fundament,
Schwingungen, Steifigkeit)
• Klima (Temperatur/ Feuchtig-
keit, Lärm)
• Medien-Anschlüsse und -
Qualität

116
• Übergabepunkte
• Anbindung-Kunden-IT
• Ver-/ Entsorgungsanschlüsse
gemäß Layout

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Anlieferung des Produktionsmit- • Erfassung, Kennzeichnung
tels/ Komponenten einschließ-
• zugekaufte Komponenten /
lich Vorgaben für die Funktions-
Dienstleistungen
tests zur Bestätigung der Pro-
duktentwicklung liegen vor. • Muster/ Material

117
Lenkung/Verfahren/Methoden/Durchführung
Die Lenkung der Integration beim Kunden stellt das beabsichtigte
Ergebnis sicher.
P7.3.1 Wird die Integration beim Kunden geplant und gesteu-

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ert?
Bewertungsrelevante
Beispiele zur Umsetzung
Mindestanforderungen
Das Einrichten, Betreiben und Einrichten:
Beenden der Baustelle muss si-
chergestellt werden. • Gefährdungsbeurteilung
(Kennzeichnung,
Sicherheitsanweisung,
Sicherheitseinweisung)
• Abstimmung mit Kunde
(Heißarbeiten, Erste Hilfe,
Fotoerlaubnis, Besucher,
Unterstützung Instandhaltung,
Mediennutzung, Layout,
Baustellenabsperrung,
Werksverkehr, Anlieferungen,
Kommunikation...)
• Materiallogistik (Anlieferungs-/
Aufstell-/ Sperrflächen)
• Baustellenplan
Betreiben:
• Abgestimmter Testplan
(Menge, Varianten, Zeit,
Umrüsten)
• Baustellentagebuch
• Maßnahmensteuerung (LOP-
Listen)
• Reporting

118
• Bei General-unternehmerschaft
(Schnittstellenregelung mit
Beteiligten)
• Training Bedien- und
Wartungspersonal

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• Betriebsfertige Übergabe
Beenden:
• Lager auflösen und Material
zurückführen
• Baustellenausrüstung
zurückführen
• Leihverträge für Ausrüstung
kündigen
• IT/Kommunikations-Services
auflösen
• Unterkünfte kündigen, Personal
Heimreise

119
P7.3.2 Werden Risiken abgesichert?
Bewertungsrelevante
Beispiele zur Umsetzung
Mindestanforderungen
Risikosteuerung und Absiche- • Notfallpläne
rungsmethoden werden definiert

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• Belegung
und umgesetzt.
• Soll/Ist-Vergleich in Bezug auf
Termine und Kosten
• Problemlösungs-Methode
(Fehlerursachenanalyse, 5Why,
Ishikawa…..)
• Gefährdungsbeurteilung
(Arbeitsschutz)
Änderungen und Korrekturmaß- • Dokumentation/ Änderungsplan
nahmen müssen gelenkt sein.
• Änderungsstände
• Teilelebenslauf
• Rückverfolgbarkeit
• Analyse/ Bewertung und
Umgang mit Mehraufwand

120
Personelle Ressourcen
Erforderliche Kapazitäten sind ermittelt, den Projekten fest zugeord-
net und stehen mit der entsprechenden Kompetenz zur Verfügung.
P7.4.1 Sind die für die Integration beim Kunden notwendigen

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Kapazitäten vorhanden?
Bewertungsrelevante
Beispiele zur Umsetzung
Mindestanforderungen
Die Kapazitätsplanung der einzel- • Personaleinsatzplanung
nen Projekte fließt in die Gesamt- (Fremdpersonal,
kapazitätsplanung ein. Generalunternehmer)

Die Kapazität für die Integration • Parallel laufende Projekte


beim Kunden muss geplant sein.
• Zusätzliche Aufgaben
• Fehlzeiten (Urlaub,
Abwesenheit)
• Schichtplan (auftragsbezogen)
• Expertenmatrix

121
P7.4.2 Ist die notwendige Kompetenz und Motivation
vorhanden?
Bewertungsrelevante
Beispiele zur Umsetzung
Mindestanforderungen
Kompetenzen: • Verantwortlichkeiten und Kompe-

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tenzen geregelt
Rollen, Verantwortlichkeiten und
Befugnisse sind festgelegt. • Baustellenleiter (Vertretungsre-
Eingesetzte Mitarbeiter erfüllen die gelung)
Anforderungen an die jeweilige • Arbeitssicherheit (PSA, Ersthel-
Rolle/ Tätigkeit (Anforderungspro- fer, Sicherheitsbeauftragter, Si-
fil), bei Bedarf müssen Maßnah- GeKo, Arbeitszeitregelung)
men definiert werden.
• Qualifikationsmatrix
• Motivation, Bewusstsein (Kenn-
zeichnung, Ordnung und Sau-
berkeit)
• Eignungsnachweise (Kran, Stap-
ler, Schweißen, Hebebühne...)
Zusammenarbeit und Kommunikati-
on:
• Kommunikation festgelegt (Re-
gelbesprechungen, beteiligte
Parteien)
• Fremdsprachenkenntnisse
• Zutrittserlaubnis aufs Werksge-
lände
• Fotoerlaubnis
• Nutzung von Sozialräumen, Kan-
tine

Motivation: • Information (Ziel- und Aufgaben-

122
Die Leistungsbereitschaft und Mo- vermittlung)
tivation der Mitarbeiter wird durch
• Anerkennung
gezielte Maßnahmen gefördert.
• Einbeziehung
• Kommunikation

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• Verbesserungsvorschlagswesen
• Arbeitsumgebung/ -klima
(Stress, Mobbing, Diskriminie-
rung, Gesundheitsmanagement)

123
Materielle Ressourcen
Notwendige materielle Ressourcen sind geplant und verfügbar.
P7.5.1 Ist die notwendige Infrastruktur verfügbar?
Bewertungsrelevante
Beispiele zur Umsetzung

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Mindestanforderungen
Es müssen folgende materielle
Ressourcen vorhanden und ein-
satzbereit (Pflege, Wartung, Prü-
fung) sein:

• Baustellenausrüstung • Maschinen
• Werkzeuge
• Vorrichtungen
• Prüf-Messmittel
• Transportmittel

• Hebezeuge
• Räumlichkeiten/ Flächen • Arbeitsflächen und -räume
• Gekennzeichnete Lagerplätze
• Unterkunft, Sozialräume
• Informations- und Kommunika- • Hardware
tionseinrichtungen
• Software
• Lizenzen
• Datenanbindung
• Zugriffsrechte
• Rechteverwaltung
• Büroausstattung

124
P7.5.2 Ist die Prozessumgebung angemessen?
Bewertungsrelevante
Beispiele zur Umsetzung
Mindestanforderungen
Geltende Standards zu Umwelt-, • Gefährdungsbeurteilung, Si-
Arbeitssicherheit, Arbeitsumge- cherheitsunterweisung und

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bung und Nachhaltigkeit müssen Fluchtwege
ermittelt und sichergestellt werden.
• Beleuchtung, Lärm, Klima
• Arbeitszeitregelung
• Gefahrstoffe
• Sicherheitseinrichtungen (Ma-
schinen, Erste Hilfe)
• Schutzausrüstung (PSA, Brand,
Höhe)
• Ergonomie
• Umgebungsbedingungen
• Hygiene, Ordnung und Sauber-
keit
• Sicherheit auf Reisen

125
Wirkungsgrad
Ziele sind definiert und werden verfolgt. Verbesserungs- und Korrek-
turmaßnahmen werden gesteuert.
P7.6.1 Werden prozessspezifische Ziele und Kennzahlen festge-

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legt und überwacht?
Bewertungsrelevante
Beispiele zur Umsetzung
Mindestanforderungen
Prozessspezifische Ziele und Kenn- Qualität:
zahlen sind festgelegt und werden
überwacht. • Mehraufwand

• Qualität • Anzahl Korrekturschleifen

• Zeit • Kundenreklamationen

• Kosten • MFU

Wenn Ziele/Kennzahlen nicht er- • Ergebnisse von Leistungstests


reicht werden, muss dies begründet • Bauteilnote
und Korrekturmaßnahmen festge-
legt werden. Zeit:
• Plan/ IST Vergleich Einhaltung
der Vorgabetermine
• Plan/ IST Vergleich Baustellen-
dauer
• Stillstandszeiten
Ressourcen/Kosten
• Plan/ IST Vergleich Budgetein-
haltung (Deckungsbeitrag,
Pönale)
• Plan/ IST Vergleich Personal-
aufwand
• Materialaufwand

126
P7.6.2 Erfolgt eine regelmäßige Analyse, Auditierung und Ver-
besserung des Prozesses?
Bewertungsrelevante
Beispiele zur Umsetzung
Mindestanforderungen
Audit: • Auditprogramm (Produkt, Pro-

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zess)
Audits werden geplant und nach
festgelegten Regelungen durchge- • Maßnahmenmanagement
führt.
• Auditorenqualifikation/ Objektivi-
tät
Nichtkonformität: • Problemblätter, Produktbegleit-
mappe
Nichtkonforme Prozessergebnisse
werden systematisch analysiert und • Mehraufwandserfassung bei
Korrekturmaßnahmen werden ein- Problemen/Änderungen
geleitet.
• Information an Verursacher
• Fehlerursachenanalyse
• wiederholtes Auftreten verhin-
dern (Änderungen v. dokumen-
tierten Informationen, Hard-
ware)
Analyse/ Verbesserung: • Verbesserungsvorschlagswe-
sen
Verbesserungspotenziale sind er-
mittelt und werden ggf. in die Abläu- • Know-how-Speicher (Erfah-
fe integriert rungssammlung; Lessons
Learned)

127
8.2.7 Service (P8)

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Abbildung 22: Service im Produktrealisierungsprozess

Service umfasst Schulung, Gewährleistung, After-Sales (Help-Desk, Remo-


te-Services, Ersatzteile, Reparatur), Produktbeobachtung und Serviceleis-
tungen. Geeignete und ausreichende Ressourcen müssen zeitnah zur Ver-
fügung stehen. Zusätzliche Serviceleistungen sind vertraglich zu vereinba-
ren.

128
P8 Service
Output / Ergebnis / Zielerreichung
Der Service muss sicherstellen, dass die Serviceleistung vollständig
abgeschlossen ist.

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P8.1 Ist die erforderliche Servicedienstleistung sichergestellt?
Bewertungsrelevante
Beispiele zur Umsetzung
Mindestanforderungen
Der Serviceumfang (Wartung/ Stö- • Servicevereinbarung
rung) wurde vereinbarungsgemäß
• Hotline / Vor-Ort-Service
erbracht:
• Remote Services (Helpdesk /
• Erforderliche Termine wurden
Fernwartung)
abgestimmt, bestätigt und ein-
gehalten • Ersatzteilverfügbarkeit
• Produktionsmittel ist funktions- • Produktionsmittelverfügbarkeit/ -
fähig zugriff
• Kundenbetreuung /-beratung

129
Input / Vorgaben / Eingaben
Alle für den Service notwendigen Informationen und Materialien
müssen vorliegen.
P8.2 Liegen alle Anforderungen zur Erbringung der Serviceleis-

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tung vor?
Bewertungsrelevante
Beispiele zur Umsetzung
Mindestanforderungen
Die Wartung ist geregelt und die Wartungsverträge (Erreichbarkeit,
Zuständigkeit ist festgelegt. Reaktionszeit, Teileverfügbarkeit,
Kommunikationswege)
• Servicepläne
• autom. Instandhaltungsmeldung
(Produktionsmittel)
• Maschinenlebenslaufakte (Än-
derungshistorie)
• kundenspezifische Anforderun-
gen (CSR)
• interne Serviceziele
• gesetzliche Anforderungen (CE,
CCC, Export, Reisebestimmun-
gen, Vorsorge, etc.)
• Ersatzteilliste/ -bestellung
Die erforderlichen Aktivitäten im Serviceverträge (Erreichbarkeit
Störungsfall sind definiert. 24/7, Reaktionszeit, Teileverfügbar-
keit, Kommunikationswege)
• Vertragsumfänge/ Service-
Level-Agreement
• Beschreibung und Analyse
(Protokoll)
• Beanstandung spezifiziert

130
(Fehlerbild, Zuordnung zum
Produktionsmittel, Aufstellungs-
ort)
• Defekte Teile/Komponenten
vom Kunden
• Eindeutiger Serviceauftrag (Ma-

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terial, Begleitpapiere)
• Ersatzteilliste/ -bestellungen
Anforderungen bestimmt (Gesetz,
Behörde, Kunde)

Lenkung / Verfahren / Methoden / Durchführung


Die Lenkung des Service stellt das beabsichtigte Ergebnis sicher.
P8.3 Wird der Serviceprozess geplant und gesteuert?
Bewertungsrelevante
Beispiele zur Umsetzung
Mindestanforderungen
Die dokumentierten Informationen • Hotline, Ersatzteilverfügbarkeit,
für den Serviceprozess müssen definierte Ersatzteilbestände,
vorhanden, aktuell und verfügbar Konsignationslager, Remote-
sein: service
• Prozessbeschreibung/ Arbeits- • Ansprechpartner beim Kunden
anweisung
• Maschinenlebenslauf/ Logbuch
• Feldbeobachtungen • Service-Einsatzplanung (Ter-
min, Material, Werkzeug, Per-
• systematische Erfassung von
sonal, Bericht)
durchgeführten Serviceeinsät-
zen • Checkliste – Wartungsfall/ Stö-
rungsfall
• Bediener-
/Wartungsdokumentation (inkl. • Backup der Anlagensteuerung
Ersatzteilliste) (letzter Datenstand)

• Serviceprotokoll • Notfallpläne zur Sicherstellung


der Produktion beim Kunden
• Wiederholfehler, Feldausfälle,

131
Produktverbesserung, Wis-
sensdatenbank zu Fehlerbil-
dern, Erfassung/Bearbeitung
von Problemen in Nutzungs-
phase, Servicevorgaben

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Personelle Ressourcen
Erforderliche Kapazitäten sind ermittelt, den Projekten fest zugeord-
net und stehen mit der entsprechenden Kompetenz zur Verfügung.
P8.4.1 Sind die für den Service notwendigen Kapazitäten vorhan-
den?
Bewertungsrelevante
Beispiele zur Umsetzung
Mindestanforderungen
Die Kapazität für den Service • Personaleinsatzplanung
muss entsprechend der vereinbar- (Qualifikation, Kapazität,
ten Vertragsumfänge vorgehalten Verantwortungen,
werden. Zuständigkeiten, Befugnisse,
Aufgaben, Erreichbarkeit/
Bereitschaft)
• Reiseorganisation (Visum,
Versicherung, Vorsorge, Notfälle
und Rückholung, Information
über Krisen)

132
P8.4.2 Ist die notwendige Kompetenz und Motivation vorhanden?
Bewertungsrelevante
Beispiele zur Umsetzung
Mindestanforderungen
Kompetenzen: • Erfahrung

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• Rollen, Verantwortlichkeiten • Expertenwissen
und Befugnisse sind festge-
• Fremdsprachen
legt.
• Eingesetzte Mitarbeiter erfüllen
die Anforderungen an die je-
weilige Rolle/ Tätigkeit (Anfor-
derungsprofil), bei Bedarf
müssen Maßnahmen definiert
werden.

Motivation: • Information (Ziel- und Aufgaben-


vermittlung)
Die Leistungsbereitschaft und Mo-
tivation der Mitarbeiter wird durch • Anerkennung
gezielte Maßnahmen gefördert.
• Einbeziehung
• Kommunikation
• Mitarbeitergespräche
• Arbeitsumgebung/ -klima
(Stress, Mobbing, Diskriminie-
rung, Gesundheitsmanagement)
• Förderprogramme

133
Materielle Ressourcen
Notwendige materielle Ressourcen sind geplant und verfügbar.
P8.5.1 Ist die notwendige Infrastruktur verfügbar?
Bewertungsrelevante
Beispiele zur Umsetzung

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Mindestanforderungen
Es müssen folgende materielle
Ressourcen vorhanden und ein-
satzbereit sein:
• Werkzeuge,
Ausrüstung
• Prüfmittel,
• Hebezeuge und Transportmittel
• Hilfsmittel
• Servicefahrzeug/ -trolley
Informations- und Kommunikati- • Hardware
onseinrichtungen
• Software
• Lizenzen
• Datenanbindung
• Zugriffsrechte
• Rechteverwaltung
• Büroausstattung

134
P8.5.2 Ist die Prozessumgebung angemessen?
Bewertungsrelevante
Beispiele zur Umsetzung
Mindestanforderungen
Geltende Standards zu Umwelt-, • Gefährdungsbeurteilung, Si-
Arbeitssicherheit, Arbeitsumge- cherheitsunterweisung und

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bung und Nachhaltigkeit müssen Fluchtwege
ermittelt und sichergestellt werden.
• Beleuchtung, Lärm, Klima
• Arbeitszeitregelung
• Gefahrstoffe
• Sicherheitseinrichtungen (Ma-
schinen, Erste Hilfe)
• Schutzausrüstung (PSA, Brand,
Höhe)
• Ergonomie
• Umgebungsbedingungen
• Hygiene, Ordnung und Sauber-
keit
• Sicherheit auf Reisen

135
Wirkungsgrad
Ziele sind definiert und werden verfolgt. Verbesserungs- und Korrek-
turmaßnahmen werden gesteuert.
P8.6.1 Werden prozessspezifische Ziele und Kennzahlen festge-

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legt und überwacht?
Bewertungsrelevante
Beispiele zur Umsetzung
Mindestanforderungen
Prozessspezifische Ziele und Kenn- Qualität:
zahlen sind festgelegt und werden
überwacht. • Wiederholeinsätze

• Qualität • Kundenzufriedenheit

• Zeit • Ersatzteilverfügbarkeit

• Kosten Zeit:

Wenn Ziele/Kennzahlen nicht er- • Reaktionszeit


reicht werden, muss dies begründet • MTTR
und Korrekturmaßnahmen festge-
legt werden. • Termineinhaltung (Personal und
Ersatzteile)
• Service-Level-Agreement Erfül-
lungsgrad
Kosten
• Personalaufwand
• Materialaufwand
• Zielerreichung (Budget)
• Service-Level-Agreement ein-
gehalten
• Reaktionszeiten und Erreich-
barkeit

136
P8.6.2 Erfolgt eine regelmäßige Analyse, Auditierung und Ver-
besserung des Prozesses?
Bewertungsrelevante
Beispiele zur Umsetzung
Mindestanforderungen
Audit: • Auditprogramm (Produkt, Pro-

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zess)
Audits werden geplant und nach
festgelegten Regelungen durchge- • Maßnahmenmanagement
führt. • Auditorenqualifikation/ Objektivi-
tät

Nichtkonformität: • Problemblätter
Nichtkonforme Prozessergebnisse • Mehraufwandserfassung bei
werden systematisch analysiert und Problemen/Änderungen
Korrekturmaßnahmen werden ein- • Information an Verursacher
geleitet.
• Fehlerursachenanalyse
• wiederholtes Auftreten verhin-
dern (Änderungen v. dokumen-
tierten Informationen, Hard-
ware)
Analyse/ Verbesserung: • Verbesserungsvorschlagswe-
sen
Verbesserungspotenziale sind er-
mittelt und werden ggf. in die Abläu- • Know-how-Speicher (Erfah-
fe integriert rungssammlung, Lessons
Learned)
• Auswertung zur Verbesserung
von Zuverlässigkeit, Wartbarkeit
und Lebenszykluskosten
(Rückmeldung an Konstruktion)
• Anpassung der Wartungsinhal-
te/ -intervalle
• Interne Bewertung des Service-
berichts

137
9

138
„Ergänzungen“ sind ebenfalls gültig.
Bezugsmatrix VDA 6.7 – VDA 6.4

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139
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140
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141
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142
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10 Vordrucke
10.1 Gesamteinstufung

VDA 6 Teil 7 - QM Prozessaudit:


Gesamteinstufung

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Auftraggeber
Bereich/ Werk
Berichts-Nr.

Auditierte Organisation
Bereich/ Werk
Datum

Einstufungseregbnis

Erfüllungsgrad EGES %

Einstufung Auditor(en)

Bemerkungen zur Einstufung (Auditor)

143
10.2 Stärken-Schwächen Analyse

VDA 6 Teil 7 - Prozsessaudit:


SWOT-Kurzbericht

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Stärken (Strength) Schwächen (Weaknesses)

Chancen (Opporunities) Risiken (Threats)

144
10.3 Erläuterungen zum Ist-Zustand

VDA 6 Teil 7 - QM Prozessaudit:


Erläuterungen zum Ist-Zustand

Auditierte Organisation

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Auftraggeber (Bereich/Werk)
Auditierte Org. (Bereich/ Werk)
Berichts-Nr.
Datum

Zum Prozess:

145
10.4 Maßnahmenliste

VDA 6 Teil 7 - QM Prozessaudit:


Einzelmaßnahmen

Auditierte Organisation

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Auftraggeber (Bereich/Werk)
Auditierte Org. (Bereich/ Werk)
Berichts-Nr.
Datum

laufende Nr. Abweichungen Ursachenanalyse und Verantwortlich/


des Prozesses Verbesserungspotenzial Maßnahmen d. Termine
Organisation

146
10.5 Beispiel Lieferantenselbstauskunft

VDA 6 Teil 7 - Beispiel zur Lieferantenselbstauskunft

Name und Anschrift

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Name

Lieferantennummer

DUNS-Nummer

Anschrift

Ansprechpartner

147
Allgemeine Informationen

Rechtsform

Eigentumsverhältnisse

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Muttergesellschaft

Haupt-Anteilseigner

Beteiligungen

Joint-Ventures

Kooperationen/ Alliances

Qualität, Umwelt und Arbeitssicherheit

QM Zertifizierungen

Umweltmanagement Zertifikate

Arbeitsschutz

Weitere Allgemeine Informationen

EDI Einrichtungen

vorhandene Sprachen

Kernkompetenzen

Lieferfähigkeit

Produktionsstandorte in den
folgenden Ländern vorhanden:

148
Betriebswirtschaftliche Daten

Gesamtumsatz (in €)

Auslastung der Produktion

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Anzahl der Mitarbeiter

Informationen zum Standort

Bezeichnung

Anzahl der Mitarbeiter:

Management

Forschung

Entwicklung

Entwicklung des Prozesses

Produktion

Service

Vertrieb

Einkauf

Qualitätsmanagement/ - sicherung

Werkzeugbau / -wartung

Produktion

Erweiterungsmöglichkeiten

umsatzstärkste Kunden:

Branchensparte (PKW, Nutzfahrzeug..)


149
Gesamtauslastung
Hauptlieferanten

Entfernung zum Produktionsstandort

vertragsbezogene Daten

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Geheimhaltungsvereinbarung

Qualitätssicherungsvereinbarung

Einkaufsbedingungen

Produkthaftungsversicherung

Weitere betriebswirtschaftliche Informationen

% Anteil Geschäft im Automotive Bereich

Versand und Zollabwicklung ins Ausland


(intern oder extern)

150
Produktbezogene Daten

Grundlagen der Produktion:


Schichtmodell:

Arbeitsstunden/ Schicht

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Arbeitstage/ Jahr

Produktionsanlagen:
Art der Anlage(n)

Hersteller

Baujahr

Auslastung

Produktqualität:
Interne ppm-Rate

Externe ppm-Rate

151
Werkzeugbeschaffung:
Anteil Werkzeugentwicklung eigen

Anteil Werkzeuge selbst erstellt

Externe Werkzeuglieferanten

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Haupt-Produktgruppen

Aktuelle Max. Stückzahl/ Produkte

Logistik: Anliefermodus (JIT, JIS,..)

Sind Notfallpläne vorhanden?

Einsatz von Konstruktionssoftware


(sofern zutreffend: Welche?)

Bereitstellung von 3-D Modellen möglich?


(Dateiform)

Elektronische Datenübertragung möglich?


(sofern zutreffend: Welche?)

Produktionsplanungssystem vorhanden?
(sofern zutreffend: Welches?)

Tätigkeit als Systemlieferant?


(sofern zutreffend: Für welche Systeme?)

Messraum vorhanden?

152
Konstruktion/ Entwicklung:
Eigene Konstruktion vorhanden?

Gibt es im Unternehmen:
Vormonatage

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Endmontage

Schaltschrankbau

Mess- und Prüftechnik

Qualität

Service:
In welchen Ländern gibt es Service-
Standorte?

Eigene Service-Standorte oder


Dienstleister?

Interne oder Externe 24/7 Hotline


vorhanden?

Haben Sie Ziele zu Umweltaspekten?


(Bsp. u. Maßnahmenverfolgung aufzeigen)

Sonstige Daten/ Anlagen

Organigramm

Zertifikat QM-System

Zertifikat Umweltmanagement

Zertifikat Arbeitssicherheit

153
11 Anlagen
11.1 Berechnungsbeispiel zur Bewertungssystematik
Grundlage: vollständig bewerteter Fragenkatalog

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Anzahl Fra-
selement
Punkte /
Prozes-
Px.1.1

Px.1.2

Px.3.1

Px.3.2

Px.3.3

Px.4.1

Px.4.2

Px.5.1

Px.5.2

Px.6.1

Px.6.2
Px.2

gen
P2 8 - 8 6 10 - 8 6 8 10 8 10 82 10

P3 6 8 10 6 4 - 10 8 6 6 8 8 80 11

P4 8 - 10 6 4 - 8 8 6 6 6 8 70 10

P5 6 - 8 8 8 10 10 6 10 10 8 10 94 11

P6.1 10 10 8 10 10 - 8 8 8 8 6 6 92 11

P6.2 10 10 10 - 10 - 8 8 8 8 4 4 80 10

P6.3 10 10 4 8 10 - 6 8 8 8 4 8 84 11

P7 8 - 10 10 8 - 8 10 10 10 10 10 94 10

P8 10 - 8 8 - - 10 8 10 10 8 10 82 9

Punkte /
Prozess- 114 76 136 146 150 136
merkmal

Anzahl 13 9 17 18 18 18
Fragen

Eine Bewertung kann für das Gesamtergebnis, sowie für die einzelnen Pro-
zesselemente und Prozessmerkmale erfolgen.

154
Bewertung der einzelnen Prozesselemente am Beispiel P2:

∑𝑥 𝑒𝑟𝑟𝑒𝑖𝑐ℎ𝑡𝑒 𝑃𝑢𝑛𝑘𝑡𝑒 𝑃2. 𝑥


𝐸𝑃2 [%] =
∑𝑥 𝑚ö𝑔𝑙𝑖𝑐ℎ𝑒 𝑃𝑢𝑛𝑘𝑡𝑒 𝑃2. 𝑥

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8 + 8 + 6 + 10 + 8 + 6 + 8 + 10 + 8 + 10
= = 82 %
100

Einzelergebnisse werden auf ganze Zahlen gerundet.

Ergebnisse der einzelnen Prozesselemente:

Prozess-
P2 P3 P4 P5 P6.1 P6.2 P6.3 P7 P8
element

Ergebnis 82 % 73 % 70 % 85 % 84 % 80 % 76 % 94 % 91 %

Hier werden im Prozesselement 6 - Produktion drei Prozessschritte be-


trachtet. In die Berechnung des Gesamtergebnisses fließen alle bewerteten
Prozesselemente ein.

Bewertung des Gesamtergebnisses:

∑𝑥 𝑒𝑟𝑟𝑒𝑖𝑐ℎ𝑡𝑒 𝑃𝑢𝑛𝑘𝑡𝑒 𝑃𝑥
𝐸𝐺 [%] =
∑𝑥 𝑚ö𝑔𝑙𝑖𝑐ℎ𝑒 𝑃𝑢𝑛𝑘𝑡𝑒 𝑃𝑥

82 + 80 + 70 + 94 + 92 + 80 + +84 + 94 + 82
= = 82 %
930

155
Die Prozesselemente P3 und P4 unterschreiten in diesem Beispiel 75 %.
Die Abstufungsregel (siehe Kapitel 8.1.4) greift und die Gesamteinstufung
wird trotz 𝐸𝐺 = 82 % (= Einstufung als „B“) auf „C“ reduziert.

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Neben der Bewertung der einzelnen Prozesselemente, kann auch eine Be-
wertung der einzelnen Prozessmerkmale (=TURTLE-Beine) über alle Pro-
zesselemente hinweg erfolgen.
Bewertung eines Prozessmerkmals am Beispiel Px.3 (Lenkung, Verfahren,
Methoden):

∑𝑥 𝑒𝑟𝑟𝑒𝑖𝑐ℎ𝑡𝑒 𝑃𝑢𝑛𝑘𝑡𝑒 𝑃𝑥. 3


𝐸𝑃𝑥.3 [%] =
∑𝑥 𝑚ö𝑔𝑙𝑖𝑐ℎ𝑒 𝑃𝑢𝑛𝑘𝑡𝑒 𝑃𝑥. 3

6 + 6 + 6 + 8 + 10 + 8 + 10 + 8 + 10 + 4 + 4 + 8 + 10 + 10 + 10 + 8 + 10
=
170

= 𝟖𝟎 %

Output Input Lenkung, Personelle Materielle Wirkungs-


Verfahren, Ressour- Ressour- grad
Methoden cen cen

Prozess-
Px.1 Px.2 Px.3 Px.4 Px.5 Px.6
element

Ergebnis 88 % 84 % 80 % 81 % 83 % 76 %

156
12 Downloads

Da die Darstellung der Tabellen und Grafiken durch das Buchformat nur
bedingt möglich ist, stellen wir Ihnen diese unter folgender URL:

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www.vda-qmc.de/downloads kostenlos zur Verfügung.

Zugangsdaten:
Benutzername: prozessaudit
Passwort: vda_6.7

Bitte beachten Sie:


Aktiv erst ab Rotband, da für den Gelbband wegen des PDF-Formats nicht
erforderlich.

157
Qualitätsmanagement in der Automobilindustrie
Den aktuellen Stand der veröffentlichten VDA Bände zum Qualitätsmana-
gement in der Automobilindustrie (QAI) finden Sie im Internet unter
http://www.vda-qmc.de.
Auf dieser Homepage können Sie auch direkt bestellen.

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Bezug:

Qualitäts Management Center (QMC)


Verband der Automobilindustrie e.V. (VDA)
10117 Berlin, Behrenstr. 35
Telefon +49 (0) 30 89 78 42-235, Telefax +49 (0) 30 89 78 42-605
E-Mail: info@vda-qmc.de, Internet: www.vda-qmc.de

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