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DEUTSCHE NORM September 2014

DIN 54457
D
ICS 83.180 Ersatz für
DIN 54457:2007-09

Strukturklebstoffe –
Prüfung von Klebverbindungen –
Raupenschälprüfung
Structural adhesives –
Testing of adhesively bonded joints –
Bead peel test
Adhésifs structuraux –
Essai des assemblages collés –
Essai de décollement à la chenilles
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Gesamtumfang 10 Seiten

DIN-Normenausschuss Materialprüfung (NMP)

© DIN Deutsches Institut für Normung e. V. · Jede Art der Vervielfältigung, auch auszugsweise,
nur mit Genehmigung des DIN Deutsches Institut für Normung e. V., Berlin, gestattet.
Alleinverkauf der Normen durch Beuth Verlag GmbH, 10772 Berlin
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www.beuth.de 2203673
DIN 54457:2014-09

Inhalt Seite

Vorwort ........................................................................................................................................................... 3
1 Anwendungsbereich ........................................................................................................................ 4
2 Normative Verweisungen ................................................................................................................. 4
3 Kurzbeschreibung ............................................................................................................................ 4
4 Probenherstellung ............................................................................................................................ 4
4.1 Werkstoffe und Oberflächenbehandlung ....................................................................................... 4
4.2 Klebstoffapplikation ......................................................................................................................... 4
5 Aushärten des Klebstoffs ................................................................................................................ 5
6 Alterungssimulation ......................................................................................................................... 5
7 Durchführung .................................................................................................................................... 5
8 Auswertung ....................................................................................................................................... 6
9 Prüfbericht ......................................................................................................................................... 7
Anhang A (informativ) Beispiel für ein Alterungsverfahren ..................................................................... 8
Anhang B (informativ) Beispiel einer Auswertung nach dieser Norm .................................................... 9
Literaturhinweise ......................................................................................................................................... 10
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DIN 54457:2014-09

Vorwort
Dieses Dokument (DIN 54457:2014-09) wurde vom Arbeitsausschuss NA 062-10-02 AA „Prüfung von
Konstruktionsklebstoffen, Klebverbindungen und Kernverbunden“ des Normenausschusses Materialprüfung
(NMP) im DIN erarbeitet.

Es wird auf die Möglichkeit hingewiesen, dass einige Elemente dieses Dokuments Patentrechte berühren
können. Das DIN [und/oder die DKE] sind nicht dafür verantwortlich, einige oder alle diesbezüglichen
Patentrechte zu identifizieren.

Änderungen

Gegenüber DIN 54457:2007-09 wurden folgende Änderungen vorgenommen:

a) Kennbuchstabe BF für Raupenabriss ohne Schälung hinzugefügt;

b) gleichzeitige Angabe von Noten und Kennbuchstaben eingeschränkt;

c) Note 2 von Note 3 deutlicher abgegrenzt;

d) Norm redaktionell abgeändert.

Frühere Ausgaben

DIN 54457: 2007-09


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DIN 54457:2014-09

1 Anwendungsbereich
Diese Norm legt ein Verfahren zur Beurteilung der Haftung von elastischen Klebstoffen mit einer minimalen
Bruchdehnung von 100 % und einem Elastizitätsmodul von maximal 10 MPa auf verschiedenen Untergründen
fest. Auf diese Weise kann der Einfluss verschiedener Beschichtungen oder Oberflächenvorbehandlungen der
Fügeteilwerkstoffe auf die Haftung verglichen werden. Sie kann auch verwendet werden, um den Einfluss von
Klebstoff oder Untergrund auf die Langzeitbeständigkeit der Klebung zu beurteilen. Eine Haftungsunter-
suchung nach dieser Norm kann zudem für eine fertigungsbegleitende Prozesskontrolle empfohlen werden.

2 Normative Verweisungen
Die folgenden Dokumente, die in diesem Dokument teilweise oder als Ganzes zitiert werden, sind für die
Anwendung dieses Dokuments erforderlich. Bei datierten Verweisungen gilt nur die in Bezug genommene
Ausgabe. Bei undatierten Verweisungen gilt die letzte Ausgabe des in Bezug genommenen Dokuments
(einschließlich aller Änderungen).

DIN EN ISO 10365, Klebstoffe — Bezeichnung der wichtigsten Bruchbilder

3 Kurzbeschreibung
Es werden Klebstoffraupen auf Substrate appliziert, die nach dem Aushärten und einer eventuellen
anschließenden Klimabeständigkeitsprüfung wieder abgeschält werden. Falls eine Alterung durchgeführt wird,
werden die Einzelschritte mit dem Prüfkörper nacheinander durchlaufen, wobei vor der Alterung und nach
jedem Alterungsschritt ein Teilbereich weiter abgeschält wird. Anschließend wird das Bruchbild bestimmt.

4 Probenherstellung

4.1 Werkstoffe und Oberflächenbehandlung

Die Fügeteilwerkstoffe und die Oberflächenbehandlung sind nach den Anforderungen der Anwendung zu
wählen.

4.2 Klebstoffapplikation
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Für jeden Probekörper ist mindestens eine Klebstoffraupe mit einer Länge von mindestens 80 mm, jedoch in
ausreichender Länge für die Anzahl der beabsichtigten Alterungsstufen (je etwa 50 mm) auf das Fügeteil
aufzutragen.

Die Raupengeometrie ist entsprechend des späteren Prozesses festzulegen. Alternativ dürfen entweder
Halbrundraupen oder Dreieckraupen aufgetragen werden (siehe Bild 1). In allen Fällen sollte die Höhe des
Klebstoffs von 5 mm betragen. Der Klebstoffanteil, der über eine Höhe von 5 mm hinausgeht, ist zu entfernen
(siehe Bild 2) oder auf diese Höhe zu verpressen. Die gewählte Variante muss im Prüfbericht (siehe
Abschnitt 9) aufgeführt werden. Zu hohe Raupen führen beim späteren Abschälen zu verfälschten
Ergebnissen.

Bei der Applikation ist darauf zu achten, dass der Klebstoff den Untergrund gut benetzt.

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DIN 54457:2014-09

Maße in Millimeter

Legende
1 Dreieckraupe
2 Halbrundraupe

Bild 1 — Schematische Darstellung der Klebstoffapplikation

Maße in Millimeter

Legende
1 Dreieckraupe
2 Halbrundraupe

Bild 2 — Schematische Darstellung von auf 5 mm Höhe gekürzten Raupen

5 Aushärten des Klebstoffs


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Das Aushärten bzw. Abbinden muss nach den für den Klebstoff festgelegten Bedingungen bzw. entsprechend
den Prozessbedingungen erfolgen.

6 Alterungssimulation
Zur Prüfung der Langzeitbeständigkeit dürfen die Probekörper künstlich gealtert werden. Die Auswahl der
Alterungsbedingungen muss sich an der Beanspruchung der späteren Bauteil-Klebung orientieren. Im
Anhang A wird beispielhaft ein Alterungsverfahren beschrieben, das in der Praxis oft angewendet wird.

7 Durchführung
Zur Prüfung der Klebstoffhaftung ist die Raupe mit einem scharfen Messer schräg unter etwa 45° in
Schälrichtung bis auf die Haftfläche durchzuschneiden und gleichzeitig mit einer abgerundeten Spitzzange
abzuziehen (Abschälwinkel 130° bis 160°) oder aufrollend abzuschälen. Die Schälkraft ist so lange zu
steigern, bis ein Rissfortschritt einsetzt. Wenn der Bruch im Klebstoff verläuft, ist die Raupe während des
Schälvorgangs kontinuierlich neu einzuschneiden. Diese Schnitte müssen weiterhin im spitzen Winkel
zwischen Raupe und Fügeteiloberfläche bis zur Haftfläche erfolgen. Zwischen jedem Anschnitt sollten etwa
3 s liegen, während denen das Material weiter belastet wird. Dieser Vorgang ist so lange zu wiederholen, bis
ein Raupenstück von mindestens 50 mm je Alterungszyklus abgeschält ist.

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DIN 54457:2014-09

8 Auswertung
Für die Auswertung müssen die Bruchbilder der abgeschälten Raupen begutachtet werden. Die Bruchbilder
sind nach DIN EN ISO 10365 auszuwerten. Da bei einem mehrschichtigen Aufbau eines Fügeteils (Lack,
Primer usw.) auch der Bruch in den Beschichtungen oder deren Grenzflächen verlaufen kann, muss dies bei
der Auswertung differenziert werden. Die Bewertung der Bruchbilder ist folgendermaßen vorzunehmen:

 Note 1: Mehr als 95 % Kohäsionsbruch-Anteil und weniger als 5 % adhäsives Ablösen des Klebstoffs von
der Kontaktfläche;

 Note 2: 75 % bis 95 % Kohäsionsbruchanteil;

 Note 3: 25 % bis < 75 % Kohäsionsbruchanteil;

 Note 4: weniger als 25 % Kohäsionsbruchanteil.

Es können insbesondere bei mehrschichtigen Untergründen auch andere Bruchbilder auftreten. Wenn eine
Bewertung aufgrund dieser Bruchbilder nicht möglich ist, muss auf die Angabe einer Benotung verzichtet
werden. Die abweichenden Bruchbilder müssen wie folgt mittels Kennbuchstaben in der Auswertung
angegeben werden:

 Klebstoff nicht ausgehärtet (NC);

 Blasen im Bulk des Klebstoffs (BFB);

 Blasen in der Adhäsionszone (BS);

 Schaumstruktur in der Adhäsionszone (FS);

 Kohäsionsbruch im Primer (CPrF);

 Adhäsionsbruch zwischen Primer und dessen Untergrund (SCPrF);


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 Kohäsionsbruch im Lack (CFPa);

 Bruch zwischen verschiedenen Lackschichten (PaIF);

 Adhäsionsbruch zwischen Lack und dessen Untergrund (PaDF);

 Korrosion des Grundwerkstoffs (Cor);

 Substratbruch des Grundwerkstoffs (SF);

 Raupenabriss ohne vorangegangene Schälung (BF).

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DIN 54457:2014-09

9 Prüfbericht

Der Prüfbericht muss mindestens folgende Informationen enthalten:

a) Verweisung auf diese Norm;

b) Art und Bezeichnung des Klebstoffs;

c) Aushärtungsbedingungen;

d) Fügeteilwerkstoff, einschließlich aller Beschichtungen;

e) Klebflächenvorbehandlung;

f) Variante des Raupenauftrags;

g) Alterungsbedingungen, wenn durchgeführt;

h) Auswertung nach dieser Norm, einschließlich eventueller Qualitätsmängel (siehe Anhang B, informativ);

i) sämtliche Abweichungen von dieser Norm, einschließlich ihrer Begründung;

j) Datum der Prüfung.


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DIN 54457:2014-09

Anhang A
(informativ)

Beispiel für ein Alterungsverfahren

Jede Probe wird nacheinander den nachstehenden Behandlungen unterworfen. Nach jeder Behandlung wird
an dem gealterten Prüfkörper die Raupenprüfung fortgesetzt und dabei ein weiteres Stück der Raupe (etwa
50 mm) abgeschält. Die Behandlungsschritte sind wie folgt:

 Beginn nach der Aushärtung (siehe Abschnitt 5) (erste Prüfung);

 7 Tage Lagerung in voll entsalztem Wasser bei 20 °C, Konditionierung 2 h unter Umgebungs-
bedingungen (zweite Prüfung);

 1 Tag Lagerung bei 80 °C, Prüfung unmittelbar nach Entnahme aus dem Ofen (dritte Prüfung);

 7 Tage bei 70 °C in gesättigter Feuchte (sog. Kataplasma-Verfahren), Konditionierung 2 h unter Umge-


bungsbedingungen (vierte Prüfung). Beim Kataplasma-Verfahren werden die Probekörper feucht
verpackt und in diffusionsdichte Beutel eingeschweißt.
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DIN 54457:2014-09

Anhang B
(informativ)

Beispiel einer Auswertung nach dieser Norm

Tabelle B.1 — Vergleich der Langzeitbeständigkeit einer Polyurethanklebung mit und ohne Primer

Probekörper Auswertung

Nr Fügeteile Reinigung Vorbehandlung Kleb- Ohne Nach Nach


stoff Alterunga Alterung Alterung
Nr 1b Nr 2c
Reiniger Ablüftzeit Primer Ablüftzeit
min min

1.1 AlMgSi3 MEK 5 – 502 1 2 4

1.2 AlMgSi3 MEK 5 – 502 1 3 4

1.3 AlMgSi3 MEK 5 – 502 1 4 4


1 3 4

2.1 AlMgSi3 MEK 5 105 15 502 1 2 3 AP

2.2 AlMgSi3 MEK 5 105 15 502 1 2 2

2.3 AlMgSi3 MEK 5 105 15 502 1 1 2


1 2 2

a Lagerung im Normalklima, 7 Tage


b Alterung mit dem Kataplasma-Verfahren (siehe Anhang A), 7 Tage, 70 °C
c
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Alterung nach DIN EN ISO 9227, 7 Tage

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DIN 54457:2014-09

Literaturhinweise

DIN 50014, Klimate und ihre technische Anwendung — Normalklimate

DIN EN ISO 9142, Klebstoffe — Auswahlrichtlinien für Labor-Alterungsbedingungen zur Prüfung von Kleb-
verbindungen

DIN EN ISO 9227, Korrosionsprüfungen in künstlichen Atmosphären — Salzsprühnebelprüfungen


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