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8.1 KA M PAG N E N S Z E N A R I O S

Schwerter im Sand
Seit zehn Jahren streiten sich Saudi-Arabien und der Jemen über den genauen Verlauf
der beiderseitigen Grenze und liefern sich dabei immer wieder bewaffnete
Auseinandersetzungen. Während beide Seiten mit modernster, von ihren verbündeten
Supermächten gelieferter Technik aufrüsten, sorgt die Entdeckung großer
Ölvorkommen in der umstrittenen Region für eine Eskalation der Spannungen. Eine
weitere Konfrontation an der Grenze führt schließlich dazu, dass bei beiden Seiten die
Nerven blank liegen. In der Wüste heulen die Hubschraubermotoren auf und die
Schlacht um eine "Linie im Sand" beginnt.

Unabhängigkeitskrieg
Peking betrachtet Taiwan seit jeher als Teil Chinas. Gespräche zwischen beiden Seiten
zur Beilegung der Angelegenheit sind wiederholt fehlgeschlagen. Der Sieg der
"Taiwanesischen Unabhängigkeitspartei" bei den Wahlen 2001 bringt das Fass für die
Chinesen zum Überlaufen. Die chinesische Volksbefreiungsarmee hatte im
vorangegangenen Jahrzehnt mit modernster russischer Technik aufgerüstet und
wittert plötzlich eine Chance, die Sache mit Waffengewalt und unter dem Deckmantel
eines groß angelegten Marinemanövers zu lösen. In einer Blitzaktion landen die
Chinesen in Taiwan und bringen schnell den nördlichen Teil der Insel unter Kontrolle.
Da dem UN-Sicherheitsrat infolge des Vetos der Russen die Hände gebunden sind,
entsenden die Amerikaner ein Sonderkommando in das Gebiet um die Chinesen an der
Festigung ihres Brückenkopfes zu hindern.

Sonderkommando Libanon
Nach der Aufdeckung einer terroristischen Verschwörung zur Zündung eines
Atomsprengkopfs in Baltimore an der amerikanischen Ostküste sehen sich die USA
veranlasst den Kampf gegen den Terrorismus wieder aufzunehmen. Da die Täter im
Libanon untergetaucht sind, werden Teile der 6. US-Flotte in den Nahen Osten
entsandt. Die über Syrien mit russischen Waffen belieferten libanesischen Milizen sind
fest entschlossen, ihre Heimat gegen die amerikanischen Eindringlinge zu verteidigen.
Was zunächst wie ein "schneller und gezielter Schlag" aussah, eskaliert schon bald zu
einem ausgedehnten Konflikt.

Arctic Region

Greenland

Russian Federation

North America
Europe Task Force
Central
Lebanon Asia
East Asia

South South East


Atlantic Asia Asia
Northern Africa
Ocean
War Of
Sword In Independence
Central America
and the The Sand
Caribbean South America Southern
Africa
Indian Ocean
Pacific Ocean Australia

5000 km
5000 miles
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Schwerter im Sand

Iraq

Persian Gulf

Saudi Arabia Oman

Red
Sea

Yemen

BLAUE
STREITMACHT Aus der Zeitung "Middle East Gazette"

Briefing der Blauen Streitmacht (Saudi-Arabien)


Es hat den Anschein, als hätte der jemenitische Anspruch auf die mit reichen Ölvorkommen
gesegnete Marib-Grenze das Fass für die Saudis endgültig zum Überlaufen gebracht. Schon
seit Jahren provoziert die jemenitische Regierung ihren Nachbarn mit diesem hochsensiblen
Thema. Die Saudis sehen endgültig Rot, als der Jemen verschiedenen ausländischen Ölfirmen
(darunter auch mehrere russische Konzerne) Förderrechte in der umstrittenen Region
gewährt. Diese Verbindung mit den Russen sollte nicht übersehen werden. Seit mehreren
Jahren versuchen die unter der amerikanischen "Weltherrschaft" leidenden Russen, die
Beziehungen zu ihren alten Satellitenstaaten wo immer möglich wieder aufzufrischen. So
ließen die Russen auch dem Jemen immer mehr Unterstützung zukommen, wahrscheinlich
um den verlorenen Einfluss in der nördlichen Golfregion zu kompensieren. Gerüchten zufolge
beabsichtigt die jemenitische Regierung im Falle eines Sieges an der saudi-arabischen Grenze,
den Russen die Errichtung eines Marinestützpunktes in Aden zu gestatten. Damit bekämen
die Russen endlich ihren lang ersehnten Warmwasserhafen.
Von Bedeutung ist außerdem die Tatsache, dass der Jemen seinerzeit Saddam Hussein bei
dessen Invasion in Kuwait unterstützt und sich damit selbst in die Rolle des Außenseiters in
der arabischen Welt bugsiert hatte. Auf Grund dessen scheinen die Jemeniten noch fester
entschlossen, ihren Anspruch auf das Territorium der Saudis durchzusetzen. Der Etat für die
bewaffneten Streitkräfte wurde enorm aufgestockt, obwohl der Jemen schon seit langem
nicht mehr in der Lage ist seine Kreditrückzahlungsfristen einzuhalten. Einige Stimmen
behaupten, dieses militärische Abenteuer gleiche einer Verzweiflungsaktion.
Trotz allem scheint der Zeitpunkt für den Konflikt von der jemenitischen Regierung mit
Bedacht gewählt worden zu sein. Zunächst hatte man die dem saudi-arabischen Regime
feindlich gegenüberstehenden Fundamentalisten offen unterstützt. Kurze Zeit später wurden
Hunderte von Dissidenten in Aden zu Schauprozessen zusammengetrieben, in denen sie
zugeben mussten, Teil einer aus der Luft gegriffenen saudi-arabischen Verschwörung zu sein.
Es folgte eine Erklärung der jemenitischen Regierung, ihre Aktionen seien "das Signal für ein
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pan-arabisches Erwachen und die Verwirklichung des arabischen Traums von einem großen
Staat ohne Grenzen, einer vereinten Nation". (Man vergleiche diese Erklärung mit derjenigen
Saddams bei seinem Versuch Kuwait zu annektieren). Vorläufiger Gipfel war schließlich die
Vergabe von Ölförderrechten in der umstrittenen Grenzregion.
Der Konflikt scheint in der Umgebung mehrerer relativ unbedeutender Grenzdörfer
(darunter Ifrine und Al - Baqah) ausgebrochen zu sein. Die Zusammenstöße ereigneten sich
zeitgleich mit saudi-arabischen Militärmanövern. Da sämtliche Versuche der Saudis zur
friedlichen Beilegung der Streitigkeiten ergebnislos geblieben sind, ist der Konflikt nur noch
mit Waffengewalt zu lösen. Die saudi-arabischen Einheiten rücken bereits Richtung Grenze
vor, um den Provokationen ein für alle Mal ein Ende zu bereiten.
ROTE
STREITMACHT Zusammenfassung einer Regierungsansprache an das jemenitische Volk

Briefing der Roten Streitmacht (Jemen)


Volk der Jemeniten! Trotz all unserer Bemühungen um eine friedliche Beilegung der Angelegenheit
hält Saudi-Arabien seit 1969 an den Gebieten fest, die uns widerrechtlich entrissen wurden. Wir
sind eine junge Nation, entstanden aus der Zerstörung eines furchtbaren Bürgerkrieges. Wir
sehnen uns nach einer Hand, die uns in Freundschaft gereicht wird. Stattdessen schlägt uns nur
Selbstsucht und Feindschaft entgegen. Ist es nicht selbstverständlich, dass einem armen Land wie
dem unserem Anteil gewährt wird an den Bodenschätzen der Marib-Region, damit wir unsere
zerstörten Städte wiederaufbauen und unserem Volk ein wenig Trost geben können? Scheinbar
nicht! Unsere reichen saudi-arabischen Nachbarn geben in dieser Angelegenheit nicht nach,
obwohl sie im Unrecht sind. Sie wollen uns nicht nur in die Armut treiben, sondern mischen sich
auch noch ohne Unterlass in unsere Angelegenheiten ein. Sie haben den Verrätern Asyl gewährt,
die uns damals in den Bürgerkrieg getrieben haben. Und sie haben unseren verehrten Führer
beleidigt, indem sie ihn als "Schmarotzer" und "Ignorant" bezeichneten.
Doch sie greifen uns nicht nur mit Worten an. Trotz der offenkundig großen Belastung für
die eigene Wirtschaft haben sie militärisch immer weiter aufgerüstet. Sie rechtfertigen dies
mit Schutzmaßnahmen gegen den Irak. Doch wenn dem so ist, warum halten sie dann
ZEHN Tage lang Übungen mit scharfer Munition an unserer Grenze ab? Ihr Plan wurde
enthüllt, als wir eine Verschwörung aufdeckten, nach der in unserem ganzen Land Bomben
verlegt werden sollten. Glücklicherweise konnten die Rädelsführer vorher verhaftet werden.
Während der Prozesse kam die Wahrheit ans Licht: Die niederträchtige Verschwörung wurde
von unserem Nachbarn angezettelt.
Die saudi-arabischen Einheiten leiden immer noch unter diesem Fehlschlag. Im Verlauf ihrer
so genannten "Übung" haben sie die Grenze überquert und unsere Dörfer Ifrine und Al -
Baqah besetzt. Es besteht kein Zweifel mehr, dass die sich einer friedlichen Regelung der
Grenzfrage widersetzen. Schweren Herzens mussten auch wir unsere Truppen zur
Verteidigung unseres Hoheitsgebietes entsenden.
Unsere Soldaten sind nicht sehr zahlreich, doch schließlich haben sie unser Land
wiedervereinigt und verspüren immer noch grenzenlosen Stolz ob dieser Heldentat. In
diesem Moment bereiten sie sich darauf vor, das jemenitische Volk gegen den rücksichtlosen
Angriff unseres unerbittlichen Nachbarn zu verteidigen. Seid gewiss, dass sie hart
zuschlagen werden, um dem Gegner alle Beleidigungen und Demütigungen heimzuzahlen,
mit denen er uns in der Vergangenheit überschüttet hat.
Der Kampf wird hart und die Opfer zahlreich, doch für eine Umkehr ist es jetzt zu spät.
Unsere Sache ist gerecht, und unser Sieg wird endgültig sein!
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Unabhängigkeitskrieg

South
Korea

Japan

China

East China Sea

Taiwan Philippine Sea

Hong Kong Pacific Ocean

South China Sea

BLAUE
STREITMACHT Auszug aus dem Briefing einer US-amerikanischen Fliegereinheit

Briefing der Blauen Streitmacht (Taiwan/USA)


Gentlemen! Sie werden in den Krieg ziehen. Sie werden in den Krieg ziehen um ein
Versprechen einzulösen. Ein Versprechen, das wir Taiwan gegeben haben und das
folgendermaßen lautet: "Die Vereinigten Staaten werden ausreichend Mittel und Truppen zur
Verfügung stellen, damit Taiwan in die Lage versetzt wird sich dauerhaft selbst zu verteidigen".
Leider haben sich die Mittel als unzureichend erwiesen, der chinesischen Aggression Einhalt
zu gebieten. Jetzt liegt es bei Ihnen, unser Versprechen gegenüber Taiwan einzulösen. Die
erste Invasionsstaffel der Chinesischen Volksbefreiungsarmee hat mit beträchtlicher
Luftunterstützung im Norden der Insel bereits einen Brückenkopf gebildet. Die zweite Welle
wird in Kürze erwartet um die Anfangserfolge auszunutzen. Die taiwanesischen Truppen
leisten zwar tapferen Widerstand, sind aber sowohl zahlenmäßig als auch technisch dem
chinesischen Ansturm nicht gewachsen. Die Lage ist kritisch. Denken Sie daran, dass die
Chinesen bei ihrer Operation nicht mit Zartgefühl vorgehen. Sie haben ihre besten Einheiten
in der Gegend konzentriert und sind mit modernsten Waffen ausgerüstet. Es wird Sie kaum
überraschen, dass diese von unseren alten Freunden, den Russen, geliefert wurden.
Als Sonderkommando werden Sie in Kürze in das Kampfgebiet entsandt und dort
unverzüglich mit Ihren Operationen beginnen. Ihr erstes Ziel ist der Angriff auf den
chinesischen Brückenkopf. Dabei müssen Sie diesen nicht nur in Schach halten und seinen
weiteren Ausbau verhindern, sondern auch die nachfolgenden Unterstützungstruppen
abfangen und aufreiben, bevor sie den Hauptkampfschauplatz erreichen. Es ist
entscheidend, dass der Aufmarsch des Feindes eingedämmt wird, um Zeit zu gewinnen, bis
unsere Verstärkungstruppen eintreffen. Bis dahin werden Sie auf sich allein gestellt sein,
Gentlemen. Sobald die Lage stabil ist, können wir vorsichtig zum Gegenschlag ausholen und
die rechtmäßigen Besitzverhältnisse auf der Insel wiederherstellen.
Instruieren Sie Ihre Männer, starten Sie Ihre Maschinen und … machen Sie dem Feind die
Hölle heiß!
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8.5 KA M PAG N E N S Z E N A R I O S

ROTE
STREITMACHT Auszug aus dem Briefing der bewaffneten chinesischen Streitkräfte

Briefing der Roten Streitmacht (China)


Die Situation in Taiwan ist nicht mehr tragbar. Obwohl es sich um chinesisches
Hoheitsgebiet handelt, haben uns die taiwanesischen Führer verärgert und beleidigt. Das
könnten wir noch mit stoischer Ruhe ertragen, zumal wir immer den Standpunkt vertreten
haben, dass es irgendwann zu einer friedlichen Annäherung kommt. Doch jetzt droht die
Lage außer Kontrolle zu geraten, wir sind mit unserer Geduld am Ende. Im Gegensatz zu
Hong Kong und Macao erscheint eine friedliche Lösung nicht mehr möglich.

Die neue Regierung in Taiwan, die so genannte "Taiwanesische Unabhängigkeitspartei", hat


unmissverständlich klargemacht, dass sie die Unabhängigkeit von China beansprucht. Durch
eine derart abenteuerliche Aktion spricht sich diese so genannte "Regierung" selbst jeglichen
Anspruch auf Legitimität ab. Deshalb haben wir beschlossen, ihr die Macht zu entreißen und
die Abspaltung zu stoppen.

Seien Sie sich der vollen Unterstützung des chinesischen Volkes gewiss, wenn Sie die in die
Irre geführte Insel zurück in den Schutz Pekings geleiten.

Nehmen Sie Ihren Einsatz nicht auf die leichte Schulter. Neben dem Widerstand der
Reaktionäre in Taiwan erwartet uns noch eine weitere Herausforderung von außen. Die USA
machen keinen Hehl aus ihrer Unterstützung für Taiwan. Erst wenn dieser Gegner besiegt
ist, haben wir den Triumph endgültig geschafft.

Sie sind für die bevorstehende Aufgabe gut gerüstet. Wir haben keine Mühen gescheut,
einige der modernsten Waffensysteme der Welt zu beschaffen. Diese stammen teils aus
unseren eigenen fortschrittlichen Fabriken und Werften, teils aus dem Ausland. Ein großer
Teil kommt von unseren Freunden, den Russen. Unsere Genossen von Marine und Luftwaffe
haben uns versichert, Sie mit modernsten Schiffen, Flugzeugen und Raketen sicher nach
Taiwan zu überführen. Dort beginnt dann Ihr Teil des Einsatzes.

Ausrüstung ist aber nicht alles. Letztlich hängt die Entscheidung von Ihrer Leistung ab.
Nehmen Sie sich ein Beispiel an Ihren Führern und Ihrem Kader, wenn Sie losmarschieren
um den endgültigen Sieg zu erringen, nach dem sich unser Volk so sehr sehnt.
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Sonderkommando Libanon

Cyprus

Lebanon

Syria

Mediterranean Sea

Israel

Jordan

BLAUEN
STREITMACHT Aus einem Bericht des Satelliten-Nachrichtenkanals

Briefing der Blauen Streitmacht (USA)


Wer hätte gedacht, dass eine wenige Wochen zurückliegende Routinedurchsuchung einer
Lagerhalle in Baltimore dazu führen würde, dass jetzt ein amerikanisches Sonderkommando
einsatzbereit vor der Küste des Libanon liegt? Als das FBI die Ausrüstung zur Herstellung
einer Atomwaffe sicherstellte, traten sämtliche Kräfte des US-amerikanischen
Geheimdienstes sofort in Aktion. Die CIA fand heraus, dass das Plutonium für die
Sprengköpfe ursprünglich aus der russischen Anlage Tomsk-7 stammte, deren
Sicherheitslücken die Experten bereits seit Jahren beunruhigten. Es scheint, als hätte die
Mafia das Plutonium aus Russland über die Türkei in den Libanon geschmuggelt. Dort fiel
es in die Hände der terroristischen Splittergruppe "Schwert der Freiheit", die ihre Basis im
Libanon haben soll. Als diese Vermutung zur Gewissheit wurde, nahm ein Großteil der 6.
Flotte Kurs auf das östliche Mittelmeer zur Durchführung einer geplanten
Vergeltungsaktion.

Leider ist die Lage im Moment etwas verworren. Die Chancen für einen gezielten
Blitzangriff schwinden schnell dahin. Die libanesischen Milizen haben erklärt, dass
amerikanische Truppen in ihren Gewässern nichts zu suchen hätten und mobilisieren in
Windeseile ihre Einheiten. Nun wird offensichtlich, dass die syrische Unterstützung für die
Milizen weitaus größer ist als bisher angenommen. Die Milizen verfügen über modernste
militärische Ausrüstung, die zu einem Großteil ursprünglich von den Russen an die syrische
Armee geliefert worden war. Infolge der Krise haben sich die verschiedenen Splittergruppen
vereinigt, da sie diese Aktion als amerikanische Invasion werten und sich geschworen haben,
kein Vordringen von US-Truppen in ihr Territorium zu dulden. Sie machen kein Geheimnis
daraus, dass sie über die notwendigen Waffen verfügen um jegliche US-Aktion zu stoppen.
Die Spannungen haben sich derart verschärft, dass mittlerweile der kleinste Auslöser
genügt, um groß angelegte militärische Operationen in Gang zu setzen.
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8.7 KA M PAG N E N S Z E N A R I O S

Ein Sprecher des Admirals des Sonderkommandos gab mir gegenüber folgende Erklärung
ab: "Wir haben kein Interesse an einer militärischen Auseinandersetzung mit den Milizen,
doch uns beunruhigt die realistische Einschätzung, dass sich noch mehr
Massenvernichtungswaffen oder das Material für den Bau solcher Waffen irgendwo im
Libanon befinden. Es ist daher von entscheidender Bedeutung, dass es unseren Truppen
ermöglicht wird die Angelegenheit zu untersuchen und die Verantwortlichen zur
Rechenschaft zu ziehen. Wir hoffen auf die Unterstützung durch das libanesische Volk, doch
sollte es uns feindlich gegenüberstehen, können und werden wir uns auch davon nicht
aufhalten lassen".
ROTE
STREITMACHT Aus einer Presseerklärung der syrischen Regierung vor versammelten Journalisten

Briefing der Roten Streitmacht (Libanesische Milizen/Syrien)


Zunächst möchten wir unmissverständlich klarstellen, dass Syrien terroristische Aktivitäten
in keiner Weise unterstützt oder fördert. Dies gilt sowohl heute als auch in Zukunft. Wir
wehren uns mit Nachdruck gegen die verantwortungslosen Vorwürfe, die eine Verbindung
zwischen Syrien und der Gruppe "Schwert der Freiheit" herzustellen versuchen. Wir gehen
sogar noch weiter. Wir sind nicht davon überzeugt, dass eine solche Gruppe überhaupt
existiert, und falls doch, dass sie nicht im Libanon stationiert ist. Wie Sie alle wissen, haben
wir eine aktive Rolle beim Wiederaufbau dieses gepeinigten Landes übernommen. Unter
unserer Führung und mit unserer Unterstützung befindet sich der Libanon inzwischen
wieder auf dem Weg zur Normalität. Soll all das wegen einer simplen Vermutung der CIA
aufs Spiel gesetzt werden? Hat sich diese viel gepriesene Organisation in der Vergangenheit
nicht schon öfter geirrt?

Wir haben wie gesagt keine Verbindungen zu terroristischen Gruppen und bieten ihren
Mitgliedern keinerlei Unterstützung. Doch angesichts dieses völlig unverantwortlichen und
rücksichtslosen amerikanischen Abenteuers betonen wir ausdrücklich das Recht des
libanesischen Volkes zur aktiven Selbstverteidigung mit allen ihm zur Verfügung stehenden
Mitteln. In der Vergangenheit haben sich viele Nationen ungefragt in die libanesischen
Angelegenheiten eingemischt, und diese bedrohliche amerikanische Aktion bildet da keine
Ausnahme. Dank unserer Unterstützung und der Hilfe unserer russischen Freunde verfügen
unsere Verbündeten in Beirut über genügend Waffen zur Selbstverteidigung. Wir hoffen
sehr, dass dies die USA von ihrem rücksichtslosen und gefährlichen Vorhaben abhalten wird.

Sollte dem nicht so sein, wird Syrien seine Freunde und Verbündeten ohne Wenn und Aber
unterstützen. Wir sind darauf vorbereitet die Libanesen angesichts dieser groben
Provokation in jeglicher Hinsicht zu unterstützen.

Wir betonen erneut, dass jede Nation ein Recht auf Selbstverteidigung hat um sich gegen
Einmischung von außen zur Wehr zu setzen. Die USA sollten sich darüber im Klaren sein,
dass Syrien den Libanon auch weiterhin mit den Mitteln unterstützen wird, die notwendig
sind um dieses Recht zu wahren.