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1.7.

2021 Germania (Tacitus) – Wikipedia

Germania (Tacitus)
Die Germania ist eine kurze ethnographische Schrift des
römischen Historikers Tacitus (ca. 58–120 n. Chr.) über die
Germanen. Sie wurde seit der Frühen Neuzeit verstärkt gelesen
und entfaltete auf diese Weise eine erhebliche Breitenwirkung. In
der neueren Forschung wird das Werk durchaus kritischer
betrachtet und auf die problematische Rezeptionsgeschichte
hingewiesen.

Inhaltsverzeichnis
Datierung
Titel
Zeitgeschichtliche Einordnung
Inhalt der Germania
Allgemeiner Teil Germania-Handschrift „Codex
Kapitel 1–5: Allgemeine Beschreibung Aesinas Latinus 8“ (Faksimile)
Kapitel 6–15: Das öffentliche Leben
Kapitel 16–27: Das private Leben
Besonderer Teil
Kapitel 27–29: Stämme im Westen und Süden
Kapitel 30–31: Die Chatten
Kapitel 32–34: Weitere Stämme im Westen
Kapitel 35–37: Stämme im Norden
Kapitel 38–45: Die Sueben
Kapitel 46: Grenzvölker im Osten
Diskussion
Quellen
Tacitus’ Germanenbild
Tacitus’ Absichten
Sittenspiegel-Theorie
Ethnographie-Theorie
Weitere Ansätze
Rezeption
Germania Erstausgabe durch
Ausgaben und Übersetzungen
Wendelinus de Spira, Venedig
Literatur 1472.[1]
Über die Germanen allgemein
Über Tacitus und die Germania
Zur Rezeption der Germania
Weblinks
Anmerkungen
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Datierung
Die Germania wird in aller Regel in das Jahr 98 n. Chr. datiert, auf der Grundlage der Formulierung:

„sescentesimum et quadragesimum annum urbs nostra agebat […] ex quo ad alterum


imperatoris Traiani consulatum computemus“

„unsere Stadt stand im sechshundertvierzigsten Jahr […] von da ab rechne man bis zum
zweiten Konsulat Kaiser Trajans“
– Tacitus: Germania (37, 2)

Das zweite Konsulat Trajans fiel in das Jahr 98 n. Chr. Jedoch handelt es sich bei dieser Zeitangabe
lediglich um einen terminus post quem, an dem das Werk frühestens verfasst worden sein kann; ein
absolutes Datum liegt somit nicht vor.[2]

Ein neuerer Vorschlag von Roland Schuhmann,[3] der von der Forschung noch nicht diskutiert
worden ist, nimmt an, dass die Abfassung der Germania nach 103–106 n. Chr. anzusetzen ist, weil
der Name Pannoniis im ersten Satz des Textes die Existenz zweier pannonischer Provinzen
(Pannonia superior und inferior, entstanden durch Teilung der Provinz Pannonien) voraussetzt,
wenn er als Ländername verstanden wird; die traditionelle Auffassung sieht ihn als Völkernamen.

Titel
Die Schrift Germania ist ohne einen einheitlichen Titel überliefert. Die erste Erwähnung der Schrift
findet sich in einem Brief des Humanisten Antonio Beccadelli an Guarino da Verona von April 1426:
Compertus est Cor. Tacitus de origine et situ Germanorum („Cornelius Tacitus de origine et situ
Germanorum ist in Erfahrung gebracht“). In einem Inventar von Niccolò Niccoli aus dem Jahre 1431
steht: Cornelii taciti de origine & situ germanorum liber incipit sic („de origine et situ Germanorum
liber des Cornelius Tacitus fängt so an“). Pier Candido Decembrio, der den Codex Hersfeldensis
(nach 1455, s. u. Rezeption) in Rom einsah, gibt den Titel als: Cornelii taciti liber … de Origine et situ
Germaniae („von Cornelius Tacitus das Buch de Origine et situ Germaniae“).[4] Beide Titelvarianten
gehen auf den Hersfelder Codex zurück; die zweite Variante ist semantisch inkonsistent.

Aus der Antike ist kein Titel des Werks überliefert. Es gibt nur zwei Titel, die einigermaßen plausibel
erscheinen: De origine et situ Germanorum („Über Ursprung und geographische Lage der
Germanen“) und De origine et moribus Germanorum („Über Ursprung und Sitten der Germanen“).
Für einen Werktitel De origine et situ Germanorum könnten zwei parallele Titelformulierungen
Senecas sprechen: De situ Indiae („Die geographische Lage Indiens“) und De situ et sacris
Aegyptiorum („Über die geographische Lage und die Heiligtümer der Ägypter“). Beide Titel bilden
jedoch keine genauen Entsprechungen zur Germania. India ist anders als der Völkername Germani
ein Ländername, während in Senecas zweitem Buch nicht vom Ursprung, sondern von den
Heiligtümern der Ägypter die Rede ist. Der aus der Renaissance überlieferte Titel De origine et situ
Germanorum erscheint gewissermaßen als Kombination aus den beiden Titeln Senecas. Für De
origine et moribus Germanorum würde eine Passage im Text selbst sprechen, denn in Germania c.
27,2 heißt es: Haec in commune de omnium Germanorum origine ac moribus accepimus („Dies
haben wir im Allgemeinen über Ursprung und Sitten aller Germanen vernommen“). Der Titel
erweckt allerdings den Eindruck, dass er aus diesem Kapitel übernommen ist. Da keiner der beiden
Titel über jeden Zweifel erhaben ist, hat man der Schrift den Arbeitstitel Germania gegeben.

Zeitgeschichtliche Einordnung

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Zu Tacitus’ Lebzeiten befand sich das römische Reich auf seinem


Höhepunkt. Geographisch hatte es fast seine größte Ausdehnung
erreicht und erlebte auch kulturell eine Blüte. Die Grenzen zu
Germanien waren gezogen und weitgehend gesichert worden.
Nach der Varusschlacht im Jahre 9 n. Chr. waren die römischen
Offensiven schließlich 16 n. Chr. eingestellt worden (siehe
Germanicus); erst im späten 1. Jahrhundert hatten die Römer die
Grenze unter Domitian leicht vorverschoben (siehe
Dekumatland) und die beiden Rheinprovinzen (Germania
inferior, Germania superior) eingerichtet. Einige germanische Rekonstruierter Wachturm des
Stämme hatten sich mit dem neuen mächtigen Nachbarn Limes nahe dem Kastell Zugmantel
durchaus arrangiert, andere standen Rom allerdings weiterhin im Taunus
feindlich gegenüber. Diese Situation erforderte lange Zeit eine
hohe und kostspielige Truppenpräsenz an der Grenze des
römischen Reiches zu den Germanen.[5] Das Besondere an den germanisch-römischen Beziehungen
ergibt sich daraus, dass im Unterschied zur anderen großen Grenzzone […] im Norden keine
organisierte Großmacht Rom gegenüberstand.[6]

Inhalt der Germania


In der Germania, die sich in einen allgemeinen und einen
besonderen Teil gliedert, beschreibt Tacitus Germanien,
ansatzweise auch dessen Geographie und benennt verschiedene
germanische Stämme vom Rhein bis zur Weichsel. Er stellt Sitten
und Gebräuche der Germanen dar und hebt dabei ihre ihm
zufolge sittliche Lebensweise hervor, wie ihr streng geregeltes
Familienleben, ihren treuen und aufrichtigen Charakter, ihre
Tapferkeit im Krieg und ihren Freiheitswillen. Er weist aber auch
auf Schwächen hin, wie ihre Trägheit, ihren Hang zu Würfelspiel Stämme der Germanen um 50 n.
und übermäßigem Alkoholkonsum. Chr.

Allgemeiner Teil

Kapitel 1–5: Allgemeine Beschreibung

Tacitus beginnt mit den Grenzen Germaniens, seinem Volk, der Beschaffenheit des Landes und den
Bodenschätzen. Dabei betrachtet er die Germanen als abgehärtet, ursprünglich und unvermischt mit
anderen Völkern, als Urbevölkerung ihrer Heimat, da sie phänotypisch seinen Schilderungen nach
keiner Ethnie der bekannten damaligen Welt ähnlich seien, und er sich auch nicht vorstellen könne,
dass jemand freiwillig in solch eine Region, die seiner Ansicht nach sehr rau, unwirtlich und nur
schwer überhaupt zu erreichen sei, einwandern könne. Er beschreibt Land und Klima als
unfreundlich und trostlos,[7] arm an fruchtbarem Boden und ohne wertvolle Bodenschätze.[8]

Kapitel 6–15: Das öffentliche Leben

Er fährt fort mit der Beschreibung der Kriegsführung, der Religion und Volksversammlungen, spricht
dann über die germanische Rechtsprechung und die Rolle der Fürsten im Krieg. Dabei beschreibt er
die Germanen als wilde Barbaren, schwach bewaffnet, aber tapfer im Kampf und voller
Wertschätzung für ihre Frauen, als fromme Menschen, die auf Vorzeichen und Orakel vertrauen.
Entscheidungen fielen, so Tacitus, in Versammlungen, die abhängig vom Stand des Mondes
abgehalten würden. Hier kritisiert er aber eine gewisse Disziplinlosigkeit.[9] Der Kampf, meint

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Tacitus, sei bei den Germanen höher bewertet als die Mühe täglicher Arbeit. Er zeichnet sogar das
Bild eines faulen, dem Müßiggang verfallenen Volkes, das lieber seine Frauen und Alten arbeiten
lasse als sich selber um Haus, Hof und Feld zu kümmern.

Kapitel 16–27: Das private Leben

Die nächsten Abschnitte beschäftigen sich mit den Behausungen der Germanen, ihrer Wohnweise
und Kleidung; es folgen Exkurse über Ehe, Erziehung und Erbrecht, bis die Rede auf
Gastfreundschaft, Feiern und Spiele kommt. Der allgemeine Teil endet schließlich in einer
Beschreibung des Ackerbaus und der Totenbestattung. Tacitus zeichnet auch hier wieder das Bild
eines wilden, nachlässig bekleideten Volkes, das sich allerdings, und dafür lobt er die Germanen
ausdrücklich, durch hohe Sittsamkeit auszeichne. Die Germanen seien monogam und dem
Ehepartner gegenüber treu ergeben. Besonders diese Bemerkung führte zur Annahme, die Germania
stelle einen Sittenspiegel dar, der an die Adresse der römischen Gesellschaft gerichtet sei. An kaum
einer anderen Stelle betont Tacitus eine Eigenart germanischen Lebens so nachdrücklich.

Die Gastfreundschaft der Germanen wird lobend hervorgehoben, die dabei auftretenden
Ausschweifungen aber auch dargestellt. Ihre Feiern, so Tacitus, dauerten oft tagelang und endeten
nicht selten in Schlägereien der Betrunkenen und Totschlag. Hier erwähnt der Autor auch ihr
einfaches Essen und das ihm unbekannte alkoholische Getränk (Bier), das die Germanen im
Übermaß konsumierten. Es überrascht, dass fast im selben Atemzug ihre absolute Ehrlichkeit
gerühmt wird. Verwundert stellt Tacitus dann fest, dass so ziemlich das Einzige, was die Germanen
nüchtern und ernsthaft betrieben, das Würfelspiel sei. Hier setzten sie sogar ihre persönliche Freiheit
als letzten Einsatz ein und ließen sich als Sklaven verkaufen. Landwirtschaft betrieben sie zwar
gemeinschaftlich, aber stets auf niedrigem Niveau. Letzter Punkt dieses Teils ist die Darstellung der
Totenbestattung, die als einfach und prunklos beschrieben wird, jedoch in würdevoller Verehrung der
Verstorbenen.

Besonderer Teil

In den letzten elf Kapiteln beschreibt Tacitus Bräuche und Besonderheiten einzelner Stämme und
kommt auch auf diejenigen zu sprechen, die Germanien verlassen und sich in Gallien angesiedelt
haben.

Kapitel 27–29: Stämme im Westen und Süden

Erwähnt werden hier anfangs gallische Stämme, Helvetier und Bojer (Boier), die nach Germanien
gezogen seien. Dem stellt er Treverer und Nervier gegenüber, die, seiner Darstellung nach, als
Germanen in Gallien leben. Diese Zuordnung ist allerdings nicht ganz unproblematisch, wenngleich
schon Gaius Iulius Caesar vermerkte, dass ein großer Teil der Belger sich germanischer Abstammung
rühmte.[10] Tacitus erwähnt Vangionen, Triboker und Nemeter am Rhein, besonders hebt er die
Ubier hervor, die dem römischen Reich treu ergeben seien. Als besonders tapfer werden die Bataver
am Niederrhein beschrieben, die Rom ebenso treu zur Seite stünden wie die Mattiaker in der Gegend
um das heutige Wiesbaden.

Kapitel 30–31: Die Chatten

Den kräftigen und militärisch gut organisierten Chatten sagt Tacitus nach, sie schnitten Haupthaar
und Bart erst nach der Tötung eines Feindes. Dies sei die Bestimmung ihres Daseins.

Kapitel 32–34: Weitere Stämme im Westen

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Die Tenkterer seien geschulte Reiter, deren Nachbarn, die Brukterer, von anderen Germanen
vernichtet worden seien.[11] Er erwähnt hier die Angrivarier und Chamaver, die Dulgubnier und
Chasuarier, schließlich die Friesen am Rand des Weltmeeres.

Kapitel 35–37: Stämme im Norden

Als Nachbarn der Friesen erwähnt Tacitus die Chauken, die von der Nordseeküste bis an das Gebiet
der Chatten siedeln. Sie seien, frei von Habgier und Herrschsucht, bei den übrigen Germanen sehr
angesehen. Er kommt auf die Cherusker zu sprechen, nennt sie Tölpel und Toren – vielleicht in
einem Reflex auf die verlorene Schlacht im Teutoburger Wald gegen den Arminius – und endet mit
der Erwähnung der ruhmreichen Kimbern und der für die Römer ebenfalls verlustreichen
Kimbernkriege.

Kapitel 38–45: Die Sueben

Den vorletzten und größten Abschnitt des besonderen Teils widmet Tacitus den Sueben. Diese
bewohnten einen großen Teil Germaniens. Sie seien, anders als andere Stämme, keine einheitliche
Volksgruppe und unterschieden sich von den übrigen durch ihre Haartracht (Suebenknoten). Bis in
das hohe Alter hinein knoteten sie ihr Haar zu einer kunstvollen Frisur, allerdings nicht aus
Schönheitsgründen, sondern um groß und furchterregend zu erscheinen. Er erwähnt öffentliche
Menschenopfer bei der Untergruppe der Semnonen, nennt weiter Langobarden und andere Stämme.
Ihre Verehrung gelte der Mutter Erde (Nerthus), der sie in einem Heiligtum auf einer Insel des
Weltmeeres huldigen.[12]

Der suebische Stamm der Hermunduren sei den Römern hingegen treu ergeben, sie dürften als
einziger germanischer Stamm ohne Beaufsichtigung über die römische Grenze ziehen und Handel
treiben. Neben vielen anderen erwähnt Tacitus Narister, Markomannen und Quaden, auch die rechts
des suebischen Meeres (an der Ostküste der Ostsee) lebenden Aesti, die in Lebensweise und Religion
den Sueben ähnelten, ihre Sprache aber gleiche der britannischen Sprache (d.  h. einer Form des
Keltischen). Sie sammelten Bernstein (Glesum) und verkaufen ihn an die Römer, ohne zu wissen, wie
er entstehe oder wo er herkomme. Tacitus endet mit den Sithonen, die so tief in die Knechtschaft
gesunken seien, dass sie von einer Frau regiert würden.

Kapitel 46: Grenzvölker im Osten

Im letzten Kapitel der Germania bespricht Tacitus Peukiner, Veneter und Fennen, Stämme jenseits
des Gebietes der Sueben, von denen er nicht weiß, ob er sie den Germanen zuordnen soll.

Diskussion

Quellen

Tacitus selbst war nie in Germanien gewesen. Wahrscheinlich ist, dass er sein Wissen größtenteils
aus literarischen Quellen bezog, wie aus Gaius Iulius Caesars Werk über den Gallischen Krieg (De
bello Gallico) und dem darin enthaltenen Germanenexkurs.[13] Womöglich zog er auch andere
schriftliche Quellen zu Rate, in Frage kommen unter anderem der Germanenexkurs im
Geschichtswerk des Titus Livius und die bella Germaniae („Germanenkriege“) des älteren Plinius.
Beide Werke sind nicht oder nicht vollständig erhalten.[14] Erwähnung in der Germania findet jedoch
allein Caesar.[15] Es gilt als wahrscheinlich, dass auch mündliche Berichte von zeitgenössischen

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Germanien-Reisenden in sein Werk eingeflossen sind.[16] Die Beschreibung des Sueben-Knotens, der
Opferriten und die Bestrafung der treulosen Ehefrau werden auf tatsächliche Beobachtung
zurückgeführt.[17]

Tacitus’ Germanenbild

Tacitus beschreibt seiner Leserschaft ein Volk, das sich anscheinend grundlegend von dem eigenen
unterscheidet. Es ist anzunehmen, dass das Objekt seiner Beschreibung, die Germanen, dem
römischen Volk äußerst fremd vorgekommen sein müsste, hätte er sich dabei nicht der Methode
bedient, das Fremde „begrifflich und inhaltlich in die eigene Welt zu integrieren“.[18] Diese römische
Interpretation (Interpretatio Romana) fällt besonders bei der Beschreibung der germanischen Götter
auf. So spricht Tacitus von Merkur (für Odin) als dem höchsten Gott und erwähnt Herkules (für
Thor) und Mars (für Tyr). Auch bei der Beschreibung des Heerwesens (hier die Truppeneinteilung in
Hundertschaften/Centurien) sowie der Trennung von Öffentlicher Sache (res publica) und
Privatangelegenheiten (res privatae) ist dies erkennbar.

Tacitus sieht alle Germanen als ursprünglich an, d. h. alle haben dieselbe Herkunft und sind nicht mit
anderen Völkern vermischt und seien auch nicht nach Germanien eingewandert. Charakterzüge, die
er im allgemeinen Teil dem gesamten Volk zuschreibt, führt er auf diese gemeinsame Herkunft
zurück. Das kann Tacitus allerdings nicht belegen, er geht schlicht davon aus, dass kein Volk
freiwillig in dieses karge Land gezogen sein könnte, um sich mit den Germanen zu vermischen.

In der ganzen Germania ist erkennbar, dass er das Bekannte seiner Welt in der Welt der Germanen
sucht, um es für sein römisches Publikum zu beschreiben und zu vergleichen. Das durchaus
polarisierende Bild, das Tacitus dabei gibt (ehrenwerte Sitten, Freiheitsliebe und Moral versus
primitive, lasterhafte und faule Lebensweise), lässt den heutigen Leser auch einen Eindruck der
römischen Gesellschaft zu Zeiten Tacitus’ erahnen. Insofern kann die Germania nicht nur als
Ethnographie der Germanen gesehen werden, sondern auch als Anhaltspunkt für das Verständnis
von Tacitus’ eigener, römischen Gesellschaft.

Tacitus’ Absichten

Um die Germania richtig verstehen zu können, ist es unumgänglich, Tacitus’ Beweggründe zu


kennen. Will er an seiner Zeit und Gesellschaft Kritik üben oder Überlegenheit beweisen? Will er
lediglich ein fremdes Volk beschreiben und seinen römischen Zeitgenossen näher bringen, was ihnen
selbst fremd und barbarisch erscheint? Dies zu verstehen ist Grundlage für die Bewertung seiner
Arbeit.

Tacitus selbst äußert sich dazu jedoch nicht. Auch existiert zur Germania keine Einleitung oder ein
Nachwort des Autors, in denen mögliche Absichten erläutert oder zumindest angedeutet werden. Die
Forschung kann also nur vergleichbare Werke heranziehen (auch heutige Ethnographien) und/oder
die Schrift im Kontext ihrer damaligen Zeit sehen.[19] Tacitus’ Germania ist leider einzigartig für ihre
Zeit. Antike ethnographische Schriften, die keine weitere Erläuterung (Exkurs) enthalten, sind uns
nicht bekannt, was die Klärung dieser zentralen Frage erschwert.[20] Die Wissenschaft zieht
deswegen auch Tacitus’ andere Werke, hauptsächlich den Agricola, heran. Das Werk im Kontext
seiner Zeit zu sehen wird dadurch erschwert, dass wir nicht viel über die damalige öffentliche
Meinung wissen.[21]

In der Forschung ist die Frage nach den Absichten Tacitus’ ein zentraler Punkt und stark umstritten.
Einige Theorien dominieren diese Diskussion, können aber vermutlich nie vollständig veri- oder
falsifiziert werden. Möglich ist, dass alle zu einem gewissen Teil ihre Berechtigung haben.

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Sittenspiegel-Theorie

Möglicherweise wollte Tacitus der Dekadenz der römischen Sitten ein positives Gegenbeispiel
(Sittenspiegel) entgegenhalten; dafür spricht, dass er die Germanen an einigen Stellen stark
idealisierte. Beispielsweise stellt er der Sittsamkeit germanischer Frauen lüsterne Schauspiele und
Verführung durch aufreizende Gelage in Rom gegenüber.[22] Es findet sich sogar explizite Kritik an
den römischen Verhältnissen: Tacitus macht eigene Zwietracht und Bürgerkrieg für germanische
Erfolge verantwortlich.[23]

Ethnographie-Theorie

Andere Forscher halten das Werk nicht für eine sittliche Mahnung zur Aufrichtung der römischen
Moral, sondern für eine objektive Ethnographie. Diese, stellenweise stark polarisierenden, negativen
und positiven Gegensätze zu Tacitus’ eigener Kultur dienten demnach lediglich dem Verständnis des
Andersartigen.[24] Dafür spricht, dass sich viele seiner Beschreibungen als richtig herausgestellt
haben und durch die moderne Archäologie bestätigt wurden.

Weitere Ansätze

Diskutiert wird auch, dass Tacitus womöglich aufzeigen wollte, warum Rom in jahrzehntelangen
Versuchen Germanien nie vollständig erobern konnte. Der Grund sei demnach die Gesellschaftsform
und der freiheitsliebende Charakter der Germanen.[25] Neuere Deutungen gehen sogar noch weiter:
Tacitus wolle nicht nur erklären, warum Germanien nicht besiegt werden konnte, sondern sogar vor
weiteren Eroberungsversuchen warnen.[26]

Rezeption
Die Schrift hat, zusammen mit den anderen „Kleinen Schriften“ des Tacitus, nur in einem einzigen
Exemplar die Zeit des Humanismus erreicht. Es wurde von Enoch von Ascoli in der Abtei Hersfeld
aufgefunden und ca. 1455 nach Italien gebracht. Als Erster hat sich Enea Silvio Piccolomini, der
spätere Papst Pius II., mit der Schrift befasst. Im mittelalterlichen Deutschland spielte der Begriff
Germanen als Selbstbezeichnung für „die Deutschen“ kaum eine Rolle, versuchte man sich doch
historisch in die Nähe der Römer zu stellen.[27]

Um Begeisterung für einen Kreuzzug gegen die Türken zu entfachen, wurde die Germania auf dem
Regensburger Reichstag 1471 benutzt, indem die kriegerischen Eigenschaften der Germanen
hervorgehoben wurden.[28] Es waren aber erst die deutschen Humanisten, die auf Tacitus
aufmerksam wurden (Conrad Celtis, Aventinus, vor allem Ulrich von Hutten). Von da an hielt das
Interesse der Deutschen an dem, was sie als „ihre Urgeschichte“ betrachteten, lange Zeit an,
wenngleich jede Epoche ihre eigene, jeweils unterschiedliche Auslegung hatte. Die Humanisten
schwärmten für die angebliche „germanische Reinheit“ und die Ursprünglichkeit ihrer Vorfahren, in
diesem Sinne diente die Germania einer anachronistischen Identitätsstiftung. Erst mit Jacob Grimm
(und Karl Viktor Müllenhoff) kam eine wissenschaftliche Betrachtungsweise hinzu.

Bereits im 19. Jahrhundert begann aber auch die wissenschaftliche Konstruktion eines
Germanenmythos durch die Altertumswissenschaften. Über Gustaf Kossinna trug diese Entwicklung
mit zur Entstehung der pseudo-wissenschaftlichen Rassenlehre des Nationalsozialismus bei.
Nationalsozialistische Rassenpolitiker, allen voran Heinrich Himmler und die von ihm
mitgegründete „Forschungsgemeinschaft Deutsches Ahnenerbe“, entstellten und missbrauchten die
Aussagen bei Tacitus als Argumente für eine angebliche „rassische Überlegenheit“ der Deutschen und
ihren millionenfachen Massenmord in den NS-Konzentrations- und Vernichtungslagern.[29]

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In der neueren Forschung wird hingegen auf die problematische Rezeptionsgeschichte und die
Instrumentalisierung des Inhalts der Schrift kritisch hingewiesen, zumal die Gleichsetzung
Germanen/Deutsche längst nicht mehr haltbar ist.[30] Die Behandlung durch Eduard Norden, der
das Werk 1920 in das Umfeld der antiken Ethnographie gestellt hat, auch und gerade im Vergleich zu
der weithin herrschenden Germanenideologie, ist immer noch grundlegend.[31] Die moderne
Forschung betrachtet die Germania (etwa bezüglich Intention und Quellenkritik) kritischer als die
ältere und ist teilweise auch zu neuen Bewertungen gelangt.[32]

Die Germania wurde in die ZEIT-Bibliothek der 100 Bücher aufgenommen.

Ausgaben und Übersetzungen


Manfred Fuhrmann (Übers.): Tacitus. Germania. Reclam, Stuttgart 1971 und öfter, ISBN 3-15-
000726-7.
Erich Koestermann (Hrsg.): Cornelius Tacitus. Germania, Agricola, Dialogus de oratoribus.
Teubner, Stuttgart 1970 [Reprint 3. Auflage 2011], ISBN 978-3-11-095884-3 (P. Cornelii Taciti libri
qui supersunt, T. 2,2)
Alf Önnerfors (Hrsg.): De origine et situ Germanorum liber. Teubner, Stuttgart 1983 [Reprint
2011], ISBN 978-3-11-096377-9 (P. Cornelii Taciti libri qui supersunt, T. 2,2)
Gerhard Perl: Tacitus. Germania – Lateinisch und Deutsch. In der Reihe: Joachim Hermann
(Hrsg.): Griechische und Lateinische Quellen zur Geschichte Mitteleuropas bis zur Mitte des 1.
Jahrtausends u.Z. (= Schriften und Quellen der Alten Welt 37,2) Akademie-Verlag Berlin 1990,
ISBN 3-05-000349-9, ISSN 0080-696X.
Wilhelm Reeb (Hrsg.): Tacitus Germania. Kommentar W. Reeb unter Mitarbeit von H. Klenk mit
Beiträgen von A. Dopsch, H. Reis, K. Schumacher. B. G. Teubner, Berlin/Leipzig 1930. (Digisat
SLUB Dresden (http://digital.slub-dresden.de/id416170323/1))
J. B. Rives (Hrsg.): Tacitus: Germania. Oxford 1999 (englische Übersetzung mit ausführlicher
Einleitung und umfangreichem Kommentar).
Rodney P. Robinson: The Germania of Tacitus. A critical edition. (= Philological Monographs
published by the American Philological Association, no. 5). Middletown, Connecticut 1935.
Reprint: Olms Verlag, Hildesheim u. a. 1991, ISBN 3-487-09523-8.
Alfons Städele, Gerhard Fink (Hrsg.): Tacitus Germania. Studienausgabe Lateinisch - Deutsch.
(Sammlung Tusculum). Akademie Verlag, Berlin 2011, ISBN 978-3-05-005270-0.
P. Cornelius Tacitus: Germania. Interpretiert, herausgegeben, übertragen, kommentiert und mit
einer Bibliographie versehen von Allan A. Lund. Universitätsverlag Carl Winter, Heidelberg 1988,
ISBN 3-533-03875-0.

Literatur

Über die Germanen allgemein


Bruno Bleckmann: Die Germanen. C.H.Beck, München 2009, ISBN 3-406-58476-4.
Ulrike Peters: Die Germanen. Marix Verlag, Wiesbaden 2014, ISBN 978-3-86539-989-2.
Walter Pohl: Die Germanen. 2. Auflage. Oldenbourg Wissenschaftsverlag, München 2004, ISBN
3-486-56755-1.

Über Tacitus und die Germania


Jan-Wilhelm Beck: 'Germania' – 'Agricola': Zwei Kapitel zu Tacitus' zwei kleinen Schriften.
Untersuchungen zu ihrer Intention und Datierung sowie zur Entwicklung ihres Verfassers.
Hildesheim 1998, ISBN 3-12-645000-8 (Spudasmata 68).

https://de.wikipedia.org/wiki/Germania_(Tacitus) 8/11
1.7.2021 Germania (Tacitus) – Wikipedia

Herbert Jankuhn, Dieter Timpe (Hrsg.): Beiträge zum Verständnis der Germania des Tacitus, Teil
1. Bericht über die Kolloquien der Kommission für die Altertumskunde Nord- und Mitteleuropas im
Jahr 1986. Göttingen 1989, ISBN 3-525-82459-9 (AbhGöttingen 175).
Christopher B. Krebs: Negotiatio Germaniae. Tacitus’ Germania und Enea Silvio Piccolomini,
Giannantonio Campano, Conrad Celtis und Heinrich Bebel. Vandenhoeck & Ruprecht, Göttingen
2005, ISBN 3-525-25257-9 (Hypomnemata 158).
Allan A. Lund: Zur Gesamtinterpretation der Germania des Tacitus. In: Hildegard Temporini,
Wolfgang Haase (Hrsg.): Aufstieg und Niedergang der römischen Welt. Teil II, Bd. 33.3. De
Gruyter, Berlin/New York 1991, S. 1858–1988, ISBN 3-11-012541-2, ISBN 978-3-11-012541-2.
Allan A. Lund: Kritischer Forschungsbericht zur ‘Germania’ des Tacitus. In: Hildegard Temporini,
Wolfgang Haase (Hrsg.): Aufstieg und Niedergang der römischen Welt. Teil II, Bd. 33.3. De
Gruyter, Berlin/New York 1991, S. 1989–2222 und S. 2341–2344.
Allan A. Lund: Zum Germanenbegriff bei Tacitus. In: Heinrich Beck (Hrsg.): Germanenprobleme
in heutiger Sicht (= Reallexikon der Germanischen Altertumskunde – Ergänzungsbände 1). 2.
Aufl. De Gruyter, Berlin/New York 1999, ISBN 3-11-016439-6, S. 53–87.
Rudolf Much: Die Germania des Tacitus. 3., beträchtlich erweiterte Auflage, unter Mitarbeit von
Herbert Jankuhn, herausgegeben von Wolfgang Lange. Carl Winter, Heidelberg 1967.
Günter Neumann, Henning Seemann (Hrsg.): Beiträge zum Verständnis der Germania des
Tacitus, Teil 2. Bericht über die Kolloquien der Kommission für die Altertumskunde Nord- und
Mitteleuropas im Jahr 1986 und 1987. Göttingen 1992, ISBN 3-525-82482-3 (AbhGöttingen 195).
Eduard Norden: Die germanische Urgeschichte in Tacitus Germania. 6. Aufl., unveränd. Abdr. d.
1. Aufl. 1920. Teubner, Stuttgart 1974, ISBN 3-519-07224-6.
Stephan Schmal: Tacitus. Georg Olms Verlag, Hildesheim 2005, ISBN 3-487-12884-5.
Roland Schuhmann: Geographischer Raum und Lebensform der Germanen. Kommentar zu
Tacitus’ Germania, c. 1-20. Jena 2006.
Dieter Timpe: Romano-Germanica: gesammelte Studien zur Germania des Tacitus. Teubner,
Stuttgart und Leipzig 1995, ISBN 3-519-07428-1.

Zur Rezeption der Germania


Gerhard Binder: Vom Schicksal einer Schicksalsschrift der Deutschen im 19. Jahrhundert. Zur
Germania des Tacitus. In: Manfred Jakubowski-Tiessen (Hrsg.): Religion zwischen Kunst und
Politik. Aspekte der Sãkularisierung im 19. Jahrhundert. Gõttingen 2004, S. 26–47.
Christopher B. Krebs: Ein gefährliches Buch – Die „Germania“ des Tacitus und die Erfindung der
Deutschen. DVA, München 2012.
Allan A. Lund: Germanenideologie im Nationalsozialismus. Zur Rezeption der „Germania“ des
Tacitus im „Dritten Reich“. Universitätsverlag C. Winter Heidelberg GmbH, Heidelberg 1995.
Dieter Mertens: Die Instrumentalisierung der „Germania“ des Tacitus durch die deutschen
Humanisten. In: Heinrich Beck (Hrsg.): Zur Geschichte der Gleichung „germanisch-deutsch“. De
Gruyter, Berlin/New York 2004, S. 37–101 (online (http://www.freidok.uni-freiburg.de/volltexte/276
3/pdf/Mertens_Die_Instrumentalisierung_der_Germania.pdf); PDF; 6,2 MB).
Ingo Wiwjorra: Der Germanenmythos. Konstruktion einer Weltanschauung in der
Altertumsforschung des 19. Jahrhunderts. Wissenschaftliche Buchgesellschaft, Darmstadt 2006,
ISBN 3-534-19016-5.

Weblinks
Wikisource: Die Germania des Tacitus – Quellen und Volltexte
Germania, lateinisch und deutsch mit weiterführenden Angaben (http://www.gottwein.de/Lat/tac/G
erm01.php)
Lateinische Germania (http://www.thelatinlibrary.com/tacitus/tac.ger.shtml)

https://de.wikipedia.org/wiki/Germania_(Tacitus) 9/11
1.7.2021 Germania (Tacitus) – Wikipedia

Germania, lateinisch und deutsch mit Kommentar (http://www.latein-imperium.de/include.php?pat


h=content&type=&contentid=100)
Digitalisat der ersten deutschen Ausgabe der Germania, Nürnberg 1473/74. (http://daten.digitale-
sammlungen.de/~db/0004/bsb00040516/images/index.html?fip=193.174.98.30&seite=5&pdfseite
x=) (abgerufen am 12. April 2015)

Anmerkungen
1. Tacitus-Gesamtausgabe ohne Agricola. Gleichfalls die Erstausgabe für Annales 11–16, Historiae
und Dialogus et Oratoribus.
2. Much (1967), S. 420.
3. Roland Schuhmann: Eine textkritische Anmerkung zu Tacitus, Germania c. 1,1 und ihre
Bedeutung für die Datierung der Schrift, in: Glotta 80 (2004), S. 251–261.
4. Vgl. auch Beck (1998), S. 100f.
5. Eine Siedlung der Ubier wurde sogar zur Keimzelle der römischen Stadt Colonia Claudia Ara
Agrippinensium (das spätere Köln). Die Chatten hingegen lieferten sich immer wieder Kämpfe mit
römischen Truppen.
6. Bleckmann (2009), S. 45f.
7. Tacitus, Germania 2.
8. Tacitus, Germania 5.
9. Germania, 11: Ihre Ungebundenheit hat eine üble Folge: Sie finden sich nie gleichzeitig […] zur
Versammlung ein.
10. Caesar, de bello Gallico 2,4,1. Vgl. zu diesem Problem bei Tacitus auch Harald v. Petrikovits:
Germani Cisrhenani. In: H. Beck (Hrsg.): Germanenprobleme aus heutiger Sicht. Berlin 1986. S.
88–106, hier S. 100.
11. Germania 33: Es bleibe, so flehe ich, und bestehe fort bei diesen Völkern, wenn nicht Liebe zu
uns, so doch gegenseitiger Hass.
12. Man vermutete diesen Ort später auf der Insel Rügen. Vgl. Spitra, Kersken (2009) S. 113.
13. Vgl. Caesar, de bello Gallico, 6, 11–28.
14. Vgl. knapp zusammenfassend Pohl (2004), S. 62.
15. Vgl. Tacitus, Germania, Kapitel 28.
16. Vgl. Nachwort von Fuhrmann, in: Tacitus, Germania. Reclam, 1997, S. 66.
17. Vgl. Allan A. Lund: Zur Gesamtinterpretation der Germania des Tacitus, in: Hildegard Temporini,
Wolfgang Haase (Hrsg.): Aufstieg und Niedergang der römischen Welt Teil II, Bd. 33.3, De
Gruyter, Berlin/New York 1991, S. 1858ff., hier: S. 1863 und S. 1953.
18. Vgl. Schmal (2005), S. 38
19. Tatsächlich wird auch der lateinische Quelltext genau unter die Lupe genommen. Dies kann aber
bei dieser Kernfrage nur bedingt helfen.
20. So schreibt Lund (1991): Die antike Ethnographie in ihrer typischen Form besteht nämlich nicht in
der ethnographischen Monographie, sondern im ethnographischen Exkurs. Dieser wurde in
größeren historiographischen oder geographischen Werken eingelegt, um dem Leser den
kulturellen Hintergrund zum Verständnis erwähnter Bevölkerungsgruppen zu vermitteln… und
bezieht sich dabei auf Caesar und Strabon.
21. Andererseits weiß man wenig von den Themen, die damals die öffentliche Meinung beschäftigt
haben, Fuhrmann, Nachwort in der Reclam-Übersetzung, S. 68
22. Vgl. Tacitus, Germania, Kapitel 19.
23. Er bezieht sich dabei auf den Bürgerkrieg rund um das sog. Vierkaiserjahr 68/69 n. Chr., vgl.
Tacitus, Germania, Kapitel 37.
24. Vgl. Lund (1991), S. 1866.
25. Tacitus schrieb dementsprechend sein Portrait der Germanen, um dem römischen Publikum die
Natur der Germanen zu erklären und ihm verständlich zu machen, warum sie … noch nicht
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1.7.2021 Germania (Tacitus) – Wikipedia

besiegt waren. Lund (1991), S. 1956


26. Dieses … Volk … verfolgt keine bedrohliche Strategie, dafür ist es viel zu unorganisiert. Am
Besten sollte man es in Frieden lassen, denn wehrhaft ist es allemal. Schmal (2005), S. 42.
27. Vgl. Pohl (2004), S. 5.
28. Sogenannte Türkenrede des päpstlichen Gesandten Giannantonio Campano, vgl. Bleckmann
(2009), S. 37.
29. Ned Parker: Die Nazis und das Buch der Macht. ZDF, 2014. Dokumentarfilm, 45 Min. (https://we
b.archive.org/web/20131109041426/http://www.zdf.de/ZDFmediathek/hauptnavigation/startseite)
(Memento des Originals (https://giftbot.toolforge.org/deref.fcgi?url=http%3A%2F%2Fwww.zdf.d
e%2FZDFmediathek%2Fhauptnavigation%2Fstartseite) vom 9. November 2013 im Internet
Archive)  Info: Der Archivlink wurde automatisch eingesetzt und noch nicht geprüft. Bitte prüfe Original- und
Archivlink gemäß Anleitung und entferne dann diesen Hinweis. Abgerufen am 5. Mai 2014.
30. Christopher B. Krebs: Ein gefährliches Buch – Die „Germania“ des Tacitus und die Erfindung der
Deutschen. München 2012; Dieter Mertens: Die Instrumentalisierung der "Germania" des Tacitus
durch die deutschen Humanisten. In: Heinrich Beck (Hrsg.): Zur Geschichte der Gleichung
„germanisch-deutsch“. Berlin 2004, S. 37–101.
31. Eduard Norden: Die germanische Urgeschichte in Tacitus Germania. Leipzig/Berlin 1920 (online
(https://archive.org/details/diegermanischeur00norduoft)).
32. Einen Überblick bietet der Kommentar bei J. B. Rives (Hrsg.): Tacitus: Germania. Oxford 1999.

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