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Medikamente

Antikoagulantien:
Blutgerinnungskaskade:
Primäre Hämostase:
Thrombozytenaggregation innerhalb von Sekunden bis Minuten

Sekundäre Hämostase
Extrinsischer Weg durch Faktor III
(Extrinsisch weil F III nicht im Blut sondern im Gewebe ist)
Intrinsischer Weg durch Faktor XII

Abciximab(neu!!) = monoklonaler Antikörper gegen GPIIb Rezeptorkomplex


GPIIb Rezeptorkomplex= vermittelt die Verbindung von Thrombozyten untereinander
zum Thrombus

Langzeitprophylaxe:
• Thrombozytenaggregationshemmer
o Acetylsalicylsäure ( Aspirin)
o Clopidogrel (Plavix)
o Prasugrel (Efient)
o Gibt es auch als Kombinationstherapie (Dual, Tripletherapie)
o Wirkung bis zu 10 Tage (HWZ der Thrombozyten)
o Nicht absetzen
o Antidot: Thrombozytenkonzentrate

• Cumarine ( Sintrom, Marcoumar)


= Vit K Antagonisten → kompetitive Hemmung von Vit. K (1972)
o Dadurch Bildung von Faktor II, IX, X vermindert
o Antidot: Vit K
o Verstärkung durch :
NSAR, Tetrazykline, Metronidazol, Sulfonamide
o Abschwächung durch:
Barbiturate, Glukokortikoide, Alkohol, Broccoli, Avocado
o INR Messung präop. →optimal 2-3
o Wird nicht abgesetzt! Evtl Einstellung mit Internisten anpassen

Kurzzeittherapie
• Heparin
o Verstärkt die gerinnungshemmende Wirkung von
Antithormbin III
o Antidot = Protamin
o Thrombin(IIa) Antagonisten (Dabigatran, Pradaxa)
o Faktor Xa Antagonisten ( Rivaroxaban- Xarelto)

• Thrombinantagonisten (F II) = Dabigatran, Pradaxa


• Faktor X- Antagonisten = Rivaroxaban → Xarelto, Eliquis
o Beides = neue orale Antikoalulantien NOAK
o Kein Antidot verfügbar
o Kein INR Monitoring notwendig
o Kein Bridging notwendig
o wird 24-48h präop. je nach Nierenfunktion pausiertv →
Wiederbeginn ca 6h postoperativ (nach Hämostase)
o auch als Langzeitprophylaxe bei VHF

NOAK= Neue orale Antikoagulantien


Haben nur eine Halbwertszeit von 5-10 h=> daher davor absetzen und dann wieder
nehmen

Endokarditisprophylaxe
Patienten mit hoher Wahrscheinlichkeit einer schweren und letalen Endokarditis, die
Endokarditisprophylaxe benötigen:

Lokalanäthetika →genauer siehe Pommer!! + Haririan VO


• Ermöglicht angenehme, schmerzlose Behandlung und entspanntes Arbeiten

Zusammensetzung
• Anästhetischer Wirkstoff
o → rev. Blockade der Erregungsausbreitung durch Hemmung der
Natriumkanäle (Hemmung des Aktionspotentials), rev. Blockade der
Schmerzrezeptoren
• Konservierungsstoffe
o Methylparabene, Propylparabene, Disulfid →Stabilisierung des
Vasokonstriktors und gegen bakterielle Kontamination
• Puffersystem
• Stabilisatoren
• Vasokonstringens
o Verlangsamung der Resortption und des Abtransports →Verlängerung
der Wirkung, Verringerung des Anästhetikums im Blutspiegel, Hämostase
o Adrenalin (Epinephrin) max 200µg für Erwachsenen
o Felypressin max 4,5µg
o KI: Hyperthyreose, Phäochromozytom, Tachyarrythmie, trizyklische
Antidepressiva oder MAO-Hemmer, Parabenallergie
• Vehikel: bidestilliertes Wasser

Typen:
• Amidtyp
o Articain, Bupivacain, Lidocain, Mepivacain
• Estertyp
o Procain, Tetracain

Articain= UD, UDF → 1 ml= 40 mg; max 6 Ampullen a 2ml (ca 500 mg od. 7mg/kg),
eignet sich für ältere Pat. (10% in Leber, Rest in Gewebe metabolisiert) und Schwangere
(hohe Proteinbindungsrate), für Kinder Articain 2% gut
Mepivacain = Mepinaest 1% oder 2 %, Scandicain
Lidocain= Xyloneural, Xylocain
Lidocainspray: 1 Spühstoß=10mg Lidocain → max 20 Sprühstöße, Wirkdauer 10-20min

Intoxikation:
• Unruhe, Angst, Verwirrtheit
• Hyperpnoe, Tachykardie
• Übelkeit, Erbrechen, Tremor
• Bewusstlosigkeit, tonisch-klonische Krämpfe
• → Kopf tief lagern, iv Zugang mit Volumensubstitution, Diazepam, Sauerstoff

Infiltrationsanästhesie →submuköse Applikation an Knochen, Diffusion an Plexus


dentalis sup et inf; Wirkungseintritt 3-5 min
Leitung → Verringerung der Gesamt LA-Menge, Wirkungseintritt 5-10 min.
N. infraorbitalis → Nn. Alveolares sup
Intraligamentäre Anästhesie → Verabreichung über Sulcus gingivae in Parospalt parallel
zur Zahnlängsachse
• Vorteil: Schmerzausschaltung einzelner Zähne, kürzere Anästhesiedauer (30
min), Reduktion der Gesamt-LA-Menge, selektive Schmerzdiagnostik bei
unklaren pulpitischen Beschwerden, wirkt innerhalb von 30 sek
• Nachteil: Schädigung der Desmodontalfasern (KI: Parodontitis, sklerosierter
Parodontalspalt, Erkrankungen des Endokards/Herzklappen), nur
Einzelzahnaästhesie, kurze Dauer

vestibulär → 1-2ml (1ml/min) Injektionslösung


palatinal → 0,1 ml, max 0,25ml → Gewebsnekrose
lingual →0,5ml
Bisphosphonate
Pyrophosphatanalogon
Indikation:
• Osteoporose
• Osteolytische Knochenmetastasen
• Multiples Myelom
• Morbus Paget
• Akute Hyperkalzämie
• Metabolische Osteopathien
• Osteogenesis imperfecta

Oral: Aledronat (Fosamax), Risedronat (Actonel), Ibandronat (Bonviva)


I.v.: Zelodronat (Zometa), Pamidronat (Aredia), Ibandronat

Pharmakokinetik:
• Hohe Affinität zu Hydroxilapatit
• Renale Ausscheidung, gering intestinale Resorption
• Keine Verstoffwechselung

Pharmakodynamik:
• Hohe Affinität zur Knochenoberfläche
• Reduktion des Knochenumbaus durch Hemmung der Osteoklasten
• Osteoklastenaktivität
• Osteoblastenaktivität
• Osteoklastenapoptose erhöht
• Knochenremodelling
• Neoangiogenese
• Häufung von Mikrofrakturen
• Positive Knochenbilanz

Nebenwirkungen:
• Osteonekrose der Kieferknochen (1,5% nach 1.Jahr Therapie mit
Pamidronat/Zoledronat), 7,7% nach 3 Jahren) →freiliegender Knochen ohne
Selbstheilung, durch unterbrochene Blutzufuhr
• Vorhofflimmern
• Hypokalzämie
• Nierentoxizität
• Akute-Phase Reaktion
• Gastrointestinale Toxizität

ONJ häufiger im UK, Zahnärztliche Eingriffe in 80% auslösend, Inzidenz 1-10% bei i.v.
Therapie, dentale Implantate währen iv-BP-Therapie kontraindiziert! KFO während iv.
nicht empfohlen

Risikofaktor:
• Dauer und Potenz der Therapie!!
• Alkohol, Rauchen, schlechte MuHy, Alter, Rasse
• Dentoalveoläre Chirurgie als Auslöser
• Glukokortikoide, CHemotherapeutika

Kriterien zur Diagnostik:


• Exponierter nekrotischer Knochen für >8 Wochen
• Negative Anamnese für Strahlentherapie, positive Bisphosphonatanamnese

Diagnose
• Inspektion!!
• Pan →DD Osteoklerose/Osteolyse
• CT →hoch präzise, keine DD Osteolyse/Knochenmetastase
• MR → T1 hoch sensitiv und spezifisch, Szintigraphie →hoch sensitiv aber niedrig
spezifisch
Klinik:
• Asymptomatisch → außer es kommt zur bakteriellen Superinfektion
• Stadien der klinischen Symptomatik 0-3
o 0 →persistierende Alveole über Monate, verbreiterter Parospalt, enoral
bland
o 1 → freiliegender Knochen, keine Schmerzen
o 2 → Superinfektion, Schmerzen, Schwellung, Taubheitsgefühl
o 3 →Fistelbildung, pathologische Fraktur
• DD Osteomyelitis, Osteoradionekrose, Knochenmetastase, Parodontitis

Therapie:
• Stadium 0 → perfekte MuHy, konservative Zahnbehandlungen
• Stadium 1 → Weichteilverschluss nach Dekortikation und Sequesterektomie,
CHX und AB für 10 Tage
• Stadium 2 → Überführung in Stadium 1 mit AB
• Stadium 3 →Reposition und Osteosynthese bei Frakturen, Inzision bei Abszessen
• Actinomycesinfektion: 6 Monate AB

Orale BP <3 Jahren → Implantate möglich, Aufklärung über möglichen Implverlust


i.v. BP: Implantation kontraindiziert
KFO bei BP →langsame orthodontische Bewegungen, eher Kippung als körperlich,
gesteigerte BP-Aufnahme und remodeling, bei ONJ kontraindiziert

CTX-Test: C-terminal cross-linking telopeptig → Risikostratifizierung


• Spiegelt osteoklastäre Aktivität wieder
• BP >3a, BP <3a + Chemo/Glukokortikoid
o >150pg/ml geringes Risiko
o 150-100 pg/ml mäßiges Risiko
o <100 pg/ml hohes Risiko
• drug holyday 3-6 Monate präoperativ und 3 Monate postop

• kein drug holyday bei <3a

Denosumab-assoziierte Osteonekrose der Kiefer DONJ


Denosumab = humaner monoklonaler IgG2-AK

• kürezere HWZ als BP; Zirkulation im Blut und Extrazellularraum (BP an


Hydroxilapatit gebunden)
• Osteoklastogenese vermindert, Knochenbilanz erhöht
• S.c Gabe
• Stadien und Therapie wie BONJ
• Gehäufter Befall der Maxilla, drug holyday vielversprechend, chirurg Erfolg
schlechter als bei BONJ
• Prolia
o 60 mg alle 6 Monate s.c
o postmenopausale Osteoporose mit erhöhtem Frakturrisiko
o Hormonablation bei Prostatakarzinom mit erhöhtem Frakturrisiko
• Xgeva
o 120mg alle 4 Wochen s.c
o Prävention von Knochenmetastasen bei soliden Tumoren
o Keine Zulassung für multiples Myelom
SINUS MAXILLARIS
ULM

• KH meist vom 2. PM bis zum 2. Molaren, Totalvolumen 35cm3, häufig asymmetrisch


• Volumenzunahme bis zum 40 Lbj.; Vergrößerung meist mit einer Ausdünnung der
Wände begleitet (Pneumatisation: Alter, Dentition, genetisch beeinflusst)
• bereits im 1. Lj ein- oder beidseitig lufthaltige Kieferhöhlen röntgendiagnostisch
nachweisbar 

• größte Breite in der Frontalebene nach der 2. Dentition
• können nach frühzeitigen Extraktionen tiefe alveoläre Buchten ausbilden und sich
nach späteren Extraktionen noch in Richtung des Kieferkammes ausdehnen 

• größere KH von 1. PM oder Kaninus bis über den Weisheitszahn 

• Form=pyramidenförmig (Basis der Pyramide an der basalen Nasenhöhlenwand,
Spitze dem 
Jochbein zugewandt) 


• Ostium maxillae zur Belüftung und Sekretentleerung
• Flimmerepithel, Zilien weisen zum Ostium
• Hypo- oder Aplasie als Teilsymptome von Syndromen
o kranioossäre Dysplasien 

o Osteopathia striata 

• retinierte Zähne (Eckzahn, Weisheitszahn) können die KH einengen 

• Recessus alveolaris: normalerweise
o kleine anteriore Bucht über dem 1.PM 

o sichelförmiges Knochenseptum über dem 2.PM trennt die anteriore von der
Hauptbucht 

o Hauptbucht über dem 1. und 2. Molaren 

o nicht selten ein weiteres Septum über dem 2. Molaren, das die Hauptbucht von
der 
posterioren Bucht trennt (diese meist enger Kontakt zum Weisheitszahn)

• Septen= Underwoodsche Septen:
o relativ häufig vor (16–58%) und können in extremen Fällen die Kieferhöhle sogar in
komplett voneinander ge- trennte Untereinheiten aufteilen. Sie laufen in der Regel von
der media-len zur lateralen Wand der Kieferhöhle
o am häufigsten zw. 5er und 6er → im ventralen Anteil der KH
• Kieferhöhlenschleimhaut= Schneidersche Schleimhaut; hat immunologische
Bedeutung, schleimproduzierende Becherzellen, Drüsen (tubuloacinär, seromukös)
in Nähe des Ostiums

Sinusitis maxillaris:
• Rhinogene Ursachen zu 2/3 (67%)
o Akut virale Rhinitis
o Chronische Rhinitis
o Allergische Rhinitis
o Fremdkörper
o Septumdeviation
o „Schwimmbad-Rhinitis“
o seltener: AIDS, Diphterie, Tuberculose, Syohilis, Tumor, Wegenersche
Granulomatose,..
• Dentogene Ursachen zu 1/3 (33%)
o Mund-Antrum-Verbindung
o CAP
▪ Mukosareaktion mit Schwellung oder Pseudozyste, Exazerbation
→ führt zu akuter seröser oder purulenter SInusitis
o Fremdkörper (Überfüllung der WB)
o Zysten
o Maxilläre Oseomyelitis
o Marginale Parodontitis
• Polypöse Sinusitis:
o Häufig mit Asthma bronchiale oder Analgeticaintoleranz vergesellschaftet
• Anamnese, Inspektion, Röntgen, evtl Endoskopie
• Symptome:
o Akute Sinusitis:
▪ Ödematöse Schwellung
▪ Kauschmerzen, teils pulsierende Schmerzen
▪ Schwellung der mittleren und unteren Concha nasalis
▪ Purulentes Sekret
▪ Fieber, Unwohlsein, Müdigkeit
▪ Kopfschmerz
▪ Druckgefühl und bohrende Schmerzen im vorderen Kopfbereich
▪ Verstärktes Druck- und Schmerzgefühl bei Kopftieflagerung
▪ Antrales Empyem → Obstruktion der Maxilla→ purulente
Sekretion →schmerzhalfte Drucksteigerung im Sinus →bei
Verschlechterung des Zustandes entwickelt sich eine sogenannte
Pyozele mit nachfolgender Expansion des Sinus und Durchbruch
durch die umgebenden dünnen Knochenwände

o Chron. Sinusitis:
▪ Meist sehr wenig Symptome – teil wie bei der akuten aber
schwächer
▪ Nasenatmungsbehinderung und Geruchsstörungen
▪ Geringfügiger koninuierlicher Nasenfluss
▪ Evtl Schmerzen
▪ Entwicklung von Schleimhautpolypen, Verdickter Knochen im CT
▪ Pharyngeale und laryngeale Reizung
▪ Evtl putrider Foetor
• Mikrobiologisch:
o Akut → mukosale Hyperämie, Ödem, Neutrophile Granulozyten, seröse
purulente Sekretion
o Chron. → eher Lymphozyten, Histiozyten, Plasmazellen, eosinophile
Granulozyten, mukosale Fibrose durch Proliferation der Fibroblasten →
Atrophie
• Therapie:
o Akute Sinusitis:
▪ AB, Nasentropfen, Analgetica
▪ Wärmeapplikation (Thermotherapie)
▪ Inhalationen
▪ Lavage/KH-Spülung
▪ Endoskopie
▪ Lokale Antibiose
▪ Evtl Katheter
▪ Restauration allfälliger dentogener Ursachen!! Vor Chirurgie!
▪ Antibiogramm
o Chron. Sinusitis:
o Chirurgische Therapie:
▪ Bei chron-purulent rhinogener oder dentogener Entzündung mit
irreversibler inflamatorsicher Veränderung der Schleimhaut
▪ Bei Schleimhautretentionszysten
▪ Transnasaler Zugang mit Endoskop oder über Fossa Canina (mit
oder ohne Endoskop)
▪ Transnasale Sinusfenestraktion nach Siebenmann-Claque oder
Lothrop
▪ Transnasale endoskopische Sinuschirurgie nach Stammberger

Mund-Antrum-Verbindungen:

• Nasenblasversuch, Sondieren mit Knopflochsonde (Silver probe)


• Durch Extraktionen, WSR, Implantation,...
• Entzündung bei offener Mundantrum-Verbindung
o Sinusitis nach 48h
o 70% nach 1 Tag
o 90 % nach 2 Wochen
• Therapie:
o Mundantrum-Verschluss:
▪ So bald wie mögich
▪ Rehrmannlappen (vestibulärer Trapezlappen →vestibulär gestielter
Mukoperiostlappen, Schlitzung des Periost, Lappenlänge sollte
Basisbreite nicht überschreiten, spannungsfrei annähen)
▪ Brückenlappen (mit Tabaksbeutelnaht →um den Defekt zirkulär
einstechen und zuziehen)
▪ Palatinaler Schwenklappen nach Pichler (= palatinal gestielter
Insellappen) Nachteil: Knochen von Entnahmestelle liegt frei, heilt
sekundär aus →granuliert
▪ Bukkaler Schwenklappen
▪ Transpoitionslappenplastik=Schwenklappen nach axhausen: y artig
vernäht aus Vestibulum
▪ Bichatlappen
▪ Deckung mit kortikospongiösem Block
o Bei Entzündung → wiederholte Lavagen mit Betaisodona und NaCl 1:1
▪ Spülung bis das Sekret klar ist
▪ AB (Augmentin,Clindamycin), NSAIDs (Parkemed=Mefenaminsäure)
Nasentropfen (Alpha-rezeptor Agonisten →Otrivin, Nasivin, 0,05%)

Transplantation von Zähnen


Strbac
2 vitale Gewebe:
o Pulpa-Dentin-Komplex
o PDL-Zement-Komplex (PDL=periodontales Ligament)

1. PDL-Zement-Komplex:
• Reaktion des PDL auf chirurgisches Trauma
o 1. Woche → Vereinigung der Hauptfasern
o 2. Woche → Vereinigung von 60% der Fasern
o 8. Woche → Restitution
• Reaktion des Zements auf chirurgisches Trauma
= Resorption
o Oberflächenresorption
▪ Ursache: kleine Verletzungen des Zements
▪ Diagnose: im Röntgen kaum sichtbar, histologisch nach 1 Woche
▪ Therapie: keine! Keine rigide Verangerung; Ausheilung durch
neugebildetes Zement
o Entzündliche Resorption
▪ Ursache: Verletzungen des Zements mit Eröffnen der Dentintubuli
(bakterielle Invasion); Ersatz der Wurzel durch Granulationsgewebe
▪ Diagnose: Röntgen, histologisch nach 1 Woche
▪ Therapie: WB, dann Restitution
▪ Falls von Seiten der Pulpa Keime nach außen wandern, schreitet die
Resorption fort
o Ersatzresorption=Ankylose
▪ Ursache: Größere Verletzung von Zement und Ligament →Heilung
erfolgt von Seiten des Knochens; sterile Bedingungen
▪ Diagnose: Röntgen → Verkleinerung des Parodontalspaltes, dann
Resorptionslakunen, histologsich nach 2 Wochen
▪ Therapie: nicht möglich
▪ Zeichen der Ankylose: metallischer Klopfschall, verminderte
Zahnbeweglichkeit, niedrige Periotestwerte, Röntgen: Parospalt
verengt oder nicht differenzierbar

DD Ankylose-entzündliche Resorption → Röntgen: 4-6 Wochen nach Transplantation


wird die Resorption sichtbar

2. Pulpa-Dentin-Komplex:
• Reaktion auf chirurg. Trauma:
o Pulpanekrose nach 1-3 Tagen
o Unreife Zähne können nach 4 Wochen wieder vital werden
o Bei reifen Zähnen kommt es nur in 10-15 % zur Revitalisierung
o Je größer das Foramen apicale umso größer die Wahrscheinlichkeit
einer Revaskularisierung

3. Hertwigsche Epithelscheide
• Reaktion auf ein chir Trauma
o Trennung der Pulpa und Kompression →
o Kein Wurzelwachstum & Ersatz der Pulpa durch Knochen
Frühkomplikationen bei Transplantation:
• Nach 4-6 Wochen Revaskularisation →Zahn wird vital → bleibt die
Revaskularisation aus → Pulpanekrose mit Gangrän und periapikalen
Veränderungen
Spätkomplikationen:
• Betreffen das PDL →dieses sollte vital bleiben
• Entzündliche Resorption
• Ersatzresorption/Ankylose
• TAB=Transitional Apical Breakdown = apikale Radioluzenz die nach 4-6
Wochen auftritt und reversibel ist

Faktoren die das Überleben von Pulpa-Desmodont beeinflussen:
• PDL
o Je mehr Zement zerstört wird umso mehr Resorption tritt auf
o Lebender Zement hat osteogene Potenz
• Alveolenwand
o Gestaltung der Neoalveole (veritkal, horizontal)
• Pulpaler Zustand von reifen Zähnen
o WB in der Hand →reduziert entzündliche Resorption, erhöht aber
deutlich die Ersatzresorption (mit diamantierter Kronenzange, ev nur
retrograde Füllung)
o WB nachfolgend
o Methode der Wahl: rasche Transplantation, 3-4 Wochen nach
Transplantation WB mit Calciumhydroxideinlagen
• Aufbewahrungsmedium
o Gekühlt
o Fetales Kalbserum → Rettungsbox
o Custodiol
o NaCl
• Schienung
o Keine rigide Fixation länger als 10 Tage → sonst Resorption
• Antibiose

Welche Zähne können transplantiert werden?


• 8er auf 6er-Position (M3→M1)
• 5er auf 1er-Position (PM2→I1)

Optimaler Zeitpunkt:
• abhängig vom Wurzelwachstum → Stadien 3, 4, 5 geeignet → also 2/3 bis ¾ -
Wurzellänge gut!

Präoperative Diagnostik
• Pan
• CT → Zahnvermessung

Verlaufkontrolle:
• Periotest – testet das PDL (geringe Werte→Ankylose)
• Vitalität
• Röntgen, MRT
• Indirekte Methoden der Vitalitätsprüfung:
oSens-Test (mit Wärme, Kälte, Strom)
oRadiologisch (apikale Radioluzenz, Sklerosierung, Wurzelwachstum)
oFrühestens nach 3 Monaten erkennbar
oWarten auf indirekte Zeichen führt zur Verzögerung einer evtl notwenigen
endodontischen Therapie und zur Verschlechterung der Prognose
• Direkte Methoden der Vitalitätsprüfung:
o Laserdoppler Flowmetrie- LDF
o MRT → Kontrastmittelverstärkte MRT zeigt eine Korrelation zwischen
Blutfluss und Signalverstärkung

Chirurgisches Vorgehen:
o Extraktion und Präparation des Empfängerbettes → muss größer sein als
Transplantat (kein Pressfit)
o Vorischtige operative Entfernung des Transplantates (Vermeiden von
Zementschäden → Hebel nur zwischen Kronen)
o Vermessen des Transplantates (Länge Wurzel, Krone, Breite)
o Lagerung im Medium
o Fixation des Transplantates mit Naht für 1 Woche in Infraokklusion
o Pan
o AB für 10 Tage

Prognose:
o Autotransplantation →85% 10-Jahres-Überlebensrate
o Intentionelle Replantation: Extraktion, extrakorporale Endo und anschließende
Replantation (Alternativ zu WSR oder kons. Endo) → 75% 10 Jahre
Überlebensrate
o Risikofaktor: junge Patienten <30a, progressive Resorption

Traumatologie des Alveolarfotsatzes und der Zähne

Epidemiologie:
o Knaben 1/3 häufiger
o 5. Jährige: ca 1/3 aller unter 5-Jährigen
o 12-Jährige: 20-30%
o 3-4 Laufen, 9-12 Raufen, 16 Saufen
o 30% bei Kl II/1

Anatomische Strukturen
• Gingiva-Periostkomplex
o Fast immer beteiligt
o Gingivales Attachmetn nach 1 Woche wieder intakt
• Periodontalligament-Zementkomplex
o Nach 1 Wo.: neues Kollagen, beginnende Stabilisierung
o Nach 2 Wo: 2/3 der urspünglichen Steifheit und Haltefestigkeit (60%)
• Dentin-Pulpenkomplex
o Dentintubuli= Leitweg für bakterielle Infektion
o Pulpa=Versorgungseinheit für Odontoblasten
o Dentinbildung nach Revaskularisation der Pulpa ist stark erhöht →bis
zur totalen Kanalobliteration
o Nach 4 Tagen neue Gefäße (0,05mm pro Tagdurch ein oofenes Foramen
apikale) → abh. von Größe des Foramen und Länge des Kanals

Faktoren die die Wundheilung nach Zahntrauma beeinflussen:


• Reposition (optimale Reposition führt zur beschleunigten Revaskularisation der
Pulpa und Heilung des PDL)
• Verblockung → Fixation in anatomischer Position, Schutz vor Aspiration,
Patientenkomfort
o Anforderungen: Erhalt der physiologischen Bewegung, keine
Zwangsposition, palatinaler Zugang frei (für etwaige Endo), MuHy möglich
o Schienung:
▪ Verletzung von Hartgewebe: 6-8 Wochen
▪ Verletzung von Weichgewebe: 10-14 Tage
▪ Starre und zu lange Verblockungen können zu Ankylose führen
▪ KFO-Draht + Brackets oder Komposit, Klebeschiene, Titan-Trauma-
Schiene, Fiber-Splint
• Antibiose
o → PDL und Pulpa zeigen bessere Abheilungstendenzen
o systemisch: Penicillin, Tetrazyklin (antiresorptiv)

Anamnese!!
Klinische Untersuchung: Sens, Inspektion, Mobilität, Perkussion, Laser Doppler, MRT;
Röntgen, Pan/KB, Fotodokumentation

Klassifikation von Zahntraumen:


• Schmelzsprung
• Schmelzfraktur
• Schmelzdentinfraktur
• Kronenfraktur ohne Pulpabeteiligung
• Komplizierte Kronenfraktur mit Pulpabeteiligung
• Kronenwurzelfraktur
• Wurzelfraktur
• Fraktur der Alveolenwand
• Fraktur des Alveolarfortsatzes
• PDL-Verletzung:
o Konkussion (Stauchung, parodontales Ödem)
o Subluxation (Zerreißung von Fasern, klinische Lockerung aber keine
Dislokation!)
o laterale Luxation
o Intrusion
o Extrusion
o Avulsion= totale Luxation
• Gingiva/orale Mukosa
o Rissquetschwunde
o Kontusion
o Abrasion

Therapie:
• Kronenfraktur ohne Puplaexposition
o SensTest
o Glätten scharfer Kanten
o Reattachment, Kompositrestauration, indirekte Restauration
• Kronenfraktur mit Pulpaexposition
o Direkte Überkappung (<1mm) bis 2h nach Unfall möglich
o Partielle Pulpotomie nach „Zweck“ bis zu 2 Tage nach Unfall
▪ Erste 2mm der Pulpa hochtourig entfernen, Külung und Spülung
mit NaCl, gesunde Pulpa hört nach 5 min auf zu bluten
▪ CaOH oder MTA Verschluss, mit härtendem
Kalziumhydroxidzement überschichten
o Wenn > 2 Tage nach Unfall → Wurzelbehandlung beginnen
o Restauration
• Kronen-Wurzelfraktur
o Entfernung des beweglichen koronalen Fragments
o Restauration sofern zugänglich
o Freilegen der subgingivalen Bruchfläche → Gingivektomie, chirurgische
Kronenverlängerung, oder kieferorthopädische oder chirurgische
Extrusion mit anschließender Restauration
o Wenn Bruchfläche >4mm subgingival → Extraktion
• Wurzelfraktur:
o Reposition des koronalen Fragments, Schienung für 6-8 Wochen; keine
primäre Wurzelbehandlung bei fehlender Reaktion auf Sens-Test → wenn
Frakturspalt aber eine Verbindung zur Mundhöhle hat ist ein Erhalt des
koronalen Fragments nicht möglich (in Ausnahmefällen Extrusion der
Wurzel möglich)
o Avitaler Zahn:
▪ Fraktur im koronalen Drittel -> Extraktion des koronalen Teils,
apikaler Teil: evtl Extrusion
o Wird der Zahn nicht mehr vital Fraktur: Endo des koronalen Teils,
apikaler Teil kann belassen werden wenn er nicht disloziert wurde
o Heilung:
▪ Frakturspalt wird durch Hartgewebe oder BGW ersetzt → Heilung
▪ Frakturspalt wird durch Granulationsgewebe ersetzt (radiologisch
verbreiterter Frakturspalt, koronales Fragment avital, Sens negativ
→ Endo
• Alveolarfortsatzfraktur:
o Reposition und Schienung für 6-8 Wochen
• Konkussion (Kontusion, Prellung):
o Ruhigstellen, weiche Kost, Sens.kontrollen
• Subluxation (Lockerung):
o Okklusale Interferenzen beseitigen
o Ruhigstellen (ev Schiene 1-2 Wochen), Weiche Kost, Sens.kontrollen
• Laterale Luxation:
o Reposition & Schienung für 2-4 Wochen
o Wenn nach 4 Wochen sens negativ oder eine Pulparegeneration
unrealistisch erscheint (>1mm bei abgeschlossenem Wurzelwachstum)
→ ENDO
• Intrusionstrauma
o Reposition & Schienung 7-10 Tage (2-4 Wochen sagt accident)
o WB sobald ein orthograder Zugang sicher herstellbar ist, Ledermix für
1-2 Wochen aufgrund der antiresorptive Wirkung
o →maximale Schädigung der Pulpa und des Parodonts
o Doxycyclin systemisch zur Tetanusprophylaxe bei Intrusion, Avulsion
und starker lateraler Dislokation >2mm; wirkt antibakteriell und
antiresorptiv; 100mg/Tag für 7 Tage
Avulsion:
• Sofort selbst replantieren wenn möglich
• Zahn in geeignetes Medium legen!
o Am besten Zahnrettungsbox (auch 30 min vor Replantation so lagern)
o Einlegen in Milch oder Vestibulum
o Wasser bis zu 45 min, NaCl bis zu 3-4h (hier leider keine Nährstoffe drin),
Speichel bis zu 90 min, Dentosafe (bis zu 30h)
• Replantation:
o Zuerst Reinigung mit NaCl, Entfernen des Blutkoagels in Alveole und
Reinigung auch dieser mit NaCl
o Zahn vorsichtig ohne Druck und langsam replantieren
o Evtl radiologische Kontrolle
o Schienung für 1-2 Wochen
o Bei wurzelreifen Zähnen Trepanation am Unfalltag nach Schienung → 1-2
Wochen Ledermix und dann 1-2 Wochen Kalziumhydroxideinlagen
o Bei weit offenem Apex mit Chance auf Revaskularisation keine primäre
WB → engmaschige Kontrollen
o Anamnese → Tetanusprophylaxe

Vitalitätstest:
→ frühestens 4 Wochen post Trauma aussagekräftig
• Indirekte Zeichen der Vitalität
o Pulpenkanalobliteration (Reizdentinbildung)
o Weiteres Wurzelwachstum
o Laserdoppler (falsch pos. Durch Gingivaperfusion)
o Ausbildung eines Parodontalspaltes
• Direkte Zeichen der Vitalität
o MRT mit Kontrastmittel
• Sichere Zeichen der Pulpanekrose:
o Radiolog. Resorptionslakunen 2-3Wochen post Trauma
o Kli. Infektionssymptomatik: Schmerz, Schwellung, Fistel
o Dunkelfärbung der Krone (nach Tagen bis Wochen)
• Unsichere Zeichen:
o Senstest (erst nach 4-6 Wochen aussagekräftig)
o Periapikale Osteolysen
Recall-Abstände:
• 6 Wochen/ 6 Monate / 12 Monate
• Kronenfraktur: 6-8 Wochen/ -„-
• Wurzel/Alveolarfortsatzfraktur: 3-4 Wochen/ 6-8 Wochen / -„-
• Luxation: 2-3 Wochen/ 6-8 Wochen /-„-
• Avulsion: alle 3-4 Wochen Senstest

Milchzahntrauma:
• Kronenfraktur ohne Pulpa → Komposit, mit Pulpa → Pulpotomie, CaOH,
Komposit, ev EX
• Kronenwurzelfraktur: EX
• Wurzelfraktur ohne Dislokation des koronalen Fragments: Schienung
• Wurzelfraktur mit Dislokation: EX
• Intrusion:
o Wurzel nach labial verlagert → spontane Eruption abwarten 2-3 Wo
o Wurzel nach palatinal verlagert → EX (Zahnkeime liegen palatinal!)
• Avulsion: EX
• Dislokation:
o Krone nach palatinal- Wurzel zahnkeimfern (Wurzel erscheint am KB
verkürzt) →Reposition, Schienung 2 Wochen
o Krone nach labial, Wurzel zahnkeimnah (Wurzel erscheint am KB
verlängert) → EX
• Milchzahntraumafolgen:
o 50% Schädigung des bleibenden Zahnes, verzögerter Zahndurchbruch,
Verlagerung des bleibenden Zahnes, Malformation
o Zahnsäckhen → hat gewisses Regenerationspotenzial, bei starken
Schäden→ Ankylose, Störung im Zahndurchbruch
o Hertwig Epithelscheide → Störung des Wurzelwachstums
o Ameloblasten: sehr empfindlich auf Trauma → teilweise oder totaler Stop
der Mineralisation des Schmelzes

Implantate
Vasak

Osseointegration = direkte strukturelle und funktionelle Verbindung zwischen


vitalen Knochen und dem okklusions belasteten Implantat.

Materialanforderung:
• Festigkeit
• Verformbarkeit
• Korrosionsbeständigkeit ( Biokompatibilität)
Titanimplantat
• Biokompatibel
• Titanoxidschicht begünstigt Ausbildung eines Films von calcium Phophat Apatits
• => Osteokonduktion
• Migration von osteogenen Zellen nach Ausbildung eines Fibrinnetzes auf der
Impl oberfläche

Keramikimplantate ( Zirkonoxid)
•  Keine Langzeit Erfahrung ( seit 2001)
•  Hohe FX gefahr => nicht Biegefest
•  Längere Einheilzeit
•  Keine Sofortbelastung

• ☺ Gute Biokompatibilität
• ☺ Ästhetik im Frontzahnbereich
• ☺ Geringe Plaquakkumulation
• Einteilige Implantate
• Gestrahlte Oberfläche mit Aluminiumoxid
• Zementierte Versorgung

Implantatoberflächen:
Es gibt additive und substraktive Verfahren
Substraktive Verfahren:
• Sandstrahlen
• Säureätzen
• Kombination aus beiden
Additive Verfahren
• Titan- Plasma
• Hydroxylapatit
Man kann zwischen glatten, wenig rauen und rauen Implantatoberflächen
unterscheiden. Die additiven Verfahren haben keinen Vorteil gegenüber den
geätzten/gestrahlten Implantaten gehabt
Goldstandard:
Moderat Raue Oberflächen die Säuregeätzt und Sandgestrahlt sind

Primärstabilität= Stabilität bei Implantation ( kein pressfitt) (>25 Ncm ausreichende


Primärstabilität)
Sekundärestabilität= erlangt durch Anlagerung von neuem Knochen/ Osseointegration

Stabilität nach 3-4 Wochen am geringsten da es zu einem Knochenremodelling kommt


und zu dieser Zeit alter Knochen ab und neuer Knochen noch nicht ausreichend
aufgebaut ist.

Stadien der Einheilung


1. Geflechtknochen an der Imploberfläche (während des 1. Monats)
2. Lamellen Knochen→ Verstärkung des Geflechtknochens (1.-2.Monat)
3. Trabekuläres und kortikales Remodelling als Adaptation des Knochens auf
Belastung (nach 3 Monaten)
Einheilungszeiten von Implantaten
• Oberkiefer 3 Monate
• Unterkiefer 2 Monate

Osseointegration abhängig von:


• Impantatdesign/ Makrostruktur (konisch, zylindrisch,..)
• Material
• Oberfläche / Mikrostruktur
• Indikation / kontraindikation
• Biolog Voraussetzung/ Knochen
• Chirurg Techniken

Kontraindikationen:
• Systemerkrankungen des Knochens(Morbus Paget, Osteogenesis Imperfekta)
• Hämatologische Erkrankungen
• Pathologische MSH-Erkrankungen
• Psychische Erkrankungen
• Drogenabusus
• Reduzierte Mundhygiene
• Schwangerschaft
• Kein abgeschlossenes Wachstum
Risikofaktoren:
• Radiatio
• Diabetes
• Parafunktionen
• Osteoporose/ Bisphosphonate
• Nikotin
Befundaufnahme
Extraoral Intraoral
• KG • Muhyg
• Muskulatur • Zahnstatus
• Skeletale Strukturen • Paro
• Lachlinie ( Gummy smile) • Gegenbezahnung
• Platzangebot ( 5-7 mm für
Suprakonstruktion)
• Palpation der Impl Region
• Ästhetik im Fz bereich
• Biotyp ( Gingiva)
• Funktionsbefund

40- 60% der Knochenresorption nach Extraktion finden in den ersten 2 Jahren statt.
Danach nur noch 1 % bis Lebensende
 Innerhalb der ersten 3 Monate 2/3 der Resorption

 Vertikale Resorption Folge von Zahnverlust/ Prothesendruck


 Horizontale Verluste durch Druck der Muskulatur(Lippe, Wange Zunge)

 Foramen Mentale wandert nach Crestal


 Sicherheitsabstand von Foramen Mentale bei Implantation von 5mm-7mm
( Reziproke Schlinge von N. alveolaris inf. Kurz vor dem Austritt aus dem
Foramen mentale)

Cave bei Perforation lingual => Mundbodenhämatom => Atembeschwerden


(Latenz bis zu 48h)
Emergenzprofil= Profil des
For. Incisivum im Schnitt 4,8 mm breit
implantatumgebenden Weichgewebes,
das in physiologischer und optischer
Wichtige Zahlen Übereinstimmung zum
• Abstand Zahn- Implantat =1,5-2mm Weichgewebeprofil des natürlichen
• Abstand Implantat – Implantat 3mm Zahnes (Papillenform) auszuformen ist.
• 5-7mm vertikal Platz für Suprakonstruktion
• Emergenzprofil berücksichtigen => 1- 1,5 mm vertikal der Schmelz
zementgrenze
• Buccal und palatinal/lingual soll mindestens 1 mm Knochen sein
Erst Prothetische Planung dann chirurgische Planung => Paradigmenwechsel (früher
anders rum)
• Backward Planing!!

• Angulation von Implantaten zur Senkrechten max 30°=> Angulation der Krone
zum Implantat max 30° => zu starke Hebelwirkung bei mehr Angulation

Sofortimplantation
• Genügend Knochen
• Atraumatische Extraktion
• Erhalt der bukkalen Lamelle
• Keine CAP (Tepper sieht das anders)

Keine Sofortimplantation möglich? => 2-3 Mo warten und erneute Beurteilung des
Knochenangebots=> Augmentation/ Frühimplantation
Spätimplantation = mindestens 6 Monate

Es gibt nicht genügend Evidenz welche Art der Implantation die beste ist da die Studien
dazu meist zu kleine Kollektive hatten um einen BIAS auszuschließen
Es wird vermutet das Sofortimplantation und Frühimplantation eher zu
Implantatverlust mit Komplikationen neigen als Spätimplantation
• Ästhetisch ist eine Sofortimplantation besser

Implantationstechnik:
• Ungeführte Implantation mit Lappenelevation
• Geführte Implantation mit Lappenelevation
• Geführte Implantation ohne Lappenelevation(Nobel guide®)
Computergestützte Implantation
• Echtzeit navigierte
• Schablonen geführte Implantologie
o Knochen getragene Schablone
o Zahn getragene Schablone
o SH getragene Schablone

Einheilkonzepte
• Transmukosal (offen)
• Subgingival( geschlossen)

Transmukosal
• Nur ein Eingriff Notwendig
• Verkürzte behandlungszeit
• Keine extra Zeit für Gingivaheilung nach Freilegung

Subgingival
• Bei keiner optimalen Primärstabilität
• Vermeidung von okklusalen Belastungen
• Anwendung von regenerativen Massnahmen

Transmukosal vs subgingival
• Signifikanter Unterschied im Betug auf den perimplatären Knochenverlust zum
Zeitpunkt der Implantatfreilegung . 1 Monat nach Freilegung kein signifikanter
Unterschied mehr

Belastungskonzepte
• Sofortversorgung
o Proth Versorgung innerhalb von 48 h nach Implantation ohne okklusale
Belastung ( Graz gerne gemacht)
• Sofortbelastung
o Proth Versorgung innerhalb von 48 h nach Implantation mit okklusaler
Belastung
o Nur bei adäquater Knochenqualität
o Ausreichend Primärstabilität >35Ncm!!
• Konventionelle Belastung
o Proth Versorgung innerhalb von 3-6 Monaten
• Spätbelastung
o Nach 6 Monaten

Augmentation Zechner
Knochen ist eines der häufigsten Transplantierten Gewebe
Alternative zu Augmentation => kleinere Implantate

Arten der Augmentation :


• Distraktionsosteogenese
• Tissue-engineering
• Membrantechnik
• Inlay = Einlagerungsplastik (Sinuslift, Hufeisenosteotomie)/ Onlay Graft=
Auflagerungsplastik( Knochen lateral crestal aufgelagert)
• Knochenersatzmaterial

Minimal invasive Augmentationstechniken:


• Interne Knochenaugmentation (SL, Summers-osteotomie)
• Laterale Knochenaugmentation (Bone spreading technik)
• Socket Preservation
o → Extraktionsalveolen-Management:
o Knochenersatzmaterial wird in die Alveole eingebracht und die Alveole
dicht vernäht → man möchte den Knochen in der Breite erhalten und
Zeitsparen (dennoch prologierte Ausheilungszeit von ca 6 Monaten)
o Der Knochen baut sich schon ein wenig ab, aber die Menge der Resorption
ist reduziert

Umkehrosteotomie, Summersosteotomie

Wichtig ist die Spezies des Augmentats selbe Spezies andere Spezies
Autolog : Spender = Empfänger gleiche Spezies
Allogen: gleiche Spezies Spender ≠ Empfänger
Xenogen: andere Spezies
Alloplastisch :künstliche Stoffe
Faktoren, die die Prognose eines Transplantats beeinflussen:
• Lokaler BMP Gehalt und Aktivität
• Vaskularisation
• Beckenkammtransplantat hat am meisten osseoaktive Zellen, Maxilla mehr als
Mandibula
• Trabekuläre Stabilität ist wichtig für die Resorption
o Je höher die Stabilität desto geringer die Resorption
o Ersatzmaterialien>Mandibula > Maxilla > Beckenkamm

• Autologe Transplantate sind Goldstandard!


o Osteokonduktiv und osteoinduktiv!!

Entnahmestellen für autologe Transplantate:


• Beckenkamm
• Tuber maxillae
• Kinnregion
• Retromolar( Linea obliqua)
• Seltener Torus mandibulae/palatinus

Problem der intraoralen Entnahme


• Limitierte Menge
• Profilveränderungen ( Kinn)
• Sensibilitätsstörungen
• Schäden benachbarter anatomischer Strukturen → Zähne, Nerv

Cawood & Howell Resorptionsklassen


• KL 1 = Zahn in Alveole
• KL2 = unbezahnte Alveole (ohne Atrophie)
• Kl3 = hoch, breit und abgerundet
• Kl4 =normale höhe verringerte Breite (Spitzer Kamm)
• Kl5 = inadäquate höhe, abgerundet
• Kl6

OK-Resorptionsrichtung zentripetal (nach palatinal)


UK-Resorptionsrichtung zentrifugal (nach bukkal)

Knochenqualität nach Leckholm und Zarb


Typ I= fast auschließlich Kompakta
Typ II breite Kompakta, dichte Spongiosa
Typ III dünne Kompakta, dichte Spongiosa
Typ IV dünne Kompakta, aufgelockerte Spongiosa

Knochenersatzmaterialien wirken nur osteokonduktiv


→ Damit ist deren Wirkungsgrad der Regenerationskraft des angrenzenden autologen
Gewebes proportional
→ unterschiede ergeben sich durch die Art des Porensystems, die Resorptionsrate,
Oberfläche und diverse Zusätze
Guided Bone Regeneration
Resorbierbar(Bio gide) vs nicht Resorbierbar ( Gore Tex= ePTFE)

Osseodistraktion
Das Prinzip der OD ist die Überbrückung des Kontinuitätsdefekt eines fraktuierten oder
iatrogen durchtrennten Knochens durch sekundäre ossäre Wundheilung
Phasen der Osseodistraktion
1. Osteotomie
2. Latenzphase
3. Distraktionsphase
4. Konsolidierungsphase

Zugabe von Wachstumsfaktoren um den Knochen-Implantat-Kontakt zu erhöhen


• Enrichment of stemcells
• Zugabe von BMP ( Bone morphogenic proteins)
• Platelet Rich Plasma Technik (aus dem Eigenblut der Armvene)

Mesenchymale Stammzellen( MSC) applikation als osteoinduktive Unterstützung der


Einheilung
• Unterstützung der Einheilung
• Isoliert aus dem Knochenmark und Expansion in Zellkultur
• Transplantation mit verschiedenen Transportmedien
• Kombi aus MSC und BMP gibt es auch

Onlaygraft resorptionsanfälliger als Inlay graft

Sinuslift ist Inlaygraft


Ziel : Perforationslose atraumatische Elevation der Schneiderschen Membran
Summer Osteotomie = transkrestale Sinusbodenelevation→ minimal invasive vertikale
Knochenaugmentation
• Es muss eine Restknochenhöhe von 5mm bestehen (Primärstabilität)
• Max 3mm vertikaler Gewinn möglich

Umkehrosteotomie
= alternative zur Blockaugmentation ( Onlaygraft)
Indikation : spitzer hoher Kamm ( Cawood Kl 4)
Abtrennen der Spitzen Knochenkante und laterale Fixation → Gewinn an Breite

Beckenkamm
• Nachteile: Vollnarkose und stationär
o Post op Schmerzen und Blutverlust
o Narben
o Sensibilitätsstörungen im Bereich des Unterschenkels
Abszesse
Nicht spezifische Infektionen
• Misch und Monoinfektionen

Spezifische Infektionen
• Actinomykose (Actinomyces israeli)
o => zervico-faciale Actinomykose
• Tuberkulose (Myobakterium tuberkulosis)
• Mykosen (Candida, Aspergillose)
• Tetanus (Clostridium tetani)

Nicht spezifische Infektionen zu 80 – 90% Mischinfektionen


Keime : Streptococcus viridans/epidermidis, Staph aureus, Neisserien, Prevotella,
Bacteroides, Escherichia,..

Ödem:
 Transsudation extravasal

Infiltrat: zellreiches Exsudat

Abszess: Eiteransammlung in nicht präformierten Hohlräumen im Gewebe, mit


Randwall

Empyem: Eiteransammlung in präformierten Hohlräumen, z.B. Kieferhöhle


Phlegmone: schrankenlose Ausbreitung im Gewebe, ohne Randwall

Erysipel: Wundrose, lymphogene Entzündungsausbreitung in Cutis und Subkutis

Fistel: Verbindung zw. Körperhöhle und Oberfläche

1.Weichteilinfektionen:

Zu 93 % dentogene Ursachen: Parodontitis apikalis/marginalis, RR, DD, Zysten


7% nicht dentogene Ursachen : Spritzenabszess, OP wunden, Bruchspaltabszess,
Karzinom, Furunkel, Herpes, Fremdkörper
Symptome : Rubor Calor Tumor Dolor & functio laesa
• Tumor: kloßige Sprache, Atmnot
• Functio laesa: Mundöffnungseinschränkung(vor allem von Molaren ausgehend)
und Schluckbeschwerden

Therapie :
„Ubi Pus ibi evacua“
Chirurgisch : nur bei Abszess nicht bei Infiltrat, Phlegmone
• Inzision, Drainage, Ursachenbeseitigung, Abstrich
Medikamentös:
• AB: Erst Breitbandantibiotikum, dann nach Antibiogramm spezifisch
• Analgetika ( NSAR)
Physikalisch: kalte Umschläge, Rotlicht, Mikrowellenbehandlung

Pathogenese aus apikaler Entzündung:


1. Akute oder chronische Entzündung
2. Ossäre Phase (Ostitis) →zentraler Knochena´marksabszess
3. Subperiostale Phase
4. Submuköse Phase (Inneninzision)
5. Logenabszess (meist Außeninzision)

Logenabszess nach Häufigkeit:


1. Perimandibulär 40%
2. Submandibulär 20%
3. Paramandibulär 10%
4. Massetericomandibulär
5. Pterygomandibulär
6. Submental
7. sublingual
8. Retromaxillär
9. Para- und Retropharyngeal
10. Paratonsillär
11. Temporalregion-Orbita

Perimandibulär
• UK Rand nicht tastbar
• Mäßige Schluckbeschwerden
• MÖ möglich
Submandibulär
• UK Rand tastbar
• Mäßige Schluckbeschwerden
• MÖ möglich

• Cave bei Außeninzision: Ramus marginalis mandibulae des N. facialis bei beiden
Abszessen (sub und perimandibulär)

Mundöffnugseinschränkende Abszesse:
• Masseterico mandibulärer Abszess (UK-Molaren) deutliche Schwellung
• Pterygomandibulär (+Schluckbeschwerden) (UK-Molaren) Arcus palatoglossus
geschwollen, geringe Schwellung außen
Schluckbeschwerden:
• Parapharyngealer
• Retropharyngealer Cave : Mediastinitis, Thoraxempyem
• Paratonsillärer
• submandibulär

Temporalabszess
• OK und UK Molaren, meist Entwicklung aus anderer Loge
• Orbitaempyem, Hirnabszess möglich
• Sanduhrphänomen (wegen Jochbein)

Fossa canina Abszess


• Von OK Front ausgehend
• Cave: Aufsteigende Infektion über vena angularis =>Sinus cavernosus Thrombose
• → Druckschmerz am medialen Augenwinkel

2.Knocheninfektion
1. Bakteriell (bakterielle Osteomyelitis)
2. Physikalisch mit sek. Infektion(Radioosteonekrose)
3. Medikamentös mit sek. Infektion (Bisphosphonate,Denosumab) siehe oben

Pathogenese der bakteriellen Knocheninfektion Osteomyelitis/Ostitis


• Dentogen
• Traumatisch (Bruchspaltinfektion)
• Iatrogen ( Extraktion,..)

Einteilung der bakteriellen Knocheninfektion:


1. Akut bakteriell
a. Zentraler Knochenmarksabszess
b. Akute Osteomyelitis
2. Chronisch bakteriell
a. Chronisch eitrige Kncohenentzündung
b. Chronisch nicht-eitrig = Typ Garre
c. Fokal sklerosierend
d. Diffus sklerosierend

Akute Osteomyelitis
• Starke Schmerzen
• Putride Fistelung
• Zahnlockerung
• Fieber, Krankheitsgefühl
• Pano: oft unauffällig, später mottenfraßähnliche Läsionen
• CT: Sklerose und Resorptionszoen, Ausdehnung abgrenzbar
Zuerst kalkulierte AB Therapie dann nach Antibiogramm
HBO Therapie: Therapieform, bei
gezielte AB i.v. der medizinisch reiner Sauerstoff
Lockere Zähne nicht extrahieren!! ggf. Zähne schienen unter einem erhöhten
Ursachenbeseitigung (Ex schuldiger Zahn) Umgebungsdruck für definierte
Evtl Entlastungsinzisionen, evtl HBO Therapie Zeiträume und Intervalle bei
Patienten durch Einatmung zur
Anwendung kommt.
Chronische Osteomyelitis
• Symptomlos
• Wechsel von aktiven und ruhigen Phasen
• Sequesterbildung, Totenlade
• Pan: wattewolkige Erscheinung, hyperdense und hypodense Areale
Therapie:
Dekortikation und Sequesterektomie + antibiotische Langzeittherapie mit HBO
unterstützend, sowie Ex des schuldigen Zahnes
Zuletzt: Resektion und Rekonstruktion wenn therapierefraktär

UK FX-Bruchspaltinfektion
Therapie:
• Ex des schuldigen Zahnes
• Metallentfernung
• Bruchspaltcurettage
• Anfrischen der Knochenenden
• Re Osteosynthese
• Dichter Wundverschluss + AB Langzeittherapie

WSR
Watzak

WSR= chrirugische Entfernung des pathologischen apikalen Gewebes, Beseitigung von


apikalen Ramifikationen, bakteriendichter Abschluss des Kanals (Partsch)

Indikation → nach tatsächlichem oder wahrscheinlichem Misserfolg der


konventionellen Endodontie
• Persistierende periradikuläre Entzündung
• Persistierende radikuläre Zyste
• Extreme Wurzelkrümmung
• Fremdkörper oder Bruch eines Instruments
• Wurzelfraktur & Fausse rout im apikalen Drittel
Konventionelle orthograde Füllung ist der retrograden immer vorzuziehen!

Pathogenese der apikalen Ostitis- akute apikale Parodontitits


→4 Stadien nach Wannemacher
• 1 periapikale Phase
• 2 enossale Phase
• 3 subperiostale Phase
• 4 submuköse Phase
Chronische Prozesse können über Jahre durch ein Gleichgewicht zw bakterieller Flora
und Abwehr bestehen.

Präoperative Diagnostik: KB→Pan→CT→MRT

Kontraindikationen:
• Parodontaler Abszess
• Interradikulär ausgeprägter Knochenabbau
• Vertikale Wurzelfraktur
• Fausse route im mittleren und koronalen Drittel
• Schwere Parodontitis
• Paro-Endo-Läsion?
Schnittführungen:
Limitierter Mukoperiostlappen Volllappen
a. Partsch horizontal
b. Pichler triangulär
c. Ochsenbein-Lübke rectangulär
d. Eskici trapezoid

Vorgehen:
• Lappenpräparation
• Darstellen der Wurzelspitze
o 2/3 Regel, evtl Wurzelkanalinstrument anlegen
o Entlang des fazialen Defekts
o Großer Rosenbohrer
o Kleiner Rosenbohrer (skelettierende Methode)
• Apektomie
o 3mm (bei 3 mm sind 98% der apikalen Ramifikationen und 93% der
lateralen Kanäle)
o mit zartem Fissurenbohrer
• Retrograde Präparation und Füllung
o Retrograde Präparation mit US oder Mikrowinkelstück
o Reinigung und Blutstillung
o Trocknen mit Papierspitzen und Alkohol
o Füllen mit IRM (Zinkoxideugenolzement) oder MTA
o Finieren der Füllung
▪ Nach Aushärten des Zements
▪ Überschuss entfernen
▪ Mit Fissurenbohrer
o Sichtkontrolle mit Lupenbrille oder Mikroskop
o Tastkontrolle mit Häckchensonde (nur bei IRM)
• Nahtverschluss
o 3 min Kompression
o Nahtex nach 7 Tagen
Prothetische Versorgung frühestens nach 3-6 Monaten

Erfolgskriterien:
• Keine Klopfdolenz
• Keine Mobilität →Festigkeit des Zahnes
• Kein apikaler Druckpunkt
• Keine Schwellung, keine Schmerzen
• Keine Fistel
• Radiologisch: <2 fache Breite des Parodontalspaltes zum Normalen= Erfolg

Blutstillung:
o Vor der OP mit LA mit Adrenalin
o Während der OP:
o Mechanisch (Knochenwachs)
o Vasokonstriktoren: Epinephrinpellets, Eisensulfat (Viskostat),
Stryphnon + 3% H2O2
o Absorbierbare Hämostatika: Zellulose (Tabotamp),
finbrinbeschichtetes Kollagen (Tachosil), Kollagen (Lyostypt)

Präparation mit US:


• Vorteil:
o Kleinere Wundhöhle
o Abtragen des erweichten Dentins
o Guter Zugang bei anatomisch schwierigen Situationen
o Kanal wird in der Länge des Arbteitsteiles aufbereitet
• Nachteil: hoher Geräteaufwand

Präparation mit Mikrowinkelstück:


• Vorteil:
o Metallische Wurzelstifte einkürzbar
o Niedrigerer Geräteaufwand
• Nachteil:
o Größere Wundhöhle

Vertikale Wurzelfraktur:

Ursachen: klinische Zeichen:


o Stiftaufbauten Taschenbildung
o Traumatisch (Okklusion) Abszess
o Kronenpräparation Klopf- und Druckschmerz
o Laterale Kondensation Beweglichkeit
o Dehydratation Separierung der Segmente
o Korrosion

Radiologische Zeichen:
o Darstellung der Segmente
o Periapikale Aufhellung „HALO“-Bildung
o →Kraterförmiger Knochenverlust und Parodontalspalterweiterung
entlang der Wurzeloberfläche
o Frakturlinie kann nur in 35,7% im KB gesehen werden

Zahnretention

=Jeder Zahn, der nach Abschluss des Wurzelwachstums die Okklusionsebene noch nicht
erreicht hat

Teilretiniert= Teil der Krone ist durch die Schleimhaut durchgebrochen


Komplett retiniert= Zahn ist vollständig von Schleimhaut bedeckt
Impaktiert= Retinierter Zahn ist vollständig von Knochen umgeben
Dystopie: Verlagerte Zähne, die völlig von ihrer normalen Stelle entfernt liegen

Indikation zur Entfernung: → jeder symptomatisch retinierte Zahn


• Karies
• Follikuläre Zyste
• Perikoronitits = Dentitio difficilis
• Gefährdung von Nachbarzähnen (Studie: 2% von 200 impaktierten 8ern zeigten
eine Resorption der Wurzel des 7ers → keine Resorptionen bei Patienten über
30a)
• Aus KFO/Prothethik-Gründen
• Neuralgien

Komplikation: siehe VO weiter unten

Ursachen:
• Lokal:
o Platzmangel, Fehlanlage
• Systemisch:
o Knochenerkrankungen (z.B Cherubismus), Syndrome (CCD)
• Pathologische Prozesse:
o Tumore (Odontome, Ameloblastome), Zysten (follikuläre, Keratozysten)

Am häufigsten 8er und Eckzähne meist im OK


Retention im Milchgebiss viel seltener

Vorhersage, ob 8er durchbrechen ist nicht vor 14. Lbj möglich!


→ ein bis zum 20 Lbj. Nicht durchgebrochener 8er bleibt zu 80% retiniert
weniger als 5% der Erwachsenen haben genügend Platz für den vollständigen
Durchbruch

Therpaie:
• Chrirugische Freilegung + Anschlingung
• Transplantation (offenes Foramen, 2/3 Wurzelwachstum)
• Chrirugische Entfernung →frühester Zeitpunkt 14.-16. Lbj.

Risiken der Nichtentfernung: Entzündungen, Zysten, Tumore, Parodontale Probleme,


evtl Engstand?

Risiken der späten Entfernung: Nervenverletzung, Frakturen, Entzündungen, Verletzung


von Nachbarstrukturen

Lokalisation retinierter 8er:


• Vertikal
• Mesioangulär
• Distoangulär
• Horizontal: mesial, distal, lingual, bukkal
• Ektop

Diagnose: Pan, Dental-CT (Verdacht auf interradikulären Verlauf des N. alveolaris


inferior)

8er: RZE
• Schnittführung UK: sulculär am 7er, Entlastung distal am 7er nach distobukkal,
evtl mesiale Entlastung
• Schnittführung OK: sulculär am 7er (evtl auch am 6er), Entlastung vom 7er nach
distal und mesial am 7er nach mesiobukkal
• Mukoperiostlappen, Weichteilschutz!!! Mit Raspatorium
• Osteotomie mit Rose, evtl Teilung der Krone mit Fissur, Luxation,
Zahnentfernung
• Entfernung des Zahnsäckchens
• Wundspülung und Kürettage mit scharfem Löffel
• Naht

Retinierte Eckzähne

Lokalisation:
• OK häufier als UK
• Häufiger palatinal

Therapie:
• Planung mit KFO! Wenn Einordnung möglich →Freilegung und Anschlingung
oder Transplantation
• RZE

RZE:
• Schnittführung: sulculär (1-5)
• Weichteilschutz
• Osteotomie, Luxation, Entfernung von Zahn und Zahnsäckchen
• Naht, Verbandplatte (Tiefziehfolie)

Freilegung: Primär Lückenerweiterung mit KFO


• Gingivektomie bei genügend attached Gingiva:
o Gingivektomie (Skalpell, Kauter, Laser) und Freilegung der Krone zur
Hälfte bzw 2/3
o Bracketbefestigung 2-3 Wochen postOP
• Apikal positionierter Lappen bei zu geringer attached Gingiva
o 2 vertikale Inzisionen mesial und dital des retinierten 3ers
o Präparation eines bukkal gestielten Spaltlappens
o Freilegung der Krone zu 2/3
o Apikale Positionierung des Spaltlappens und Fixierung am Periost
o Bracketbefestigung intraoperativ oder 2-3 Wochen postop
• Repositionierter Lappen/Eruptionsmethode (Eckzahn in mitten der Alveole
oder apikal, dystop)
o Wenn ausreichend Platz nach lückenerweiterung Entfernung des
Milcheckzahn
o Bildung eines Mukoperiostlappen
o Kürretage des Follikels im Kronenbereich und Entfernung des
umliegenden Knochens
o Befestigung von TMS-Pins oder eines Knopf-Goldkettchens am retinierten
Eckzahn
o Lappennaht:
▪ Nadelöhr des TMS-Pins crestal herausragend (nach Kokich)
▪ Goldkettchen crestal herausragend
o KFO

Aplasie= Nichtanlage eines Zahnes;


• 2-9% (30% mit 8er mitgerechnet)
• Männer häufiger
Hypodontie= Nichtanlage von 1-5 Zähnen
• 0,3-13% (ohne 8er)
Oligodontie= Nichtanlage von 6 oder mehr bleibender Zähne
• 0,08%
Anodonitie= Fehlen aller bleibender Zähne, sehr selten
Hyperodontie=Überzahl bleibender Zähne
• 2,5-3%
• Männer häufiger
• Häufig im Frontzahn und Molarenbereich des OK, PM im UK
Mesiodens=meist zw. Mittlere obere Schneidezähne
• 1,4% (47% aller überzähliger Zähne sind Mesiodentes)
• bei Diastem an Mesiodens denken
• DD Odontom
o Kompexees Odontom = konglomerat aus Schmelz und Dentinsubstanz
o Zusammengesetztes Odontom= Zusammengeschmolzene zahnähnliche
Gebilde (jedes einzelne Gebilde besteht aus Schmelz-, Dentin-, Zement,
Pulpa)
Distomolar= meist retiniert, OK häufiger
• 38% aller überzähligen Zähne
Extraktionslehre

Indikationen:
• Caries profunda
• Akute, chronische apikale Parodontitis
• Parodontitis marginalis profunda
• Herdsanierung
• Retinierte symptomatische Zähne
• Kronen/Wurzelfraktur
• KFO, Prothetik-Plan
• Sanierung vor Chemo/Radiatio

Milchzahnex-Indikation: starke kariöse Zerstörung, Fisteln, Schmerzen, Luxationen, KFO

Extraktionshindernisse
• Hyperzementom
• Stark gekrümmte Wurzel
• Devitale Zähne

Vor jeder Extraktion ein Röntgenbild!!

Ablauf: Durchtrennung des Lig. Circulare (Periotom)-Lockerung/Luxation- Anlegen der


Zange- Langsames Entwickeln gemäß Wurzelanatomie und Stützen des Alveolarfaches
wegen Frakturgefahr-Ex-Wurzelkontrolle-Kürretage der Alveole- feuchter Aufbisstupfer
–Kontrolle 2 Tage/1 Woche

Wurzelreste dürfen nur im Kieferbleiben bei:


• Milchzähnen
• Eigenes Unvermögen →Überweisung
• Schlechter Allgemeinzustand des Patienten
Wurzelrestentfernung → Bein, Wurzelzange, Krallenhebel, Wurzelhebel, Pistolenkralle
→ Lokalisation mit CT, Lokalisationsplatte
8er: Weisheitszahnzange-OK=Körbchenzange; UK= vordergreifende Zange, Luxation
nach lingual
Drehmeißel und Bein zur Luxation nach distal NUR bei geschlossener Zahnreihe
anwenden
UK-Molaren: 6er nach bukkal luxieren (Linea mylohyoidea ist lingual), 7er nach lingual
(Linea obliqua ist buccal)

OZE → Trapezlappen oder Türflügelschnitt, cave Austritt N mentalis zwischen 4 u 5


Instrumente:
• Hebel nach Lecluse, Hebel nach Loos
• Krallen: Pistolenkralle, Wurzelheber nach Barry/ nach Winter/ nach Heidbrink
• Stumpfe Haken: Wundhaken nach Langenbeck, nach Branemark nach Kocher,
Raspatorium/Abhalter nach Prichard
• Scharfe Haken: Einzinker, Wundspreizer
• Klemmen: anatomische Klemme nach Pean, Moskito, Kornzange, Tuchklemme
• Tamponstopfer nach Luniatschek
• Knochennekrose ab 47°
• Präparierinstrumente: Raspatorium nach Obwegeser/ nach Willinger/ nach
Freer , scharfer Löffel, Blacklöffel

Komplikationen:
• Wurzelfraktur
• Weichteilverletzung
• Eröffnen der KH
• Tuberabrissfraktur, UK-Fraktur
• KG-Luxation
• Nervverletzung
• Luxation der Wurzel in die Weichteile
• Luxation von Nachbarzähnen
• Abszess
• Nachblutung (2-6h postop durch reaktive Hyperämie bei Nachlassen der
vasokonstriktorischen Wirkung des Adrenalin, mehrere Tage postop. Durch
entzündliches Auflösen des Koagulums)
• Alveolitis sicca
• Stammneuritis
• Ostitis & Osteomyelitis

Nervschädigung:
• durch unmittelbare Zerstörung, Hämatom, Ödem, chem-toxische
Substanzen(endodontische Materialien außer Guttapercha=neurotoxisch) →
Hypästhesie, Parästhesie, Anästhesie
• Verletzung durch Leitunsanästhesie, Endo, OZ, Zystektomie, Impl,
Wundheilungsstörung, Tumorchirurgie, Trauma, Präproth Chirurgie
→Kammerhöhung
• Ausmaß der Schädigung
o Neurapraxie: Markscheidenschädigung durch Druck oder Zug
o Axonotmesis: Unterbrechung des Axons bei erhaltenen Nervenhüllen
o Neurotmesis: Komplette Durchtrennungdes Nervs und der Nervenhüllen
• Gefährdet bei Ex:
o N. alv. inf. → Zahndesensibilisierung distal? der Schädigung, gleichseitige
Hyposensibilität von Kinn und Lippe
o N. mentalis,
o N. lingualis → Hyposensibilität & Geschmacksstörung der vorderen 2/3
der Zunge

Intraoperative Blutstillung:
• Kompression
• Abklemmen
• Lgatur
• Umstechung
• Elektrokoagulation
• Verklopfen

Dolor post=Alveolitis sicca


• 2,5-10%
• vorwiegend im UK
• Frauen häufiger
• Vermehrt nach erschwerter Extraktion
• Klinisch: Koagulumverlust, Foetor ex ore, heftiger ausstrahlender Schmerz,
Entzündungszeichen
• Ursachen:
o Keine Koagulumbildung →zu häufiges Spülen, Zungenspiel, mechan.
Irritation beim Kauen
o Infektion →periapikal, Zahnfleischrand, Mundhöhle
o Gewebetrauma
o Endogene & exogene Einflüsse
o Rauchen, Kaffee
o Hormonelle Faktoren
o Gesteigerte Fibrinolyse
o Immunsuppression
o Strahlentherapie
• Therapie:
o LA ohne Vasokonstriktor
o Reinigung der Extraktionswunde →Kürettage, 3% H2O2
o Setzen einer Blutung
o Phenol-Campfer Jodoformstreifen

Stammneuritis:
• Ursache= Übergreifen der terminalen alveolaren Neuritis auf N. alv. inf
• Symptome= starke anhaltende ausstrahlende Schmerzen
• Therapie: → Ausschaltung des N. alv. inf.
o Carbostesin
o Alkohol
o Quetschung

KI zur Zahnentfernung:
• Akute Phase Myocardinfarkt
• Schwere Herzinsuffizienz
• Akute Nephritis/Leukosen/Rheumatismus
• Agranulozytose
• Schlechter Allgemeinzustand
• Akute entzündliche oder nekrotisierende Prozesse

Nähte:

Anforderungen:
• Sterilität
• Zugfestigkeit
• Knotensitzfestigkeit
• Keine Kapillarität

Fadenarten:
• Monofil
• Pseudomonofil
• Multifil (geflochten, geflochten + beschichtet, gezwirnt)
• Resorbierbar, nicht resorbierbar

Fadenstärken:
• 4-0, 5-0, 6-0
Bogenlänge:
• gerade, 1/4, 3/8, ½ , 5/8
Fadenherkunft
• Natur: Seide, Leinenzwirn →führen zu Grnulomen, Sägewirkungm traumatisiert
• Kunststoff: Premilene, Premicron, Miralene, Synthofil, Supramid
• Metall: Stahldraht
Fäden:
• Vicryl = resorbierbar, geflochten
• Premilene = nicht resorbierbar monofil
• Synthofil= nicht resorbierbar, geflochten
• Ehtibond= nicht resorbierbar, monofil oder geflochten

Nähen:
• Einzelknopfnaht, doppelte Schlingnaht, horizontale/vertikale externe/interne
parallele/gekreuzte Matratzennaht, Tabaksbeutelnaht, fortlaufende Naht
• Immer von mobil zu fest einstechen, Eckpunkte zuerst

Mukositis

=häufige frühe reaktive schmerzhafte entzündliche Nebenwirkung der MundSH auf


mukotoxische onkologische Therapie der Kopf-Hals-Region (Radio-chemotherapie)

• Charakteristisches Brennen 3-10 Tage post Zytostatika


• Xerostomie mit Geschmackstörung
• 3-5 Tage nach Erstsymptomatik Erythem und flächige Erosionen (Wange,
Gaumen, Mundboden, Pharynx)
WHO-Einteilung
1. Brennen mit/ohne Erythem
2. Erythem und Ulceration, fähig feste Nahrung zu schlucken
3. Erythem und Ulceration, nicht mehr fähig feste Nahrung zu schlucken
4. Mukositis →orale Nahrungsaufnahme nicht mehr möglich

→ Schweregrad und Häufigkeit abhängig von


• Substanz+Dosis
• Applikationsart
• Gewählte Kombi mit anderen Zytostatika oder Radio

Grad III + IV Risiko für Sepsis

Heilung 2-4 Wochen nach Beendigung Chemo- oder Radiotherapie!!


Hauptsächlich nicht keratinisierte Mukosa betroffen

5 Phasen der Pathogenese


1. Initiierung
2. Hochregulierung und Erzeugung von Messengersignalen
3. Signalübertragung und Amplifikation
4. Ulzeration und Inflammation
5. Wundheilung

Proohylaxe unter Strahlentherapie:


• 3D-Bestrahlungsplanun
• Benzydamin (NSAID) topisch → antiinflammatorisch, analgetisch, antimikrobiell
• CHX nicht empfohlen
Prophylaxe unter Chemotherapie: Kryotherapie mind 5 min- 30 min nach CHT
Therapie:
• MuHy!!!
• Symptomatisch → Analgetika (topisch bis hin zu Opioiden-WHO Schema:
einfache Schmerzmittel-schwache Opioide Tramadol-starke Opioide Morphin)
• Mukositistherapie unter Chemotherapie: CHX nicht empfohlen, Acyclovir nicht
regelmäßig empfohlen
• Mukositistherapie unter Hochdosischemo:
o Kryotherapie (Prophylaxe)
o KGF-Palifermin (Prophylaxe und Therapie)
o Lasertherapie

Palifermin= rekombinanter humaner Keratinozytenwachstumsfaktor KGF (von


Mesenchymzellen produziert) → Bindung an KGF-Rezeptor →Differenzierung und
Reifung von Epithelzellen → Verdickung der Epithelschicht, Schutz vor
Sauerstoffradikalen
NW: Hautausschlag, Juckreiz, Erythem, Husten, verdickte Zunge, Geschmackstörung

Zysten
Großteil siehe Zusammenfassung

Zyste= pathologischer Hohlraum, der mit Epithel ausgekleidet und mit Flüssigkeit gefüllt
ist.
Klassifikation nach Shear:
• Kieferzysten
o Epitheliale Zysten
▪ Odontogen: Keratozyste, follikuläre Zyste, lateral periodontale
Zyste, Gingivazyste, glabdulär-odontogene Zyste, kalzifizierende
Zyste...
▪ Nicht odontogen: nasopalatinale und nasolabiale Zyste
▪ Nicht odontogen durch Entzündung: radikuläre Zyste,
Residualzyste, paradentale Zyste
o Nicht-epitheliale Zysten
▪ Solitäre (traumatische) Knochenzyste
▪ Aneurysmatische Knochenzyste
• Zysten der Kieferhöhle
o Schleimzyste = Antrumpolyp
o Postoperative Kieferhöhlenzyste
• Weichteilzysten
o Dermoid- und Epidermoidzyste
o Lymphoepitheliale Zyste
o Zysten der Speicheldrüsen
o Zyste des Ductus thyreoglossus

Zysteninhalt:
• Seröse Flüssigkeit mit Cholesterinkristallen
• Eiter, Schleim, Blut
• Verhornte Epithelmasse, wenig Protein
• Fibrinogen- und bilirubinhaltige Flüssigkeit

Zystenwachstum:
• Meist verdrängend und wenig aggressiv
• Sekretion des Epithels, Epithelwachstum
• Osmotischer Druck
• Lymphatischer Ausschluss

Therapie:
• Ursachenentfernung (WSR, EX)
• Zystostomie (Partsch I)
• Zystektomie (Partsch II)
• Kombi (zweizeitig)
o Zystostomi + Obturatorbehandlung bis ausreichende Ossifikation zu
erkennen ist, dann Zystektomie
Zystostomie:
• = Marsupilation, Partsch I
o Gestaltung der Zyste zur Nebenbucht der Mund-, Nasen- oder Kieferhöhle
o Teile des Zystenbalgs zur Knochenbedeckung werden belassen
o Indikation: Gefahr der Verletzung von Nachbarstrukturen (N. incisivus, N.
alv. inf., Zähne, Gefahr der UK-Fraktur, sehr große Zysten
o Ziel: Verkleinerung der Zyste durch Verhinderung des
Spontanverschlusses durch Offenhalten mit Streifen oder Obturator
o Vorteil: Schonung der anatomischen Nachbarstrukturen, leichter und
kleiner Eingriff, geringe postop Komplikationen, Schaffen zusätzlicher
Prothesenretention beim Zahnlosen
o Nachteil: lange Nachbehandlung, Säuberung des Zystenlumens von
Speiseresten, Zweiteingriff im Sinne der Zystektomie notwendig, Belassen
eines pathologischen Gebildes in der Mundhöhle (maligne Entartung
möglich), keine Histo möglihcm Zystenrezidiv
o Vorgehen: vestibuläre Schnittführung, Fensterung zur Mundhöhle/
Kieferhöhle (Zystantrostomie)/Nasenhöhle (Rhinozystostomie)
Zystenbalg nur im Bereich der Fensterung entfernt, belassene
Zystenbalgteile werden mit der Mundschleimhaut vernäht, Tamponade
→Wundverband (Jodoformstreifen) nach 10 Tagen gewechselt, nach 2-3
Wochen Obturatorabformung
o Nachbehandlung ca 3 Monate je nach Größe und Compliance
o Zystenepithel metaplasiert zu Mundschleimhautepithel
o Jährliche radiologische Kontrollen
o Obturator: Alginat, Silikonabformmaterial Optosil
Zystektomie
• = Partsch II
o vollständige Entfernung des Zystenbalgs und primärer Wundverschluss
o Organisation des Blutkoagulums, ev Auffüllung mit Eigenknochen

Komplikation und Gefahren:


• Infektion (Abszess, Fistel, Sinusitis)
• Devitalisierung von Nachbarzähnen, Wurzelresorptionen
• Verdrängung von Nachbarzähnen oder des N. alv. inf.
• Rezidivzyste
• Pathologische UK-Fraktur

DD:
• Große Fossa inscisiva, Foramen mentale, lingualer Knochendefekt ( = latente
Knochenhöhle nach Stafne), Kieferhöhlenbuchten
• Pseudozysten → solitäre Knochenzyste, aneurysmatische Knochenzyste
• Benigne Tumoren → odontogene Tumoren (Amelpblastom, odont. Fibrom) und
nichtodontogene Tumore (Riesenzellgranulom, fibröse Dysplasie,etc)
• CAP, narbige Ausheilung nach Frakturen,..
• Maligne Tumoren →primäre Tumoren (Karzinom, Sarkom) oder Metastasen

Präprothetische Chirurgie

=Maßnahmen zur Verbesserung des Prothesenlagers


→ Schaffung eines idealen Prothesenlagers oder eines implantationsfähigen Knochens

Alveolarkammresorption
• 4x schneller im UK
• schneller in der Front
• regelmäßige Unterfütterungen wichtig!
• Problematik: fehlendes Kammrelief, vergrößerte vertikale Distanz, reduzierte
Gingiva fixa, veränderte Relation der Kiefer zueinander
Korrigierende Eingriffe:
• Exostosenabtragung
• Auffüllen unter sich gehender Stellen
• Abtragung von Schlotterkamm, Lappenfibrom, Tuberfibrom
• Zungen- und Wangenbändchen-Plastik
• Dermabrasion bei papillärer Hyperplasie
• Relative Alveolarkammerhöhung (bei einer Symphysenhöhe >1,5 cm)
o Nachteil: interokklusaler Raum wird nicht beeinflusst →voluminöse
Prothetik notwendig
• Absolute Alveolarkammerhöhung (bei einer Symphysenhöhe <1,5cm)
o Nachteil: Zweitoperation notwendig wegen Weichteilrelief

Relative Alveolarkammerhöhung → = Vertiefen des Vestibulums


• Vestibulumplastik
• Mundbodenplastik
• Zungenlösung
• Nervtransplantation (relativ & absolut)
• Offene Tuberplastik
• Crista zygomaticoalveolaris-Verlagerung,...

Absolute Alveolarkammerhöhung
• Einlagerungsplastik = Inlay
o Le Fort I
o Hufeisenosteotomie (<1mm Restknochenhöhe)
o Sinuslift (1-5mm konventioneller, 5-8mm minimal invasiver Sinuslift +
Sofortimplantation) → SL+ Sofortimplantation benötigt minimale
Restknochenhöhe von 5mm! (>8mm minimal invasiver SL+
Sofortimplantation)
o Summersosteotomie → minimale Restknochenhöhe muss 5-6mm sein →
max. Gewinn nach vertikal 3mm
o Gestielte Sandwichplastik
• Auflagerungsplastik = Onlay → Nachteil= hohe Resorption abhängig vom
verwendeten Material
• Visierosteotomie
• Distraktion
• Mikrovaskuläres Knochentransplantat

Klassifikation des Transplantatlagers nach Lexer


→ ersatzstark, ersatzschwach, ersatzunfähig

Augmentation:
Am besten → vaskularisierter Knochen I
II Distraktion, III Inlay, IVa Onlay und IVb Allograft/Onlay

Implantation:
• Freihändig mit oder ohne Schablone
• Navigiert → intraop navigiert, computer-assisstierte präop Planung und
schablonengeführte Chirurgie
Schuchard Nahttechnik????PSP????
LKG-Spalten

Häufigkeit: 1:500; männlich: weiblich 3:2, links: recht 2:1


LKG-Spalten sind nach Gliedmaßenfehlbildungen mit 11-15% die häufigsten
angeborenen Fehlbildungen!

50% ein- oder beidseitige LKG-Spalte


25 % Gaumenspalte, 25 % Lippen bzw Lippenkieferspalten

Internationale Klassifikation nach Rom


Guppe1 : Spalten des vorderen embryonalen Gaumens
• A Lippe B Kiefer
Gruppe 2: Spalten des vorderen und hinteren embryonalen Gaumens
• A Lippe B Kiefer C harter D weicher Gaumen
Gruppe 3: Spalten des hinteren embryonalen Gaumens
• A harter B weicher Gaumen

Blastogenese-Embryogenese (16.-75.Tag)-Fetogenese

Embryogenese:
• Kopfentwicklung beginnt mit Verschluss des Neuralrohrs
• Gesichts- und Mundhöhlenentwicklung 4.-10. Woche ist abhängig von 2
Induktionszentren =
o Prosencephalic organizing center („Vorderkopf“)
▪ Stirnhirn, Nasenrücken, Oberlippe, Zwischenkiefer, Septum, Auge,
Innenohr, oberes Gesichtsdrittel
o Rhombencephalic organizing center („Hinterkopf“)
▪ Hinterkopf, mittleres und unteres Gesichtsdrittel, Mittelohr,
äußeres Ohr
• →Fehlbildungen an Grenzbereichen
• Phasenspezifische Fehlbildungen →Störung in der Steuerung der
Organisationszentren
• Die primäre Mundspalte ist umgeben von 5 Wülsten:
o Kaudal: UK-Wülste
o Cranial: lat+medialer Nasenwulst
• Wülste und Furchen entstehen durch ungleichmäßiges Wachstum des
subepithelialen Mesenchyms → Normale Gesichtsentwicklung durch Schwund
der Furchen und Proliferationsprozesse im Mesenchym
• Mundhöhle/Gaumen: Gaumenfortsätze wachsen zusammen und verschmelzen
mit Septum
Lippen-Kieferspalte:
• 36.-42. Tag
o Verschmelzung der medialen und lateralen Nasenwülste mit dem OK-
Fortsatz zu einer Epithelmauer →diese wird dann durch Mesenchym
ersetzt
• Ausbleiben der Bildung der Epithelmauer=primäre LK-Spaltbildung
• Wird die Epithelmauer nicht durch Mesenchym ersetzt kann es zur partiellen
oder totalen Trennung des Epithels kommen =sekundäre LK-Spaltbildung
Gaumenspalte:
• Zwischenkiefersegment aus Vereinigung der medialen Nasenwülste →Philtrum
und primärer Gaumen entsteht → aus OK-Wülsten entstehen paarige
Gaumenplatten 6.-8. Wo →es kommt zur Verschmelzung der Gaumenplatten mit
dem Zwischenkiefer und dem Nasenseptum
• →Gibt es dabei nun eine Störung entsteht die eigentliche
„Gaumenspalte“ 49.-58.Tag, primäre Spalte (diese sind immer größer und
komplett)
• früh entstandene LK-Spalte → Gaumenfehlbildung →LKG-Spalte

Bei sehr breiten Spalten kann der 2er fehlen oder hypoplastisch sein, bei sehr schmalen
Spalten kann der 2er evtl doppelt angelegt sein

Ätiologie:
• Erblichkeit 15-33%
• Krankheiten der Mutter (Röteln, Toxoplasmose, DM,..)
• Teratogene Wirkung von Medikamenten
• Psychische Faktoren
• Physikalische Noxen (ionisierende Strahlen, Rö in 3.-8-SSW vermeiden)
• Dysplastische Faktoren (hohes Alter der Eltern, Überreife Eizelle)

Prävention:
• Bei anamnestischer Belastung → Polyvitaminpräparate und Folsäure
• Sonografie ab 20 SSW → es kann in 80% der Fälle eine richtige Diagnose gestellt
werden, Vorbereitung, Beratung

Therapie: (Wiener Konzept)


• Evtl Spaltzentrum
• Jedenfalls multidisziplinär
• 3. Monat Lippenverschluss (Tennison-Randall, Millard, Pfeifer)
• 6. Monat Weichgaumenverschluss (Widmaier, Brückenlappentechnik nach
Langenbeck)
• 3. Jahr Hartgaumenverschluss
• Oberlippen-Nasen-Korrektur vor Einschulung
• Ab 9.-11 Kieferspaltosteoplastik
• Ab 3. Logopädie, 6-7 KFO für NAM= Nasoalveolar Molding, ab 12. KFO
• im 1 Lbj. Trinkplatte, Lippenverschluss, Velumverschluss
• Sprachverbessernde OP = Velopharynxplastik nach Sanvenero Roselli
Trauma des Gesichtsschädels, Tumorerkrankungen, Mikrochirurgie, plastische & rekonstruktive
Chirurgie, Richtiges Verhalten im OP, orthognathe Chirurgie→ siehe VOs!!