Sie sind auf Seite 1von 23

!

45(676 0
! ! '5='8>'669C6&

! " # $
%! &' ! '() *( % ! $ ( + , -
:: ;
2 , , , < ,
! '5='8>'6&6
;
?, ? ? ? , , ? -
? , ,@ < A ! '5='8>'6&6

2 '5

!
" # # $%"% !
DIN ISO 23529:2012-10

Inhalt Seite

Nationales Vorwort ........................................................................................................................................ 3


Nationaler Anhang NA (informativ) Literaturhinweise................................................................................ 4
1 Anwendungsbereich ........................................................................................................................ 5
2 Identifikation und Berichtswesen ................................................................................................... 5
3 Standard-Laborbedingungen .......................................................................................................... 6
3.1 Standard-Labortemperatur .............................................................................................................. 6
3.2 Standard-Luftfeuchte im Labor ....................................................................................................... 6
3.3 Weitere Bedingungen ....................................................................................................................... 6
4 Lagerung von Mustern und Probekörpern ..................................................................................... 6
5 Herstellung von Probekörpern ........................................................................................................ 7
5.1 Probekörperdicke ............................................................................................................................. 7
5.2 Einstellen der Dicke .......................................................................................................................... 7
5.3 Probekörper-Schneidgeräte ............................................................................................................ 9
5.4 Wartung der Schneidvorrichtungen ............................................................................................. 11
5.5 Herstellung von Probekörpern durch Heizen .............................................................................. 11
6 Konditionierung .............................................................................................................................. 11
6.1 Allgemeines ..................................................................................................................................... 11
6.2 Konditionierungsdauer für niedere oder erhöhte Temperaturen .............................................. 12
7 Messung der Probekörpermaße .................................................................................................... 12
7.1 Verfahren A – Für Maße 30 mm .................................................................................................. 12
7.2 Verfahren B – Für Maße zwischen ! 30 mm und " 100 mm ........................................................ 13
7.3 Verfahren C – Für Maße # 100 mm ................................................................................................ 13
7.4 Verfahren D – Berührungsloses Verfahren .................................................................................. 13
8 Versuchsbedingungen ................................................................................................................... 13
8.1 Dauer der Prüfung .......................................................................................................................... 13
8.2 Temperatur und Feuchte ................................................................................................................ 14
9 Prüfkammern ................................................................................................................................... 15
9.1 Allgemeine Bestimmungen für temperaturkontrollierte Kammern ........................................... 15
9.2 Kammern für die Messung bei erhöhten Temperaturen ............................................................. 16
9.3 Kammern für die Messung bei niederen Temperaturen ............................................................. 16
10 Prüfbericht ....................................................................................................................................... 17
Anhang A (normativ) Heizzeiten für Probekörper aus Elastomer ........................................................... 18
Literaturhinweise ......................................................................................................................................... 23

2
DIN ISO 23529:2012-10

Nationales Vorwort
Dieses Dokument (ISO 23529:2010) wurde vom Technischen Komitee ISO/TC 45, „Rubber and rubber
products“, Unterausschuss SC 2, „Testing and analysis“ erarbeitet, dessen Sekretariat von JISC (Japan)
gehalten wird.

Das zuständige nationale Gremium ist der Arbeitsausschuss NA 062-04-34 AA „Prüfung der physikalischen
Eigenschaften von Kautschuk und Elastomeren“ im Normenausschuss Materialprüfung (NMP) im DIN.

Folgende Anmerkungen sollten beachtet werden:

Zu Abschnitt 5.2: Da die Oberfläche von Probekörpern aus Moosgummi beim Spalten beschädigt wird, sollte
mit der Originaldicke geprüft werden.

Zu Abschnitt 7.1: Es sollte ein Messgerät mit einer digitalen Messuhr mit einer Auflösung von 0,001 mm
verwendet werden. So ist das Messgerät sicher in der Lage, die Dicke mit der erforderlichen Genauigkeit zu
messen.

Die Anforderung, dass der Tasterfuß nicht über das zu messende Teil herausragen darf, darf entfallen, wenn
es das Messgerät zulässt, den festgelegten Messdruck entsprechend den Maßen des zu messenden Teils
einzustellen.

Die Probekörper sollten während der gesamten Messung flach auf der Basisplatte aufliegen.

Zu Abschnitt 7.2: Es sollte vorzugsweise ein digitaler Messschieber mit einer Auflösung von 0,01 mm
verwendet werden. Die Messung der Maße sollte mit einer Abweichung von 0,1 % erfolgen.

Zu Abschnitt 7.3: Die Messung der Maße sollte mit einer Abweichung von höchstens 0,5 % oder 1 mm – dem
jeweils kleineren Wert – erfolgen.

Für die in diesem Dokument zitierten Internationalen Normen wird im Folgenden auf die entsprechenden
Deutschen Normen hingewiesen:

ISO 525 siehe DIN ISO 525


ISO 3302-1 siehe DIN ISO 3302-1

Es wird auf die Möglichkeit hingewiesen, dass einige Texte dieses Dokuments Patentrechte berühren können.
Das DIN ist nicht dafür verantwortlich, einige oder alle diesbezüglichen Patentrechte zu identifizieren.

Änderungen

Gegenüber DIN ISO 23529:2007-01 wurden folgende Änderungen vorgenommen:

a) Warnhinweis zum verantwortlichen Umgang mit entstehenden Substanzen und Abfall aufgenommen;

b) redaktionelle Modifizierungen vorgenommen.

3
DIN ISO 23529:2012-10

Frühere Ausgaben

DIN 53502: 1956-04, 1959-11, 1972-08


DIN 53500: 1979-03, 1989-09
DIN 53534: 1984-02, 1994-05, 2000-04
DIN ISO 471: 1998-02
DIN ISO 4666-1: 1992-01, 1995-08
DIN ISO 23529: 2007-01

Nationaler Anhang NA
(informativ)

Literaturhinweise

DIN ISO 525, Schleifkörper aus gebundenem Schleifmittel — Allgemeine Anforderungen

DIN ISO 3302-1, Gummi — Toleranzen für Fertigteile — Teil 1: Maßtoleranzen

4
DIN ISO 23529:2012-10

Elastomere —
Allgemeine Bedingungen für die Vorbereitung und
Konditionierung von Probekörpern für physikalische
Prüfverfahren

WARNUNG — Personen, die diese Internationale Norm anwenden, sollten mit der üblichen
Laborpraxis vertraut sein. Diese Norm gibt nicht vor, alle mit seiner Anwendung verbundenen
Sicherheitsprobleme — wenn überhaupt — anzusprechen. Der Anwender dieser Internationalen Norm
ist dafür verantwortlich, vorher angemessene Maßnahmen in Hinblick auf Sicherheit und Gesundheit
zu ergreifen und die Anwendbarkeit einschränkender Vorschriften zu ermitteln.

ACHTUNG — Bestimmte, in dieser Internationalen Norm beschriebenen Verfahren können mit dem
Umgang mit oder der Erzeugung von Substanzen und Abfallprodukten verbunden sein, die eine lokale
Gefährdung für die Umwelt bedingen können. Es sollte auf einschlägige Dokumente zur sicheren
Handhabung und der Entsorgung nach Gebrauch hingewiesen werden.

1 Anwendungsbereich
Diese Internationale Norm legt allgemeine Verfahren zur Herstellung, Messung, Kennzeichnung, Lagerung
und Konditionierung von Probekörpern aus Elastomer zur Nutzung in physikalischen Prüfungen, wie sie in
anderen Internationalen Normen festgelegt sind, sowie die bevorzugten Prüfbedingungen fest. Besondere
Bedingungen für spezielle Prüfungen, Werkstoffe oder die Simulation einer besonderen klimatischen
Umgebung sind nicht enthalten, auch nicht spezielle Vorgaben für die Prüfung ganzer Produkte.
Diese Internationale Norm legt auch die Anforderungen zur Beobachtung der Zeitintervalle zwischen
Herstellung und Prüfung von Probekörpern und Produkten aus Elastomer fest. Diese Anforderungen sind
notwendig, um reproduzierbare Prüfergebnisse zu erhalten und Unstimmigkeiten zwischen Kunden und
Lieferanten zu minimieren.

2 Identifikation und Berichtswesen


Berichte müssen zur Identifikation jedes Probekörpers aufbewahrt werden, so dass jedes vorgelegte Muster
identifiziert und alle relevanten Details über Herstellung, Lagerung, Konditionierung und Messung jedes
einzelnen Probekörpers rückverfolgbar sind.
Jedes einzelne Muster oder jeder einzelne Probekörper muss mithilfe von Markierungen oder Trennungen in
jeder Stufe der Herstellung und Prüfung individuell identifizierbar sein. Wird die Markierung als Verfahren der
Identifikation angewendet, muss sichergestellt sein, dass diese Markierungen eine Wiedererkennung der
Probekörper oder Muster bis zu deren Vernichtung ermöglichen. Dort, wo die Körnungseinflüsse signifikant
sein können, muss der Bereich der Körnung an jedem Muster oder Probekörper ermittelt werden.
Die Markierung darf nicht die Eigenschaften des Musters oder des Probekörpers beeinträchtigen und muss
wichtige Oberflächen auslassen, also Oberflächen, die direkt geprüft werden (wie z. B. beim Abriebtest) oder
Oberflächen, wo während der Prüfung ein Riss zu erwarten ist (wie z. B. bei der Weiterreißfestigkeit oder dem
Zugversuch).

5
DIN ISO 23529:2012-10

3 Standard-Laborbedingungen

3.1 Standard-Labortemperatur
Die Standard-Labortemperatur muss, in Abstimmung mit der nationalen Gepflogenheit, bei (23 2) °C oder
bei (27 2) °C liegen. Sind engere Grenzabweichungen gefordert, müssen diese 1 °C betragen.
ANMERKUNG In der Regel beträgt die Standard-Labortemperatur in Ländern mit gemäßigtem Klima 23 °C, in
tropischen und subtropischen Ländern 27 °C.

3.2 Standard-Luftfeuchte im Labor


Ist die Überwachung von Temperatur und Luftfeuchte erforderlich, müssen diese aus Tabelle 1 ausgewählt
werden.

Tabelle 1 — Bevorzugte relative Luftfeuchte

Grenzabweichungen der
Temperatur Relative Luftfeuchte Luftfeuchte
°C % %

23 50
10a
27 65
a Sollten engere Grenzabweichungen benötigt werden, können diese mit 5 % festgelegt
werden.

3.3 Weitere Bedingungen


Ist keine Überwachung von Temperatur und Luftfeuchte erforderlich, kann die in der Umgebung
vorherrschende Temperatur bzw. Luftfeuchte angewendet werden. Die letztgenannten Bedingungen müssen
dann genutzt werden, wenn die Standardlaborbedingungen nicht ohne weiteres erfüllt werden können.

4 Lagerung von Mustern und Probekörpern


4.1 Muster, die noch zu Probekörpern verarbeitet werden, und Probekörper vor der Konditionierung
müssen unter solchen Bedingungen gelagert werden, dass die Möglichkeit eines Abbaus durch
Umgebungsbedingungen, wie Hitze oder Licht, oder durch Verschmutzung, z. B. durch Schmutzübernahme
von anderen Mustern, minimiert ist.

4.2 Bei allen Prüfungen muss die Dauer zwischen Vulkanisation und Prüfung mindestens 16 h betragen.
Werden Probekörper aus Fertigteilen oder ganze Elastomerartikel, z. B. Brückenlager, geprüft, können
beträchtlich mehr als 16 h notwendig sein. In diesen Fällen muss die Mindest-Zeitspanne der in der
Produktfestlegung und/oder im jeweiligen Prüfverfahren angegebenen entsprechen.

4.3 Bei Prüfungen, die nicht an Fertigteilen ausgeführt werden, muss die Zeitspanne zwischen
Vulkanisation und Prüfung 4 Wochen betragen; bei Bestimmungen für Vergleichszwecke müssen die
Prüfungen möglichst im gleichen Zeitintervall erfolgen.

4.4 Für Prüfungen an Fertigteilen darf die Dauer zwischen Vulkanisation und Prüfung 3 Monate nicht
überschreiten. Andernfalls sind die Prüfungen innerhalb von 2 Monaten nach Eintreffen (Eingangsdatum) des
Fertigteils beim Kunden auszuführen.

4.5 Diese Anforderungen beziehen sich nur auf die Erstprüfungen von Prüfmaterial und Fertigteilen und auf
die Zeit der Anlieferung. Besondere Prüfungen aus anderen Anlässen können zu jeder Zeit durchgeführt
werden, z. B. zur Kontrolle des Produktionsprozesses oder zur Bestimmung des Einflusses abweichender

6
DIN ISO 23529:2012-10

Lagerungsbedingungen auf einen Elastomerartikel. Dies muss dann im Prüfbericht ausdrücklich angegeben
werden.

4.6 Im Falle von unvulkanisierten Mischungen muss der Batch zwischen 2 h und max. 24 h mit einer der in
3.1 festgelegten Standard-Labortemperaturen konditioniert werden, vorzugsweise in einem geschlossenen
Behälter, um eine Absorption von Luftfeuchtigkeit zu verhindern, oder in einem Raum mit einer kontrollierten
relativen Luftfeuchte von (50 5) %.

5 Herstellung von Probekörpern

5.1 Probekörperdicke
Es ist die Probekörperdicke zu verwenden, die in den jeweiligen Prüfverfahren festgelegt ist. Es wird jedoch
empfohlen, bei eigens vulkanisierten Prüfplatten für alle Prüfungen die Probekörperdicke aus Tabelle 2
einzuhalten, wenn nicht aus technischen Gründen andere Dicken erforderlich sind.

Tabelle 2 — Bevorzugte Probekörperdicke

Probekörperdicke Grenzabmaße
mm
mm
1 0,1
2 0,2
4 0,2
6,3 0,3
12,5 0,5

5.2 Einstellen der Dicke

5.2.1 Allgemeines

Es kann vorkommen, dass Prüfmaterial, insbesondere Fertigteile, nicht die erforderlichen Dicke, wie in
Tabelle 2 empfohlen, aufweist, so dass Verfahren erforderlich sind, um die Dicke innerhalb der festgelegten
Grenzabmaße einzustellen. Empfohlene Verfahren werden in 5.2.2 beschrieben. In den meisten Fällen muss
die Einstellung der Dicke am Material vorgenommen werden, bevor die Probekörper ausgeschnitten werden.
Für die meisten Polymere gilt, dass das Spalten oder Polieren die Oberfläche verändert. Werden oberflächen-
abhängige Eigenschaften gemessen, können andere Dicken, als in Tabelle 2 angegeben, festgelegt werden,
um die Originaloberfläche zu erhalten.

5.2.2 Techniken

5.2.2.1 Entfernen von mit dem Elastomer verbundenen Textilien

Bei der Trennung ist vorzugsweise der Gebrauch von Flüssigkeiten, die zum Quellen führen, zu vermeiden.
Ist das nicht möglich, kann eine ungiftige Flüssigkeit mit niedrigem Siedepunkt, wie Isooctan
(2,2,4-Trimethylpentan), verwendet werden, um die Kontaktfläche zu benetzen. Es muss sorgfältig darauf
geachtet werden, ein übermäßiges Dehnen des Elastomers während des Trennvorgangs zu vermeiden,
indem nur in kleinen Schritten getrennt und das Elastomer jeweils in der Nähe der Trennzone angefasst wird.
Wird eine Flüssigkeit verwendet, ist das Elastomer so zu lagern, dass ein ungehindertes Verdunsten der
Flüssigkeit möglich ist und für ein komplettes Verdunsten der Flüssigkeit ausreichend Zeit, vorzugsweise
mindestens 16 h, bleibt, bevor die Probekörper zugeschnitten und geprüft werden.

7
DIN ISO 23529:2012-10

5.2.2.2 Schneidverfahren

Ist es erforderlich, größere Elastomerdicken abzutragen oder eine Anzahl Scheiben aus einem dicken
Elastomerstück herzustellen, sind Schneidverfahren, wie in 5.2.3.1 und 5.2.3.2 festgelegt, anzuwenden.

5.2.2.3 Schleifverfahren
Ist es notwendig, Unebenheiten an der Oberfläche, wie Gewebeabdrücke oder Welligkeiten infolge eines
Kontaktes mit Gewebelagen oder Heizleinen (die im Rahmen der Vulkanisation verwendet wurden), oder
Unebenheiten durch Schneiden zu entfernen, so sind dafür Geräte, wie in 5.2.3.3 oder 5.2.3.4 festgelegt, zu
verwenden.

5.2.3 Geräte zur Probekörperherstellung


5.2.3.1 Rotierendes Schneidgerät
Die Einrichtung basiert auf kommerziellen Schneidemaschinen. Die Maschine besteht aus einem motor- oder
handgetriebenen Kreismesser geeigneten Durchmessers mit einem beweglichen Schneidtisch, der die Probe
an die Schneide heranführt.

Ein einstellbarer Feinvorschub, der an dem Schneidtisch angebracht ist, führt das Elastomer an die
Schnittebene und bestimmt die Dicke der Scheiben. Es müssen Spannvorrichtungen vorhanden sein, um das
Elastomer festzuhalten. Das Messer muss vorzugsweise mit einer verdünnten, wässrigen Netzmittellösung
geschmiert werden, um den Schneidvorgang zu erleichtern.

5.2.3.2 Schälmaschinen

Diese Vorrichtung basiert auf kommerziellen Lederspaltmaschinen und es gibt geeignete Bauarten, um
Streifen von etwa 50 mm Breite und einer Dicke von bis zu 12 mm zu schneiden. Es müssen Vorrichtungen
vorhanden sein, um die Schnittdicke zu verändern, und Fütterungswalzen sind vorzusehen, die das Material
am Messer vorbeiführen. Es ist dafür zu sorgen, dass das Messer scharf bleibt. Es gibt Zubehörteile zum
Abspalten und Schneiden von Abschnitten aus Kabelummantelungen.

5.2.3.3 Schleifscheiben

Die Schleifvorrichtung muss aus einem Schleifgerät mit motorgetriebener Schleifscheibe bestehen. Es ist
wichtig, dass das Rad schlagfrei und ohne Vibrationen läuft und die Wirkfläche auf Basis von Aluminiumoxid
oder Siliziumkarbid gleichmäßig und griffig ist. Das Schleifgerät kann mit einem Feinschub ausgerüstet sein,
so dass sehr geringe Schleiftiefen ermöglicht werden können, um ein Überhitzen zu vermeiden. Es sind
geeignete Befestigungsmittel vorzusehen, um eine übermäßige Verformung des Elastomers zu vermeiden
und Vorrichtungen, um das Elastomer kontrolliert an der Schleifscheibe vorbeizuführen.
ANMERKUNG Scheiben von 150 mm Durchmesser, die mit einer Umfangsgeschwindigkeit von 10 m/s bis 12 m/s
arbeiten, bezeichnet mit C-30-P-4-V für den Vorschliff und mit C-60-P-4-V für den Feinschliff (siehe ISO 525) [1], haben
sich als geeignet erwiesen.

Im ersten Durchgang darf die Schleiftiefe 0,2 mm nicht übersteigen. Aufeinander folgende Schliffe müssen
zunehmend feiner ausfallen, um ein Überhitzen zu vermeiden. Die Schleiftiefe darf nicht über den Punkt
hinaus festgesetzt werden, wo Dickenungleichmäßigkeiten beseitigt sind. Zur Entfernung dickerer Elastomer-
schichten sind Schneidtechniken, wie in 5.2.3.1 oder 5.2.3.2 beschrieben, zu verwenden.

5.2.3.4 Flexible Schleifbänder

Das Gerät muss entweder aus einer motorgetriebenen Walze, auf der ein spiralförmiger Streifen des
Schleifbandes befestigt ist, oder aus zwei Rollen, von denen die eine durch einen Motor angetrieben wird und
die andere einstellbar ist, bestehen, um das Schleifband zu spannen und das Band zu zentrieren. Die
Schleifbänder müssen aus Gewebe, Papier oder einer Kombination beider bestehen, mit einem Schleifmittel
aus Aluminiumoxid oder Siliziumkarbid, das mit einem wasserbeständigen Harz auf das Band aufgeklebt ist.
Es müssen Vorrichtungen vorhanden sein, die das Material ohne übermäßige Verformung festhalten und
langsam an das Schleifband heranführen.

8
DIN ISO 23529:2012-10

ANMERKUNG Eine Umfangsgeschwindigkeit des Bandes im Bereich von 20 m/s 5 m/s hat sich als geeignet
erwiesen.

In der Praxis sind Abtragungsraten von mehreren zehntel Millimetern Elastomer möglich, da die Erwärmung
wesentlich geringer ist, als beim Verfahren in 5.2.3.3. Der Schliff kann entweder gegen die Walze, gegen eine
der Rollen oder gegen das gespannte Schleifband zwischen den Rollen erfolgen.

5.3 Probekörper-Schneidgeräte

5.3.1 Aufbau der Schneidgeräte

Ausführung und Bauart des Schneidgerätes oder der eingesetzten Stanze hängen von der Dicke und der
Härte des zu prüfenden Materials ab. Im Falle von dünnem Material sind Vertikal- oder Kreis-
Schneidetechniken zu verwenden, wie in 5.3.2, 5.3.3 oder 5.3.4 festgelegt. Für dickere Materialien,
üblicherweise ab 4 mm, ist eine Kreis-Schneidetechnik, wie in 5.3.4 festgelegt, empfehlenswert, um den Grad
der Wölbung bei Schnittflächen infolge Stauchung des Elastomers während des Schneidens zu verringern.
Für Schneidvorrichtungen mit nicht auswechselbaren Klingen ist eine geeignete Ausführung der Schneide in
Bild 1 wiedergegeben.

5.3.2 Schneidvorrichtungen mit nicht auswechselbarer Klinge

Diese Schneidvorrichtungen müssen aus hochwertigem Werkzeugstahl bestehen und können entweder aus
einem Stück (massives Metall) gearbeitet oder aus zwei Stücken zusammengesetzt werden. Sie können
gestaltet sein, um einzelne oder mehrere Probekörper herauszuschneiden. Es ist notwendig, dass die
Konstruktion eine ausreichende Steifigkeit sicherstellt, um eine Verformung der Schneidkontur zu verhindern,
außerdem ist die Schneidvorrichtung vorzugsweise mit einem Auswerfer zur Entfernung des Probekörpers zu
versehen. Falls vorhanden, sind solche Auswerfer so zu konstruieren, dass sie sich noch für Material bis zu
einer maximalen Schnittdicke von in der Regel 4,2 mm eignen. Wenn keine Auswerfer vorhanden sind, muss
eine Zugriffsmöglichkeit von der Rückseite her bestehen, um dem Prüfer ein Entnehmen der Probekörper,
ohne Beschädigung der Schneiden, zu gestatten. Die Schneide ist, wie in 5.4 festgelegt, scharf und frei von
Scharten zu halten, um Riefen in den Schnittflächen des Probekörpers zu vermeiden.

9
DIN ISO 23529:2012-10

Maße in Millimeter

Legende
1 Grundfläche, mit etwa 6 mm Breite
2 innere Klingenoberfläche

Bild 1 — Beispiel für eine geeignete Schneidenausführung

5.3.3 Schneidvorrichtungen mit auswechselbarer Klinge

Diese Schneidvorrichtungen müssen über geschliffene Streifen aus hoch-kohlenstoffhaltigem Stahl, wie
Klingen mit einer Schneide, die ausreichend biegsam sind und sich der gewünschten Schneidkontur
anpassen, verfügen. Die Klinge muss sicher zwischen geformten metallischen Distanzstücken und geformten
Führungsleisten eingespannt sein, die der geforderten Schnittkontur entsprechen. Die Distanzstücke und
geformten Leisten müssen ausreichend dick sein, um die Schneidklinge so zu halten, dass sie unter normalen
Umständen nicht mehr als 2,5 mm aus der Oberfläche herausragt. Die Rückseite der Schneidklinge muss auf
einer massiven Metallfläche aufliegen. Die Schneidvorrichtung muss vorzugsweise mit einem Auswerfer zur
Entfernung des Probekörpers versehen sein. Falls vorhanden, sind solche Auswerfer so zu konstruieren, dass
sie sich noch für Material bis zu einer maximalen Schnittdicke von in der Regel 2,2 mm eignen. Sind keine
Auswerfer vorgesehen, muss ein Zugriff von der Rückseite möglich sein, um dem Prüfer ein Entnehmen der
Probekörper, ohne Beschädigung der Schneide, zu gestatten. Kontrollen sind vorzunehmen, um
sicherzustellen, dass die Klinge während des Schnittes nicht signifikant verformt wird, besonders bei
Elastomeren mit großer Härte.

5.3.4 Kreisschneider

Es sind entweder ringförmige oder kreisbogenförmige Schneidmesser oder Schneidklingen zu verwenden, die
in einem geeigneten Anschlussstück gehalten werden, um sie in Bohrmaschinen einspannen zu können. Es
ist eine Vorrichtung anzubringen, die das Probenmaterial während des Schneidens festhält. Das kann durch
eine Kombination aus einem in das Anschlussstück eingebauten Niederhalter, zur Fixierung des Mittelteils
des Elastomers mit einer metallischen Druckplatte, die ein Mittelloch hat, das größer als das zu schneidende

10
DIN ISO 23529:2012-10

Loch ist, oder durch eine Vakuum-Haltevorrichtung, die Unterdruck auf der Unterseite des Elastomers erzeugt,
realisiert werden. Vorrichtungen zur Schmierung der Oberfläche des Elastomers während des Schneidens
können vorgesehen werden. Um einen senkrechten Schnitt zu erzielen, hat sich ein zweites Messer mit einem
größeren Durchmesser, das zur selben Zeit arbeitet, wie das den Probekörper ausschneidende Messer, als
nützlich herausgestellt. Die Schneidmesser und die Geschwindigkeit des Bohrkopfes sind der Dicke des zu
schneidenden Elastomers anzupassen. Die Schneide eines kreisbogenförmigen Schneidgerätes muss einen
Anstellwinkel haben und scharf geschliffen sein, um das Eindringen in das Elastomer zu erleichtern. Es ist
wichtig, den Schnittbereich ausreichend durch einen transparenten Schirm abzudecken, der die Kontrolle des
Schneidvorgangs erlaubt. Andere Verfahren, bei denen das Elastomer relativ zu einem fest stehenden
Messer oder einer Klinge dreht, können ebenfalls angewendet werden.

5.4 Wartung der Schneidvorrichtungen


Es ist ständig darauf zu achten, dass die Schneiden der Schneidausrüstung geschützt und gewartet werden,
da jegliches Stumpfwerden, jegliche Scharte oder jegliches Verbiegen der Schneide zu fehlerhaften
Probekörpern führen kann, die ihrerseits atypische Ergebnisse bringen.

Während der Lagerung müssen die Schneidvorrichtungen entweder mit der Schneide auf einer weichen
Unterlage, wie Schaumstoff, oder vorzugsweise so gelagert werden, dass die Schneide überhaupt nicht mit
irgendeiner Fläche in Berührung kommt.

5.5 Herstellung von Probekörpern durch Heizen

5.5.1 Prüfplatten

Wenn Prüfplatten geheizt werden (siehe Anmerkung), sind sie so zu vulkanisieren, dass der
Vulkanisationsgrad des Endproduktes so genau wie möglich reproduziert wird. Zuerst werden die Platten auf
die Dicke, wie sie das jeweils relevante Verfahren vorgibt, gepresst und danach die Probekörper mit einer
Schneidvorrichtung ausgeschnitten.
ANMERKUNG Geeignete Verfahren zum Heizen von Prüfplatten und Prüfscheiben sind in ISO 2393 [2] festgelegt.

5.5.2 Prüfkörper

Wenn Prüfkörper, z. B. in der Form von Platten, geheizt werden, sind sie so zu vulkanisieren, dass der
Vulkanisationsgrad des Endproduktes so exakt wie möglich reproduziert wird.
5.5.3 Thermoplasten

Thermoplast-Muster müssen in Übereinstimmung mit der Herstellervorschrift für Anwendung, Typ und Größe
der Presse geheizt werden.

6 Konditionierung

6.1 Allgemeines
Sind Temperatur und Luftfeuchte vorgeschrieben, so ist eine Konditionierung über mindestens 16 h
unmittelbar vor Prüfbeginn einzuhalten.
Ist eine der Standard-Labortemperaturen vorgeschrieben und keine Kontrolle der Luftfeuchte erforderlich, so
ist eine Konditionierungsdauer von mindestens 3 h unmittelbar vor Prüfbeginn einzuhalten.
Ist eine andere Temperatur als die Standard-Labortemperatur vorgeschrieben und keine Kontrolle der
Luftfeuchte erforderlich, so ist eine Konditionierungsdauer, die dem Elastomer ermöglicht, das
Temperaturgleichgewicht mit der Umgebung zu erreichen, oder die angegebene Dauer aus der geltenden
Vorschrift für das zu prüfende Prüfmaterial oder Fertigteil zu wählen.
Probeköper aus geschäumten Mustern müssen vor der Prüfung konditioniert werden.

11
DIN ISO 23529:2012-10

6.2 Konditionierungsdauer für niedere oder erhöhte Temperaturen

Anhang A gibt den berechneten Zeitaufwand für das Erreichen der festgelegten Prüftemperatur mit einer
Abweichung von nicht mehr als 1 °C im Mittelpunkt des Probekörpers, beginnend bei einer Temperatur von
20 °C, an. Die benötigte Zeit ist abhängig von Geometrie, Material und dem Medium für die
Wärmeübertragung.

7 Messung der Probekörpermaße


ANMERKUNG Für die Messung der Dicke der Probekörper zu Kontrollzwecken wird auf ISO 3302-1 [3] verwiesen.

7.1 Verfahren A – Für Maße 30 mm

Dieses Verfahren ist geeignet, wenn die jeweilige Abmessung kleiner als 30 mm ist, der Probekörper
zwischen zwei flachen, parallelen Oberflächen liegt und die anderen Maße so sind, dass der angewendete
Druck keine nennenswerte Verformung verursacht.
Die verwendete Apparatur muss aus einer flachen, starren Basisplatte für den Probekörper oder das Fertigteil
und einem Messgerät mit einem flachen, runden Fuß mit einem Durchmesser von 2 mm bis 10 mm, der auf
den Probekörper oder das Fertigteil einen vorgegebenen Druck ausübt, bestehen.
Das Messgerät muss geeignet sein, die Dicke mit einer Abweichung von höchstens 1 % oder 0,01 mm – dem
jeweils kleineren Wert – zu messen. Es wird empfohlen, ein digitales Messgerät mit einer Auflösung von
0,001 mm zu verwenden.
Der runde Fuß darf den Probekörper oder das Fertigteil nicht überragen und muss einen Druck von
22 kPa ! 5 kPa bei Elastomeren !"#$!%$&#'(&"$#) 35 IRHD, oder bei einer Härte < 35 IRHD einen Druck von
10 kPa ! 2 kPa ausüben. Für Referenzzwecke ist die für die Anwendung der festgelegten Drücke von
10 kPa ! 2 kPa und 22 kPa ! 5 kPa bei verschiedenen Fußdurchmessern jeweils benötigte Materialmenge in
Tabelle 3 aufgeführt.
Tabelle 3 — Oberflächendruck als Funktion des Fußdurchmessers

Fußdurchmesser Benötigte Menge in Gramm für einen Druck von

mm 10 kPa ± 2 kPa 22 kPa ± 5 kPa


2 3 7
3 7 16
4 13 28
5 20 44
6 29 63
8 51 113
10 80 176

Falls es mit der Messeinrichtung möglich ist, den Druck so einzustellen, dass er sich der Geometrie des
Probekörpers oder des Produktes anpasst, kann die Forderung, dass der Fuß nicht über den Rand hinausragt,
unberücksichtigt bleiben. Während der Messung muss der Probekörper oder das Produkt flach am Fuß
anliegen.
ANMERKUNG Diese Apparatur kann auch für andere Probekörper, die nicht über flache, parallele Oberflächen
verfügen, angewandt werden, vorausgesetzt, die Messbedingungen entsprechen dem relevanten Standard.

Es müssen mindestens drei Messungen für jede zu bestimmende Größe erfolgen, der jeweilige Medianwert
ist zu dokumentieren.

12
DIN ISO 23529:2012-10

7.2 Verfahren B – Für Maße zwischen 30 mm und ! 100 mm

Die Messung muss mittels eines Messschiebers erfolgen, der geeignet ist, die Dicke mit einer Abweichung
von höchstens 1 % zu messen. Jede Messung muss entlang einer Linie, senkrecht zu den jeweils gegenüber-
liegenden Flächen des Probekörpers oder des Fertigteils, die die Maße der Messung definieren, durchgeführt
werden. Die Messung muss am unterstützten Probekörper oder Fertigteil erfolgen, so dass die gemessene
Dimension nicht durch eine Verformung des Probekörpers oder des Fertigteils beeinträchtigt wird.
Der Messschieber muss so eingestellt werden, dass die Flächen, die die Oberfläche des Probekörpers oder
des Fertigteils berühren, diese nicht zusammendrücken.
Es müssen mindestens drei Messungen für jede zu bestimmende Größe erfolgen, der jeweilige Medianwert
ist zu dokumentieren.

7.3 Verfahren C – Für Maße " 100 mm

Die Messung muss mittels eines graduierten Lineals oder Bandmaßes mit einer Abweichung von höchstens
1 mm erfolgen.
Jede Messung muss entlang einer Linie, senkrecht zu den jeweils gegenüberliegenden Flächen des
Probekörpers oder des Fertigteils, die die Maße der Messung definieren, durchgeführt werden.
Es müssen mindestens drei Messungen für jede zu bestimmende Größe erfolgen, der jeweilige Medianwert
ist zu dokumentieren.

7.4 Verfahren D – Berührungsloses Verfahren

Dieses Verfahren, bei dem keinerlei Berührung mit dem Elastomer erfolgt, kann erforderlich sein, wenn der
Probekörper oder das Fertigteil eine spezielle Form hat (z. B. O-Ringe oder Probekörper von Schläuchen).
Verschiedene Typen von optischen Geräten, z. B. ein Messmikroskop, ein Projektionsmikroskop oder ein
Shadowgraph können hierfür verwendet werden.

Das Messgerät muss geeignet sein, die Dicke mit einer Abweichung von höchstens 1 % oder 0,01 mm – dem
jeweils kleineren Wert – zu messen.

Es müssen mindestens drei Messungen für jede zu bestimmende Größe erfolgen, der jeweilige Medianwert
ist zu dokumentieren.

8 Versuchsbedingungen

8.1 Dauer der Prüfung

Die benötigte Zeit, um alle Veränderungsstufen in einem Probekörper (z. B. während der Alterung) zu erzielen,
hängt stark vom Elastomertyp, seiner Zusammensetzung, dem Stadium der Vulkanisation und der
Beschaffenheit und Genauigkeit der Messumgebung ab. Ist eine ausführliche Untersuchung gefordert, werden
die Veränderungen üblicherweise mittels festgesetzter Prüfintervalle überwacht. Zu Kontrollzwecken ist so ein
Vorgehen üblicherweise nicht notwendig und nur eine Prüfperiode kann ausreichend sein. In beiden Fällen
wird eine Auswahl der Prüfperiode(n) aus Tabelle 4 empfohlen.

13
DIN ISO 23529:2012-10

Tabelle 4 — Bevorzugte Prüfperioden

Prüfperiode Grenzabweichungen
h h
8
0,25
16
24
0
48
–2
72
168
2
Vielfache von 168
ANMERKUNG Die Grenzabweichungen sind in Prozent nicht
einheitlich, sondern werden traditionell so genutzt, um den
Gegebenheiten im Arbeitsalltag Rechnung zu tragen.

In Fällen, in welchen aus technischen Gründen engere Grenzabweichungen notwendig sind, müssen diese
wie in dem Prüfverfahren definiert sein.

8.2 Temperatur und Feuchte

8.2.1 Standard-Labortemperatur und -luftfeuchte

Die Standardbedingungen für Temperatur und Luftfeuchte müssen den in Abschnitt 3 definierten
Standardbedingungen entsprechen.

8.2.2 Andere Prüftemperaturen

Ist eine niedere oder erhöhte Temperatur erforderlich, ist diese den Werten in Tabelle 5 zu entnehmen, es sei
denn, technische Gründe erfordern anderes.

Engere Grenzabweichungen dürfen in Fällen festgelegt werden, wo es nötig erscheint, um reproduzierbare


Ergebnisse zu erhalten.

14
DIN ISO 23529:2012-10

Tabelle 5 — Prüftemperaturen

Prüftemperatur Grenzabweichungen
°C °C
– 85
– 70
– 55
2
– 40
– 25
– 10
0
40
55
1a
70
85
100
125
150
175
200 2
225
250
275
300
a Immer dort, wo der Einsatz einer Handschuhbox erforderlich ist,
werden die Grenzabweichungen auf ± 2 °C erweitert.

9 Prüfkammern

9.1 Allgemeine Bestimmungen für temperaturkontrollierte Kammern

Das Eintauchmedium der Kammer darf keinen signifikanten Einfluss auf die Eigenschaften der Probekörper
haben. Die Temperatur in dem Teil der Kammer, in dem sich der Probekörper befindet, ist so zu bestimmen,
dass sie innerhalb der durch das jeweilige Prüfverfahren festgelegten Grenzabweichungen liegt. Das
Eintauchmedium muss gründlich in der ganzen Kammer zirkulieren. Eine automatische Temperaturregelung
wird bevorzugt. Nach Einsetzen des Probekörpers oder der Prüfapparatur ist die eingestellte Temperatur bei
minimaler Über- oder Unterschreitung gleichmäßig und so schnell als möglich wiederherzustellen, in jedem
Fall dürfen 15 min nicht überschritten werden; besondere Sorgfalt erfordern gasförmige Medien.

15
DIN ISO 23529:2012-10

Die Kammer muss thermisch isoliert sein, um bei Prüfung mit niederen Temperaturen eine Kondensation an
den Außenseiten und bei Prüfung mit erhöhten Temperaturen Beschwerden bei Berührung zu vermeiden. Ist
ein Fenster zur Beobachtung der Prüfeinrichtung, z. B. zum Ablesen von Messgeräten, erforderlich, muss es
so konstruiert sein, dass eine adäquate thermische Isolation sichergestellt ist und eine Kondensation
verhindert wird.
Bei flüssigen Medien kann die Temperatur durch in das Medium eingetauchte Elemente oder durch Zirkulation
des Mediums durch einen außerhalb der Kammer befindlichen Wärmeaustauscher geregelt werden.

Die Konstruktion der Kammer hängt von der Art des Eintauchmediums ab. Bei gasförmigen Medien ist ein
Seitenzugang für das Einsetzen des Probekörpers zweckmäßig, und notwendig, wenn die Prüfeinrichtung von
der Seite bedient wird. Um eine gleich bleibende Temperatur sicherzustellen und Strahlungseffekte zu
minimieren, müssen die Innenwände der Kammer aus einem guten thermischen Leitmaterial, vorzugsweise
aus Aluminium oder aus verzinktem Kupfer, bestehen. Ist ein manuelles Bedienen der Einrichtung innerhalb
der Kammer notwendig (ausgenommen beim Einsetzen und Entfernen des Probekörpers), müssen mit
Handschuhen bestückte Handöffnungen und isolierte Manschetten in die Kammerwände – wo immer
möglich – fest eingebaut sein.

9.2 Kammern für die Messung bei erhöhten Temperaturen


9.2.1 Kammern mit gasförmigen Medien für die Wärmeübertragung

Das gasförmige Medium muss mittels geeigneter elektrischer Heizelemente erwärmt werden, während ein
Ventilator oder Lüfter eine adäquate Zirkulation des Gases sicherstellen. Die Heizelemente müssen
abgeschirmt sein, um eine direkte thermische Strahlung auf den Probekörper zu vermeiden.
Um die notwendige Präzision bei der Temperaturkontrolle zu erhalten, muss das Heizsystem
a) über ein Gas-Umlaufsystem verfügen;
b) so gebaut sein, dass der größte Teil der benötigten Wärme kontinuierlich abgegeben wird und die
Restmenge periodisch über eine Temperaturkontrolle oder mittels einer Dosiereinheit in der
Wärmeversorgung eingespeist wird, um große zyklische Schwankungen in der Temperatur zu vermeiden.

9.2.2 Kammern mit flüssigen Medien für die Wärmeübertragung

Diese Kammern müssen vorzugsweise nach den gleichen Prinzipien gebaut sein, wie in 9.2.1 beschrieben,
jedoch mit einem Tauchsieder anstelle der in 9.2.1 benutzten Heizelemente und einem Rührer oder einer
Pumpe anstelle eines Ventilators oder eines Lüfters.

9.2.3 Fließbetten

Solche Kammern müssen vorzugsweise ein Bett aus inertem Material aufweisen, welches durch ein
geeignetes Gas, das mit einer entsprechenden Geschwindigkeit durch das Bett geleitet wird,
„verflüssigt“ werden kann.

9.3 Kammern für die Messung bei niederen Temperaturen

9.3.1 Mechanisch gekühlte Einheiten

Im Allgemeinen verfügen mechanisch gekühlte Niedrigtemperatur-Kammern über einen mehrstufigen


Kompressor und geeignete Kühlspiralen, die die Prüfkammer umgeben.

9.3.2 Einheiten mit festem Kohlenstoffdioxid (Direktkühler)

In einem Direktkühler, einer durch festes Kohlenstoffdioxid gekühlten Niedrigtemperatur-Kammer, sorgt ein
geeigneter Ventilator oder Lüfter, der sich in dem Kammerteil mit dem festen Kohlenstoffdioxid befindet, dafür,
dass der Kohlenstoffdioxid-Dampf von diesem Kammerteil in den Kammerteil, in dem sich der Probekörper
befindet, und zurück zirkuliert.

16
DIN ISO 23529:2012-10

9.3.3 Einheiten mit festem Kohlenstoffdioxid (indirekte Kühlung)

Bei der indirekten Kühlung in einer durch festes Kohlenstoffdioxid gekühlten Niedrigtemperatur-Kammer wird
Luft zur Wärmeübertragung genutzt, der Probekörper kommt nicht mit Kohlenstoffdioxid-Dampf in Berührung.

9.3.4 Geschlossene Kühleinheit

Oft ist es wünschenswert, die Prüfeinrichtung in der Prüfkammer unterzubringen und temperaturgeregelte
kalte Luft oder Kohlenstoffdioxid-Dampf aus einem separaten Kühlsystem mittels isolierter Leitungen (Kanäle)
oder Rohre in die Prüfkammer und zurück zirkulieren zu lassen.

9.3.5 Flüssiger Stickstoff

Zur Temperaturkontrolle kann bei Bedarf flüssiger Stickstoff in die Kammer eingespritzt werden oder,
alternativ, kann eine zur Einstellung der Temperatur ausreichende Menge Gas durch die Kammer und durch
einen Behälter mit flüssigem Stickstoff außerhalb der Kammer zirkuliert werden. Wird flüssiger Stickstoff
eingespritzt, muss er vollständig verdampft sein und die Prüftemperatur vor Kontakt mit der Prüfeinrichtung
oder dem Probekörper erreicht haben.

10 Prüfbericht
Der Prüfbericht muss mindestens die folgenden Informationen enthalten:

a) Heizbedingungen und das Datum der Vulkanisation (gegebenenfalls);

b) das für die Probekörperherstellung angewendete Verfahren;

c) Details zur Probekörperkonditionierung;

d) das (die) angewendete(n) Verfahren für die Messung der Probekörpermaße und die Prüfergebnisse;

e) Prüftemperatur und Feuchte, wenn dies angezeigt ist;

f) eine Verweisung auf diese Internationale Norm (ISO 23529:2010).

17
DIN ISO 23529:2012-10

Anhang A
(normativ)

Heizzeiten für Probekörper aus Elastomer

Die Tabellen A.1 bis A.3 zeigen den berechneten Zeitaufwand für das Erreichen der festgelegten
Prüftemperatur mit einer Abweichung von nicht mehr als 1 °C im Mittelpunkt des Probekörpers, beginnend bei
einer Temperatur von 20 °C. Die benötigte Zeit ist abhängig von Geometrie, Material und dem Medium für die
Wärmeübertragung.
Individuelle Berechnungen für die jeweils aktuellen Probekörper durchzuführen, ist nicht praktikabel.
Glücklicherweise fallen fast alle Probekörper in drei geometrische Kategorien: Scheiben, flache Platten und
flache Streifen. Stab-Probekörper, die für Zugversuche verwendet werden, können als flache Streifen
angesehen werden.
Die Konditionierungszeit hängt von den thermischen Eigenschaften des Probenmaterials ab. Für Elastomer
kann die Temperaturleitzahl mit 0,1 mm2/s und die Wärmeleitfähigkeit mit 0,2 W/(m·K) angenommen werden.
Die meisten der temperaturkontrollierten Kammern arbeiten entweder mit Luft oder mit einer Flüssigkeit als
Medium für die Wärmeübertragung. Zur Erstellung der Tabellen wurde ein Koeffizient für die
Wärmeübertragung mit Luft von 20 W/(m2·K) zugrunde gelegt. Verschiedene Flüssigkeiten haben
verschiedene Koeffizienten für die Wärmeübertragung, aber für die meisten kann ein Wert von 750 W/(m2·K)
angenommen werden.
Die Konditionierung ist nicht zeitkritisch, obgleich es erforderlich ist, dem Probekörper genügend Zeit zu
geben, den Gleichgewichtszustand zu erreichen. Alle in der Tabelle angegebenen Zeiten wurden auf das
nächsthöhere Vielfache von 5 min aufgerundet.

18
DIN ISO 23529:2012-10

Tabelle A.1 — Scheiben


Medium Temp. Zeit bis 1 °C Abweichung vom Gleichgewicht, in min
°C Durchmesser, in mm
64 40 37 32 29 29 25 25 25 13 13 9,5
Höhe, in mm
38 30 10,2 16,5 25 12,5 20 10 6,3 12,6 6,3 9,5
– 50 130 75 35 45 50 35 40 25 20 20 15 15
0 95 55 25 35 40 25 30 20 15 15 10 10
50 105 60 30 35 45 30 35 20 20 20 15 15
Luft 100 130 75 35 45 55 35 45 25 20 20 15 15
150 145 85 40 50 60 40 45 30 25 25 20 20
200 155 90 40 55 65 45 50 30 25 25 20 20
250 160 95 45 55 65 45 50 30 25 25 25 20
– 50 75 35 10 15 20 10 15 5 5 5 5 5
0 60 30 10 15 15 10 15 5 5 5 5 5
50 65 30 10 15 20 10 15 5 5 5 5 5
Flüssigkeit 100 80 35 10 20 25 15 15 5 5 5 5 5
150 85 40 10 20 25 15 20 10 5 10 5 5
200 90 45 10 20 25 15 20 10 5 10 5 5
250 90 45 15 20 25 15 20 10 5 10 5 5

19
DIN ISO 23529:2012-10

Tabelle A.2 — Flache Platten

Medium Temp. Zeit bis 1 °C Abweichung vom Gleichgewicht, in min


°C Dicke, in mm
25 15 10 8 5 3 2 1 0,2
– 50 135 70 45 35 20 15 10 5 5
0 95 50 30 25 15 10 10 5 5
50 110 60 35 30 20 10 10 5 5
100 140 75 45 35 20 15 10 5 5
150 155 80 50 40 25 15 10 5 5
Luft
200 160 85 55 40 25 15 10 5 5
250 170 90 55 45 25 15 10 5 5
– 50 90 35 15 10 5 5 5 5 5
0 75 30 15 10 5 5 5 5 5
50 80 30 15 10 5 5 5 5 5
100 90 35 20 10 5 5 5 5 5
150 95 40 20 10 5 5 5 5 5
Flüssigkeit
200 100 40 20 15 5 5 5 5 5
250 105 40 20 15 5 5 5 5 5

20
DIN ISO 23529:2012-10

Tabelle A.3 — Flache Steifen

Medium Temp. Zeit bis 1 °C Abweichung vom Gleichgewicht, in min


°C Breite, in mm
25,4 15,0 12,7
Dicke, in mm
12,7 10,0 9,5 6,5 5,0 3,0 2,0 1,0 15,0 12,7 10,0 9,5 6,5 5,0 3,2 3,0 2,0 1,0
– 50 45 35 35 25 20 15 10 5 35 30 25 25 20 15 15 10 10 5
0 30 25 25 20 15 10 10 5 30 25 20 20 15 15 10 10 5 5
50 35 30 30 20 15 10 10 5 30 25 20 20 15 15 10 10 10 5
Luft 100 45 35 35 25 20 15 10 5 40 30 30 25 20 20 15 10 10 5
150 50 40 40 30 20 15 10 5 40 35 30 30 25 20 15 15 10 5
200 50 40 40 30 20 15 10 5 45 35 30 30 25 20 15 15 10 5
250 55 45 40 30 25 15 10 5 45 40 35 35 25 20 15 15 10 5
– 50 15 10 10 5 5 5 5 5 10 10 10 10 5 5 5 5 5 5
Flüssig- 0 10 10 10 5 5 5 5 5 10 10 5 5 5 5 5 5 5 5
keit 50 15 10 10 5 5 5 5 5 10 10 5 5 5 5 5 5 5 5
100 15 10 10 5 5 5 5 5 10 10 10 10 5 5 5 5 5 5
150 15 10 10 5 5 5 5 5 15 10 10 10 5 5 5 5 5 5
200 15 10 10 5 5 5 5 5 15 10 10 10 5 5 5 5 5 5
250 15 10 10 5 5 5 5 5 15 10 10 10 5 5 5 5 5 5

21
DIN ISO 23529:2012-10

Tabelle A.3 (fortgesetzt)

Medium Temp. Zeit bis 1 °C Abweichung vom Gleichgewicht, in min


C Breite, in mm
6,35 4,0
Dicke, in mm
12,7 10,0 6,5 5,0 3,0 2,0 1,5 1,0 12,7 10,0 6,5 5,0 3,0 2,0 1,0
– 50 20 20 15 15 10 10 5 5 15 15 10 10 10 5 5
0 15 15 10 10 10 5 5 5 10 10 10 10 5 5 5
50 15 15 15 10 10 5 5 5 10 10 10 10 10 5 5
Luft 100 20 20 15 15 10 10 5 5 15 15 10 10 10 10 5
150 25 20 15 15 10 10 10 5 15 15 15 10 10 10 5
200 25 20 20 15 10 10 10 5 15 15 15 15 10 10 5
250 25 25 20 15 10 10 10 5 20 15 15 15 10 10 5
– 50 5 5 5 5 5 5 5 5 5 5 5 5 5 5 5
0 5 5 5 5 5 5 5 5 5 5 5 5 5 5 5
50 5 5 5 5 5 5 5 5 5 5 5 5 5 5 5
Flüssig- 100 5 5 5 5 5 5 5 5 5 5 5 5 5 5 5
keit 150 5 5 5 5 5 5 5 5 5 5 5 5 5 5 5
200 5 5 5 5 5 5 5 5 5 5 5 5 5 5 5
250 5 5 5 5 5 5 5 5 5 5 5 5 5 5 5

22
DIN ISO 23529:2012-10

Literaturhinweise

[1] ISO 525, Bonded abrasive products — General requirements

[2] ISO 2393, Rubber test mixes — Preparation, mixing and vulcanization — Equipment and procedures

[3] ISO 3302-1, Rubber — Tolerances for products — Part 1: Dimensional tolerances

23