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THEMENPAPIER

Architektur als Beitrag zu


qualitativen Formen
städtischer Dichte

Technische Universität Graz


Institut für Gebäudelehre
12/2010
Inhalt

Vorwort 7

Einleitung / Thema 8

Dichteanalyse Reininghausgründe, Graz 12

Dense Cities Workshop 14

Manfred Schenekl 18

Georg Poduschka 29

Mark Gilbert / trans_city ZT gmbh 30

Christian Müller Inderbitzin 32

Christoph Lammerhuber 33

Thomas Pucher 38

Sandra Manninger / del Campo Manninger architecture & design 40

Anna Popelka 48

Much Untertrifaller 49

Rainer Pirker 50

Hubertus Adam 54

Acht Szenarien für eine Nachverdichtung der Plüddemanngasse Graz.

Studierendenarbeit im Rahmen der Übung Workshop 3, Institut für Gebäudelehre, TU Graz 58

Impressum 76
6
Dense Cities
Vorwort

Die vorliegende Broschüre stellt ein Themenpapier für die Durchführung des Arbeitsschwerpunktes
„Dense Cities“ des Instituts für Gebäudelehre dar.
Nach einer Einführung in die Thematik werden in kurzer Form die Ergebnisse eines im September
2010 durchgeführten Workshops dargestellt. Dieser Workshop hatte zum Ziel, das thematische Feld
der städtischen Dichte zu diskutieren und mögliche Herangehensweisen anhand des Beispiels der
Stadt Graz zu erproben.
Im Anschluss werden exemplarisch die Resultate einer einwöchigen Lehreveranstaltung präsentiert,
welche sich mit Szenarien für die bauliche Nachverdichtung eines Abschnitts der Grazer Plüddemann-
gasse beschäftigt hat.
Den Hintergrund für diese Überlegungen bildet der Anspruch, neue architektonische Modelle zu entwi-
ckeln, um einem beständig wachsenden Anteil der Bevölkerung hochqualitative Lebensbedingungen
zu bieten.
Das Institut für Gebäudelehre der TU Graz hat in den vergangenen Jahren sukzessive Fragestellungen
zum Bauen im urbanen Kontext behandelt. So wurden Entwurfsprogramme in Städten wie Sibiu (Ru-
mänien) oder Valparaíso (Chile) durchgeführt, die in ihrer Ausprägung exemplarisch für die Entwick-
lung mittelgroßer Städte stehen. Der Schwerpunkt der Betrachtungen lag dabei sowohl auf der Analyse
von Lösungsansätzen für die vordringlichen sozialen Aufgaben als auch auf dem bewussten Weiterent-
wickeln und Ergänzen von städtischer baulicher Substanz.

Prof. Hans Gangoly

7
Dense Cities
Einleitung / Thema

Thematisches Umfeld Hinzu kommt, dass sowohl die Mechanismen der


globalisierten ökonomischen Systeme als auch
• Weltweiter Trend zur Urbanisierung die demografischen Entwicklungen die Urbani-
• Physische Rahmenbedingungen der Wis- sierung kontinuierlich vorantreiben.
sensgesellschaft / Schaffung kreativer Milieus
• Energiefrage / Ökologisierung
• Veränderung der Mobilität
• Kostenwahrheit in Bezug auf Infrastrukturen
und Siedlungsformen 3

• Schonung der Ressource Landschaft


• Demografischer Wandel / Überalterung der
Gesellschaft

Eine Abkehr vom ungezügelten Landverbrauch


und der Verschwendung von Ressourcen scheint
angesichts der Bedrohung durch klimatische
Veränderungen und im Sinne eines steigenden
Bewusstseins für nachhaltige Lebensweisen
unausweichlich.

Reasons for high-density living:

• living closer together encourages more


community interaction and reduces isolation
for vulnerable social groups, such as young
families;
• compact settlements require less transport Die Notwendigkeit, höher verdichtete Sieldungs-
and reduce car use with health and environ- formen zu forcieren, ist daher eine weithin akzep-
mental benefits; tierte Tatsache und hat zu der Entwicklung von
• higher-density development is environ- Konzepten wie der Compact City geführt. Diese
mentally beneficial, resulting in lower carbon finden sich auch in Entwicklungsprogrammen der
emissions; UNO (Agenda 21) und der Europäischen Kom-
• in rural areas more compact villages could mission (Green Paper of Urban Environment)
help to stem the decline in rural services, wieder.
such as shops, post offices and bus services1
Der in den letzten Jahren auch in europäischen
Dem Thema „Dichte“ und „Verdichtung“ wird Städten4 zu beobachtende Zuzug von Menschen
daher zunehmend Aufmerksamkeit gewidmet. in die Zentren der Kernstädte bei gleichzeitigem
Anlässe für diesen verstärkten Diskurs sind Anwachsen der jeweiligen Agglomerationen soll
einerseits die ökologischen Herausforderungen, nun den Ausgangpunkt für eine neue Diskussion
welche in unmittelbarem Zusammenhang mit über den Begriff der städtischen „Dichte“ bieten.
Fragen der Mobilität und des Energieaufwands
für Infrastrukturen stehen, andererseits die Dieses Themenfeld ist nicht frei von Brisanz,
Notwendigkeit effizient den Ansprüchen an die stehen doch Lebensmodelle, strukturelle politi-
komplexer werdenden Lebens- und Arbeitsumfel- sche und ökonomische Absichten sowie kulturell
der gerecht zu werden. eingebettete Gewohnheiten zur Disposition.

In den meisten Städten, gleichgültig ob in Wenn wir nicht weiter die Landschaft zerstö-
reichen oder armen Ländern, wird die po- ren wollen, müssen wir uns den Zeit gege-
tenzielle Umwelteffizienz, die sich aus einer benen Anforderungen nach Verdichtung in
dichten Besiedelung ergibt, völlig außer Acht verschärftem Maße und in verschiedenen
gelassen. Städte bieten enorme ökologische Hinsichten stellen: hinsichtlich der Dichte
8 Möglichkeiten, die bislang noch völlig ver- von Infrastrukturen, dem Landverbrauch, im
Dense Cities kannt und ungenutzt sind.2 Sinne der Entwicklung kompakter Gebäude-
und Hüllformen bei energetischen Fragestel- Im WS 2010/11 und SS 2011 werden the-
lungen sowie bezüglich der Grenzen sozialer menbezogene Lehrveranstaltungen mit ca.
Dichte, die einen völlig erschlagen kann, 300 Studierenden durchgeführt. In diesen
wenn Menschen zu eng aufeinander leben. Übungen, Workshops und Seminaren wird
Im übertragenen Sinn sprechen wir von atmo- der Begriff der städtischen Dichte in verschie-
sphärischer Dichte, die für ein urbanes Leben denen Maßstäben thematisiert und mittels
nötig ist.5 unterschiedlicher Methoden bearbeitet.

Zeitgemäße Verdichtungsansätze stehen daher 3. Styrian Academy for Sustainable Energies


in unmittelbarem Zusammenhang mit Architek-
turproduktion im städtischen Raum sowie der Diese wird unter dem Titel durch das Ins-
Entwicklung neuer Typologien und beziehen titut für Gebäudelehre und das Institut für
sich daher auch immer auf den Gebäudebestand Architekturtechnologie (Prof. Roger Riewe)
einer Stadt. ergänzend zu den Inhalten des Dense Cities
Schwerpunktes kuratiert.
http://styrianacademy.eu
Ziel
4. Internationales Symposium
Folgende Fragestellungen sollen vor dem Hin-
tergrund des aktuellen Forschungsstandes und Das Symposium im Jubiläumsjahr der TU
anhand aktueller realisierter bzw. in Planung Graz 2011 soll in zwei Abschnitten den Dis-
befindlicher Projekte diskutiert werden: kurs über die Dichte der Stadt abbilden und
Wie können neue Handlungsspielräume für mögliche Handlungsfelder darstellen. Dabei
Architekturproduktion in der Stadt des beginnen- soll der Bogen zwischen der lokalen Grazer
den 21. Jahrhunderts erobert werden. Nach dem Situation und den aktuellen globalen Tenden-
Scheitern der Utopien stellt sich die Frage, wel- zen gespannt werden.
che Strategien die Entwicklung und Umsetzung
von adäquaten Typologien und Planungsmetho- Sektion 1 beschäftigt sich mit großmaß-
den ermöglichen. stäblichen Fragestellungen zu aktuellen
Wie kann das Ziel erreicht werden, einem Tendenzen in der Stadtentwicklung zum
beständig wachsenden Anteil der Bevölkerung, Thema städtischer Dichte und dem Stand des
welcher in einer von notwendiger Effizienz ge- Diskurses zu mittelgroßen (europäischen)
prägten städtischen Umgebung lebt, hochqualita- urbanen Agglomerationen.
tive Lebensbedingungen zu bieten.
Sektion 2 legt den Schwerpunkt der Diskus-
Das Institut für Gebäudelehre beabsichtigt dieses sion auf typologische Lösungsansätze und
Thema mehrstufig zu behandeln. Best Case Beispiele erfolgreicher baulicher
Der Fokus soll dabei auf der Entwicklung von Interventionen im Stadtraum. Die Nachver-
Gebäudetypen und konkreten Interventionen dichtung bestehender städtischer Strukturen
liegen, um die Diskussion um nachvollziehbare soll ausführlich besprochen werden.
Bilder und konkrete Lösungsansätze zu berei-
chern. Aktuelle, von deren Verfassern präsentierte
internationale Beispiele sollen Möglichkeiten
und Problematiken von hoher Dichte in der
Ablauf Stadt darstellen. Den Schwerpunkt sollen die
europäischen Rahmenbedingungen bilden,
Der thematische Schwerpunkt ist in Form von wobei diese durch Beispiele z.B. aus Asien
sechs Modulen konzipiert: ergänzt werden.

1. Workshop mit ausgewählten Architektur- 5. GAM


schaffenden 2010
In GAM 08 soll die Thematik fundiert anhand
2. Themenbezogene Lehrveranstaltungen/ von Beiträgen internationaler AutorInnen 9
Diplomarbeiten vertieft werden. Dense Cities
GAM ist die offizielle Publikation der Architek- nisse direkt in Agglomerationszonen der Steier-
turfakultät der Technischen Universität Graz. mark zur Anwendung gebracht werden.
Ein mit internationalen Experten besetzter Ergänzt wird dieses Kompetenzzentrum durch
Redaktionsbeirat unterstützt die Redaktion ein Internetportal.
beim Peer-Review-Verfahren der eingereich-
ten Beiträge und bürgt für deren hohe Quali- www.densecities.org
tät. GAM wird vom Springer Verlag Wien/New
York international vertrieben.

www.gam.tugraz.at

6. Eine auf Basis der Arbeiten von Studieren- 1 Rebecca Willis: The Proximity Principle, Why we are
den erstellte Ausstellung wird im Herbst des living too far apart in Green Building Press May, 2008
Jahres 2011 die Ergebnisse des Themen- 2 Mike Davis: Wer wird die Arche bauen? Das Gebot
schwerpunktes in einer sowohl für ExpertIn- zur Utopie im Zeitalter der Katastrophen in ARCH+
nen und EntscheidungsträgerInnen als auch 196/197 Post Oil City, 2010
für Laien gestalteten Form zusammenfassen. 3 Aus: “Comparing High and Low Residential Density:
Diese Ausstellung soll im Grazer Stadtraum Life-Cycle Analysis of Energy Use and Greenhouse
das Thema erfahrbar machen. Gas Emissions,” Journal of Urban Planning and Deve-
lopment, März 2006
4 Der Zuzug in die Ballungszentren hält weiter an.
Kompetenzzentrum Das wird in der neuen Publikation „Österreichs Städte
in Zahlen 2010“ bestätigt, die von Statistik Austria in
Das Institut für Gebäudelehre sieht dieses Kooperation mit dem Österreichischen Städtebund
Symposium als ersten Schritt zum Aufbau eines erstellt wurde. So sind alleine die 72 großen Städte mit
Kompetenzzentrums betreffend städtische 10.000 und mehr Einwohnern zwischen 2001 und 2010
Dichte an der TU Graz. Dieses soll systematisch um 7% gewachsen. Pressemitteilung 9.837-279/10
relevante Inhalte sammeln und aufbereiten, um vom 09.12.2010 der Statistik Austria
Entscheidungsträgern und Experten Grundlagen 5 Mathias Müller. Im Interview mit Margarete von
zu diesem Thema zur Verfügung zu stellen. Auf Lupin „Verdichtung als kulturelle Aufgabe“ in archithese
diese Weise können die gewonnenen Erkennt- 6 Nachhaltigkeit, 2009

10
Dense Cities
11
Dense Cities
Dichteanalyse Reininghausgründe, Graz

Die folgenden Grafiken illustrieren den breiten Spielraum städtischer Dichte als Resultat bestehender
städtebaulicher Modelle. Die Beispiele beziehen sich auf das projektierte neue Stadtquartier der Rei-
ninghausgründe im Westen der Stadt Graz. Die Zahlen der Bevölkerungsdichten beziehen sich jeweils
auf die gesamten Stadtgebiete – die in den Schwarzplänen dargestellten Bebauungsstrukturen stehen
exemplarisch für historisch und kulturell bedingte unterschiedliche Zugangsweisen zu städtischem
Bauen.

Grafik: Julia Pendl

Gesamtfläche Reininhausgründe: 1,1 km2

Barcelona
15991 EW/km2
Umgelegt auf die Fläche von 1,1 km2: 17590,1 EW

Berlin
8456 EW/km2
Umgelegt auf die Fläche von 1,1 km2: 9301,6 EW

Dubrovnik
305 EW/km2
Umgelegt auf die Fläche von 1,1 km2: 335,5 EW

12
Dense Cities
Los Angeles
330,2 EW/km2
Umgelegt auf die Fläche von 1,1 km2: 363,22 EW

Manhattan
27475,5 EW/km2
Umgelegt auf die Fläche von 1,1 km2: 30223,05 EW

Paris
20807 EW/km2
Umgelegt auf die Fläche von 1,1 km2: 2287,7 EW

Graz
2017 EW/km2
Umgelegt auf die Fläche von 1,1 km2: 2218,7 EW

13
Dense Cities
Dense Cities Workshop
10./11. September 2010

In einem mehrtägigen Workshop wurden in


Zusammenarbeit mit der Stadtbaudirektion
Graz; der Landesbaudirektion Steiermark und
der Raumplanung Steiermark Erfahrungen
mit Verdichtungsszenarien ausgetauscht
und Ansätze für innovative Interventionen im
städtischen Raum ausgelotet. Als konkretes
Beispiel hat die Stadt Graz als Grundlage für
die Visualisierung dieser an sich abstrakten
Überlegungen gedient.

TeilnehmerInnen:

Hubertus Adam, Archithese, Zürich


Mark Gilbert, trans_city, Wien
Christoph Lammerhuber, pool Architektur ,
Wien
Sandra Manninger, SPAN Architects, Wien
Christian Müller Inderbitzin, emi-architekten,
Zürich
Rainer Pirker, ARCHItexture, Wien
Anna Popelka, ppag architects, Wien
Georg Poduschka, ppag architects, Wien
Thomas Pucher, Atelier Thomas Pucher, Graz
Manfred Schenekl, Wien
Much Untertrifaller, Dietrich | Untertrifaller
Architekten, Bregenz

Institut für Gebäudelehre:


Hans Gangoly
Markus Bogensberger
Andreas Lechner
Ida Pirstinger
Uli Tischler

14
Dense Cities
15
Dense Cities
16
Dense Cities
17
Dense Cities
Manfred Schenekl

Wichtig ist, dass man Dichte legitimiert – warum


baut man dicht? Dichte ist ein stark ideologischer
Begriff mit Krisenwirkung. In den 60er Jahren
des 20. Jahrhunderts ging man daran, die dichte
Stadt des 19. Jahrhunderts aufzulockern und zu
gliedern. Es folgte eine Verödung der Städte, ab
den 70er Jahren kam die ökologische Krisen-
diagnose. Heute müssen wir Dichte forcieren;
begrenzte Ressourcen und Sparmaßnahmen
zwingen uns dazu. Wir müssen dichter bauen,
_________________________
Manfred Schenekl die Umwelt schützen, Wege optimieren.
Historiker und Stadtforscher Die wesentliche Maßzahl ist die Siedlungsdichte
Wien – eine Zahl, anhand derer ein Programm ent-
wickelt werden kann. Das Grazer Umland hat
500.000 Einwohner, Graz 250.000. Ich kann z.B.
das Ziel entwickeln, in den nächsten 15 Jahren
130.000 Einwohnern aus dem Umland in die
Stadt zu holen. Wenn man diese berechenba-
ren Zusammenhänge hat, muss man nach dem
qualitativen Aspekt fragen: welche Lebenszu-
sammenhänge verdichte ich eigentlich, welche
Nahverhältnisse, Einschränkungen stelle ich
her? Nachverdichtung ist nur möglich, wenn man
sich über einen Zeitraum von z.B. 30 Jahren ein
utopisches Bild von Graz macht – wobei man
die ökonomische Gesamtrechnung auch nicht
vergessen darf.

18
Dense Cities
Dichte – Städtebaulicher Kennwert oder soziale Qualität. Manfred Schenekl
Überlegungen zum strategischen Potenzial eines Begriffs

Wenn heute unter dem Diktum einer ökologischen Mit den 1930er Jahren konkretisierten sich immer
Krisendiagnose die „potenzielle Umwelteffizienz“ deutlicher die Elemente der „Gegliederten und
einer dichten Besiedelung argumentiert wird, Aufgelockerten Stadt“, wie sie dann für den
lohnt es sich aus historischer Perspektive schlag- deutschsprachigen Raum in der Wiederaufbau-
lichtartig das strategische Potenzial des Begriffs planung der letzen Kriegsjahre von Göderitz,
Dichte abzutasten. Rainer und Hoffman, aber auch von Reichow aus-
Dichte als Begriff ist auch in städtebaulichen gearbeitet wurde. Auflockerung war gewisserma-
Zusammenhängen keineswegs eindeutig oder ßen der Gegenbegriff zu Dichte und Gliederung,
abschließend zu fundieren. Mag Dichte über eine Art kompensatorischer Modus für eine immer
städtebauliche Maßzahlen in unterschiedlichen noch verbleibende Restdichte. Die Ausarbeitung
Konstellationen verhandelt und ins Vergleichen dieses Leitkonzepts wäre nicht möglich gewesen
gebracht werden, so entzieht sich die qualitative ohne die grundlegende Arbeit des CIAM bzw.
Dimension von Dichte einer allgemeinen und der Charta von Athen. Allerdings bekam in der
dauerhaften Festsetzung. Als kontextueller Begriff „Gegliederten und Aufgelockerten Stadt“ die
erhält Dichte seine jeweilige Fundierung erst Entdichtung eine völkische und ländliche („zurück
innerhalb eines Diskurses und verfügt darin über zur Scholle“) Dimension. Auch hofften viele, dass
strategisches und ideologisches Potenzial. mit Siedlungshaus und Eigenheim jenseits des
Das wird vor allem dann deutlich, wenn Dichte im dicht verbauten Gebietes die Arbeiterschaft im
Sprechen über Stadt und Architektur eine beson- Kreis der Familie ihre Entproletarisierung erfahren
dere Relevanz innerhalb von Krisendiagnosen würde. In den Siedlungen sollte das Familien-
erfährt, – oder in Rahmen von Utopien, die in der leben auf sich bezogen und geschützt vor den
Regel auf solche Krisendiagnosen reagieren. Verführungen parteipolitischer Agitation den
So zum Beispiel im Sprechen über die Krise der Vorrang finden. Isolierung und Familienleben qua
Großstädte in den Jahrzehnten vor und nach Entdichtung und Entzerrung. Das bringt auch den
1900, als es darum ging, den Folgen eines kaum öffentlichen Raum zum Schweigen. Der Dichte
beherrschten Industrialisierungsprozesses und als Aggregatzustand einer politisierten Arbeiter-
einem rasanten Wachstum der Städte Parole zu schaft sollte gewissermaßen durch Einzelhaft im
bieten. In allen Diskursen und Bemühungen, ob Siedlungshaus begegnet werden.
nun bürgerlich, christlich-sozial oder sozialde- Vereinzelung als Gegenkonzept zur Vermassung,
mokratisch, spielte Dichte in der Diagnose und die in den hoch verdichteten Ballungsräumen
den Vorstellungen von einer neuen Stadt eine wie von selbst vor sich geht, wo die Masse sich
wesentliche Rolle. quasi ihrer bewusst wird. Immer mit ungewissem
Spekulativer Wohnbau, rücksichtslose Ausnut- Ausgang. Masse wie Dichte stehen für Opakes,
zung des Bodens, monozentrische Zuspitzung, Undurchdringliches. Man weiß nicht so recht, was
verstopfte Zentren, ein Bebauungsgrad von 70 in ihr vorgeht. Das mag auch heute noch jene
Prozent und mehr, Industrien und wachsende Gemütslagen einstimmen, die den Zumutungen
Verkehrsbauwerke im dicht bebauten Stadtgebiet, einer dichteren Bebauung mit feindlichen Refle-
das beunruhigende Potenzial einer emergenten xen und spontanen Misstrauen begegnen.
Masse, die sich der politischen Steuerung zu ent- Klar wird hier auch, dass bauliche und materielle
ziehen schien, oder, gegenläufig, demagogischer Dichte immer ein zeitliches und soziales Korrelat
Agitation allzu zugänglich erschien, hygienische erzeugt. Ebenso deutlich wird das politische und
und gesundheitliche Missstände, Überbelegung ökonomische Steuerungspotenzial von Dichte.
und nicht zuletzt Verhüttelung und wilde Siedelei
an den Rändern der Stadt sind nur einige der Das städtebauliche Leitbild der Entdichtung und
Schlagwörter. Auflockerung herrschte noch bis in die 1960er
Jahre und darüber hinaus. Allerdings ohne kon-
Im Roten Wien der Zwischenkriegszeit verließ servativen Grundton und mit höheren Dichten.
man zwar nicht die dicht verbaute Stadt, aber Das Ideal der „Gegliederten und Aufgelockerten
man bändigte das Gedränge durch Vorgaben: Stadt“ um 1957 waren etwa 40 Wohnungen am
Maximal 30 Prozent Verbauungsgrad, eine ge- Hektar. Sowohl die Stadtrandsiedlungen der
wisse Abständigkeit des Gebauten, um Licht, Luft 1960er Jahre als auch die Wohnanlagen des
und Sonne einzulassen, größere und besser aus- Roten Wien wiesen höhere Dichtewerte auf. In
gestattete Wohnungen und damit eine geringere einzelnen Projekten gingen in den 1960er der 19
Besiedelungsdichte. Bebauungsgrad runter und die Geschoße rauf. Dense Cities
Manfred Schenekl

Wobei die Wohnungsgrößen im Allgemeinen zerstört, so die einschlägige Argumentation. Erst


stiegen. eine gewisse Dichte ermöglicht jene „unvollstän-
Im Vergleich städtebaulicher Parameter wird dige Integration“ und Anonymität im öffentlichen
auch klar, dass bauliche Dichte in seiner Wahr- Raum, das Rollenspiel und eine Beliebigkeit der
nehmungsqualität ein höchst kontextueller Begriff Kontaktaufnahme, die nun als Essenz von Urba-
ist. Auch wenn es eine Banalität ist: 70 Prozent nität beschrieben werden, – im Unterschied zum
verbaute Fläche mit durchschnittlich fünf Gescho- Klein- und Vorstädtischen, das nun gegliedert und
ßen können bei einer Siedlungsdichte von 70 aufgelockert regelrecht in seiner Ereignislosigkeit
Personen am Hektar durchaus angenehm erlebt wahrgenommen wird.
werden. Im gründerzeitlichen Wien musste man Dieser Diskurs ist nicht nur auf Urbanität als Er-
mit dem Zehnfachen zurechtkommen. lebnisform aus, sondern hat auch eine handfeste
Schon in den 1960er Jahren bekommt der ökonomische Dimension. Die Stadt als Marktplatz
Dichtebegriff einen gegenteiligen Einsatz. Wieder benötigt die dichte Stadt wie auch die urbane Le-
innerhalb einer Krisendiagnose. Unter dem bensform. Die Stadt wird zum Verkaufsraum und
Menetekel „Unsere Städte veröden vom Zent- die Stadtbewohner zu Konsumenten.
rum aus“ wird, nicht zuletzt aus soziologischer Wird Dichte im Rahmen der Urbanitätsdebatten
Richtung, Urbanität durch Dichte gefordert. Man in seiner soziologischen Dimension verhandelt,
spricht man von Ereignis- und Begegnungsdichte. so verweist der ökonomische Diskurs auf seine
Erst an der Schwelle des Zuviels und Zudichts Bedeutung als Standortkriterium.
entstehen die eigentlichen Qualitäten der Stadt. Gleichzeitig wird ebenfalls in Opposition zu
Auflockerung, Entmischung, Trabantenstädte und Zeilenbebauung und Stadterweiterung der 1960er
Zeilenbebauung haben den öffentlichen Raum Jahre humanökologische argumentiert. Auch hier

BJ Be- Bebau- mittlere GFD Woh- Sied- WZ EW


zugs- ungs- GZ brutto nungs- lungs-
fläche grad dichte dichte
Karl Marx Hof, Wien 1927 11,82 31 4,3 1,04 112 186 1325 2200
19
George Washington 1927 12,5 24 3,1 0,63 87 1084
Hof, Wien 12
Per Albin Hansson- 1947-52 31,03 17 2,2 0,3 21 659
Siedlung, Wien 10
Vorgartenstraße, 1959-61 2,2 16 10 1,49 155 342
Wien 2
Eisenstadtplatz, Wien 1960 14,32 20 5 0,69 70 1004
10
Siebenbürgerstraße, 1964 16,55 9 7,7 0,65 65 1083
Wien 22
Hausgrundweg, Wien 1963-66 18,86 19 4,1 0,68 81 196 1524
22
St. Peter, 1972-78 4,71 34 9,1 1,57 112 280 528
Graz
Trabrenngründe, 1973-77 19,5 21 7,8 1,57 125 436 2437 8500
Wien 22
Mitterhofergasse, 1974-78 13,59 17 8,6 1,39 105 228 1429 3920
Wien 21
Schöpfwerk, Wien 12 1980 16,12 45 3,7 1,46 105 298 1703 4800
Alt Erlaa, Wien 12 1973-85 24,95 29 8,3 2,29 127 360 3180 9000
Wienerberggründe, 1989-92 10,51 33 2,4 0,64 45 124 473
Graz

Bebauungsformen und ihre städtebauliche Kennwerte an Hand von Wiener Beispielen und zweier Grazer Wohnan-
20 lagen. Quelle: Magistrat der Stadt Wien MA 18, Beiträge zur Stadtforschung, Stadtentwicklung und Stadtgestaltung
Dense Cities Band 16 (Wien 1985) und Band 27 (Wien 1991).
Manfred Schenekl

spielt, ohne es jetzt explizit ausweisen zu können, Wirkung immer im Bezug und kontextuell entfal-
der Versuch einer Fundierung von Grenzwerten tet. Dichte ist eine komplementäre Größe.
des Zuwenigs und zu Dichten eine Rolle. Ein möglicher Ansatz sich solchen Fundierungen
zu nähern, kann die Frage sein, was im Gebauten
Mit den 1970er Jahren und den Grenzen des eigentlich verdichtet wird? Wenn wir uns eini-
Wachstums beginnt die gegenwärtige Krisendi- gen, nach städtebaulichen Parametern gewisse
agnose, in der Dichte eine zentrale Rolle spielt. Dichten zu erzeugen, dann hält die Frage danach,
Allerdings rollt sich diese erst langsam aus. Denn welche Bewegungen, Begegnungen, Entfernun-
unter dem geringen Bevölkerungswachstum – gen, Absichten und Aussichten etc. dabei verdich-
ebenfalls eine kontextuelle Größe von Dichte – tet werden, eine kritische Distanz zu den gefor-
zeigt sich zunächst in der Altstadtsanierung eine derten Maßzahlen, wie sie unter ökologischen
bauliche Verdichtung durch Ausbau und Aufbau Gesichtspunkten formuliert werden können.
wie eine Entdichtung durch Zusammenlegungen Das kann man durchaus alltagsweltlich ausbuch-
und Teilentkernungen. Ganz abgesehen vom ver- stabieren. Dichte ist immer etwas, das aufsitzt,
dichtetem Flachbau und den zahlreichen Eigen- zusammenrafft, überwältigt. Dichte herrscht sich
heimsiedlungen in den städtischen Peripherien. auf, aber Dichte schafft auch Nahverhältnisse,
Erst in den 1990er Jahren entfaltet sich auf Begegnungen, Möglichkeiten und setzt Ver-
Wiener Ebene Dichte in seiner ökologischen hältnisse jenseits ihrer selbst frei und entlastet.
Bedeutung. Konstellationen der Dichte schaffen heißt – man
Unabhängig von der offensichtlichen Relevanz entschuldige die Banalität – die alltagsweltli-
ökologischer Krisenszenarien ist Dichte aber auch chen Verhältnisse der Menschen, die sich darin
ein kalkulierter Einsatz von Verwertungs- und Ge- bewegen, zu beeinflussen. Diese entziehen sich
winnerwartungen. Auch ist Dichte ein Anker inner- aber einem rechnenden Zugriff. Und das heißt an
halb sozialer Ungleichheit. Aufgelockert Wohnen dieser Stelle eine Lanze brechen für gestalteri-
ist meist das Vorrecht zahlungskräftiger Kunden. sche, ästhetische, also architektonische Entschei-
dungen.
Der kurze und fragmentarische Abriss sollte
zumindest gezeigt haben, dass Dichte in den ver-
schiedenen Diskursen unterschiedlich strategisch
positioniert und vereinnahmt wird. Anhang: Ausgewählte Beispiele.
Um was es nun eigentlich gehen könnte, ist nicht Die Wiener Wohnanlagen stammen aus:
eine Desavouierung des Dichtebegriffs und seiner Bebauungsformen und ihre städtebauliche Kenn-
strategischen und ideologischen Kontaminierung, werte an Hand von Wiener Beispielen. Magistrat
sondern Versuche zu starten, Dichte auch jen- der Stadt Wien MA 18, Beiträge zur Stadtfor-
seits ihrer Vereinnahmung durch unterschiedliche schung, Stadtentwicklung und Stadtgestaltung
Krisendiagnosen sozial, gesellschaftlich und nicht Band 16 (Wien 1985)
zuletzt ästhetisch zu fundieren.
Dabei kann es nicht darum gehen nach einver- Die beiden Grazer Wohnanlagen stammen aus:
nehmlichen und allgemein gültigen Limitierun- Bebauungsformen für die Stadterweiterung.
gen und Grenzen Ausschau zu halten. Weder Beispiele und städtebauliche Kennwerte. Magis-
ökonomische, noch anthropologische, biologische trat der Stadt Wien MA 18, Beiträge zur Stadtfor-
oder gar humanökologische Einsätze vermögen schung, Stadtentwicklung und Stadtgestaltung,
hier etwas zu leisten. Sicherlich kann Dichte über Band 27 (Wien 1991)
städtebauliche Parameter vermessen werden,
aber das Erträgliche lässt sich damit noch nicht
darstellen.
Dennoch erscheinen Fundierungsversuche und
Bemühungen Dichte zu definieren als notwendig.
Dichte vermag in der architektonischen Durchbil-
dung des Gebauten sich jeder Maßzahl zu entzie-
hen, im Rahmen ökologischer oder ökonomischer
Krisendiagnosen sind Maßzahlen als Zielvorgabe
unabdingbar. 21
Dichte ist sicherlich ein differenzieller Begriff, der Dense Cities
Manfred Schenekl

22
Dense Cities Trabrenngründe
22. Bezirk, Wagramer Straße – Lieblgasse – Rennbahnweg
Manfred Schenekl

23
Trabrenngründe Dense Cities
22. Bezirk
Manfred Schenekl

24
Dense Cities Am Schöpfwerk
12. Bezirk, Am Schöpfwerk – Lichtensterngasse – Zanaschkagasse
Manfred Schenekl

25
Am Schöpfwerk Dense Cities
12. Bezirk, Am Schöpfwerk – Lichtensterngasse – Zanaschkagasse
Manfred Schenekl

26
Dense Cities Karl Marx Hof
19. Bezirk, Heiligenstädter Straße – Grinzinger Straße – Boschstraße – Geistingergasse
Manfred Schenekl

27
Terrassenhaussiedlung Dense Cities
St. Peter, Graz, St. Peter Hauptstraße 29-35
Manfred Schenekl

28
Dense Cities Wienerberger-Gründe
Graz, Peterstalstraße
Georg Poduschka

_________________________
Georg Poduschka
Architekt
PPAG architects (gemein-
sam mit Anna Popelka)
Wien

Ein Hauptgrund für meinen Umzug nach Wien


Mitte der 90er Jahre war, dass ich das Gefühl
hatte, wenn ich in Graz vor die Tür gehe, treffe
ich sicher jemanden, den ich kenne. Heute
bemüht man sich dafür zu sorgen, dass sich
Nachbarn kennen, aber damals war die soziale
Dichte so hoch, dass es für mich bedrohliche
Ausmaße angenommen hat in Graz.
Graz wächst, das sind 2.000 Wohnungen mehr
pro Jahr, die benötigt werden, das sind 6.000
Leute, die dort anzusiedeln sind, wo es schon
alles gibt. Dabei muss die Heterogenität gestärkt
werden, um eine Stadtstruktur zu schaffen. Die
Gründerzeit ist ein Teil davon, aber alleiniges
Aufstocken der Gründerzeit genügt nicht. Block-
bebauung halte ich für Verdichtungsmaßnah-
men eher untauglich, da dort kein Public Space
geboten wird. Was mich irritiert, ist, dass in Graz
nicht flächendeckend was passiert. Verdichtung
erfolgt zufällig.

29
Dense Cities
THICKEN THE CITY.

nothing lasts forever! over the top? the good neighbor.


seriell: baurecht auf zeit. für phasenweise simultan: 50% mehr dichte. ohne parallel: sei freundlich. geteilte parzellen
verdichtung freier flächenreserven. die parzellen zu ändern. lassen neue nachbarn zu.

30
Dense Cities
Mark Gilbert /
trans_city ZT gmbh

In Anbetracht eines systemorientierten Konzepts


der Stadt, haben wir einige mögliche Verdich-
tungsvorgänge für Graz skizziert. Serielle Ver-
dichtung wäre die sukzessive Überbauung eines
Areals. Baurechte, Mietverträge und Bauarten
sind auf befristete Lebensdauer ausgelegt – jede
Baugeneration kann neue Dichte erzielen. Simul-
tane Verdichtung wäre verdichtete Bebauung auf
gleichem Gebäudefußabdruck. Die städtischen
Zwischenräume ändern sich nicht, aber gleich-
zeitig gibt es mehr bebaute Nutzfläche. Parallele
Verdichtung nimmt genau diesen Zwischenraum
in den Griff. Parzellen werden geteilt; auf den
neuen Parzellen wird zwischen dem Bestand ge-
baut. In all diesen Vorgängen kann die Architek-
tur grundsätzlich einfach gestaltet werden, dafür
sind die sozialen, rechtlichen und politischen
Schritte umso komplexer. Und umso entschei-
dender: ohne die notwendigen Rahmenbedingun-
gen kommt keine Verdichtung zu Stand.

_________________________
Mark Gilbert
Architekt und Urbanist
Es gibt mehrere Kategorien von Dichte: Bevöl- interdisziplinäre Architektur-
kerungsdichte. Bebauungsdichte. Bevölkerungs- und Stadtplanungspraxis
trans_city ZT gmbH (mit
dichte in Bebauungsdichte – also, ob die Dichte
Christian Aulinger & Georg
durch Hochhäuser mit Luxusappartements oder Kogler)
durch Kleinstwohnungen in niedrigen Bauten ent- Wien
steht. Und so weiter. Der Begriff der Dichte ba-
siert auf dem Umgang mit bebautem Raum, der
jedoch nicht allein durch Ziffern beschreibbar ist.
Ich sehe Stadt eher als Idee vernetzter Ökologie,
als dynamische Entität. Stadt ist ein Prozess des
Werdens, Verdichtung ein Prozess des Bauens.
Dichte ist keine Zahl, die man einmal festlegt,
sondern eine sich ständig verändernde Qualität,
abhängig von sozialen Aspekten und Aspekten
der urbanen Dichte. Die meisten Häuser in Graz
sind mit dem Anspruch an Dauerhaftigkeit (ein
paar hundert Jahre) gebaut. Dabei besteht ein
urbanes Risiko: Vielleicht hat sich der Bau in 15
bis 20 Jahren finanziell rentiert, aber das stellt
nur einen Lebensabschnitt seiner Nutzer dar.
Aber: Was kann das Gebäude für ihre nächsten
Lebensphasen leisten? Und für die Bedürfnisse
der nächsten Generation? Es gibt oft eine Kluft
zwischen diesen beiden Betrachtungsweisen. Es
wird gebaut, die Fläche gewidmet. 30 Jahre spä-
ter stellt sich die Frage: Was machen wir jetzt? 31
Dense Cities
Christian Müller Inderbitzin Städtische Dichte – Drei Thesen

1. Es gibt unterschiedliche Dichteformen: Bebau-


ungsdichte, Bevölkerungsdichte, Nutzungsdichte,
«urbane Dichte», «atmosphärische Dichte»...
Im Zusammenhang mit dem Begriff «Dichte»
bestehen vielfach Definitionsdefizite.

2. Zwischen verschiedenen Dichteformen (bspw.


Bebauungsdichte/urbane Dichte) können Korrela-
tionen bestehen – müssen aber nicht.
Eine hohe Bebauungsdichte erzeugt nicht zwin-
gend eine hohe «urbane Dichte»...
_________________________
Christian Müller Inderbitzin
Architekt 3. Für die Qualität einer Stadt ist einzig die «urba-
Edelaar Mosayebi Inderbitzin ne Dichte» von Bedeutung.
Architekten AG Mit urbaner Dichte ist die Dichte an Netzwerken
Zürich
und Interferenzen zwischen einer möglichst ho-
hen Zahl verschiedener Akteure gemeint. Darin
unterscheidet sich die Stadt vom Dorf.

32
Dense Cities
Christoph Lammerhuber

Im Gründerzeitviertel zu verdichten ist wie Ro-


sinen aus dem Kuchen picken – es ist eh schon
schön dort, jetzt setze ich noch was Schöneres
drauf. Über den Speckgürtel können wir reden,
über die Einfamilienhäuser rund um das Shop-
pingcenter Seiersberg. Verdichtung heißt für mich
Entdichtung. Der Speckgürtel, die Einfamilien- _________________________
häuser gehören radikal weg. Und dann ist man Christoph Lammerhuber
bei der Bodenfrage, ein Problem seit den 30er Architekt
pool Architektur
Jahren, das auch immer ein Problem sein wird. Wien
Wie bekommt man den Speckgürtel so weit, dass
man dort verdichten kann? An Monofunktionalität,
glaube ich, kommt man nicht dran vorbei. Wir
sollten uns von dem Gedanken verabschieden,
dass man immer alles verfügbar haben muss.

33
Dense Cities
Christoph Lammerhuber

engeres Gebiet

34
Dense Cities
Vom Center West zum neuen Westen Christoph Lammerhuber

Die „Verdichtung“ rund um das bestehende den bestehenden Autobahnanschluss, den Web-
Center West versteht sich nicht als Konkurrenz linger Gürtel und die Kärntner Straße bestens an
zum Stadtzentrum von Graz. Es sollen jedoch das übergeordnete Straßennetz angebunden.
die vorhandenen Ressourcen und bestehenden Zahlreiche Nutzungen von öffentlichen Interesse
Infrastrukturangebote einer angemessenen Ver- ( Schulen, Arbeiterkammer, Polizeikommando,
wendung zugeführt werden. Gerade das Center Krankenhäuser,....) verteilen sich über das be-
West ist mit diesen hervorragend ausgestattet. trachtete Stadtgebiet. Zudem ist das Gebiet durch
Der öffentliche Verkehr mit dem Knoten Puntigam das bestehende Einkaufszentrum auch mit Han-
und zahlreichen Straßenbahn- und Buslinien ist in delsflächen für Güter des täglichen Gebrauchs
diesem Stadtteil gut entwickelt. Der MIV ist durch bestens versorgt.

bestehende Grünräume

schwach verdichtete Wohnviertel


bestehende Infrastruktur: Ausbildungsstäten, Ämter, Ein-
kaufsflächen, Freizeiteinrichtungen, Krankenhäuser,

35
Dense Cities
Christoph Lammerhuber

36
Dense Cities
Christoph Lammerhuber

So liegt der Gedanke nahe, diese Ressourcen die sowohl den Umbau als auch den Abbruch/
zu nutzen und diesen Stadtbereich intelligent Neubau von Gebäuden betreffen, zu einer der
nachzuverdichten. Im Wesentlichen kann man bevorzugten Lage in der Stadt angemessenen
dabei von drei Eingriffen oder Entwicklungstufen Anzahl von Bewohnerinnen zu kommen.
sprechen.
Zum Ersten die Definition eines übergeordneten Der zentrale Bereich rund um das Einkaufszen-
öffentlichen Grünraumes. Dieser verbindet die trum bildet den Raum für die dritte Intervention.
schon vorhandenen Erholungsräume und ver- Hier werden die Räume mit der größten Dichte
sammelt die Gebäude mit öffentlichen Nutzungen. geschaffen. Allerdings keine monofunktiona-
Zusätzlich bietet er allen Bewohnern ausreichend len Strukturen, sondern hybride Gebäude. Die
Erholungs- und Begegnungsräume. vorhandenen großmaßstäblichen Einkaufsflächen
Die zweite Entwicklungsstrategie betrifft die Ein- werden mit Wohn-, Büro- und Bildungsfunktionen
familienhausteppiche. Hier scheint es angebracht überformt und bilden so den zentralen Bereich
durch spezifische Methoden der Verdichtung, dieses neuen Stadtquartiers.

zentrale Grünräume

zu verdichtende Einfamilienhausteppiche

Räume mit mittlerer Dichte

Räume höchster Dichte, und baulichen Hochpunkten

Umsteigepunkte des öffentlichen Verkehrs

37
Dense Cities
Thomas Pucher

Die Stadt ist als Prozess zu sehen und entzieht


sich dadurch einer eindeutigen Definition. Graz
bzw. im Allgemeinen die europäische Stadt
glaubt jedoch an eine Entwicklung zu einem
Endziel hin, was mit der Konzentration auf ein
perfektes, museal geschütztes Zentrum und dem
Vergessen des Außenherums zusammenhängt.
In der Münzgrabenstraße sind momentan nur
kurzfristige Nutzungen angesiedelt; in 100 Jahren
_________________________
wird sie höchstwahrscheinlich vollkommen an-
Thomas Pucher
Architekt ders aussehen. Städtebauliche Eingriffe sind also
Atelier Thomas Pucher immer in großen Zeiträumen und Maßstäben zu
Graz denken.
Statt Dichte möchte ich lieber den Begriff Intensi-
tät verwenden, der noch andere Aspekte abdeckt:
Raumangebotsintensität, Bewohnerintensität,
ökologische Intensität etc. Wenn man der Münz-
grabenstraße im derzeitigen Zustand die Intensi-
tät 1 gibt und diese auf 10 erhöht, verändert sich
der Stadtraum. Vielleicht gleicht er dann eher
der Innenstadt von Kairo, aber er kann Intensität
aufweisen und wird dadurch attraktiver.

38
Dense Cities
Superblock – Verdichtung außerhalb des Stadtzentrums

Das Shopping Center West ist der Vorläufer die mit dem Shoppingcenter verbunden sind.
des Shoppingcenters in Seiersberg. Nach Private Garden wie Schrebergärten schüfen
der Errichtung von Seiersberg kam es zu semiöffentliches Grün. Brächte man die Autos
einem extremen Kaufkraftverlust im Center von IKEA-Parkplatz weg, könnte man einen Park
West und daher zu einer Abwanderung von daraus machen. Zudem gälte es, Platzräume
Geschäften. Der Grund, warum das Center durch Punktgebäude zu schaffen. Hohe Dichte
West an seinem Standort errichtet wurde, sollte durch niedrige Dichte ergänzt werden
ist nicht stadtplanerischer Natur, sondern (Einfamilienhäuser, Reihenhäuser etc.).
wegen des Infrastrukturknotens (Verteilerkreis
Südautobahn, Weblinger Gürtel, Triesterstraße,
Kärntnerstraße, Südbahn, Station Puntigam,
interne Stadterschließung durch Straßenbahn (5),
Park & Ride-Parkplatz).

Es gibt eine bestehende Unterhaltungs-


infrastruktur, die das Cineplexx-Kino sowie
das Shoppingcenter inkludiert, außerdem noch
relativ viele leere Flächen, an die moderate
Einfamilienhausbebauung heranragt. Das
Landessonderkrankenhaus (Gründerzeitstruktur)
besitzt eine große Parkanlage, die auch öffentlich
zugänglich ist.
30-40.000 Menschen gilt es in den nächsten 30
Jahren unterzubringen; beim Center West steht
ein Feld von einer Größe von ca. 1,5km2 zur
Verfügung. Infrastruktur und Public Space ist
vorhanden, der zur Zeit jedoch monofunktional
genutzt (Shopping) wird. Wie kann man diesen
Raum zu einem multifunktionalen machen?

Es könnte ein neues Zentrum mit viel


Grünraum entstehen. Anknüpfungspunkt
wäre bereits bestehendes Grün wie rund
um das Landessonderkrankenhaus und
den Zentralfriedhof. Das Ergebnis wäre ein
prototypisches europäisches Stadtmodell:
Zentrum, Außenzentren, Verbindungsachsen,
dazwischen Grünachsen (bestehende: Mur,
Ausläufer der Berge nördlich von Graz) – das
Fingermodell.

Typologisch gibt es zahlreiche Möglichkeiten, wie


das Gebiet funktionieren könnte. Eine Möglichkeit
wäre die Absenkung des vierspurigen
Weblingergürtels, um für eine bessere
Kommunikation und Verbindung der Gebiete
nördlich und südlich davon zu sorgen.
Eine dichtere Bebauung fördert den öffentlichen
Shopping in der EG-Zone ist bei Konsumenten Verkehr, was weniger Autos zur Folge hat.
sehr beliebt und sollte deshalb bestehen Für verbleibende Fahrzeuge könnte man ein
bleiben. Verdichtung geschähe durch Mixed Parkhaus errichten.
Use, z.B. Büronutzungen, Wohntürme mit guter Somit würde aus Ikea ein multifunktionales
Wohnqualität und guter Aussicht, kleinere Gebäude mit Niveausprüngen, Diversifizierung 39
Einheiten wie Cafés und Serviceeinheiten, und Erhöhung der Privatheit nach oben. Dense Cities
Sandra Manninger

Dichte und Information sind untrennbar miteinan-


der verbunden; ebenso sind Informationsflüsse
und die Bereitstellung von Schnittstellen für
Informationsflüsse unverzichtbar. Doch wie sieht
es aus mit der Synchronität in der Dichte – gibt
es eine bestimmte Rate, die notwendig ist? Ich
denke nicht! Es muss keine einheitliche Dichte
geben, sondern verschiedene Zonen, um eine
Stadt spannend zu gestalten. Interessant wäre
ein Simulationsmodell zu erstellen, um zu sehen,
wie sich die Stadt in den nächsten 30 Jahren
entwickeln kann.
Auch die Dichte der ökologischen Systeme ist ein
wichtiger Aspekt, eine Gegenüberstellung von
_________________________
Grünraum und gebauter Architektur. Man muss
Sandra Manninger
Architektin sich überlegen: Was für ein ökologisches System
SPAN architecture & design ist notwendig, was ist die metabolische Rate
(gemeinsam mit Matias del in dem Verständnis von Dichte als gebautem
Campo)
Raum? Graz besteht zu rund 50 % aus Grün-
Wien
raum. Vielleicht sollte man bei Verdichtung an
Erhöhung der Oberfläche denken – und weniger
an Volumen.

40
Dense Cities
Responsive Urban Design – del Campo Manninger
The ballistic trajectory of advanced urban design architecture & design

One of the main questions arising in the process the organizational criteria of urban textures in a
of the urban shift is about the implementation of mechanical fashion.
volatile conditions that define the desired quality
of urban textures. One possibility to discuss a Density. The problem of density can be tackled in
design methodology, is to consider it as a res- a variety of ways. In this case density was approa-
ponsive procedure – responsive to a manifold of ched with the problem of self-similarity in mind.
environmental conditions defining the ecology of With the application of recursive geometry, the
the design. Within the last decade, the application packing of matter in a high dense fashion can be
of computational simulation techniques as well as explored in a rigorous, mathematically sound way.
digital production chains has exploded in an entire Simultaneously this approach allows for a high
universe of possible applications in the planning degree of precision whilst achieving a responsive
process, which involve sustainable effects, forming urban texture, which can react to environmental
the driving force of the design. The opportunities pressures. The resemblance to modes of orga-
present in the described production environment nization present in biological entities is not mere
cover the entire line of architecture projects, from coincidence, but proof of the presence of mathe-
the planning phase, to the fabrication of compo- matical precision within natural phenomena. Urban
nents, to the construction site. The application of design can make use of this methodology to create
these production methods, of computer controlled densely packed urban textures that meet all the
machines and robots, can help us to streamline the criteria of architectural design.
building process. Effect and affect form a perfomative alliance, a
Which are those techniques & procedures? What confluence of desired behavior within an urban
are the cultural implications when a paradigm shift texture, reflecting the qualities present in the
in design is in full effect? What does it mean in emergent behavior of recursive geometries. These
terms of ecological pressure, can this approach conditions orbit around ideas of density, of redun-
help us in designing a more responsive, sustainab- dant circulations, of responsiveness to illumination,
le urban texture? of chromatic effects and of the reaction to atmos-
pheric, environmental pressures. The images (fig.6
Three distinctive procedures in terms of the & fig.7) are entirely computer generated repre-
creation of urban textures can be scrutinized in the sentations of this idea, generated with the use of
process. algorithms based on the idea of self-similarity and
recursion. The reason to use this specific lineage
Composites. Within the evolution of urban design of computational calculations is apparent due to
procedures modules created of discrete elements the nature of urban agglomerations: multiple times
form the prevailing approach to the creation of cities have been described as organisms, however
urban textures. These textures consist of repeating the majority of these descriptions can be read as
elements, subdividing space in exact rhythms. metaphors. The process described in this abstract
(fig.1 & fig.2) Identical repetition, the icon of the in- is not interested in the metaphoric qualities but in
dustrialized age, forms the plane of thinking within the organizational logic of recursive geometries
urban conditions imprinted with moments of spatial and its application in the discipline of urban design.
sequencing. In addition composites reflect back The resulting representation, a high density struc-
to the notion of the collage, of the assemblage. ture, was never intended to resemble biological en-
Gluing a series of elements to form a hybrid where tities, nonetheless it unveils the presence of algo-
the components are still recognizable as being rithmic rule-sets in organic tissues. The enormous
individual. differentiated pieces. progress in software based simulation techniques
has unfolded in computational design models
Multiplying, layering. In opposition to the concept capable of processing a manifold of environmental
of composites, where a sequence of objects tends parameters that potentially influence the design
to follow a horizontal mode of composition, layering of any urban condition, ultimately providing the
strives to fuse layers of matters into vertical con- designer with highly pliable models. The responsi-
ditions. The multiplication of layers, stratifying in ve qualities within these models create opportuni-
order to form a differentiated order, form moments ties to explore novel approaches in urban design
out of focus which blur the boundaries between the environments, and like spontaneous mutations the
individual layers (fig.3 & fig.4). This method relies results can unfold in new branches of the evolution 41
on aspects of programmatic lamination, fusing of urban systems. Dense Cities
del Campo Manninger
architecture & design

42
Dense Cities
del Campo Manninger
architecture & design

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Dense Cities
del Campo Manninger
architecture & design

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Dense Cities
del Campo Manninger
architecture & design

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Dense Cities
del Campo Manninger
architecture & design

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Dense Cities
del Campo Manninger
architecture & design

47
Dense Cities
Anna Popelka Verdichtung durch Netzwerke

Welche Möglichkeiten gibt es, um Stadt zu


erfassen?
Es lassen sich verschiedene Identitäten
festlegen: das Ei als Monoidentität, das
Spiegelei als duale Identität, das Rührei als
multiple Identität.
Welche verschiedenen Selbstverständnisse
gibt es innerhalb einer Stadt? Betrachten
wir eine konkrete Wachstumsprognose:
Graz soll in den nächsten 20 Jahren um
50.000 Leute wachsen. Das entspricht bei
einer mittelgroßen Stadt in Österreich ne-
ben 2 Mio m2 Wohnraum drei Gymnasien,
vier Feuerwehren, zwei Schwimmbädern
etc., die zusätzlich benötigt werden, d.h.
jede Menge Programm, mit dem man spie-
len kann über einen gewissen Zeitraum.
Es gilt Heterogenität zu überspitzen und
hervorzuheben. Überlagert man soziales
und ideologisches Mapping (wie funktioniert
diese Stadt?) mit anderen Analysezugän-
gen, kommt man zu ihrem Potenzial. Es gilt
die Stadt zu screenen und ihre Potenziale
abschöpfen. Eines der Programme, die be-
nötigt werden, damit Familien in der Stadt
bleiben, ist auf jeden Fall ein Einfamilien-
hausersatz in der Stadt.

_________________________
Anna Popelka
Architektin
PPAG architects (gemein-
sam mit Georg Poduschka) Graz braucht auf jeden Fall Verdichtung.
Wien
Wie in vielen Kleinstädten ist die Stadtstruktur
sehr heterogen. Es ist besser, das zu akzeptieren
und damit zu arbeiten als dagegen. Man kann die
Heterogenität überspitzen, indem man gewisse
Gebiete nicht verdichtet oder sogar abreißt.
Somit erreicht man eine Aufwertung einer Stelle
durch Verdünnung einer anderen.
Vor allem braucht es Stadtplaner/Architekten,
die konkrete Visionen für die nächsten 30 Jahre
entwickeln.

48
Dense Cities
Much Untertrifaller

_________________________
Es besteht eine gewisse Gefahr darin Graz so zu
Much Untertrifaller
verdichten, so dass es an Dichte verliert. In die- Architekt
ser Stadt ist unheimlich viel los auf ziemlich klei- Dietrich | Untertrifaller Archi-
nem Raum: alles konzentriert sich aufs Zentrum tekten ZT GmbH (gemein-
sam mit Helmut Dietrich)
– quasi ohne ernst zu nehmende Alternativen.
Bregenz, Wien, St. Gallen
Eine Verdichtung von Wohnen und Arbeiten wür-
de dem Zentrum Potenzial abnehmen. Deshalb
gilt es, Zwischenzonen zwischen gewachsener
Stadt und monofunktionalen Vorstadtquartieren
baulich zu verdichten, ohne so große Attraktivitä-
ten zu installieren, dass das eigentliche Zentrum
geschwächt wird. Es wäre schlecht eine „Verwäs-
serung“ zu erzielen, nach dem Motto: Eigentlich
ist überall irgendetwas los, aber nirgendwo so
richtig.
Die Reininghausgründe bieten eine Riesenfläche,
das gesamte Wachstumspotenzial könnte dort
untergebracht werden. Es stellt sich aber eine
ganz entscheidende Frage: Ist das überhaupt der
richtige Ort dafür?

49
Dense Cities
Rainer Pirker

Man kann zwischen harter und softer Dichte,


sprich sozialer Dichte, unterscheiden. Mit als
erstes gilt zu definieren, welche Intention man
verfolgt – welche Parameter, Korrelation, Durch-
mischung denkt man an? Was ist in (gewachse-
nen) Strukturen möglich? Ein Grundproblem ist
das Stadtentwicklungskonzept, das üblicherweise
vom monofunktionalen Siedlungsbau ausgeht,
welcher für andere Nutzungen nicht aneignungs-
fähig ist. Es sollten urbane Ventile geschaffen
werden, die bereits bekannten Nutzungen gegen-
überstehen bzw. sie ergänzen. Als Herangehens-
weise kann dabei typologisches sowie soziales
Mapping dienen, was eine ausführliche Analyse
voraussetzt, die als Diskussionsgrundlage für
zukünftige Flächenwidmungsplanung verwendet
_________________________
werden kann. Versucht man, ein Charakteristi-
Rainer Pirker
Architekt kum zu verstärken, zu überlagern oder sagt man,
rainer pirker ARCHItexture dass durch Verdichtung man auch auf manche
Wien Dinge verzichten kann?
Ein weiterer wichtiger Punkt, der sich bei der
Beschäftigung mit dem Thema Verdichtung her-
auskristallisiert, ist: Wer Leben aus dem Zentrum
abziehen möchte, um woanders Dichten entste-
hen zu lassen, wird bald mit dem Problem der
Mobilität konfrontiert.
Man muss weg vom Begriff der Stadtplanung –
passender wäre eher „Strategie“.

50
Dense Cities
Rainer Pirker

Graz scheint ein prototypisches Beispiel Gründerzeitliche Stadt >< lose Bebau-
für eine Stadtentwicklung zu sein, wie sie ungsstruktur
Cedric Price einmal sehr bildlich formulierte Lose Bebauungsstruktur >< Binnenfrei-
„the city is an egg“. räume
Typologie A >< Typologie B
Diese Diagnose ist natürlich mit diversen Lose Bebauungsstruktur >< Hauptlinien
Problemen verknüpft: der Bewegung
Stadtraum >< Landschaftsraum
Zersiedelung
geringe Dichte (physisch und sozial) > besonders zu beleuchten. Diese sind mor-
großer Landverbrauch, hohe Kosten phologische Grenzzonen.
Ineffizienz des öffentlichen Verkehrs > Die Betrachtung von Übergangszonen wäre
großer Energieverbrauch im Hinblick auf Identäten wichtig.
Orientierungslosigkeit Daraus könnten unterschiedliche Identitäten
Verlust der Identität für unterschiedliche Konditionen herausge-
etc. arbeitet werden.

Wie kann man in Graz dieser Entwicklung So könnten Aspekte von landscape urba-
begegnen? nism in Binnenräumen zu neuen urbanen
Landschaftsidentitäten führen, Rahmungen
Urbane Strategien anstelle konventioneller von Einfamilienhauszonen zu feldspezifi-
Stadtplanung sind erforderlich. schen Identitäten mit Anknüpfungspotenzial
Fragen neuer Verdichtung, aber auch ob an urbanere Strukturen führen, um damit
diese überall sinnvoll und wünschenswert die urbane Kontinuität schaffen, Felder
ist, sind zu stellen. höchster Verdichtung mit größtmöglicher
Dabei geht es sowohl um die soziale wie Lebensqualität neue Milieus bilden etc.
um die physische Dichte. Der Begriff „Inten- Das Resultat wäre eine Stadt vielschichtiger
sität“ spielt eine entscheidende Rolle. Identitäten für unterschiedliche Nutzergrup-
pen mit unterschiedlichen Bedürfnissen.
Typologisches mapping, soziales mapping,
landschaftliches mapping, mapping des Sorgsam ausgewählte Testareale sollten
Marktes, Erfassung von Nachbarschaf- dazu dienen, diesen theoretischen Ansatz
ten, Erstellen von Bedürfnis-Szenarien, mit möglichen Szenarien zu untermauern
Dokumentieren von Verhaltensmustern in und Potenziale aufzuzeigen.
unterschiedlichen Milieus etc. sind als Basis
für eine gesamtheitliche Überlegung not-
wendig.
Das Herausarbeiten neuer Typologien ist
wichtig, um Möglichkeiten aufzuzeigen, wie
hohe Verdichtung mit hoher Lebensqualität
(Vergleich Einfamilienhaus) vereinbar ist.
Ein Beispiel ist eine von rpaX 2007/08 ent-
wickelte Typologie für die Verdichtung von
Hofhaustypen.

Verdichtung kann und soll nicht überall in


der Stadt gleich sein. Auch soziale Intensi-
tät ist unterschiedlich zu gewichten.
Aus der eingangs angeführten Gesamtana-
lyse der Stadtentwicklung und der heutigen
Zustandskonditionen (Kernstadt, gründer-
zeitliche Stadterweiterung, Entwicklung da-
nach) ergibt sich ein Bedarf, Grenzbereiche 51
Dense Cities
Rainer Pirker

vor 1870 nach 1870 2010 Zukunft

52
Dense Cities
Rainer Pirker

“light ownership” “flexsize & flexuse” “borrowed surface” “new ground”

type “stacked privacy” “population of type”

53
Dense Cities
Hubertus Adam Gründerzeitblock – Verdichtung im Stadtzentrum

Der Gründerzeitblock in Graz ist anders als


in ganz großen Städten, wo der Gründerzeit-
block als Wohnform erst attraktiv wurde, als
er von Schlaf- und Trabantenstädten ange-
boten und die gründerzeitlicher Bebauung
auf ein erträgliches Maß der Bewohner re-
duziert wurde. In Graz war der Gründerzeit-
block immer bürgerlich gemütlich angelegt.

Der George Washington Hof in Wien ist von


Parks durchflossen. Ein Block kann irgend-
wann eine Größe erreichen, so dass er land-
schaftsprägende Elemente im großen Raum
bekommt. Normalerweise befindet sich ein
nicht öffentlicher Grünraum im Innenhof,
der für alle Bewohner einsehbar, aber nicht
für alle nutzbar ist. Darum sollte man für
mehr Durchgängigkeit der Erdgeschoßzone
plädoyieren.
Diese Art der Verdichtung ist nicht ganz
absurd, jedoch keine flächendeckende Stra-
tegie. Ein Draufstellen von Geschoßen auf
einen Block wäre eine Alternative zur Villa,
aber nicht zum Einfamilienhaus. Interessant
wäre es hingegen, vier Geschoße in die
Tiefe graben.

Ein besserer Ansatz wäre, in Graz unabhän-


gig von Wirtschaftszyklen stadtpolitisch Ver-
Ich sehe in Graz ästhetische Kakophonie in einer dichtungskorridore anzulegen, mit Perma-
Straße, so trashig, dass es schon wieder ins Inte- nenz zu versuchen, möglichst dicht an dicht
ressante umkippt. Es könnte eine Strategie sein, diese Korridore zu Subzentren zu führen. Es
_________________________ Hässliches zu verstärken, noch mehr dazuzubau- ist eindeutig, dass es so etwas in Graz nicht
Hubertus Adam en, statt Gründerzeitliches darüberzublenden. gibt. Eine andere Idee wäre, die Reiningh-
Kunsthistoriker und Archi- Ich sehe das Potenzial in Graz vor allem in den ausgründe leerzuräumen, um einen Land-
tekturkritiker, Redakteur der
Zürcher Zeitschrift Archi- gründerzeitlichen Innenhöfen. In der Hofsituati- schaftspark zu schaffen, einen ordentlichen
these, freier Architekturkri- on ist Dichte entscheidend, dort ist es sinnvoll, Verdichtungsblock außenherumzustellen,
tiker für die Neue Zürcher Wohnen und Arbeiten zu verbinden. Doch ist es mit Korridoren, die von dort hinauslaufen.
Zeitung, Künstlerischer notwendig, dass überall alles passiert? Wir wollen
Leiter Schweizer Architektur
Museum Basel immer Wohnen und Arbeiten zusammenbringen. Eine Blockrandbebauung könnte auch
Aber für mich ist Graz eher eine Stadt, wo Patch- neben der Autobahn stehen mit Einfamilien-
work optimiert werden muss. Braucht es in der häusern in der Mitte.
Terrassenhaussiedlung noch zwei Restaurants
etc.? Es gibt Wohnen und Arztpraxen, vielleicht Ein Block ist als groß aufgeblasenes At-
einen Kindergarten – reicht das nicht? Vielleicht riumhaus zu sehen, nicht im städtischen
muss es nicht immer alles geben. Maßstab, sondern als Gebäudekörper, der
Qualitäten des Hofes suggeriert. Geht man
von dem Szenario aus, dass der Autover-
kehr nicht die gleiche Rolle wie jetzt spielt,
gewinnt der Straßenraum wieder andere
Qualitäten – und somit auch der Block.

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Dense Cities
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Dense Cities
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Dense Cities
Luftbild Plüddemanngasse, Graz

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Dense Cities
Acht Szenarien für eine Nachverdichtung der Plüddemanngasse Graz.
Studierendenarbeit im Rahmen der Übung Workshop 3, November 2010.
Betreuer: Andreas Lechner, Markus Bogensberger

WORKSHOP 3
Mc Boulevard – Lange Weile

Als räumliches Ausgangsmaterial verwende-


ten wir die Grazer Plüddemanngasse, die zwar
zentral im Grazer Stadtraum liegt, sich aber
durch außerordentlich vorstädtische Ödnis und
stadträumliche Disparatheit auszeichnet. Ihre
räumliche Kontinuität ist nur durch den Umstand
ihrer zentralen Funktion als Autobahnzubringer
gegeben – von Parkplätzen der Einzelhandels-
steppe mit unterschiedlichsten Gebäudetypen
zum Wohnen und Arbeiten gesäumt.
Ein abstrahiertes 3D-Modell des Betrachtungs-
gebietes wurde als Grundlage erstellt, das
einerseits Bestand dokumentiert, aufbereitet
und in Bewertungskontexte stellt, andererseits
aber auch durch seinen Abstraktionscharakter
mit Möglichkeitsformen spekulieren und in die
Zukunft projizieren lässt.

In der ersten Phase des Workshops wurden


daher die Bestandsmodelle mit acht vorgegebe-
ne Szenarien der baulichen Verdichtung für die
Plüddemanngasse als 3D-CAD-modell über- und
ausgearbeitet. Die Aufgabe bestand darin, die
baulichen Folgen der getroffenen Annahmen in
Gruppenarbeit zu entwickeln und eine entspre-
chende städtebauliche und typologisch stringente
Umsetzung zu modellieren.

In einem zweiten Schritt sollte dieser fiktive Zu-


stand des Straßenzuges in Form einer medialen
Wiedergabe reflektiert werden. Die Wahl der
Mittel – ob Inserat, Zeitungsartikel, Film oder
Ähnliches – blieb den Studierenden freigestellt.
Mithilfe dieser künstlerischen Herangehensweise
sollten Potentiale aufgezeigt und neue Betrach-
tungsweisen von im Alltag als vernachlässigten
und langweiligen bzw. kaum wahrgenommenen
Stadträumen ermöglicht werden. Zugleich per-
siflieren die Projekte/Umsetzungen die ideologi-
sche/ästhetische Leere des Spätkapitalismus, in
dem Stadt vor allem zu einem zu gestaltenden
Life-Style-Ambiente geworden ist – Ware oder
Requisite der Immobilienwirtschaft...

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Dense Cities
Institut für Gebäudelehre

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Dense Cities
1 STRIP MALL

Szenario:
Die Grundbesitzer der Plüddemanngasse haben
in der Vergangenheit beschlossen gemeinsam
die Straße zu vermarkten und als Strip Mall
nach amerikanischem Vorbild auszubauen. Die
Verdichtung erfolgt in Form von punktartiger Be-
bauung.

Bauliche Auswirkungen:
Die Plüddemanngasse wird eine konsequent
geplante, auto-orientierte Einkaufsstraße (die
Typologie Strip Mall). Formen des Wohnens
werden in die zweite bzw. dritte Reihe hinter der
Strip-Mall verbannt.

Mediale Umsetzung: Katharina Bayer


Eine Ausstellung im lokalen Cafe Cuba David Klemmer
dokumentiert mittels historischer Aufnahmen die Catherine Papst
einzigartige Situation der Plüddemanngasse in Markus Resinger
den 60er und 70er Jahren. Ulrike Schwärzer

60
Dense Cities
Institut für Gebäudelehre

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Dense Cities
2 LA DEFENSE

Szenario:
Steuerliche Anreizmodelle führen zu einer
Attraktivierung von Graz als Firmensitz/Head-
quarter für die Südosteuropa-Region. Der Bedarf
an Büroflächen übersteigt den Bestand um ein
Vielfaches. Die Stadtregierung beschließt, durch
gezielte Flächenwidmung und städtische Investiti-
onen die Neubauten in der Plüddemanngasse zu
konzentrieren.

Bauliche Auswirkungen:
In der Plüddemanngasse entsteht ein Bürodistrict
mit den zugehörigen Dienstleistern, exklusiven
Geschäften und hochwertigem Wohnungsange-
bot.

Mediale Umsetzung:
Eine Bürgerinitiative startet eine Kampagne zur
Erhaltung der Plüddemanngasse in der ursprüng- Philipp Grein
lichen Form. Dazu werden geheime Dokumente Tina Priesner
(Fotos von Präsentationen im HDA) und Pro- Lucia Semetkova
testaufrufe auf einer Internetplattform veröffent- Agate Leaud
licht. Florian Landsteiner

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Dense Cities
Institut für Gebäudelehre

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Dense Cities
3 SHOPPING CITY PLÜDDEMANN

Szenario:
Ein Spruch des Obersten Gerichtshofes erklärt
die SCSeiersberg nach jahrelangen Prozessen
als für illegal errichtet. Sie muss abgerissen wer-
den. Die Stadt Graz möchte die Gunst der Stunde
nützen, um in zentraler Lage die Shopping City
neu errichten.

Bauliche Auswirkungen:
In der Plüddemanngasse wird eine Shopping Mall
mit einer Verkaufsfläche von 85.000m2 errichtet.
Max Conway
Mediale Umsetzung: Patrick Flucher
Die Neueröffnung der SC Plüddemanngasse Gideon Grill
(„Plüdde“) wird in Flyern und Kundenmagazinen Michael Keser
ausführlich angekündigt. Markus Stradner

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4 REKONSTRUKTION

Szenario:
Die historische Vorstadtbebauung von Alt-St.-Pe-
ter wurde 1945 durch ein fälschlich durchgeführ-
tes Bombardement amerikanischer Bomber voll-
kommen zerstört und nach dem Krieg aufgrund
fehlender Finanzmittel nicht mehr wiederaufge-
baut bzw. rekonstruiert. Heimatschutz, Denkmal-
schutz, Altstadtsachverständigenkommission und
Kleine Zeitung haben nach jahrzehntelangem
Lobbying und der Akquise von Bundesgeldern
erreicht, dass „Fehlplanungen“ der Nachkriegs-
zeit schonungslos beseitig und der ursprünglich
Zustand wieder hergestellt wird.

Bauliche Auswirkungen:
Die historische Ortsstruktur wird mit leichten
Anpassungen an zeitgenössische Nutzungserfor-
dernisse wieder hergestellt.

Mediale Umsetzung: Mario Keusch


Eine Bürgerinitiative gegen die rückwärtsgewand- Denise Ehrhardt
te und historisierende Vorgehensweise versucht Evelyn Anvidalfarei
die Bevölkerung gegen das Vorhaben mittels Günter Radl
Infoveranstaltungen zu mobilisieren. Thomas Zopper

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5 PLANWERK P

Szenario:
Der Raster der gründerzeitlichen Bebauung wird
im Zuge einer städtebaulichen Planungsoffensive
weiterentwickelt. Die unumstrittene Qualität der
Gründerzeitbebauungen wird als Richtschnur
und Maßstab für die zukünftige Stadtentwicklung
festgelegt.

Bauliche Auswirkungen:
Alle Besitzer und Bewohner werden mit Ersatzflä-
chen abgelöst bzw. können in die neuen Struk-
turen einziehen. Als finanzieller Anreiz werden
erhöhte Dichten (mehr an vermiet- bzw. verkauf-
baren Geschoßflächen) angeboten. Das neue
Viertel wird in einem großstädtischen Maßstab
errichtet.

Mediale Umsetzung:
Das Projekt wird in einem Beitrag über städtebau- Evelyn Schweiger
liche Wettbewerbe in der Zeitschrift Architektur Florian Maroschek
Aktuell vorgestellt. Außerdem weisen Flyer und Irina Scheucher
Plakate auf eine diesbezügliche Infoveranstaltung Peter Hörzenauer
im Haus der Architektur Graz hin. Regine Wally

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6 SUSTAINABLE CITY

Szenario:
Ganz Graz wird aufgrund der lebensbedrohli-
chen Feinstaubbelastung zur Umweltzone erklärt,
der Individualverkehr endet an Parkhäusern und
Türmen der Einfallstraßen in die Stadt.

Bauliche Auswirkungen:
Der gesamte zentrale Stadtraum von Graz ist
vom motorisierten Individualverkehr (MIV) befreit.
Das ergibt gänzlich neue Nutzungsmöglichkeiten
für ehemalige Verkehrs- und Parkierungsflächen.
Die Plüddemanngasse wird zu einem Ökopark
mit Community Gardening, Lagunen und Wasser-
straßen, Badeteichen und Freizeiteinrichtungen.

Mediale Umsetzung:
Mittels Flyern und Hinweisen an Tankstellen Jaco Trebo
werden Autofahrer auf die bevorstehenden Fahr- Wolfgang Gruber
verbote hingewiesen. Straßenschilder und eine Herwig Pichler
Werbekampagne machen auf die herannahenden Manuel Draschl
Veränderungen aufmerksam. Manuel Margesin

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7 BIG IN ST PETER

Szenario:
Der steirische Wohnbau besinnt sich seiner zeit-
geschichtlich innovativsten Phasen und forciert
mit Nachdruck hochverdichtete, architektonisch
radikale Großwohnprojekte, um dem dringenden
Bedarf an leistbaren Wohnflächen in der inneren
Stadt nachzukommen.

Bauliche Auswirkungen:
Maßstab und Richtschnur werden durch die als
Konsulenten hinzugezogenen internationalen
Büros MVRDV und BIG gelegt. Überbauungen
und, wo notwendig, Schleifungen von vorhanden
Strukturen werden mit Nachdruck vorgenommen.

Mediale Umsetzung:
Auf Plakaten und Flyern wird eine Master Lecture Stephanie Forstner
an der TU Graz von Bjarke Ingels (BIG) angekün- Johanna Huber
digt, in welcher dieser die aufsehenerregenden Silvia Javernik
Wohnbauprojekte vorstellt. Nadja Saxer

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8 URBANES REPARATUR SET

Szenario:
Im Rahmen eines EU-Programms wird die
Plüddemanngasse ausgewählt, um exemplarisch
ein Stadt-Reparatur-Programm zu erproben: Das
„URBANES REPARATUR SET.
Die Umsetzung wird im Rahmen eines Private
Public Partnership Projektes innerhalb kürzester
Zeit realisiert.

Bauliche Auswirkungen:
Straßenräume werden baulich geschlossen, der
Bestand behutsam ergänzt bzw. aufgestockt.
Durch die Vervielfältigung vorhandener baulicher
Strukturen wird ein wahrnehmbarer Stadtraum
generiert.

Mediale Umsetzung:
Ein Beitrag in ORF Steiermark berichtet über den Michael Hainz
Spatenstich des avancierten Projektes. Politi- Alexander Freyl
ker und Anrainer kommentieren die geplanten Michael Tasch
Vorhaben. Siegfried Streitfeldner
Jürgen Holl

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Partner:
Mit freundlicher Unterstützung von
Landesbaudirektion Steiermark
A16 Raumplanung Steiermark
Stadtbaudirektion Graz.

Mit Dank an die GBG Graz für die Zurverfügungstellung


der Räumlichkeiten des Palais Thinnfeld.

Kontakt:
Institut für Gebäudelehre
TU Graz
Lessingstrasse 25/4
8010 Graz
www.gl.tugraz.at
www.densecities.org

Ansprechperson:
Markus Bogensberger
markus.bogensberger@tugraz.at
Tel: +43 316 873 6796

Impressum:

Institut für Gebäudelehre


Technische Universität Graz
Lessingstrasse 25/4
8010 Graz
www.gl.tugraz.at
www.densecities.org

Konzeption: Markus Bogensberger


76 Textbearbeitung & Layout: Yvonne Bormes
Dense Cities © 2010 Technische Universität Graz
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