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Analyse: Der gute Mensch von Sezuan; Szene 8

In der achten Szene aus dem Drama „Der gute Mensch von Sezuan“ von Bertholt Brecht, geht
es um den Aufstieg des Sohnes Yang Sun, welcher der Sohn von Frau Yang ist, in der
Tabakfabrik von Shui Ta. Das zu analysierende Szenario veranschaulicht den Kontrast vor
dem Hintergrund der Arbeitsbedingungen des Proletariats.
Nachdem Suns Vorhaben fehlgeschlagen ist und er die von Shen Te geliehenen 200
Silberdollar verpasst hat, bittet Frau Yang Shui Ta darum, ihren Sohn nicht zu verklagen.
Dieser bietet Sun an, das Geld nach und nach in seiner Fabrik zu erarbeiten, was Sun
akzeptiert. Im Folgenden arbeitet Sun hart, um in der Firma aufzusteigen und versucht
aufzusteigen, indem er einen zusätzlichen Tabakballen für den erschöpften Schreiner trägt.
Bei der Auszahlen der weist Sun Shui Ta auf einen Fehler des Aufsehers hin, wodurch zwar
sein eigener Lohn gekürzt wird, er aber dafür Shui Ta so sehr beeindrucken kann, dass er ihn
zum Aufseher befördert wird. In seiner Rolle als Aufseher spornt Sun die anderen Arbeiter an,
um eine Effizienzsteigerung in der Tabakproduktion zu ermöglichen.
Die achte Szene beginnt mit einer Ansprache, bei der Frau Yang, die Mutter von Yang Sun
erzählt, wie Sun von „einem vorkommenden Menschen in eine nützlichen verwandelt wurde“
(S.111). Nach dem Aufruf von Frau Yang tritt Yan Sun hervor und verkörpert sich selbst. In
dem Dialog zwischen Frau Yang, Yang Sun und Shui Ta sticht Frau Yangs Redeanteil sehr
heraus, in welcher sie immer wieder versucht sich für ihren Sohn zu entschuldigen, weil Sun
vom falschen Pfad abgekommen sei und sie selbst auch enttäuscht wurde (vgl. S.111f.).
Nachdem Frau Yang, Sun Shui Ta gut dargestellt hat und Shui Ta Yang Sun schlussendlich
einstellt, kehrt Frau Yang auf an die Rampe zurück (vgl. S.112) und spricht das Publikum an,
dass zeigt wie sie aus der Handlung heraustritt, durch welches die Aufmerksamkeit des
Zuschauers steigt. Zu dem spiegelt sie die vorherige Situation zwischen Yang Sun und Shui
Ta. Außerdem öffnet Frau Yang durch ihr Ansprache an das Publikum noch andere Facetten
bezüglich neue Orte der Erzählung, die inneren Räumlichkeiten der Tabakfabrik von Shui Ta
und wo sich die nächste Situation der Erzählung abspielen wird.
Des Weiteren wird auffällig wie das Proletariat, welches durch den früheren Schreiner
verkörpert wird, in Parataxen spricht, dass heißt nur aus aneinander gereihten Hauptsätze,
ohne Nebensätze. Zusätzlich wird auch die Verzweiflung der Arbeiter deutlich, die durch die
Ausbeutung von Shui Ta hervorgerufen wird.
Durch die rhetorische Frage: „Und wovon sollen wir leben?“ (S.113) wird die ernste Lage
deutlich, unter welchen Bedingungen die Arbeiter von Shui Ta gezwungen werden zu
arbeiten, dabei reicht das Geld von einem Arbeiter aus der Familie nicht einmal aus, demnach
müssen sogar Kinder mitarbeiten. Kennzeichen der Geringverdiener ist auch ihre respektlose
Sprache miteinander: „Gib den einen Ballen her, du Krüppel!“ (S.113).
Des Weiteren wird die heuchlerische Sprache von Sun deutlich, als es Zahltag wurde, denn
Sun machte Shui Ta drauf aufmerksam, dass er anstatt 6 Silberdollar eigentlich hätte nur 5
bekommen dürfen, da er ein Tag im Gewerbe gefehlt hatte. (vgl. S.114). Als Shui Ta dann
von Yang Suns täuschende Art hilfreich und nett zu sein, überzeugt wurde, wurde er von Shui
Ta zum Aufseher ernannt. Mit der Macht, die er mit dem Titel besessen hat, verwendet er
daraufhin eine sehr vulgäre Sprache um die Arbeiter zu mehr Arbeit zu zwingen. Auch
verwendet Sun eine sehr verachtende Sprache gegenüber der Arbeiter: „Ihr faulen Hunde,
wofür bezahlen wir euch Lohn?“ (S.115), auch sticht heraus, dass Sun den Arbeitern
durchgehend hetzt und ihnen keine Pause erlaubt: „Dieser Korb muss fixer wandern!“, „Jetzt
hat es sich ausgefaulenzt hier!“ (S.115).
In der nachfolgende Teil der letzten Szene wird das „Lied vom achten Elefanten“ eingebaut.
Dieser stellt das Verhältnis der Arbeiter zu ihren Arbeitsverhältnissen da. Das Lied ist eine
bildliche Darstellung und zeigt das Verhalten von Sun gegenüber des Proletariats. Das Lied
handelt von insgesamt acht Elefanten, von denen aber sieben Elefanten von einem Elefanten
die Aufgabe haben einen Wald für Herr Dschin bevor es Nacht wird zu roden. Im Lied wird
auch deutlich, dass der achte Elefant gewalttätig wird, um die Elefanten zur Arbeit zu
zwingen. Das Lied besteht aus vier Strophen mit jeweils acht Strophen. Das Lied hat einen
nicht durchgehenden Reim.
Das Lied ist eine tierbildliche Darstellung der Hierarchieordnung in der Fabrik. Daraus lässt
sich schließen, dass Shui Ta als Chef den Herr Dschin darstellt, die sieben Elefanten die
ausgebeuteten Arbeiter und der achte Elefant Sun darstellt. Demnach kann man daraus
schließen, dass die alle Elefanten Shui Tas Mittel zum Zweck sind.
Man kann also sagen, dass der achte Elefant, welcher Sun darstellt, seine Arbeiter
hintergangen hat und nur noch aufsteigen möchte und nach Profit, wie Shui Ta trotzt. Die
Verfremdung liegt in der Mitwirkung und Ansporn von Sun auf das Lied, welches eigentlich
die Arbeiter singen. Durch das Mitklatschen und Mitsingen von Sun scheint die Arbeit
leichter und es verliert seinen eigentlichen Effekt (vgl. S.117).
Zusammenfassend kann man sagen, dass Brecht versucht mit Mittels der Verfremdung auf
den sich in der Realität abspielenden Kapitalismus aufmerksam zu machen. Außerdem soll
durch das Lied eine Distanz hergestellt werden um die Handlungen aus einer anderen
Perspektive zu betrachten. Schlussendlich wird sehr deutlich, dass die Arbeiter nur
ausgebeutet werden und von ihren Vorsitzenden egoistisch ausgenutzt werden.