Sie sind auf Seite 1von 4

Infovideos:

https://studyflix.de/biologie/dna-desoxyribonukleinsaure-2444
https://studyflix.de/biologie/dna-aufbau-2454
Was ist das?
 DNA/DNS =
o Englisch: DNA (Deoxyribonucleicacid)
o Deutsch: DNS (Desoxyribonukleinsäure)
 Kann als „Träger unserer Erbinformation“ bezeichnet werden. Sie beeinflusst unser Aussehen (=Phänotyp)
und Stoffwechsel, da sie den Bauplan für uns Lebewesen enthält.
 Die DNA kommt in jeder Zelle deines Körpers vor und ist das Kennzeichen aller Lebewesen. Bei den
Eukaryoten (Tiere, Pflanzen, Pilze) befindet sie sich hauptsächlich in den Chromosomen im Zellkern . Bei
den Prokaryoten hingegen „schwimmt“ sie frei im
Cytoplasma herum.

„Verpackung“ der DNA


 Beim „Heranzoomen“ in unseren Zellkern können wir
zunächst die 46 menschlichen Chromosomen (komplette
Erbsubstanz; Genom) entdecken. Sie besitzen meist ein X-
artiges Erscheinungsbild und in ihnen ist ein langer DNA
Faden wie eine Art Wollknäuel angeordnet.
 Um die DNA komprimiert verpackt im Zellkern
unterzubekommen, ist sie in den Chromosomen um
bestimmte Proteine – die Histone – wie eine Art
Lockenwickler aufgewickelt. Diese positiv geladenen Proteine
verbinden sich mit negativen Phosphatgruppe der DNA, wobei
der lange DNA Faden zweimal um jeweils acht Histone
gewickelt wird. 
 Es entsteht jetzt quasi eine Art Perlenkette, die aus DNA-
Faden und Histonkomplexen zusammengesetzt ist. Einen
einzelnen Histonkomplex mit DNA kannst du übrigens auch
Nukleosom (Perle = Nukleosom) nennen
 Die Gesamtheit aus DNA und Proteinen kannst du auch als
Chromatin bezeichnen.
 Der DNA Faden ist wiederum aus zwei Doppelsträngen
aufgebaut, bei dem sich die jeweiligen Einzelstränge über die
Wasserstoffbrückenbindungen verbinden. Der DNA
Doppelstrang nimmt die Form einer Helix an, die sich
schraubenförmig um ihre eigene Achse windet

Aufbau
Nukleotiod
 Aufgebaut ist die DNA als Makromolekül, was bedeutet, dass sie aus sehr vielen zusammengesetzten
Einzelbausteinen – den sogenannten Nukleotiden – besteht. Daraus ergibt sich der genaue DNA Aufbau:
Sie liegt als doppelsträngiges Molekül, das sich um seine eigene Achse wie eine Schraube windet (=
Doppelhelix ) vor.
 Jedes Nukleotid besteht wiederum aus 3 Teilen:
o einer Phosphatgruppe (P),
o dem Zucker Desoxyribose (Fünferzucker; 5 Kohlenstoffatome)
o und einer von vier organischen Basen .
Zucker
 Es handelt sich um eine Pentose, also ein Zuckermolekül bestehend aus fünf Kohlenstoffatomen. 
„Desoxy“ bedeutet ohne Sauerstoff, denn wie du in der Abbildung erkennen kannst, fehlt dieser am 2.
Kohlenstoffatom. Bei der Ribose hingegen – dem Grundbaustein der RNA – ist der Sauerstoff dort
vorhanden.
 Die Kohlenstoffatome am Zuckermolekül werden mit den Zahlen 1-5 im Uhrzeigersinn durchnummeriert.
Das ist wichtig zur Orientierung, damit wir immer wissen, an welchem Kohlenstoffatom eine Verknüpfung
erfolgt. 

DNA Basen
 Vier organische, stickstoffhaltige Basen: Adenin (A), Thymin (T), Guanin (G) und Cytosin (C)
 Sie können je nach chemischem Aufbau in die Stoffgruppen der Purine (Adenin und Guanin) und der
Pyrimidine (Thymin und Cytosin) eingeteilt werden. Die Base Thymin ist hier einzigartig für die DNA.

Nukleotid Aufbau
 Schauen wir uns nun an, wie die einzelnen Puzzleteile
(„Base, Zucker und Phosphatgruppe“) in einem Nukleotid
miteinander verknüpft sind. Damit kommen wir den
exakten DNA Aufbau schon ein Stück näher. 
 Hierfür ist die Nummerierung der Kohlenstoffatome im
Zuckermolekül – der Desoxyribose – wichtig. Der Zucker
verbindet sich mit seinem C1-Kohlenstoffatom (1′) mit
einer der 4 stickstoffhaltigen Basen. Diese Bindung kannst
du als sogenannte N-glykosidische Bindung bezeichnen. 
Darunter kannst du verstehen, dass sich das besagte Kohlenstoffatom des Zuckers mit der Aminogruppe (-
NH-) der Base verknüpft.
 Du kannst die Verbindung aus einem Zucker und einer Base auch
als Nukleosid bezeichnen. 
 Das entstehende Nukleosid verbindet sich nun über über das 5.
Kohlenstoffatom (5′)  mit einer Phosphatgruppe. Hierbei entsteht
eine Ester-bindung zwischen dem besagten Kohlenstoffatom (C)
der Desoxyribose und dem Sauerstoffatom (O) des
Phosphatrestes. 
 Das jetzt entstehende Molekül aus Zucker, Base und
Phosphatgruppe kannst du auch als Nukleotid bezeichnen. Wie du
bereits gelernt hast, handelt es sich hierbei um die kleinste
Baueinheit der DNA. 
 Kurzfassung: Kohlenstoffatome der Desoxyribose sind verknüpft
mit:
o C1: organische Base
o C3: Alkohol- oder OH-Gruppe
o C5: Phosphatgruppe

DNA-Strang Aufbau
 In der DNA bilden nun viele aneinander
gereihte Nukleotide einen Strang, den du
auch als Polynukleotid („poly“ = viele)
bezeichnen kannst. 
 Wichtig ist, dass du dir merkst, dass der
DNA Strang immer nur an seinem 3′ Ende
wachsen kann. An ihm befindet sich
nämlich eine Hydroxygruppe (-OH), die sich
mit einer weiteren Phosphatgruppe eines
neuen Nukleotids verbinden kann. 
 Wie du bereits gelernt hast ist die Desoxyribonukleinsäure als Doppelstrang aufgebaut, den du mit dem
Aufbau einer Strickleiter vergleichen kannst. Die Holmen stellen hier zwei parallel verlaufende
Molekülfäden, abwechselnd aus Zucker und Phosphat, dar. Sie sind über die jeweiligen Basen über
Wasserstoffbrückenbindungen verknüpft. Diese Querverbindung entspricht den Sprossen der Strickleiter.  

Komplementäre DNA Basen


 Die organischen Basen können über Wasserstoff-Brückenbindungen miteinander in Verbindung treten
o Thymin  Adenin (2 Wasserstoffbrücken)
o Cytosin  Guanin (3 Wasserstoffbrücken)
 Die Ausbildung der Wasserstoffbrücken führt zur Bildung des DNA-Doppelstrangs
 Das kannst du auch als komplementäre Basen bzw. Basenpaarung bezeichnen. Wenn du also einen Strang
der DNA kennst, kannst du den anderen ergänzen. Aus der Basenpaarung ergibt sich außerdem, dass
Adenin und Thymin sowie Cytosin und Guanin immer im selben Mengenverhältnis vorkommen (Chargaff
Regel). 
 Aufgrund dieser Bindungsverhältnisse ergibt sich eine sogenannte Antiparallelität der beiden
Einzelstränge. Darunter kannst du verstehen, dass die beiden Stränge der DNA gegenläufig (antiparallel)
angeordnet sind. Die eine Zucker-Phosphat-Kette verläuft vom 5′ Ende zum 3′ Ende ( 5′ -> 3′) während die
andere „verkehrtherum“ vom 3′ Ende zum 5′ Ende (3′ -> 5′)verläuft. 

Gen
 Unter einem Gen kannst du einen Abschnitt auf der DNA verstehen, der einen Code für die Synthese eines
Proteins (z.B. Enzym) besitzt. Es handelt sich hierbei um eine Art Verschlüsselung (Genetischer Code), bei
der immer drei aufeinanderfolgende Basen der DNA (=Basentriplett) eine Aminosäure ergeben. Ein
Mensch besitzt bis zu 50.000 Gene.
 Unter der Proteinbiosynthese mit ihren Teilschritten Transkription und Translation kannst du den
Mechanismus zur Entschlüsselung des genetischen Codes bis zur Herstellung eines Proteins verstehen. 

Replikation der DNA


1. Beide Stränge der Doppelhelix werden durch das Enzym
Helicase entwunden und auseinander geschoben. Dadurch
entsteht eine Y-förmige Struktur, die man als
Replikationsgabel bezeichnet.
2. Die DNA synthetisiert immer in 5‘  3‘ Richtung. Die DNA-
Polymerase benötigt ein Startermolekül mit einer freien OH-
Gruppe, über die das erste Nukleotid gebunden werden kann.
3. Die Funktion des Startermoleküls erfüllen kurze Primer aus
RNA. Diese werden von der Primase an beiden Strängen der
Replikationsgabel angebracht.
4. Nukleotide lagern sich an die freien Einzelstränge an und
werden von der DNA-Polymerase miteinander verkettet.
(Nukleotid wird über dessen Phosphatgruppe mit der OH-
Gruppe des 3‘-C-Atoms der Desoxyribose verbunden).
5. Die DNA-Polymerase heftet an dem 3‘-Ende des
kontinuierlichen Stranges die Nukleotide an. Der Strang wird
als kontinuierlicher Strang bezeichnet, da die Nukleotide in
dieselbe Richtung angeheftet werden, mit der sich die
Replikationsgabel über die DNA-Matrize bewegt.
6. Am komplementären Strang arbeitet die DNA-Polymerase in
die andere Richtung. In 5‘  3‘ Richtung entstehen die DNA-
Stücke, die sogenannten Okazaki-Fragmente. Diese werden
anschließendin 3‘5‘ Richtung durch DNA-Ligase
miteinander verknüpft.

Eigenschaften des Vorgangs


 Replikation eines DNA-Moleküls beginnt an spezifischen Stellen, den Replikationsursprüngen. Bei
Chromosomen gibt’s nur einen Ursprung, Eukaryoten hingegen haben Hunderte Startpunkte.
 Geschwindigkeit: 50 Nukleotide pro Sekunde (Bakterien 90 pro Sekunde)
 Präzision: sehr hoch (beim Anfügen von 106 bis 108 nur ein Fehler)

Korrektur von Replikationsfehlern


 Die DNA-Polymerase hat eine Art Korrekturlesefunktion. Während Polymerisation der Nukleotidkette
überprüft sie, ob sich zwischen dem angelagerten Nukleotid und der Base des Stranges
Wasserstoffbrücken ausbilden.
 Wenn es falsches Nukleotid eingebaut wird, wird das Weitergleiten des Moleküls zur nächsten
Bindungsstelle behindert. DNA-Polymerase kann in diesem Fall als Exonuclease fungieren. Sie trennt das
falsche Nukleotid vom wachsenden Ende der DNA-Kette ab und die richtige Base kann sich anlagern.
 Fehler können jedoch auch im Nachhinein entstehen, z. B. durch Umwelteinflüsse. Um diese DNA-Schäden
auszugleichen, verfügt die Zelle über Reparaturenzyme.