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Transkriptionen Kursbuch

Lektion 1 Außerdem haben wir Herrn Prof. Dr. Die-


ter Fromm zu Gast. Er ist Fachmann für
Aufgabe 2 und 3 Psycholinguistik und wird uns das Phä-
Seminarleiter: So, jetzt bitte wieder ein bisschen Ruhe. nomen aus wissenschaftlicher Perspek-
Hannah möchte sich jetzt kurz auch tive erklären.
vorstellen. Hannah, bitte … Herzlich willkommen, Frau Ramirez und
Hannah: Ja, hallo, mein Name ist Hannah, und ich Herr Fromm. Schön, dass Sie beide da
komme aus München. Ich lebe mit mei- sind.
nem Freund zusammen, er heißt Daniel, Fromm: Guten Tag, vielen Dank.
und er, ehm, wir haben einen Hund. Hannah: Danke sehr. Ich freue mich, hier zu sein.
Ich bin Kinderkrankenschwester und Moderator: Beginnen wir erst einmal mit der Frage:
arbeite in einer Klinik hier in der Stadt. Was ist Mehrsprachigkeit? Herr Fromm,
Also, ich liebe meinen Job sehr und viel- worüber sprechen wir überhaupt, wenn
leicht gehe ich mal nach Südamerika, wir diesen Begriff benutzen?
in ein Krankenhaus. Ich möchte den Fromm: Nun, es gibt drei Arten von Mehrspra-
Kindern da helfen. chigkeit.
Hm … ja … ich spreche gut Englisch und Zum einen meint Mehrsprachigkeit das
meine Muttersprachen sind Deutsch Erlernen mehrerer Muttersprachen von
und Spanisch. Ja, Spanisch, weil mein Geburt an, wie z. B. bei Frau Ramirez.
Vater Spanier ist und er zu Hause immer Zweitens reden wir von Mehrsprachig-
Spanisch mit mir gesprochen hat. keit, wenn jemand in seiner Familie
Ja, und ich interessiere mich für Mode. eine Sprache gelernt hat und im Kinder-
Also, mit 18 wollte ich eigentlich Mode- garten, in der Schule dann mit einer
design studieren. Aber das ist schwer: zusätzlichen Zweitsprache in Kontakt
An den Fachhochschulen für Mode gibt kommt. Eine Zweitsprache lernt man
es nur wenig Plätze, und ich habe kein übrigens auch, wenn man zum Beispiel
Glück gehabt. Aber einmal pro Woche als Erwachsener Deutsch in Deutsch-
besuche ich abends einen Kurs für land lernt, um in Deutschland zu leben
Modedesign an der Volkshochschule. und zu arbeiten.
Ich gehe gern auf Ausstellungen und Drittens liegt auch Mehrsprachigkeit
Modemessen. Daniel mag auch Mode vor, wenn jemand als Kind, Jugendlicher
und kommt oft mit. oder Erwachsener ganz normal eine
Ja, okay, und im Winter fahre ich Fremdsprache in der Schule lernt. Also
manchmal mit meinem Vater Ski. Ich bei uns wären das in der Regel Englisch,
glaube, ich fahre ganz gut. Ich habe Französisch, Spanisch …
schon mit 5 Skifahren gelernt.
Aufgabe 6 und 7
Seminarleiter: Vielen Dank, Hannah. Sehr interessant,
und jetzt hören wir … Teil 2
Moderator: Oh, das ist ja eine sehr breite Definition.
Aufgabe 4 Herr Fromm, also sind wahrscheinlich
Teil 1 sehr viele Menschen mehrsprachig,
Moderator: Guten Tag, meine sehr geehrten Damen oder?
und Herren, und willkommen zu einer Fromm: Das stimmt, das ist der interessanteste
neuen Ausgabe von „Wissen global“ Punkt. Weltweit sprechen mehr als die
hier auf M93.4. Wir sprechen heute über Hälfte der Menschen mindestens zwei
„Mehrsprachigkeit“, also, das ist das Sprachen. In vielen Ländern gibt es
vielleicht wichtigste Thema in unserer sogar mehrere offizielle Sprachen.
globalisierten Welt. Indien hat zum Beispiel die meisten
Dazu haben wir heute zwei tolle Gäste Landessprachen mit insgesamt 23.
im Studio. Zum einen Frau Hannah Danach kommt Südafrika mit 11 offizi-
Ramirez, eine Kinderkrankenschwester ellen Landessprachen. Es ist eher die
aus München, die mit einem spanischen Ausnahme, nur eine Sprache zu spre-
Vater und einer deutschen Mutter zwei- chen und fast schon ein Nachteil. Welt-
sprachig aufgewachsen ist und uns von weit ist es mittlerweile normal, eine der
ihren Erfahrungen berichten wird. Weltsprachen wie Englisch, Chinesisch,
Hindi, Spanisch oder Arabisch zu lernen.

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Moderator: Sie haben gesagt, nur eine Sprache zu Fromm: Nein, das hat man früher gedacht, aber
sprechen, ist eher schon ein Nachteil. durch zahlreiche Studien weiß man
Frau Ramirez, würden Sie dem heute, dass das falsch ist. Im Gegenteil,
zustimmen? der Mensch ist der talentierteste Spra-
Hannah: Also, ich weiß nicht, ob es wirklich ein chenlerner und von Natur aus polyglott.
Nachteil ist, wenn man nur eine Sprache Mehrsprachigkeit ist gut für die Ent-
spricht. Offiziell wird bei uns ja sehr viel wicklung des Kindes. Zweisprachige
Wert zum Beispiel auf Englischkennt- Kinder haben in den einzelnen Spra-
nisse gelegt. Aber sehen Sie sich mal die chen anfangs zwar etwas weniger Wort-
Realität an! schatz als einsprachige Kinder. Aber
Moderator: Ja, das ist schon richtig. Selbst viele Spit- dafür lernen sie in der gleichen Zeit
zenpolitiker und Topmanager machen doppelt so viel. Dreisprachige sogar das
eine schlechte Figur, wenn es um Eng- Dreifache.
lisch geht, und brauchen Dolmetscher Moderator: Was empfehlen Sie Eltern, die ihr Kind
und Übersetzer. Scheinbar kann man in mehrsprachig erziehen wollen? Worauf
diesem Land aber nach wie vor ganz sollten sie achten?
groß Karriere machen, auch ohne Sprach- Fromm: Die besten Aussichten, die Sprache gut
kenntnisse. Leider! Aber Sie, Frau Rami- zu lernen, hat das Kind, wenn Eltern die
rez haben ja zwei Muttersprachen … Sprache fließend sprechen. Sonst sollten
Hannah: Ja, und das ist gut so. Der größte Vorteil sie diese Sprache mit dem Kind nicht
ist, dass ich mich in zwei Ländern zu sprechen. Außerdem sollte das Ganze
Hause fühlen kann. Zwar ist Deutsch- spielerisch geschehen, man sollte die
land meine Heimat, aber wenn ich nach Kinder nicht zwingen. Kinder lernen bis
Spanien reise, komme ich auch schnell zu fünf oder sechs Jahren ohne Mühe
in Kontakt mit den Menschen dort. So mehrere Sprachen. Danach wird es
habe ich gelernt, in und mit verschiede- schwieriger.
nen Kulturen zu leben und das ist für Hannah: Richtig, zwingen sollte man die Kinder
mich das schönste Geschenk. Gleichzei- nicht. Aber die Eltern sollten immer
tig habe ich mit meinen zwei Sprachen wieder klar machen, dass ihnen die
die flexibleren Jobchancen und kann zweite Sprache wichtig ist. Und sie soll-
auch im Ausland arbeiten. Ich möchte ten ständig daran erinnern, dass das
demnächst für „Ärzte ohne Grenzen“ Kind auch in der jeweiligen Sprache des
nach Kolumbien gehen. Ich möchte vor Elternteils antwortet. Das kommt näm-
Ort den Kindern helfen und in einem lich nicht von alleine, und wenn die
Krankenhaus arbeiten. Da braucht man Eltern sich nicht kümmern und konse-
uns Krankenschwestern dringend. Und quent sind, dann passiert gar nichts. Ich
mein Spanisch ist dafür die beste weiß noch, dass ich als kleines Mädchen
Voraussetzung. eigentlich gar keine Lust hatte, Spa-
Moderator: Das stimmt. Aber wie war das als Kind? nisch zu sprechen. Ich wollte so sein
Ich kann mir vorstellen, dass es nicht wie alle anderen hier in Deutschland.
immer leicht war, zwei Sprachen gleich- Aber mein Vater hat immer wieder
zeitig zu lernen, oder? gesagt „Du musst auch Spanisch ler-
Hannah: Ja, das stimmt. Die größte Herausforde- nen.“, und er hat konsequent Spanisch
rung war, immer zwischen den Sprachen mit mir gesprochen. Und dafür danke
zu wechseln. Wenn ich zum Beispiel ich ihm heute.
etwas auf Deutsch sagen wollte, ist mir Moderator: Ja, das kann ich mir vorstellen. Und
nur das spanische Wort eingefallen später …?
oder nur das deutsche, wenn ich Spa- Hannah: Also, die Vorteile sieht man tatsächlich
nisch sprechen wollte. Oftmals habe ich erst später. Manche, wie ich gehört
einfach beide Sprachen in einem Satz habe, erkennen erst als Erwachsene,
benutzt. Das hat dann natürlich lustig welch ein Vorteil es sein kann, zwei-
geklungen. sprachig aufgewachsen zu sein. Bei mir
Moderator: Oh, das glaube ich. Herr Fromm, wie kam die Erkenntnis zum Glück schon in
sieht die Wissenschaft das? Schadet es der Schule. Da hat mir meine Zweispra-
den Kindern nicht, wenn sie schon früh chigkeit sehr geholfen, als ich Englisch
viele Sprachen lernen müssen? und Französisch als Fremdsprachen

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dazubekommen habe. Im Vergleich zu Florian: Bei Netflix gibt es schon den neuen
meinen Mitschülerinnen und Mitschü- Spinnerman-Film. Auf den hätte ich
lern hatte ich die größere Erfahrung richtig Bock. Ich habe gehört, dass er
beim Sprachenlernen und war flexibler gut sein soll.
beim Wechseln zwischen den Sprachen. Lisa: Och, nee, du immer mit deinen Super-
Und jetzt denke ich sogar darüber nach, helden-Filmen. Die Filme sind immer so
wie ich mein Spanisch auch beruflich langweilig. Das letzte Mal bin ich wäh-
nutzen kann. rend des Films eingeschlafen. Können
Moderator: Liebe Frau Ramirez, lieber Herr Fromm, wir nicht einmal was für Erwachsene
leider sind wir mit unserer Zeit schon sehen?
wieder am Ende. Ich danke Ihnen herz- Florian: Was für Erwachsene? Du meinst irgend
lich für dieses Gespräch und natürlich so eine Liebesschnulze? Nee, Lisa, auf
auch Ihnen, verehrte Zuhörerinnen und so was habe ich keine Lust. Außerdem
Zuhörer, für Ihre Aufmerksamkeit. Auf sind das keine Kinderfilme. Da geht es
Wiedersehen und bis zum nächsten Mal auch immer um Philosophie und Politik.
bei „Wissen global“ hier auf M93.4. Das sind eben Metaphern.
Lisa: Haha, wohl Metaphern in Strumpfhosen!
Lektion 2 Lass mal, dann schau lieber alleine. Ich
gucke dann etwas anderes. Je länger wir
Starten wir! Aufgabe 2 jetzt noch streiten, desto müder werde
Florian: Du, Lisa. Was ist los? Warum bist du ich. Oh cool, der neue Film mit Scarlett
nicht im Bett? Johansson ist schon in der Mediathek.
Lisa: Ich konnte einfach nicht schlafen und Florian: Was, Scarlett Johansson?! Na, wenn das
da … so ist, schaue ich mit! Sag’s doch gleich!
Florian: Sag mal, was siehst du denn da? Ist das
nicht …? Melissa: David, bist du das?
Lisa: Ja, „Manhunt“ ist das. Ich wollte unbe- David: Ja. Hallo Schatz, ich bin da. Wie geht’s
dingt … dir?
Florian: Du, das ist doch die letzte Folge. Woll- Melissa: Gut, und dir? Wie war dein Tag?
ten wir die nicht zusammen sehen? David: Gut. Hör mal, Melissa. Während eines
Also, das finde ich ja nicht lustig! Meetings hat meine Kollegin Andrea uns
Lisa: Du, tut mir leid, ich konnte es nicht übrigens spontan zum Essen eingeladen.
mehr aushalten. Das ist doch so Wir sollen heute Abend um 20 Uhr bei
spannend. ihr zu Hause sein. Hast du Lust?
Florian: Ja, aber weißt du, ich habe das Gefühl, Melissa: Hm, klingt super, eigentlich immer gern,
dass du mich betrügst. Du guckst hier aber mir ist heute nicht danach. Ich
heimlich, ich weiß nichts davon und möchte lieber hier bleiben und meine
dann … Serie weiterschauen. Die ist gerade so
spannend.
Aufgabe 3, 4 und 6 David: Och, das sagst du immer. Du und deine
Florian: Puh, das war ein langer Tag, endlich Serien! Du lebst nur noch in deiner
Feierabend. Ich will nur noch chillen. Netflix-Welt! Je öfter du deine Serien
Du, Lisa, wir könnten doch etwas essen guckst, desto seltener gehst du mit mir
und einen Film anschauen. aus. Und während einer Folge kann man
Lisa: Ja, wieso nicht? Einverstanden! Aber ich dich gar nicht mehr ansprechen.
will während des Essens nichts Melissa: Gar nicht wahr. Nur heute bin ich eben
anschauen, denn das ist ungesund, nicht in der Stimmung. Ich hatte eine
weißt du. Man isst schneller und auch anstrengende Woche. Je mehr Stress ich
mehr. Und klar, je schneller man isst, bei der Arbeit habe, desto weniger Akti-
desto mehr nimmt man zu. Also, man vität brauche ich am Wochenende.
sollte während einer Mahlzeit nichts David: Nur heute? Und was war neulich, als
anderes nebenbei machen … Tina und Simon mit uns weggehen woll-
Florian: Okay. Ja, da hast du recht. Also, erst ten? Da konntest du auch nicht, weil die
essen und dann einen Film, ja? neue Staffel von „Games and Bones“
Lisa: Ja, genau … Sag mal, Florian, auf rausgekommen ist. Und als mein Bruder
welchen Film hättest du denn Lust? neulich zu Besuch kam, bist du nicht

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mal aus dem Schlafzimmer herausge- Aufgabe 4 und 5


kommen, um „Hallo“ zu sagen. Weil Frau Edlinger: Guten Morgen, Frau Kratz. Guten Mor-
deine Serie so „spannend“ war. Während gen, Herr Biberger. Schön, dass Sie die
eines Besuchs kann man doch wenigs- Zeit gefunden haben. Kaffee? Wasser?
tens mal eine Pause machen. Ich finde, Bitte, bedienen Sie sich.
das wird langsam zum Problem. Okay, nun, unser Meeting heute ist sehr
Melissa: Na gut. Einverstanden. Ich komme mit. wichtig, weil wir hier bei Sirius drin-
Aber eine Frage: „Hat deine Arbeits- gend ein neues Produkt für den Fern-
kollegin einen Netflix-Zugang?“ sehmarkt brauchen. Das wissen Sie
David: Melissa!!! bereits. Sagen Sie, wo ist denn unsere
Melissa: War nur ein Spaß!! Nur ein Spaß! Frau Bach? Sie ist noch nicht da!? … Na
ja, sie wird aber noch kommen, hm,
Christoph: Hey Schatz, Jana-Liebling, guck mal! Ich glaube ich jedenfalls. Weiß sie denn,
habe einen Vorschlag: Hier gibt es eine dass wir hier im Konferenzraum 2 sind?
tolle neue Dokumentation über Brasilien Frau Kratz: Ja, ja.
und den Regenwald. Wollen wir uns die Herr Biberger: Ja, sicher.
angucken? Die ist bestimmt super und Frau Edlinger: Gut, dann machen wir einfach weiter.
kostet nur 7,99 Euro. Also, wir brauchen dringend ein neues
Jana: Ja, von mir aus. Wenn ich es schon nicht Produkt. Sie wissen auch, die Konkur-
in echt sehen kann, dann wenigstens im renz ist stark, sehr stark sogar.
Film. Frau Kratz / Herr Biberger: Hm. / Jaja.
Christoph: Was? Was soll das heißen: „wenn schon Frau Edlinger: Das Fernsehen und die Wünsche der
nicht in echt“? Kunden haben sich in den letzten Jah-
Jana: Na, was soll das schon heißen? Chris- ren rasant verändert, und wir benötigen
toph, überleg mal! Würdest du denn mit ein Gerät, das auf dem neuesten Stand
mir nach Brasilien fahren? Du sitzt doch der Technik ist. Das Ziel dieses Meetings
immer nur vor dem Fernseher oder mit ist es, einen Überblick über die Trends
dem Laptop auf dem Balkon und der Zukunft zu bekommen, damit wir
schaust eine Reisereportage nach der ein passendes Gerät entwickeln
andern. Aber eine echte Reise machst können.
du nie mit mir. Und je mehr du online Frau Kratz / Herr Biberger: Ja. / Hm, sicher.
für Filme ausgibst, desto weniger Geld Frau Edlinger: Also, meine Fragen an Sie sind folgende:
haben wir für Reisen. Während einer Wie wird das Fernsehen der Zukunft
Reise könntest du all das sehen, was du aussehen? Wird es das Fernsehen, wie
sonst nur auf dem Bildschirm erlebst. wir es kennen, überhaupt noch geben?
Christoph: Ja, aber weißt du noch, die Reisen nach Welche Medien werden in Zukunft die
Mallorca und Holland im letzten und wichtigsten auf dem Markt sein? Sie
vorletzten Jahr. Während dieser Reisen sind die Experten! Was sind Ihre Prog-
ist so viel passiert! Zu Hause ist es nosen, wie sehen Ihre Vorhersagen aus?
wenigstens sicher und trotzdem immer Schießen Sie los! Herr Biberger, möch-
noch günstiger. ten Sie anfangen?
Jana: Ja, Christoph, das Leben ist eben ein Herr Biberger: Ja, sicher. Also, das Fernsehen der
Abenteuer. Je länger du zu Hause sitzt Zukunft muss und wird wahrscheinlich
und nichts tust, desto ängstlicher wirst digital, virtuell und vernetzt sein. Das
du. Komm, lass uns nach Brasilien fahren. heißt, es wird wohl keine klare Tren-
Ich habe neulich einen Artikel gelesen. nung mehr zwischen Fernsehgerät und
Da stand drin: „Je öfter man verreist, Computer geben. Die neuen Smart-TVs
desto glücklicher ist man.“ Und während haben bereits Internetanschluss und
des Flugs kannst du ja auch Filme und unterstützen Streamingdienste mit ent-
Reportagen sehen. In Flugzeugen gibt sprechenden Apps. Das ist Standard.
es immer Bord-Fernseher. Wir haben also bereits Smart-TVs, aber
Christoph: Na, gut! Aber können wir uns dann jetzt der Trend geht zu ganzen Smart-Homes.
trotzdem die Reportage ansehen? Als Der Fernseher wird dabei so etwas wie
Vorbereitung? die Multimedia-Station im Wohnzimmer
Jana: Natürlich, mein Schatz! Hurra, wir sein, mit der man alles im Haus
fahren nach Brasilien!!!

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bedienen kann. Die Menschen werden wird immer mehr Filme für diese Geräte
wahrscheinlich mit dem Fernseher im entwickeln.
Internet surfen oder arbeiten und Frau Edlinger: Wenn ich alle unsere Ergebnisse einmal
gleichzeitig Filme und Serien zusammenfassen darf, wird die Zukunft
anschauen. wohl so aussehen: Fernseher werden
Frau Kratz: Ja, genau. Und das Programm wird auch smarte Multimedia-Zentralen mit Inter-
immer interaktiver werden. Man wird netzugang und hoher Bildqualität sein.
zum Beispiel Dinge kaufen können, die Das Fernsehprogramm wird aus einer
man gerade in einem Film sieht. Wenn Mischung aus Video-on-Demand-Ange-
einem die Jacke von Leonardo DiCaprio boten, klassischen TV-Sendern, Online-
gefällt, wird man sie gleich mit einem Streamingdiensten, Videoportalen wie
Klick bestellen können. YouTube und speziellen Nachrichten-
Herr Biberger: Richtig, und man wird wohl auch online portalen bestehen.
in Fernsehzeitschriften nach Program- Frau Kratz / Herr Biberger: Ja, genau. / Ja, so wird es
men suchen. Das gewünschte Programm sein …
wird man dann direkt anklicken und
sehen. On demand und Video-Streaming Aufgabe 6
werden wahrscheinlich noch wichtiger Teil 2
werden. So kann jeder flexibel entschei- Herr Biberger: Also, das Fernsehen der Zukunft muss
den, wann er einen Film, eine Serie oder und wird wahrscheinlich digital, virtuell
eine Doku anschauen möchte. Dennoch und vernetzt sein. Das heißt, es wird wohl
wird es bestimmt auch in Zukunft noch keine klare Trennung mehr zwischen
Leute geben, die auf klassischen TV- Fernsehgerät und Computer geben. Die
Sendern abends um 20 Uhr ihre Nach- neuen Smart-TVs haben bereits Internet-
richtensendung oder sonntags den anschluss und unterstützen Streaming-
„Tatort“ sehen wollen. dienste mit entsprechenden Apps. Das
Frau Kratz: Stimmt, und während des „Tatorts“ oder ist Standard. Wir haben also bereits
danach werden sie dann aber wohl Smart-TVs, aber der Trend geht zu gan-
interaktiv im Chatroom über die neueste zen Smart-Homes. Der Fernseher wird
Folge des „Tatort“ diskutieren. Bei den dabei so etwas wie die Multimedia-
„Game Shows“ wird sich wohl auch viel Station im Wohnzimmer sein, mit der
verändern. In Zukunft wird man zum man alles im Haus bedienen kann. Die
Beispiel gemütlich von zu Hause aus per Menschen werden wahrscheinlich mit
Webcam an solchen Shows teilnehmen. dem Fernseher im Internet surfen oder
Da wird man nicht mal mehr persönlich arbeiten und gleichzeitig Filme und
im Studio sitzen. Serien anschauen.
Frau Edlinger: Das klingt alles sehr interessant. Wie Frau Kratz: Ja, genau. Und das Programm wird auch
sieht es mit 3-D-Fernsehern aus? Haben immer interaktiver werden. Man wird
die noch eine Zukunft? zum Beispiel Dinge kaufen können, die
Frau Kratz: Dieses Thema ist eigentlich schon wieder man gerade in einem Film sieht. Wenn
vorbei. Die Menschen sehen zwar gerne einem die Jacke von Leonardo DiCaprio
3-D-Filme im Kino, aber zu Hause setzen gefällt, wird man sie gleich mit einem
sich die meisten Leute nicht so gerne Klick bestellen können.
mit einer 3-D-Brille vor den Fernseher. Herr Biberger: Richtig, und man wird wohl auch online
Die Bildqualität und die Bildschirm- in Fernsehzeitschriften nach Program-
technologie werden, wie zum Beispiel men suchen. Das gewünschte Programm
Ultra HD, immer wichtiger. Die Größe wird man dann direkt anklicken und
des Geräts ist für viele Kunden gar nicht sehen. On demand und Video-Streaming
so wichtig, aber die Bilder müssen werden wahrscheinlich noch wichtiger
scharf sein: je schärfer, desto besser. werden. So kann jeder flexibel entschei-
Herr Biberger: Da gebe ich Ihnen recht. Aber virtuelle den, wann er einen Film, eine Serie oder
Realität ist ein großes Thema, ich eine Doku anschauen möchte. Dennoch
denke, VR-Brillen werden ein riesiger wird es bestimmt auch in Zukunft noch
Zukunftsmarkt sein. Mit ihnen kann Leute geben, die auf klassischen TV-
man komplett in Videospiele, Filme und Sendern abends um 20 Uhr ihre Nach-
Serien eintauchen. Die Filmbranche richtensendung oder sonntags den
„Tatort“ sehen wollen.

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Frau Kratz: Stimmt, und während des „Tatorts“ oder Frau Edlinger: Sehr gut. Und Sie, Frau Kratz?
danach werden sie dann aber wohl Frau Kratz: Ja, schade, dass Frau Bach jetzt nicht da
interaktiv im Chatroom über die neu- ist. Sie ist ja die Verkaufschefin und wird
este Folge des „Tatort“ diskutieren. Bei sicher mit den Verkäufern sprechen. Ja,
den „Game Shows“ wird sich wohl auch wir werden das Thema diskutieren. Und
viel verändern. In Zukunft wird man wir werden auch über Preise, Qualität
zum Beispiel gemütlich von zu Hause etc. sprechen. Also, ich denke auch, dass
aus per Webcam an solchen Shows teil- Aspekte wie Stromverbrauch und Mate-
nehmen. Da wird man nicht mal mehr rial der Geräte wichtig für den Verkauf
persönlich im Studio sitzen. sind. Wissen Sie, die Menschen wollen
Frau Edlinger: Das klingt alles sehr interessant. Wie ökologische Lösungen und achten
sieht es mit 3-D-Fernsehern aus? Haben heute ganz besonders …
die noch eine Zukunft?
Frau Kratz: Dieses Thema ist eigentlich schon wie- Lektion 3
der vorbei. Die Menschen sehen zwar
gerne 3-D-Filme im Kino, aber zu Hause Starten wir, Aufgabe 1 und 2
setzen sich die meisten Leute nicht so Text 1
gerne mit einer 3-D-Brille vor den Fernse- Frau: Top-Model-Studio. Sie rufen außerhalb
her. Die Bildqualität und die Bildschirm- unserer Geschäftszeiten an. Bitte hin-
technologie werden, wie zum Beispiel terlassen Sie eine Nachricht nach dem
Ultra HD, immer wichtiger. Die Größe Signalton. Wir rufen Sie umgehend
des Geräts ist für viele Kunden gar nicht zurück.
so wichtig, aber die Bilder müssen Mann: Guten Abend, Martin DeLon von der
scharf sein: je schärfer, desto besser. Zeitschrift Für Männer only am Apparat.
Herr Biberger: Da gebe ich Ihnen recht. Aber virtuelle Wir müssen kurzfristig neu planen und
Realität ist ein großes Thema, ich eigene Fotos für unser Special „Männer
denke, VR-Brillen werden ein riesiger und Sommermode“ schießen. Dafür
Zukunftsmarkt sein. Mit ihnen kann brauchen wir jetzt dringend noch ein
man komplett in Videospiele, Filme und Model. Ein männliches Model also, und
Serien eintauchen. Die Filmbranche bitte nicht zu jung oder einer, der so
wird immer mehr Filme für diese Geräte hungrig und nervös aussieht. Eher reif,
entwickeln. denn das entspricht unseren Lesern, die
Frau Edlinger: Wenn ich alle unsere Ergebnisse einmal auch eher älter sind. Ein schöner Körper,
zusammenfassen darf, wird die Zukunft ja! Und ein Model mit viel Persönlichkeit
wohl so aussehen: Fernseher werden und Charakter, wissen Sie, das ist unse-
smarte Multimedia-Zentralen mit Inter- rem neuen Chefredakteur wirklich
netzugang und hoher Bildqualität sein. wichtig. Bitte rufen Sie mich zurück. Ich
Das Fernsehprogramm wird aus einer bin morgen früh ab etwa 8.30 Uhr wieder
Mischung aus Video-on-Demand-Ange- erreichbar.
boten, klassischen TV-Sendern, Online-
Streamingdiensten, Videoportalen wie Text 2
YouTube und speziellen Nachrichten- Frau 1: Top-Model-Studio. Sie rufen außerhalb
portalen bestehen. unserer Geschäftszeiten an. Bitte hin-
Frau Kratz / Herr Biberger: Ja, genau. / Ja, so wird es terlassen Sie eine Nachricht nach dem
sein … Signalton. Wir rufen Sie umgehend
zurück.
Aufgabe 11 Frau 2: Hallo, guten Abend. Annette von Holt
Teil 3 von der Zeitschrift Für Frauen only hier.
Frau Edlinger: Gut, sehr schön, ich danke Ihnen. Und Wir haben heute Morgen schon mitein-
was passiert jetzt? Was werden wir ander telefoniert. Sie erinnern sich? Ja?
ganz konkret tun? Herr Biberger? … Was ich noch vergessen habe: Könnten
Herr Biberger: Also, ich werde mit den Ingenieuren Sie uns am Samstag für das Shooting
sprechen. Gleich morgen. Wir werden noch ein Plus-Size-Model schicken? Ja?
die Pläne für die laufende Produktion Bitte … Verstehen Sie, auf keinen Fall
durchgehen, und wir werden die Mög- eine von den superschlanken jungen
lichkeiten prüfen. Damen, die wir beim letzten Mal hatten.

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Da ist unsere Redaktion absolut dage- Moderator: Wegen Ihrer Körpermaße? Ja, verstehe.
gen. Also, ein paar Pfunde mehr sind Also, die Model-Agenturen haben damals
kein Problem. Und sie sollte viel Körper- offensichtlich noch nicht viel Interesse
gefühl mitbringen und Ruhe, ja, sie für Plus-Size-Models gehabt. Oder?
sollte unbedingt ruhig wirken, und mit Anna Graf: Ja, genau. Du musst so und so viel Kilo
sich selbst zufrieden und sehr, sehr wiegen, so und so groß sein …
attraktiv. Bitte melden Sie sich! Bis bald. Moderator: … und fertig. Typisch Agentur! Kann ich
mir vorstellen.
Aufgabe 3 Anna Graf: Richtig. Die Agenturen folgen einfach
Moderator: Willkommen, meine sehr verehrten den Trends und experimentieren über-
Hörerinnen und Hörer. Es ist wieder haupt nicht. Die haben ganz feste Vor-
Freitag, 23 Uhr, und Zeit für unsere stellungen, da kann man nichts
wöchentliche Sendung „Trends in Kultur machen. Na ja, aber obwohl es nur so
und Gesellschaft“ hier auf Radio ich-fm. wenig Nachfrage gab, habe ich immer
Wo immer Sie auch gerade sind, machen weitergemacht.
Sie es sich einfach bequem, entspannen Moderator: Super! Einfach weitermachen! Sie haben
Sie sich ein wenig und hören Sie uns zu. also sehr viel Geduld gebraucht …?
Denn wir haben heute wieder ein ganz Anna Graf: Ja, und ich habe hart gearbeitet, sehr,
besonders spannendes Thema für Sie. sehr hart gearbeitet. Jeden Job ange-
… und brandaktuell! Es lohnt sich nommen, alles perfekt gemacht und …
bestimmt! Ja klar! Mit wirklich tollen Moderator: Da bin ich sicher …
und sehr, sehr sympathischen Gästen, Anna Graf: … und wegen meiner großen Disziplin
das kann ich Ihnen versprechen! Bei uns und Geduld konnte ich mir ein gutes
im Studio sind – und darüber freuen wir Netzwerk aufbauen. Dann, mit den Jah-
uns wirklich sehr – das weltberühmte ren habe ich mehr Arbeit bekommen,
Model Anna Graf und der Shootingstar weil sich die öffentliche Meinung ver-
unter den Modefotografen, Joe Gruber. ändert hat. Und heute, schauen Sie, bin
Frau Graf, Herr Gruber, schön, dass Sie ich hier.
heute bei uns im Studio sind. Moderator: Schön. Was glauben Sie? Warum und
Anna Graf: Vielen Dank, schön heute hier zu sein. wie hat sich das Denken in den letzten
Joe Gruber: Ich freue mich auch hier zu sein. Danke. Jahren verändert? Was ist anders gewor-
Moderator: Und die beiden sprechen mit uns über die den? Können Sie das beschreiben?
Themen „Körpergefühl“ und „Schönheits- Anna Graf: Nun ja, man hat unter anderem heraus-
ideale“. Ja, genau das sind unsere Themen! gefunden, dass viele Menschen wegen
Die sozialen Netzwerke sind voll davon, so einer Sendung wie GNTM …
jeder redet mit und diskutiert. Moderator: … also, Germany’s next Topmodel, ja?
Frau Graf, Sie sind sehr gefragt. Es war Anna Graf: Ja genau, also, wegen einer erfolgrei-
nicht einfach, Sie in die Sendung zu chen Sendung haben plötzlich viele
bekommen. große Probleme mit sich selbst und
Anna Graf: Ja, tut mir leid. Sie hatten mich ja schon ihrem Körpergefühl bekommen.
vor zwei Wochen eingeladen, und ich Moderator: Ach?!
wäre auch so gern gekommen. Aber Anna Graf: Ja, es ist ganz einfach so, dass Frauen
wegen eines wichtigen Termins musste noch unzufriedener mit sich selbst wer-
ich absagen. Leider, leider! Das passiert. den, wenn sie ständig solche Sendun-
Moderator: Kein Problem! Sie sind ein Model, das gen sehen. Ist ja auch klar, denn die Art,
mittlerweile überall auf der Welt arbei- wie vor allem weibliche Körper in den
tet. Waren Sie von Anfang an so Medien präsentiert wurden und wer-
erfolgreich? den, hat das Denken und Tun der meis-
Anna Graf: Nein, nein, natürlich nicht. So ein Erfolg ten von uns negativ verändert. Immer
kommt selten über Nacht. In meinem mehr Menschen haben gesagt, dass sie
Fall war es sogar noch etwas schwieri- das nicht mehr wollen, und nach Alter-
ger. Ich war und bin ja kein „normales“ nativen verlangt. Es findet langsam ein
Model, sondern ein sogenanntes Plus- Umdenken statt.
Size-Model. Wegen meiner Körpermaße Moderator: Ich verstehe. Frau Graf, das heißt also,
war es am Anfang nicht leicht, Castings immer mehr Menschen haben überlegt,
zu bekommen. was es überhaupt bedeutet, „schön“
und „sexy“ zu sein.

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Anna Graf: Ja genau. Immer mehr sehen jetzt, dass überall Fotos machen, sie bearbeiten
auch Menschen mit ein paar Pfunden und ins Netz stellen. Ist das eine gute
mehr auf der Waage gut aussehen. Wer Entwicklung?
bestimmt denn, was schön ist? In man- Joe Gruber: Also, zum einen ist es natürlich super,
chen Ländern ist es sogar sehr attraktiv, dass jeder nun selbst schöne Bilder
wenn man etwas runder ist. schießen kann und keine teure Foto-
Moderator: Herr Gruber, was glauben Sie? Sind Sie kamera mehr dazu braucht. Was sich da
auch der Meinung, dass das, was wir uns in der Technik getan hat, ist wirklich
unter Schönheit vorstellen, falsch ist? enorm. Viele Smartphones machen ja
Joe Gruber: Nun, ich denke, viele Leute glauben, schon bessere Bilder als meine teure
dass schön sein bedeutet, jung und per- Kamera. Das bedeutet viel Freiheit, aber
fekt auszusehen. Aber wer ist denn auch viel Konkurrenz für den Beruf des
schon perfekt? Immer und ewige Fotografen. Wegen der zahlreichen
Jugend, davon träumen alle, aber das Möglichkeiten vergessen die Menschen
geht ja nicht. aber auch den Moment. Es geht nur
Moderator: Das stimmt allerdings. Das geht nicht. noch darum, dass alles perfekt aussieht,
Joe Gruber: Nein, natürlich nicht. Und Schönheit und vor allem darum, dass man anderen
hat auch sehr viel mit Persönlichkeit jedes Ereignis zeigt und alles, was pas-
und Charakter zu tun. siert, gleich auf Plattformen wie Insta-
Moderator: Haben Sie da Beispiele? Ich meine, gram stellt …
Models, Schauspieler, Sportler …? Moderator: Ja, das sind wirklich sehr interessante
Joe Gruber: Na ja, Beispiele, ich weiß nicht. Es gibt Gedanken. Liebe Hörerinnen und Hörer
viele Menschen, die attraktiv sind, …
obwohl sie sichtbare Fehler haben und
…, also, nicht eigentlich schön sind. Hier Aufgabe 4
jetzt Namen zu nennen, wäre vielleicht Teil 1
nicht sehr diplomatisch, aber jeder Moderator: Willkommen, meine sehr verehrten
kennt da Beispiele, auch bei Schauspie- Hörerinnen und Hörer. Es ist wieder
lern. Die sind vielleicht als Frauen oder Freitag, 23 Uhr, und Zeit für unsere
Männer nicht wahnsinnig schön, aber wöchentliche Sendung „Trends in Kul-
haben eine tolle Persönlichkeit und tur und Gesellschaft“ hier auf Radio
sind super sympathisch. Wissen Sie, ich ich-fm.
denke hier genau wie Ralph Thinnes, Wo immer Sie auch gerade sind, machen
ein wirklich großer Modefotograf, der Sie es sich einfach bequem, entspannen
mich immer wieder fasziniert und Sie sich ein wenig und hören Sie uns zu.
begeistert. Wegen seiner Arbeit habe Denn wir haben heute wieder ein ganz
ich auch angefangen zu fotografieren. besonders spannendes Thema für Sie.
Moderator: Das ist auch in manchen Arbeiten von … und brandaktuell! Es lohnt sich
Ihnen sichtbar. Was genau hat Sie an bestimmt! Ja klar! Mit wirklich tollen
Thinnes’ Fotos so fasziniert? und sehr, sehr sympathischen Gästen,
Joe Gruber: Oh, natürlich seine berühmten Aufnah- das kann ich Ihnen versprechen! Bei uns
men von Supermodels wie Naomi im Studio sind – und darüber freuen wir
Campbell oder Cindy Crawford. Wegen uns wirklich sehr – das weltberühmte
seiner tollen Arbeit sind ja viele Models Model Anna Graf und der Shootingstar
erst so erfolgreich geworden. Und nicht unter den Modefotografen, Joe Gruber.
zu vergessen: bei seinen Arbeiten geht Frau Graf, Herr Gruber, schön, dass Sie
und ging es ihm zu keinem Zeitpunkt heute bei uns im Studio sind.
um Jugend und Perfektion. Er braucht Anna Graf: Vielen Dank, schön heute hier zu sein.
keine Photoshop- oder andere Joe Gruber: Ich freue mich auch hier zu sein. Danke.
Retusche-Programme. Moderator: Und die beiden sprechen mit uns über
Moderator: Das ist ein gutes Stichwort. Herr Gruber, die Themen „Körpergefühl“ und „Schön-
wie stehen Sie zu den neuen Möglich- heitsideale“. Ja, genau das sind unsere
keiten im Bereich Fotografie und Com- Themen! Die sozialen Netzwerke sind
puter? Das Smartphone ist hier ja mitt- voll davon, jeder redet mit und
lerweile auch ein ganz wichtiges Gerät. diskutiert.
Jeder kann heutzutage immer und

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Transkriptionen Kursbuch

Aufgabe 5 Moderator: … also, Germany’s next Topmodel, ja?


Teil 2 Anna Graf: Ja genau, also, wegen einer erfolgrei-
Moderator: Frau Graf, Sie sind sehr gefragt. Es war chen Sendung haben plötzlich viele
nicht einfach, Sie in die Sendung zu große Probleme mit sich selbst und
bekommen. ihrem Körpergefühl bekommen.
Anna Graf: Ja, tut mir leid. Sie hatten mich ja schon Moderator: Ach?!
vor zwei Wochen eingeladen, und ich Anna Graf: Ja, es ist ganz einfach so, dass Frauen
wäre auch so gern gekommen. Aber noch unzufriedener mit sich selbst wer-
wegen eines wichtigen Termins musste den, wenn sie ständig solche Sendun-
ich absagen. Leider, leider! Das passiert. gen sehen. Ist ja auch klar, denn die Art,
Moderator: Kein Problem! Sie sind ein Model, das wie vor allem weibliche Körper in den
mittlerweile überall auf der Welt arbeitet. Medien präsentiert wurden und wer-
Waren Sie von Anfang an so erfolgreich? den, hat das Denken und Tun der meis-
Anna Graf: Nein, nein, natürlich nicht. So ein Erfolg ten von uns negativ verändert. Immer
kommt selten über Nacht. In meinem mehr Menschen haben gesagt, dass sie
Fall war es sogar noch etwas schwieriger. das nicht mehr wollen, und nach Alter-
Ich war und bin ja kein „normales“ nativen verlangt. Es findet langsam ein
Model, sondern ein sogenanntes Plus- Umdenken statt.
Size-Model. Wegen meiner Körpermaße Moderator: Ich verstehe. Frau Graf, das heißt also,
war es am Anfang nicht leicht, Castings immer mehr Menschen haben überlegt,
zu bekommen. was es überhaupt bedeutet, „schön“
Moderator: Wegen Ihrer Körpermaße? Ja, verstehe. und „sexy“ zu sein.
Also, die Model-Agenturen haben damals Anna Graf: Ja genau. Immer mehr sehen jetzt, dass
offensichtlich noch nicht viel Interesse auch Menschen mit ein paar Pfunden
für Plus-Size-Models gehabt. Oder? mehr auf der Waage gut aussehen. Wer
Anna Graf: Ja, genau. Du musst so und so viel Kilo bestimmt denn, was schön ist? In man-
wiegen, so und so groß sein … chen Ländern ist es sogar sehr attraktiv,
Moderator: … und fertig. Typisch Agentur! Kann ich wenn man etwas runder ist.
mir vorstellen.
Aufgabe 6
Anna Graf: Richtig. Die Agenturen folgen einfach
den Trends und experimentieren über- Teil 3
haupt nicht. Die haben ganz feste Vor- Moderator: Herr Gruber, was glauben Sie? Sind Sie
stellungen, da kann man nichts auch der Meinung, dass das, was wir uns
machen. Na ja, aber obwohl es nur so unter Schönheit vorstellen, falsch ist?
wenig Nachfrage gab, habe ich immer Joe Gruber: Nun, ich denke, viele Leute glauben,
weitergemacht. dass schön sein bedeutet, jung und
Moderator: Super! Einfach weitermachen! Sie haben perfekt auszusehen. Aber wer ist denn
also sehr viel Geduld gebraucht …? schon perfekt? Immer und ewige
Anna Graf: Ja, und ich habe hart gearbeitet, sehr, Jugend, davon träumen alle, aber das
sehr hart gearbeitet. Jeden Job ange- geht ja nicht.
nommen, alles perfekt gemacht und … Moderator: Das stimmt allerdings. Das geht nicht.
Moderator: Da bin ich sicher … Joe Gruber: Nein, natürlich nicht. Und Schönheit
Anna Graf: … und wegen meiner großen Disziplin und hat auch sehr viel mit Persönlichkeit
Geduld konnte ich mir ein gutes Netz- und Charakter zu tun.
werk aufbauen. Dann, mit den Jahren Moderator: Haben Sie da Beispiele? Ich meine,
habe ich mehr Arbeit bekommen, weil Models, Schauspieler, Sportler …?
sich die öffentliche Meinung verändert Joe Gruber: Na ja, Beispiele, ich weiß nicht. Es gibt
hat. Und heute, schauen Sie, bin ich hier. viele Menschen, die attraktiv sind,
Moderator: Schön. Was glauben Sie? Warum und obwohl sie sichtbare Fehler haben und
wie hat sich das Denken in den letzten …, also, nicht eigentlich schön sind. Hier
Jahren verändert? Was ist anders jetzt Namen zu nennen, wäre vielleicht
geworden? Können Sie das nicht sehr diplomatisch, aber jeder
beschreiben? kennt da Beispiele, auch bei Schauspie-
Anna Graf: Nun ja, man hat unter anderem heraus- lern. Die sind vielleicht als Frauen oder
gefunden, dass viele Menschen wegen Männer nicht wahnsinnig schön, aber
so einer Sendung wie GNTM … haben eine tolle Persönlichkeit und

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Transkriptionen Kursbuch

sind super sympathisch. Wissen Sie, ich Mann: Ein bisschen lauter, bitte!
denke hier genau wie Ralph Thinnes, Frau: Ja, okay. Also, ich habe eine sehr gute
ein wirklich großer Modefotograf, der Schulfreundin. Sie ist groß, wirklich
mich immer wieder fasziniert und richtig hübsch und ein ganz toller und
begeistert. Wegen seiner Arbeit habe lieber Mensch. Vielleicht könnte sie ein
ich auch angefangen zu fotografieren. paar Kilo weniger haben, okay, und
Moderator: Das ist auch in manchen Arbeiten von genau das ist ihr Problem. Sie will unbe-
Ihnen sichtbar. Was genau hat Sie an dingt Model werden, glaubt aber, dass
Thinnes’ Fotos so fasziniert? sie keine Chance hat. Und deshalb ist
Joe Gruber: Oh, natürlich seine berühmten Aufnah- sie immer traurig und total frustriert.
men von Supermodels wie Naomi Zuhörer: Oh! / Oje! / Wie schade!
Campbell oder Cindy Crawford. Wegen Frau: Ja, genau, ein großes Problem also. Und
seiner tollen Arbeit sind ja viele Models ich persönlich finde, dass hier die
erst so erfolgreich geworden. Und nicht Medien keine gute Arbeit leisten. Denn
zu vergessen: bei seinen Arbeiten geht sie zeigen uns jeden Tag die falschen
und ging es ihm zu keinem Zeitpunkt Vorbilder: Alle müssen super schlank,
um Jugend und Perfektion. Er braucht schön und ewig jung sein. Meine Freun-
keine Photoshop- oder andere din sieht im Fernsehen immer diese
Retusche-Programme. Casting Shows und das tut ihr nicht gut.
Moderator: Das ist ein gutes Stichwort. Herr Gruber, In meinem nächsten Punkt geht es
wie stehen Sie zu den neuen Möglich- dann um die Situation in meinem Hei-
keiten im Bereich Fotografie und Com- matland. Also, …
puter? Das Smartphone ist hier ja mitt-
lerweile auch ein ganz wichtiges Gerät. Lektion 4
Jeder kann heutzutage immer und über-
all Fotos machen, sie bearbeiten und Starten wir! Aufgabe 2
ins Netz stellen. Ist das eine gute 1
Entwicklung? Frau: Was ist das denn? Hörst du das?
Joe Gruber: Also, zum einen ist es natürlich super, Mann: Es hagelt.
dass jeder nun selbst schöne Bilder 2
schießen kann und keine teure Fotoka- Frau: Vorsicht! Es ist total glatt.
mera mehr dazu braucht. Was sich da in Mann: Ja, ich glaube, es friert.
der Technik getan hat, ist wirklich enorm. 3
Viele Smartphones machen ja schon bes- Mann: Boah, ist das windig! Und der Himmel
sere Bilder als meine teure Kamera. Das wird ganz schwarz.
bedeutet viel Freiheit, aber auch viel Frau: Ja, es kommt ein Sturm.
Konkurrenz für den Beruf des Fotogra-
fen. Wegen der zahlreichen Möglichkei- Aufgabe 3 und 4
ten vergessen die Menschen aber auch Der Himmel ist heut wolkenlos,
den Moment. Es geht nur noch darum, darum ist meine Freude groß
dass alles perfekt aussieht, und vor allem
darum, dass man anderen jedes Ereignis gestern war er fahl und grau,
zeigt und alles, was passiert, gleich auf doch heute ist er strahlend blau
Plattformen wie Instagram stellt …
Moderator: Ja, das sind wirklich sehr interessante und so sonnig warm und nicht bewölkt,
Gedanken. Liebe Hörerinnen und Hörer darum mach’ ich heut, was mir gefällt

denn oftmals ist das Leben trist,
Aufgabe 9 und es ist regnerisch und neblig auf dieser Welt
Frau: … Ja, soweit zum Inhalt und zur Struktur
meiner Präsentation. doch auch wenn’s hier windig ist und friert,
Mann: Pstststststst leise, bitte. Ich hör’ hier ich verliere meine Hoffnung nicht
hinten nichts.
Frau: Nun möchte ich zunächst über meine vielleicht ist es grad nicht sichtbar,
persönlichen Erfahrungen zu diesem und alles wolkig, doch ich weiß, da ist noch Licht da
Thema sprechen.

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Transkriptionen Kursbuch

und bald wieder alles sorgenlos, ich auf den Weg, damit wir so schnell wie möglich am
das ist der Kreislauf zwischen Abendrot und Morgenrot Unfallort helfen können.
Wir fahren mit lauter Sirene zum Unfallort, damit die
auch wenn es manchmal sehr beschwerlich ist, anderen Autofahrer uns hören und den Weg freima-
dreht die Erde sich weiter, bis das Wetter wieder chen können. Am Unfallort nehme ich mir sofort den
herrlich ist Notfallkoffer und Martin das EKG. Dann informieren
wir die Leitstelle über unsere Ankunft am Notfallort.
Aufgabe 1 und 3 Und wenn wir am Unfallort ankommen, nehmen wir
Und nun der Wetterbericht für morgen Freitag, den Kontakt mit dem Patienten auf, damit wir uns ein Bild
13. 07., im Großraum München. In der Nacht auf Freitag von der Situation und der Verletzung machen können.
kommt es im Süden vereinzelt zu Niederschlägen und Auf dem Foto hier seht ihr einen Parkour-Sportler. Hm,
Gewittern. Im Norden, Osten und Westen ist es komisch, dass jemand so früh schon trainiert!? Und
bewölkt, jedoch meist trocken. Am Vormittag klart der ganz allein! Na ja, aber es ist ja Sommer und früh hell.
Himmel dann allmählich wieder auf und die Sonne Der wollte wohl springen und ist dabei abgerutscht
kommt zum Vorschein. Tagsüber bleibt es sonnig und und gestürzt. Er hat auch eine Verletzung am Kopf.
sommerlich und die Temperatur steigt bis auf 25 Grad. Also bereiten wir alles vor, denn wir müssen ihn ins
Zum Abend hin wird es dann wieder regnerisch, win- Krankenhaus bringen.
dig und kühler mit bis zu 13 Grad. Im Westen ist auch Die Entscheidung, ob Krankenhaus oder nicht, treffe
mit Nebel zu rechnen. Am Wochenende setzt sich die ich als Notärztin. Hier ist der Fall klar, denn eine Kopf-
Sonne aber dann durch und beschert uns Durchschnitts- verletzung müssen unbedingt die Spezialisten sehen
temperaturen von bis zu 27 Grad. Der nächste Wetter- und eventuell röntgen. Unterwegs informieren wir
bericht dann wieder um 20 Uhr mit den Nachrichten. über Funk die Leitstelle, zu welchem Krankenhaus wir
Wir wünschen Ihnen einen schönen Feierabend. den Patienten bringen. Martin fährt, und ich fülle das
Formular fürs Krankenhaus aus und mache Notizen.
Aufgabe 2 Es ist wichtig, detailliert zu berichten, damit der Arzt
(Rettungswagen mit Sirenen) im Krankenhaus keine Zeit verliert und sofort infor-
miert ist. Im Krankenhaus angekommen übergeben
Aufgabe 3 und 4 wir den Patienten dem zuständigen Arzt. Danach fah-
Hallo zusammen und willkommen auf meinem Video- ren wir zurück in die Zentrale, bereiten wieder alles
blog „Notärzte heute“. Mein Name ist Patrizia Ernst vor und warten, bis der nächste Notruf reinkommt.
und ich bin Notärztin von Beruf. Ich zeige euch jetzt Der lässt leider meistens nicht lange auf sich warten.
ein paar Bilder und berichte euch dabei von meinem
Tagesablauf. Ich möchte euch einen Eindruck davon
Xtra-Prüfung Hören, Aufgabe 2
geben, was eine Notärztin so alles macht, und was an Beispiel
einem Tag so alles passiert. Sie hören eine Durchsage in einem Sportfachgeschäft.
So, das bin ich. Seht ihr! Jeden Morgen klingelt der Wir begrüßen Sie, verehrte Kundschaft, in unserem
Wecker um 5 Uhr. Er klingelt zweimal, damit ich nicht Sportfachgeschäft Bergmax. In unserem Sommer-
zu spät aufwache und pünktlich zur Arbeit komme. schlussverkauf haben wir super Angebote für Sie. Rund
Puh, es ist ganz schön anstrengend, so früh aufzuste- um das Thema Sport und Wellness warten auf drei Eta-
hen, aber mittlerweile habe ich mich daran gewöhnt. gen besondere Schnäppchenpreise auf Sie! Damit auch
Und hier seht ihr meinen Arbeitsplatz. Um 6 Uhr komme Yoga- und Pilates-Fans auf ihre Kosten kommen, haben
ich täglich in der Rettungswache an. Ich muss sehr wir Yogahosen der Marke Om Navanda um bis zu 50 %
leise reingehen, damit ich die Kollegen von der Nacht- reduziert. Oder haben Sie mehr Lust auf Aktivitäten im
schicht nicht wecke. Manchmal schlafen die um die Freien, um etwas für Ihr Herz-Kreislauf-System zu tun?
Uhrzeit noch ein wenig. Ich ziehe meine Berufskleidung Dann besuchen Sie uns im ersten Stock. Dort erwartet
an, hole meinen Melder und gehe in die Wagenhalle. Da Sie lockere Outdoor Bekleidung zu Spitzenpreisen. Egal
ist dann schon Martin. Er ist bei uns Sanitäter und mein ob Wandern, Walken oder Joggen, für jeden ist etwas
Lieblingskollege. Morgens checkt er immer unser Auto. dabei. Auch für unsere kleinen Freunde haben wir im
Das muss regelmäßig überprüft werden, damit wir auf Erdgeschoss einen kleinen Wettbewerb organisiert.
dem Weg zu einem Unfall keine Probleme bekommen. Zu gewinnen gibt es einen original Adilas-Fußball!
So, hier reden Martin und ich noch ein bisschen über
Familie und so. Martin hat Kinder, die schon zur Schule Text 1
gehen. Aber wir reden nicht lange, denn schon nach Sie hören den Wetterbericht im Radio.
kurzer Zeit kommt der erste Notruf. Über den Melder Sie hören nun den Wetterbericht für morgen, den
informiert mich die Leitstelle über den Unfallort und 15. Mai. Morgen wird es schon fast sommerlich, denn
die Art des Problems. Sofort machen sich Martin und in weiten Teilen Deutschlands erwartet uns ein

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strahlender Himmel! Die Badehose muss also nicht Leon: Ja, gerne. Also, Nummer 1: Man muss
mehr im Schrank bleiben! Vor allem im Süden und Süd- sehr starke Nerven haben, darf nie
osten erreichen die Temperaturen bis zu 25 Grad. Im nervös werden, muss ganz ruhig bleiben,
Norden und Nordwesten bleibt es dagegen bewölkt, auch wenn alles drunter und drüber
hin und wieder ist sogar mit leichten Regenschauern geht.
zu rechnen. Im Westen kann es gegen Abend zu verein- Moderator: Nummer 1, starke Nerven haben, liebe
zelten Gewittern kommen, generell bleibt es aber in Zuschauer, haben Sie gehört?
den nächsten Tagen insgesamt eher trocken. Leon: Und zweitens, es ist ganz wichtig, dass
du Geduld hast, dass du warten kannst
Text 2 …
Sie hören eine Durchsage im Radio. Moderator: Geduld, Nummer 2, alles klar und, Leon?
Bist du akrobatisch, fit und voller Power? Dann meld’ Leon: Du musst zuverlässig sein, also regel-
dich doch bei den „Trickern“ an! Aber worum geht es mäßig kommen und pünktlich sein. Die
bei Tricking eigentlich genau? Beim Sportverein Gelsen- Leute verlassen sich auf dich.
kirchen treffen sich jede Woche die Tricker mehrmals, Moderator: Leon, das war wunderbar. Vielen Dank.
um ihre neuesten Tricks auszuprobieren. Dabei wirst Und einen ganz großen Applaus …
du nicht von Trainern unterrichtet, du lernst einfach
von deinen Freunden! Beim „Martial Arts Tricking“ Aufgabe 2 und 3
oder einfach kurz Tricking genannt, mischen wir Sophie: Leon? Hey Leon! Das ist ja witzig, dich
Kämpfen, Tanzen und Gymnastik. Kicks, Flips und hier zu treffen!
Twists! Komm vorbei und probier es einfach mal aus! Leon: Hey, Sophie, was machst du denn hier?
Infos unter www.tricking-gelsenkirchen.de. Schön, dich zu sehen!
Sophie: Ich bin gerade auf dem Weg zur Arbeit
Text 3 und wollte mir nur schnell einen Kaffee
Sie hören eine Nachricht auf dem Anrufbeantworter. holen. Und du? Was machst du?
Hi, Sven! Lukas hier. Danke für deine E-Mail. Nadja und Leon: Och, ich sitze gerade am Laptop und
ich wären gerne zum Mittagessen gekommen, aber bastle an meiner neuen Webseite. Ich
unsere Firma nimmt am Samstag am Trachtenlauf im arbeite doch jetzt frei und bin nicht
Olympiapark teil! Aber weißt du was, warum machst mehr angestellt.
du nicht einfach auch mit? Zieh deine Lederhosen an Sophie: Echt? Das klingt ja spannend! Du bist
und wir treffen uns um 10.30 Uhr an der Arena der nicht mehr bei deiner Firma? Ja, sag
Olympiahalle. Keine Angst, du musst keinen Marathon mal, was machst du denn?
laufen! Der Lauf geht nur über drei Kilometer. Es wer- Leon: Also, du wirst es nicht glauben, aber ich
den Trachten und Kleidung aus aller Welt getragen … habe mein tolles Hobby zum Beruf
auch Kilts und Kimonos … Alle nehmen es nicht so gemacht. Meine alte Arbeit im Büro hat
ernst und nehmen nur daran teil, um Spaß zu haben. mir keinen Spaß gemacht, und da
Du, das wird superlustig! Gib mir einfach Bescheid, dachte ich, warum probierst du es nicht
nach dem Lauf können wir dann noch ein spätes Weiß- einfach mal. Nun ja, und jetzt bin ich
wurstfrühstück auf dem Oktoberfest machen … ein richtiger Hundesitter!
Sophie: Wow, das klingt ja cool! Hundesitter? Ja,
Lektion 5 für Hunde hattest du ja wirklich schon
immer eine große Schwäche. Super, und
Starten wir! Aufgabe 1 was macht man so als Hundesitter?
Langsam, langsam! Henri, du bleibst bei uns, sonst Leon: Na, die Aufgaben sind vielfältig und die
kommst du direkt wieder an die Leine! Nelli, jetzt Wünsche der Kunden sind zahlreich.
komm mal her! Platz! Ja, sitz! Ja, meine Brave … Vom Gassi-Service über Ausflüge bis hin
zum Hundeschulbesuch ist alles dabei.
Starten wir! Aufgabe 2 Ich mache eigentlich alles, was Frauchen
Moderator: Danke, danke und ganz herzlich will- oder Herrchen auch tun würden. Ich
kommen hier beim Beruferaten auf putze ihr schmutziges Fell, gebe ihnen
TRL2, liebe Zuschauerinnen und Medikamente und erziehe sie auch. Je
Zuschauer daheim und hier im Studio. nachdem, was die Hundebesitzer von
Unser erster Gast ist Leon. mir wollen.
Und mehr verrate ich nicht. Leon, nen- Sophie: Puh, das klingt nach viel Arbeit.
nen Sie zum Start drei Eigenschaften, Leon: Ja, das stimmt manchmal. Du brauchst
die wichtig sind in Ihrem Beruf. richtig starke Nerven, wenn du die

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Hunde erziehen willst. Und du musst Aufgabe 6


viel Geduld haben, vor allem, wenn du Ich habe mich selbstständig gemacht.
vier, fünf oder sechs Hunde gleichzeitig Ich habe ein schönes Hobby und einen schönen Beruf.
betreust. Ich muss die Tiere ja auch füt- Jetzt bin ich ein richtiger Hundesitter!
tern. Und dann gehen wir natürlich Meine alte Arbeit im Büro hat mir keinen großen Spaß
Gassi, also beim Gassigehen brauche mehr gemacht.
ich ganz schön viele Tütchen. Viele Ich helfe einer kranken Nachbarin. Und ich helfe
Hunde machen auch viele Häufchen! einem berufstätigen Freund.
Aber es macht auch furchtbar viel Spaß. Ich helfe Menschen und Tieren, verdiene gut und bin
Das ist jeden Stress wert. glücklich.
Sophie: Wie schön. Und wer sind so deine
Kunden? Ich helfe einer kranken Nachbarin. Und ich helfe
Leon: Also, das ist unterschiedlich. Kranke einem berufstätigen Freund.
und sehr alte Menschen, die nicht mehr Ich helfe Menschen und Tieren, verdiene gut und bin
Gassi gehen können. Menschen, die glücklich.
tagsüber arbeiten und jemanden brau- Ich habe mich selbstständig gemacht.
chen, der ihrem Tierchen Gesellschaft Ich habe ein schönes Hobby und einen schönen Beruf.
leistet oder sie zum Tierarzt bringt. Jetzt bin ich ein richtiger Hundesitter!
Familien, die in den Urlaub fliegen und Meine alte Arbeit im Büro hat mir keinen großen Spaß
ihren Liebling nicht mitnehmen kön- mehr gemacht.
nen. Oder frische Tierbesitzer, die Hilfe
bei der Erziehung ihrer Hunde Jetzt bin ich ein richtiger Hundesitter!
brauchen. Meine alte Arbeit im Büro hat mir keinen großen Spaß
Sophie: Ah ja, und hast du viele Kunden, die mehr gemacht.
deinen Service wollen? Kommt man Ich helfe einer kranken Nachbarin. Und ich helfe
denn als Hundesitter gut über die einem berufstätigen Freund.
Runden? Ich helfe Menschen und Tieren, verdiene gut und bin
Leon: Also, ich kann mich bisher nicht bekla- glücklich.
gen. Es gibt in Deutschland ja schät- Ich habe mich selbstständig gemacht.
zungsweise 10 Millionen Hundebesitzer. Ich habe ein schönes Hobby und einen schönen Beruf.
Das ist schon ein respektables Sümm-
chen, oder? Da gibt es schon genügend Aufgabe 10
Arbeit und Leute, die Hilfe brauchen
Personalleiterin: Kindertagesstätte Pumucklhaus,
und mich anrufen und mir Jobs anbie-
schönen guten Tag, mein Name ist
ten. Ja, ich habe schon einige Aufträge,
Hohenkamp.
was natürlich schön ist.
Madina: Guten Tag, mein Name ist Madina
Sophie: Sag mal, und was zahlt man so für deine
Ahmadi.
Dienste?
Personalleiterin: Guten Tag, Frau Ahmadi. Was kann
Leon: Nun, auch das variiert. Je nach Tätigkeit
ich für Sie tun?
schwankt der Preis zwischen zehn bis
Madina: Ich möchte eine Ausbildung zur Erzie-
dreißig Euro pro Stunde. Das ist also gar
herin machen. Und ich bin derzeit
nicht so schlecht.
auf der Suche nach Praktika, um ver-
Sophie: Das freut mich! Schön, dass du so glück-
schiedene Betriebe kennenzulernen.
lich mit deiner neuen Arbeit bist. Oh,
Bei meiner Recherche bin ich auf Ihre
nein, ich habe ja die Zeit ganz verges-
Einrichtung gestoßen und ich wollte
sen! Tut mir leid, Leon, aber ich muss
fragen, ob es möglich wäre, bei Ihnen
jetzt los. Ich habe heute ein wichtiges
ein Praktikum und im Anschluss eine
Meeting. War schön, dich zu sehen! Lass
Ausbildung zu machen.
uns bald treffen und in Ruhe reden,
Personalleiterin: Ja, Frau Ahmadi, das freut mich und
okay? Ich muss dir nämlich auch ganz
beides ist bei uns möglich. Und zufäl-
viel Neues und Spannendes erzählen …
ligerweise sind wir gerade auch auf
Leon: Oh, ja, unbedingt! Dann rufe ich dich
der Suche nach Praktikantinnen.
am Wochenende gleich an! Jetzt bin ich
Madina: Oh, das trifft sich ja super! Ihre Ein-
aber neugierig! Einen schönen Tag dir!
richtung hat einen sehr guten Ruf,
Und bis dann …
und ich finde Ihr pädagogisches Kon-
Sophie: Bis dann …
zept sehr interessant.

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Personalleiterin: Danke, das hören wir natürlich Avia: Ja, das ist so. Und das ist mega gut.
gerne. Hm, welchen Schulabschluss Und weißt du, du findest im
haben Sie denn? Anschluss an das Studium auch leich-
Madina: Ich habe den mittleren Schulab- ter einen Job. Also, ich würde ja am
schluss an der Deutschen Schule in liebsten gleich bei Maxmedia bleiben.
Kairo gemacht. Wie und wo kann ich Elias: Maxmedia?
mich denn am besten bewerben? Avia: Ja, so heißt die Firma, bei der ich die
Personalleiterin: Nun, am besten schicken Sie uns Ihre Praxisphasen mache. Das Team ist
vollständige Bewerbung mit Anschrei- super nett und total international.
ben, Lebenslauf, Foto und Zeugnissen Maxmedia ist ja auch eine der ersten
per E-Mail an bewerbung@pumuckl- Adressen hier in München.
haus.de. Und wenn Sie wollen, könn- Elias: Du, ich bin die Uni so leid. Vielleicht …
ten Sie dann gleich noch diese
Woche zum Vorstellungsgespräch Aufgabe 9 und 10
kommen. Seminarleiter: Bevor wir beginnen, würde ich Sie
Madina: Das klingt toll. Dann schicke ich gern bitten, zum Thema „Betriebs-
Ihnen gleich heute noch meine klima“ kurz aus Ihren Betrieben zu
Unterlagen. Sollen wir dann noch berichten. Beginnen wir gleich hier
mal wegen des Bewerbungsge- vorne rechts mit Herrn Thomas
sprächs telefonieren oder wollen Grave. Herr Grave, bitte …
Sie es lieber gleich ausmachen? Thomas Grave: Puuuuuh, Betriebsklima. Ja, was soll
Personalleiterin: Wenn ich Ihre Unterlagen erhalten ich dazu sagen. Also mit einigen Kol-
habe, würde ich mich sofort bei leginnen und Kollegen verstehe ich
Ihnen melden und einen Termin mich ja ganz gut. Aber ansonsten!?
vereinbaren. Bis dahin habe ich Also, die meisten von uns haben
dann ein paar Terminvorschläge für sowieso Angst, ihren Job zu verlieren.
Sie. In Ordnung? Die Konkurrenz ist stark, unsere Pro-
Madina: In Ordnung. Dann gebe ich Ihnen am dukte schwach. Also, Katastrophe!
besten meine Handynummer. Und wir wissen auch nicht, wohin die
Personalleiterin: Ja, gut. Reise geht, was ganz konkret gemacht
Madina: Also meine Telefonnumer ist werden soll, um die Situation zu ver-
0176/785319 … bessern. Also niemand scheint einen
Plan zu haben. Und kaum jemand
Aufgabe 2 arbeitet noch wirklich gerne für die
Elias: Hm, hast du schon das mit Lachs pro- Firma oder spricht positiv über die
biert? Echt lecker! Firma. Alle beschweren sich und sind
Avia: Ja, und erst die California Roll. Du, frustriert. Und unsere Chefs kümmern
bestell doch noch zwei! sich nur um sich selbst. Sie haben
Elias: Klar! Mach’ ich … Bitte noch zwei Cali- auch immer schlechte Laune, loben
fornia Rolls. … Und, wie läuft’s so bei nicht und behandeln manche gut,
dir, Avia? manche nicht. Aber das hat alles kein
Avia: Cool, ich mache jetzt ein duales System …
Studium. In Medieninformatik. Seminarleiter: Danke, Herr Grave. Ja, darüber müssen
Elias: Hey, cool. Und warum gerade ein wir dann noch im Detail sprechen.
duales Studium? Aber erst einmal zur nächsten Teil-
Avia: Na, da studiert man nicht nur an der nehmerin, Frau Avia Goldberg …
Hochschule, sondern lernt und arbei- Avia Goldberg: Also, bei uns ist das Betriebsklima
tet auch in einem Betrieb. Und da richtig, richtig gut. Wir kommen alle
kannst du so viel bei der richtigen gerne zur Arbeit und sind total enga-
Arbeit lernen und bist nicht dauernd giert, ja, weil ich glaube, wir wissen
von der Uni frustriert, wo alles theo- genau, wie die Zukunft der Firma aus-
retisch, tot langweilig und grau ist. sehen soll und welche Ziele wir
Na ja, das kennst du ja. haben. Und die wollen wir alle
Elias: Stimmt. Sag mal, ist das wirklich so, gemeinsam erreichen. Außerdem sind
dass man beim dualen Studium von wir unglaublich stark im Markt. Wir
Anfang an Geld verdient? haben überhaupt keine Angst vor

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Transkriptionen Kursbuch

der Konkurrenz. Bei uns sind fast alle Grippe auch erwischt, leider mit Fieber.
zufrieden und sprechen mit großem Ich komme gerade vom Arzt, und der
Stolz über die Firma. Wir glauben alle, hat mich für heute – Mittwoch – und
dass es ein großer Vorteil ist, für eine sowohl für den Donnerstag als auch für
so erfolgreiche Firma zu arbeiten. den Freitag krankgeschrieben. Tut mir
Mein Chef ist super cool. Er kann viel wirklich leid. Wir sehen uns dann
und gibt uns wahnsinnig viel. Er ist ein nächste Woche Montag, dann geht’s mir
großes Vorbild. Und er behandelt uns bestimmt besser. Auf Wiederhören. Und
immer fair. Also, wir arbeiten gerne für bis bald.
unseren Chef und unterstützen ihn.
Lektion 6
Aufgabe 2 und 3
Steffi: Hallo, Madina. Welch ein Zufall! Ich Aufgabe 4 und 5
habe gerade an dich gedacht. Teil 1
Madina: Hallo, Steffi. Ich freu’ mich so, dich zu Lisa: Opa, sag mal, wie war es eigentlich auf
sehen. der Welt, als du so alt warst wie ich
Steffi: Du machst auch einen Spaziergang?! jetzt? Wie hat man gelebt, als du 14
So ganz allein? warst?
Madina: Ja, ich brauche die frische Luft und ein Opa: Oh, liebe Lisa, das ist eine gute Frage.
bisschen Entspannung. Das war ganz anders als heute. Die Welt
Steffi: Ja, klar! Sag mal, wie läuft’s denn so im hat sich in den letzten 60 Jahren so
Praktikum? Bist du schon fertig? stark verändert. Du würdest dich wun-
Madina: Nein, ich habe noch zwei Wochen. dern, was man damals, also so um 2020,
Und es läuft super! alles gemacht hat.
Steffi: Ach, das ist ja toll! Erzähl mal! Wie sieht Lisa: Echt? Was denn zum Beispiel?
dein Tag denn so aus?
Madina: Mein Tag? Also, am Morgen kommen Aufgabe 6 und 7
die Kinder zu unterschiedlichen Zeiten.
Teil 2
Aber ich bin so ab 8 Uhr in der Kita.
Opa: Nun, schon alleine im Haushalt wurde
Steffi: Okay …
alles anders gemacht. Ich musste mei-
Madina: So gegen zehn sind dann alle da; die
ner Mutter auch manchmal im Haushalt
Kinder beschäftigen sich erst einmal
helfen.
allein. Ab elf geht’s dann mit dem Pro-
Lisa: Im Haushalt helfen?
gramm los. Wir basteln und spielen. Um
Opa: Ja, meine Mutter war berufstätig und
zwölf gibt es Mittagessen und dann
musste jeden Tag ins Büro. Und der
machen die Kinder Mittagsschlaf.
Dreck und der Staub in der Wohnung
Danach gehen wir in den Garten … Ja,
ging nicht von alleine weg. Das hat zu
und am späten Nachmittag lese ich
der Zeit noch kein Roboter gemacht wie
ihnen dann Geschichten vor und wir
heute. Selbst war der Mann! Die Woh-
singen. Also, ich fühle mich sehr wohl.
nung wurde gestaubsaugt.
Steffi: Wie schön!
Lisa: Ge… was?
Madina: Und jeden Donnerstag haben die Erzie-
Opa: Gestaubsaugt. Das war ein Gerät, mit
herinnen Teambesprechung. Ich darf
dem der Staub gesaugt wurde.
natürlich dabei sein, was wirklich sehr
Lisa: Ich verstehe.
interessant ist, denn …
Opa: Und manchmal, also wenn die Spül-
maschine kaputt war, musste ich sogar
Aufgabe 9
abwaschen.
Frau: Hier ist der Anrufbeantworter der Kin- Lisa: Was noch? Was war noch anders?
dertagesstätte Pumuckl. Unsere Mitar- Opa: Na, die Post zum Beispiel. Die wurde
beiterinnen und Mitarbeiter sind im vom Postboten gebracht, also von
Moment alle beschäftigt. Bitte hinter- einem echten Menschen, nicht so wie
lassen Sie eine Nachricht und sprechen heute von einer Drohne. Und Lebens-
Sie nach dem Signalton. mittel wurden früher im Supermarkt
Madina: Hallo, guten Morgen, Frau Hohenkamp. eingekauft und nicht einfach per Luft-
Ich muss mich leider für den Rest der transport an die Haustür geliefert. Und
Woche krankmelden. Jetzt hat mich die

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Transkriptionen Kursbuch

Bilder wurden nicht einfach wie heute manchmal Streit und man ärgert sich über seine Mit-
an die Wand projiziert, sondern man bewohnerinnen und Mitbewohner, aber meistens ver-
musste sie selbst mit Nagel und Hammer stehen wir uns gut. Wir sind in den letzten Jahren rich-
an die Wand hängen. Mit dem Hammer tig gute Freunde geworden oder fast schon wie eine
wurde der Nagel für das Bild in die Wand kleine Familie. Man schaut aufeinander, hilft sich
geschlagen. gegenseitig und macht vieles gemeinsam.
Lisa: Wow, wie anstrengend! Und damit komme ich zum nächsten Punkt. Ich
Opa: Haha, das ist noch gar nichts. Ich möchte von der Situation in meinem Heimatland
musste sogar die Blumen gießen. berichten. In meinem Heimatland, Italien, leben die
Lisa: Ehrlich? Und wie hat man gekocht? meisten Studentinnen und Studenten während des
Opa: Nun, das Essen wurde noch von Hand Studiums zu Hause bei den Eltern. Das liegt daran,
am Herd gekocht und nicht von einer dass in Italien Wohnheime selten sind und es in den
Maschine zubereitet. Ja, und nach dem kleinen Altstädten kaum kleine Wohnungen gibt.
Kochen musste ich raus und den Abfall- Außerdem sind die Mieten sehr hoch.
eimer leeren. Und nun komme ich zu den Vor- und Nachteilen. Ein
Lisa: Und wie ist man zur Arbeit gekommen? Vorteil von WGs ist, dass man nicht alleine wohnen
Opa: Mit dem Auto, wie heute. Nur wurden muss. Vor allem, wenn man aus einem anderen Land
Autos damals noch von Hand gesteuert. gekommen ist, fühlt man sich oft einsam und da ist es
Sie fuhren noch nicht von ganz allein. oft schon sehr hilfreich, wenn man Gleichaltrige um
Lisa: Oh, Mann, das ist wirklich spannend. Ich sich herum hat, mit denen man sprechen und etwas
will mehr wissen! Was war noch unternehmen kann. Außerdem lernt man viel über das
anders? Zusammenleben mit anderen Menschen. Man lernt,
Opa: Nun, zu meiner Zeit wurde noch mit wie man den Alltag gemeinsam strukturiert und Auf-
einem Smartphone telefoniert. Das gaben verteilt, Kompromisse findet und Konflikte löst.
war eine Mischung aus Telefon und Wenn man noch zu Hause wohnt, macht man eher
Computer. Man konnte nicht per Holo- das, was die Eltern sagen. In einer WG ist man selbst
gramm im selben Raum wie der verantwortlich für alles.
Gesprächspartner sein. Das kann aber auch ein Nachteil sein. Es ist sehr
Lisa: Das klingt schrecklich. Zum Glück lebe anstrengend, wenn man sich immer selbst um alles
ich jetzt und nicht damals! kümmern und an alles denken muss. Ich kümmere
Opa: Haha, meine Kleine, jede Zeit hat ihre mich zum Beispiel viel um den Haushalt, denn meine
Vor- und Nachteile … Mitbewohner können da oft auch schwierig sein.
Wenn man sich nicht gut versteht, kann das WG-Leben
Aufgabe 3 und 4 auch ein Problem sein.
Hallo liebe Mitschülerinnen und Mitschüler. Ich Zum Abschluss möchte ich nun meine eigene Meinung
möchte heute eine Präsentation für euch halten … zum Thema sagen. Ich persönlich halte sehr viel von
In meiner Präsentation geht es um „Wohnen in einer dem Leben in einer WG. Es bedeutet zwar viel Arbeit
WG“. und Verantwortung, aber auch viel Freiheit und Auto-
Zum Inhalt meiner Präsentation: Zuerst möchte ich nomie. Man lernt erwachsen zu werden und sein
euch von meinen persönlichen Erfahrungen erzählen. Leben selbst in die Hand zu nehmen. Ach ja, und man
Danach beschreibe ich die Situation in meinem Hei- kann natürlich super tolle Partys feiern, ohne irgend-
matland. Anschließend möchte ich über Vor- und jemand um Erlaubnis fragen zu müssen.
Nachteile sprechen. Zum Schluss sage ich meine Das war meine Präsentation. Ich bedanke mich bei
eigene Meinung dazu. euch für eure Aufmerksamkeit.
Viele junge, aber auch immer mehr ältere Menschen
leben heutzutage in einer Wohngemeinschaft oder Xtra-Prüfung Hören, Aufgabe 2
sogenannten WG, weil sie sich alleine keine eigene Moderator: Wir haben uns gefragt, was ist besser?
Wohnung leisten können. Die Mieten sind mittler- Leben auf dem Land oder in einer Groß-
weile einfach zu hoch. Manche wollen aber auch ein- stadt? Und was braucht eine Stadt, um
fach nicht alleine wohnen. Vor allem in Deutschland, wirklich lebenswert zu sein? Dazu
in der Slowakei und in Irland ist dieses Wohnmodell haben wir Interviews geführt. Hören Sie
sehr beliebt. hier einige Stellungnahmen.
So, jetzt geht es um meine persönlichen Erfahrungen. 1
Ich selbst lebe seit 2 Jahren in einer Studenten-WG Frau: Mein Favorit? Ganz klar: Großstadt. Ich
mit drei anderen Mitbewohnern und habe bisher fast lebe in Berlin. Nirgendwo sonst fühle
nur gute Erfahrungen gemacht. Natürlich gibt es ich mich so wohl wie in dieser

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lebenslustigen Stadt. Berlin hat Stil, Architektur erwartet einen in Paris …


Berlin ist frisch und die Wohnungen Aber dort zu leben ist sehr teuer, vor
sind nicht ganz so teuer im Gegensatz allem im Zentrum und im Westen der
zu vielen anderen deutschen Städten. Stadt. Die Stadt ist laut und hektisch,
Es gibt unglaublich viele Freizeitange- und man muss schon einen guten Job
bote, aber auch viele Grünanlagen, haben, um dort gut leben zu können.
sodass es einem nie wirklich langweilig 5
werden kann. Zudem soll Berlin bis 2050 Frau: Berlin, Paris, New York … das sind alles
klimaneutral werden, sodass auch die großartige Städte …, aber für mich ist
Luftqualität noch viel besser werden Kopenhagen die attraktivste Stadt. Nir-
wird in Zukunft! Wer will da noch auf gendwo sonst ist es so gemütlich, oder
dem Land leben? wie die Dänen sagen würden: „hygge“.
2 Das Leben in Kopenhagen ist geprägt
Mann: Für mich ist das Landleben eindeutig von Offenheit, Toleranz und Vielfalt.
besser! Ich lebe nun in der Nähe von 2025 will Kopenhagen außerdem CO2-
Zürich auf einem alten Bauernhof und neutral sein, das heißt die Dänen
arbeite als Freelancer von zu Hause aus. machen viel für das Klima. Meine Fami-
Davor habe ich in einem stressigen Job lie und ich haben auf unserem Dach
in Zürich gearbeitet und hatte fast nie einen Garten, wo wir Obst und Gemüse
Zeit für mich selbst. Klar, es ist wahn- anbauen … Das machen ziemlich viele in
sinnig sauber in Zürich und alles ist Kopenhagen, denn Urban Gardening
super geregelt. Außerdem verdient man liegt total im Trend. Also müssen wir gar
wirklich sehr gut! Aber: Auf dem Land nicht auf dem Land leben, um die Natur
habe ich die Natur, die Berge, die genießen zu können.
Flüsse … Das kann mir ein Leben in der
Stadt nicht bieten. Lektion 7
3
Frau: Eigentlich mag ich das Landleben Starten wir! Aufgabe 3
schon, aber ich ziehe diesen September Julian: … also, wie gesagt, als Streetworker küm-
für meinen Master in Fotografie nach mere ich mich vor allem um junge Leute,
London. Ich war dort schon einige Male, auch um Obdachlose, die keine Chance
und ich liebe, wie kreativ und vielfältig haben, eine Wohnung zu finden. Um
diese Metropole ist. Leben auf dem Leute mit vielen, vielen Problemen also.
Land ist einfach nicht so spannend, Da ist ja nicht nur das Trinken, sondern
man kann dort nicht viel machen. Aber da sind die Drogen, die fürchterliche
in einer Stadt wie London? Es gibt so Sucht und die damit verbundene Krimi-
viele Museen und tolle Cafés, außerdem nalität. Ein Kreislauf, aus dem die
an fast jeder Ecke einen Pop-Up-Store. Jugendlichen nicht herauskommen,
Was das ist? Das sind Geschäfte und jedenfalls nicht alleine. Stellt euch vor,
Cafés, die nur für eine kurze Zeit eröff- alle Türen sind verschlossen. Du hast
net werden. Das ist so cool! Aber: In keine Chance. Und genau da fängt mein
London zu leben ist sehr, sehr teuer, Job an. Ich will die Jugendlichen da raus-
sodass die meisten dort mindestens holen, ins Leben zurückbringen und
zwei Jobs brauchen, um sich die Stadt Türen öffnen. … Ja, soweit mein Vortrag …
leisten zu können. Kursleiter: Ich danke Ihnen ganz herzlich, Herr
4 Peters. Das war sicherlich sehr interes-
Mann: Meine Frau und ich haben jahrelang in sant für unsere Teilnehmer. Gibt es
Paris gewohnt. Die schönste Stadt der Fragen?
Welt? Nicht so ganz. Nun leben wir auf Teilnehmerin: Ja, eine kleine Frage nur: Ist man als
dem Land und hier gefällt es uns ein- Streetworker fest angestellt?
deutig besser. Die frische Luft, die grü- Julian: Ja, ich bin für die Suchthilfe Wien tätig.
nen Wiesen und: Wir bauen unser Wir leisten Straßensozialarbeit in ganz
Gemüse selbst an in unserem eigenen Wien … Ja, bitte?
Garten. Ich will nicht mehr zurück in die Teilnehmer: Ich hätte auch eine Frage, Herr Peters.
Großstadt. Ja, ja, ich weiß, ein großes Sind Sie eigentlich Sozialarbeiter von
Kulturangebot und eine tolle Beruf?

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Julian: Nein, ich habe Psychologie studiert und echte Superhelden auf, d. h. ganz nor-
gerade meinen Master an der Universi- male Menschen, die sich mit Kostümen
tät Wien gemacht. Also, Ihre Frage passt verkleiden und in ihrer Stadt auf Ver-
schon, denn die meisten Streetworker brecherjagd gehen, Obdachlosen helfen
haben einen Abschluss in Sozialarbeit oder andere Dinge für ihre Mitbürgerin-
oder Sozialpädagogik. Aber ich bin da nen und Mitbürger tun. Es gibt sogar
eine Ausnahme, ich habe schon während schon ein Online-Branchenbuch, in das
des Studiums bei der Suchthilfe und an sich die Superhelden eintragen und
anderen Einrichtungen geholfen und … registrieren können. Unter www.super-
helden.com findet man zurzeit circa
Aufgabe 3 und 4 200 registrierte Superhelden. Aber es
Moderator: Guten Tag, meine sehr verehrten gibt natürlich noch viel mehr. Einer der
Damen und Herren, und ganz herzlich bekanntesten von ihnen lebt zum Bei-
willkommen zu unserer Sendung „Jetzt spiel in Seattle und ist seit 2011 nachts
sprechen Sie!“ Wie Sie wissen, befragen als Phoenix Jones unterwegs, um Men-
wir Leute zu aktuellen Themen. Wir schen zu helfen. Und auch in Deutsch-
waren heute auf dem Marienplatz und land gab es bereits vereinzelt Berichte
haben mehr als 50 Menschen mit der über Auftritte von verkleideten Helfern.
Frage konfrontiert: „Was sind Helden Über eine solche Begegnung berichtet
für Sie?“. Hören Sie einige uns heute unser Studiogast, Frau
Stellungnahmen: Annette Klein. Sie war vor ein paar
Sprecherin 1: Also, bei Helden denkt man natürlich Wochen Zeugin bei einer Schlägerei, die
direkt an Mutter Teresa oder Martin von einem unbekannten maskierten
Luther King. Aber es gibt auch Alltags- Mann beendet wurde. Liebe Frau Klein,
helden überall um uns herum. Nehmen schön, dass Sie zu uns kommen konn-
Sie die Flüchtlingshelfer, die im Mittel- ten. Erzählen Sie mal, was genau ist
meer Menschen vor dem sicheren Tod neulich geschehen?
retten. Das sind für mich die Helden
von heute. Aufgabe 8 und 10
Sprecher 2: Helden sind für mich Menschen, die Teil 2
etwas Gutes tun und helfen. Da wären Frau Klein: Vielen Dank, ich freue mich, hier zu
zum Beispiel die unzähligen Kranken- sein. Nun, es war in der Nacht vom 11. 8.
schwestern, die schwere Arbeit für sehr auf den 12. 8. gegen 2.00 Uhr. Ich war auf
wenig Geld leisten, vor allem die Kran- dem Weg nach Hause in einer Unterfüh-
kenschwestern, die in Afrika arbeiten rung in der Nähe des Bahnhofs, als ich
und kranken Kindern helfen. Das sind plötzlich laute Schreie hörte. Ein biss-
Menschen, die ich bewundere. chen weiter vor mir war in einer Gruppe
Sprecherin 3: Wenn’s um Heldinnen und Helden geht, von jungen Leuten ein Streit ausgebro-
sollte man auch die Polizistinnen und chen. Als ich etwas näher kam, sah ich,
Polizisten nicht vergessen. Ich meine wie sich mehrere Menschen miteinan-
die, die schnell da sind, wenn Menschen der prügelten und schlugen. Frauen
in Gefahr sind, die uns schützen und schrien, Männer brüllten. Ich hatte
Verbrecher festnehmen. große Angst und konnte nicht an der
Gruppe vorbei. Einen anderen Weg gab
Aufgabe 6 und 7 es aber nicht. Also wartete ich in siche-
Teil 1 rer Entfernung und entschied, die Poli-
Moderator: Hallo liebe Zuhörerinnen und Zuhörer zei zu rufen. Als ich gerade die Nummer
und willkommen zu einer neuen Aus- wählen wollte, hörte ich plötzlich einen
gabe von Fakt und Fiktion, unserem lauten Schrei. „Stopp! Auseinander!“ rief
Kultur- und Gesellschaftsmagazin hier eine tiefe Männerstimme. Als ich mich
auf 84.8 FM. Wie jede Woche haben wir umdrehte, sah ich einen starken, mus-
für Sie wieder spannende Themen vor- kulösen Mann. Er trug einen schwarz-
bereitet und beginnen wollen wir gleich blauen Super-Helden-Anzug und eine
richtig interessant mit dem Thema goldene Maske. Der maskierte Mann
„Echte Superhelden?“. Seit ungefähr schrie die Gruppe an, sie sollten aufhö-
10 Jahren tauchen überall auf der Welt ren oder er würde sein Pfefferspray

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benutzen. Die Schläger bekamen Angst Moderator: Danke an unseren Experten. Und Petra,
und rannten sofort weg, als sie ihn hier die Frage 2: Was haben Schnitzel
sahen. Ich war sehr froh, dass nichts mit dem Klimawandel zu tun? Hör
Schlimmeres passiert ist und der Kampf genau zu. Noch einmal … Was haben
vorbei war. Die Polizei musste ich jetzt ja Schnitzel mit dem Klimawandel zu tun?
nicht mehr rufen, also packte ich mein a Die Fleischproduktion verbraucht viel
Handy weg. Ich wollte mich bei dem Wasser, und das schadet der Umwelt.
Mann bedanken, aber als ich wieder b Nichts. Schnitzel schmecken so gut.
hinschaute, war er schon weg. Ich weiß Daran kann nichts falsch sein.
also leider nicht mal seinen Namen. c Von Schnitzeln bekommt man Blähun-
Moderator: Also, Frau Klein, das klingt wirklich sehr gen, und die sind schädlich für die
aufregend. Ich weiß nicht, ob ich in die- Umwelt.
ser Situation so cool geblieben wäre Kandidatin: a ist richtig.
wie Sie. Vielen Dank für Ihre Erzählung. Moderator: Ja, das stimmt. Zur Sicherheit unser
Frau Klein: Gern geschehen! Vielen Dank für die Experte …
Einladung. Experte: Antwort a ist richtig. Für die Produktion
Moderator: Liebe Zuhörerinnen und Zuhörer, wie eines Kilo Fleisches benötigt man
geht es Ihnen mit dem, was Frau Klein 16.000 Liter Wasser. Das ist sehr, sehr
erzählt hat? Wie hätten Sie reagiert, viel und überhaupt nicht gut, wenn es
was hätten Sie gemacht? Oder haben darum geht, die weltweite Erwärmung
Sie bereits selbst so eine Erfahrung mit der Erde zu stoppen.
einem „echten“ Superhelden gemacht? Moderator: Dann geht’s gleich weiter mit Frage 3,
Rufen Sie uns an und teilen Sie Ihre Petra. Welche Tierart wird es bald nicht
Erlebnisse mit uns unter 0180… mehr geben? a den Hund, b den Pinguin
oder c den Gorilla?
Aufgabe 3 Kandidatin: … c, den Gorilla.
Moderator: … so, jetzt unsere nächste Kandidatin, Moderator: Absolut richtig! Was sagt unser
Petra, aus Heilbronn. Experte?
Petra, herzlich willkommen bei uns im Experte: Die Antwort c stimmt, denn alle vier
Quizmarathon! Gorilla-Arten stehen momentan auf der
Kandidatin: Danke, Klaus. Roten Liste. Die Hauptbedrohungen
Moderator: Oh, du bist ein bisschen nervös, Petra. sind Wilderei und die Zerstörung der
Ganz ruhig und entspannt … Die erste Wälder, die der natürliche Lebensraum
Frage ist wirklich leicht. Bist du bereit? der Gorillas sind.
Kandidatin: Ja. Moderator: Ja, dankeschön. Und nun die vierte und
Moderator: Gut, dann die Frage: Wie viele Kreuz- letzte Frage für Petra: Wie viele Kilome-
fahrtschiffe fahren pro Jahr an Venedig ter reist ein T-Shirt ungefähr, bevor es
vorbei und zerstören die Stadt? 2.500, bei uns im Laden hängt? 280 km, 2.800 km
5.000 oder 10.000? Ich wiederhole: Wie oder 28.000 km? Ich wiederhole: Wie
viele Kreuzfahrtschiffe fahren pro Jahr viele Kilometer reist ein T-Shirt unge-
an Venedig vorbei und zerstören die fähr, bevor es bei uns im Laden hängt?
Stadt? Sind es 2.500, 5.000 oder 10.000? 280 km, 2.800 km oder 28.000 km?
Kandidatin: Vermutlich sind es 10.000. Ja, ich ent- Kandidatin: Also, 28.000 km erscheint mir sehr viel.
scheide mich für 10.000. Aber das ist wahrscheinlich richtig. Ja,
Moderator: Leider ist das nicht richtig. Es sind 5.000. genau …
Publikum: Ohhhhhhhhhh! Moderator: Und das ist … richtig, Petra. Der Experte,
Moderator: Hören wir unseren Experten. bitte.
Experte: Ungefähr 5.000 Kreuzfahrtschiffe fah- Experte: Die Reise eines normalen T-Shirts
ren im Jahr an Venedig vorbei. Die bis zu beginnt auf einer amerikanischen Baum-
70.000 Tonnen schweren Schiffe sind wollplantage. Die Baumwolle wird etwa
mitverantwortlich für die Erosion des 10.000 km in die Türkei transportiert und
Stadtuntergrunds. Auf diese Weise ist dort zum Faden gesponnen. Das Garn
die Lagune in den letzten Jahrzehnten wird dann über 8.000 km nach Taiwan
um einen Meter tiefer geworden. Wenn gebracht. Dort wird Stoff hergestellt,
es weiter so geht, wird es in den nächs- der dann 2.000 km nach China geschifft
ten Jahren schlimmer werden. wird. In China wird in der Fabrik ein

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T-Shirt daraus gemacht. Am Ende hat Lotta: Na ja, du glaubst gar nicht, wie einsam
das T-Shirt eine Reise von fast 28.000 km manche alte Menschen sind. Oft haben
hinter sich. sie keine Familie mehr und wenig
Freunde, die noch leben. Wir besuchen
Xtra Prüfung Hören, Aufgabe 2 sie ein- oder zweimal die Woche und
Sie sitzen in einem Café und hören, wie sich zwei verbringen zwei Stunden mit ihnen,
junge Leute über ehrenamtliche Arbeit unterhalten. lesen ihnen aus ihrem Lieblingsbuch
Rudi: Hi, Lotta. Lang nicht gesehen … Wie vor und unterhalten uns mit ihnen.
waren deine Semesterferien? Rudi: Ist das nicht super langweilig?
Lotta: Hi, Rudi. Ja, ist schon ein paar Wochen Lotta: Nein, ich kann so viel von den Senioren
her, was? Das letzte Mal waren wir doch lernen. Das macht mir sogar noch mehr
an der Isar und haben gegrillt … Wahn- Spaß als im Kindergarten vorzulesen.
sinn, das ist auch schon wieder drei Rudi: Wow, du bist ganz schön fleißig. Ich will
Monate her … Ja, meine Ferien waren nicht auf meine Freizeit verzichten! Ich
toll, aber auch anstrengend. gehe lieber schwimmen und faulenze in
Rudi: Echt? Erzähl mal, warum? den Ferien. Warum machst du das
Lotta: Na ja, ich weiß nicht, ob ich dir schon eigentlich? Ist die Uni nicht schon
mal davon erzählt habe, aber ich enga- anstrengend genug?
giere mich gerne ehrenamtlich und Lotta: Ich studiere doch Sozialarbeit und alles,
während des Semesters habe ich nicht was ich jetzt mache, ist gut für mein
so viel Zeit dafür, nebenbei zu arbeiten Studium. Ich kann meine Arbeit sogar
… du weißt schon … Prüfungen usw. Des- als Praktikum einbringen. Damit habe
wegen arbeite ich in den Semesterfe- ich schon mal große Vorteile und ver-
rien immer für unterschiedliche soziale binde Arbeit und Vergnügen! Mir macht
Projekte. das Vorlesen nämlich total Spaß.
Rudi: Wow, das klingt spannend. Was hast du Rudi: Hm, vielleicht könntest du mich in den
gemacht? nächsten Ferien mal mitnehmen?
Lotta: Ich war Lesescout in Kindergärten und Lotta: Ja, gern. Schau es dir einfach mal an.
Altersheimen.
Rudi: Was? Lesescout, was ist das denn? Lektion 8
Lotta: Ich bin ausgebildete Vorleserin. Das
heißt, ich habe an einem Workshop Starten wir! Aufgabe 2
teilgenommen, der mich zum Lesescout (Silent Disco)
ausbildet, und damit kann ich für die
Organisation Initiative Vorlesen überall Aufgabe 6
als Vorleserin helfen. Moderator: Kian, du warst gerade auf der Silent
Rudi: Ja, und was bringt das?? Party hier im Olympiapark. Wie ist dein
Lotta: Ganz viel. In Kindergärten und Schulen Eindruck? Komisch oder cool?
zum Beispiel gibt es offenbar Kinder, Kian: Die Silent-Party? Nein, nicht komisch,
deren Eltern zu Hause nicht vorlesen überhaupt nicht komisch, sondern cool.
wollen oder können. Das hat verschie- Man fühlt sich so richtig hip und mitten-
dene Gründe. Manche können selbst drin. Auch die Technik war megastark.
nicht so gut Deutsch und trauen sich Aber ich fand es übertrieben, dass man
nicht, ihren Kindern vorzulesen, weil sie sich die DJs aussuchen kann. Muss nicht
Angst haben, Fehler zu machen. Andere sein, fand ich eher komisch.
müssen so viel arbeiten, dass sie ein- Moderator: Anna, und dein Eindruck von der Silent
fach zu müde dafür sind oder keine Zeit Party? Komisch oder cool?
haben. Anna: Hm, nein, nicht cool. Mein Gefühl war,
Rudi: Oh, verstehe. Ja, da hab ich wohl großes dass ich die ganze Zeit allein war und
Glück gehabt, dass meine Eltern mir wegen der Kopfhörer keinen Kontakt zu
immer vorgelesen haben … den anderen hatte. Und wenn man die
Lotta: Ja, eben. Nicht alle Kinder haben dieses Kopfhörer abnimmt, dann sehen die
Glück. anderen schon ein bisschen komisch
Rudi: Und warum lest ihr auch alten Leuten aus. Wie die sich so bewegen, so ohne
im Heim vor? Musik! Und die Technik war furchtbar.
Meine Kopfhörer waren viel zu laut,

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auf beiden Kanälen übrigens. Ich konnte Passantin 2: Na ja, ich denke, mit Drohnen kann man
sie nicht leiser machen. Da habe ich zwar schöne Bilder aus der Luft machen,
direkt Kopfschmerzen bekommen. Was aber ich fühle mich mit dieser Technik
ich ganz gut fand, war, dass man die DJs nicht wohl. Das erinnert mich alles ein
wählen konnte. Ich habe ziemlich viel bisschen zu sehr an George Orwell. Wis-
hin und her gewechselt. Ja, das war sen Sie? Wie in seinem Roman „1984“,
schon cool. wo alles überwacht wird. Manchmal
habe ich den Eindruck, als ob sein
Aufgabe 3 Roman schon Wirklichkeit wäre. Ich
Moderator: Guten Abend, verehrte Zuhörerinnen frage mich, wie oft am Tag wir fotogra-
und Zuhörer, zu einer neuen Ausgabe fiert und gefilmt werden, ohne es zu
unserer Sendung Skepsis, dem kritischen merken. Die Dinger fliegen doch stän-
Gesellschaftsmagazin auf Radio 1. dig um uns herum. Ich fühle mich
Heute Abend beschäftigen wir uns mit manchmal schon so, als ob mich
dem Thema „Drohnen – Chancen und jemand beobachten würde.
Gefahren“. Die Drohnentechnik hat sich Brinkmann: Also, Sie sehen diese Entwicklung eher
in den letzten Jahren rapide weiterent- kritisch. Danke für Ihre Einschätzung …
wickelt und viele Menschen benutzen Guten Tag, Brinkmann vom Radiomaga-
bereits privat oder auch beruflich ein zin Skepsis. Wir fragen heute Menschen
solches Gerät. Wir von Skepsis haben nach ihrer Meinung zu „Drohnen“. Wie
uns gefragt, ob Drohnen wirklich ein stehen Sie zu diesem Thema?
Fortschritt sind. Oder sind sie am Ende Passantin 3: Ah, also ich bin sehr dankbar für diese
vielleicht doch bloß ein gefährliches neue Technik. Ich bin Musikerin und
Spielzeug? Deshalb sind wir auf die muss oft Musikvideos drehen. Als es
Straße gegangen und haben Passanten noch keine Drohnen gab, war es sehr
nach ihrer Meinung gefragt. Dabei schwer und teuer gute Musikvideos zu
haben wir spannende Antworten drehen. Mit den Drohnen kann man
bekommen. Aber hören Sie selbst … relativ günstig und mit wenig Budget
Brinkmann: Guten Tag, ich bin Torsten Brinkmann tolle Bilder schießen. Es sieht aber so
vom Radiomagazin Skepsis. Dürfte ich aus, als ob man viel Geld ausgeben
Ihnen ein paar Fragen stellen? würde. Es gibt zwar bestimmt auch
Passant 1: Ja, gerne. Ich bin ein Fan Ihrer Sendung. Gefahren, aber für mich gibt es mehr
Worum geht es denn? Vorteile. Ich glaube zum Beispiel nicht
Brinkmann: Das Thema unserer Sendung sind Droh- an diese ganze Überwachungspanik.
nen. Was halten Sie von Drohnen? Außerdem habe ich nichts zu
Sehen Sie sie eher als Fortschritt oder verstecken.
als Gefahr? Brinkmann: Danke für Ihre Meinung. Also ganz klar
Passant 1: Oh, eine interessante Frage. Also ich eine Befürworterin dieser neuen Tech-
weiß nicht, ob man das so pauschal nik. … Guten Tag, mein Name ist Brink-
sagen kann. Drohnen haben sicherlich mann vom Radiomagazin Skepsis. Was
Vor- und Nachteile. Ich habe neulich denken Sie über den Einsatz von
einen Artikel über Drohnen bei der Ver- Drohnen?
kehrs- und Unfallkontrolle gelesen. Das Passant 4: Ich halte nicht viel von Drohnen. Heute
ist wahrscheinlich sinnvoll und gut. wollen die Leute alles mit Drohnen
Und auch bei der Rettung von Men- machen. Die Leute tun so, als ob Droh-
schen und der medizinischen Versor- nen unser Leben besser machen wür-
gung können Drohnen bestimmt hilf- den. Ich glaube nicht, dass das stimmt.
reich sein. Da kommt man schnell an Und sie bringen sogar manche Jobs in
viele Orte hin. Allerdings habe ich neu- Gefahr. Zum Beispiel bei der Post. Jetzt
lich auch gelesen, dass eine Drohne wollen die schon Pakete per Drohne lie-
einen Unfall verursacht hat. Auf der fern. Das klingt zwar praktisch, aber in
Autobahn ist sie gegen ein Auto der Realität sieht das doch ganz anders
geprallt. Das ist natürlich gefährlich. aus. Da wäre der Himmel doch schwarz,
Brinkmann: Vielen Dank für Ihre Meinung. … Guten wenn alle Pakete nur noch von Drohnen
Tag, Brinkmann vom Radiomagazin gebracht werden würden. Und dann
Skepsis. Wir machen eine Umfrage zum fliegen sie bestimmt noch gegen die
Thema „Drohnen“. Was halten Sie davon? Haustür oder im Kreis um das Haus.

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Es gibt doch immer technische Prob- hilfreich sein. Da kommt man schnell
leme. Als ich noch jünger war, wurde die an viele Orte hin. Allerdings habe ich
Post nur von Menschen gebracht und neulich auch gelesen, dass eine Drohne
das hat immer gut funktioniert. Man einen Unfall verursacht hat. Auf der
hatte persönlichen Kontakt und nette Autobahn ist sie gegen ein Auto geprallt.
Gespräche. Überall wollen sie Men- Das ist natürlich gefährlich.
schen durch Maschinen ersetzen und Brinkmann: Vielen Dank für Ihre Meinung. … Guten
Arbeitsplätze abbauen. Warum? … Tag, Brinkmann vom Radiomagazin
Moderator: Ja, warum, liebe Zuhörerinnen und Skepsis. Wir machen eine Umfrage zum
Zuhörer? Rufen Sie uns an und teilen Thema „Drohnen“. Was halten Sie
Sie uns Ihre Meinung mit unter davon?
030 / 47 38 29 … Passantin 2: Na ja, ich denke, mit Drohnen kann man
zwar schöne Bilder aus der Luft
Aufgabe 4 machen, aber ich fühle mich mit dieser
Teil 1 Technik nicht wohl. Das erinnert mich
Moderator: Guten Abend, verehrte Zuhörerinnen alles ein bisschen zu sehr an George
und Zuhörer, zu einer neuen Ausgabe Orwell. Wissen Sie? Wie in seinem
unserer Sendung Skepsis, dem kriti- Roman „1984“, wo alles überwacht wird.
schen Gesellschaftsmagazin auf Manchmal habe ich den Eindruck, als
Radio 1. Heute Abend beschäftigen wir ob sein Roman schon Wirklichkeit wäre.
uns mit dem Thema „Drohnen – Chan- Ich frage mich, wie oft am Tag wir foto-
cen und Gefahren“. Die Drohnentechnik grafiert und gefilmt werden, ohne es zu
hat sich in den letzten Jahren rapide merken. Die Dinger fliegen doch stän-
weiterentwickelt und viele Menschen dig um uns herum. Ich fühle mich
benutzen bereits privat oder auch manchmal schon so, als ob mich
beruflich ein solches Gerät. Wir von jemand beobachten würde.
Skepsis haben uns gefragt, ob Drohnen Brinkmann: Also, Sie sehen diese Entwicklung eher
wirklich ein Fortschritt sind. Oder sind kritisch. Danke für Ihre Einschätzung …
sie am Ende vielleicht doch bloß ein
gefährliches Spielzeug? Deshalb sind Aufgabe 6
wir auf die Straße gegangen und haben Teil 3
Passanten nach ihrer Meinung gefragt. Brinkmann: Guten Tag, Brinkmann vom Radiomaga-
Dabei haben wir spannende Antworten zin Skepsis. Wir fragen heute Menschen
bekommen. Aber hören Sie selbst … nach ihrer Meinung zu „Drohnen“. Wie
stehen Sie zu diesem Thema?
Aufgabe 5 Passantin 3: Ah, also ich bin sehr dankbar für diese
Teil 2 neue Technik. Ich bin Musikerin und
Brinkmann: Guten Tag, ich bin Torsten Brinkmann muss oft Musikvideos drehen. Als es
vom Radiomagazin Skepsis. Dürfte ich noch keine Drohnen gab, war es sehr
Ihnen ein paar Fragen stellen? schwer und teuer gute Musikvideos zu
Passant 1: Ja, gerne. Ich bin ein Fan Ihrer Sendung. drehen. Mit den Drohnen kann man
Worum geht es denn? relativ günstig und mit wenig Budget
Brinkmann: Das Thema unserer Sendung sind Droh- tolle Bilder schießen. Es sieht aber so
nen. Was halten Sie von Drohnen? aus, als ob man viel Geld ausgeben
Sehen Sie sie eher als Fortschritt oder würde. Es gibt zwar bestimmt auch
als Gefahr? Gefahren, aber für mich gibt es mehr
Passant 1: Oh, eine interessante Frage. Also ich Vorteile. Ich glaube zum Beispiel nicht
weiß nicht, ob man das so pauschal an diese ganze Überwachungspanik.
sagen kann. Drohnen haben sicherlich Außerdem habe ich nichts zu
Vor- und Nachteile. Ich habe neulich verstecken.
einen Artikel über Drohnen bei der Brinkmann: Danke für Ihre Meinung. Also ganz klar
Verkehrs- und Unfallkontrolle gelesen. eine Befürworterin dieser neuen Tech-
Das ist wahrscheinlich sinnvoll und gut. nik. … Guten Tag, mein Name ist Brink-
Und auch bei der Rettung von Men- mann vom Radiomagazin Skepsis. Was
schen und der medizinischen Versor- denken Sie über den Einsatz von
gung können Drohnen bestimmt Drohnen?

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Transkriptionen Kursbuch

Passant 4: Ich halte nicht viel von Drohnen. Heute Technikmuseum! Mein Name ist Watzmann und wir
wollen die Leute alles mit Drohnen werden zusammen in den nächsten 90 Minuten durch
machen. Die Leute tun so, als ob Droh- die Abteilungen Raumfahrt und Flugzeugtechnik
nen unser Leben besser machen wür- gehen. Insgesamt erwarten Sie im Deutschen Museum
den. Ich glaube nicht, dass das stimmt. auf 25.000 qm mehr als 30 Ausstellungen!
Und sie bringen sogar manche Jobs in Das Deutsche Museum wurde 1903 gebaut und 1944
Gefahr. Zum Beispiel bei der Post. Jetzt zu 80 Prozent zerstört. 1948 wurde es aber wiederer-
wollen die schon Pakete per Drohne lie- öffnet! Seitdem zeigen wir unseren Besuchern den
fern. Das klingt zwar praktisch, aber in Fortschritt der Menschheit auf insgesamt fünf
der Realität sieht das doch ganz anders Stockwerken!
aus. Da wäre der Himmel doch schwarz, Doch bevor wir mit der Führung beginnen, möchte ich
wenn alle Pakete nur noch von Drohnen Ihnen noch einige wichtige Informationen geben. Bitte
gebracht werden würden. Und dann nehmen Sie keine großen Taschen oder Rucksäcke mit
fliegen sie bestimmt noch gegen die in das Museum. Essen und Trinken ist dort auch nicht
Haustür oder im Kreis um das Haus. Es erlaubt. Die Toiletten finden Sie im zweiten und drit-
gibt doch immer technische Probleme. ten Stock, gleich neben der Treppe. Nach unserer Füh-
Als ich noch jünger war, wurde die Post rung können Sie sich gerne im Museumscafé im Erdge-
nur von Menschen gebracht und das schoss stärken. Es gibt heiße und kalte Getränke,
hat immer gut funktioniert. Man hatte Suppen, kleine Snacks und immer frische Kuchen.
persönlichen Kontakt und nette Gesprä- Also, los geht’s! Unsere Tour geht zuerst nach oben in
che. Überall wollen sie Menschen durch den Weltraum, nämlich zu den Maschinen und Fahr-
Maschinen ersetzen und Arbeitsplätze zeugen, mit denen die Menschen bisher versucht
abbauen. Warum? … haben, den Weltraum zu untersuchen. Im zweiten
Moderator: Ja, warum, liebe Zuhörerinnen und Stock können Sie auch alte Flugzeuge sehen. Weiter
Zuhörer? Rufen Sie uns an und teilen hinten im dritten Stock können Sie einen Blick auf tra-
Sie uns Ihre Meinung mit unter ditionelle Fischerboote und Schiffe aus dem 16. Jahr-
030 / 47 38 29 … hundert werfen …

Aufgabe 10 Lektion 9
Brinkmann: Ich grüße Sie, mein Name ist Torsten
Brinkmann vom Radiomagazin Skepsis. Starten wir! Aufgabe 2 und 3
Darf ich Ihnen eine Frage stellen? Luisa: Und? Hast du eine Zugverbindung?
Passant: Ja, klar, schießen Sie los! Manu: Ja, um kurz nach drei geht’s los, von
Brinkmann: Ist Umweltpolitik ein Thema für Sie? Bahnsteig 7.
Interessieren Sie sich für die aktuelle Luisa: Nach Fribourg?
Umweltpolitik der Bundesregierung? Manu: Genau!
Passant: Ja, sicher interessiere ich mich dafür. Luisa: Cool! Und dann der Jakobsweg …
Aber ich habe nicht das Gefühl, dass da Manu: Exakt. Zu Fuß nach Genf und dann nach
viel passiert. Frankreich rein und immer weiter.
Brinkmann: Warum? Luisa: Du, Manu, ich freu mich riesig! Ein
Passant: Na ja, wir haben einen Umweltminister, Traum … Und, wie ist unser Selfie? Zeig
das ist richtig, aber … mal … Wow, super Foto!
Brinkmann: Ah, sagen Sie, interessieren Sie sich Manu: Wollen wir es meinen Eltern schicken?
wirklich für den Umweltminister? Den Luisa: Ja, klar! Und meinen auch …
kennt doch kaum jemand und …
Passant: Ja klar, ich interessiere mich für ihn, das Aufgabe 2 und 3
Problem ist nur, dass er immer der Verkäufer: … ich kann diesen Wagen hier nur emp-
Industrie hilft und nicht wirklich Ziele fehlen, ideal für die Stadt und für län-
verfolgt, die mit der Verbesserung zum gere Strecken! Und sehr sparsam, das
Beispiel unserer Luft zu tun haben … Auto verbraucht nur wenig. Und es ist
wendig und sehr sicher, denn es hat
Xtra-Prüfung Hören, Aufgabe 2 fantastische Bremsen.
Sie nehmen an einer Führung im Deutschen Museum Johanna: Gibt es den Wagen auch mit
teil. Elektroantrieb?
Herzlich willkommen, meine Damen und Herren, im Verkäufer: Ja, sicher. Käme das in Frage für Sie? Ich
Deutschen Museum – dem weltweit größten meine, das kommt dann schon etwas
teurer.

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Transkriptionen Kursbuch

Johanna: Na ja, ich bin mir nicht sicher. Wir Johanna: Also ich bin gefahren und plötzlich hat
möchten damit auch demnächst nach das Auto komische Geräusche gemacht.
Frankreich …, einen Teil des Jakobswegs Es hat gebrummt und gedröhnt. Wir
abfahren. Da ist ein Elektroauto viel- hatten Angst, dass das Auto gleich aus-
leicht doch nicht so günstig. einanderbricht und sind sofort bei der
Verkäufer: Stimmt, denn ob Sie dort überall schon nächsten Gelegenheit von der Auto-
die Akkus aufladen können … Ich weiß bahn abgefahren.
nicht … Übrigens, sehr schön sind auch Herr Reuter: Okay, hm, Frau Jung, und haben Sie
die Sitze aus Leder. Und sehen Sie, der einen Schaden gesehen?
Fahrersitz stellt sich automatisch auf Johanna: Ich bin mir nicht sicher. Wir haben unter
Ihre Größe ein. das Auto geguckt. Es ist wohl der Motor,
Johanna: Oh, das ist ja toll! der Probleme macht. Da war überall
Verkäufer: Ja, und auch die Einstellung der Spiegel wahnsinnig viel Öl, also ich glaube, dass
kann auf Ihre Größe programmiert wer- der Motor Öl verliert. Da ist vielleicht
den. Und … sehen Sie, der Motor. Also ein Loch. Aber ich weiß nicht, wo.
die Tests sind wirklich sehr gut, besser Herr Reuter: Danke, und was für ein Auto ist das?
geht’s nicht. Und welche Farbe hat es?
Johanna: Und wo ist die Batterie? Johanna: Es ist ein grauer Mercedes.
Verkäufer: Hier unten, die ist ein bisschen ver- Herr Reuter: Wie ist das Kennzeichen?
steckt. Aber da brauchen Sie auch Johanna: Das Kennzeichen ist M BJ 2505.
nie ran. Übrigens die Reifen sind Ganz- Herr Reuter: Und wo genau stehen Sie mit dem
jahresreifen … Wagen?
Johanna: Was ist das? Johanna: Wir waren auf der Autobahn, auf der A8
Verkäufer: Das sind Reifen, die Sie im Sommer und Richtung Karlsruhe. Wir sind von der
auch im Winter fahren können. Sehr Autobahn abgefahren, an der Ausfahrt
bequem, denn Sie brauchen sie nicht zu Heimsheim. Und genau da stehen wir,
wechseln. Und die Qualität ist super. direkt bei der Ausfahrt.
Damit werden Sie bestimmt auch keine Herr Reuter: Gut. Und zum Schluss brauche ich noch
Panne mehr haben. Ihre Handynummer.
Johanna: Ja, vielen Dank. Ich denke da mal drüber Johanna: Alles klar. Das ist die 0177 85349768.
nach und … Herr Reuter: So jetzt habe ich das Wichtigste, Frau
Jung. Der Techniker, der sich Ihr Auto
Aufgabe 5 und 6 anschaut, ist schon auf dem Weg zu
Herr Reuter: ADAC Pannendienst. Mein Name ist Ihnen und wird innerhalb der nächsten
Reuter. Was kann ich für Sie tun? 90 Minuten bei Ihnen sein. Fünf Minu-
Johanna: Ja, guten Tag, mein Name ist Jung, ten vor Ankunft wird er sich bei Ihnen
Johanna Jung. Mein Mann und ich sind auf dem Handy melden.
auf dem Weg nach Frankreich und hat- Johanna: Vielen Dank und auf Wiederhören.
ten gerade eine Autopanne. Könnten Herr Reuter: Auf Wiederhören.
Sie bitte den Pannendienst schicken?
Herr Reuter: Einen Moment bitte, ich bräuchte erst Lektion 10
noch ein paar Informationen von Ihnen.
Wie lautet Ihre Kundennummer? Aufgabe 1
Johanna: Oh ja, also die Kundennummer lautet Hannah: Hallo, Lukas! Wie geht’s? Ich hab dich
54768930. hier aber lange nicht gesehen.
Herr Reuter: Vielen Dank. Ich wiederhole: 57468930 … Lukas: Hallo, Hannah. Mir geht’s sehr gut. Du,
hm … ich war viel unterwegs, geschäftlich
Johanna: Nein, nein, 54768930. und so. Aber jetzt geht’s wieder voll los
Herr Reuter: Ah, jetzt habe ich Sie hier. Frau Johanna mit dem Training. Und wie geht’s dir?
Jung aus 81 547 München. Ist das Hannah: Super! Aber sag mal, was machst du da?
richtig? Spielst du mit deiner Uhr?
Johanna: Ja, das ist richtig. Lukas: Nein, nein. Das ist meine neue Smart-
Herr Reuter: Gut, Frau Jung. Was genau ist passiert, watch. Eine Wahnsinns-Technik. Mit
und wer ist die Person, die das Auto GPS-Navigation, Kamera, einer App fürs
gefahren hat? Ihr Mann oder Sie? Krafttraining …

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Hannah: Klingt aber auch kompliziert. Brauchst Frau Milan: Nun, ich denke, diese Frage kann nicht
du das denn alles für den Sport? so pauschal beantwortet werden. Hier
Lukas: Ja, klar. Sieh mal hier. Ich zeig’s dir. Die muss genauer hingesehen werden. Wie
misst sogar meinen aktuellen Stressle- die meisten Dinge haben Smartphones
vel und mein Fitnessalter. Siehst du … und soziale Medien zwei Seiten, Vor-
Na, was ist das denn? Warum geht das und Nachteile. Ich denke, die Vorteile
heute nicht? liegen auf der Hand. Informationen sind
Hannah: Also, ich seh nichts. Vielleicht solltest jederzeit und überall in Echtzeit erhält-
du doch erst mal die Bedienungsanlei- lich. Die Welt scheint so nah und klein
tung lesen. wie nie zuvor. Mit nur einem Klick kann
Lukas: Blödes Ding … man mit allen Menschen auf der Welt in
Hannah: So, und jetzt geht’s los. Ich fang heute Kontakt treten. Ein Video kann in guter
mit dem Laufen an. Und du … ? Qualität mit dem Handy gemacht wer-
den und sofort ins Netz gestellt werden.
Aufgabe 4, 5 und 6 Die Möglichkeiten sind riesig. Es gibt
Moderator: Einen wunderschönen guten Abend … keine Grenzen.
Liebe Zuschauerinnen und Zuschauer zu Moderator: Herr Ring, was sagen Sie dazu? Wie
Hause, liebe Gäste hier im Studio … und schätzen Sie die Vor- und Nachteile
willkommen zu Mikroskop, dem Kultur- dieser Technologie ein?
magazin hier auf Kultur TV. Heute wid- Herr Ring: Ich stimme Frau Milan in dieser Hin-
men wir unsere Sendung dem Thema sicht zu. Über die Nachteile kann im
„Soziale Medien und Smartphones“. Seit Moment jedoch noch nicht viel gesagt
das erste iPhone 2007 den Markt werden. Dazu ist diese Technologie
eroberte, kann wohl von einer digitalen noch zu jung. Studien können erst nach
Revolution gesprochen werden. Die vielen Jahren klare Ergebnisse liefern.
Entwicklung von Smartphones, Tablets Ich stimme Ihnen zu, die Kommunika-
und PCs hat sich so stark beschleunigt, tion zwischen Menschen hat sich
dass es schwer ist, überhaupt noch mit- unheimlich verändert und beschleu-
zukommen. Man hat manchmal den Ein- nigt. E-Mails und andere Nachrichten
druck, dass das Ganze auch eine Über- können von überall auf der Welt sofort
forderung für die Leute ist. Und immer beantwortet werden. Entscheidungen
mehr Menschen stellen sich die Frage, fallen blitzschnell, niemand muss mehr
ob das alles überhaupt so gut ist. Brau- warten. Dennoch zeigen ein paar Stu-
chen wir nicht auch manchmal Pause? dien bereits jetzt, dass bei Smartphones
Müssen wir nicht auch manchmal „off- und sozialen Medien gut aufgepasst
line“ sein? Alles spannende Fragen, die werden muss. Es gibt ein paar Prob-
wir heute mit unseren beiden Gästen leme, die nicht unterschätzt werden
diskutieren möchten. Unser erster Gast können. Und ich habe sie ja schließlich
ist Professorin für Soziologie an der selbst erlebt.
Universität Bielefeld und forscht zum Moderator: Nun, wir erleben ja alle, dass die Men-
Thema „Soziale Medien und ihre schen permanent erreichbar und online
Effekte“. Guten Abend, Frau Milan. sein können und es auch wollen. Ter-
Frau Milan: Guten Abend und vielen Dank für die mine und Verabredungen können prob-
Einladung. lemlos überall organisiert werden. Da
Moderator: Unser zweiter Gast arbeitet als Ingeni- möchte niemand außen vor sein, und
eur und hat an einer Studie von Frau viele Menschen werden offenbar richtig
Milan zur Nutzung von sozialen Medien süchtig und halten es nicht aus, wenn
teilgenommen. Er hat die negativen Fol- sie ihr Handy nicht bei sich haben oder
gen der neuen Technologien selbst kein Netz. Oder?
erlebt und wird uns heute davon berich- Frau Milan: Ja, das ist der Fall. Eine Studie einer
ten. Schön, dass Sie da sind, Herr Ring. Krankenkasse zeigte zum Beispiel, dass
Herr Ring: Schön, hier zu sein. Guten Abend. 2,6 Prozent der Jugendlichen zwischen
Moderator: Frau Milan, was denken Sie? Sind sozi- 12 und 17 bereits online-süchtig sind.
ale Medien und Smartphones gut oder Laut der Studie kann auch davon ausge-
schlecht für den Menschen? gangen werden, dass diese

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Transkriptionen Kursbuch

Jugendlichen eher depressiv werden. hat aber auch noch eine andere Dimen-
Die Smartphone-Nutzung wirkt sich sion. Das merke ich auch an der Univer-
zudem auch auf das Schlafverhalten sität bei meinen Studentinnen und Stu-
vieler Menschen aus. Eine britische Stu- denten. Das Fakten- und Weltwissen
die hat gezeigt, dass jeder fünfte Teen- vieler Menschen wird immer weniger.
ager nachts nicht mehr durchschläft, Moderator: Sie meinen, wir müssen uns eigentlich
weil er seine Social-Media-Accounts nichts mehr merken und nichts in unse-
checken will oder etwas auf Google rem Gehirn abspeichern.
sucht. Diese Teenager sind in der Schule Frau Milan: Genauso ist es, weil ja jede Information
dreimal müder als andere. zu jeder Zeit mit Google gefunden wer-
Moderator: Sie sprechen von Depressionen im den kann. Und leider vergessen wir vie-
Zusammenhang mit Social Media und les auch gleich wieder. Kreativität und
Smartphone. Herr Ring, Sie haben dies Originalität brauchen aber ein großes
am eigenen Leib erfahren. Wie kam es Weltwissen. Ideen kommen meistens
dazu? spontan und entstehen oft in der Lan-
Herr Ring: Also, mir ging es ähnlich wie den geweile mithilfe von unserem Weltwis-
Jugendlichen, von denen Frau Milan sen. Das geht immer mehr verloren.
gerade gesprochen hat. Ich war online- Auch in den Schulen und Universitäten
süchtig und musste immer im Netz sein brauchen wir deshalb klare Regeln für
und verfolgen, was passiert. Nachts die Nutzung von Smartphones.
hatte ich das Handy mit im Bett, um ja Moderator: Vielen Dank für dieses Gespräch, Frau
nichts zu versäumen. Wenn ich das Milan und Herr Ring. Leider sind wir mit
Handy mal vergessen oder kein Netz unserer Sendezeit schon wieder am
hatte, löste das richtigen Stress, Panik Ende, aber wir hoffen, diese Diskussion
und Wut bei mir aus. Gleichzeitig wurde hat Sie, liebe Hörerinnen und Hörer ins-
ich mit der Zeit immer unzufriedener piriert. Wir freuen uns, wenn Sie auch
und zeigte depressive Symptome. Sozi- nächstes Mal wieder einschalten. Dann
ale Medien bieten ja die Möglichkeit wird es um das Thema „Bitcoins –
sich zu vergleichen. Zukunft oder kurzer Hype“ gehen. Einen
Moderator: Ah, ich verstehe. Auf Instagram sehen schönen Abend noch für Sie und den-
Freunde immer so glücklich und erfolg- ken Sie daran, das Smartphone auch
reich aus. Fotos können immer und einmal abzuschalten …
überall gesendet werden: ein Foto vom
Strand hier, ein Foto aus dem Fitness- Aufgabe 10 und 11
Studio dort. Da kann einem sein Leben Moderator: So, meine Damen und Herren, ich gehe
natürlich auf einmal langweilig und jetzt mal mit dem Mikrofon unter
unwichtig vorkommen. unsere Gäste, denn die sollen ja auch zu
Herr Ring: Genau. Das stimmte natürlich nicht, Wort kommen … Ja, da hinten hat sich
aber ich war so gefangen in der eine junge Dame gemeldet. Geduld! Ich
Online-Blase. bin gleich bei Ihnen. … Hallo, guten
Moderator: Und wie sind Sie da wieder Abend, Sie sind …?
herausgekommen? Luise: Mein Name ist Luise Stein.
Herr Ring: Ich habe eine Verhaltenstherapie Moderator: Und Sie kommen aus …?
gemacht und an meinem Selbstbild Luise: Aus Berlin, aus Berlin Mitte.
gearbeitet. Mit der Zeit habe ich Moderator: Applaus bitte, meine Damen und Herren
erkannt, dass bei den anderen auch für Frau Luise Stein aus Berlin Mitte. …
nicht immer alles Gold ist, was glänzt. Frau Stein, bitte.
Außerdem habe ich einen Plan gemacht, Luise: Also, ich schließe mich der Meinung von
wie und wann ich mein Handy benutze. Herrn Ring an, dass man leicht internet-
Es muss darauf geachtet werden, wie süchtig wird. Das stimmt schon, obwohl
man das Handy und die sozialen uns die neuen Medien auf der anderen
Medien nutzt, sonst kann man sehr Seite auch so viele Vorteile bringen. Ich
schnell süchtig werden. Das ist wie bei persönlich finde es schade, dass wir,
Zigaretten und Alkohol. also die jungen Leute, immer weniger
Frau Milan: Das stimmt absolut und kann nicht Kontakt miteinander im richtigen
genug betont werden. Die Abhängigkeit Leben haben. Ich habe das selbst

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Transkriptionen Kursbuch

erfahren, ich habe immer nur vor dem Xtra-Prüfung Hören, Aufgabe 1
Computer gesessen, war total einsam Eine Moderatorin diskutiert mit zwei jungen Leuten,
und habe langsam auch meine Freunde Sarah und Leon, die ein Start-up gegründet haben.
verloren. Die digitale Welt kann uns Moderatorin: Guten Abend, liebe Zuhörerinnen und
krank machen. Deshalb halte ich es für Zuhörer. Heute Abend habe ich zwei
wichtig, dass sich Freunde regelmäßig Studiogäste, die mit einem spannenden
sehen. Ich habe jedenfalls mein Leben Thema hier sind: Sarah und Leon, beide
geändert, bin öfter offline, treffe meine Gründer von Motiv-App! Die App, die vor
Freunde wieder und genieße gemein- allem Studenten bei der Organisation
sam mit ihnen die schönen Dinge des und Motivation für ihr Studium helfen
Lebens. soll. Herzlich willkommen, Sarah und
Moderator: Danke, ganz herzlichen Dank. Und wo gibt Leon. Schön, dass ihr da seid.
es noch eine Meldung? Ah, da drüben … Leon: Hi, freut mich auch.
Sarah: Ich freu mich auch hier zu sein.
Aufgabe 6 und 7
Moderatorin: Nun erzählt doch mal, wie ist es dazu
Früher und heute gekommen, dass ihr dieses Start-up
Früher schrieb ich Liebesbriefe gegründet habt? Sarah?
heute schick ich dir per WhatsApp Liebesgrüße Sarah: Nun ja, wir beide hatten während unse-
chatte mit dir bei Instagram res Studiums lange Phasen, in denen
und schreib dir bei Facebook: „Ich bin dein Fan“ wir uns nur schwer motivieren konnten
früher nahm ich dir Kassetten auf und wo wir dachten, jetzt hören wir auf,
und schrieb für dich die Lieder mit nem Filzstift drauf wir haben keine Lust mehr. Nicht wahr,
heute schick ich dir bei Spotify ne Playlist, Leon?
um dir zu sagen, dass du mehr als okay bist Leon: Stimmt. Aber ich war da viel tiefer drin,
als ich dachte. Ich hatte große Schwie-
Aufgabe 8 und 10 rigkeiten, mein Studium und die Her-
Früher und heute ausforderungen zu strukturieren. Es
Früher schrieb ich Liebesbriefe gab einen Mangel an Selbstdisziplin.
heute schick ich dir per WhatsApp Liebesgrüße Dann wurde der Stress immer größer
chatte mit dir bei Instagram und ich hatte immer mehr Schwierig-
und schreib dir bei Facebook: „Ich bin dein Fan“ keiten, mich zu konzentrieren. Ich
früher nahm ich dir Kassetten auf bekam Schlafprobleme und hatte kaum
und schrieb für dich die Lieder mit nem Filzstift drauf noch Appetit.
heute schick ich dir bei Spotify ne Playlist, Sarah: Ja. Man kann sagen, es gab also schon
um dir zu sagen, dass du mehr als okay bist vorher Warnsignale, die andeuteten,
dass mit Leon etwas nicht stimmt und
Die Welt hat sich sehr stark verändert er Hilfe benötigt.
und zeigt sich heute von ner ganz andern Seite Moderatorin: Oh, das hört sich nicht gut an. Aber so
doch egal, was sich in Zukunft ändert geht es bestimmt vielen Studenten!
eins ist klar: meine Liebe bleibt die gleiche Und wie ging es weiter, Sarah?
Sarah: Wir haben daraus gelernt. Leon hat sich
Die Welt hat sich sehr stark verändert Unterstützung geholt und verschiedene
und zeigt sich heute von ner ganz andern Seite Selbstmanagement-Techniken auspro-
doch egal, was sich in Zukunft ändert biert. Dann auf einmal, als wir beide
eins ist klar: meine Liebe bleibt die gleiche beim Abendessen saßen und überleg-
ten, warum wir nicht früher schon
Früher war ich auf Wolke 7 etwas gemerkt haben, kam Leon selbst
heute sind wir alle in der Cloud die Idee mit der App.
früher schrieb ich tolle Briefe Leon: Ja, ich hatte das Gefühl, eine App, die
heute sag ich es mit 140 Zeichen aus mir beim Organisieren und Motivieren
früher war meine Brille rosarot hilft, hätte Schlimmeres verhindern
heute ist sie 3-D können und Warnsignale schon vorher
doch egal, ob ich es so oder so sag erkannt.
eins bleibt gleich, solange sich die Welt dreht Moderatorin: Hm, ich weiß nicht recht, wie soll denn
eine App erkennen, dass es einem nicht

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Transkriptionen Kursbuch

gut geht? Ich glaube, das können nur das Spiel läuft! Auf dem Rasen sind die gegnerischen
Menschen … Mannschaften. Der Spieler mit der Nummer 12 ist
Sarah: Nun ja, unsere App hat zwei Bausteine. unglaublich schnell und scheint nur so durch die Luft
Einerseits ist sie ein richtig gutes zu fliegen. Wahnsinn, die Geschwindigkeit! Er fängt
Selbstmanagement-Tool, andererseits den Ball und läuft nach rechts. Aber was ist denn da
beantwortet man wöchentlich Fragen, los? Da hat doch ein Spieler seinen Besen verloren.
z. B. „Wie geht es dir heute?“, „Bist du Das ist doch gegen die Spielregeln. Ich versteh’s nicht,
zufrieden mit deinen Teilzielen diese dass der Schiedsrichter das Spiel einfach weiterlaufen
Woche?“. Mithilfe der App kann man lässt … Jetzt wirft die Nummer 11 den Ball, eine ganz
sich nämlich Teilziele setzen, damit das besondere Spielerin, die uns schon …
große Ziel, nämlich der Studienab-
schluss, nicht so überfordert. Aufgabe 9
Leon: Und wenn die App merkt, dass die Berni: Und was meinst du, Kerstin?
Laune und die Motivation immer Kerstin: Also, wie gesagt, Berni, ich würde dazu
schlechter werden, und andere Sachen, raten, einen Verein zu gründen. Das
wie Schlaflosigkeit oder Angst hinzu- wäre das Beste und das Einfachste für
kommen, empfiehlt die App, mit Freun- uns.
den zu sprechen und einen Arzt zu Berni: Einen Verein? Ja, okay, warum nicht!
kontaktieren. Das kann ja nicht so schwer sein.
Moderatorin: Fünf Studenten testen die App bereits Kerstin: Ja, einen Quidditch-Verein. Da brauchen
seit drei Monaten, Leon. Würdest du wir zunächst mal einen attraktiven
sagen, sie hat ihnen geholfen? Namen …
Leon: Auf jeden Fall. Vorher meinten die Stu- Berni: Einen Namen für unseren Verein … hm,
denten, sie waren chaotisch und wuss- da möchte ich „Kölner Besen“ zur Dis-
ten vor Prüfungen überhaupt nicht, wo kussion stellen. Was meinst du?
sie anfangen sollen. Kerstin: Ja, hört sich nicht schlecht an.
Sarah: Außerdem hat sie die Fülle an Seminar- Berni: Also unser Verein heißt dann „Kölner
arbeiten und Prüfungen verwirrt und Besen“. Abgemacht?
sie konnten ihre Semester überhaupt Kerstin: Abgemacht! Dann sollten wir uns noch
nicht strukturieren. über unsere Vereinsregeln
Leon: Ja, mit der App ging das Studieren viel verständigen.
einfacher und die kleinen Teilziele, die Berni: Vereinsregeln?
sie sich gesetzt haben, wie zum Bei- Kerstin: Ja, haben wir ein Ziel? Was wollen wir
spiel, „diese Woche lese ich zwei Kapitel mit unserem Verein? Viel Geld
zu diesem Thema und schreibe die Ein- verdienen?
leitung zu dieser Seminararbeit“, haben Berni: Nein, wir wollen den Sport bekannt und
alle funktioniert! Den Studenten geht attraktiv machen. Aber Geld verdienen,
es nun viel besser insgesamt! nein, das wird nicht funktionieren.
Moderatorin: Das hört sich wirklich gut an! Vielleicht Kerstin: Klar, du hast ja recht. Als Verein macht
kaufe ich mir die App auch … ich stu- das wenig Sinn …
diere nicht mehr, aber ich kann Hilfe bei
anderen Sachen brauchen! Aufgabe 2 und 3
Sarah: Oh ja, auch für uns läuft es super! Dank Henri: Hallo, Lea? Wie geht’s?
unserer App konnten wir ein kleines Lea: Sehr gut, Henri! Schön, dass du anrufst.
Start-up gründen und beschäftigen Henri: Wow! Sehr gut!? Das habe ich lange
sogar fünf weitere Mitarbeiter hier in nicht mehr von dir gehört. Dein
Hamburg. Allerdings … hatten wir dann Buchprojekt?
beide keine Zeit mehr, unser Studium Lea: Du, das läuft prima. Ich habe jetzt das
abzuschließen! Geld zusammen und kann
veröffentlichen.
Lektion 11 Henri: Hey, ich gratuliere. Ich freue mich riesig.
Und wie machst du’s jetzt? Suchst du
Starten wir! Aufgabe 2 einen Verlag?
Hier ist eine super Stimmung, ich schätze, dass mehr Lea: Nein, ich glaube nicht, ich mach das im
als fünfhundert Zuschauer gekommen sind, um dieses Self-Publishing.
außergewöhnliche Quidditch-Spiel zu sehen. … Und Henri: Im Self… was?

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Transkriptionen Kursbuch

Lea: Self-Publishing. Ich veröffentliche das darf. Mein Name ist Melanie Springer. Ich habe, wie
Buch im Internet und lasse erst einmal viele von Ihnen wissen, mein Geschäftsmodell radikal
nur ein paar Exemplare drucken, für geändert und gründe heute gerne neue Firmen, die
Werbung und so. Also, im Prinzip mache mit dem Internet zu tun haben. Und nachdem ich vor
ich alles selber. zwei Jahren meine alten Buchhandlungen verkauft
Henri: Okay, und wie läuft das? Was musst du hatte, gründete ich buch.com, ein Internet-Portal für
tun? Self-Publisher, einen Service also für Autoren, die ihre
Lea: Also, ich brauche zunächst einmal ein Arbeiten ohne Verlag veröffentlichen und verkaufen
Portal für Self-Publisher, da gibt es einige, möchten.
zum Beispiel Amazon, buch.com usw. Vielen Dank … danke schön … Ja, der Buchmarkt ist
Henri: Ah, ja!? Ein Portal für Self-Publisher bei schon ein ganz besonderer Markt. Nachdem sich lange
Amazon. Hab ich noch nie gehört. nichts geändert hat, stehen wir nun vor einer riesigen
Lea: Doch! Doch! Das gibt’s! Und dann, weißt Herausforderung. Das gilt auch für Autoren, denn
du, dann muss ich einen Redakteur immer mehr Autoren haben mit Self-Publishing im
suchen. Ein guter Redakteur ist beson- Internet Erfolg. Deshalb ist es interessant, sich das
ders wichtig, damit noch einmal Thema einmal genauer anzuschauen.
jemand den Text objektiv liest. Meine Präsentation besteht aus folgenden Teilen:
Henri: Ja, ganz klar. Zuerst möchte ich Ihnen einen kurzen Überblick
Lea: Dann lade ich den Roman hoch, das ist geben. Nachdem ich Ihnen allgemeine Informationen
eine rein technische Sache und geht zum Self-Publishing gegeben habe, präsentiere ich ein
super schnell. Kein Problem … paar aktuelle Zahlen. Danach werde ich über die Vor-
Henri: Hm, hört sich gut an. Und dann? und Nachteile sprechen. Nachdem wir diese Punkte
Lea: Dann schreibe ich einen Werbetext … besprochen haben, diskutieren wir gerne Ihre Fragen.
Henri: Einen Werbetext? Haben Sie schon einmal den Namen Poppy J. Anderson
Lea: Ja, klar. Nicht viel, nur ein paar Zeilen, gehört? Nein? Das sollten Sie aber! Denn sie ist eine
damit die Leser wissen, worum es geht. der erfolgreichsten Autorinnen von E-Books mit
Aber der Text muss gut sein. … Okay, und 400.000 Exemplaren. Das ist enorm viel! Wussten Sie,
dann muss ich noch einen Preis festle- dass die typische Startauflage von einem gedruckten
gen, weißt du, nicht zu billig, nicht zu Buch normalerweise 5.000 bis 10.000 Exemplare
teuer … beträgt? Das ist ein großer Unterschied. Und dennoch
Henri: Mann, das klingt spannend! tauchen Autoren wie Anderson in keiner gängigen
Lea: Ja, und dann muss ich eine Buchparty Bestsellerliste oder auf den Literaturseiten der Zeitun-
organisieren … gen auf. Außer sie schaffen es wie Hanni Münzer in
Henri: Das ist ja cool. Hey, Lea, bin ich eingela- den normalen Literaturbetrieb. Nachdem sie mit
den? … 295.000 verkauften E-Books berühmt geworden ist, hat
sie einen Verlag gefunden. Heute ist sie eine gefeierte
Aufgabe 5 Buchautorin.
Guten Tag, meine Damen und Herren. Ich begrüße Sie Aber warum gibt es diese zwei Seiten in der
ganz herzlich und freue mich sehr, dass ich heute bei Literaturwelt?
Ihnen in Frankfurt sein kann und Ihnen das Thema Nun, um das zu verstehen, müssen wir uns die Vor-
„Vor- und Nachteile des Self-Publishings“ vorstellen und Nachteile des Self-Publishings ansehen.
darf. Mein Name ist Melanie Springer. Ich habe, wie Ich beginne mit den Vorteilen. Ein großer Vorteil ist,
viele von Ihnen wissen, mein Geschäftsmodell radikal dass Sie die Leser über das Internet direkt und schnell
geändert und gründe heute gerne neue Firmen, die erreichen können. Nachdem Sie Ihren Text geschrie-
mit dem Internet zu tun haben. Und nachdem ich vor ben haben, müssen Sie nicht lange warten. Sie können
zwei Jahren meine alten Buchhandlungen verkauft ihn theoretisch gleich veröffentlichen.
hatte, gründete ich buch.com, ein Internet-Portal für Ein weiterer Vorteil ist, dass Sie nicht in Vorkasse
Self-Publisher, einen Service also für Autoren, die ihre gehen müssen und die Gefahr gering ist, Geld zu ver-
Arbeiten ohne Verlag veröffentlichen und verkaufen lieren. Die Leser können das Buch „on demand“ bestel-
möchten. len. Nachdem sie es bestellt haben, druckt der Verlag
erst das Buch.
Aufgabe 6 und 7 Außerdem haben Sie als Autor mehr Möglichkeiten
Guten Tag, meine Damen und Herren. Ich begrüße Sie Einfluss zu nehmen, wenn es um den Inhalt, das
ganz herzlich und freue mich sehr, dass ich heute bei Design und die Werbung geht. Früher hatte der Autor
Ihnen in Frankfurt sein kann und Ihnen das Thema nur noch wenig Kontrolle über sein Buch, nachdem er
„Vor- und Nachteile des Self-Publishings“ vorstellen es beim Verlag abgegeben hatte. Beim Self-Publishing

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Transkriptionen Kursbuch

kann er eigentlich alles selbst entscheiden. die drei Schultypen, mit denen es
Zudem verdient er auch mehr am Verkauf. Per Eigen- weitergeht.
verlag können Autoren bis zu 70 % der Einnahmen Die Mittelschule, in manchen Bundes-
bekommen. Bei einem traditionellen Verlag sind es ländern sagt man noch Hauptschule,
gerade mal 10 %, wenn Sie gut verhandeln. bereitet auf Berufe fürs Handwerk vor.
Das klingt alles sehr gut, nicht wahr? Was sind nun Wenn man also zum Beispiel Autome-
aber die Nachteile des Self-Publishings? Also … chaniker werden möchte, dann kann
das der richtige Weg sein. Die Real-
Aufgabe 9 schule bereitet auf kaufmännische
Henri: Aber sag mal, ganz im Ernst, so einfach Berufe vor, ist also geeignet für Schüler,
ist das Ganze ja nicht, oder? die eine Ausbildung als Industriekauf-
Lea: Nein, bestimmt nicht. Es gibt auch mann oder Ähnliches anstreben.
Nachteile. Ich muss ja alles machen, Nach dem Haupt- oder Mittelschulab-
was sonst ein Verlag für seine Autoren schluss und nach der Mittleren Reife,
tut, auch mit Lesern und Buchhändlern also dem Realschulabschluss, fängt
in Kontakt bleiben, Fragen beantworten man dann eine Ausbildung in seinem
und, und, und … Das ist viel Arbeit. Wunschberuf an und geht auch in die
Henri: Und die Werbung? Ich meine, Kataloge, Berufsschule. Das ist einzigartig in
Prospekte … Deutschland, das sogenannte duale
Lea: Du, Henri, das ist doch alles viel zu teuer. System: praktische Arbeit in der Firma
Viel Werbung kann ich mir nicht leisten, und daneben die nötige Theorie und All-
was bestimmt auch ein Nachteil ist … gemeinbildung in der Berufsschule.
Henri: Stehen die Bücher eigentlich auch in Aber dazu später mehr.
den Buchhandlungen in der Stadt, am Viele Schüler in Deutschland, fast die
Bahnhof und so? Hälfte sind’s mittlerweile, gehen aufs
Lea: Nein, wahrscheinlich nicht, nur im Gymnasium und machen Abitur. Mit
Internet. Aber weißt du, vielleicht wird dem Abitur kann man dann eine Univer-
der Roman ja ein ganz großer Erfolg sität oder Hochschule besuchen und
und irgendein Verlag meldet sich und ein Studium aufnehmen. Soweit im Gro-
will ihn haben. Ja, und dann … ben das Schulsystem in diesem Land …
Haben Sie dazu Fragen?
Lektion 12
Aufgabe 6
Aufgabe 2 und 3 Teil 1
David: … schön euch zu sehen. Jonas! Julian!
Jonas: Ich möchte Sie noch einmal ganz herzlich
Hallo! Toll, dass es so schnell mit einem
willkommen heißen und freue mich sehr,
Treffen geklappt hat. Wir haben so viel
dass Sie nun einige Wochen an unserer
zu besprechen! Gut seht ihr aus! Habt
schönen Berufsschule verbringen wer-
euch gut gehalten!
den. Bevor wir nun einen Rundgang
Jonas: Danke, du aber auch, David! Ja, auf die
machen und ich Ihnen die Schule zeige,
Gesundheit ist gut zu achten, vor allem
möchte ich ein paar Worte über unser
mit zunehmendem Alter. Aber ich merke
Schulsystem hier in Deutschland sagen.
schon, dass ich nicht mehr so fit bin wie
Schüler: Ja, super. / Gute Idee. / Okay.
mit Mitte 20. Wisst ihr noch, unsere lan-
Jonas: Also, ich versuche das so einfach wie
gen Partynächte? Wenn ich heute mal
möglich zu erklären, denn unser Schul-
einen draufmache, brauche ich drei
system ist recht kompliziert und je nach
Tage, um mich wieder zu erholen.
Region unterschiedlich.
Julian: Ja, das kenne ich. Damit ist nicht zu spa-
Wir haben in Deutschland Schulpflicht,
ßen. Ich muss heute auch zweimal über-
und alle Kinder gehen zunächst in die
legen, ob ich das Bier noch trinke oder
Grundschule. Schon am Ende der
nicht. Mit Arbeit, Familie und Kindern
Grundschule, also die Kinder sind dann
muss man am nächsten Tag einfach
gerade mal 9 oder 10 Jahre alt, müssen
funktionieren. Apropos Arbeit, wie
die Kinder gemeinsam mit ihren Eltern
läuft’s bei dir, Jonas? Habe gehört, du
und Lehrern eine Entscheidung fürs
bist jetzt Berufsschullehrer! Das kann
Leben treffen: Haupt- bzw. Mittelschule,
ich ja kaum glauben!
Realschule oder Gymnasium. Das sind

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Jonas: Ja, das stimmt. Ich hätte auch nicht übernommen. Und seitdem arbeite ich
gedacht, dass ich mal in die Fußstapfen dort. Ich habe da viel gelernt, auch
meiner Mutter treten würde und Lehrer geschäftlich, und bin heute wieder für
werde. So ist das Leben! alles offen. … Und wie war das bei dir,
Julian? Abitur, Studium, Job … immer
Aufgabe 7 schön geradeaus, wie sich’s gehört?
Teil 2 Julian: Ja, ja, genau. Mein Weg war ähnlich
Julian: Jonas, du bist doch ein bisschen älter geradlinig wie deiner. Zum Glück! Ich
als wir. Oder? finde, vielen Schülern wird es in
Jonas: Ach nee!? Deutschland zu schwer gemacht. Vor
Julian: Aber doch! Du, Jonas, ich habe dich allem, wenn es darum geht, auf welche
damals nie gefragt, was du vor dem Schule man gehen möchte. Nach der
Studium gemacht hast. vierten Klasse hat man sich schon zu
Jonas: Stimmt. Na ja, ich war ja auf der Real- entscheiden. Aber wer weiß in diesem
schule und habe dann meine Mittlere Alter schon, wohin er im Leben will?
Reife gemacht. Mehr ging damals nicht, Man hat in diesem Alter doch noch so
ich war in dem Alter einfach nicht fürs viel zu lernen, zu erleben, bevor man
Gymnasium geeignet. Danach habe ich weiß, was der richtige Weg für einen ist.
erstmal ein bisschen gejobbt, eine Zeit Oder? – Jonas, du bist so nachdenklich!
lang auch gar nichts gemacht und mich Jonas: Doch, doch, das finde ich auch. Deshalb
dann für eine Ausbildung zum Fremd- gefällt mir das Konzept der Gesamt-
sprachenkorrespondenten entschie- schule ganz gut. Da ist es leichter zwi-
den. Nach der Ausbildung wollte ich schen Mittelschule, Realschule und
aber noch weitermachen, das war dann Gymnasium zu wechseln und die Schü-
klar für mich, und ich habe mein Abitur ler sind länger zusammen.
an der Abendschule nachgemacht. Oh David: Das stimmt! Und wer möchte, kann
Mann, das war echt hart! Ich hatte so nach der Mittel- oder Realschule eine
viel nachzuholen! Aber ich hab’s Ausbildung machen oder sein Abitur
geschafft! Ja, und dann kam das Germa- machen und studieren. Schön wäre es,
nistik-Studium mit euch! Die wilden wenn es die Gesamtschulen überall
Jahre. Nach der Uni bin ich durch Zufall geben würde. Dass es hier zum Beispiel
an der Volkshochschule gelandet und keine gibt, ist nicht zu entschuldigen,
habe Deutschkurse für Erwachsene finde ich. Aber da haben wir ja nicht
gegeben. Da habe ich gemerkt, dass mir mitzureden.
das Lehrer-Ding total gut gefällt. Und Jonas: Ach, schön, euch wiederzusehen! Fast
jetzt bin ich Deutschlehrer an einer wie in alten Zeiten! Darauf trinken wir
Berufsschule und eigentlich ganz glück- erstmal, oder? Prost, Jungs!
lich mit meinem Job! David, Julian: Prost!

Aufgabe 9 Aufgabe 7
Teil 3 Moderator: Und als Nächstes kommt das Team der
David: Eigentlich? Was heißt denn das, Jonas? Firma Elektro-Esel, die uns etwas ganz
Jonas: Hm, manchmal frage ich mich doch, ob Besonderes vorstellt. Eine tolle Firma
das wirklich alles gewesen sein kann. und ein Produkt, auf das unsere Inves-
Verstehst du, David? toren in der Show lange gewartet haben
David: Ja, ja, verstehe! Aber Wahnsinn, was du … Hallo, ihr drei, die Bühne ist frei.
schon alles gemacht hast! Mein Weg Jonas: Hallo! Hier neben mir sind David Klein
war da, glaub ich, etwas langweiliger. und Julian Mittermaier. Und mein Name
Ich bin nach der Grundschule direkt ist Jonas Lang. Wir sind ein Team und
aufs Gymnasium gegangen und habe unsere Firma, Elektro-Esel, haben wir
nach dem Abitur gleich mit dem Stu- im November des letzten Jahres ins
dium begonnen. Ihr erinnert euch, wäh- Leben gerufen.
rend meines Studiums habe ich dann David: Am Anfang, da war ein Traum. Schwere-
viele Praktika bei Verlagen gemacht los durch die Straßen einer Großstadt
und wurde dann zum Glück auch nach gleiten. Vorbei an grünen Parks und glit-
meinem Studium gleich von einem zernden Hochhäusern. Mit einem

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wunderschönen Fahrrad, schneller als David: Das ist eine gute Idee. Falls man sich im
alle anderen, sauberer als alle anderen Gespräch langweilt, kann man so viel
und mit ganz viel Stil. Alle schauen dich leichter den Gesprächspartner wechseln.
an, alle bewundern und beneiden dich. Außerdem gibt es Musik und man kann
Julian: Ja, und das soll kein Traum mehr blei- tanzen. Aber wo sollen wir die Party
ben. Denn Elektro-Esel hat die Lösung! machen? Wir brauchen Platz, denn da
Unser Elektrofahrrad ist ökologisch und sind ja ziemlich viele auf der Gästeliste.
stylish zugleich. Das ultimative Fahrrad Julian: Das stimmt. Wir könnten die Party doch
für den urbanen Menschen, der umwelt- hier bei uns in der Werkstatt machen.
bewusst ist und einen modernen Wir haben viel Platz und das wäre eine
Lebensstil führt. coole Party-Location. Mal was anderes
Jonas: Und was ist neu an unserem Fahrrad? und nicht das Übliche. Was haltet ihr
Nun, es ist schlank, cool und absolut davon?
sportlich, denn der neue Elektromotor Jonas: Also, ich bin dagegen. Das gibt nur
ist nicht sichtbar; er ist klein, leicht und Ärger. Da wir hier viele teure Maschinen
verschwindet vollständig im Rahmen. und Geräte haben, ist das zu gefährlich.
David: Das gab es noch nie! Das ist absolut Falls jemand ohne Absicht etwas kaputt
neu! Ein Elektro-Fahrrad, das wie ein macht, wäre das echt blöd. Und teuer!
normales Fahrrad aussieht und immer David: Ich bin da anderer Meinung. Ich denke,
funktioniert, auch wenn der Akku mal das ist kein großes Problem. Unsere
leer ist. Maschinen stehen doch alle auf Rollen,
Julian: Die Fahrverbote in unseren Großstäd- und wir können sie leicht zur Seite
ten werden zunehmen. Das Autofahren schieben. Außerdem können wir die
wird immer schwieriger und immer Geräte alle abdecken. So sind sie
teurer. Deshalb werden immer mehr geschützt und werden nicht schmutzig.
Menschen Alternativen zum Auto Falls doch jemand etwas beschädigt,
suchen und Elektro-Fahrräder sind die kann doch die Versicherung zahlen.
erste Wahl. Julian: Ich stimme David zu. Außerdem wäre es
Jonas: So ist es! Und wir von Elektro-Esel eine gute Gelegenheit, nebenbei ein
garantieren Mobilität für die Zukunft. bisschen Werbung für unsere Firma zu
Unser Ziel: Wir möchten unser Fahrrad machen. So schlagen wir quasi zwei
so schnell wie möglich in Serie bauen Fliegen mit einer Klappe. Falls einer
und auf den Markt bringen. unserer ehemaligen Kommilitonen
Alle drei: Liebe Investoren, dafür brauchen wir Interesse hat, kann er sich gleich bei
Sie und Sie und Sie! uns informieren.
David: Investieren Sie mit uns in Maschinen Jonas: Okay, ich bin einverstanden. Ihr habt
und Marketing … mich überredet. Und wer kümmert sich
um die Musik?
Aufgabe 3 David: Das mache ich. Ich frage meinen Freund
Jonas: … da habt ihr recht. Das sehe ich auch Stevie. Er ist ein super DJ und hat
so. Das müssen wir uns noch mal bestimmt Lust, auf unserer Party
genauer ansehen. Jetzt aber mal noch aufzulegen.
was anderes, was nichts mit der Arbeit Julian: Oh, das wäre cool. Und ich kümmere
zu tun hat. Wir wollten doch ein Treffen mich um die Getränke. Ich bekomme die
mit alten Studienfreunden organisieren. günstig, da mein Onkel einen Getränke-
Habt ihr Ideen dafür? Was wollen wir markt hat.
machen, und wo soll das Ganze Jonas: Super. Und wie machen wir das mit dem
stattfinden? Essen? Was haltet ihr davon, wenn ein-
Julian: Ich schlage vor, wir machen eine klassi- fach jeder Gast etwas mitbringt?
sche Party, weil es dann nicht so steif David: Das ist eine gute Idee. Dann haben wir
wird. Wenn wir in ein Restaurant gehen, eine größere Auswahl an verschiedenem
dann sitzt jeder nur wieder gelangweilt Essen. Und falls jemand eine Allergie
herum und unterhält sich mit der Per- hat oder irgendetwas nicht isst, kann er
son, die gerade neben ihm sitzt. Auf einfach etwas Passendes für sich selbst
einer Party mischt es sich so schön mitbringen. Und wer kümmert sich um
durch. die Einladungen?

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Jonas: Julian, das kannst du doch übernehmen, Diese Fragen können Ihnen und mir dabei helfen, eine
oder? Da du der Werbetexter hier bist, berufliche Orientierung zu finden und Ihren Berufs-
solltest du vielleicht auch den Einla- wunsch zu realisieren.
dungstext schreiben. Aber ich bin nicht nur dafür da, mit Ihnen einen pas-
Julian: Na gut, na gut! Das macht Sinn. Ach so, senden Beruf oder ein Studium zu finden. Sie können
aber wann soll die Party denn über- auch schon vorher, bei schulischen Schwierigkeiten
haupt stattfinden? … zum Beispiel, zu mir in die Beratung im Jobcenter kom-
men. Auch bei gesundheitlichen Problemen können
Xtra Prüfung Hören, Aufgabe 1 wir Hilfe anbieten. Außerdem können Sie mir in die-
In der Oberstufe eines Gymnasiums hält der Berufs- sem Beratungsgespräch alle möglichen Fragen stel-
coach Herr Münzinger einen Vortrag für Schülerinnen len, auch zum Thema Ausbildung und Arbeitsmarkt.
und Schüler. Wussten Sie zum Beispiel, dass Sie an manchen Uni-
Guten Tag, mein Name ist Münzinger und ich arbeite versitäten in Deutschland auch ohne Abitur studieren
als Berufsberatungscoach für das Jobcenter in Müns- können? Oder es gibt auch die Möglichkeit ein duales
ter. Ich bin heute hier, um Ihnen ein paar Tipps und Studium zu machen, so kann man arbeiten und studie-
Anregungen für die Zeit nach dem Abitur zu geben. Zu ren. Das bedeutet, man verdient schon sein eigenes
mir kommen viele junge Schülerinnen und Schüler, die Geld und hat trotzdem nach drei Jahren einen
noch keine richtige Idee davon haben, was sie nach Universitätsabschluss.
der Schule einmal machen wollen. Das ist total normal Sie haben verschiedene Möglichkeiten, um mit mir
und auch wichtig. Denn wenn die Schule zu Ende geht, oder meinen Kollegen von der Berufsberatung in Kon-
entsteht erst einmal eine Unsicherheit, wie es weiter- takt zu treten. Wir bieten Sprechstunden an den Schu-
gehen wird. Nur die wenigsten wissen genau, was sie len an oder auch Termine im Jobcenter. Fragen Sie ent-
später einmal werden wollen. Ich gebe Ihnen den ers- weder im Sekretariat hier bei Ihnen an der Schule
ten, wertvollen Tipp: Lassen Sie sich Zeit! Denn die nach oder vereinbaren Sie online einen Termin bei der
Entscheidungen, die Sie jetzt treffen, beeinflussen Agentur für Arbeit.
Ihre Zukunft. Nicht die Ihrer Eltern, nicht die Ihrer Ich hoffe, diese Informationen waren hilfreich für Sie
Freunde, sondern es geht einzig und allein um Sie. und ich freue mich schon auf Ihr Feedback!
Stellen Sie sich zunächst folgende Fragen:
– Welche Talente und Vorlieben habe ich? Hier können
Sie zum Beispiel auch überlegen, was Ihre Lieblings-
fächer sind.
– Was sind Ihre Interessen, Stärken und Schwächen?
– Welche Wünsche und Erwartungen haben Sie an
Ihren Traumjob?
– Welche beruflichen Erfahrungen haben Sie bereits?
Haben Sie schon mal ein Praktikum gemacht oder in
den Ferien gearbeitet?

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