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Ausspracheregeln (nach Duden und Siebs)

Ausspracheregeln Vokale

Allgemein spricht man Langvokal

1. Wenn im Stamm nur ein Konsonantenbuchstabe (außer x), nur ph oder nur th folgt:
Tag, (ihr) hab-t, Äther, dem, gib, Philosoph, tobt, Größe, Fuß, Tüte

2. Vor bl, br, cl, cr, dl, dr, fl, fr, gl, gr, kl, kr, phl, phr, pl, pr, qu, thl, tl, tr: Adler, Phädra,
Zebra, biblisch, Kolloquium, Gudrun

3. Meist am Stamm- oder Wortende: da, sä-st, Ade, Schi, Büro, Bö, du, Menü

4. Vor einem zur nächsten Silbe gehörenden Vokal: Duo, böig, Boa, Pius, Seen, säe!,
Chaos

Allgemein spricht man Kurzvokal

5. vor x oder vor mehreren zum Stamm gehörenden Konsonantenbuchstaben: Dach,


fällen, Hexe, löschen, Gitter, Zopf, Brust, stülpen

Entgegen der oben angeführten Regeln gilt:


A
Man spricht langes a / [a:]

6. In einzelnen Wörtern auf <-ach-> z.B. nach, Sprache

7. in einzelnen Wörtern mit<-ar> + Konsonant z.B. Art, Barsch, Harz, Bart

8. In einigen Wörtern mit -atsch z.B. Watsche, Bratsche

9. In unbetonter Stellung in den Ableitungssilben -bar, -sam, -sal z.B.: essbar, mühsam,
Trübsal

10. In: Jagd, Magd, Papst

Man spricht kurzes a / [a]

11. In : ab, am, an, As, das, Grammatik, hat, Januar, man, Nachbar, Papa, was u.a.

Ä
Man spricht langes offenes ä / [E:]

12. In einigen Wörtern mit -ätsch z.B. Grätsche

13. Merke: Langes offenes ä / [E:] erscheint in der Schreibung immer als <äh/ä/ae> und
nie als <eh/e>!

14. In: Städte, nämlich, Gebärde, gemächlich

1
Man spricht kurzes offenes e / [E]

15. In: Chef, des, es, Herberge, Herzog, weg, Rebhuhn, Ferse, Vers, Erzbischof, Herz,
Nerz

16. Merke: Kurzes offenes e erscheint in der Graphie als <e> oder <ä>

E
Man spricht langes geschlossenes e / [e:]

17. In: Erde, erst, Herd, Keks, Schwert, werden, Wert, Krebs, das Erz, Erde, stets

Man spricht kurzes geschlossenes e heute eigentlich nicht mehr. Dafür steht der kurze
offene e-Laut / [E]!

Obacht: e in unbetonten Nebensilben

Man spricht kurzes offenes e / [E]

18. In den unbetonten Vorsilben emp-, ent-, er-, her-, ver-, zer- z.B. empfinden, erfassen,
herein, Verrat, zerstören

Man spricht e-Schwa / [@]

19. In allen unbetonten Silben (außer Punkt 18). Alte, rostet, sauberere, unsere,
wuchernde, beachten, geahnt

20. Beachte: Der Schwa-Laut kann vor <m, n, l> elidiert werden (Synkope).

Man spricht a-Schwa / [6]

21. Bei -er, auch in -erchen, -erl, -ernd, -ernde, -erst, -ert, -ler, -ner, -tümler z.B. Bauer,
Wassers, kauernder, Hunderter, Zauderers, fürchterlich, Dummerjan, andersartig

I
Man spricht langes geschlossenes i / [i:]

22. In: vier, Vierteil, Nische

Man spricht kurzes offenes i / [I]

23. In: April, bin, bis, Bistum, Himbeere, hin, im, in, mit, viertel, vierzehn, vierzig

Man spricht langes geschlossenes o / [o:]

24. In: hoch, Ostern, Kloster, Trost, Obst, Lots,

Man spricht kurzes offenes o [O]

25. In: ob, Hochzeit, Brombeere, von, vom, Lorbeer, Vorteil

Ö
Man spricht langes geschlossenes ö / [{:]
2
26. In: Behörde

Man spricht kurzes offenes ö / [9]

U
Man spricht langes geschlossenes u / [u:]

27. In einigen Wörtern mit -uch-, -usch-, -ust, -utsch z.B. Buch, Dusche, duster, knutschen

28. In: Geburt.

Man spricht kurzes offenes u / [U]

29. In: Bus, Rum, um, un-

Ü
Man spricht langes geschlossenes ü / [y:]

30. In: düster, Rüsche, Wüste usw.

Man spricht kurzes offenes ü / [Y]

31. In: gebürtig, Gelübde u.a.

3
Ausspracheregeln Konsonanten

Auslautverhärtung

1. Im Wort- oder Silbenauslaut kommen im Deutschen die stimmhaften Plosive [b, d, g]


nicht vor, sondern die stimmlosen Plosive [p, t, k]. Für Frikative gilt dieses Prinzip
auch.

z.B. Laib, Hund, Weg

Assimilation

2. Ein so genanntes Tochterphänomen der Auslautverhärtung ist die Assimilation des


stimmhaften Plosivs oder Frikativ an den stimmlosen Auslaut, wobei auch der
vorletzte Laut fortisiert wird.
z.B. gibt, legt

Aspiration

3. Konsonanten sind behaucht (aspiriert), wenn auf sie eine mehr oder weniger große
Menge frei ausströmender Atemluft folgt.
Behaucht werden nur die stimmlosen Plosive [p, t, k]. Am Wortanfang oder am
Wortende vor einer Pause werden sie stark behaucht. Auch [t] im Suffix -tum und [k]
im Suffix -keit sind stark behaucht. In den restlichen Stellungen sind [p, t, k]
mittelstark bis schwach behaucht.
Starke Behauchung z.B. in Pack, Anprall, Tat, keck, Einsamkeit, irrtümlich

<B, b> spricht man [p]

4. Vor <d, g> im Wortinneren z.B. Gelübde

<D, d> spricht man [t]

5. Vor stimmlosen Konsonanten und vor <g, m ,n, v, w> z.B. Admiral, widmen, Wodka

6. Meist im lat. Präfix ad- vor Konsonanten außer <r> z.B. Adhärenz, Adjunkt

<G, g> spricht man [k]

7. Vor stimmlosen Konsonanten und vor <d> z.B. Magda, bugsieren

Man spricht -ig als [IC] (Spirantisierung)

8. Im Silbenschluss und vor Konsonanten (wenn nicht das Suffix -lich folgt) z.B. böig,
einigst, vereinigt

9. Man spricht -ig als [k] wenn die Endung -lich unmittelbar folgt (z.B. königlich) und
in Königreich

4
Man spricht [h]

10. Am Wortanfang z.B. Haus, Hobby

11. In Ausrufewörtern zwischen Vokalen z.B. aha!, juhe!

12. In: Ahorn, Oheim, Uhu

Man spricht <s> als stimmhaftes [z]

13. Am Wortanfang vor Vokalen z.B. Saal, Sohn

14. In Zusammensetzungen z.B. Muttersöhnchen

15. Im Wortinneren zwischen Vokalen z.B. Esel, These

16. Im Wortinneren zwischen Vokal und silbischen <m,n,l> z.B. Bas’n,

17. Nach Vokal in <ls, ms, ns, rs> vor Vokal z.B. Amsel, Felsen, Binse, Korso

18. Vor <l, n, r>, wenn eine Nebenform s + e hat z.B. unsre, winsle, fasle

19. In den Ableitungssilben -sal, -sam z.B. langsam, Schicksal

20. In der Ableitungssilbe -sel nach <l, m, n, ng, r> z.B. Füllsel, Mitbringsel

21. Gerät ein stimmhaftes [z] in den absoluten Auslaut, so wird es stimmlos
(Auslautverhärtung).

22. <ss> und <ß> sind immer stimmlos

Man spricht <r> als a-Schwa / [6]

23. Der Vokal a-Schwa kommt silbisch und nicht silbisch vor, z.B. Lehrer und Tür

24. Nicht silbisches Vorkommen: vokalisches R wird zu a-Schwa, z.B. in sehr

25. Langer Vokal +< r > am Wortende oder vor Konsonant z.B. Bier, hört, fuhrst

26. Silbisches Vorkommen nur in unbetonten Silben.

27. Orthografisch meist <er> am Wortende oder vor Konsonant, z.B. näher, Bauer

28. Nicht vor Vokal, da schreibt man e-Schwa: sauber-sauberes

Der Glottisverschlusslaut (Glottisschlag) [?]

29. Innerhalb eines Morphems oder einer Silbe werden Vokale ohne Glottisschlag
gesprochen z.B. Tisch

30. Im Wort- oder Silbenanlaut sind Vokale jedoch vom vorhergehenden Laut durch
einen Glottisschlag getrennt z.B. Ochse, beatmen