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Petra Schullner, Petra Pirolt, Marina Spielmann, Eva Trenker, Florian Ehrlinger, Stefan Sommergruber

Heterogenität
Definition:
Heterogenität meint Verschiedenheit, Andersartigkeit, Ungleichheit bezogen auf Individuen,
Gruppen oder pädagogische Organisationen.

Heterogenität

● an sich gibt es nicht, sondern immer nur „in Bezug auf“ bestimmte Faktoren.
● ist im schulischen Umfeld also als Normalfall anzusehen!
● ist an sich ein historisch und sozial wandelbarer Begriff..

Die Bezugsgrößen (Differenzlinien)


In Bezug worauf können Gruppen bzw. Schulklassen heterogen sein?
z.B.: Alter, Sprache und Nationalität, aber auch Behinderung

Behinderung als Differenzlinie der Heterogenität im heutigen Umfeld der Inklusion:


Es gibt verschiedene Formen der Behinderung, die im selben Rahmen unter verschiedenen
Differenzierungsprozessen betreut, begleitet und unterrichtet werden sollen.

Das Diskursfeld Heterogenität:

Ziel:
Die Konturen der Heterogenität herauszuarbeiten
Problem:
Der Begriff Heterogenität besitzt in seiner Verwendung keine einheitlichen Programme und
Definitionen

Zugänge zum Heterogenitätsbegriff:

Emmerich und Hormel(2013):


Heterogenität als Kontingenzformel, da verschiedene Problemstellungen behandelt
werden.
2 Linien kristallisieren sich dabei heraus:
1: Entwicklung normativer Grundlagen im Sinne einer
bildungstheortischen/bildungsphilosohpischen Fundierung des Begriffes
Heterogenität
2: methodisch-didaktische Linie

Sauter und Schroeder(2007): Plädieren für drei Bedeutungsdimensionen


1- die deskriptiv-klassifizierende,
2- die normativ-regulierende,
3- die pädagogisch-programmatische-Bedeutungsdimension

Walgenbach (2017):
Heterogenität als Belastung oder Chance (evaluative Bedeutungsdimension)
Heterogenität als soziale Ungleichheit (ungleichheitskritische BD)
Heterogenität als Unterschiede (deskriptive BD)
Heterogenität als didaktische Herausforderung (didaktische BD)

Heterogenität als Belastung oder Chance (Evaluative Bedeutungsdimension)


Heterogenität wird von den Lehrkräften oft als Belastung empfunden und als Problem, das
irgendwie gemeistert werden muss. Einzelne Schülerinnen und Schüler werden
therapeutisiert und an Fachpersonal übergeben oder mit Zusatzlehrer oder
Unterrichts-Ergänzungen zu Regelunterricht bewältigt.
Vor allem für das soziale Verhalten stellt Heterogenität eine Chance dar: Gegenseitige
Wertschätzung (und im Weiteren dadurch die Menschenrechtspädagogik), demokratische
Prinzipien, Erfahren der eigenen Einzigartigkeit wirken Horizont erweiternd.

Heterogenität als Produkt sozialer Ungleichheiten


(Ungleichheitskritische Bedeutungsdimension)

Soziale Heterogenität wird von außen in die Schule hineingetragen und durch soziale
Praktiken innerhalb der Schule selbst hergestellt.
Heterogenitätsdimensionen: Schicht / soziales Milieu, Geschlecht, Migration, Behinderung

Didaktische Bedeutungsdimension: Heterogenität als didaktische Herausforderung

oder: Welche handlungspraktischen Konsequenzen ergeben sich aus der Akzeptanz der
Heterogenität für die Gestaltung von Lehr- und Lernprozessen

Heterogenitätssensible didaktische Modelle Differenzierung, Individualisierung,


Projektunterricht, zieldifferentes Lernen (nicht für alle dasselbe Lernziel) orientieren sich
an der Reformpädagogik und kennzeichnen sich durch

· den Einsatz von variablen Methoden und Sozialformen

· die Entwicklung differenzierender Lernarrangements

· die Berücksichtigung der Bedürfnisse der Lernenden

Individualisierung: berücksichtigt die individuellen Lern- und Bildungsvoraussetzungen des


einzelnen Schülers
Adaptiver Unterricht: meint die optimale Passung zwischen Lernvoraussetzung und
Lernangebot und erfordert hohe diagnostischen Förderkompetenzen der Lehrperson

Differenzierung:

· äußere Differenzierung: die Auswahlkriterien der Zusammensetzung der Lerngruppe


(Alter, örtlich, Schultyp, Herkunft, Religion etc.) betreffend

· innere (Binnen-) Differenzierung: alle möglichen Formen die Lerngruppe betreffend


(Lerninteressen, Lerntempo, Motivation, Lernstile……).

o Differenzierung durch Methoden bei gleichen Zielen

o Differenzierung durch Variation von Inhalten und Zielen

Bausteine innerer Differenzierung:

· Unterschiedliche Ziele und Lerninhalte (zieldifferentes Lernen/ Curriculum mit


Fundamentum (für alle) + Additum (Vertiefung, Förderung)

· Flexible Unterrichtsformen (Ermöglichung von Arbeit an verschiedenen Aufgaben)

· Selbständigkeitsorientierte Lernformen (Lehrperson fungiert als Berater oder


Instruktor)

· Leistungsbeurteilungsmodelle, die individuelles Lernen berücksichtigen,


Leistungsdokumentation (Platz für Lernstand, Diagnosen, Fördermaßnahmen)

· Didaktisches Material und Räume, die innere Differenzierung erleichtern

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