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Philipp

Philipp von
von Zabern
Zabern 1/2010
1/2015 EE 12,80
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Zeitschrift für Archäologie und Kulturgeschichte

Farben
in der antike
Türkei Jordanien Bosnien-
Im Dienste des Kaisers – Ghor as-Sai – Das Museum Herzegowina
Eine römische Ämterlaufbahn
über am tiefsten Punkt der Erde Das Mithräum von Konjic
Unsere archäologischen Jahrbücher

Archäologische Ausgrabungen Archäologie im Rheinland 2013 Das archäologische Jahr


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über
Die antike Welt der Farben

EDITORIAL
Holger Kieburg
Chefredaktion ANTIKE WELT Dass Farbe ein kulturelles Konstrukt ist, lässt sich besonders gut bei der Beschäftigung mit vergangenen
Kulturen feststellen. Welche Assoziationen werden mit der Farbe Blau oder Rot verbunden? Hatten
sie andere Bedeutungen als unsere heutigen Bezeichnungen? Dies kann von Kultur zu Kultur und Zeit
zu Zeit ganz unterschiedlich sein. Diesem Phänomen gehen wir im Titelthema mit Hilfe von re­
nommierten Altertumswissenschaftlern nach, die sich mit dieser Forschungsfrage aus unterschiedli­
chen Blickwinkeln und verschiedenen Stellungen befassen. Sie untersuchen die materiellen und
textlichen Zeugnisse zu den dominierenden Farben in unterschiedlichen antiken Kulturen und diskutieren,
ob und wie sich in einzelnen Kulturen Hierarchien und Wertigkeiten zwischen unterschiedlichen Farben
feststellen lassen und um welche Unterschiede es sich handelt.

Ein «schwarzer» Odysseus – Die Althistorikerin Denise Reitzenstein zeigt im Zuge Ihrer einleitenden
Überlegungen, dass Sinneswahrnehmung und sprachlicher Ausdruck nicht notwendigerweise mit­
einander zusammenhängen müssen. Jede Zeit spricht Farben eine etwas andere Bedeutung zu – seien
es nun Farben der Haut, Malerpigmente oder das Blau des Himmels.

Eine bunte Welt wird rekonstruiert – Mit den Farben und Mustern der Hallstattzeit um 800 bis 400
v. Chr. macht uns Karina Grömer von der Prähistorischen Abteilung des Naturhistorischen Museums
Wien vertraut. Die Forschungen der letzten Jahre konnten zeigen wie überraschend bunt, vielgestaltig
und dekorativ die eisenzeitlichen Textilien waren.

Grünes Meer und rote Wüste – Wie eng Farben beieinander liegen können und wovon die Wahl des
einen oder des anderen Farbwortes abhängt, zeigt uns der Ägyptologieprofessor Wolfgang Schenkel.

Die Farben von Glück und Unglück – Rosel Pientka­Hinz vom Centrum für Nah­ und Mittelost­Studien
in Marburg erläutert, wie die wechselnden Farb­ und Lichterscheinungen der Natur nicht nur die
geistigen Vorstellungen der damaligen Menschen beeinlussten, sondern auch die farbliche Gestaltung
im Kunsthandwerk.

Wimpern aus Kupfer, Augen aus farbigen Steinen – Allein unter vollständiger Nutzung des formalen
und narrativen Potentials – also auch mithilfe der Farben – konnte die antike Kunst der Griechen
ihre Aufgabe realisieren, eine erzählerische Welt der Götter, Helden und der eigenen Historie zu schafen.
Der Klassische Archäologe Vinzenz Brinkmann stellt uns den aktuellen Stand der Forschungen zur
Anwendung von Farben vor.

Unser Leserportal auf www.antikewelt.de ergänzt wie gewohnt unser Themenspektrum um zahlreiche
weitere Artikel, Ausstellungsberichte und Buchvorstellungen.

Wir wünschen Ihnen viel Vergnügen bei der Lektüre der aktuellen ANTIKEN WELT
Ihre ANTIKE WELT­Redaktion

über 1/15 ANTIKE WELT 1


INHALT
Titelthema FARBEN IN DER ANTIKE
8 Blauer Himmel über England – Der Beitrag eines britischen
Regierungschefs zur Kulturgeschichte antiker Farben
von Denise Reitzenstein
Einer der ersten Gelehrten, der sich mit Farben als Sinnbild
für kulturelle Bedeutung beschäftigt hat, war der britische Premier­
minister William E. Gladstone.

13 Muster – Farbe – Design – Eisenzeitliche Textilkunst aus


Mitteleuropa
von Karina Grömer
Die Kleidung der Hallstattzeit weist ein großes Spektrum an Materia­
lien, Farben und Webtechniken auf. Dank neuester Forschungen
kann uns die Autorin in eine bunte und vielfältige Welt der Textilien
einführen.

18 Schwarz und weiß, rot und grün – Die Farben aus der
Sicht der Alten Ägypter
von Wolfgang Schenkel
Die ägyptischen Farbwörter für «schwarz» und «weiß» oder «rot» und
«grün» entsprechen oft nicht ihren deutschen Übersetzungen. Sie
bezeichnen z. B. vielmehr die Helligkeit bzw. Dunkelheit von Objekten
oder Naturbeobachtungen.

24 Leuchtende Brückenschläge zwischen den Welten –


Der Alte Orient in Licht und Farbe
von Rosel Pientka-Hinz
Wie prägten Farb­ und Lichterscheinungen die Vorstellungswelt
der Menschen altorientalischer Zeit?

28 «Bunte Götter»  – Die Polychromie der griechischen Skulptur


von Vinzenz Brinkmann
Experimente vermitteln eine konkrete Vorstellung für die Funktion
von Material, Farbe und Ornament an der griechischen Skulptur.
Grab des Haremheb im Tal der Könige: Diferenzierung der Hautfarbe
bei Mann und Frau (S. 18 f.).

Mögliche farbige Rekonstruktion des sog. Alexander- Manschette aus Gold-, Lapislazuli- und Karneol-Perlen, die die Farben des Himmels
sarkophags (S. 8 f.). wiedergaben (S. 24 f.).

über
Themenpanorama

Khirbat Qayzun: Bestattung mit textilen Resten Kaukasische Albania, Kirche Kürmüch / Gach, Aserbaidschan (S. 40 f.).
(S. 73 f.).

40 185 Jahre deutsche Archäologie im Kaukasus –


Eine Epoche und doch drei verschiedene Fassun-
gen der Geschichte
von Nourida Ateshi

Bereits in der ersten Hälfte des 19. Jhs. wurde im «Land


der Berge und Sprachen» archäologisch geforscht.
Dabei führten die deutschen und später dann die sowjeti­
schen Ausgrabungen zu jeweils politisch abhängigen
Interpretationen.

49 Im Dienste der Stadt und des Kaisers –


Der verstorbene Sohn im Glanze väterlicher
Leistungen
von Konrad Stauner und Mustafa Adak

Eine im antiken Nikomedeia entdeckte Inschrift gibt


Auskunft über einen zu früh verstorbenen Sohn, der der
örtlichen Elite angehörte.
Amarna-Brief: Schreiben des Fürsten Aziru an den
Pharao (S. 57 f.). 57 Zwischen Ägyptern und Seevölkern – Tönerne
und andere Tatsachen über die Spätbronzezeit
in Kanaan
von Lisa Yehuda

Rubriken
Rubriken Die ägyptische Provinz Kanaan war Kornkammer und
Anbaugebiet für Wein und Öl. Doch Ägypten war nicht
als einzige Macht an den natürlichen Ressourcen dieser
Aktuell 4
Gegend interessiert.
Museumsinsel Berlin 35
Preisrätsel 56 Der vergessene Tempel – Das Mithräum aus
Leserreise Iran 66
68 Konjic
AW-Shop 82 von Jesenko Hadžihasanović
Museen in aller Welt 84 Das Besondere des in Konjic gefundenen Reliefs ist
Bücherspiegel 89 die Rückseite: Es zeigt die Darstellung eines rituellen
Ausstellungskalender 92 Festes.
Vorschau / Impressum 96
73 Das Leben am tiefsten Punkt der Erde –
Gelügelte Worte 97
Das südliche Ghor
von Konstantinos D. Politis
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a tike Na h ildu ge

TÜRKEI
Ein zweiter Kultbau in Didyma
AKTUELL

Fotos 1–3: Archiv der Didymagrabung.

Abb. 1 Ansicht der 2013 freigelegten Fundamentstreifen von Norden. Abb. 2 Aufsicht auf den 2013 freigelegten
Fundamentstreifen von Westen.

Mit dem Orakelheiligtum von Didyma Bereits 2013 wurden direkt hinter der heiten in Didyma auch im sakralen
verbindet man zumeist nur den Moschee die Reste eines mächtigen, Kontext eng miteinander verbunden.
monumentalen Tempel des Apollon, ursprünglich 1,90 m hohen Funda­ Die Zuweisung der Architekturglieder
den bisher einzigen bekannten mentes entdeckt, dessen Grundriss des zweiten Naiskos zu dem neu
Kultbau dieser antiken Stätte. In 2014 weitgehend geklärt werden gefundenen Fundament resultiert
diesem Jahr wurde nun gewiss, konnte (Abb. 1. 2). Mit einer Länge von nicht nur aus Übereinstimmungen
dass sich nordwestlich seiner Front ca. 32 m und 12 m Breite trug es der Abmessungen, sondern auch
ein weiterer Tempel erhob, der einst einen stattlichen Bau, der eine aus den Fundorten von mehreren
mit großer Wahrscheinlichkeit der ostwestliche Orientierung aufwies Architravblöcken, von denen
Artemis geweiht war. und aufgrund der Fundamentstrukturen einige bereits 1994 im Bereich der
zweifelsfrei als Tempel identiiziert Moschee und ein weiterer während
werden kann. Bemerkenswert ist, der diesjährigen Grabungen un­
Abb. 3 Bergung des 2014 westlich
des Fundamentes gefundenen Architrav­ dass diesem Bau schon seit längerer mittelbar neben dem Fundament
blockes. Zeit bekannte Architekturglieder zutage getreten sind (Abb. 3).
zugewiesen werden können, die nicht Die Entdeckung eines zweiten
nur Aufschluss über seine einstige Tempels in Didyma ist 100 Jahre
Gestalt, sondern auch seine Funktion nach der Freilegung des Apollon­
zu geben vermögen. So handelt es tempels sicherlich ein sehr
sich hierbei um die Reste eines Baues, wichtiger Erkenntnisgewinn für
der eine etwas größere Nachbildung die Rekonstruktion eines der be­
des sog. Naiskos darstellte, der als rühmtesten Heiligtümer der Antike.
eigentliches Kultzentrum im ofenen Die Grabungen in Didyma werden
Innenhof des großen Apollontempels von der Nordrhein­Westfälischen
stand. Was läge näher als in diesem Akademie der Wissenschaften
Zwillingsbau den aus Inschriften und der Künste und dem Deutschen
bekannten Tempel von Apollons Archäologischen Institut durch­
Schwester Artemis zu vermuten? geführt.
Schließlich waren die beiden Gott­ Prof. Dr. Helga Bumke, Universität Halle

4 ANTIKE WELT 1/15 über


Fotos: 1: Peter Jülich; 2. 3: Foto: Forschungsstelle Asia Minor.

AKTUELL
Abb. 1 Das Heiligtum des Iuppiter Dolichenus auf dem Dülük Baba Tepesi in der Südosttürkei.

DEUTSCHLAND / TÜRKEI

Ein Gott im Blattkelch

Im Sommer 2014 konnten Altertums­ die in Zweitverwendung als Stütz­


wissenschaftler der Forschungsstelle pfeiler in eine Mauer verbaut auf­
Asia Minor an der Westfälischen gefunden wurde (Abb. 2. 3). Sie zeigt
Wilhelms­Universität Münster sowie des eine sehr qualitätvolle Darstellung,
Exzellenzclusters «Religion und Politik» die bislang kaum Parallelen kennt.
mit Unterstützung der Deutschen Eine Gottheit wächst aus einem
Forschungsgemeinschaft (DFG) die Blattkelch, dessen langer Stiel aus
Ausgrabungen im Heiligtum des einem Kegel aufsteigt, der mit
Iuppiter Dolichenus fortsetzen (Abb. 1). astralen Symbolen verziert ist. Aus
Es liegt auf dem Gipfel des Dülük Baba den Flanken des Kegels wachsen ein
Tepesi, eines Berges im Stadtgebiet langes Horn und ein Baum empor, den
von Gaziantep im Südosten der Türkei. der Gott mit seiner Rechten umfasst.
Bis zu 60 Mitarbeiter legten zwei Details wie die Gestaltung des Bartes
Monate Befunde und Funde aus allen oder die Haltung der Arme erinnern
Abb. 2 Basaltstele vom Dülük Baba Tepesi
Epochen der 2000 Jahre währenden an Darstellungen der Eisenzeit, die mit unbekannter Götterdarstellung.
Nutzung des Gipfels als «Heiligen Ort» Gestaltung des Gewandes und die
frei: Mächtige Umfassungsmauern Gesamtkomposition zeigen aber, dass Abb. 3 Als Stützpfeiler in die Klostermau­
des frühen, eisenzeitlichen Temenos, es sich um eine Arbeit der römischen ern verbaute Basaltstele.
Fundamente des römischen Epoche handelt.
Hauptheiligtums und die vielfältigen Die einzelnen Bildelemente
Bauten des christlichen Klosters des legen nahe, dass es sich um einen
Heiligen Salomon, das im frühen Fruchtbarkeits­ bzw. Vegetationsgott
Mittelalter im aufgelassenen Heiligtum handelt. Wahrscheinlich ist es ein
gegründet wurde. Die gut erhaltenen Begleiter des Iuppiter Dolichenus, der,
Klosterruinen erlauben zahlreiche wie inzwischen auch weitere Funde
Rückschlüsse auf Leben und Kultur in zeigen, im Heiligtum nicht allein
der Region zwischen Spätantike und verehrt wurde.
Kreuzfahrerzeit (www.doliche.de).
Prof. Dr. Engelbert Winter, Dr. Michael Blömer,
Aus dem Klosterkomplex stammt Forschungsstelle Asia Minor, Westfälische
auch eine 1,50 m hohe Stele aus Basalt, Wilhelms­Universität Münster

über 1/15 ANTIKE WELT 5


Fotos: 1. 2 a.b: © christophe gaston, inrap; 3: © veronique brunet­gaston, inrap.

Abb. 1 Rekonstruktionshypothese des Heiligtums.


AKTUELL

Abb. 2 a.b Gebälk: (a) in situ; (b) Blöcke und Fragmente.

FRANKREICH

Tempel in Gallien zu Tage gebracht

Archäologen des INRAP (Institut Das Heiligtum, welches 70 x 105 m noch Farbreste zu inden sind.
national de recherches archéologiques misst, besitzt im hinteren Teil zwei Ein außergewöhnliches Stück befand
préventives) haben in der Stadt kleine Bereiche, von denen lediglich sich wohl am oberen Ende der Fassade:
Pont­Sainte­Maxence «Champs­Lahyre» die Fundamente erhalten sind. Im Es zeigt zwei Köpfe mit monumentalen
(Picardy), nördlich von Paris, ein Zentrum befand sich wohl ein großes Maßen, voluminösem Haar und großen
antikes römisches Heiligtum ausge­ Bassin und ein Altar, von hier aus Augen, die einst aus gefärbten Steinen
graben (Abb. 1). Es datiert ins 2. Jh. führte jeweils eine Treppe an der bestanden. Neben nicht identiizierbaren
n. Chr., und bislang ist keine Parallele Vorder­ und Rückseite nach oben. Des Göttern ist darunter ein Kopf des Jupi­
im römischen Gallien bekannt. Weiteren fand man Reste von Marmor, ter­Ammon, der Medusa, des Apollon
der wohl zur Dekoration diente. und eine Reihe von Greifen mit ausge­
Der Eingang des Heiligtums be­ streckten Flügeln dargestellt (Abb. 3).
Abb. 3 Fragment mit Teilen der Haare
und des Flügels einer Sphinx. stand aus einer monumentalen Viele Fragmente zeigen Attribute
Fassade, die 9,50 m hoch und 68 m der Götter (Pfau der Juno; Köcher und
lang war. Die dort konstruierten Bogen der Diana) oder Gesichter
13 Bögen bilden einen Abschluss von Göttern (Vulcanus, Hades etc.).
aus Gebälk (Mäanderbändern, Die bildhauerische Qualität ist sehr
Blattwerk etc.) und Fries, auf dem hoch und mit den Dekorationsstil des
Götter gezeigt werden (Venus, Minerva, Champlieu­Tempels in Oise sowie der
Merkur etc.) und eine bronzene monumentalen Fassade des Bezirks
Widmungsinschrift erhalten ist des Claudius­Tempels in Colchester
(Abb. 2 a.b). Wenige Jahrzehnte nach vergleichbar. Letzterer wurde ebenfalls
der Errichtung stürzte wohl die im Jahr 2014 entdeckt: Beim Eingang
Fassade auf Grund ihres beschädigten zum Bezirk handelt es sich um
Fundamentes – auf Grund der Lage verschalten Tufstein mit einem 8 m
am Hang – ein. Tausende Blöcke breiten Bogen, welcher von einer
und Fragmente blieben übrig; die Darstellung im Säulengang lankiert ist.
Ornamentik bestand aus eingeritzten Dr. Véronique Brunet­Gaston, INRAP
Dekorationen, bei denen teilweise Franche­Comté, IRAA CNRS USR 3155

6 ANTIKE WELT 1/15 über


Nachrichten aus der Welt der inter­
nationalen Archäologie inden Sie
auch auf unserer Facebookseite.
Internationale Nachrichten

GRIECHENLAND

Das Rätsel des makedonischen Grabes

Griechenland ist in Aufregung. Archäo­ tische Karyatiden (Abb. 2) lankieren


logen haben diesen Sommer den den Durchgang zu einer zweiten Kam­ Abb. 2 Karyatiden lankieren den Durchgang zur

AKTUELL
zweiten Kammer.
Eingang des Grabes von Amphipolis, mer, auf deren Boden ein erhabenes
im Norden Griechenlands gelegen, Mosaik, welches die Entführung der
gefunden. Seine Dimensionen und Persephone zeigt, verlegt wurde
die Schätze, die es verbirgt, machen (Abb. 3). Eine schwere Tür beschützt
aus ihm die bedeutendste Grabstätte den Eingang zu einer dritten und
des antiken Griechenlands, die letzten Kammer, unter deren
jemals entdeckt worden ist. Nun ist Bodenläche sich die Grabgrube, in
die diesjährige Grabungskampagne der ein Sarkophag aufgestellt wurde,
abgeschlossen. Doch wer war hier beindet. Innerhalb und außerhalb des
begraben? Sarkophags befanden sich die Reste
Der Tumulus von Kasta, nahe eines Skelettes – weder mit Schmuck
Vergina, wo mehrere Mitglieder der noch mit anderen Beigaben versehen;
königlichen makedonischen Familie Archäologen denken, dass das Grab
bestattet sind, ist Spezialisten bereits bereits kurz nach dessen Errichtung Abb. 3 Ein Bildmosaik mit der Darstellung des
seit den 1960er Jahren bekannt. ausgeraubt worden ist. Raubes der Persephone wurde in der zweiten Kam­
mer entdeckt.
Aber es sollte noch bis 2012 dauern, Schnell verbreiteten sich Hypo­
bis seine Umfassungsmauer zu thesen zur Frage nach dem Besitzer
Tage gebracht wurde. Katerina des Grabes: Handelte es sich um
Anzeige
Peristeri, leitende Archäologin der Olympias, die Mutter von Alexander
28. Ephorie für Prähistorische und dem Großen? Um Roxane, seine Frau?
Klassische Altertümer, datiert dieses Um einen General wie Nearchos,
Grabungsdenkmal zwischen 325 Antipater oder Hephaistion? Oder
und 300 v. Chr. und schreibt ihn dem handelte es sich gar um Alexander
Architekten Alexanders des Großen, dem Großen selbst? Die Untersuchung
Deinokrates von Rhodos, zu. der Knochen und die Tomographie
Zwei Sphingen krönen den Eingang, des Tumulus stehen noch aus. Die
der zu einer ersten Kammer, deren Experten hofen dadurch Antworten
Mauern eine Marmorverkleidung auf­ auf zahlreiche Fragen zu inden.
weisen, führt (Abb. 1). Zwei gigan­ Elisabeth Károlyi­Papachristopoulos
Fotos: 1–3: © ANA­MPA / Greek Ministry of Culture.

Abb. 1
Zwei Sphingen krönen
den Eingang zur ersten
Kammer.

über 1/15 ANTIKE WELT 7


Blauer himmel über england
Der Beitrag eines britischen Regierungschefs zur Kulturgeschichte
antiker Farben
titelthema

Farben sind in unserer Kultur beinahe unbegrenzt verfügbar. Sie scheinen


uns sinnesphysiologische, physikalische und kulturelle Realität zu sein.
Doch wie steht es um ihre Bedeutung in vergangenen Kulturen, in denen
andere Bedingungen herrschten? Sind Farben nicht eher ein kulturelles
Abb. 1
William E. Gladstone Konstrukt abhängig vom naturräumlichen und historischen Kontext? Mit
(1809–1898), englischer diesem Problem beschäftigten sich nicht nur der neuzeitliche Gelehrte
Staatsmann und Premier- William E. Gladstone, sondern schon antike Zeitgenossen.
minister (Aufnahmedatum:
um 1892).

von Denise Reitzenstein

D er liberale Politiker William E. Gladstone


(1809–1898) ist nicht nur wegen seiner
vier Amtszeiten als britischer Premierminister
eine Ausnahmeerscheinung (Abb. 1). Auch
sein Interesse für Homer und seine Leiden-
schaft für die antiken Epen waren außergewöhn-
lich, fesselten sie ihn doch über das übliche
Maß hinaus. So veröffentlichte Gladstone 1858
ein dreibändiges Werk mit Studien zu Homer –
und erntete damit unverhohlene Kritik. Denn
zu diesem Zeitpunkt mochte noch niemand
ahnen, welchen Eindruck seine Gedanken zu
Homers Wahrnehmung und Verwendung von
Farben hinterlassen würden.
Zu Beginn seines Farbkapitels räumt Glad-
stone ein, man sei weit davon entfernt, die Be-
griffe der antiken Zeitgenossen für Farben mit
demselben Selbstvertrauen in die eigene Spra-
che zu übersetzen, wie dies für viele andere
Belange gelte. Gladstone irritiert insbesondere
das Fehlen von Begriffen für Orange, Grün
und Violett, aber v. a. für Blau: Für den in
Liverpool geborenen Gladstone ist die Vorstel-
lung eines wolkenlosen, blauen Himmels der
mediterranen Welt in homerischer Zeit das
gelungenste Beispiel der Farbe Blau. Trotz-
dem beschreibe Homer den Himmel kein
einziges Mal wegen seiner blauen Farbe, ob-
wohl dieser ihm ganz selbstverständlich an-
dere Eigenschaften – sternenklar oder weit –
zuweise. Für Gladstone liegt hier ein klares
Zeugnis für das Fehlen eines blauen Farb-
begriffes vor. Geprägt durch den Anblick des

8 ANTIKE WELT 1/15über


Blauer Himmel über England – Der Beitrag eines britischen Regierungschefs zur Kulturgeschichte antiker Farben

titelthema
wechselvollen Himmels über England, hat er anderer Hautfarbe hatte, und ringt nach ei- Abb. 2
jedoch einen anderen Begriff von «Himmel» ner Erklärung für diesen Befund. Denn eine Blauer Himmel über der
sog. Englischen Riviera bei
als die homerischen Griechen, mit denen er schwarze Hautfarbe liegt – anders etwa als Paignton im Südwesten
sich beschäftigt (Abb. 2). Nach Auswertung eine froschgrüne – durchaus im Rahmen des Englands: Nicht nur der
der homerischen Farben, die bei Gladstone natürlich Möglichen. Gladstone rettet sich in Strand, sondern auch der
Himmel erinnert entfernt
immer wieder Erstaunen hervorrufen, kommt die Deutung, «schwarz» meine in Wirklich-
an eine mediterrane Rivi-
er zu einem folgenschweren Schluss: Das Farb- keit den dunklen olivenfarbenen Teint medi- era und erscheint vielleicht
empindungsorgan der archaischen Griechen terraner Breiten. gerade deshalb nicht
sei erst teilweise entwickelt gewesen. Eine Eine ähnliche Irritation scheint sich bei «typisch englisch».
kuriose Vorstellung, bedenkt man, dass sich dem griechischen Schriftsteller Plutarch ein-
evolutionäre Prozesse nicht in rund drei Jahr- gestellt zu haben, der an der Wende vom
tausenden abspielen. 1. zum 2. Jh. n. Chr. schrieb. Bekannt für seine
Doppelbiographien berühmter Römer und
Odysseus ein «Schwarzer» und Griechen, vermerkt er in seiner Vita zu Ale-
alexander der Große kein «Weißer» xander dem Großen etwas Eigenartiges zu ei-
Ein Münchner Projekt widmet sich nun der nem Bild des Malers Apelles, eines Zeitgenos-
Kulturgeschichte und den Ordnungsprin- sen des Makedonenherrschers. Plutarch hatte
zipien von Farben in der Antike. Nicht erst Apelles’ Alexanderbild mit einem Donnerkeil
mit der Expansion Roms lässt sich vermuten, in der Hand offenbar mit eigenen Augen gese-
antike Farbkulturen seien durch kulturellen hen, aber für den Geschmack des Autors war
Austausch immer wieder miteinander in Be- der Teint des Makedonen in dem Gemälde zu
rührung gekommen. So dürften die Bewoh- düster und dunkel geraten (Plutarch, Alexan-
ner des römischen Vielvölkerreiches im Kon- dros 4, 1–2). Diese Darstellung habe nicht
takt untereinander auf ähnliche Probleme Alexanders eigentlichem Aussehen entspro-
gestoßen sein wie seinerzeit Gladstone, wenn chen. Die Quellen, so Plutarch, berichteten
kulturspeziische Farbgrenzen und Bedeu- nämlich davon, der makedonische Herrscher
tungszuweisungen aufeinander trafen. sei «weiß» gewesen und dieses Weiße sei an
Im konkreten Fall stört sich Gladstone der Brust und im Gesicht ins Rötliche über-
daran, Homer bezeichne Odysseus als Men- gegangen (Abb. 3 a.b). In der Blütezeit phy-
schen von «schwarzer Hautfarbe». Der ge- siognomischer Lehren, also der Zeit, in der
bildete Politiker ist ein Kind des britischen man von körperlichen Merkmalen auf den
Empire, das ein eigenes Bild von Menschen Charakter schloss, war eine solche Informa-

über 1/15 ANTIKE WELT 9


Blauer Himmel über England – Der Beitrag eines britischen Regierungschefs zur Kulturgeschichte antiker Farben

Kulturen der Sinneseindrücke


Der britische Premierminister und der grie-
chische Autor liefern noch einen weitaus in-
teressanteren Impuls für die Kulturgeschichte
antiker Farben. Das Konstrukt der «Farben»
ist immer auch in die kulturelle Prägung auf
titelthema

bestimmte Sinneseindrücke eingebettet. So


berichtet Plutarch weiter, man wisse über
Alexander den Großen, von Mund und Kör-
per sei ein äußerst angenehmer Duft ausge-
gangen, der sich auf seine Kleider übertragen
habe. Für die Begründung mutmaßt Plutarch
über die richtige Mischung der Körpersäfte bei
Alexander dem Großen, die warm und feurig
gewesen seien – im Übrigen habe der Make-
a done durch Trinkfreudigkeit bei der Körper-
wärme nachgeholfen. Während Bildmedien
im Wesentlichen visuelle Reize ansprechen
und mit ihnen spielen – und hierzu gehören
neben der Farbe noch andere Sinneseindrü-
cke wie Form, Größe oder Tiefenwirkung –,
können Texte dem Publikum noch weitere
Sinnesreize vermitteln. Gladstone etwa beob-
achtet, Homer liefere eine reichhaltige, sinn-
lich wahrnehmbare Bilderwelt – dazu zählt er
Bewegung, Gewalt, Form, Geräusche, Sym-
metrie, Anzahl, Licht und Dunkelheit, aber
nur selten Farbe – der Brite setzt allerdings
voraus, eine solche Bilderwelt müsse auch
häuig auf Farben zurückgreifen. Wenn der
Geruch in Plutarchs Olfaktorik (Wahrneh-
mung von Gerüchen) Alexanders eine Rolle
spielt, könnte man sich ähnlich wie bei den
b Farben aus heutiger Perspektive wundern,
wie sich Wohlgeruch von Mund und Körper
mit dem Eindruck eines übermäßig alkoholi-
Abb. 3 a.b tion natürlich von höchster Wichtigkeit. Und sierten Makedonenherrschers deckt.
Sog. Alexandersarkophag so ergab ein «dunkler» Alexander, bei allem,
aus Sidon (Istanbul; Detail):
(a) Grieche von der Schmal-
was sich Plutarch über den großen Herrscher Purpur – ein visueller eindruck?
seite (Kampf zwischen zusammenreimte, keinen Sinn. Selbst bei Purpur kann Olfaktorik eine Rolle
Persern und Griechen): Reste Gladstone und Plutarch verbindet die Ver- spielen: Der römische Dichter Martial spöt-
der Hautfarbe am Hals, un-
wunderung über ein vermeintlich reales far- telte im 1. Jh. n. Chr. in einem seiner lateini-
terhalb des Nackenschutzes
des Helmes, als Farbstof biges Abbild: Einerseits liegt die Darstellung schen Epigramme über Philainis, die im 3. Jh.
wurde Knappsack nachge- im Bereich des Möglichen, andererseits ist v. Chr. ein Buch über sexuelle Stellungen ver-
wiesen; (b) Detail der hypo- es mit den Vorstellungen des Wahrnehmen- fasst haben soll, sie trage tagaus tagein Pur-
thetischen Rekonstruktion
den – hier Gladstone und Plutarch – nicht in purkleidung, aber nicht aus Protz oder über-
von Alexander dem Großen
zu Pferd auf der Basis der Einklang zu bringen. Dass künstlerische Dar- mäßigem Luxus (Marital, Epigrammaton libri
erhaltenen Farbspuren und stellungskonventionen der Entstehungszeit XIV 9, 62). Sie möge den Geruch, nicht die
unter Verwendung der bei ursächlich sind, an die der Einsatz bestimm- Farbe. Was hier als fadenscheinige Begrün-
dem Griechen (a) beobach-
teten Hautfarbe. ter Farben geknüpft gewesen ist, erwägen dung der Lächerlichkeit preisgegeben wird,
beide Autoren nicht. zielt auf eine Eigenart der Purpurfärbung

10 ANTIKE WELT 1/15 über


Blauer Himmel über England – Der Beitrag eines britischen Regierungschefs zur Kulturgeschichte antiker Farben

ab: der typische Geruch massenhafter Pur- und Hyacinth mit der Luft. Die beiden an-
purproduktion. Dieser haftete entsprechend deren symbolisierten die entsprechenden Ele-
gefärbten Textilen noch lange an. Antike Ter- mente wegen ihrer Herkunft, nämlich der
mini für «purpurn» stellen nicht nur deshalb Byssos die Erde, der Purpur aber werde vom
ein typisches und bekanntes Problem für die Meer hervorgebracht. An anderer Stelle führt
Übersetzung dar. Gladstone listet unter den Josephus seine Gedanken weiter aus: Byssos

titelthema
Objekten, auf die sich der griechische Begriff deswegen, weil aus der Erde der Leinen her-
porphyreus in den homerischen Epen be- vorgehe, Purpur stehe für das Meer, denn es
zieht, Naheliegendes wie Stoffe, Wolle und werde aus dem Blut der Fische gewonnen.
Teppiche, aber auch auf den ersten Blick Be- Blickt man auf die Beispiele, in denen bei
fremdliches wie Blut, dunkle Wolken, Wellen Homer etwas als purpurn bezeichnet wird, so
in Flüssen und dem Meer, oder sogar den indet sich in den eher ungewöhnlichen Fäl-
purpurnen Regenbogen auf. Nimmt man das len – Blut, Wolken, Meer, Flüsse, Regenbo-
Attribut «purpurn» vorschnell als Ausdruck gen – stets ein Bezug auf das Element Wasser.
einer visuell erfahrbaren Eigenschaft, als Im Sinne des Josephus wäre das Attribut «pur-
Bezeichnung einer farbigen Sinneswahrneh- purn» also keine Farbbezeichnung.
mung also, so ließe sich etwa im Falle von Ge-
wässern und Ozeanen argumentieren, unter Die Sprache der Farben
bestimmten Lichtbedingungen erscheine das In der Anthologie Die attischen Nächte des
Wasser rötlich-violett wie ein purpurn gefärb- Aulus Gellius aus dem 2. Jh. n. Chr. zählt
tes Textil. Doch muss mit «purpurn» gleich Purpur zu den Rottönen. Gellius liefert in la-
ein Produkt der Purpurfärberei gemeint sein? teinischer Sprache eine iktive Unterhaltung
Kann nicht auch schon die undurchdringlich zwischen seinem Freund, dem Suffektkonsul
erscheinende Küpe des Purpurfärbers wie M. Cornelius Fronto, und dem Philosophen
purpurnes Blut oder aufgewühlte See wirken? Favorinus, die sich um die Frage nach den
Und warum sollte «purpurn» überhaupt einen Farbbezeichnungen bei Griechen und Rö-
visuellen Eindruck beim Leser oder Zuhörer mern dreht (Gellius, noctes Atticae 2, 26).
homerischer Epen heraufbeschwören? In der gelehrten Diskussion sei man zu der
Dass der homerische Begriff «purpurn» kei- Feststellung gelangt, es gäbe mannigfache
neswegs nur eine visuelle Qualität beschreiben Schattierungen einer Farbe, doch nur wenige
muss, zeigt ein Beispiel aus einem anderen und dürftige Farbbezeichnungen. Favorinus
antiken Zusammenhang. Der aus Jerusalem sei zu dem Schluss gelangt, die Augen un-
stammende Historiker Josephus, ein Zeitge- terschieden mehr Farben, als man in Worten
nosse Martials, schrieb in griechischer Sprache und Begriffen auszudrücken vermöge – eine
über den jüdischen Krieg gegen die Römer weitsichtige Feststellung, die manche Über-
von 66 bis 70 n. Chr. Seine Beschreibung des legungen der Forschung des ausgehenden
im Jahr 70 zerstörten Jerusalemer Tempels 19. und frühen 20. Jhs. bei weitem übertraf.
ist auch für Farbforscher von Interesse (Jose- Der griechische Philosoph habe auch befun-
phus, de bello Iudaico 5, 212–214). Der Weg den, dem Lateinischen mangele es stärker an
in den Innenraum habe über zwei goldene Farbbezeichnungen als dem Griechischen.
Flügeltüren geführt, die durch einen Vorhang Viele Nuancen einer Farbe leiteten sich nur
bedeckt gewesen seien. Dieser Vorhang habe von den betreffenden Gegenständen her, wie
die vier Elemente abgebildet, und nicht zufäl- etwa «blutfarben» (sanguineus) oder «lam-
lig symbolisiere der Farbstoff Hyacinth (ein menfarben» (flammeus).
Begriff sowohl für eine Blume als auch für Gellius’ Fronto gibt zu bedenken, das La-
einen Edelstein) die Luft, Byssos (hier «feines teinische sei hinsichtlich seiner Farbbezeich-
Leinen») die Erde, Scharlach das Feuer und nungen nicht so arm wie behauptet. Gellius
Purpur das Wasser. Nur zwei dieser Stoffe legt Fronto zahlreiche Beispiele von latei-
stünden jedoch, so Josephus, aufgrund ihrer nischen Farbbegriffen in den Mund, die ih-
Farbe mit den jeweiligen Elementen in Ver- rerseits durch andere Farbbezeichnungen in
bindung, nämlich Scharlach mit dem Feuer ihrem Farbwert näher bestimmt werden. Der

über 1/15 ANTIKE WELT 11


Blauer Himmel über England – Der Beitrag eines britischen Regierungschefs zur Kulturgeschichte antiker Farben

italienische Schriftsteller und Zeichentheore- «Schwarz», «Weiß», «Rot» und «Ocker», zu


tiker Umberto Eco hat an diesem Dialog die deren Vertretern auch der Alexander-Maler
Probleme veranschaulicht, Farbbegriffe aus Apelles gezählt wird, entspricht einem Ideal,
Sprachen verschiedener Epochen und Kul- das Plinius dem luxuriösen Gebrauch teurer
turen zu übersetzen. Während der Gebrauch Farbpigmente seiner Zeit gegenüberstellt. Et-
eines Farbwortes zwar mit einem Sinnesein- was paradox mutet allerdings Plinius’ kurzer
titelthema

druck verbunden sei, so stehe der Farbbe- Verweis an, Apelles habe kostbares Elfenbein
griff selbst als Zeichen für einen Inhalt, den zu einem schwarzen Farbstoff verbrannt.
die jeweilige Kultur mit ihm verbinde. Die Als der polyglotte Philologe Lazarus Geiger
Gelehrten aus Gellius’ Dialog über Farbbe- rund zehn Jahre nach Gladstones Werk über
zeichnungen im Lateinischen und Griechi- Homer erstmals eine entwicklungsgeschicht-
schen bemühen zudem Beispiele aus der la- liche Farbentheorie präsentierte, konnte er
teinischen Literatur, die mindestens bis in das sich rühmen, noch weitere antike Schriften auf
frühe 2. Jh. v. Chr. zurückreichen – fraglich Farben hin untersucht zu haben. Wie Glads-
ist auch hier, ob die Farbbegriffe drei Jahr- tone beobachtete er das Fehlen eines Begriffes
hunderte später überhaupt noch in derselben für Blau auch in Texten anderer vergangener
Weise verstanden werden konnten wie ur- Kulturen, etwa in der Bibel oder der hindu-
sprünglich gedacht. istischen Rigveda. Für Geiger war das Farb-
empindungsorgan der antiken Zeitgenossen
Ordnungsprinzipien von Farbe: ihr schlicht noch nicht weit entwickelt, erst im
Fehlen als ideal – und Deizit Laufe der Jahrhunderte habe es sich in der
Der Wandel in der Bewertung einzelner Farb- uns bekannten Form ausgebildet. Kaum hatte
stoffe und damit eines ganzen Farbsystems, man die Existenz von Farbsehschwächen z. B.
der sich zwischen den zitierten Beispielen im Rot-Grün-Bereich entdeckt, diagnosti-
und Gellius’ Gegenwart vollzog, kommt am zierten Forscher nach Geiger eine kollektive,
besten bei dem Architekturtheoretiker Vitruv zumindest partielle Farbenblindheit antiker
und dem Naturforscher Plinius dem Älteren Völker. Was Gellius seinem Favorinus in den
zum Ausdruck. Vitruv und Plinius scheiden Mund legt, mutet dagegen modern an: Sin-
«gute» von «schlechten» Farben und ideali- neswahrnehmung und sprachlicher Ausdruck
sieren die Malerei der Vergangenheit, in der müssen nicht notwendigerweise miteinander
noch der Wert des künstlerischen Geistes ge- zusammenhängen. Jede Zeit spricht Farben
zählt habe, so Plinius, und nicht der Preis des eben eine etwas andere Bedeutung zu – seien
verwendeten Farbpigmentes (Plinius, natura- es nun Farben der Haut, Malerpigmente oder
lis historia 35, 50). Die Vierfarbenmalerei mit das Blau des Himmels.

adresse der autorin U. ECO, Quasi dasselbe mit anderen Worten.


Über das Übersetzen (2006).
Dr. Denise Reitzenstein
Ludwig-Maximilians-Universität München M. A. EAVERLY, Tan Man / Pale Women. Color and
Historisches Seminar Gender in Archaic Greece and Egypt. A compara-
Abteilung für Alte Geschichte tive approach (2013).
Geschwister-Scholl-Platz 1
D-80539 München L. GEIGER, Über den Farbensinn der Urzeit und
seine Entwicklung. Gesprochen auf der Versamm-
lung deutscher Naturforscher in Frankfurt a. M., den
Bildnachweis 24. September 1867, in: Ders., Zur Entwicklungsge-
Abb. 1: bpk; 2: Verfasserin; 3 a.b: © Vinzenz Brink- schichte der Menschheit: Vorträge (1878) 45–60.
mann, Stiftung Archäologie.
W. E. GLADSTONE, Studies on Homer and the
Homeric Age. 3 Bde. (1858).
literatur
R. B. GOLDMAN, Color-Terms in Social and Cul-
M. BRADLEY, Colour and Meaning in Ancient tural Context in Ancient Rome. Gorgias Studies in
Rome (2009). Classical and Late Antiquity, 3 (2013).

G. DEUTSCHER, Im Spiegel der Sprache. A. GRAND-CLÉMENT, La Fabrique des couleurs.


Warum die Welt in anderen Sprachen anders Histoire du paysage sensible des grecs anciens
aussieht (2013). (VIIIe–début du Ve s.av. n.è) (2011).

12 ANTIKE WELT 1/15 über


muster – Farbe – Design
Eisenzeitliche Textilkunst aus Mitteleuropa

titelthema
Textilien gehören wie Holz zu jenen Materialgruppen, die zwar im täg­
lichen Leben der Menschen in der Urgeschichte eine sehr große Rolle
spielten, über die man aber aufgrund der schlechten Erhaltungsbedin­
gungen vergleichsweise wenig weiß. Aus hallstattzeitlichen Gräbern
mit großem Metallreichtum sowie aus dem Salzbergwerk Hallstatt bekommt
die Wissenschaft jedoch einen kleinen Eindruck davon, wie bunt, viel­
gestaltig und auch dekorativ Textilien in der Hallstattzeit um 800 bis 400
v. Chr. waren.

von Karina Grömer ständen bis in die heutige Zeit überdauern, so


Abb. 1
etwa in Mooren, im Eis, in Salz oder auch,
Textilien aus dem

« Sie tragen auffällige Kleidungsstücke: Hem-


den in verschiedenen Farben mit Mustern
und lange Hosen, die sie braccae nennen.
indem sie an Metallgegenständen ankorro-
dieren. In eisenzeitlichen Gräbern inden sich
Salzbergwerk Hallstatt,
ca. 800–400 v. Chr.

Darüber hängen sie sich gestreifte Mäntel mit


einer Schulteribel, im Winter lauschige, im
Sommer glatte, die mit einem dichten und
bunten Würfelmuster verziert sind …» (Diod.,
Bibliotheca historica 5, 30, 1). Der antike
Autor Diodorus Siculus, der 54 n. Chr. eine
«Universalgeschichte» verfasste, entwirft ein
farbenprächtiges Bild davon, wie die Klei-
dung der keltischen Bevölkerung in Mittel-
europa ausgesehen hat. Dennoch stellen sich
viele Menschen – selbst in Fachkreisen – die
Stoffe und Gewänder aus prähistorischer Zeit
oft als grob, naturfarben und unförmig vor.
Diese Vorstellung kommt dann in entspre-
chenden Darstellungen auf Lebensbildern, in
Schulbüchern und auch auf Graiken in Mu-
seen zum Ausdruck.
Neueste Forschungen an Geweberesten
aus dem Salzbergwerk Hallstatt in Österreich,
aber auch aus dem Fürstengrab von Hochdorf
an der Enz in Deutschland, zeigen jedoch ein
ganz anderes Bild der textilen Welt im 1. Jt.
v. Chr. auf.

textilien – ein vergängliches Gut


Im Allgemeinen gehören organische Stoffe wie
Textilien zu jenen menschlichen Hinterlas-
senschaften, die sich unter den klimatischen
Bedingungen in Mitteleuropa sehr selten er-
halten. Sie können nur unter besonderen Um-

über 1/15 ANTIKE WELT 13


Muster – Farbe – Design. Eisenzeitliche Textilkunst aus Mitteleuropa

Abb. 2 manchmal kleine Textilstücke an Schmuck- Herausragend sind die Brettchenwebmus-


Textilumwickeltes gegenständen oder auch an Waffen. Diese ter aus dem Fürstengrab. Die Motive dieser
Schwert aus dem Gräber­
feld Hallstatt. Textilien waren einstmals Gewänder des oder Bänder sind stark geometrisch, etwa ge-
der Toten, oder auch Umhüllungen von Ge- genläuige Diagonalstrukturen, Winkelhaken,
genständen. Die an den Metallen haftenden Mäander und Swastiken. Auch noch weitere
Gewebe sind jedoch – genau wie Moor- Musterungsarten wurden geplegt, um Stoffe
funde – meist stark verfärbt und demnach mit dekorativen Ornamenten zu gestalten.
nicht sehr aussagekräftig. Die Funde aus dem Mit «liegendem Faden» wurde ein Muster
Salzbergwerk Hallstatt sind hingegen in ihrer während des Webvorganges gestaltet, beispiels-
Farbigkeit und Struktur noch ausgezeichnet weise sind an einem roten Grabtuch Rauten
erhalten und damit für die Wissenschaft von und ein Element in Form des Buchstabens Z
besonderer Bedeutung (Abb. 1). erkennbar.
So fügt sich die Pracht der dem Fürsten mit-
edle Stofe für den «Fürsten» von gegebenen Stoffe gut in das Gesamtbild dieser
hochdorf Bestattung ein, die mit der Bronzeliege und dem
Besonders bekannt sind jene Textilien, die im großen Kessel auch den mediterranen Prunk
späthallstattzeitlichen (frühkeltischen) Fürs- aufzeigt, der für die repräsentative Hofhaltung
tengrab von Hochdorf aus der Zeit um 550 der frühkeltischen Fürsten sehr wichtig war.
v. Chr. entdeckt wurden. Obwohl es sich teil-
weise um unscheinbare, bräunlich verfärbte Die textilkultur der Älteren eisenzeit
Reste handelt, konnte man mit Hilfe mo- Der außergewöhnliche Fund aus dem Fürs-
dernster Analysemethoden der ehemaligen tengrab von Hochdorf lässt uns vermuten,
Pracht auf den Grund gehen. Durch Faser- dass es sich hierbei um spezielle Gewebe han-
analysen stellten die Forscher nicht nur Tex- delt, die in ihrer Farbe und Struktur nur der
tilien aus Schafwolle fest, sondern erkannten Oberschicht zur Verfügung standen. Doch
auch ungewöhnlichere Materialien. So wurde auch in anderen hallstattzeitlichen Gräbern
beispielsweise ein fein gemustertes Band aus mit Metallbeigaben inden sich durchaus Tex-
Dachshaar gefunden, das mit Fäden aus Hanf- tilfragmente (Abb. 2). Diese sind zumindest
bast verziert ist. Farbstoffanalysen wiesen nach, in ihrer Qualität, dem Fadendurchmesser, der
dass viele der Stoffe einst in prachtvollem rot Gewebedichte und auch in den Webarten mit
und blau erstrahlten. Besonders ist dabei, dass den Stoffen aus dem Fürstengrab vergleich-
die Menschen sogar Insektenfarbstoffe zum bar. Farbstoffanalysen wurden jedoch in den
Färben benutzt haben. So gewannen sie z. B. meisten Fällen nicht gemacht, da durch den
aus der Kermesschildlaus einen strahlenden Mineralisierungsgrad der Textilien in Grä-
Rotfarbton. Dies zeugt von außerordentlichem bern meist keine organische Substanz mehr
Luxus, kommen diese Färbeinsekten doch vorhanden ist, die eine Farbstoffanalyse zu-
nur in mediterranen Gebieten vor. lassen würde. So wissen wir nicht, ob die rote

14 ANTIKE WELT 1/15über


Muster – Farbe – Design. Eisenzeitliche Textilkunst aus Mitteleuropa

und blaue Farbe ein Exklusivrecht der oberen rung eine breite Palette von unterschiedlichen
sozialen Hierarchien war und der breiteren Stoffen zur Verfügung stand.
Bevölkerung nur naturfarbene Gewebe zur
Verfügung standen. In den hallstattzeitlichen ein Berg von textilien
Siedlungen, in kleineren Dörfern wie auch in Zahlreiche Funde aus Hallstatt geben uns mehr
den zentralen Befestigungsanlagen inden wir Einblick in die eisenzeitliche Textilwelt. Ins-

titelthema
jedoch auch Spinnwerkzeuge, die für die Pro- gesamt zählen wir aus dem Hallstätter Salz-
duktion verschieden feiner und grober Fäden bergwerk, in dem ab der Mittelbronzezeit um
und somit Stoffe verwendet wurden. Wir kön- ca. 1600 v. Chr. Salz bergmännisch abgebaut
nen also davon ausgehen, dass der Bevölke- wurde, über 700 Einzelfragmente von Texti-

Abb. 3
Arbeit am Gewichts­
webstuhl.

über 1/15 ANTIKE WELT 15


Muster – Farbe – Design. Eisenzeitliche Textilkunst aus Mitteleuropa

Gebrauchsobjekte, sogar als «Recyclingma-


terial» in den Berg, wo sie dann, wenn nicht
mehr gebraucht, liegen geblieben sind. Selbst
feine und farbige Stoffe, die wohl auch für
festliche Bekleidung obertags verwendet wur-
den, haben so überdauert. Da wir auch vom
titelthema

Gräberfeld Hallstatt Textilien kennen, kön-


nen wir die Qualitäten gut miteinander ver-
gleichen und bekommen so einen Überblick
über die in der Hallstattzeit bekannten Tex-
Abb. 4 tilqualitäten.
Brettchenweben.
entwicklung von Farbe, muster und
Webdesign
lien. Der Großteil der Gewebe aus dem Salz- Die Techniken des Spinnens und Webens ge-
berg stammt von den hallstattzeitlichen Be- hen auf die Steinzeit zurück. Bereits ab 5500
reichen des Bergbaues, etwa ein Viertel sind v. Chr. gibt es in Europa die grundlegende
Abb. 5
älter und datieren zwischen 1600 und 1250 Webart, die Leinwandbindung, die man auch
Lebensbild zu einer eisen­
zeitlichen Begräbnisszene v. Chr. Die Gewebe gelangten einst als Teile heute noch kennt. Ab der Mittelbronzezeit
im Hallstätter Gräberfeld. der Bergmannskleidung oder andere textile um 1500 v. Chr. ingen die Menschen an, mit

16 ANTIKE WELT 1/15 über


Muster – Farbe – Design. Eisenzeitliche Textilkunst aus Mitteleuropa

textilen Strukturen zu spielen und Neues zu Varianten wie Fischgrät- und Diamantköper
entwickeln. Es entsteht die sog. Köperbin- kommen vor. In der Brettchenweberei wer-
dung, die komplexer ist und für die ein Web- den komplexe Muster entwickelt. Die eher
stuhl mit mehreren Schäften nötig war. Au- noch gröberen Stoffe der Bronzezeit werden
ßerdem wird zwischen 1500 und 1300 v. Chr. von feinen Qualitäten abgelöst, was in Tex-
die Brettchenweberei erfunden. Dabei arbei- tilien mit 0,1 mm Fadenstärke und bis zu
tet man nicht mit einem Gewichtswebstuhl 40 Fäden pro cm gipfelt.
(Abb. 3), sondern mit viereckigen, gelochten
Brettchen (Abb. 4), die mit bunten Fäden Die hallstattzeitliche Welt war bunt
befädelt werden und mit denen man durch und qualitätsvoll
Drehbewegungen Gewebe herstellen kann. Die Textilfunde aus dem Fürstengrab Hoch-
Ebenfalls in der Bronzezeit beginnt man, dorf und aus dem Salzbergwerk Hallstatt
mit den Möglichkeiten des Färbens zu expe- zeigen deutlich, dass die eisenzeitliche Tex-
rimentieren. Das älteste mit Färberwaid blau tilkunst in Europa sehr vielfältig war. Trotz
gefärbte Gewebe Europas stammt aus Hallstatt. der im Vergleich zu anderen archäologischen
Ab 800 v. Chr. bemerkt man in der Tex- Materialgruppen (Keramik, Bronzeobjekte)
tilkultur einen regelrechten «Boom» in der geringen Anzahl an Fundstücken entsteht
Verwendung von Farbe. Es wird eine rei- nun ein neues Bild der hallstattzeitlichen
che Palette an verschiedenen Planzenfarb- Textilkunst – ein Bild von kraftvoll einge-
stoffen verwendet, wie Krapp zum Färben färbten Stoffen, von unterschiedlichen Ge-
von Rot, Färberwau oder Färberkamille für webequalitäten, von einer Vielfalt an Web-
Gelb und Waid zum Blaufärben – wiede- strukturen und natürlich von dekorativen
rum sind Färbeinsekten nachgewiesen. Wir Mustern (Abb. 5). Diese wurden als farbig
wissen, dass sowohl Vliese, Garne als auch verzierte Ripsbänder und Brettchengewebe
fertig gewobene Tuche gefärbt wurden. Zum mit komplexen Motiven gestaltet. Auch grö-
ersten Mal in der europäischen Textilge- ßere Stoffe wurden mit Streifen und Karos
schichte tauchen nun auch karierte Stoffe gefällig gegliedert. Sehr feine Gewebe zeugen
auf. Es werden auch alle Möglichkeiten aus- von einem hohen Standard handwerklichen
geschöpft, Stoffe mit verschiedenen Struk- Könnens aber auch einer großen Wertschät-
turen zu gestalten. Sog. Köperbindung ist zung für den enormen Zeitaufwand, der die-
die beliebteste Bindungsart der Zeit, sogar sen Stücken inne liegt.

adresse der autorin DIES., Mittel der Macht. Textilien bei den Kelten.
Instruments of Power. Celtic Textiles (2012).
Dr.  Karina Grömer
Textilarchäologie und Fundaktenarchiv der K. GRÖMER, Prähistorische Textilkunst in Mittel­
Prähistorischen Abteilung europa – Geschichte des Handwerks und der
Naturhistorisches Museum Wien Kleidung vor den Römern. Veröfentlichungen
Burgring 7 der Prähistorischen Abteilung des Naturhistori­
A­1010 Wien schen Museums 4 (2010).

K. GRÖMER / A. KERN / H. RESCHREITER /


Bildnachweis H. RÖSEL­MAUTENDORFER (Hrsg.), Textiles from
Hallstatt. Weaving Culture in Bronze and Iron
Abb. 1: Fotos A. Rausch, Graik: K. Grömer, Age Salt Mines. Textilien aus Hallstatt. Gewebte
© NHM Wien; 2: Foto A. Rausch, © NHM Wien; Kultur aus dem bronze­ und eisenzeitlichen
3: Foto 7reasons; 4: Foto K. Grömer, NHM Wien; Salzbergwerk. Archaeolingua 29 (2013).
5: D. Groebner, © NHM Wien.
R. HOFMANN­DE KEIJZER, Färben; in: K. Grömer
(Hrsg.), Prähistorische Textilkunst in Mittel­
literatur europa – Geschichte des Handwerks und der
Kleidung vor den Römern. Veröfentlichungen
J. BANCK­BURGESS, Hochdorf IV. Die Textilfunde der Prähistorischen Abteilung des Naturhis­
aus dem späthallstattzeitlichen Fürstengrab torischen Museums 4 (2010) 143–161.
von Eberdingen­Hochdorf (Kreis Ludwigburg)
und weitere Grabtextilien aus hallstatt­ und A. KERN / K. KOWARIK / A. W. RAUSCH /
latènezeitlichen Kulturgruppen. Forschungen H. RESCHREITER, Salz­Reich. 7000 Jahre Hallstatt.
und Berichte zur Vor­ und Frühgeschichte Veröfentlichungen der Prähistorischen Abtei­
in Baden­Württemberg 70 (1999). lung 2 (2008).

über 1/15 ANTIKE WELT 17


Schwarz und weiß, rot und grün
Die Farben aus der Sicht der Alten Ägypter
titelthema

Wie im Deutschen gibt es auch im Ägyptischen allgemeine und spezielle


Farbwörter. Mit allgemeinen Farbwörtern beschrieben die Alten Ägypter
die Farbe beliebiger Objekte, entsprechend den Farben «rot», «orange»,
«gelb», «grün» usw. im Deutschen; im Vergleich besitzt das Ägyptische
jedoch nur wenige. Mit speziellen Farbwörtern wurde die Farbe nur
weniger Objekte beschrieben, so wie wir es im Deutschen z. B. mit «blond»
als Farbe von Haar, Bier und Zigarren tun.

von Wolfgang Schenkel Granit, Feuerstein, die Eidechse, und, nicht


gerade im Sinne des deutschen «schwarz», der

H eute sehen wir die Sprache der Alten


Ägypter durch den Filter der Überset-
zung in unsere Sprache. Denn wer liest schon
sonnengebrannte Erntearbeiter. Als «schwarz»
gilt schließlich auch die Krokodilhaut, mit der
«Schwarzes» hieroglyphisch gerne geschrie-
ägyptische Texte, abgesehen von ein paar ben wird ( ).
Spezialisten, und wer kann, wenn er die Texte «Weiß» ist in den Augen der Ägypter der
schon im Original liest, wirklich genau verste- Kalkstein, der auf Ägyptisch «weißer Stein»
hen, was der ägyptische Text meint. Die Farb- heißt. «Weiß» ist aber auch der Sandstein, der
wörter sind hierfür ein sehr gutes Beispiel. Ins als das stabilere Baumaterial vom Kalkstein als
Auge springen v. a. vier Wörter, die ins Deut- «fester weißer Stein» unterschieden wird. Nun
sche meist mit «schwarz» und «weiß», «rot» ist jedoch der ägyptische Sandstein nicht in un-
und «grün» übersetzt werden (Abb. 1). Der serem Sinne weiß, sondern vielleicht eher hell-
Autor bedient sich im Folgenden zur Bezeich- braun. Doch im Vergleich zu den schwerer zu
nung der ägyptischen Farbwörter der üblichen bearbeitenden Hartgesteinen wie Granit, Basalt,
deutschen Übersetzungen. Porphyr sind beide, der Sandstein und der Kalk-
stein, «weiß». Auch «Weiß» ist für den Ägyp-
«Schwarz» und «weiß» ter eine Vielzahl von Dingen: «das Weiße (im
«Schwarz» ist für den Alten Ägypter die Acker- Auge)», «die weiße Königskrone», das Silber, die
erde. Danach heißt Ägypten, genauer das Zwiebel, Milch, Honig, Weißbrot und Zähne.
ägyptische Fruchtland, auf Ägyptisch «das Was der Ägypter also mit «schwarz» und
Schwarze (Land)». Natürlich ist die Acker- «weiß» voneinander unterscheidet, ist nicht
erde nicht schwarz, sondern eher dunkel oder unser Schwarz und Weiß. Es werden vielmehr
dunkel-braun (Abb. 2). Doch für den Ägyp- zwei umfassendere Bereiche des Farbspektrums
ter ist «Schwarz» eine Vielzahl von Dingen: voneinander unterschieden, die dunklen und
«das Schwarze (im Auge)», d. h. die Pupille, die hellen Farben. So wird mit «schwarz» und

ägyptologische ägyptologische traditionelle


Farbbereich
Transkription Aussprache Übersetzung

km(m) kem(em) «schwarz» « »


km(m) « dunkel»
H@km(m) h «« » »
H@
km(m) hedsch h «weiß» «« hell
» »
³SrH@ h «« » »
³Sr
H@ h «« » »
w#@³Sr descher «rot» « « warm
»
w#@
³Sr «« » »
Abb. 1 w#@ « »
w#@ wadsch «grün» « »
kalt
Allgemeine Farbwörter.

18 ANTIKE WELT 1/15 über


Schwarz und weiß, rot und grün – Die Farben aus der Sicht der Alten Ägypter

«weiß» der Helligkeit Rechnung getragen, und was beides eigentlich nicht ganz zutrifft, oder
zwar nur dieser. irgendeine Farbe im Rot-Gelb-Bereich, was
der Realität schon näher kommen könnte.
«Rot» und «grün» «Rot» ist eine ganze Reihe von Dingen: «die
«Rot» spiegelt für den Ägypter das Blut wider, rote Königskrone», kristalliner Quarzit, Na-
das demnach auch «das Rote» heißt. «Rot» tron, der Mars als der «rote» Planet.

titelthema
ist auch der Flamingo, der als «der Rote» be- «Grün» sind in den Augen der Ägypter, für
zeichnet wird, auch wenn er nach unserem uns ohne weiteres nachvollziehbar, Planzen.
Eindruck im Allgemeinen eher als rosa ein- «Grün» ist u. a. der Papyrus, dessen Darstel-
zuschätzen wäre. Für den Ägypter ist seine lung man als Hieroglyphe ( ) für «grün» ver-
Farbe jedoch so repräsentativ für «rot», dass wendet. «Grün» ist aber auch das Meer. Als
man ihn als Hieroglyphe ( ) zur Schreibung «das Große Grüne» wird ausgerechnet auch
des Farbwortes und der von diesem abgeleite- das Rote Meer bezeichnet. Dabei liegt in un-
ten Wörter verwendet. «Rot» ist aber auch die serem Zusammenhang das Problem nicht in
Wüste, ägyptisch «das Rote (Land)», obwohl der Frage, ob dieses Meer grün oder rot ist;
die ägyptische Sandwüste nicht rot in unse- es ist mehr oder minder beides, nur zu un-
rem Sinne ist (Abb. 3). So lässt man sich heute terschiedlichen Zeiten, je nachdem welche
in der Übersetzung ägyptischer Texte auch Farbe die Algen haben. Die Griechen und die
gar nicht auf die Farbe ein, sondern übersetzt Araber hatten mit ihrem Erythräischen Meer
einfach mit «Wüste». Aber welche Farbe hat bzw. al-Bahr al-ahmar die eine Situation im
die Wüste, wenn sie nicht im Sinne unserer Auge, die Ägypter mit ihrem «Großen Grü-
Sprache rot ist? In neueren Wörterbüchern ist nen» die andere. Irritierend ist in unserem Abb. 2
Die «schwarze» Ackererde
«rot» in «rot/gelb» präzisiert, ohne dass man Zusammenhang nur, dass das Rote Meer in
ist nicht schwarz,
allerdings aus dieser Angabe ersehen könnte, der Realität gar nicht grün ist, sondern blau- sondern dunkel oder ge-
was «rot/gelb» heißen soll. «Rot» oder «gelb», grün, also mehr blau als grün, oder geradezu nauer dunkel-braun.

über 1/15 ANTIKE WELT 19


Schwarz und weiß, rot und grün – Die Farben aus der Sicht der Alten Ägypter
titelthema

Abb. 3 Die «rote» Wüste bei der Knickpyramide von Dahschur ist nicht gerade rot, sondern warmfarben,
die «weißen» Kalksteinblöcke des zugehörigen Taltempels nicht gerade weiß, sondern hell.

tiefblau. Es stellt sich von daher die Frage, Was der Ägypter also mit «rot» und «grün»
was grammatisch durchaus möglich ist, ob unterscheidet, ist nicht irgendwie rot/gelb und
die ägyptische Bezeichnung des Roten Mee- grün/blau. Voneinander geschieden werden
res, die von den Ägyptologen traditionell als vielmehr, wie schon bei «schwarz» und «weiß»,
das «Große Grüne» verstanden wird, nicht zwei umfassendere Bereiche des Farbspek-
Abb. 4 als das «Sehr-Grüne» zu verstehen ist, als trums, jetzt die warmen und die kalten Far-
Die vier allgemeinen das «Tief-Grüne» oder sogar als das «Tief- ben: warme Farben, in deren Bereich Rot und
Farbwörter des Ägyptischen
Blaue». «Grün» sind weiter Malachit und Gelb liegen, kalte Farben, zu denen Grün
lassen sich ungefähr den
allgemeinen Farbwörtern andere grüne Steine und Malachit als grüne und Blau gehören. Während mit «schwarz»
des Deutschen zuordnen. Augenschminke. und «weiß» der Helligkeit Rechnung getragen
wird, werden mit «rot» und «grün» Farbwerte
voneinander unterschieden. Deutschen Farb-
wörtern lassen sich die vier ägyptischen Farb-
wörter in etwa so zuordnen (Abb. 4): «Schwarz»
und «weiß» sitzen, wie im Deutschen, an den
Spitzen des Doppelkegels, «rot» und «grün» im
Farbenkreis mit dem deutschen «rot», «orange»,
«gelb», «grün», «blau», «violett» einander ge-
genüber.

entwicklungsstufe der ägyptischen Farb-


wörter: allgemeine Farbwörter
Dass diese vier Farbwörter, «schwarz» und
«weiß», «rot» und «grün», den Kern des ägyp-
tischen Farbenspektrums bilden, ist kein Zufall.
Das Ägyptische steht damit auf einer be-
stimmten Stufe der Ausdifferenzierung von
Farbbezeichnungen. Wie die Anthropologen
Brent Berlin und Paul Kay feststellten, zeigen

20 ANTIKE WELT 1/15 über


Schwarz und weiß, rot und grün – Die Farben aus der Sicht der Alten Ägypter

I II III IV V VI VII Abb. 5


Die Basic Color Terms oder
+ rosa, allgemeinen Farbwörter
schwarz + A grün + A gelb des Ägyptischen decken
violett,
& + rot (oder (oder + blau + braun drei Stufen der allge-
orange,
weiß + B gelb) + B grün) meinen Entwicklung von
grau
Farbwörtern ab.

titelthema
die Sprachen der Welt unterschiedliche Aus- Spezielle Farbwörter
baustufen, beginnend mit der Unterschei- Neben den Basic Color Terms gibt es im Ägyp-
dung von «schwarz» und «weiß» auf Stufe I tischen wie in anderen Sprachen auch non-
und kulminierend in Stufe VII mit der uns Basic Color Terms, spezielle Farbwörter.
geläuigen Vielfalt an allgemeinen Farbbe- Wir erinnern uns an das deutsche «blond»,
zeichnungen (Abb. 5). Das Ägyptische steht das die Farbe von Haar, Bier und Zigarren
auf Stufe III A, besitzt also Bezeichnungen bezeichnet. Im Ägyptischen kann man Far-
für «schwarz» und «weiß» aus Stufe I, «Rot» ben speziizieren, indem man sich auf Sub-
aus Stufe II und «Grün» aus Stufe III A, stanzen bezieht, die diese Farbe besitzen
nicht aber für das alternativ auf Stufe III B (Abb. 6). So leitet man z. B. von «Gold»
in Betracht kommende «Gelb». «Schwarz» ein Farbwort «gold-farben, golden; gelb»
und «weiß», «rot» und «grün» sind im Ägyp- ab, gebraucht für die Farbe der Sonne, oder
tischen in der Terminologie von Berlin und von «Holzkohle» ein Farbwort «holzkohlen-
Kay Basic Color Terms, allgemeine Farbwör- schwarz»; «raben-schwarz», das schwarzes
ter, im Gegensatz zu speziellen, auf die unten Haar beschreiben kann. Unter anderem
noch die Sprache kommen wird. Im Detail sind bezieht man sich auf Mineralien: Es gibt
heute an diesem Stufenbau Korrekturen und «karneol-rot» und «türkis-grün», v. a.
Differenzierungen vorzunehmen. Denn nicht aber zwei Wörter für «lapislazuli-blau», tschef re
km(m) der Welt lassen sich problemlos in««
« »
m(m)
(m) km(m)
alle Sprachen »» gebraucht für«die Farbe» des Him-
r(i)-blau,
H@ h
h ««« mels, « »
H@ hh einordnen. Auch das Ägyptische
dieses System
km(m) »» » und chesbedsch(i)-blau,
««« » » mit »» dem man
rm)
m) km(m)
³Sr
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Abb. 6
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« »» ²frr «
Objektbezogene »
spezielle
Farbwörter.

über 1/15 ANTIKE WELT 21


Schwarz und weiß, rot und grün – Die Farben aus der Sicht der Alten Ägypter

auch die ganze Gestalt von Göttern. Mit sol- der Zeit, etwa seit dem Neuen Reich, der
chen Wörtern lässt sich die Farbe enger ein- Kalkstein als Baumaterial durch den stabileren
grenzen als mit den Basic Color Terms. Sandstein ersetzt wurde; dabei spielte für den
Ägypter naturgemäß nicht die geringe Farb-
Farbwert oder helligkeit differenz eine Rolle, sondern die Festigkeit
Abb. 7 Wie eng Farben beieinander liegen können des neuen Materials. Man kann sich auch da-
titelthema

Wichtig für den Ägypter ist


und wovon die Wahl des einen oder des an- rüber wundern, dass die zweifellos helle Wüste
weniger der genaue farb-
liche Unterschied als die deren Farbwortes abhängt, lässt sich an den nicht als «weiß» von der «schwarzen» dunklen
Unterscheidung von Mann Kalksteinblöcken in der Wüste bei Dahschur Ackererde unterschieden wird. Dies dürfte
und Frau (Grab des veranschaulichen (vgl. Abb. 2): Den Kalk- damit zusammenhängen, dass die Wüste als
Haremheb im Tal der
stein würde der Ägypter als «Weißen Stein» «das Rote (Land)» bereits bezeichnet wurde,
Könige).
bezeichnen, das farblich nicht allzu verschie- lange bevor es im Niltal Ackerbau gab, bevor
dene Wüstengelände dagegen als «das Rote also der Unterschied zwischen Wüste und
Abb. 8 (Land)». Die Wüste ist aber, anders als der Fruchtland von alltagspraktischer Bedeutung
Für die Darstellung des
«lapislazuli-blauen» Stein, eindeutig warmfarbig. Sandstein dage- war. Datiert man die Bezeichnung «das Rote
Göttergesichts ist eine der gen, der als warmfarbig charakterisiert werden (Land)» weit in die Vorgeschichte zurück,
Entwicklungsstufe III könnte, wird nicht unter diesem Gesichts- stößt man auf ein auch in den verwandten se-
zugeordnete «grüne» Farbe
punkt von Kalkstein, dem «Weißen Stein», mitischen Sprachen vorkommendes Farbwort
gewählt worden (Grab
des Haremheb im Tal der unterschieden; er gilt als «fester Weißer Stein». ähnlicher Bedeutung, auf das unsere aus dem
Könige). Dies hängt damit zusammen, dass im Laufe Arabischen stammende «Sahara» zurückgeht.

22 ANTIKE WELT 1/15 über


Schwarz und weiß, rot und grün – Die Farben aus der Sicht der Alten Ägypter

Farbwörter und Farbstofe schen Männern und Frauen an als auf die
Mehr noch als bei der Wahl der Bezeichnung Abbildung der farblichen Realität.
der Farben nach Helligkeit und Farbwert Auch die nicht-reale Welt, die Welt der Göt-
(oder dem Verzicht auf eine farbliche Un- ter, ist in der kunsthandwerklichen Praxis nicht
terscheidung) hat der Kunsthandwerker Ent- identisch mit der sprachlichen Gestaltung mit
scheidungen zu treffen. Die Farbwelt, wie sie Hilfe der Farbwörter. So kann die Haut eines

titelthema
namentlich in den Basic Color Terms / allge- göttlichen Wesens, die sprachlich typischer-
meinen Farbwörtern realisiert ist, entspricht weise als «lapislazuli-blau» eingeschätzt wird,
nicht dem, was der Kunsthandwerker mit den «grün» dargestellt werden (Abb. 8).
Augen sieht, und sie entspricht auch nicht der
Menge der Farbpigmente, die ihm zur Ab-
bildung der realen Welt zur Verfügung steht.
adresse des autors Raum, in: Oudheidkundige Mededelin-
Als ein Beispiel sei auf die farbliche Wieder- gen 74 (1994) 55-107.
Prof. Dr. Wolfgang Schenkel
gabe der Hautfarbe bei Männern und Frauen In den Kreuzäckern 14 R. E. MACLAURY / G. V. PARAMEI /
hingewiesen (Abb. 7): Männer haben üblicher- D-72072 Tübingen D. DEDRICK, Anthropology of Color. Inter-
disciplinary multilevel modeling (2007).
weise rote Haut, gemalt mit rotem Ocker,
Bildnachweis W. SCHENKEL, Die Farben aus der
Frauen gelbe Haut, gemalt mit gelbem Ocker. Sicht der Alten Ägypter, in: Sächsische
Nun liegen beide Farben im sprachlichen Alle Abbildungen vom Verf. Akademie der Wissenschaften zu
Leipzig (im Druck).
«Rot-Bereich», auch ist in der Realität der
literatur D. A. WARBURTON, The Theoretical
farbliche Unterschied zwischen Männern und Implications of Ancient Egyptian.
Frauen nicht allzu groß. Es kommt dem Künst- I. BLOM-BÖER, Zusammensetzung Colour Vocabulary for Anthropologi-
altägyptischer Farbpigmente und cal and Cognitive Theory, in: Lingua
ler bei der farblichen Unterscheidung offen- ihre Herkunftslagerstätten in Zeit und Aegyptia 16 (2008) 213–259.
sichtlich mehr auf die Unterscheidung zwi-
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über 1/15 ANTIKE WELT 23


TITELTHEMA

Abb. 1
Diese 6,5 cm breite Man-
schette aus dem British
Leuchtende Brückenschläge
Museum (Inventar-Nr. BM
122342) wurde auf dem
zwischen den Welten
frühdynastischen Königs-
friedhof von Ur gefunden Der Alte Orient in Licht und Farbe
und war ursprünglich an
einem prachtvollen
Gewand angebracht. Um
2500 v. Chr. gehörten
Gold-, Lapislazuli- und Kar- Die Faszination des Menschen für Licht und Farbe war auch im Alten
neol-Perlen, die die Orient jahrtausendelang kulturprägend. Wechselnde Farb- und
Farben des Himmels wieder- Lichterscheinungen im Bereich des Himmels, des Wassers, aber auch
gaben, zum kostbarsten
Besitz der Herrscherschicht.
der Tier- und Planzenwelt beeinlussten nicht nur die geistigen Vor-
stellungen der damaligen Menschen, sondern inspirierten auch deren
Wunsch, in einem Akt transformativer Kreation die fruchtbare Energie
von Glanz und Farbe in aufwendig hergestellten Objekten einzufangen.

von Rosel Pientka-Hinz tationszyklen oder auch den Kreislauf des


Lebens bis hin zum Tod in ihren jeweiligen

M etaphorische Beziehungen zwischen


Dingen gleicher Couleur herzustel-
len, um die natürliche Umwelt, aber auch
«Farben» zu fassen, abzubilden und zu ma-
nipulieren. Ein besonders eindrucksvol-
les Beispiel stellt die frühmesopotamische
die transzendente Welt der Götter und der Rinderzucht des 4. Jts. v. Chr. dar, in deren
Verstorbenen in die diesseitige Welt einbezie- Verlauf unterschiedliche Fellzeichnungen
hen zu können, war Teil der altorientalischen als Ergebnis Jahrelanger Zuchtbemühungen
Weltmodellierung. Da sie für physische Re- auch in einen religiösen Kontext Eingang
präsentationen des Lichts gehalten wurden, fanden. In der Gruppe der «heiligen Herde»
sah man insbesondere glänzende Objekte aus von Uruk dienten die Häute dieser Rinder
Gold und Silber mit kosmologischer Kraft als «Projektionslächen von Himmel und
beladen (Abb. 1). In gleicher Weise hat man Erde». So mag ein weißes Rind den klaren
versucht, zuweilen beängstigende Zustände Himmel, ein schwarzes Rind den Nacht-
wie den Tag-und-Nacht-Wechsel, die mit star- himmel oder gar die Unterwelt repräsen-
ken Trockenperioden einhergehenden Vege- tiert haben, ein mit blütenförmigen Flecken

24 ANTIKE WELT 1/15 über


Leuchtende Brückenschläge zwischen den Welten – Der Alte Orient in Licht und Farbe

Abb. 2
Ehemals Teil einer Gruppe
ähnlich gestalteter
Kompositiguren aus Uruk

TITELTHEMA
um 3000 v. Chr. war
dieses Kultgefäß in Gestalt
eines liegenden Rindes
ursprünglich mit Ohren,
Hörnern und Stirnlocke
aus diversen Materialien
sowie farbigen Einlagen
bestückt. Die 12,7 cm hohe
und 22,2 cm lange Figur
aus grauem Kalkstein be-
indet sich heute im Louvre
(Inventar-Nr. AO 7021).

versehenes Rind die fruchtbare Vegetation


und ein rötliches Rind die Lebenskraft von
Mensch und Tier. Das lebende Kunstwerk
«Rind» wurde zudem in steinernen Skulp-
turen ähnlicher Farbkontraste nachgebildet
und fand so seinen Platz im Kultgeschehen
des frühsumerischen Uruk, dessen Haupt-
gottheiten die Himmelsgötter An und Inana
waren (Abb. 2).

Gehörnte Lichtgestalten
In der nachfolgenden sumerischen Periode
des 3. Jts. v. Chr. wurden die Götter zuneh-
mend anthropomorph verstanden. Ihnen
wurde ein menschliches Gesicht verliehen,
sie agierten in einer den Menschen ähnli-
chen, aber selbstverständlich übergeord-
neten Weise, ohne jedoch ihre älteren na-
turgegebenen Züge – atmosphärische oder
zoomorphe Aspekte – komplett zu verlieren:
So zeichnen sich die sumerischen Götter in
der Ikonographie durch Rinderhörner aus,
in der Schrift durch das Stern-Symbol, in Abb. 3
ihrer Substanz durch Licht – Sternen- Noch in seleukidischer Zeit
(3. bis 1. Jh. v. Chr.) wurden
licht. Sumerische Hymnen rühmen diese
Statuetten der «großen
Lichtwesen, so auch die Venusgöttin Inana Göttin» mit Hörnerkrone
(Abb. 3): und leuchtend-feurigen
Augen gefertigt. Der Wert
dieser 24,8 cm hohen
Statuette aus der Nähe
«Inana («Himmelsherrin»), Herrin
von Babylon, die sich
aller Seinskräfte, strahlendes Licht,
heute im Louvre beindet
gerechte Frau, in Glanz gekleidet,
(Inventar-Nr. AO 20127),
von (Himmelsgott) An und (Erdengöttin)
zeigt sich im verwendeten
Uraš geliebt!» (Inana B 1–2)
Material: Alabaster, Gold,
Rubine, gebrannter Ton.

über 1/15 ANTIKE WELT 25


Leuchtende Brückenschläge zwischen den Welten – Der Alte Orient in Licht und Farbe

Abgesehen vom Licht wird hier der göttli-


«Deine gütigen Augen mögen auf
che Glanz genannt, die Ehrfurcht gebietende
mir weilen! Mit deinem strahlenden
Leuchtkraft, die Menschen und niedere Götter Antlitz schau mich verlässlich an!»
fürchteten. Wurde der kriegerische Aspekt der (Šu-ila Ištar 2, 53–54)
Göttin betont, kam ihre Verbindung zu Löwen
und deren rotgoldener Aura ins Spiel (Abb. 4):
TITELTHEMA

Augenlichter
Funkelnde orientalisch-dunkle Augen wur-
«Großes wutrotes Licht, Schreckens-
glanz! Inana, die in der Schlacht den mit dem Glanz des Lapislazuli-Steins
Fürchterlichkeit und Schreckensglanz verglichen und abgebildet – der Farbe des
ausstrahlt! Wo (Herrschergott) Enlil klaren Himmels, insbesondere des dunkel-
es befohlen hat, lässt du den Löwenleib
und die Löwenmuskeln sich erheben.» blauen Nachthimmels. Göttliche Statuen
(Inana A 1–4) mit goldenen Gesichtern, funkelnden Augen
und leuchtenden Gewändern aus kostbaren
Materialien kennen wir heute fast nur noch
Die Strahlkraft der Götter – ihr Heiligen- aus Textbeschreibungen. Einen Eindruck der
schein – wurde in unterschiedlichen Quali- schimmernden Augen, deren Leuchten noch
täten vorgestellt, die in Helligkeit und Farbe durch die Verwendung von dunklen Lidstri-
variieren konnten. Altorientalische Inventar- chen betont wurde, bekommen wir allerdings
texte berichten von den menschlichen Be- bei der Betrachtung so mancher Beterstatuet-
mühungen, diese Lichter in ähnlich farbigen ten (Abb. 5).
Gewändern festzuhalten, mal strahlend weiß, Der aktive strahlende Blick der Götter wie
dann wieder rotgolden schimmernd. Sogar die der Menschen spielte in der altorientalischen
göttliche Haut wurde durch Goldbleche imi- Welt eine große Rolle. Doch wehe dem, der
tiert. Die positive Ausstrahlung des Göttlichen mit einem bösen Blick bedacht wurde. Der
wurde dann auch ausgiebig im Gebet gesucht: unheilvolle Blick desjenigen mit schädlicher

Abb. 4
Die farbig glasierten Ziegel
aus gebranntem Ton des
Ischtar-Tors in Babylon und
der darauf zu führenden
Prozessionsstraße aus der
Zeit Nebukadnezars II.
(605–562 v. Chr.) lassen
Stiere, Schlangendrachen
und Löwen vor dunkel-
blauem Hintergrund auf-
leuchten. Der schreitende
Löwe mit rotgoldenem Fell
symbolisiert die Venus-
göttin am Nachthimmel in
abschreckender Haltung.
Der 0,85 cm hohe und
1,97 m lange Ziegelver-
bund indet sich heute als
Leihgabe des Vorderasia-
tischen Museums, Berlin,
im Louvre (Inventar-Nr. AO
21118).

26 ANTIKE WELT 1/15 über


Leuchtende Brückenschläge zwischen den Welten – Der Alte Orient in Licht und Farbe

Absicht, oftmals ein Neider, ein übel gelaun-


ter Gott oder ein Dämon, war und ist im ge-
samten Vorderen Orient von jeher gefürchtet
und wird bis heute durch blaue Augenamu-
lette abgewehrt.

TITELTHEMA
Die Farben von Glück und Unglück
Glück und Unglück der altorientalischen
Menschen waren abhängig vom göttlichen
Willen. Die göttliche Ausstrahlung wiederum
konnte dementsprechend von gütigem zu we-
Abb. 5
niger gütigem Licht wechseln. Dies zeigt sich
Die 52,5 cm hohe Alabas-
ganz besonders deutlich in denjenigen Omina terstatuette des Ebich-Il
des 2. Jts. v. Chr., die den Zustand der Mar- zeigt den Gouverneur von
dukstatue, also des höchsten Gottes in Baby- Mari in typischer Gebets-
haltung. Die aufwendig
lon, beim Auszug aus seinem Tempel für die
aus Schiefer, Muschel und
alljährliche Prozession zum Neuen Jahr be- Lapislazuli gefertigten Au-
schreiben. Wenn die Gesichtsfarbe der Statue gen, die sich aufmerksam
schwarz geworden ist, war das ein schlechtes der Gottheit zuwenden,
heben sich aufällig vom
Vorzeichen für das Land und seine Bewohner. restlichen Körper ab. Diese
Ebenso wenn Marduk in einem weißen oder frühdynastische Statue aus
gelb-grünen Teint ans Tageslicht kam. Wenn dem 25. Jh. v. Chr. wurde
im Ischtar-Tempel in Mari
Marduks Gesicht aber rot war, bedeutete dies
gefunden und beindet
Reichtum für die Menschen Babylons. Das sich heute im Louvre
leuchtende Gesicht schließlich war deinitiv (Inventar-Nr. AO 17551).
das beste Zeichen für die Zukunft, denn es

garantierte ausreichend wohlwollendes göttli-


ches Licht im Land. Ein nicht verfärbtes, rein
glänzendes goldenes Antlitz mit leuchtenden
Augen entsprach demnach dem Idealbild ei-
nes gütigen Gottes.

Adresse der Autorin R. PIENTKA-HINZ, Schlangenauge,


in: D. Shehata / F. Weiershäuser /
PD Dr. Rosel Pientka-Hinz K. V. Zand (Hrsg.), Von Göttern und
Centrum für Nah- und Mittelost- Menschen. Cuneiform Monographs 41
Studien (2010) 169–186.
Deutschhausstr. 12
D-35032 Marburg
DIES., Bunte Kühe? Zu den frühesten
Farbbezeichnungen im Alten Orient,
Bildnachweis in: G. J. Selz (Hrsg.), Die empirische
Dimension altorientalischer Forschun-
Abb. 1: bpk | The Trustees of the British gen. Wiener Ofene Orientalistik 6
Museum; 2. 4: wikimedia commons; (2011) 325–374.
2: Marie-Lan Nguyen / wikimedia
commons; 5: © Marie-Lan Nguyen /
Wikimedia Commons / CC-BY 2.5. W. H. PH. RÖMER, Hymnen und Klage-
lieder in sumerischer Sprache. Alter
Orient und Altes Testament 276 (2001).
Literatur
K. HECKER, Akkadische Hymnen und W. SALLABERGER, Das Erscheinen
Gebete, in: B. Janowski / D. Schwemer Marduks als Vorzeichen: Kultstatue und
(Hrsg.), Hymnen, Klagelieder und Neujahrsfest in der Omenserie Šumma
Gebete. Texte aus der Umwelt des ālu, in: Zeitschrift für Assyriologie und
Alten Testaments. Neue Folge 7 (2013) vorderasiatische Archäologie 90 (2000)
51–98. 227–262.

über 1/15 ANTIKE WELT 27


«Bunte Götter»
Die Polychromie der griechischen Skulptur
TITELTHEMA

Figuren aus Stein und Metall begegneten dem antiken Menschen an


den Rändern der großen Straßen als Grabiguren der Friedhöfe, als
politische Monumente auf den weitläuigen Marktplätzen, als Giebel-
gruppen, Metopenreliefs oder meterlange Friese an den großen
Tempelbauten der Heiligtümer. Die Künstler mussten immer die enor-
me Distanz zwischen Betrachter und Werk einberechnen. Diese großen
Distanzen benötigen eine Kontrastschärfe, die erst durch die Anwen-
dung der Farbe gewährleistet wird.

von Vinzenz Brinkmann men, die ein Schicksal nach ihrer eigentlichen
Nutzungsphase durchlebt haben. Daher wirkt

D ie griechische Kunst schuf eine ausge-


sprochen erzählerische Welt der Göt-
ter, Helden und der eigenen Historie. Die
auf uns moderne Menschen insbesondere
die Verwitterung, Zerstörung, ja die Patina
des alten Gegenstandes. Wir lesen nicht die
Story und ihr intrinsischer Gehalt, der para- Story, die der Künstler in das Werk eingebet-
digmatischen, ja oft anthroposophischen und tet hat, sondern vielmehr die Geschichte der
philosophischen Charakter besaß, musste mit Bedrohung und des Überlebens des physi-
höchster Genauigkeit und Klarheit erzählt schen Bestands.
werden.
Der moderne Kunstfreund unserer bürger- Die Bedeutung der Farbe in der
lichen Gesellschaften ist hierfür nicht mehr Antike
vorbereitet. Er erwartet keine Geschichte, Allein unter vollständiger Nutzung des for-
sondern ein losgelöstes ästhetisches Erleben, malen und narrativen Potentials konnte die
dass das Werk zu einem Gegenüber seiner antike Kunst der Griechen ihre Aufgabe re-
selbst macht. Das moderne Kunstwerk dient alisieren. Wie hätte man auch auf die Idee
zumeist als Spiegel oder Membrane der Bio- kommen können, Skulptur ungefasst an den
graphie des Betrachters. Historische Objekte Kunden ausliefern zu können? Für die grie-
werden im Regelfall als Werke wahrgenom- chische Antike ein unvorstellbarer Weg, zu-
mal alle großen Nachbarkulturen, von denen
die Griechen zu Beginn der archaische Phase
an intensiv gelernt hatten, niemals auf die
Farbfassung ihrer skulpturalen Werke ver-
zichtet hätten.
Wie undenkbar, ja ausgesprochen häss-
lich nacktes Skulpturenmaterial empfunden
wurde, zeigt uns nicht zuletzt die promi-
nente Stelle in der Tragödie Helena des Eu-
ripides, die 412 v. Chr. uraufgeführt wurde.
Abb. 1 Dort wünscht sich die schönste aller Frauen
Rautenmuster auf der doch immer schon so hässlich wie eine Sta-
Hose des sog. Perserreiters tue gewesen zu sein, der man die Farben
von der Athener Akropolis
abgewischt hatte, damit sie als hässlicher
(Athen, Akropolismuseum):
Malachit, Azurit, Roter Mensch nicht dieses Unheil hervorgerufen
Ocker mit Krapplack. hätte:

28 ANTIKE WELT 1/15 über


«Bunte Götter» – Die Polychromie der griechischen Skulptur

TITELTHEMA
ten, aber genauso als Gewandornament der Abb. 2 (links)
Skulpturen und natürlich auch an den kost- Gewandmuster auf der
«Mein Leben und mein Schicksal sind Jacke des sog. Perserreiters
ein Grauen. baren Feiertagsgewändern der lebenden und
von der Athener Akropolis
Daran trägt (…) meine Schönheit Schuld. im Heiligtum agierenden Menschen. (Athen, Akropolismuseum).
Könnt’ ich die nur vertauschen
gegen hässliche Gestalt
so hässlich wie ein Marmorbild mit Archaik und Frühklassik
Abb. 3 (rechts)
abgewischten Farben.» In der Archaik und Frühklassik war die Farb- Skythische Satteldecke aus
(Euripides, Helena 260–263) gebung gewissen Konventionen unterworfen. rotem, blauem, gelbem
Bestimmte Materialien wurden zwar in einer und braunem Filz gearbei-
tet. Aus Pazyryk in Sibirien,
Farbe wiedergegeben, die dem Naturvorbild
heute in der Eremitage von
Die Farbe klärt die Elemente der Skulptur ähnlich ist, aber sie konnten auch einfach die St. Petersburg.
und des Reliefs. Sie trennt scharf zwischen Lesbarkeit erhöhen und gezielt Höhepunkte
einzelnen Elementen der Gewänder, gibt in der Komposition setzen, wenn etwa ein
Tieren einer gestaffelten Quadriga eine ein- Löwe eine grüne oder blaue Mähne erhält.
deutige Zuordnung, erlaubt die Hinzufügung
von Elementen der Natur, wie die Iris und
Pupille des Auges, die in der Natur sich nicht
als Körper, sondern nur durch Farbe und
Textur voneinander absetzen. Mit Farbe kön-
nen aber auch Namen der Helden und Götter
beigeschrieben werden oder Attribute auf den
Reliefgrund gemalt werden, die die Handlung
erst verständlich machen.
Die Farbe versöhnt darüber hinaus die
verschiedenen Kunstgattungen miteinander.
Ein farbig gefasstes Relief wirkt in der Folge
wie ein Gemälde mit leichtem 3D-Effekt.
Die farbigen Ornamente an den Architektur-
elementen eines griechischen Marmorbaus
inden sich in den Gemälden wieder, die
die Innenräume der Tempelcella schmück-

Abb. 4
Perserreiter von der Athener Akropolis

über 1/15 ANTIKE WELT 29


«Bunte Götter» – Die Polychromie der griechischen Skulptur

Dieser typisch orientalische Kleidungsstil


wird dann im Westgiebel des Aphaiatempels
von Ägina (ca. 480 v. Chr.) dazu genutzt,
um einen knienden orientalischen Bogen-
schützen, vielleicht Paris selbst, schon aus
der Entfernung für den Betrachter erkennbar
TITELTHEMA

zu machen (Abb. 5. 6). Die farbintensiven


Ornamente steigern die Wirkung der Leben-
digkeit der Skulptur noch zusätzlich durch
einen Kunstgriff: Das Zickzackmuster der
Hose folgt in einer sehr aufwendigen geome-
Abb. 5
UV-Relektographie vom trischen Konstruktion der Bewegung und der
Oberschenkel, Bogen- Form der Beine.
schütze in orientalischer
Tracht (trojanischer Prinz
Die Farben der frühen Klassik
Paris?) aus dem Westgiebel
des Aphaiatempels von Die Farbigkeit der Frühklassik ist durch eine
Ägina. grundsätzliche Beruhigung der Farbwerte und
der gemalten Motive geprägt. So liegt bei-
spielsweise ein zartes, loral-wirkendes Or-
Die Farben werden selbstverständlich noch namentgefüge an einem Saum und spielt in
lächig aufgetragen, die modellierende Farb- die weite, vereinheitlichte Fläche eines Stof-
gebung, geschweige denn das Glanzlicht ist fes hinein (z. B. bei der Kore 615, Akropolis
noch lange nicht entdeckt. Athen, um 480 v. Chr.). Diese neue Gestal-
tungsweise wird für die klassische Zeit be-
Der sog. Perserreiter von der Athener stimmend sein.
Akropolis Auch der Panzertorso (um 470 v. Chr.)
Besonders gut erhalten ist die farbenprächtige von der Athener Akropolis repräsentiert
Kleidung des sog. Perserreiters von der Ak- diesen neuen Umgang mit dem Ornament
ropolis (500/480 v. Chr.): Die Rautenhosen (Abb. 7). Freier als in der archaischen Zeit,
zeigen rafiniert variierte Farbrhythmen in auch «künstlerischer» ist das Ornament dis-
den kontrastreichen Farben Rot, Blau, Gelb, poniert: Es füllt zwar den gesamten Stoff des
Grün und Braun; das Oberteil ist mit einem kurzen Untergewandes, ist jedoch nicht ma-
phantasievollen und entsprechend komple- thematisch konstruiert. Die einzelnen lora-
xen Zungenornament überzogen (Abb. 1–4). len Elemente schließen nicht aneinander an,
sondern sind mit leicht variierendem Abstand
auf den offenen Grund gelegt.

Veränderungen in der Hochklassik


Mit dem Entwurf der Skulpturen des Par-
thenon hat sich die Farbgebung schlagartig
aus der Tradition der Frühklassik gelöst, die
noch auf der frühgriechischen Ornament-
bestimmtheit fußte. Analysen im Streif- und
UV-Licht lassen annehmen, dass auf den
Gewändern keinerlei Ornament aufgetragen
Abb. 6 war. Natürlich waren auch am Parthenon
Bogenschütze in orienta- die Skulpturen in ein Farbenkleid gehüllt.
lischer Tracht (trojanischer Ornamente waren jedoch nicht vorgesehen.
Prinz Paris?). Farbrekonst-
Die plastische Durchgestaltung von Stoff und
ruktion einer Figur aus dem
Westgiebel des Aphaia- Gewand war vielmehr von einem ließenden
tempels von Ägina. Reichtum in organischer Verlebendigung ge-

30 ANTIKE WELT 1/15 über


«Bunte Götter» – Die Polychromie der griechischen Skulptur

prägt. Auf dieses reiche Faltenrelief konnte


keine weitere Verzierung mehr aufgebracht
werden. Partien, mit denen früher einmal der
Bereich eines aufgemalten Saumbandes ge-
meint gewesen war, wurden nunmehr durch
eine plastische Ausgestaltung – eine gerippte,

TITELTHEMA
unruhige Welle – ersetzt und verdrängt.
Die Farbgebung der Skulptur, die ihre
alte Aufgabe der Verzierung verliert, greift in
das Licht- und Schattenspiel der plastischen
Form ein: Schwarze Pinsellinien begleiten
die bildhauerisch gearbeiteten Faltentäler des
weißen Gewandes der Pandrosos aus dem
Westgiebel des Parthenon (Abb. 8; s. auch Abb. 7
Gewandornament des
Abb. 9). Dies ist ein erster Versuch, mit Hilfe
Panzerröckchen am sog.
der Farbe die Plastizität der Bildwerke zu ver- Panzertorso der Athener
stärken. Die neuesten Errungenschaften, die Akropolis.
den Werkstätten der Tafelmaler zu verdanken
waren, wurden umgehend für die Statuenpo-
lychromie eingesetzt. Die Skulptur der Par- laufenden Reliefs zeigen zum einen die ge-
thenonzeit nimmt den formalen Reichtum meinsame Jagd von Griechen und Persern,
an Ornament und Verzierung der frühklas- zum anderen Kämpfe zwischen Makedonen
sischen Zeit zurück und macht den Weg frei und Persern. Mit Hilfe der Malerei sind die
für eine ganz neue Ästhetik – ein Formemp- prachtvollen persischen Gewänder detail-
inden, das schließlich, viele Jahrhunderte liert herausgearbeitet, so etwa der Pelzbesatz
später, weiten Kreisen eines akademischen an den bunten Mänteln und die feinen Or-
Europa als der eigentliche Höhepunkt der namente auf den Hosen. Auch die Rauten-
antiken Kunst erscheinen und somit als vor- hose als typischer Bestandteil der persischen
bildhaft gewertet werden wird. Tracht wird wieder thematisiert (Abb. 12).
Bald nach dieser innovativen Phase, in der Die griechisch makedonischen Krieger sind
die formalen Reize der östlichen Nachbar-
kulturen der Griechen regelrecht ausgegrenzt
werden, drängt – im sog. Reichen Stil – das
Ornament wieder in die Farbigkeit der Figu-
ren.
Abb. 8
Dieses hochklassische Konzept steht of- Schwarze Linien auf
fensichtlich isoliert, die Folgezeit, ja auch die Kaolinweiß. Farbreste am
griechische Spätphase – der Hellenismus – Gewand der Pandrosos,
Tochter des Kekrops, aus
verzichtet nicht auf die prachtvolle Erschei-
dem Westgiebel des Par-
nung der Skulptur und scheut sich nicht, de- thenon (Athen, Akropolis-
ren Afinität zum östlichen Lebensreichtum museum).
auszudrücken.

Der spätklassisch-frühhellenistische
sog. Alexandersarkophag
Der spätklassisch-frühhellenistische sog. Alex- Abb. 9
andersarkophag aus der sidonischen Königs- Farbreste von Ägyptisch
metropole, eine sehr qualitätsvolle Arbeit aus Blau am Mantel des atti-
schen Urkönigs Kekrops
einer griechischen Werkstatt um 320 v. Chr.,
aus dem Westgiebel des
legt dafür Zeugnis ab (Abb. 10. 11; s. auch Parthenon (Athen, Akropo-
Beitrag Reitzenstein, Abb. 3 a–b). Die um- lismuseum).

über 1/15 ANTIKE WELT 31


«Bunte Götter» – Die Polychromie der griechischen Skulptur

nen dreidimensional mit Schattierung und


Glanzlicht, Schraffuren auf Schildinnensei-
ten geben den Schlagschatten von Kämpfern
an. Eine Modellierung erfolgte zum Ersten
Abb. 10
Alexander der Große durch eine Schattenlinie z. B. in Faltentälern
mit seinem Helm in der der Gewänder oder um die Augenlider als
TITELTHEMA

Form eines Löwenkopfes. Untermalung, zum Abschluss dann auf dem


Alexandersarkophag aus
sorgfältigen Farbauftrag als Schraffuren und
der Königsnekropole von
Sidon (Istanbul, National- Glanzlichter.
museum).
Die farbige Erscheinung der griechi-
schen Marmorskulpturen
In der archaischen Zeit der griechischen An-
tike wurde für die Skulptur v. a. Stein verwen-
det. Der kostengünstige Kalkstein musste für
die Farbfassung in aufwändiger Weise mit
einem Stuck verkleidet und poliert werden.
Häuig wurde diesem Stuck Marmorstaub
beigemischt, um dem Farbträger eine hohe
Abb. 11 Lichtrelexion zu verleihen.
Persischer Soldat hebt Als Werkmaterial hochwertiger, verlässli-
seinen Schild. Sog.
cher und daher kostspieliger war der Statu-
Alexandersarkophag aus
der Königsnekropole von enmarmor des Berges Pentelikon im Norden
Sidon (Istanbul, National- Athens oder jener schneeweiße Marmor aus
museum). den Brüchen der Marmorinseln Paros und
Naxos. War die Oberläche dieses makellosen
Steines, der keinerlei Einschlüsse oder Ver-
unreinigungen besaß, sorgfältig geglättet und
Abb. 12
Hose (Anaxyrides) eines poliert, so ließen sich hierauf die Farben un-
Persers mit vielfarbigem mittelbar und ohne Grundierung auftragen.
Rautenmuster. Alexan- Geglätteter Statuenmarmor stellt den schöns-
dersarkophag aus der
ten und elegantesten Malgrund überhaupt dar
Königsnekropole von
Sidon (Istanbul, National- und erlaubt eine präzise, geschmeidige und
museum). feinteilige Bemalung.

Werkmaterial Bronze
entweder in idealisierter Nacktheit darge- In der klassischen Zeit der griechischen An-
stellt oder mit kurzem Panzerrock und Rei- tike gewann die Bronze eine zunehmende
terumhang bekleidet, die Haut ist in hellen Bedeutung und löste den Marmor sukzessive
Rotbrauntönen und die Gewänder sind in als das wichtigste Werkmaterial für die Skulp-
eleganter Einfarbigkeit gehalten, wobei die turenweihung ab, d. h. für die Einzelskulptur
Farbpalette von intensiven hellen Gelbtönen und die Skulpturengruppe, die frei im Hei-
über Rot bis Violett und Braun reicht. Die ligtumbezirk auf dem Markt oder dem Grab
Schilde der Krieger wurden als Träger für Mi- aufgestellt wurden. Selbstverständlich war die
niaturmalereien genutzt, etwa für eine Audi- Bauskulptur an den Steintempeln weiterhin
enzszene (Abb. 13) oder einen Medusenkopf. auch aus Stein und hier v. a. aus Marmor ge-
Sowohl für die Malerei auf der Fläche arbeitet worden.
als auch für diejenige auf den Figuren selbst Die Farbigkeit der Marmorskulptur ist
werden virtuos die Effekte der Licht-Schat- insbesondere in den vergangenen drei Jahr-
tenmalerei eingesetzt; die Augen erhalten ein zehnten intensiv erforscht worden. Daher ist
Glanzlicht, gemalte Bronzeknöpfe erschei- unsere Vorstellung der Polychromie griechi-

32 ANTIKE WELT 1/15 über


«Bunte Götter» – Die Polychromie der griechischen Skulptur

scher Marmorskulptur heute deutlich präzi-


siert worden. Die Erforschung der Bronzepo-
lychromie steht jedoch erst am Anfang.
Während die Erwähnungen in den antiken
Texten schon früh Aufmerksamkeit fanden
(Quatremère) und gerade in einem Münch-

TITELTHEMA
ner Projekt neu kompiliert und interpretiert
werden, ist den Phänomenen an den erhal-
tenen Bronzen wenig systematisch geordnete
Analyse zuteil geworden.

Der Bronzekrieger aus dem Meer vor


Riace
Ein Team der Frankfurter Liebieghaus Skulp-
turensammlung bemüht sich seit 2012 um
die Wiedergewinnung der ursprünglichen
Erscheinung des Bronzekriegers A aus dem läche mithilfe schwefelhaltiger Substanzen. Abb. 13
Meer vor Riace. Dieses Experiment stützt Das moderne Experiment belegt, dass auf Audienz des persischen
Großkönigs im Schild eines
sich auf die Tatsache, dass in den antiken diesem Wege der Kupfergehalt der Bronze-
persischen Soldaten im
Quellen zuweilen von einer Behandlung der legierung in malachitähnliches Grünes, azu- UV-Licht. Alexandersarko-
Bronze mit Asphalt die Rede ist. Andererseits ritähnliches Blau, cupritähnliches Rot oder phag aus der Königsnek-
berichten antike Autoren von der leberfar- schwarzes Kupfer(II)-oxid mit diversen rot- ropole von Sidon (Istanbul,
Nationalmuseum).
benen Bronze einer speziellen, sehr gefrag- braunen bzw. rotvioletten Zwischentönen ge-
ten Legierung des Metalls. Auch wird die wandelt werden kann.
Erscheinung der Haut männlicher Bronzen An beiden Bronzeiguren aus dem Meer von
mit der sonnengegerbten Haut von Athleten Riace, sowohl an Krieger A als auch an Krie- Abb. 14 (links)
in der Palästra gleichgesetzt. Darüber hinaus ger B, haben sich zahlreiche Elemente der sog. Wimpern aus Kupfer, Au-
werden farbige Elemente der Bronzeskulp- Materialpolychromie erhalten, nämlich Lip- gen aus farbigen Steinen.
Bronzekrieger A aus dem
tur selbst von antiken Schriftstellern aufge- pen, Wimpern und Brustwarzen aus reinem,
Meer vor Riace (Natio-
führt. Mag es sich hier manchmal um selbst- roten Kupfer, Zähne aus Silber und Augen nalmuseum, Reggio di
läuige Beschreibungen iktiver Werke im aus verschiedenfarbigen Steinen (Abb. 14. Calabria).
Sinne eines literarischen Topos handeln, so 15). Die Karunkeln sind an beiden Statuen
sind doch häuig Erscheinungen an real exis- aus einem rötlichen Stein in präzisem An- Abb. 15 (rechts)
tierender Kunst aufgelistet. schluss an den weißen Stein des Augenweiß Lippen aus massivem
Chemische Analysen an Bronzeskulptu- angeschlossen worden. Kupfer, Zähne aus Silber.
Bronzekrieger A aus dem
ren, die im Meer und auch an Land entdeckt Für das Frankfurter Experiment wurde die
Meer vor Riace (Natio-
wurden, führen den Nachweis von antiker Figur des Kriegers A hochaulösend vermes- nalmuseum, Reggio di
beabsichtigter Patinierung der Bronzeober- sen. Im 3D-Druck stellte das Team eine Calabria).

über 1/15 ANTIKE WELT 33


«Bunte Götter» – Die Polychromie der griechischen Skulptur

wurde. Dieser Farbton entspricht vermutlich


den Beschreibungen der antiken Autoren,
wenn sie von einer leberfarbenen Bronze
sprechen.
Das Liebieghaus-Team verwendete As-
phalt, aufgelöst in Alkohol bzw. aufgekocht in
TITELTHEMA

Öl, um in einem nächsten Schritt die Bronze


mit diesem Schutzüberzug zu versehen. Es
wurde hierbei sofort deutlich, dass – je nach
Stärke der Verdünnung des Asphaltlacks –
Farbtöne von transparent über rotbräunlich,
Braun bis Schwarz zu erzielen sind. Diese
Abb. 16 malerische Verwendung einer Farbe in ih-
Mit Asphaltlack und ren verschiedenen Verdünnungen beobachtet
Schwefelleber gefärbter
Bronzenachguss des Bron- die Forschung seit langem auf den zeitglei-
zekriegers A aus dem Meer chen rotigurigen attischen Vasen, auf denen
vor Riace. Vergoldeter mit dem schwarzen Tonschlicker rötliche bis
Helm ergänzt (Liebieghaus
bräunliche Lasuren erzielt werden, die z. B.
Skulpturensammlung Frank-
furt & Soprintendenza Schattierungen im menschlichen Haar oder
Archeologica di Calabria). im Fell der Tiere hervorrufen. In Analogie zu
diesen Maltechniken der Vasenmaler wurden
die Oberlippen, der Kinnbart und das Haupt-
Gussform her, an der eine fehlende Locke haar des Kriegers mit wechselnden Farbnu-
ergänzt wurde. Der Guss erfolgte in einer ancen des Braunschwarz überzogen.
90/10 Legierung, einem Verhältnis von Die Augen aus Fremdmaterialien wurden
Kupfer zu Zinn, das ungefähr dem Original- von Edilberto Formigli und seinem Team ge-
material entspricht. Der schwärzliche Zun- schaffen, ebenso die einfassenden Kupferble-
der wurde entfernt, wobei jedoch die stark che, die in Wimpern enden. Die Lippen sind
rötliche äußerste Metallschicht bewahrt mit Kupfer gefasst und auf die Zähne wurde
Silberfolie gelegt (Abb. 16).

Die farbige Erscheinung der antiken grie-


Adresse des Autors Skulptur. Studien zur antiken Malerei
und Farbgebung 5 (2003). chischen Marmor- und Bronzeskulptur
Prof. Dr. Vinzenz Brinkmann
Leiter der Antikensammlung in der experimentellen Rekonstruktion
DERS., Das Leben des antiken Bild-
Liebieghaus Skulpturensammlung
Schaumainkai 71
werks, in: Die große Illusion. Veristi- Experimentelle Rekonstruktionen dienen dem
sche Skulpturen und ihre Techniken.
D-60596 Frankfurt Ausstellungskatalog Liebieghaus wissenschaftlichen Diskurs, der Erörterung
Skulpturensammlung (2014) 66–87. und Deinition von Fragestellung. Sie können
Bildnachweis
V. BRINKMANN / A. SCHOLL (Hrsg.), eine erste Anschauung eines ursprünglichen
Abb. 3: The State Hermitage Museum; Bunte Götter. Die Farbigkeit antiker
4: Farbrekonstruktion: Ulrike Koch- Skulptur. Ausstellungskatalog Perga-
Erscheinungsbildes liefern. Die Experimente
Brinkmann und Vinzenz Brinkmann, monmuseum Berlin (2010). vermitteln eine konkrete Vorstellung für die
Liebieghaus Skulpturensammlung,
Leihgabe LMU München, Leibniz- E. FORMIGLI, Die Oberlächengestal- Funktion von Material, Farbe und Ornament
preis 2007 O. Primavesi; 6: Version B, tung antiker Großbronzen. Die Tech- an der Skulptur. Die Auseinandersetzung mit
Ulrike Koch-Brinkmann und Vinzenz niken der Farbigkeit, in: V. Brinkmann
Brinkmann, Universität Heidelberg (Hrsg.), Zurück zur Klassik. Ein neuer den Techniken der Bronzebildhauer erweist,
& Stiftung Archäologie (Foto Dieter Blick auf das antike Griechenland.
Rehm); 7: Farbrekonstruktion Variante Ausstellungskatalog Liebieghaus
dass auch die antike Metallskulptur in leben-
B: Ulrike Koch-Brinkmann und Vinzenz Skulpturensammlung (2013) 275–288. diger Weise farbig gestaltet war und hierin wo-
Brinkmann, Stiftung Archäologie; alle
übrigen Abb. vom Verf. J. STUBBE ØSTERGAARD u. a. (Hrsg.), möglich den Bildwerken aus Marmor in nichts
Transformations. Classical Sculpture in nachstand. Vielleicht verhalf jedoch der leicht
Colour. Ausstellungskatalog Ny Carls-
Literatur metallische Tiefenglanz, der weiten Bereichen
berg Glyptotek (2014).
V. BRINKMANN (mit einem Beitrag der Bronzeskulptur eigen war, der Farbigkeit
von O. Primavesi), Die Polychromie http://www.stiftung-archaeologie.de/
der archaischen und frühklassischen index.html zu einem ganz besonderen, exklusivem ästhe-
tischen Reiz.

34 ANTIKE WELT 1/15 über


MUSEUMSINSEL BERLIN
Neues aus der Antikensammlung und dem Vorderasiatischen Museum

Abb. 1 Historische Aufnahme der Villa Görings in Carinhall (1937).

Eigentümer unbekannt
Auf den Spuren des Fremdbesitzes in der Antikensammlung

I m Mittelpunkt eines seit Dezember 2013


laufenden Forschungsprojektes der An-
tikensammlung steht die Bearbeitung
Unter welchen Umständen kann
Fremdbesitz entstehen und in die
Museen gelangen?
Truppen in Deutschland beschlagnahmt
und in die Sowjetunion transportiert
worden waren, an die DDR zurückgege-
des Fremdbesitzes. Was versteht man Ein Beispiel sind Objekte, die während ben wurden. Nicht in jedem Fall erfolgte
unter diesem Begrif? In der zivilrechtli- des Zweiten Weltkrieges an Museen zur die richtige Zuordnung der Objekte, nur
chen Literatur hat sich «Fremdbesitzer» Aufbewahrung abgegeben und danach durch eine enge Zusammenarbeit von
als Gegenteil von dem im Bürgerlichen nie abgeholt wurden. Angesichts der Archäologen an verschiedenen Museen
Gesetzbuch deinierten Begrif «Eigen- spärlichen Dokumentation ist die Suche der DDR konnte ein Großteil der Anti-
besitzer» durchgesetzt (BGB § 872: «Wer nach den Eigentümern meistens aus- ken identiiziert werden. So schrieb am
eine Sache als ihm gehörend besitzt, ist sichtslos. 15. 5. 1959 eine Mitarbeiterin der An-
Eigenbesitzer»). Laut Deinition der Juris- Fremdbesitz kann auch durch Über- tikensammlung an einen Kollegen der
ten W. Brehm und C. Berger ist Fremdbe- weisungen öfentlicher Institutionen ent- Dresdener Kunstsammlungen: «Wir ha-
sitzer «derjenige, der aufgrund eines ab- stehen: So übergab der Magistrat von ben jetzt das Auspacken der Vasen ab-
geleiteten Rechts eine in seinen Augen Groß-Berlin der Antikensammlung im geschlossen und heute mit den Terrakot-
fremde Sache besitzt wie der Mieter». In Jahre 1947 «herrenlose» Objekte unbe- tenkisten aus Moskau begonnen. Leider
Museen bezeichnet man mit Fremdbe- kannter Provenienz, die nach dem Zwei- sind in fast allen Kisten Terrakotten aus
sitz die «Werke, die von Museen verwahrt ten Weltkrieg vom Bergungsamt der Stadt Berlin und Dresden gemischt verpackt,
werden, ohne deren Eigentum zu sein sichergestellt worden waren. Fremdbe- und da auch viele der Stücke ohne Inven-
und bei denen der Kontakt zum Eigen- sitz entstand auch in den Jahren 1958 bis tarnummer sind, bräuchten wir dringend
tümer abgerissen ist oder nie bestanden 1959, als Kunstobjekte, die während des zum Auseinandersortieren Ihre Hilfe»
hat». Zweiten Weltkrieges von sowjetischen (SMB-ZA, II VA 4820).

über 1/15 ANTIKE WELT 35


MUSEUMSINSEL BERLIN

Neues aus der Antikensammlung

Abb. 2 Kunstwerke in Carinhall (Staatsbesuch des Prinzregenten Abb. 3 Fragmente einer attisch-rotigurigen Hydria aus Carinhall
Paul von Jugoslawien am 4. 6. 1939). Der Sarkophag beindet sich (Y 1710) in der Antikensammlung.
in der Antikensammlung.

Detektivarbeit im Museum alten Bestand der Sammlung gehören, Fallbeispiel Carinhall


Seit  Jahren wird in der Antikensamm- obwohl die entsprechende Dokumenta- Unter den Antiken, die 1947 vom Magist-
lung – an erster Stelle durch Ursula Käst- tion während des Krieges verschollen rat von Groß-Berlin überwiesen wurden,
ner  – Fremdbesitz ermittelt. Neu ist bei ist  – wurden diejenigen aufgenommen, stammen viele aus der Sammlung von
dem aktuellen Projekt, dass eine systema- bei denen Indizien für die Rekonstruktion Hermann Göring in Carinhall in der Schorf-
tische Überprüfung der Erwerbungen seit der Provenienz vorliegen (z. B. Nummer heide (Abb. 1). Es ist bekannt, dass Göring
1933 erfolgt. In diesem Rahmen wird auch am Objekt, die auf eine alte unbekannte bei der Zusammenstellung seiner Samm-
nochmals überprüft, ob sich in der Samm- Sammlung hinweist). Alle in den Inven- lung u. a. von Beschlagnahmungen in den
lung NS-verfolgungsbedingt entzogenes tarbüchern und Verzeichnissen überlie- von deutschen Truppen besetzten Gebie-
Kulturgut beindet. ferten Provenienzen seit 1933 wurden in ten proitierte. Provenienzforscher konnten
Ausgangspunkt der Untersuchung sind einer Liste zur weiteren Überprüfung auf- nachweisen, dass sich unter seinen Kunst-
über 10 000 Einträge von Objekten in Inven- genommen. Gearbeitet wird sowohl mit werken auch Objekte aus ehemaligem jü-
tarbüchern und Verzeichnissen. Diese um- zahlreichen Online-Datenbanken zum dischem Besitz befanden.
fangreiche Materialbasis konnte durch Aus- NS-Kunstraub (z. B. http://www.lostart.de) Was die Antiken betrift, ist die Quel-
schlussverfahren zunächst auf ca. 4800  Er- als auch mit Archivalien. Erwerbungspro- lenlage viel schlechter als für die Gemälde,
werbungen eingeschränkt werden: Ob- tokolle, Verwaltungsunterlagen, histori- die den Schwerpunkt der Sammlung Gö-
jekte aus Ausgrabungen und Dauerleihga- sche Adressbücher und Auktionskataloge ring bildeten. In der Nachkriegszeit enga-
ben aus öfentlichen Institutionen werden können wertvolle Informationen über gierte sich der Mitarbeiter des Bergungs-
z. B. nicht berücksichtigt, weil sie für die die Provenienz eines Objektes liefern wie amtes Kurt Reutti für die Sicherstellung des
Fragestellung des Projektes nicht relevant auch Hinweise und Abbildungen in der Kunstgutes im Areal der 1945 gespreng-
sind. Von den nicht inventarisierten, son- älteren Fachliteratur. Bisher konnten ca. ten Villa Görings. Die Berichte seiner Ber-
dern mit Hilfsnummern versehenen Ob- 100  Objekte als Fremdbesitz identiiziert gungen bilden eine wichtige Quelle auch
jekten  – die höchstwahrscheinlich zum werden. für die Antiken. Ferner können historische

36 ANTIKE WELT 1/15 über


MUSEUMSINSEL BERLIN
Neues aus der Antikensammlung

Aufnahmen, die Innenräume der Villa zei- worden waren, wurden nach Kriegsende
Adresse der Autorin
gen (Abb.  2), ausschlaggebende Beweise an die französische Regierung zurückge-
Dr. Laura Puritani
für die Provenienz von Objekten aus Carin- geben. Eine Replik der Kapitolinischen Antikensammlung
hall liefern. In den Inventarverzeichnissen Venus aus der Sammlung Göring, die aus Staatliche Museen zu Berlin –
Preußischer Kulturbesitz
der Sammlung Göring werden nur wenige Leptis Magna stammt, wurde 1999 von Geschwister-Scholl-Straße 6
D-10117 Berlin
antike Skulpturen genannt; antike Kera- der Antikensammlung an die italienische
mik wurde vermutlich als Kunstgut zwei- Regierung und von Letzterer an die liby-
Bildnachweis
ten Ranges betrachtet, weil sie nicht in sche Regierung restituiert. Es handelte Abb. 1: bpk; 2: bpk – Bayerische Staats-
den einschlägigen Listen von A. Hofer er- sich um ein Geschenk von Mussolini (oder bibliothek; 3: Staatliche Museen
zu Berlin – Antikensammlung, Foto:
fasst ist. Ein ausschlaggebendes Kriterium von I. Balbo) an Göring. J. Laurentius.
für die Identiikation von griechischer und Nach der Washingtoner Konferenz 1998
unteritalischer Keramik aus der Sammlung und der Gemeinsamen Erklärung 1999 ist Literatur
Göring bietet jedoch die Anpassung an die Untersuchung der Provenienzen und W. BreHM / C. BerGer, Sachenrecht
(2006) 50.
Fragmente aus dem Brandenburgischen die Überprüfung der Sammlungsbestände
Landesamt, die in den 1990er Jahren bei in Hinblick auf NS-verfolgungsbedingt ent- U. KäStNer, Fremdbesitz in der
Vasensammlung des Berliner Antiken-
Nachgrabungen in Carinhall gefunden zogenes Kulturgut auch für archäologische museums, in: CVA Berlin 9 (2002) 81−82.
wurden (Abb. 3). Sammlungen ein unverzichtbarer Bereich F. G. HAASe, Die Kunstsammlung
Bei der Auswertung der genannten der Forschung geworden. Nach Abschluss des reichsmarschalls Hermann Göring
(2000).
Quellen ist zu berücksichtigen, dass nicht unseres Projektes 2016 werden die Ergeb-
C. tHIeLeCKe, Fremdbesitz in Museen –
alle Antiken, die zur Sammlung Göring nisse zum Fremdbesitz im Rahmen einer rechtliche Problematik und Lösungs-
gehörten, in der Berliner Antikensamm- Publikation der Öfentlichkeit zugänglich ansätze, in: C. Munzinger-Brandt
(Hrsg.), Museumsgut und eigentums-
lung aufbewahrt sind: Mehrere Objekte gemacht. Den bislang unbekannten oder fragen. Die Nachkriegszeit und ihre
gelangten in den Besitz von Raubgräbern unauindbaren Eigentümern wird somit die heutige relevanz in der rechtspraxis
der Museen in den neuen Bundes-
und Schatzsuchern. Andere, die während Chance eingeräumt, ihre Besitzansprüche zu ländern (2012) 37−41.
des Krieges in Frankreich beschlagnahmt melden.

Schwarze Magie in der Berliner Antiken-


sammlung
ein Projekt zur erschließung der Fluchtäfelchen und rachepuppen aus Blei

D ie ersten bekannten Fluchtäfelchen


wurden zwischen 1812 und 1815 pu-
bliziert. Damals gingen die Forscher noch
Kollektionen antiker Fluchtäfelchen und
anderer magischer Objekte weltweit, die
eine genauere Betrachtung verdient.
seine Feinde in Bleitäfelchen einzuritzen
und in Gräbern zu deponieren, reicht ins
6. Jh. v. Chr. zurück. Die Menschen in der
davon aus, dass es sich bei diesen Objek- Antike glaubten, dass die Nähe zur Lei-
ten um reine Kuriositäten handelte; sie Anrufung eines Toten in Theben che zu einer geheimnisvollen Ansteckung
ahnten noch nicht, dass derlei Gegen- Die größte Gruppe unter den Berliner führe und die in den Inschriften erwähn-
stände in antiken Nekropolen weit ver- Fluchtäfelchen stammt aus der Sammlung ten Namen und mit ihnen ihre Träger vom
breitet waren und später zu einem bevor- von Richard Wünsch (1869–1915). In den Fluch befallen würden. Magische Prakti-
zugtem Forschungsgebiet insbesondere 1890er  Jahren kaufte er in Griechenland ken werden oftmals gerne durch Recht-
von Religionswissenschaftlern werden soll- rund 200 Täfelchen, die meisten von ihnen fertigungen erläutert. Ab dem 4. Jh. v. Chr.
ten. Bei Museumsbesuchern stoßen sie aus Attika, einige weitere aus Böotien (da- erscheinen auf den Fluchtäfelchen Anru-
eher selten auf Interesse. Die Berliner An- runter auch das Täfelchen Abb. 1), und ver- fungen der verstorbenen Person, in deren
tikensammlung besitzt unter ihren Be- kaufte sie später an die Königlichen Mu- Grab die Täfelchen deponiert wurden; die
ständen gleichwohl eine der wichtigsten seen zu Berlin. Der Brauch, Flüche gegen Verstorbenen werden sozusagen als Mit-

über 1/15 ANTIKE WELT 37


MUSEUMSINSEL BERLIN

Neues aus der Antikensammlung

Rachepuppe und Isotopen-


analysen
Wie in fast allen Museen dieser Welt gibt
es auch in der Berliner Antikensammlung
zahlreiche Objekte, deren Herkunft unbe-
kannt ist. Der Archäologe Hans Schrader
(1869–1948) kaufte im  Jahre 1904 eine
kleine, aus einer Form gegossene Bleista-
tuette (Höhe: 9,6  cm); der Kunsthändler
gab als Herkunftsort Korinth an (Abb.  2).
Mit ihren hinter den Rücken geführten Ar-
men, die wie zusammengebunden wir-
ken, und der Liste eingeritzter Namen
lässt sie keinen Zweifel daran, dass wir
Abb. 1 Die sog. Tabella Thebana aus der Sammlung r. Wünsch (Misc. 8608). Der
Geist des Pythokritos wird angerufen, die Feinde des Verfassers mit in die Unterwelt zu es hier mit einer Rachepuppe zu tun ha-
nehmen. 2.–1. Jh. v. Chr. ben. Bislang sind rund 90 derartige Ob-
jekte aus der Antike bekannt, die meisten
sind aus Blei gefertigt. Die formale Gestal-
telsperson zur Unterwelt angesehen. Der die sehr schöne Schriftform – die mit Tex- tung und stilistische Elemente dieser Ra-
Verfasser des Fluchtäfelchens aus Theben ten auf Papyri verglichen werden kann  – chepuppe deuten auf eine Entstehung im
ruft einen Toten namens Pythokritos an legen jedoch nahe, dass das Täfelchen im 4. Jh. v. Chr.; die Schrift legt eine Datierung
und bittet ihn, eine Gruppe von Männern 2. oder 1.  Jh. v. Chr. beschrieben worden in die erste Hälfte des Jahrhunderts nahe.
und Frauen «mit nach unten zu nehmen». ist. Wie so oft kennen wir auch im vorlie- Aus einer Kombination unterschiedlicher
Leider ist der archäologische Kontext die- genden Fall die Gründe nicht, die den Au- Methoden können die exakte Provenienz
ses Objektes unbekannt; der Dialekt und tor zur Abfassung motivierten. des Objektes und möglicherweise auch
die Gründe für die Abfassung des Fluchs
ermittelt werden. Einige Charakteristika
des griechischen Alphabets bei den einge-
Abb. 2 Auf der rachepuppe von der Kykladeninsel Keos (Inv. 30741) wünscht ein
Inselbewohner sechs namentlich genannten Feinden – vermutlich Athenern – den tod. ritzten Namen indet man ausschließlich
erste Hälfte des 4. Jhs. v. Chr. auf Keos, der ersten größeren Insel südöst-
lich von Attika. Diese erste Einschätzung
wurde bestätigt durch eine Isotopenana-
lyse seitens der Bundesanstalt für Mate-
rialforschung und -prüfung (BAM) in Ber-
lin: Die Isotopenwerte des Bleis stimmen
genau mit denjenigen auf Keos überein.
Die Inschrift erlaubt noch eine weiterge-
hende Schlussfolgerung. Der Text besteht
aus einer Liste von sechs Namen (ein Hin-
weis darauf, dass diese Puppe nicht ein
bestimmtes Fluchopfer darstellen sollte,
sondern vielmehr den Vorgang der Verlu-
chung). Interessanterweise sind nun die
Namen in Athen sehr verbreitet, außer-
halb dieser Stadt hingegen äußerst selten.
Wir haben es also mit einer Rachepuppe
zu tun, die auf Keos zu Beginn oder gegen
die Mitte des 4.  Jhs. v. Chr. beschrieben
wurde und deren Ziel eine Gruppe von
Athenern war. Daraus können nun histo-
rische Schlüsse gezogen werden: Es liegt

38 ANTIKE WELT 1/15 über


MUSEUMSINSEL BERLIN
Neues aus der Antikensammlung

nahe, diese Rachepuppe mit den Span-


nungen zwischen Keos und Athen in Ver-
bindung zu bringen, über die wir aus einer
attischen Inschrift des Jahres 363/2 v. Chr.
Bescheid wissen. Vorangegangen waren
zwei Aufstände auf Keos gegen Athen.

Der Wagenlenker Restutus


In der späten römischen Kaiserzeit war
der Circus eine Institution mit hoher so-
zialer und politischer Bedeutung. Fluch-
täfelchen gegen einzelne Wagenlenker,
ganze Teams oder deren Pferde gehören
zu den meistverbreiteten Beispielen die-
ser Denkmälergattung in der späteren
Kaiserzeit und Spätantike. Sie wurden (in
der Regel auf Griechisch) nicht im Sinne
einer persönlichen Rache verfasst, son-
Abb. 3 Der Wagenlenker restutus und seine Pferde werden mit einem Fluch belegt.
dern um der eigenen Mannschaft zum Diese römische Bleitafel aus dem 4. Jh. n. Chr. (Misc. 6326, C 123) gelangte mit
Sieg zu verhelfen. Bis vor kurzem war dem «Kriegergrab aus tarquinia» nach Berlin und wurde lange irrtümlicherweise als teil
erstaunlicherweise kein solches spätes des Grabinventars angesehen.
Fluchtäfelchen in den Beständen der An-
tikensammlung bekannt. Im Jahre 1869
hatte das Museum das Inventar des sog. bellae ist. Diese 56 Täfelchen wurden im
Adresse des Autors
Kriegergrabes von Tarquinia erworben, Jahre 1850 in Rom nahe der Porta San
Dr.  Jaime Curbera
eine der bedeutendsten Grabausstat- Sebastiano in der Vigna Marini gefun- Inscriptiones Graecae
tungen der frühitalischen Geschichte den. Sie wurden gegen Pferde und Wa- Berlin-Brandenburgische Akade-
mie der Wissenschaften (BBAW)
(8.−7.  Jh. v. Chr.). Im Zuge der Neubear- genlenker verschiedener Teams verfasst, Jägerstr. 22 / 23
beitung dieses Komplexes in der jüngsten und auch der Name Restutus erscheint D-10117 Berlin
Vergangenheit (s. dazu AW 2/14) konn- unter ihnen. Wie kam nun unser Täfel-
Übersetzung
ten drei kleine Bleifragmente als zusam- chen zu den Funden aus dem Krieger-
Dr. Martin Maischberger, Berlin
mengehörige Teile eines Fluchtäfelchens grab von Tarquinia? Kurz nach ihrer Auf-
identiiziert werden. Darauf sind eine indung gelangten die sog. Sethianorum Bildnachweise
Ritzzeichnung sowie die Reste einer spä- tabellae zunächst in das päpstliche Bau- Abb. 1: Foto © J. Laurentius, Staat-
ten griechischen Inschrift aus dem 4.  Jh. ministerium (Ministero dei lavori pub- liche Museen zu Berlin, Antiken-
sammlung. Zeichnung: J. Curbera,
n. Chr. zu erkennen (Abb. 3), weshalb das blici), rund zwanzig  Jahre später in das BBAW, Inscriptiones Graecae;
Täfelchen ganz ofensichtlich nicht zum Museo Nazionale delle Terme. Dass unser 2. 3: Foto © J. Laurentius, Staatliche
Museen zu Berlin, Antikensamm-
ursprünglichen Inventar des Kriegergra- Fluchtäfelchen bei diesen Transaktionen lung. Zeichnung: S. Giannobile,
bes gehören kann. Trotz seiner schlech- von der Gruppe getrennt worden wäre, Universität Palermo.
ten Erhaltung kann der Text zweifelsfrei ist eher unwahrscheinlich. Sehr viel plau-
als Fluch gegen einen Wagenlenker na- sibler erscheint die Hypothese, dass das Literatur

mens Restutus (und möglicherweise auch Täfelchen zwar auch in der Vigna Marini S. GIANNoBILe / J. CUrBerA,
eine römische tabella Deixionis,
gegen seine Pferde) identiiziert werden. gefunden wurde, jedoch getrennt von in: A. Babbi / U. Peltz, Das Krieger-
Dies ist auf den ersten Blick umso er- den übrigen 56 Objekten. Es mag bei der grab von tarquinia (2013) 87–92.

staunlicher, als es in Tarquinia weder ein Ausgrabung 1850 übersehen und erst J. CUrBerA / S. GIANNoBILe,
A Voodoo Doll from Keos in Berlin’s
Stadion noch einen Circus gab. Die Iko- zu einem späteren Zeitpunkt von einem Antikensammlung, in: J. van
nographie, der Inhalt und der Sprachduk- Weinbauern gefunden worden sein, der Bremer (Hrsg.), the Materiality of
Magic (im Druck).
tus des Textes und nicht zuletzt der Name es dann an einen Kunsthändler in Rom
des Wagenlenkers lassen jedoch nur sehr verkaufte. So könnte es dann zu den Fun- J. VoGL / M. roSNer, Lead iso-
tope analysis of an ancient voodoo
wenige Zweifel daran, dass dieses Fluch- den aus Tarquinia gelangt sein, während doll (im Druck).
täfelchen Teil der sog. Sethianorum ta- diese in Rom zum Verkauf standen.

über 1/15 ANTIKE WELT 39


Abb. 1
Kaukasische Berge, Gabala, 185 Jahre deutsche Archäologie
Aserbaidschan.
im Kaukasus
Eine Epoche und doch drei verschiedene Fassungen der Geschichte

Die vor 185 Jahren einsetzende archäologische Forschung über den Kaukasus und die dazugehörigen
Interpretationen weisen sehr starke Divergenzen auf. Im direkten Vergleich der in verschiedenen
Sprachen verfassten Forschungsarbeiten ofenbaren sich überraschende, erhebliche und zugleich
aufallende Antagonismen. Für dieselbe Epoche existieren nebeneinander drei verschiedene,
voneinander abweichende historische Interpretationen: die deutsch-europäische, die russische so-
wie die kaukasische. Die deutschen Gelehrten haben zu der damaligen Zeit einige doch sehr
zweifelhafte Schlüsse gezogen. Die Sowjetforscher verfolgten ihre eigene nationalistische Ideologie
und die Nachfolgestaaten der ehemaligen UdSSR bemühen sich jetzt um eine eigene, neue
nationale Geschichtsschreibung.

von Nourida Ateshi Gelegen an der Kreuzung von Orient und


Okzident war dieses Gebirge, das sich über

D er Kaukasus ist bekannt als Land der Ber­


ge und der Sprachen; er ist eine der ältes­
ten von Menschen bewohnten Regionen der
neun Klimazonen erstreckt, Jahrtausende lang
Schauplatz einer bewegten Geschichte. Mit
seinen uneinnehmbar hohen und geheim­
Welt. Zwischen dem Schwarzen Meer im Wes­ nisvollen Bergen, seiner besonderen geogra­
ten und dem Kaspischen Meer im Osten gele­ phischen Lage und seinen zahlreichen ober­
gen, grenzen ihn im Norden die Flüsse Kuban und unterirdischen natürlichen Ressourcen hat
und Terek gegen die russische Steppe ab. Im der Kaukasus fremde Eroberer, ausländische
Südosten bildet der Fluss Samur die Grenze. Reisende, Historiker und Händler angezogen.

40 ANTIKE WELT 1/15


über
185 Jahre deutsche Archäologie im Kaukasus – Eine Epoche und doch drei verschiedene Fassungen der Geschichte

Aischylos (Prometheus vinctus) nannte die ben nach seinem Tod die Fabrik übernom­
kaukasischen Berge «Herrscher aller Berge». men (Abb. 2).
Die Römer unternahmen drei Feldzüge in den Während der Bauarbeiten fanden die Ar­
Kaukasus; wegen der Vielzahl der dort gespro­ beiter viele Steinkistengräber, Skelette, Waf­
chenen Sprachen schlossen sich ihnen 70, fen und Schmuckstücke aus Bronze. Die
manchmal bis zu 130 Übersetzer an (Abb. 1). Artefakte wurden nach Berlin geschickt, zu
Rudolf Virchow (1821–1902), einem Freund
«Deutsche» Archäologie der Familie Siemens. Die Fundstücke weck­
Die Geschichte der «deutschen» Archäologie ten Virchows Interesse, er war jedoch gerade
im Südkaukasus beginnt im Jahr 1829. Da­ selbst unabkömmlich.
mals reiste ein hessischer Professor nach Ar­ Werner Siemens wurde Mitglied der von Vir­
menien, der 28­jährige Philosoph und Orien­ chow mit gegründeten Berliner Gesellschaft für
talist Friedrich Eduard Schulz (1799–1829). Anthropologie, Ethnologie und Urgeschichte.
Er fand im damals zum Osmanischen Reich Virchow hat kurz darauf seinen Bekannten
gehörenden Kurdengebiet und im östlichen und Vertrauten Waldemar Belck nach Gede­
Armenien eine große Sammlung alter Keil­ bey geschickt. Belcks überwiegend inanziell
schriften. Später wurde er in den Bergen nahe motivierten Grabungen, bei denen er z. B. keine
Hakkari (Tschölemerik) vermutlich auf kur­ Rücksicht auf die Schichten nahm, zerstörten
dischen Befehl ermordet, da er fälschlicher­ unkontrolliert Befunde und die Kohärenz der
weise für einen Spion gehalten wurde. Funde. Seine meist ohne Genehmigung der
Ebenfalls im Jahr 1829 wurde der russische zuständigen russischen Stellen illegal ausge­
Archäologe A. Yanovski aus Moskau von den grabenen oder von Bewohnern der Gegend
zentralen russischen Behörden nach Aserbaid­ gekauften, sehr umfangreichen Sammlungen
schan entsandt. Er sollte vor Ort nach Spu­ wurden zu Virchow nach Berlin geschickt. Die­
ren des Kaukasischen Albania suchen, das ser wusste von den illegalen Ausgrabungen
schon von den römischen Geschichtsschrei­ Belcks, hatte ihn aber immer wieder unter­
bern Plinius und Strabo beschrieben worden stützt und sogar zugelassen, dass Belck die
war. Dass die kaukasische Archäologie aber Funde auch an andere Museen in Deutsch­
wichtige Impulse für ihre Entwicklung der land schickte, beispielsweise nach Danzig (im
Elektrizität im Kaukasus verdankt und mit heutigen Polen), Hamburg und München.
dem Namen Siemens verbunden ist, ist heute Belck schrieb in einem Brief an Virchow:
wenig bekannt. «Ich nutze gerne die Gelegenheit, es dankbar
anzuerkennen, dass mein damaliger Chef,
Die Siemensbrüder erstürmen den unser verewigter Werner von Siemens, diese
Kaukasus Arbeiten nicht nur bereitwillig gestattete,
1847 gründete die Firma Siemens & Halske sondern auch durch den Gedabeker General­
eine Tochterirma in Russland und begann das direktor William Bolton in liberalster Weise
Telegrafennetz vor Ort aufzubauen. Um das unterstützen ließ.»
Material für die Telegrafenleitungen selbst her­ Parallel dazu haben in den 1880er Jahren
zustellen, hat Siemens im Jahr 1864 in Gedebey Friedrich Bayern und ab 1891 Emil Rösler, ein
(Aserbaidschan) eine Kupfermine gekauft und
eine Fabrik errichtet, deren Grundstein von
Werner Siemens selbst gelegt worden war und
deren Bau sein Bruder Walter geleitet hatte;
sie wurde im August 1865 in Betrieb genom­
men. Walter konnte seine Erfolge nicht mehr
genießen, denn im November 1868 iel er bei
einem Reitauslug in Gedebey vom Pferd
und verstarb. Er wurde wie sein Bruder Otto
Abb. 2
auf dem katholischen Friedhof in Tilis be­ Kupferhütte in Gedebey,
graben. Seine Brüder Werner und Carl ha­ Aserbaidschan.

über 1/15 ANTIKE WELT 41


185 Jahre deutsche Archäologie im Kaukasus – Eine Epoche und doch drei verschiedene Fassungen der Geschichte

deutschstämmiger Gymnasiallehrer aus He­ «Schatztruhen mit doppeltem Boden»


lenendorf (heute Göygöl / Aserbaidschan), für Siemens
massive Ausgrabungen betrieben. Zahlreiche Kürzlich tauchte im Staatlichen Museum für
Publikationen, die damals verfasst wurden, Ethnologie und Geschichte in Gensche (Aser­
enthalten teilweise falsche Angaben und In­ baidschan) ein ungewöhnliches Weinfass auf.
terpretationen in geograischer, historischer, Aus Archivdokumenten, Briefen und alten Zei­
archäologischer und anthropologischer Hin­ tungen aus dem Kaukasus war zu ersehen, dass
sicht. Irrtümer, die bis heute fortbestehen. diese Fässer zwischen Baku und Berlin hin und
Belck schrieb in einem weiteren Brief an her pendelnde Schatztruhen gewesen sein
Virchow: «Ich habe während meines Aufent­ müssen. Sie hatten einen doppelten Boden:
haltes in Tilis übrigens die Überzeugung ge­ Unten füllte man Goldstaub hinein, darüber
wonnen, dass mir die Regierung hier sehr bald kam dann etwas Kupfer oder Wein, so dass
das Handwerk legen würde, sobald sie von bei möglichen Kontrollen nur die obere Be­
meinen Ausgrabungen erfahren sollte; es soll füllung zu sehen war. Bei einer Kupferfabrik
hier ein Gesetz geben, wonach man für solche sollte das keinen Verdacht erregen. In den
Arbeiten die Erlaubnis der Behörden braucht. Bergen von Gedebey, wo Siemens damals
Nun muss ich Ihnen zu meinem Bedauern Kupfer gefördert hatte, gewinnt heute eine
auch noch mitteilen, dass der Geheimrat von aserbaidschanisch­amerikanische Firma rei­
Siemens mir von Tilis aus schrieb, er und nes Gold. Ein ehemaliger Arbeiter von Sie­
sein Bruder wollten möglichen Differenzen mens erklärte später, durch Hydrolyse 5 bis
mit den Behörden wegen Ausgrabungen (wo­ 7 % Gold illegal gewonnen und dann diesen
runter doch eventuell nur ich zu leiden habe) Goldstaub mit anderen Materialien zur Ana­
aus dem Wege gehen, weshalb ich angewiesen lyse nach Berlin geschickt zu haben. Unter­
sei, diese Arbeiten einstweilen ruhen zu las­ wegs ist der «Goldschatz» zu unbestimmter
sen. Das war Anfang Oktober; ich habe aber Zeit entweder auseinander gebrochen oder er
doch in aller Stille bis zum 9. November wei­ war so schwer geworden, dass der Zoll Ver­
ter gearbeitet.» dacht schöpfte. 1891 wurde die Gewinnung
Belck hat, obwohl es ihm untersagt wor­ von Gold verboten. Alte Bewohner von Ge­
den war, innerhalb dieser 28 Tage 45 Gräber debey erzählen, dass ein russischer Bergbau­
und Kurgane geöffnet. Als Gegenleistung ingenieur sie angezeigt habe. In den Jahren
wünschte sich Belck, Mitglied der von Vir­ 1891 und 1892 musste Siemens eine beträcht­
chow geleiteten Gesellschaft zu werden. Vir­ liche Geldstrafe bezahlen (Abb. 3).
chow erfüllte ihm diesen Wunsch gerne.
Als Belck 1891 nach Deutschland zurück­ Virchow vergrößert seinen Einluss
kehren musste, nachdem ihm die Kaiserlich Die 1859 gegründete Kaiserliche Archäolo­
Russische Archäologische Kommission seine gische Kommission in St. Petersburg führte
Grabungen untersagt hatte, sprach Emil Rös­ in allen russischen Gebieten, so auch im
ler, der sich im Jahr 1892 zur medizinischen Kaukasus, Ausgrabungen durch. Die Funde
Behandlung in Deutschland aufhielt, mit Vir­ wurden nach Moskau und St. Petersburg ge­
chow das Arbeitsprogramm für die nächs­ schickt. Betraut mit der archäologischen Ar­
ten Jahre ab und grub bis 1894 für Virchow beit in Nordossetien war der ofizielle «Be­
in Gebiet Berg­Karabach aus. Seine Thesen auftragte der Kaiserlich Archäologischen
sind ebenfalls im Licht der modernen wissen­ Kommission in St. Petersburg», der geheime
schaftlichen Erkenntnisse zu überprüfen. Im Staatsrat Wasilij L. Dolbezhew, Oberlehrer
Jahr 1894 untersagte die Kommission Rös­ am Gymnasium in Wladikawkas. Er zählte
ler, für Virchow zu arbeiten. Ab sofort sollte auch zu den «Mitarbeitern» von Virchow
sichergestellt werden, dass alle Fundstücke und wurde von ihm aus Berlin bezahlt. Dol­
im Russischen Reich verbleiben. Von da an bezhew hatte die Genehmigung der zustän­
arbeitete Rösler, der ja russischer Staatsan­ digen russischen Stellen, Duplikate und Tri­
gehöriger war, bis 1905 nach Weisungen der plikate weiter zu verkaufen.
Kommission.

42 ANTIKE WELT 1/15 über


185 Jahre deutsche Archäologie im Kaukasus – Eine Epoche und doch drei verschiedene Fassungen der Geschichte

Abb. 3
Schatztruhe mit doppel-
tem Boden. Staatliches
Museum für Ethnologie
und Geschichte in Gen-
sche, Aserbaidschan.

über 1/15 ANTIKE WELT 43


185 Jahre deutsche Archäologie im Kaukasus – Eine Epoche und doch drei verschiedene Fassungen der Geschichte

Abb. 4 Das kaukasische Museum und die Biblio­ Georgien– Krone des Kaukasus
Die Zeitschriften für Ethnolo- thek in Tilis wurden 1867 vom Danziger Bio­ 1901 wurde in Tilis die Kaukasische Abteilung
gie und die Verhandlungen
der Berliner Gesellschaft für
logen und Geografen Gustav Radde (1831– der Moskauer Archäologischen Gesellschaft
Anthropologie, Ethno- 1914) gegründet und er wurde deren erster Di­ etabliert. Im Zarenreich war Tilis das Zen­
logie und Urgeschichte, rektor. Dort gab es ein wissenschaftliches Zen­ trum des Kaukasus (Abb. 5). Die im Kaukasus
Berlin.
trum für die Erforschung der Geschichte und ausgegrabenen Funde (z. B. Bronze, Gold,
Kultur kaukasischer Volksgruppen. Virchow Eisen und Keramik) sollten nach Tilis in
nahm 1881 am 5. Gesamtrussischen archäologi­ das dort gegründete kaukasische Museum
schen Kongress in Tilis teil, dessen Schwer­ gebracht werden. Die sensationellen Funde
punkt die Kaukasus­Forschung war, und reiste aus einem Kurgan in dem heute in Armenien
anschließend durch diese Region. Virchow gelegenen Redkin­Lager, in dem eine Herr­
hielt sich immer nur kurz in den Ausgra­ scherin und Kriegerin begraben ist, sind bis
bungsorten, beispielsweise in den bekannten heute international verstreut. Sie sind ein
Gräberfeldern im Kuban und in Ossetien, typisches Beispiel für die Zersplitterung des
auf, war für kurze Aufenthalte auch in Aser­ kaukasischen Erbes.
baidschan und in Armenien. Ein Teil wurde nach Tilis, ein anderer nach
Wenn man die Zeitschrift für Ethnologie Moskau und wiederum ein weiterer Teil nach
und die Verhandlungen der Berliner Gesell­ Berlin zu Virchow geschickt. Nach dem Ende
schaft für Anthropologie, Ethnologie und des Zweiten Weltkrieges wurde ein Großteil
Urgeschichte über den Kaukasus von 1871 bis aus Berlin in die UdSSR gebracht, wo diese
1909 durchblättert, wundert man sich, wie es Stücke bis heute unerforscht in russischen
Virchow gelang, in seiner Zeit in der Archäo­ Museen ruhen (überwiegend im Historischen
logie und Geschichtsschreibung in Deutsch­ Museum, im Puschkin­Museum für darstel­
land so großen Einluss gehabt zu haben und lende Kunst in Moskau und in der Eremitage
eine solche Zahl von Vorträgen, Verhandlun­ in St. Petersburg). 1925 hat das Kaukasische
gen und Artikeln über den Kaukasus zu pub­ Museum in Tilis einen Teil dieser Exponate
lizieren (Abb. 4). dem neu gegründeten Nationalen Museum

44 ANTIKE WELT
über1/15
185 Jahre deutsche Archäologie im Kaukasus – Eine Epoche und doch drei verschiedene Fassungen der Geschichte

für Aserbaidschanische Geschichte in Baku Die meisten Funde beinden sich heute
überlassen. Ein kleiner Teil liegt heute noch in Tilis, in Aserbaidschan, einige auch in
immer im Berliner Museum für Vor­ und Moskau, St. Petersburg und in Deutschland.
Frühgeschichte. Fundstücke, die bis heute Viele ausländische Sammler von Fundstü­
nicht erforscht wurden. cken aus dem Kaukasus erteilten Aufträge
Virchow ließ gleichzeitig mehrere «Mitar­ für Ausgrabungen oder kauften bei örtli­
beiter», die er inanzierte, im Kaukasus für sich chen Sammlern Tausende von Exponaten.
arbeiten. Einen seiner Wichtigsten, Friedrich Virchow brachte sie alle nach Deutschland,
Bayern (1817–1886), titulierte er als «Grün­ Ernest Chantré und Jacques de Morgan
der der kaukasischen Vorgeschichte». Bayern nach Frankreich (in die Museen von Saint­
kam in den Genuss von Virchows großzügiger Germain­en­Laye und Lyon), Franz Heger
Finanzierung über dessen Stiftung und führte nach Österreich (in das Naturhistorische
im Kaukasus zahlreiche Ausgrabungen durch. Museum Wien).

Abb. 5
Kasbeg, Mkinvartsveri,
Georgien.

über 1/15 ANTIKE WELT 45


185 Jahre deutsche Archäologie im Kaukasus – Eine Epoche und doch drei verschiedene Fassungen der Geschichte

Die Kaukasus-Sammlungen in Berliner von Wien, Lyon und Paris ganz bedeutend
Museen und ihr Schicksal nach.»
Die Kaukasus­Sammlungen in Berlin wa­ Virchow hat die ihm übersandten Funde
ren vor dem Krieg sehr groß und umfang­ zunächst im Pathologischen Institut der Ber­
reich. Albert Voss, der erste Direktor der liner Universität gesammelt, wo sie bis zu sei­
1886 gegründeten Prähistorischen Abteilung nem Tod am 5. September 1902 verblieben.
des Museums für Völkerkunde, stellte fest: 1903 wurden Belcks und Karthaus’ Samm­
«Durch diese höchst belangreiche Schen­ lungen aus Gedebey zusammen mit anderen
kung würde das königliche Museum für Sammlungen von Belck aus der Türkei und
Völkerkunde eine so vollständige Repräsen­ Armenien in die Abteilung für Vor­ und Früh­
tation Transkaukasiens erhalten, wie sie bis geschichte des Berliner Ethnologischen Mu­
jetzt kein anderes europäisches Museum be­ seums überführt. Beim Ordnen stellte sich he­
sitzt, die Museen in St. Petersburg und Mos­ raus, dass einige Fundstücke bei einem Brand
kau ausgeschlossen. Nur das kleine Museum im Pathologischen Institut der Universität
in Tilis würde, was selbstverständlich ist, 1901 verloren gegangen waren (Abb. 6).
reicher an derartigen Funden sein. Die Kau­ Die gesamte Kaukasus­Sammlung des Ber­
kasusfunde sind bisher im Königlichen Mu­ liner Museums für Vor­ und Frühgeschichte
Abb. 6
Archivdokumente (BGAEU), seum für Völkerkunde nur äußerst dürftig sollte vor dem Zweiten Weltkrieg mindestens
Berlin vertreten und stehen denen in den Museen 6563 inventarisierte Objekte und Objektgrup­

46 ANTIKE WELT 1/15 über


185 Jahre deutsche Archäologie im Kaukasus – Eine Epoche und doch drei verschiedene Fassungen der Geschichte

pen umfasst haben. Dazu kommen noch zwi­ In Dagestan versuchte der Historiker Yarali
schen 500 und 2000 Objekte, die bis 1939 nicht in Yaraliyev mit seinen Büchern die kaukasische
den Inventarbüchern des Berliner Museums er­ Geschichte im nationalen Kontext und unter
fasst werden konnten. Die Hälfte ist nach dem starker Betonung der Rolle der Lezginen dar­
Zweiten Weltkrieg verschwunden und schlum­ zustellen. In Aserbaidschan haben Hasan und
mert still und unbeachtet in russischen Magazi­ Zaur Hasanov (Vater und Sohn), Veli Aliyev
nen, viele andere Objekte wurden während des und Yagub Mahmudov sogar Fundstücke aus
Krieges von den Nationalsozialisten an siche­ der Bronzezeit (3. Jt. v. Chr.) im Kaukasus für
rere Orte ausgelagert. Schon 1941 wurden einige türkisch erklärt; wohingegen die deutschen
besonders wertvolle Goldfunde der Kaukasus­ «Forscher» diese als altarmenisch beschrie­
Sammlung in der Preußischen Staatsbank in ben hatten.
Berlin und im sog. FLAK­Turm am Zoo in Ber­ Nach der Sowjetzeit reisten einige internati­
lin deponiert. In großer Zahl gelangten Objekte onale Forschergruppen bzw. von kaukasischen
der Kaukasus­Sammlung von 1944 bis 1945 Institutionen eingeladene und bezahlten For­
in die Keller des Berliner Stadtschlosses und scher zu Kurzaufenthalten in das Land. Inner­
in die Salzbergwerke Grasleben bei Helmstedt halb kürzester Zeit veröffentlichten diese ihre
und Schönebeck bei Magdeburg. Die im sog. sog. umfangreichen, wissenschaftlich­fundier­
FLAK­Turm und im Berliner Stadtschloss ein­ ten Bücher oder Publikationen.
gelagerten Teile der Kaukasus­Sammlung wur­
den nach Ende des Zweiten Weltkrieges in die Ein Buch, zwei unterschiedliche Inhalte
Sowjetunion verbracht. Die in den Salzbergwer­ Der Direktor des Berliner Museums für Vor­
ken Grasleben und Schönebeck beindlichen und Frühgeschichte, Wolfram Nagel, veröf­
Sammlungsteile wurden vorübergehend im bri­ fentlichte zusammen mit Eva Strommenger im
tischen Kunstgutdepot Schloss Celle verwahrt. Jahr 1995 einen Katalog mit dem Titel Kala-
Von dort gelangten die Objekte zwischen 1956 kent, der Denkmäler aus dieser Vergangenheit
und 1958 wieder nach Berlin zurück, während darstellt. Im Katalog werden Abbildungen der
die in die Sowjetunion gebrachten Gegenstände Fundstücke und ein Großteil der von Belck
in Russland, verteilt auf verschiedene Museen an Virchow geschriebenen Briefe im Origi­
in Moskau und Sankt Petersburg, liegen und bis nal wiedergegeben. Allerdings werden sowohl
heute nicht der freien wissenschaftlichen For­ in den Briefen als auch in den Berichten die
schung zugänglich sind. Zurzeit beindet sich im historischen Denkmäler in Kalakent (Gebiet
Berliner Museum für Vor­ und Frühgeschichte Gedebey) häuig fehlerhaft zugeordnet: «Eine
nur ein Teil der Kaukasus­Sammlung, der noch wissenschaftliche Auswertung mussten sich die
nicht gründlich erforscht wurde. Verfasser aus mancherlei Gründen versagen»,
schrieb Nagel in seinem Vorwort. Es ist sehr
Die Forschung in der Sowjetzeit und bedauerlich, dass die Autoren der Einleitung
in den Nachfolgestaaten der ehemaligen diese Fehler nicht berichtigt haben.
UdSSR Das Kalakent­Buch wurde 1999 in Baku ins
Die sowjetischen Forscher haben sich in ihren Aserbaidschanische übersetzt. Dabei wurde
Werken regelmäßig von Jacques de Morgan, viel geändert, gefälscht, verdreht und nachge­
Ernest Chantre, Rudolf Virchow und Fried­ dichtet, angepasst und modiiziert. Diese Über­
rich Bayern beeinlussen lassen. Sie haben setzung wurde später und wird bis heute in
Virchow, Belck, Bayern und Rösler als Quel­ zahlreichen Monograien, Publikationen, Dis­
len zitiert und deren Thesen meist kritiklos sertationen zitiert.
übernommen, aber sie haben auch ihre eigene Diese Fehler wurden von den deutschen
sowjetisch­nationalistische Ideologie verfolgt Universitäten, Museen, Forschungsinstituten
und ihre eigene Sicht der Geschichte und Ar­ übernommen und werden bis heute in den
chäologie gemäß diesem Muster festgeschrie­ wissenschaftlichen, historischen und archäo­
ben. Nach dem Zerfall der Sowjetunion traten logischen Büchern in verschiedener Form
nationalistische Standpunkte der Nachfolge­ fortgeschrieben (beginnend mit Virchow und
staaten in den Vordergrund. Lehmann­Haupt bis hin zu vielen modernen

über 1/15 ANTIKE WELT 47


185 Jahre deutsche Archäologie im Kaukasus – Eine Epoche und doch drei verschiedene Fassungen der Geschichte

Abb. 7 Publikationen). Im Ergebnis wird ein großer Fazit und Herausforderung für die
Kaukasische Albania, Teil der Geschichte der späten Bronze­ und Zukunft
Kirche Kürmüch / Gach.
Aserbaidschan.
frühen Eisenzeit im Kaukasus wissentlich Die deutschen Gelehrten wie Virchow, Bay­
oder unwissentlich falsch beschrieben. ern, Hauptmann, Rösler u. a. haben die Ge­
Heute sind Tausende für die Wissenschaft schichte des Kaukasus historisch, geogra­
wertvolle Exponate und Funde zwar inter­ isch, archäologisch und anthropologisch
national in den Ländern des Südkaukasus, nachhaltig fehlerhaft beschrieben. Sie haben
Russland, Österreich, Deutschland, Frank­ dabei die Geschichte des damals dieses Ge­
reich und den USA verteilt, konnten aber biet beherrschenden mächtigen Kaukasi­
bisher nicht international erforscht werden. schen Albania (Abb. 7) und die der Urvöl­
Insbesondere im Moskauer Staatlichen Ar­ ker, deren Sprache, deren Schrift und deren
chiv für Literatur und Kunst sind die Archiv­ Kultur vernachlässigt, totgeschwiegen oder
materialen für individuelle Forschungen bis bestenfalls übersehen. Die Kultur, die dort
heute gesperrt. lebendig war, die ein wesentlicher Teil der
Bronzezeit und Früheisenzeit war und auf
deren Fundamenten wir uns im Kaukasus
noch heute bewegen, wurde noch nicht ein­
Adresse der Autorin F. BAYERN, Friedrich Bayern´s Untersu-
chungen über die ältesten Gräber- und mal ansatzweise ihrer Bedeutung entspre­
Nourida Ateshi Schatzfunde in Kaukasien, in: Zeit-
Akademie der Wissenschaften von schrift für Ethnologie 17. Supplement chend interpretiert. Die heutigen Nachfol­
Aserbaidschan
Institut für Archäologie und Ethnologie
(1885) 1–50. gestaaten der ehemaligen UdSSR schreiben
H. Cavid Pr. 31 jeder für sich eine eigene Geschichte des
AZ-1143 Baku W. NAGEL / E. STROMMENGER (Hrsg.),
Kalakent. Früheisenzeitliche Grabfunde Kaukasus, dem nationalen Bedürfnis ent­
Gencevi-Institut für Aserbaidschani- aus dem transkaukasischen Gebiet
sche Kultur in Deutschland von Kirovabad / Jelisavetopol. Berliner sprechend.
Pinnauweg 1 Beiträge zur Vor- und Frühgeschichte Es ist dringend erforderlich, dass wir die
D-14167 Berlin NF. 4 (1985).
www.nourida.com archäologischen Publikationen der letzten
ateshi@nourida.com Zur Zeitschrift für Ethnologie und der 185 Jahre international zur Debatte stellen
Verhandlungen der Berliner Gesell-
schaft für Anthropologie, Ethnologie und die Notwendigkeit anerkennen, gemein­
Bildnachweis
und Urgeschichte. ZfE über Südkauka- sam mit deutschen, russischen und kaukasi­
Abb. 1. 7: Foto Mirnaib Hasanoglu; sus von 1871 bis 1909: Archivauskunft
2: Foto Siemensarchiv; 3: Foto Seymur des Museums für Vor- und Frühge- schen Wissenschaftlern diese Epoche neu zu
Abbas; 4. 6: Archiv BGAEU, Berlin; schichte Berlin, Horst Junker, vom
5: Foto Natalia Berulava. 2. 11. 2013. erforschen und im Lichte der neuesten For­
schungsergebnisse darzustellen, damit man in
Literatur Staatliche Museen zu Berlin-Preußi- Zukunft gemeinsam gesichert auf eine Epo­
scher Kulturbesitz, Dokumentation der
N. ATESHI, Kaukasische Amazonen (2011). Verluste, Band IV. MVF. che schauen kann.

48 ANTIKE WELT 1/15 über


Im Dienste der Stadt und des Kaisers
Der verstorbene Sohn im Glanze väterlicher Leistungen

Eine neu entdeckte Inschrift aus der bithynischen Stadt Nikomedeia


macht uns mit einem Mann namens Flavius Ulpius Arrianos bekannt.
Seine Ämterlaufbahn verrät uns, dass er zur Führungselite dieser
kleinasiatischen Metropole gehörte und über die Stadt hinaus Kontakte
in die höchsten Kreise der Reichsverwaltung hatte.

von Konrad Stauner und Mustafa Adak


den Sohn als Angehörigen einer um Nikome­

I m Garten des Museums von Kocaeli / İzmit


steht eine Statuenbasis, die im Stadtgebiet
des antiken Nikomedeia in der kleinasiati­
deia verdienten Familie der Oberschicht zu
erkennen und führen dem Betrachter vor Au­
gen, was wohl auch Demokritos für die Stadt
Abb. 1
Monument des Flavius
Ulpius Demokritos
(H. 153 cm; Br. 71 cm;
schen Provinz Bithynia aufgefunden wurde erbracht hätte, wäre ihm ein längeres Leben T. 64 cm; Bh. 3–4,5 cm;
(Abb. 1–3). Der Stein aus weißem Marmor vergönnt gewesen. spätes 2./3. Jh. n. Chr.).
besticht durch seinen ungewöhnlich guten Er­
haltungszustand und die Vollständigkeit der
in Zierbuchstaben sorgfältig ausgeführten In­
schrift. Beides ist für Nikomedeia eher eine
Ausnahme, da das Stadtgebiet der ehemali­
gen Provinzmetropole einer kontinuierlichen
Besiedelung unterlag und Inschriftensteine
deshalb oftmals zertrümmert und als Bau­
materialien wiederverwendet wurden.
Der Stein diente ursprünglich als Podest
für eine Statue des jung verstorbenen Flavius
Ulpius Demokritos. Errichtet hatte das Stand­
bild dessen Mutter, Ulpia Athenais, mit Ge­
nehmigung des Stadtrats. Ein früher Tod
verwehrte es dem Demokritos, sich eigene
Verdienste um seine Heimatstadt zu erwer­
ben, weshalb die Mutter die Ämter und sons­
tigen Leistungen des Vaters anführte. Sie geben

«Gemäß Beschluss des mächtigen Rats


(errichtete das Monument für) Fl(avius)
Ulpius Demokritos, den Heros, Sohn
des Fl(avius) Ulpius Arrianos, welcher das
Priesteramt bekleidet, Gelder dem Rat
und auch dem Volk gegeben hatte, erster
Archôn, Zensor, Kurator der Prusaner
gewesen war und ein Geleit auf eigene
Kosten unternommen hatte, Ulpia
Athenais, die vortreliche, für den innigst
geliebten Sohn.»

über 1/15 ANTIKE WELT 49


Im Dienste der Stadt und des Kaisers – Der verstorbene Sohn im Glanze väterlicher Leistungen

Eine bemerkenswerte Namens­ men). Die Familie gehörte also allem An­
kombination schein nach schon im 1. Jh. n. Chr. zu jenen
Die Familie besaß seit mehreren Generatio­ Mitgliedern der lokalen Oberschicht, die mit
nen das römische Bürgerrecht, was unschwer dem römischen Bürgerrecht ausgezeichnet
daran zu erkennen ist, dass Vater und Sohn waren.
die beiden kaiserlichen Geschlechternamen Der Geschlechtername Ulpius wiederum
Flavius und Ulpius führen (Abb. 4). Aller­ verweist auf den Kaiser Marcus Ulpius Traia­
dings ist deren Kombination ungewöhnlich, nus (reg. 98–117 n. Chr.). Vermutlich hatte
und es stellt sich deshalb die Frage nach ih­ unter diesem Kaiser auch ein Vorfahre des
rem Zustandekommen: Denkbar ist, dass Arrianos mütterlicherseits das römische Bür­
ein Vorfahre des Flavius Ulpius Arrianos vä­ gerrecht erhalten. Eine Ulpia, vielleicht die
terlicherseits unter einem der drei lavischen Großmutter oder Mutter des Arrianos, hei­
Kaiser Titus Flavius VESPASIANUS (reg. ratete einen (T.) Flavius (Arrianos o. ä.). Im
69–79 n. Chr.), TITUS Flavius Vespasianus Namen des gemeinsamen Sohns kombinier­
(reg. 79–81 n. Chr.), Titus Flavius DOMI­ ten die Eltern die kaiserlichen Gentilnamen
TIANUS (reg. 81–96 n. Chr.) das römische zu (T.) Flavius Ulpius Arrianos, wobei der
Bürgerrecht erhalten und dabei den kaiser­ kaiserliche Gentilname aus der Familie des
lichen Geschlechternamen (nomen gentile) Vaters jenem der Mutter vorangestellt wurde.
Flavius, möglicherweise auch den Vornamen Seit dem späteren 2. Jh. n. Chr. erscheint
(Titus, abgekürzt T.) übernommen hatte. Er in Inschriften der Name Flavius oftmals nur
nannte sich vielleicht Titus Flavius (Arrianos in abgekürzter Form (Fl.), während der Vor­
oder trug einen anderen griechischen Beina­ name nicht selten ganz weggelassen wurde.

50 ANTIKE WELT 1/15


über
Im Dienste der Stadt und des Kaisers – Der verstorbene Sohn im Glanze väterlicher Leistungen

Auf unsere Inschrift angewandt führen diese haben, was nichts Ungewöhnliches ist. Von
Auffälligkeiten genau zu den beiden angege­ Angehörigen der Oberschicht erwartete man
benen Namen (T.) Fl. Ulpius Arrianos bzw. eine gewisse Spendierfreudigkeit, insbesondere
Demokritos. Während Demokritos für uns wenn sie öffentliche Ämter übernahmen, die,
ein unbeschriebenes Blatt bleibt, verraten die anders als heute, nicht besoldet waren. Männer,
Ämter und Leistungen des Vaters umso mehr die in städtische Ämter gewählt werden wollten,
über dessen Rang und Stellung innerhalb der mussten also das nötige Kleingeld von Haus
städtischen Gesellschaft von Nikomedeia. aus mitbringen, um sich diese Ehre, die eine
Wahl ins Amt zweifelsohne darstellte, über­
Ein Mann in Spitzenpositionen haupt leisten zu können.
Arrianos bekleidete mindestens vier städ­ Mit dem Posten des ersten Oberbeamten
tische Ämter in Nikomedeia. Als erstes er­ (Prôtos Archôn) hatte Arrianos die Spitze der
wähnt die Inschrift ein Priesteramt (Zeile städtischen Ämterlaufbahn erklommen. Vom
8–10), allerdings ohne die Gottheit anzuge­ Rat der Stadt auf ein Jahr gewählt, leitete der
ben, für die Arrianos zuständig war. Mögli­ Prôtos Archôn den Rat der Stadt. Da man das
cherweise verrichtete er den Kult für Deme­ jeweilige Kalenderjahr nach dem amtieren­
ter, die Stadtgöttin Nikomedeias, vielleicht den Prôtos Archôn zu benennen plegte, wo­
auch für den Kaiser. In Nikomedeia scheinen durch der Amtsinhaber in die Stadtchronolo­
beide Kulte in enger Verbindung gestanden zu gie einging, stellte die Wahl in dieses Amt eine
haben (Abb. 5). ganz besondere Ehre dar. Der Text verkündet
Als Priester scheint Arrianos Rat und Volk damit, dass Arrianos zur absoluten Elite der
der Stadt mit Geldgeschenken bedacht zu nikomedeischen Oberschicht gehörte.

Abb. 2
Blick über İzmit auf dem Ge-
biet des antiken Niko-
medeia, von dem aufgrund
kontinuierlicher Besied-
lung kaum Bausubstanz an
der Oberläche erhalten
geblieben ist.

über 1/15 ANTIKE WELT 51


Im Dienste der Stadt und des Kaisers – Der verstorbene Sohn im Glanze väterlicher Leistungen

Arrianos’ führende Stellung im Stadtrat logistês bzw. curator rei publicae und fun­
verdeutlicht auch seine Ernennung zum timêtês gierte damit als Kontrolleur der öffentlichen
bzw. Zensor, ein Amt nach römischem Vor­ Finanzen in der Stadt Prusa am Olympos.
bild, das in Bithynien bislang nur für die Die Berufung in dieses Sonderamt erfolgte
Städte Prusias am Hypios, Prusa am Olym­ durch den Kaiser höchstpersönlich, mögli­
pos und Nikaia bezeugt war (vgl. Abb. 3). cherweise auf Empfehlung des Statthalters
In dieser Position entschied Arrianos auf der Provinz und vielleicht auch auf Wunsch
der Grundlage eines bestimmten Alters bzw. der betroffenen Stadt. Arrianos sollte also die
Mindestvermögens über Aufnahme oder Kassen dieser Stadt überprüfen und ordnen.
Ausschluss aus dem Stadtrat und hatte damit Aus seinen Briefen an Kaiser Traian wissen
Einluss auf dessen Zusammensetzung. wir, dass Plinius der Jüngere während seiner
Statthalterschaft in Bithynien über inan­
Unterwegs im Auftrag des Kaisers zielle Missstände klagte, die er bei seinen
Über seine städtische Amtstätigkeit hinaus Rundreisen durch die Provinz in verschie­
erhielt Arrianos auch eine Ernennung zum denen Städten vorfand. Er hielt sich eben in

Abb. 3
Bithynia, der westliche Teil der Doppelprovinz Pontus et Bithynia, mit
Nikomedeia am Marmara-Meer; südwestlich davon liegt Prusa am Olympos,
nordöstlich Prusias am Hypios.

52 ANTIKE WELT 1/15 über


Im Dienste der Stadt und des Kaisers – Der verstorbene Sohn im Glanze väterlicher Leistungen

Vorfahre des Arrianos väterlicherseits Abb. 4


erhält das römische Bürgerrecht unter Die Kombination aus
einem flavischen Kaiser
 zwei kaiserlichen Gentil-
~ (Titus) Flavius (Arrianos o.ä.) Vorfahre des Arrianos mütterlicherseits namen dürfte dadurch
erhält das römische Bürgerrecht unter zustande gekommen sein,
Kaiser Traian: ~ (Marcus) Ulpius … dass Vorfahren des Flavius
Ulpius Arrianos väterli-
cher- und mütterlicherseits
von zwei verschiedenen
(Titus) Flavius (Arrianos?) – Ulpia
Kaisern das römische
Bürgerrecht erhielten und
den Namen des jeweiligen
Gemeinsamer Sohn Kaisers übernahmen.
(Titus) Fl(avius) Ulpius Arrianos – Ulpia Athenais Im Namen des Sohnes
wurden die beiden Gentil-
namen vereinigt. Auch
Gemeinsamer Sohn er heiratete eine Ulpia und
(Titus) Fl(avius) Ulpius Demokritos hatte mit ihr mindestens
einen Sohn, Fl. Ulpius
Demokritos.

dieser Stadt auf, in die später auch Arrianos stochener Stadträte. Die dadurch in Schief­
entsandt wurde, als er den Kaiser bat, «einen lage geratenen öffentlichen Finanzen sollten
Vermessungsfachmann hierher zu schicken. durch einen Experten als sozusagen unbetei­
Denn man könnte wahrscheinlich nicht un­ ligten Dritten wieder in Ordnung gebracht
bedeutende Geldbeträge von den Bauunter­ werden – eine Thematik, die uns heute nicht
nehmern zurückfordern, wenn man die Ver­ ganz unbekannt ist.
messungen ehrlich durchführt. Das erkenne
ich mit Gewissheit aus den Rechnungsbü­ Stellung eines «Geleits» – inanziert
chern von Prusa, die ich gerade eingehend aus eigener Tasche
prüfe» (Epistulae 10, 17 b). Die wenigen Zei­ Als letzte Leistung des Arrianos nennt die In­
len lassen erahnen, dass Bauunternehmer der schrift die Übernahme einer parapompê, wo­
Stadt überhöhte Beträge in Rechnung gestellt mit wörtlich ein «Geleit» oder «Transport»
hatten, möglicherweise mit Billigung be­ gemeint ist. Unter den zwölf aus Bithynien

Abb. 5
Rückseite einer unter Kaiser Elagabal (reg. 218–222 n. Chr.) geprägten
Bronzemünze aus Nikomedeia. Dort stand der Kult des Kaisers in
räumlicher Nähe zu jenem der Stadtgöttin Demeter. Das Münzbild zeigt
in der Mitte die Front des Tempels der Stadtgöttin mit ihrem Kultbild,
lankiert von jeweils drei Säulen. Zu beiden Seiten des Tempels ist jeweils
ein weiterer Tempel zu sehen. Oberhalb der Tempelszene steht DEMETER,
unterhalb, im sog. «Abschnitt», TRIS NEÔKORÔN NIKOMÊDEÔN, womit
gesagt wird, dass drei Kaiser die Stadt der Nikomedeer mit dem Prädikat
Plegerin des Tempels für den Kaiserkult (neôkóros) ausgezeichnet haben.
Für zwei Kaiser wurde eigens ein Tempel errichtet, während beim dritten
Herrscher das Kultbild wohl im Demeter-Tempel aufgestellt wurde.

über 1/15 ANTIKE WELT 53


Im Dienste der Stadt und des Kaisers – Der verstorbene Sohn im Glanze väterlicher Leistungen

54 ANTIKE WELT 1/15 über


Im Dienste der Stadt und des Kaisers – Der verstorbene Sohn im Glanze väterlicher Leistungen

bekannten Inschriften mit einer parapompê­ Kostenübernahme eigens erwähnt wird, lässt   Abb. 6
Angabe enthält die vorliegende als einzige den vermuten, dass hier mehr als nur «Peanuts­ Meilenstein (H. 257 cm;
Dm. 73 cm; Bh. 3–4 cm) im
Zusatz «aus eigener Tasche» (ek tôn idíôn) und Beträge» im Spiel waren. Arrianos dürfte da­ Garten des Museums von
gibt damit zu erkennen, dass die parapompê mit seiner Stadt einen großen Dienst erwiesen Kocaeli / İzmit. Die Inschrift
Kosten verursachte, die Arrianos selbst bestrit­ haben, der es wert war, eigens hervorgehoben erinnert an die Wiederher-
stellung der Straße von der
ten hatte. Acht dieser Inschriften stammen aus zu werden.
Stadt Nikomedeia bis zur
der Stadt Prusias am Hypios. Auf mehreren Grenze ihres Territoriums
von ihnen ist zu lesen, dass der jeweils Geehrte Ehre durch Erinnerung durch Kaiser Gordian III.
die parapompê für Kaiser und Expeditionsheer Das Monument, das die Mutter ihrem jung (reg. 238–244 n. Chr.).
Die Bauarbeiten standen
erbrachte, z. T. sogar mehrmals (pollákis). All verstorbenen Sohn Flavius Ulpius Demo­
vermutlich im Zusam-
diese Inschriften stammen aus dem späten 2. kritos errichtete, sollte ihn ehren, indem es menhang mit seinem 242
bzw. frühen 3. Jh. n. Chr., als die Kaiser mit stolz die glänzende Karriere des Vaters ver­ n. Chr. unternommenen
ihren Armeen wiederholt nach Osten in den kündete. Uns macht es auf diese Weise mit Perserfeldzug und den
damit verbundenen Trup-
Krieg gegen die Parther und später Sassani­ einem Mann bekannt, der in Nikomedeia zu penbewegungen durch
den marschierten. Aufgrund seiner geographi­ höchsten Ehren aufgestiegen war. Mit Arri­ Kleinasien.
schen Lage fungierte Bithynien dabei als wich­ anos zählte die Familie einen Angehörigen
tige Transitprovinz. Insbesondere Nikomedeia zu den ihrigen, der zu den Ersten unter den
mit seinem strategisch günstigen Zugang zum städtischen Honoratioren gehörte. Sein Ruf
Meer diente wiederholt als Etappenstation und machte ihn über die Stadtgrenzen hinaus be­
Winterlager für Truppenkontingente auf dem kannt und brachte ihm sogar eine kaiserli­
Durchmarsch (Abb. 6). che Ernennung zum Finanzkontrolleur ein.
Neben Arrianos sind noch zwei weitere Der Glanz seiner Leistungen strahlte auch
Männer aus dieser Stadt bekannt, die wie­ auf seine Familie ab, und mit diesem Mo­
derholt eine parapompê durchführten. An­ nument insbesondere auf den Sohn. Durch
ders als in Prusias schweigen allerdings die einen glücklichen Zufall der Überlieferung
Inschriften aus Nikomedeia über den Anlass blieb der Stein erhalten und damit die Erin­
der parapompê, vermutlich deshalb, weil er nerung an den Vater wie den Sohn bis heute
bei den Betrachtern der Monumente als be­ gewahrt.
kannt vorausgesetzt werden konnte. Bei un­
serer Inschrift ist ein Kaiserbesuch als Anlass
für die parapompê des Arrianos wohl weniger
Adressen der Autoren
wahrscheinlich, zeigt doch die Inschrift ins­
Dr.  Konrad Stauner
gesamt, dass die Mutter den Sohn, der auf­ Historisches Institut
FernUniversität in Hagen
grund seines frühzeitigen Todes selbst noch D-58084 Hagen
keine Leistungen vorweisen konnte, durch konrad.stauner@fernuni-hagen.de
Leistungen und Prestige des Vaters beson­ Prof. Dr. Mustafa Adak
Akdeniz Üniversitesi
ders herausstellen wollte. Hätte der Vater die Fen-Edebiyat Fakültesi
parapompê anlässlich eines kaiserlichen Be­ Eskiçağ Dilleri ve Kültürleri Bölümü
TR-07058 Kampüs/Antalya
suchs erbracht, hätte Ulpia Athenais dieses madak@akdeniz.edu.tr
für die Familiengeschichte außergewöhnliche
Ereignis gewiss ebenso wortreich erwähnt, Bildnachweis

wie dies in Prusias und Nikaia geschah. Aller­ Abb 3: nach Ch. Marek, Pontus et Bithynia.
Die römischen Provinzen im Norden Kleinasi-
dings spricht die zeitliche Nähe zu den para- ens (2003) Vorsatz hinten; 5: nach W.-H. Wad-
dington / E. Babelon / Th. Reinach (Hrsg.), Re-
pompê­Leistungen der Männer aus Prusias cueil général des monnaies grecques d’Asie
dafür, dass auch Arrianos seine parapompê mineure. Bd. 1,3: Nicée et Nicomédie (1910)
552 Nr. 278. Taf. 95 Abb. 22; alle übrigen Abb.
in einem ähnlichen Kontext erbrachte. Was von den Verf.
er allerdings konkret gemacht hat, bleibt für
uns ungewiss. Möglicherweise führte Arria­ Literatur

nos für zivile oder militärische Staatsdiener M. ADAK / K. STAUNER, Eine Honoratio-
renfamilie aus Nikomedeia, in: Gephyra 10
eine versorgungs­ bzw. transporttechnische (2012) 143–151.
Maßnahme durch. Die Tatsache, dass die

über 1/15 ANTIKE WELT 55


FarBen in der antike
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2
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kostbarer Gewänder;
Bei richtiger
3. Mineral zur Gewinnung der einsendung winken
Farben Ultramarin und Türkis;
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3 4. Schneckenförmige Verzierung; 1. Preis:
Die Replik aus Keramin zeigt das Haupt einer griechisch-
archaischen Kore, deren Original im Athener Akropolis-
5. Antike Maltechnik auf feuch- Museum zu bewundern ist. Das Haar, der Haarschmuck
tem Putz; und das Gesicht sind realitätsgetreu mit Farbe bemalt.
4 Die Nachbildung der Kore ist auf einem beigen Mar-
morsockel befestigt und ist 21 cm hoch. Die weiblichen
6. Ältestes bekanntes Kobaltpig- Statuen sowie die männlichen Pendants, die Kouroi,
5 ment; waren Votivgaben in Heiligtümern oder standen auf
Gräbern. Während der Kouros das Abbild eines nackten
Jünglings zeigt, war eine Kore oft in ein prächtiges
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Gewand gehüllt.
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gen gewonnen wurde; 2.–5. Preis:
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7 Korrekt geordnet, benennen Einsendeschluss ist der 12. 2. 2015 (Poststempel). Zur
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WBG (Wissenschaftliche Buchgesellschaft), Redaktion
8 tönten Feldern ein antikes
ANTIKE WELT, Hindenburgstr. 40, D-64295 Darmstadt, oder
Standbild aus Marmor mit eine E-Mail an aw-redaktion@wbg-wissenverbindet.de. Das
farbigem Holzgewand. Lösungswort wird im nächsten Heft bekanntgegeben. Mit-
arbeiter des Verlages und deren Angehörige können nicht
teilnehmen, ebenso ist der Rechtsweg ausgeschlossen.

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56 ANTIKE WELT 1/15 über


Zwischen Ägyptern und Seevölkern Abb. 1
Ungefähre Ausdehnung von
Kanaan um 1300 v. Chr.

Tönerne und andere Tatsachen über die Spätbronzezeit in Kanaan

Während der Spätbronzezeit (ca. 1500–1200 v. Chr.) wurde Kanaan zu


einer ägyptischen Provinz, und den Pharaonen öfnete sich nicht
nur der Weg nach Kleinasien, sondern auch der Zugang zu Korn, Wein
und Olivenöl. Knapp 300 Jahre später ielen Einwanderer aus der
Ägäis, die Seevölker genannt, in Kanaan ein, und was als Piraterie und
Völkerwanderung begonnen hatte, wurde zu einem Kulturwechsel,
der die gesamte Region überrollte und die Herrschaft der Ägypter been-
dete.

von Lisa Yehuda heißt Road 65, und wer auf ihr reist, kommt
schnell voran. Vor über 3000 Jahren hieß die

D ie Straße verbindet Südwest und Nord-


ost, die israelische Mittelmeerküste mit
dem Jezreeltal und, wenn man die Grenzen
Straße noch Arunapass und war ein enges
Wadi entlang des Ironlusses. Wie eng der
Weg war, davon konnte sich die Armee von
abschaffen würde, Israel mit Syrien, Liba- Pharao Thutmosis III. im Jahr 1475 v. Chr.
non und Ägypten (Abb. 1). Rechts und links selbst überzeugen. Unter der Führung des
erheben sich runde Hügel, auf denen Häu- Königs von Kadesch hatte sich eine Koaliti-
ser und Olivenhaine bis dicht an die vorbei- on von 330 syro-kanaanitischen Herrschern
fahrenden Autos heranreichen. Die Straße gebildet, die das Vordringen des Ägyptischen

über 1/15 ANTIKE WELT 57


Zwischen Ägyptern und Seevölkern – Tönerne und andere Tatsachen über die Spätbronzezeit in Kanaan

Reiches nach Norden stoppen wollten. Bei Zwar iel diese Ära nicht genau mit dem
Megiddo hatten sie ihr Lager aufgeschla- Beginn der Spätbronzezeit und der endgül-
gen und warteten nun auf die Ankunft der tigen Vertreibung der Hyksos durch Pharao
ägyptischen Armee. Thutmosis III. hatte Ahmose I. zwischen 1550 bis 1514 v. Chr. zu-
drei Optionen Megiddo zu erreichen, entwe- sammen, doch unter Thutmosis III. wurde
der von Nordwesten durch den Milekpass, Kanaan zu einer ägyptischen Provinz und da-
von Südosten durch das Jezreeltal oder von mit zu einem gigantischen Selbstbedienungs-
Südwesten durch das Nadelöhr des Aru- laden für das Pharaonenreich. Das Eintreiben
napasses. Thutmosis III. wählte letzteres der Tribute war eine akribisch durchstruktu-
und schickte, wenn man den Quellen glau- rierte Angelegenheit und lange Kolonnen,
ben darf, 20 000 Soldaten im Gänsemarsch beladen mit Getreide und Öl, Bitumen und
durch den Pass. Die Überraschung glückte, Wein, rollten fortan gen Südwesten.
das gegnerische Heer, damit beschäftigt, die Doch Kanaan wurde nicht nur für seine
Abb. 2 falschen Zugänge in die Ebene von Megiddo Exportgüter geschätzt. Es bildete seit ewigen
Amarna-Brief: Schreiben zu bewachen, wurde überrumpelt und loh Zeiten die Landbrücke, die Nordafrika mit
des Fürsten Aziru an Hals über Kopf nach Megiddo. Nach sieben Kleinasien verband, und war deshalb von
den Pharao (um 1365 v. Chr.
Monaten Belagerung wurde die Stadt von höchster militärischer Bedeutung. Sein Ge-
10 x 7 cm. Vorderasiati-
sches Museum, Staatliche den Ägyptern erobert und für Kanaan brach biet erstreckte sich während der Spätbron-
Museen zu Berlin, VAT 250). eine neue Ära an. zezeit zwischen der Beer Sheva-Arad Ebene
im Süden und der Linie Sidon – Hazor im
Norden, von der Mittelmeerküste im Wes-
ten bis östlich des Jordanlusses. Dazwi-
schen lagen kleinere Stadtstaaten mit sehr
ungenauen Grenzen, denn wissenschaftliche
Flächenschätzungen gehen weit auseinander.
Ein Stadtstaat könnte 500 km2 oder auch nur
30 km2 umfasst haben. Dementsprechend gro-
ßen Schwankungen unterliegt auch die Schät-
zung der Anzahl der Stadtstaaten.

Kanaanitischen Stadtstaaten – hinter-


wäldlerisch oder königlich?
Welche Wichtigkeit die Ägypter diesen Stadt-
staaten zumaßen, das lässt die Korrespondenz
der Amarna-Briefe erahnen – über 300 Briefe,
die in der Zweiten Hälfte des 14. Jhs. v. Chr.
von und an die Pharaonen Amenophis III. und
Amenophis VI. (Echnaton) gesendet wurden
(Abb. 2). Während die Herrscher des Hethi-
terreiches, Babylons, Alasias und Assyriens
den Pharao mit «Bruder» anredeten, bezeich-
neten sich Herrscher kanaanitischer Stadtstaa-
ten wie Ashkelon als «Staub seiner Füße». Dass
aber zumindest ein Stadtstaat wohl eine Aus-
nahme bildete, zeigt ein Fund aus Hazor, der
größten kanaanitischen Stadt der Spätbronze-
zeit. Im Hulatal, im Norden des heutigen Is-
rael gelegen, saß die Stadt strategisch günstig
an einer uralten Handelsstraße, die Damas-
kus mit der westlichen Küstenebene verband
und weiter in den Süden nach Ägypten führte.

58 ANTIKE WELT 1/15


über
Zwischen Ägyptern und Seevölkern – Tönerne und andere Tatsachen über die Spätbronzezeit in Kanaan

In Areal M, das im Ruinenfeld der Stadt ge-


nau am Übergang zwischen der königlichen
Akropolis und der Unterstadt lag, wurde ein
prächtiger Gebäudekomplex ausgegraben und
in ihm ein Raum, der fortan als «Podiumsa-
real» bezeichnet wurde (Abb. 3 a–c). Wie der
Name schon vermuten lässt, befand sich in die-
sem Raum ein Podium und auf ihm vier runde
Vertiefungen, die ein Viereck von 50 x 50 cm
bildeten. Laut Ausgrabungsdirektorin Sharon
Zuckermann waren diese Vertiefungen dazu
gedacht, einen Thronsessel zu arretieren. Die
Größe des Vierecks entspricht dabei genau
den Abmessungen ägyptischer Thronsessel
des Neuen Königreiches, wie sie z. B. im Grab
Tutanchamuns gefunden wurden. Zieht man
einmal mehr die Amarna-Briefe zu Rat, kann
man lesen, dass die Pharaonen ihre Vasallen
mit Gaben des Wohlwollens bedachten und,
war der Vasall wichtig genug, durchaus auch
mit Thronsesseln.

Anthropoide Sarkophage und die


Art der ägyptischen Macht a
Wie tief die ägyptische Herrschaft in die lo-
kalen Regierungsangelegenheiten in Kanaan
eingriff, ist umstritten. Der Tel Aviver Ar-
chäologe Israel Finkelstein argumentiert, dass
die Einwohner Kanaans unter der Rechts-
sprechung der herrschenden kanaanitischen
Elite standen, während seine Kollegen Nadav
Na’aman und Yuval Gadot argumentieren,
dass die eigentliche Macht in den Händen
der Ägypter lag und die Gebiete der zentralen
und südlichen Küstenregion sogar zu ofiziel-
lem ägyptischen Grundbesitz erklärt worden
waren.
Ein Fund, dessen Erscheinen in Kanaan
auf den Übergang zwischen dem 14. und 13. Jh.
v. Chr., d. h. in die Regierungszeiten Ameno-
phis II., Thutmosis IV. und Amenophis III.
datiert wird, stützt die These der direkten b
ägyptischen Machtausübung. Kurz nach dem
Sechs-Tage-Krieg 1967 tauchten auf dem An-
tiquitätenmarkt in Jerusalem mehr und mehr
Abb. 3 a–c
Fundstücke der Spätbronzezeit auf: Juwelen, Hazor: Luftbild eines prächti-
Bronzewerkzeuge, Alabastergefäße, kultische gen Gebäudekomplexes (a).
Figuren und Deckel von anthropoiden Sar- Im Podiumsareal (b)
sind vier Eintiefungen (c)
kophagen. Zunächst ratlos, vermuteten die
zusehen, auf denen
israelischen Archäologen jedoch bald, dass es wohl ein Thronsessel arre-
sich nur um einen Fundort in der Küstenre- tiert wurde.
c

über 1/15 ANTIKE WELT 59


Zwischen Ägyptern und Seevölkern – Tönerne und andere Tatsachen über die Spätbronzezeit in Kanaan

gion handeln konnte. Vielen der Fundstücke sen Beigaben zur Lohnaufbesserung bedient.
haftete nämlich noch Meeressand an. Der Wer einige der Bestatteten waren, konnte
damalige Verteidigungsminister Israels, Mo- man manchen Gräbern noch 3000 Jahre spä-
she Dayan, und der archäologische Ofizier ter ansehen, denn in über 50 der Grabgruben
der Militärregierung des Gazastreifens, Dov wurden anthropoide Sarkophage gefunden.
Meron, wurden um Hilfe gebeten und nach Anthropoide Sarkophage sind Kolosse,
kurzer Zeit stand fest, dass die Funde aus riesige aus Ton gefertigte Särge, die so groß
Deir el Balah südlich von Gaza stammten. waren, dass sie in keinen Töpferofen passten
Bauern hatten dort im Zuge von Landkulti- und in eigens dafür angefertigten Brenngru-
vierung unter den Sanddünen einen ausge- ben gebrannt werden mussten. Um die Ar-
dehnten Friedhof entdeckt und sich an des- beit nicht unnötig zu erschweren, wurden die

Abb. 4
Anthropoider Sarkophag
aus Tel Shadud.

60 ANTIKE WELT 1/15 über


Zwischen Ägyptern und Seevölkern – Tönerne und andere Tatsachen über die Spätbronzezeit in Kanaan

Sarkophage leer zu den Gräbern getragen,


wo die Verstorbenen schließlich hineingelegt
wurden. Die Gesichter tragenden Deckel,
die sich in Höhe des Kopfes befanden, wur-
den für jeden Sarkophag individuell gestaltet;
doch in einem sind sich alle gleich, sie relek-
tieren die ägyptische Mode jener Zeit, eine
symmetrische Haartracht mit hinter die Oh-
ren gekämmten Haarsträhnen, langen Kinn-
bärten und über der Brust gefalteten Armen.
Die Ähnlichkeit mit der ägyptischen Mode ist
kein Zufall, waren doch anthropoide Sarko-
phage im Nildelta die bevorzugte Bestattung
für die Vornehmen der Mittelklasse. Die
Särge von Deir el Balah bargen demzufolge
ägyptische Würdenträger oder hohe lokale
Repräsentanten der ägyptischen Macht.
Diese Funde wurden vor fast 50 Jahren ge-
macht, doch vor über neun Monaten fand
man ganz im Norden der ehemaligen kanaa-
nitischen Provinz in Tel Shadud im Jezreeltal
einen weiteren, im ägyptischen Stil gefertig-
ten, anthropoiden Sarkophag (Abb. 4). Bei
dem Toten lag ein goldener Siegelring des
Pharaos Sethos I., ein Beweis, dass auch
während der Regierungszeit Sethos‘ I. noch
kanaanitische Gebiete unter direkter ägypti-
scher Kontrolle standen (Abb. 5). waren aus Lehmziegeln gebaut, und auf allen Abb. 5
Größeres Kopfzerbrechen als aufmüp- vier Seiten umgaben Räume einen zentralen Goldener Siegelring
Sethos‘ I.
ige kanaanitische Stadtstaaten bereitete den Innenhof. Ihre Ähnlichkeit mit öffentlichen
Ägyptern seit der Mitte des 14. Jhs. v. Chr. Gebäuden derselben Periode in Ägypten ver-
das Hethiterreich im Norden. Unter Ame- leitete die Wissenschaftler, ihnen die Bezei-
nophis IV. und seinen Nachfolgern hatte chung «Governeursresidenz» zu geben. Wie
Ägypten bereits nördliche Grenzprovinzen der Name schon sagt, vermutet man, dass
an das Hethitische Großreich verloren. Mit die Gebäude administrative Zentren gewesen
Beginn der 19. Dynastie unter Sethos I. und sind, von denen aus die Ägypter oder ihre lo-
Ramses II. setzten sich die erbitterten Aus- kalen Stellvertreter das Land beherrschten.
einandersetzungen, z. B. in der Schlacht von
Kadesh 1274 v. Chr., fort. Aus den Weiten der Ägäis – Händler,
Da Kanaan auf dem Weg der ägyptischen Piraten, Ochsenkarren
Armee nach Norden lag, wurden quasi im Schon während die Ägypter noch die Vorherr-
Vorbeizug Rebellionen kanaanitischer Vasal- schaft in Südkanaan besassen und dabei immer
len niedergeschlagen, und so war auch unter wieder erbittert gegen die Hethiter kämpften,
den Pharaonen der 19. und 20. Dynastie der erschienen Vorboten für einen Zeitenwandel
politische und ökonomische Einluss auf die aus anderen Geilden als den kanaanitischen
südlicheren kanaanitischen Provinzen gesi- oder hethitischen in der Levante. Es waren Be-
chert. Dementsprechend wurden tief im Sü- völkerungsgruppen aus den Weiten der Ägäis,
den (Tel el Farah [Süd], Deir el Balah und Tel keine waffenstarrenden Krieger oder gewandte
esh Shari’ah) als auch weit im Norden (Beth Diplomaten, sondern gewiefte Händler.
Shean) Gebäude ausgegraben, die in ihrem Seit dem Ende des 14. Jhs. v. Chr. wurden
Aussehen alle demselben Prinzip folgten. Sie besonders die kanaanitischen Küstenstädte

über 1/15 ANTIKE WELT 61


Zwischen Ägyptern und Seevölkern – Tönerne und andere Tatsachen über die Spätbronzezeit in Kanaan

62 ANTIKE WELT 1/15 über


Zwischen Ägyptern und Seevölkern – Tönerne und andere Tatsachen über die Spätbronzezeit in Kanaan

von zypriotischer und ägäischer Keramik gera- Merenptah, der Nachfolger Ramses‘ II.,   Abb. 6
dezu überschwemmt. Die ägäische Keramik hatte während seines fünften und sechsten Re- Detail eines Relief des
Totentempels Ramses‘ III.
war dabei weniger häuig als die zypriotische, gierungsjahres (1209/08 v. Chr.) alle Hände in Medinat Habu. Ge-
bestach aber durch ihre feine Ausführung. voll zu tun. Kanaanitische Städte wie Ashke- fangene Angehörige der
Dass die Anwesenheit von ägäischer und zy- lon, Gezer und Yenoam rebellierten. Israeliti- Seevölker mit Zickzack-
dekoriertem Federhelm.
priotischer Importkeramik kein Beleg für die sche Wegelagerer störten die Tributzahlungen
Anwesenheit ägäischer Siedler in Kanaan der kanaanitischen Vasallen an die Ägypter,
war, sondern nur ein Indiz für den intensiven indem sie Getreidetransporte abingen. Da-
Handel zwischen den Regionen, belegt die neben bedrohte ein Aufstand der Lybier und
Art der importierten Gefäße. Viele der ägäi- Nubier die Westgrenze des Ägyptischen Rei-
schen Importe waren kleine Gefäße, zierliche ches. Auch hier tauchten die Scherden, dazu
Flakons und langhalsige Krüge, manche ge- Lukka, Schekelesch und Teresch wieder auf,
rade groß genug, um in ihnen, so wird vermu- diesmal als Verbündete der Lybier.
tet, ein paar Tropfen kostbarer Essenzen wie Knapp 10 Jahre später unter Ramses III.
Parfüme, Öle oder Salben zu importieren. vollzog sich der Wandel von der Bronze-
Was als Handelsunternehmen geführt wurde, zeit zur Eisenzeit, und schuld daran waren
konnte noch einem anderen Zweck gedient u. a. die Seevölker. Waren sie bis zur Regie-
haben. Händler brachten nicht nur Waren rungszeit Ramses‘ III. nur Wegelagerer oder
von einem Ort zum anderen, sondern sie wa- Verbündete von Ägyptens Feinden gewesen,
ren auch wichtige Informanten, die den Zu- bekamen sie nun ihre eigene Bühne und auf
hausegebliebenen von Lebensverhältnissen, dem Totentempel Ramses‘ III. in Medinat
Sitten, Bräuchen und Machtkonstellationen Habu / Ägypten kann man sehen, welche
in fremden Landen berichteten und damit die Rolle sie darauf spielten (Abb. 6). In seinem
Grundlagen für den Erfolg späterer Kriegs- achten Regierungsjahr (1178 v. Chr.) musste
züge und Migrationen legten. sich Ramses III. gegen eine Allianz von See-
Zeitgleich mit den ägäischen Händlern ka- völkern wehren, die zu Tausenden von «… In- Abb. 7
men an der ägyptischen Küste andere, weniger seln inmitten des Meeres …» kamen. Zuvor Palästina, Deckel eines
anthropoiden Tonsarko-
geschäftstüchtige Gesellen an. Die Wissen- hatten sie – den Annalen der Ägypter zu-
phags, Kopf mit stilisiertem
schaft bezeichnet diese neuen Eindringlinge folge – schon das Reich der Hethiter, Karke- Federhelm. Fundort: Beth
lakonisch als Seevölker, Menschengruppen, misch, Amurru und Arzawa verwüstet. Doch Shean, Israel.
die von Norden übers Mittelmeer kamen und
an der südlichen Levanteküste landeten. Die
Amarna-Briefe jedoch gehen weniger un-
parteiisch mit diesen Eindringlingen um. Sie
werden als Ehrlose, abtrünnige Söldner und
Heimatlose bezeichnet, die Ägypten terro-
risierten. Ihre Namen: Scherden, Danuna
und Lukka. Die Bibel macht es sich in dieser
Hinsicht einfach und nennt sie alle «Phi-
lister». Dabei waren die Philister nur einer
von vielen Stämmen, der als Peleschet erst-
mals in den Analen Ramses III. erwähnt
wurde.
Gegen 1278 v. Chr. liest man wieder von
den Scherden, diesmal auf der Tanis-Stele,
die von den Ereignissen im zweiten Regie-
rungsjahr Ramses‘ II. und der Niederschla-
gung eines Angriffs durch die Scherden be-
richtet. Die Scherden waren diesmal keine
Söldner, sondern Piraten, die das Nildelta
unsicher machten.

über 1/15 ANTIKE WELT 63


Zwischen Ägyptern und Seevölkern – Tönerne und andere Tatsachen über die Spätbronzezeit in Kanaan

Ramses III. schlug die Angreifer vernichtend Ostküste Zentralgriechenlandes, weiter bis nach
zu Land und zur See und siedelte sie im Nil- Westanatolien und die Dodekanes war es üb-
delta an. Gelunkert hat Ramses III., was die lich, dass Krieger Federhelme trugen.
Schlagkraft der Seevölker und seinen totalen Einig ist sich die Wissenschaft heute auch,
Triumph über sie betraf, gewiss doch ohne dass die Seevölker aus dem riesigen Gebiet
Zweifel waren es mehr als nur eine Handvoll entlang der ägäischen Küste stammten. Wo-
kriegerischer Fremder, denen sich das Ägyp- her genau, spaltet die Forscher aufs Neue.
tische Reich nun gegenübersah. Die einen nehmen an, dass sie aus dem west-
Schaut man sich die Reliefs des Medinat anatolischen Raum, aus der Ägäis, Karien
Habu-Tempels genauer an, sprechen sie auch oder Lydien kamen, die anderen vertreten die
ohne geschönten Begleittext laut und deut- Meinung, dass sie aus dem zentralmediter-
lich. Und was man an ihnen ablesen kann, ist ranen Raum, aus der Ägäis, Italien, Sizilien
eine Geschiche, komplexer und langwieriger oder Sardinien stammen.
als Angriff – Verteidigung – Sieg.
Die Frage nach dem Warum
Woher kamen sie? Die Frage nach dem Warum des Seevölker-
Dass die Ankunft der Seevölker weniger ein einfalls ist nicht weniger komplex als an-
plötzlicher Einfall gewesen ist, als ein all- dere Aspekte ihrer Migration. Ökologische
mählicher Prozess, der wohl Jahre gedauert Gründe wie Dürre und Hungersnot könn-
hatte, könnte eine Szene an den Wänden des ten hinter der Einwanderung gesteckt ha-
Medinat Habu-Tempels belegen. In einem ben. Pharao Merenptahs Karnakinschrift
der Ochsenkarren, die die Seevölker mit sich z. B. erwähnt Getreidelieferungen, um das
führten, saßen Frauen und Kinder, von denen «Land von Hatti am Leben zu erhalten».
nicht eine dieselbe Haartracht wie die andere Dem Archäologen Assaf Yassur-Landau von
trug. Die syro-kanaanitische Haarmode ei- der Universität Haifa zufolge begünstigten
ner der Frauen könnte ein Indiz dafür sein, soziale Faktoren wie politische Instabilität
dass die Seevölker länger auf ihrem Weg ge- und persönliche Konlikte eine Auswande-
braucht hatten, als nur ein paar Monate und rung ebenfalls. Andere, zusätzliche Gründe
sich in der Zwischenzeit volksfremde Frauen könnten in der Überbevölkerung vermu-
genommen und mit ihnen Kinder gezeugt tet werden, die zu Landknappheit führte.
hatten. Und hier kommen die ägäischen Händler
Die Herkunft der Seevölker betreffend ist wieder ins Spiel. Um ein Migrationsvorha-
man sich heute einig, dass die Seevölker nicht ben so erfolgreich wie möglich zu gestalten,
aus Zypern oder Kreta kamen, wie einstmals musste man so genau wie möglich wissen,
angenommen. Doch woher kamen sie dann? wohin man ging. Dieses Wissen konnten nur
Wirft man wieder einen Blick auf die Medinat Händler liefern, die ferne Länder wie ihre
Habu-Reliefs, kann man sehen, dass die Och- Westentasche kannten.
senkarren für den Zivilistentransport mit soli- Bei der Reise von hier nach dort halfen
den Holzrädern und Korbwägen ausgestattet unerwarteterweise die politischen Umstände.
waren. Genau solche Karren kennt man noch An der Wende vom 13. zum 12. Jh. v. Chr.
heute aus Anatolien, und in der Schlacht bei erfuhr der gesamte Mittelmeerraum tiefgrei-
Kadesh benutzten die Hethiter ähnliche Wä- fende Veränderungen. Zypern wurde 1200
gen für den Lastentransport. Schaut man über v. Chr. zerstört, Ugarit zwischen 1194 und
die Ochsenkarren hinaus, erkennt man Krie- 1187 v. Chr. ausgelöscht. Tarsus die Haupt-
ger mit Hornhelmen, Federhelmen und Lang- stadt des kilikischen Königreiches folgte
schwertern. Hörnerhelme wurden von den im ersten Viertel des 12. Jhs. v. Chr. und die
angreifenden Scherden getragen, doch deren mykenische Palastkultur brach zur selben
geographische Zuordnung ist schwierig. Die Zeit zusammen. Der Untergang der Zentral-
Federhelme der Peleschet, Dananu (Denyen) mächte in Zentral- und Südanatolien öffnete
und Tekker dagegen kann man geographisch die Routen nach Süden und Westen. Wo vor-
genau einordnen: Von der Peleponnes bis zur her Soldaten den Weg versperrt hatten, rauch-

64 ANTIKE WELT 1/15 über


Zwischen Ägyptern und Seevölkern – Tönerne und andere Tatsachen über die Spätbronzezeit in Kanaan

ten jetzt Trümmer und die Menschen konnten Wenige Jahrzehnte nach den Schlachten
frei zwischen Troja und Kanaan umherreisen. gegen die Seevölker zeigten sich in Kanaan ein-
schneidende Veränderungen. Mächtige Städte
Das Ende der Spätbronzezeit wie Hazor, Megiddo, Ekron (Tel Mikne) und
Einmal an der Südküste des Mittelmeeres ange- Tel Batash wurden zerstört. Zerstörungen,
kommen, drangen die Seevölker mit oder ge- die den Seevölkern, kanaanitischen Stäm-
gen den Willen der Ägypter allmählich nach men oder den Israeliten zugeschrieben wer-
Kanaan, nach Osten und nach Norden vor. den. Ungeachtet dessen, wer die Zerstörung
Und hier schließt sich der Kreis. Auch in Beth nun anrichtete, die ägyptische Administration
Shean im Jezreeltal wurden bei Ausgrabun- kollabierte und in ihrem Vakuum bildeten
gen 50 anthropoide Sarkophage gefunden. sich neue Machtgefüge. In Aschkelon, Asch-
Ähnlich den Exemplaren aus Deir el Balah dod, Gaza, Ekron und Gath (Tel es Sai) ent-
waren sie aus Ton gefertigt, schwer und klo- standen neue, blühende Metropolen und ein
big. Doch anders als ihre Parallelen aus Deir Städtebund, der bis heute als die philistische
el Balah sind sie ca. 150 Jahre jünger und Pentapolis bekannt ist. Dass diese Städte von
fünf der Deckel zeigen Männer, die ähnliche Nachkommen ägäischer Einwanderer be-
Kopfbedeckungen wie manche der Angehö- wohnt wurden, kann man an der lokal herge-
rigen der Seevölker auf den Medinat Habu- stellten Keramik mit ägäischen Stileinlüssen
Darstellungen tragen (Abb. 7). Trude Dothan ablesen. Diesmal wurde das gesamte Reper-
schlussfolgerte daraus, dass Ramses III. die toire produziert, angefangen bei Kochtöp-
unterworfenen Philister in seinen Garniso- fen über Schüsseln bis hin zu Flakons. Die
nen in Kanaan angesiedelt und zu Repräsen- Formenvielfalt beweist, dass man weder in
tanten der ägyptischen Macht gemacht hatte. der Küche noch am Tisch auf heimatlich ge-
Doch die Wahrheit liegt wohl irgendwo in der prägte Keramik verzichten wollte.
Mitte. Angehörige der Seevölker, die Philis- Verschwunden waren die syrischen Proto-
ter eingeschlossen, kämpften wohl genauso typen nachempfundenen Paläste und Tempel
gut mit den Ägyptern wie gegen sie, machten genauso wie die monumentale Kunst. Statt-
ihnen Land streitig oder verwalteten es in ih- dessen entstand eine neue Kultur, eine, die
rem Auftrag. Diejenigen, die letzteres taten, regionale kanaanitische Elemente mit denen
wurden, wie schon anderthalb Jahrhunderte der Ägäis vereinte und dabei so beständig war,
zuvor, mit ägyptischen Ehren bestattet. dass sie fast 600 Jahre überdauerte.

Adresse der Autorin T. DOTHAN, Deir el-Balah: excavations in


1977–1982 (2010).
Lisa Yehuda
Ussishkin 33 G. GALIL (Hrsg.), The Ancient Near East in the
IL-4703106 Ramat Hasharon 12th–10th Centuries (2012).
lisa.yehuda@gmail.com
A. E. KILLEBREW / G. LEHMANN (Hrsg.), The
Bildnachweis Philistines and Other «Sea Peoples» in Text and
Archaeology (2013).
Abb. 1: Wikimedia commons / Marku1988;
2: bpk / Vorderasiatisches Museum, SMB / Jürgen J. MYNAROVA (Hrsg.), Egypt and the Near East –
Liepe; 3a–c: The Selz Foundation Hazor Excava- the Crossroads (2011).
tions in Memory of Yigael Yadin; 4: Courtesy of
the Israel Antiquities Authority, Photographer: M. SUGERMAN, Trade and Power in Late Bronze
Dan Kirzner; 5: Courtesy of the Israel Antiquities Age Canaan, in: J. David Schloen (Hrsg.). Explo-
Authority, Photographer: Clara Amit; 6: akg-ima- ring the Longue Duree (2009) 439–448.
ges / Bible Land Pictures / Jerusalem Photo by:
Z. Radovan; 7: akg-images / Erich Lessing.
A. YASSUR-LANDAU, The Philistines and Aegean
Migration at the End of the Late Bronze Age (2010).
Literatur
SH. ZUCKERMANN, «The city, its gods will return
SH. BUNIMOVITZ, On the Edge of Empires – there …». Toward and alternative interpretation
Late Bronze Age (1500–1200), in: Thomas Levy of Hazor’s acropolis in the Late Bronze Age,
(Hrsg.), The Archaeology of Society in the Holy in: Journal of Near Eastern Studies 69/2 (2010)
Land (1995) 320–329. 163–178.

über 1/15 ANTIKE WELT 65


Iran
Reisedatum:
09. 09.– 23. 09. 2015
sassanidischen Residenzstadt (ca. 580 km, ca. 9 Stunden).
Besichtigung der Ruinen der Stadt und des berühmten
sassanidischen Felsenreliefs von Tang-e Chowgan sowie der
Ruine des Palastes von König Schapur I. Danach Weiterfahrt
nach Shiraz, der Stadt der Rosen, Dichter und Nachtigallen.
Abendessen und 3 Übernachtungen Park e Saadi**** in
Shiraz (http://www.parksaadihotel.com/). (F/A)

7. Tag: Shiraz
Sie besichtigen das wunderschön in einem Park gelegene
Grabmal des Dichters Hafez. Anschließend Spaziergang
zur Arg-Zitadelle, in deren Inneren Sie ein beinahe
paradiesischer Garten im persischen Sinne des Wortes
erwartet. Außerdem besuchen Sie die Nasir ol Molk-
Moschee, schlendern durch den Vakil-Basar und den
Eram-Garten und genießen schließlich ein traditionell
persisches Essen in einem Garten-Restaurant. (F/A)
Der Iran bietet eine Vielzahl kulturhistorisch und archäologisch spannender
8. Tag: Prachtvolles Persepolis
Orte, die Zeugnis über eine beeindruckende Geschichte von mehr als Ausflug nach Persepolis, der prächtigen Residenzstadt
sechs Jahrtausenden ablegen. Das Reich Elam, Meder, Perser und Parther der Achämeniden. Sie betreten die Anlage durch das im-
posante Tor der Nationen und erkunden den Apadana-
sowie die Dynastien von Achämeniden und Sassaniden sind nur einige Audienzpalast mit dem berühmten Delegationen-Relief,
Stichworte aus dieser reichen Vergangenheit. das Schatzhaus, die Paläste von Darius und Xerxes
sowie das kleine Museum. Auf Wunsch können Sie auch
zu den Felsengräbern von Artaxerxes hinaufsteigen.
Gegen Mittag kurze Fahrt nach Naqsh-e Rostam, zur
Besichtigung der sassanidischen Felsengräber und
Ihr Reiseverlauf Reliefs aus dem 4. bis 7. Jh. n. Chr. Fahrt nach Kermanshah. Reliefs. Weiter geht es zu den Ruinen von Istakhr, der
1 Abendessen und Übernachtung im Hotel Azadegan**** Hauptstadt der Persis, und schließlich zu den Felsenreli-
1. Tag: Frankfurt – Teheran in Kermanshah (www.azadeganhotel.com/). (F/A) efs von Naqsh-e Rajab. Abendessen im Hotel. (F/A)
Beginn der Reise am Flughafen Frankfurt, wo Sie von
Ihren Reiseleitern erwartet werden. Von dort fliegen 4. Tag: Kermanshah – Ahwaz 9. Tag: Shiraz – Yazd
Sie gegen 11 Uhr mit Iran Air in der Economy Class Heute ist ein reiner Fahrtag (ca. 500 km, ca. 8 Stunden). Aufbruch nach Yazd am Morgen. Den ersten Stopp
direkt nach Teheran. Ankunft gegen 19.50 Uhr. Nach Genießen Sie die Ausblicke auf die abwechslungsreichen machen Sie in Pasargadae zur Besichtigung des
Erledigung der Einreiseformalitäten Transfer zu Ihrem Berglandschaften des Zagros Gebirges und später die Grabmals von Kyros dem Großen und der in der Nähe
Hotel. 1 Übernachtung im Kowsar Hotel**** in Tehe- Fahrt durch die Ebenen von Chuzestan, wo Erdöl und gelegenen Palastruinen. Weiterfahrt in Richtung
ran (http://kowsartehran.pih.ir/). Erdgas gefördert werden. Unterwegs Gelegenheit zu Yazd. In Abarkuh machen Sie eine Pause, um eine mehr-
Foto-Stopps und einer Tee-Pause. 2 Abendessen und tausendjährige Zypresse und ein traditionelles Eishaus
2. Tag: Teheran – Hamadan Übernachtungen im Hotel Pars**** in Ahwaz. (F/A) zu sehen. Danach Fortsetzung der Fahrt nach Yazd.
In Teheran ausführlicher Besuch der vorislamischen 1 Abendessen und Übernachtung im Hotel Dad****
Abteilung des Nationalmuseums mit paläolithischen 5. Tag: Ausflug nach Susa, Chogha Zanbil & Haft Tepe in Yazd (http://dadhotel.com/). (F/A)
Artefakten, Keramik aus Tepe Sialk und Susa, unzähligen Früher Start für die Fahrt nach Shush, in das antike Susa,
Keilschrifttafeln und Funden aus achämenidischer Zeit. die Hauptstadt des Mederreichs. Sie besichtigen die 10. Tag: Yazd – Isfahan
Mittags Fahrt nach Westen Richtung Hamadan. Auf Akropolis und Apadana sowie den Palast des Darius und Am Morgen Besichtigungen in Yazd, dem heutigen Zen-
der Strecke überqueren Sie einen 2300 m hohen Pass. Siedlungsreste auf dem Ausgrabungsareal. Besuch trum des Zoroastrismus im Iran. Sie besuchen die Türme
Zwischenstopp beim Tepe Nusch-e Jan, einer medischen eines kleinen Museums. Anschließend Fahrt zu den Aus- des Schweigens außerhalb der Stadt, den Feuertempel,
Festung südlich von Hamadan. 1 Abendessen und Über- grabungen von Haft Tepe, dem elamitischen Kapnak. Im den Amir Chaqmaq-Komplex und die Freitagsmoschee.
nachtung Hotel Baba Taher**** in Hamadan. (F/A) Museum sind einige der Funde ausgestellt. Weiterfahrt In Meybod bekommen Sie bei einem Spaziergang einen
nach Chogha Zanbil. Beeindruckend in dieser mittel- Eindruck davon, wie die mittelalterlichen persischen
3. Tag: Hamadan – Kermanshah elamitischen Residenzstadt ist die gut erhaltene, 25 m Städte aussahen. Anschließend Weiterfahrt in Richtung
Besichtigung des Siedlungshügels Hegmataneh, dem aufragende Zikkurat. Fahrt nach Shushtar. Hier ist der Isfahan. Abendessen und 2 Übernachtungen Hotel
antiken Ekbatana. Reise nach Kermanshah und zum Ganj- östlichste römische Brückenbau zu bewundern. (F/A) Ali Qapu**** in Isfahan (http://aliqapu.pih.ir/). (F/A)
Nameh-Tal. Über den Assadabad-Pass führt die Fahrt
nach Kangavar. Dort Besichtigung des sog. Anahita-Tem- 6. Tag: Ahwaz – Shiraz 11. Tag: Isfahan
pels. Weiterfahrt nach Bisotun über die alte Königsstraße zu Zeitiges Frühstück und Start für einen langen Fahrtag Sie sehen heute die wichtigsten Denkmäler Isfahans,
den bedeutsamen Reliefs am «Berg der Götter». Danach durch die Erdölfelder Khuzistans und weiter durch für viele die schönste Stadt des Irans. Isfahan war
Fahrt zu den Grotten von Taq-e Bostan mit sassanidischen die Hochtäler des Zagrosgebirges nach Bishapur, der im 17. Jh. die Hauptstadt der Safawiden-Dynastie.

über
www.karawane.de/antikewelt-iran
Antikes Persien und
moderner Iran

Genießen Sie vom Ali-Qapu-Palast den herrlichen Blick


auf den Meidan-e Emam, ein einmaliges Ensemble
großartiger Bauten. Anschließend gelangen Sie über
den Basar in das mittelalterliche Stadtzentrum Isfahans
und besuchen die alte Freitagsmoschee. Abendessen in
einem traditionellen persischen Restaurant. (F/A)

12. Tag: Isfahan – Kashan


Sie besuchen den sassanidischen Feuertempel und die
Ruinen der Festung außerhalb Isfahans. Von hier aus
Fahrt nach Kashan mit Stop in Natanz, in der Nähe von Eingeschlossene Leistungen Ihre Studienreiseleiter:
Arisman, ein Zentrum der vorgeschichtlichen Kupfer-  Linienflüge mit Iran Air in Economy-Class: Herr Prof. Dr. Holger Sonnabend lehrt Alte Ge-
und Bronzeverarbeitung mit Handelsverbindungen bis Frankfurt – Teheran / Teheran – Frankfurt schichte an der Universität Stuttgart und arbeitet
nach Mesopotamien. Besuch des Museums von  Flughafengebühren, Steuern, aktuell gültige Kerosin- nebenbei als Dozent an verschiedenen Volkshochschu-
Natanz. Anschließend Weiterfahrt nach Kashan. Am zuschläge und Luftverkehrssteuer len. Darüber hinaus leitete er bereits viele außerge-
Nachmittag Besichtigung des Fin-Gartens, einer (Stand Dezember 2014: ca. € 100,–) wöhnliche archäologische Studienreisen.
der ältesten und berühmtesten persischen Gärten.  14 Übernachtungen in den im Reiseverlauf genann-
1 Abendessen und Übernachtung Hotel Negarestan**** Frau Dr. Frauke Sonnabend promovierte im Bereich
ten, landestypischen Unterkünften o. ä.
in Kashan (www.negarestan-hotel.com). (F/A) Alte Geschichte. Ihr berufliches Tätigkeitsfeld reicht von
 Alle Mahlzeiten lt. Reiseverlauf (F = Frühstück /
Führungen in Museen und Ausstellungen bis hin zur Er-
A = Abendessen) wachsenenbildung und der Leitung von Studienreisen.
13. Tag: Kashan – Teheran
 Alle Transfers, Rundfahrten und Ausflüge lt. Reiseverlauf
Am Morgen kurzer Besuch des historischen Kauf- Bitte beachten
in einem klimatisierten Reisebus (keine Toilette im Bus)
mannshauses Borudjerdhi, anschließend Besichtigung Für die Einreise in den Iran benötigen deutsche Staats-
 Alle Eintrittsgelder lt. Reiseverlauf
des Ausgrabungsgeländes von Tepe Sialk. Die ältesten bürger ein Visum.
 Trinkgeld des iranischen Reiseleiters
Siedlungsreste von Tepe Sialk datieren neolithisch, und
 Gepäckträgergebühren Teilnehmer: Bis 8 Wochen vor Abreise zu erreichende
aus dem 4. Jh. v. Chr. gibt es Zeugnisse von Metallge-
 Visagebühren (Stand Dezember 2014: € 95,–) Mindestteilnehmerzahl: 20, max. 28 Personen.
winnung. Am späten Vormittag Fahrt nach Teheran.
 Deutschsprechende lokale Reiseleitung
Die Route führt an Qom, einem großen Salzsee und
 Studienreiseleitung ab/bis Frankfurt: Dr. Frauke
Bei keiner unserer Reisen in den Iran sind Besichti-
dem Imam Khomeini-Schrein vorbei. Abendessen und
Sonnabend und Professor Dr. Holger Sonnabend gungen und Aufenthalte in unmittelbarer Nähe der
2 Übernachtungen Hotel Kowsar**** in Teheran. (F/A)
Grenzen nach Afghanistan, dem Irak oder nach
Pakistan vorgesehen. Wir verfolgen die Entwicklung der
14. Tag: Teheran Nicht im Reisepreis enthalten Sicherheitslage im Iran insgesamt sehr aufmerksam.
Besichtigung der alten Königsstadt Rey, heute ein Weitere Mahlzeiten und Getränke, persönliche Trink- Bei Bedarf ergreifen wir alle für die Sicherheit unserer
südlicher Vorort von Teheran. Besichtigung des so- gelder, Reiserücktrittsversicherung, optionale und nicht Gäste erforderlichen Maßnahmen.
genannten Toghrol-Turms (12. Jh.) und Rundgang durch ausdrücklich aufgeführte Leistungen sowie Ausgaben
die Altstadt mit Besichtigung der Ruinen der parthi- Änderungen im Reiseverlauf oder bei den genannten
persönlicher Art.
schen Befestigungen. Zurück in Teheran Besuch des Reza Unterkünften aufgrund von örtl. Gegebenheiten sowie
Abbasi-Museum mit der Sammlung vorislamischer Preiserhöhungen oder -anpassungen aufgrund von
Artefakte. Am Abend genießen Sie Ihr Abschiedsessen in Flugzeiten (Änderungen vorbehalten) staatlichen Abgabenänderungen und Zuschlägen müs-
einem schönen traditionellen Restaurant. (F/A) 09. 09. 15 Frankfurt – Teheran 11.00 – 19.50 Uhr sen wir uns ausdrücklich vorbehalten. Die Klassifizie-
23. 09. 15 Teheran – Frankfurt 06.15 – 09.20 Uhr rung der Hotels entspricht der Landeskategorie.
15. Tag: Teheran – Frankfurt
In der Nacht Transfer zum Flughafen. Gegen 6.15 Uhr
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geben wir Ihnen hierzu gerne Auskunft. In Kooperation mit dem Verlag Philipp von Zabern und der Zeitschrift ANTIKE WELT

über
Der vergessene Tempel
Das Mithräum aus Konjic

Überreste eines Mithräums wurden 1897 in Konjic entdeckt. In den


Ruinen des Tempels wurden eine größere Menge an Münzen, ein Altar
sowie eine Karstreliefplatte vorgefunden. Die Vorderseite der Relief-
platte zeigt die Tauroktonie und die Rückseite ein Ritualfest. Dieses seltene
Beispiel einer beidseitig bearbeiteten Reliefplatte wird heute im derzeit
leider für die Öfentlichkeit geschlossenen Landesmuseum aufbewahrt.

von Jesenko Hadžihasanović

uf einem steilen Hang des Hügels Re-


A povica, in der Nähe des Bahnhofs in
Konjic, wurden zu Beginn des Jahres 1897
die Überreste eines Mithräums gefunden
(Abb. 1). Diese wurden durch die lokalen
Einwohner entdeckt, nachdem auf Grund
von Eisenbahnarbeiten ein Loch ausgeho-
ben worden war, welches das Mithräum an-
schnitt. Nachdem die Archäologen des Nati-
onalmuseums von Bosnien und Herzegowina
darüber informiert worden waren, begann im
Februar desselben Jahres die Ausgrabung. Es
wurde ein Raum mit einer Innenlänge von
9 m und einer Breite von 5 m gefunden. Die-
ser Bereich wurde aus behauenen Steinen aus
der Gegend, die durch Lehm miteinander
verbunden waren, und Dachziegeln, die sich
auf eine hölzerne Konstruktion stützten, ge-
baut. Des Weiteren wurden ein doppelseitiges
Relief mit einer Darstellung der Tauroktonie
(Stiertötung) und eines rituellen Festes, ein
Altar, eine größere Anzahl an Münzen und
andere Funde geborgen.
Das Mithräum orientiert sich ostwestlich,
wobei der Hang von der nördlichen zur süd-
lichen Richtung abfällt; aus diesem Grund
war die südöstliche Seite des Mithräums am
stärksten von Erosion befallen. Es wurden
keine Überreste gefunden, die bezeugen kön-
nen, dass die Wände an diesen Stellen bemalt
waren. Der Boden bestand aus gestampfter
Erde, die mit Steinen und Flusssand vermischt
wurde. Während auf der westlichen Seite wohl
der Eingang lag, wurden im östlichen Teil das

68 ANTIKE WELT 1/15 über


Der vergessene Tempel – Das Mithräum aus Konjic

Kultrelief und der Altar gefunden. Da in der Beidseitige Reliefplatte


Wand keine Spuren einer Eingangsöffnung ge- Der wichtigste Fund aus dem Mithräum in
funden werden konnten und keine Überreste Konjic ist die Reliefplatte, die beidseitig bear-
von Steintreppen auszumachen waren, kann beitet wurde (CIL III, 14617). Sie wurde aus
man davon ausgehen, dass der Einstieg in den grauem Kalkstein angefertigt und ist 59 cm
leicht tiefer gelegenen Raum mit Hilfe von ei- hoch, 83 cm breit und 10 cm dick. Da die
ner Holztreppe möglich war. An der nordöst- ganze Reliefplatte aus mehreren Stücken be-
lichen Seite des Raums lag die Stützmauer des steht, ist es nachvollziehbar, dass einige Teile
Podiums, während die analoge Mauer auf der der Platte teilweise oder sogar ganz zerstört
südlichen Seite durch Erosion zerstört wurde. wurden. Die Vorderseite, auf der die Tau-
Es ist interessant, dass sich das Mithräum im roktonie dargestellt ist, wird durch zwei ver- Abb. 1
Die Gemeinde Konjic
Wald befand. Jedoch lag es in keiner natürli- tikal-verlaufende Pfeiler in drei Felder geteilt
mit dem Berg Repovica
chen Höhle, sondern in einer von Menschen (Abb. 2). Diese Pfeiler und ein Bogen, der und den Bahnschienen
gemachten Umgebung. sie miteinander verbindet, symbolisieren die im Hintergrund.

über 1/15 ANTIKE WELT 69


Der vergessene Tempel – Das Mithräum aus Konjic

Höhle, in der Mithras den heiligen Stier tötete. Soli inv[ict]o Meter[ae] – «Dem unbesiegten
Das Relief zeigt Beschädigungen des Kopfes Sonnengott Mithras». Es handelt sich um
und der Beine der Gottheit sowie teilweise eine standardisierte Widmungsinschrift. Hier
auch der Beine des Stieres auf; zwischen den wurde jedoch eine lokale Variante des Na-
Beinen des sterbenden Stiers sind motivische mens Mithras benutzt. In der rechten Ecke
Reste eines Hundes, einer Schlange und eines über dem Bogen sind der Unterarm und der
Skorpions zu erkennen. Auf der linken Seite Torso von Luna erkennbar, über deren Kopf
steht Cautopates mit über das rechte gekreuz- ein Halbmond schwebt, der nur noch frag-
tem linken Bein und einer gesenkten Fackel mentarisch an ihrer rechten Schulter zu sehen
in der Hand, während sich auf der rechten ist. Auf der rechten Seite hat sich die Kon-
Seite Cautes beindet, der eine Fackel in der tur des Schnabels eines Raben erhalten, der
rechten Hand hochhält. Obwohl die Darstel- als Bote des Gottes Sol, dessen Darstellung
lungen von Mithras und den Dadophoren nicht mehr zu sehen ist, gilt. Rechts und
beschädigt sind, können wir dennoch einige links der Tauroktonie sind vier Opfergaben
Schlüsse aus ihrer Kleidung ziehen. Alle drei erkennbar, die unterschiedlich gut erhalten
tragen einen Chiton mit eng anliegenden sind. Sie zeigen jeweils eine Person in glei-
Ärmeln, der am Fußgelenk endet, auf den cher Kleidung. Unten links ist ein Mann
Rücken Mäntel und auf dem Kopf eine phry- erkennbar, der sich von rechts nach links be-
gische Mütze. Letzere ist nur bei den Dado- wegt und einen Bock auf dem Rücken trägt,
phoren nachzuweisen. Farbspuren an einigen während unten rechts ein Mann in entgegen-
Stellen der Platte lassen uns vermuten, dass gesetzter Laufrichtung ein Wildschwein auf
jede der Figuren eine enge Hose an hatte. Der dem Rücken trägt. Oben rechts ist die Dar-
größte Unterschied zwischen den Dadopho- stellung gut genug erhalten, um zu erkennen,
ren und Mithras – außer der Tatsache, dass dass ein Mann etwas auf dem Altar opfert,
die Gottheit mit größerer Aufmerksamkeit während die Illustration oben links mit
ausgearbeitet wurde – ist, dass der Umhang Sicherheit eine männliche Figur mit Chiton
der Gottheit lattert, während er bei den Dado- bekleidet zeigt, von links nach rechts schrei-
phoren eng um den Körper geschlungen ist. tend und etwas auf dem Rücken tragend,
Auf dem Bogen über der mittleren Darstel- wobei nicht näher zu erkennen ist, um was
lung beindet sich eine Votivinschrift: Deo es sich handelt.

Abb. 2
Vorderseite des Mithras-
reliefs mit der Darstellung
der Tauroktonie (Stier-
tötung), Nationalmuseum
von Bosnien und Herze-
gowina.

70 ANTIKE WELT 1/15 über


Der vergessene Tempel – Das Mithräum aus Konjic

Abb. 3
Rückseite des Mithras-
reliefs mit der Darstellung
des Kultfestes, National-
museum von Bosnien und
Herzegowina.

Rituelle Feste bige unterschiedlichen Ranges teilnehmen:


Das, was das Relief aus Konjic besonders macht, Die Personen im Zentrum – Heliodromus
ist die Darstellung des rituellen Festes auf der und Pater – stellen die höchsten Ränge der
Rückseite der Platte (Abb. 3). Die dort gezeigte religiösen Gemeinschaft dar. Heliodromus
Darstellung wird von tordierten korinthischen hält vermutlich das Rython, während Pater
Säulen lankiert, auf denen wahrscheinlich mit leeren Händen dasteht. Auf der rechten
ein Bogen lag, um die Höhle bildlich nachzu- Seite steht Miles oder Nymphus – wegen der
ahmen. Zwischen den Säulen sind sechs Figu- Beschädigung des Kopfes kann man nicht
ren dargestellt. Zwei Figuren, die im Zentrum genau sagen, um welchen Rang es geht –
auf einer mit Bockfell bedeckten Kline liegen, und Leo mit der Löwenmaske, während auf
heben die rechte Hand hoch. Die linke Figur der linken Seite Perses mit einer phrygischen
hält in der linken Hand ein Rython. Vor der Mütze und Corvux mit der Rabenmaske ge-
Kline steht ein Tisch mit drei Beinen, auf dem kennzeichnet ist.
sich Brote mit eingeschnittenen Kreuzen be- Neben den Fragmenten, die das bisher ge-
inden, während links vom Dreibein ein Löwe nannte Relief bilden, sind noch zwei Bruch-
sitzt. Auf der linken Seite des Reliefs bein- stücke gefunden worden, die wahrscheinlich
den sich zwei Personen: Die Linke trägt eine ein Teil des Reliefs sind, aber leider nicht
Rabenmaske und die Rechte eine phrygische eingefügt werden konnten. Auf dem ersten ist
Mütze. Auf der rechten Seite des Reliefs sind ein breiter Bogen dargestellt, unter dem eine
zwei Figuren, von denen die rechte eine Lö- phrygische Mütze dargestellt ist, in denen
wenmaske trägt und die linke zu sehr beschä- acht Löcher eingearbeitet wurden. Diese Ein-
digt ist, um mit Sicherheit zu sagen, was sie lassungen waren wohl für Stacheln aus Metall
auf dem Kopf trägt; vermutlich nichts. Alle gedacht, die eine Krone mit Sonnenstrahlen
Figuren, außer der mit der Löwenmaske, imitieren sollten. Auf dem zweiten Fragment
haben ein Rython oder ein anderes Gefäß in ist ein Krater zusehen. Es wird vermutet, dass
der Hand. Es wird vermutet, dass es hier um beide zur Reliefseite der rituellen Festlichkeit
eine rituelle Festlichkeit geht, in der Gläu- gehört haben.

über 1/15 ANTIKE WELT 71


Der vergessene Tempel – Das Mithräum aus Konjic

Weitere Ergebnisse jährigen Benutzung. Angesichts der hohen


Aus dem östlichen Bereich des Mithräums Geldsummen kann man jedoch davon aus-
stammt ein Altar (CIL III, 14222): Er ist aus gehen, dass das Mithräum regelmäßige Ein-
Kalkstein gearbeitet, besitzt eine glatte Vor- kommen seit der Zeit des Kaisers Gallienus
derseite, auf der jedoch ein an zwei Stellen (reg. 253–260 n. Chr.) hatte.
beschädigter Giebel im Relief herausgear-
beitet wurde. Die restlichen Seite das Altars Andere Mithraskulte in Bosnien und
sind weniger bearbeitet, während die Rück- Herzegowina
seite völlig unbearbeitet ist. Dies führt zum Das Mithräum in Konjic ist kein Einzelfall; der
Schluss, dass diese Seite an die Wand des Mithraskult ist aus dem Bereich von Bosnien
Mithräums angelehnt war. Die Inschrift auf und Herzegowina sowie aus der näheren Um-
dem Altar lautet: S(oli) i(nvicto) M(ithrae) gebung bekannt. Neben diesem gibt es in Bos-
V[e]tur(ius) Lucius v(otum) s(olvit) – «Dem nien und Herzegowina noch 13 weitere Orte,
unbesiegten Sonnengott Mithras gelobt Vetu- die dem Gott Mithras geweiht sind, aus denen
rius Lucius». Der Text ist lach und mit un- sich fünf Kultbilder erhalten haben. Von den
gleichmäßigen Buchstaben eingraviert. Inte- Kultbildern ist neben dem aus Konjic, noch
ressant ist die Tatsache, dass der Steinhauer das Kultbild aus Jajce am wichtigsten. Die Tat-
in der Abkürzung VETUR anstatt E ein F sache, dass stromabwärts von Konjic, im Tal
eingraviert hat. des Flusses Neretva, noch eine Inschrift gefun-
Von den anderen Funden ist noch ein den wurde, auf der die Gottheit Meteri genannt
graues Gefäß aus weichem Kalkstein, das mit wird (AE 1906, 0184), wie auch in Lisičići,
einem Ornament aus konzentrischen Krei- wo noch ein Relief der Tauroktonie gefunden
sen verziert wurde, zu erwähnen. Das Gefäß wurde (CIL III 13859), ist für uns sehr inte-
könnte zur Weihung von Wasser gedient ha- ressant. Dies sind alles Beweise für die weite
ben. Außerdem wurden noch Knochen von Verbreitung des Mithraskults aus dem Gebiet
einem Ochsen, Schaf, Wildschwein und Vo- im oberen Flussgebiet der Neretva.
gel gefunden. Da der Ochse, das Schaf und Doch wann wurde das Mithräum in Kon-
Adresse des Autors
das Wildschwein auf dem Relief zu sehen jic verlassen? Bei der Ausgrabung konnte keine
Jesenko Hadžihasanović
Paromlinska 53d sind, können wir davon ausgehen, dass diese Zerstörungsschicht gefunden werden; es konn-
BIH-71000 Sarajevo
hadzihasanovic.j@gmail. Tiere geopfert wurden. ten keine absichtlichen Beschädigungen in
com Die wichtigsten Funde, die dabei hel- situ, auf dem Altar oder dem Mithrasrelief
Bildnachweise fen können, das Mithräum zu datieren, sind nachgewiesen werden. Das Mithräum wurde
90 Münzen aus Silber (1) und Bronze (89), auch nicht ausgeraubt, was durch die zahl-
Alle Abb. vom Verf.
welche innerhalb und außerhalb des Mithrä- reichen Münzfunde gesichert ist. Somit kann
Literatur ums gefunden worden sind. Die älteste ist man nur eine Schlussfolgerung ziehen: Die
B. GABRIČEVIĆ, Litur- aus der Zeit des Kaisers Trajan (reg. 98–117 Objekte wurden unabsichtlich bei den Bauar-
gijsko značenje prikaza
na reversu Mitrine kultne n. Chr.), während die jüngste aus der Zeit beiten am Ende des 19. Jhs. beschädigt. Die
slike, in: Glasnik Zemaljs- des Kaisers Arcadius (reg. 383–408 n. Chr.) Österreich-Ungarische Eisenbahn wollte ihre
kog Muzeja Bosne i
Hercegovine u Sarajevu. stammt. Alle Münzen haben wahrscheinlich Strecke vor einem Erdrutsch schützen, der
Nova Serija: Historija i
etnograija. Sveska (1952) der Schatzkammer des Tempels angehört. sich wegen dem Regen bereits durch Sandrut-
19–25. Dies bedeutet jedoch nicht, dass der Tem- sche vom Hügel Repovica angedeutet hatte.
E. IMAMOVIĆ, Antički pel schon ab dem Ende des 1. Jhs. n. Chr. Vielleicht hat so ein Erdrutsch auch die Zer-
kultni i votivni spome-
nici na području Bosne i erbaut wurde. Zahlreiche Münzen waren störung des Mithräums in der Zeit des Kai-
Hercegovine (1977). auch nach dem Tod des jeweiligen Kaisers sers Arcadius verursacht. Wie dem auch sei,
C. PATSCH, Mithräum noch im Umlauf. Interessant ist auch die das Mithräum in Konjic ist ein Ort, der von
u Konjicu, in: Glasnik
Zemaljskog Muzeja Tatsache, dass die einzigen Beschädigun- dem langjährigen Kult des Gottes Mithras in
Bosne i Hercegovine u gen bei den meisten der Münzen auf Grund der Provinz Dalmatia zeugt und eines der sel-
Sarajevu. Sveska 4 (1897)
629–656. Tab. I–III. von Reibungen zwischen Steinen und Sand tenen Beispiele für ein doppelseitig bearbei-
zustande kamen und nicht wegen der lang- tetes Relief.

72 ANTIKE WELT 1/15 über


Das Leben am tiefsten Punkt der Erde Abb. 1
Wadi al Hasa mit Ghor
as­Sai.

Die Landschaft des südlichen Ghor

Am 18. Mai 2013, dem Internationalen Museumstag, wurde auf Initiative


des Autors südsüdöstlich des Toten Meeres (Jordanien) ein moderner
Museumsbau oiziell eröfnet. Wegen seiner einzigartigen Lage im südli­
chen Ghor, etwa 400 m u. d. M., ist es das Museum at the Lowest Place
on Earth (MuLPE). Das Museumskonzept spiegelt in der Abfolge der Sach­
themen verschiedene Facetten der menschlichen Besiedelung dieser
ganz besonderen Kulturlandschaft wider.

von Konstantinos D. Politis schaft wurde über einen Zeitraum von Milli-
onen von Jahren durch tektonische Aktivität

I m heutigen Jordanien wird die Region süd-


östlich des Toten Meeres zwischen dem
Wadi al Mujib und dem Wadi ’Araba das südli-
geformt, durch die der Grabenbruch ent-
stand; dieser Senkungsgraben stellt die größ-
te Spaltung auf der Erde dar. In einer Tiefe
che Ghor oder Gwhawr(s) genannt (Abb. 1). von 400 m u. d. M. liegt das südliche Ghor
Sie umfasst im Verlauf vom Osten zum Westen am tiefsten Punkt in diesem Tal und bildet
eine Reihe von Flusstälern (arabisch ghawrs), somit auch den tiefsten Punkt des Festlandes
die von Quellen gespeist werden. Die Land- der Erde.

über 1/15 ANTIKE WELT 73


Das Leben am tiefsten Punkt der Erde – Die Landschaft des südlichen Ghor

Die relativ abgeschiedene Lage und das Der Alltag an der Küste des Toten
extrem heiße Klima machen das südliche Meeres
Ghor zu einer herausragenden Region mit Das Leben am tiefsten Punkt der Erde stellt
einer eigentümlichen Umgebung und Be- eine Besonderheit dar. Die Menschen müs-
völkerung. Die Menschen leben dort schon sen im Sommer ein heißes Klima aushalten,
Abb. 2
seit Tausenden von Jahren und errichteten in können aber dafür einen milden Winter genie-
Mosaikfußboden, Heilig­
tum des Lot (aus dieser Gegend einige der ersten Bauerndör- ßen. Während die Sonne die meiste Zeit über
dem Diakonikon der Kirche, fer, von denen sich manche zu den ältesten scheint und somit das Wachstum der Planzen
Area A.V); datiert durch bekannten Städten entwickelten. Neben der begünstigt, werden ihre schädlichen Strahlen
die griechische Inschrift
572–573 n. Chr.; aus normalen Bevölkerung lebten auch bedeu- durch einen zusätzlichen Luftraum von 400 m
mehr als 900 Fragmenten tende biblische und historische Persönlich- ausgeiltert. Obwohl im Toten Meer kein Le-
zusammengesetzt und keiten im südlichen Ghor. Den Reichtum bewesen existieren kann, verwandeln die zahl-
nach der Restaurierung
und seinen besonderen Charakter verdankt reichen Frischwasserquellen diesen Ort in ei-
im Museum at the Lowest
Place on Earth (MuLPE) die Region diesen Menschen, die mit harter nen biblischen «Garten von Eden».
ausgestellt. Arbeit hierzu beitrugen. Die heutigen Bewohner des südlichen Ghor
proitieren von einer langen Erfolgsgeschichte
landwirtschaftlicher Produkte wie Datteln, Zu-
ckerrohr, Indigo, Balsam und Tomaten. Dank
ihres Reichtums an natürlichen Mineralien wie
Salz, Bitumen, Schwefel und Pottasche blüht
der Handel mit ihren einzigartigen Produkten.

Die ersten Menschen


Bereits vor Zehntausenden von Jahren lebten
Menschen nachweislich im südlichen Ghor,
wo sie Tiere jagten sowie Früchte, Nüsse und
Planzen sammelten. Die ersten Siedlungen
tauchten im Neolithikum (Jungsteinzeit) vor
ungefähr 13 000 bis 10 000 Jahren auf, als die
Menschen sich zu Gemeinschaften zusam-
menschlossen, um Planzen anzubauen und
Tiere zu domestizieren. Zwei solcher Dörfer
wurden im südlichen Ghor gefunden: adh-
Dhra’ aus der Zeit vor 12 500 bis 10 500 Jah-
ren und Wadi Suwayf-Hamarash aus der Zeit
vor 10 000 bis 8000 Jahren.

Die ersten Städte und ihre Bevölkerung


Als vor etwa 5000 Jahren die Frühe Bronze-
zeit begann, lebten hier bereits so viele Men-
schen, dass eine komplexere soziale Orga-
nisation notwendig wurde. Viele Dörfer im
damaligen Nahen Osten entwickelten sich
aus ihren Zentren, wo neue Häuser entlang
der Straßen entstanden und die Siedlungen
von Wehrmauern umgeben wurden. Da die
Bevölkerung wuchs, mussten die sozialen Re-
geln durch geschriebene Gesetze stärker for-
malisiert werden. Aus den Bestattungen wur-
den regelrechte Zeremonien. Im südlichen
Ghor gab es fünf alte Städte dieser Art, die in

74 ANTIKE WELT 1/15 über


Das Leben am tiefsten Punkt der Erde – Die Landschaft des südlichen Ghor

der Bibel und anderen historischen Quellen als


«Städte auf der Ebene» erwähnt werden (z. B.
Sodom, Gomorrah, Admah, Zeboiim, Zoara).

Migration
Aus der Mittleren Bronzezeit vor etwa 3500 Jah-
ren ist im südlichen Ghor lediglich die Sied-
lung Dhahrat adh-Dhra’ bekannt. Auf den
Berghängen der Region gibt es viele große
Cairns (Steinhügel), in denen sich Familien-
gräber aus dieser Epoche beinden. In Dayr
’Ayn ’Abata wurden mehr als 20 Gräber ent-
deckt und ausgegraben, wovon einige der
Funde ausgestellt sind. Ähnliche Hügelgräber
wurden in der Nähe von Sai und in Khanay-
zira gefunden.
Einige große Bauernsiedlungen entstanden
während der Eisenzeit vor ungefähr 3000 Jah-
ren. Unter den Funden von Tulaylat Qasr
Musa al-Hamad und Khanayzira sind auch
die typische «moabitische» Keramik und zahl-
reiche Mahlsteine, die auf eine Weizenpro-
duktion im großen Umfang hinweisen. Es gibt
keine großen Befestigungsmauern wie in den
Städten der Frühen Bronzezeit. Demzufolge
kann man davon ausgehen, dass es eine rela-
tiv friedliche Epoche war.

Die Entdeckung der Höhle des Lot


Bei vorhergehenden archäologischen Pro-
spektionen, die in diesem Gebiet erfolgten,
stieß man auf architektonische Überreste.
Auf Grund dieser Hinweise begannen hier
Ausgrabungen im Jahr 1988. Am 15. Sep-
tember 1991 brachen Arbeiter durch ein Loch
im Boden. Nachdem sie in ihrem Eifer das Als die Höhle freigelegt wurde, fand man Abb. 3
Loch vergrößert hatten, stießen sie zunächst einen kleinen Raum, der mit feinen, weißen Detail des Mosaiks von
Madaba mit dem Heiligtum
auf fein ausgearbeitete Architekturblöcke, Marmorplatten ausgelegt war. Außerdem gab des Lot. Oberhalb des
die zum oberen Bereich einer Halbkuppel es dort Hunderte von Öllampen aus gebrann- kleinen Gebäudes beindet
gehörten. Schließlich wurde eine Kirche tem Ton und Glas. Der Fundkomplex führt sich die griechische In­
schrift ΤΟ ΤΟΥ ΑΓΙΟΥ Λ<ΩΤ >
vom Bautyp einer Basilika mit drei Apsiden zu der Annahme, dass dies der am meisten
(6. Jh. n. Chr.).
gefunden, die über dieser Grotte errichtet verehrte Ort in der Kirche war. Schließlich
worden war. Die Böden waren mit pracht- wurden noch drei Steine mit Inschriften ge-
vollen Mosaiken ausgelegt, die Inschriften funden, die den Ort als «Heiligtum des Lot»
in byzantinisch-griechischer Sprache trugen, auswiesen. Dies wurde durch die Mosaik-
der lingua franca der frühchristlichen Welt karte von Madaba aus dem 6. Jh. n. Chr., die
(Abb. 2; vgl. Abb. 7 b). Auf diesen Inschriften älteste im Original erhaltene kartograische
sind Bischöfe, der Abt eines Klosters und an- Darstellung des Heiligen Landes, bestätigt,
dere Kirchenvertreter erwähnt, aber auch die die den Ort ebenfalls anzeigt (Abb. 3). Offen-
Bau- und Renovierungsdaten in der Abfolge sichtlich glaubten die frühen Christen, dass
von 572, April 605 und Mai 691 n. Chr. hier die Höhle des Lot war.

über 1/15 ANTIKE WELT 75


Das Leben am tiefsten Punkt der Erde – Die Landschaft des südlichen Ghor

In den tieferen Schichten der Höhle ka- deckt, die einige Forscher mit der Geschichte
men Funde aus der Frühen Bronzezeit zu- von Lot in Verbindung bringen.
tage. Vermutlich wurden sie dort abgelegt,
um einen Bezug zur Geschichte von Sodom Das Leben eines Mönches
und Gomorrah aus dem Alten Testament In der frühbyzantinischen Zeit war der Alltag
herzustellen und den Ort entsprechend zu in einem christlichen Kloster streng geregelt.
weihen. Die Menschen in diesen Klöstern wurden als
«Mönche» bezeichnet, das griechische Wort
Die Geschichte des Lot für eine Person, die alleine lebt (monachos
In der Bibel und im Koran war Lot die ein- abgeleitet von monos = allein). Jeder betete,
zige gute Person in der sündigen Stadt So- arbeitete und aß für sich in einer kleinen Zelle
dom, eine der fünf «Städte der Ebene». Er oder Höhle in der Umgebung des Klosters.
wurde mit seiner Familie vor der Zerstörung Die Mönche ernährten sich in der Regel von
Sodoms gerettet und lüchtete in die benach- Brot, Fisch, Obst und Gemüse. An religiösen
barte Stadt Zoara, das heutige Ghor as-Sai, Festtagen trafen sie sich für gemeinsame Ge-
wo er in einer Höhle lebte. Lots Frau, die sich bete in der Kirche und es gab wohlmöglich
aus Mitgefühl zu den sündigen Menschen Fleisch, das sie im Refektorium (Speisesaal)
umdrehte, erstarrte zu einer Salzsäule. Die zusammen verspeisten. Gewöhnlich arbei-
Abb. 4 Vernichtung von Lots Stadt wird sowohl im teten Mönche in Gemüsegärten, stellten ge-
Flugbild über die Nekro­ Alten Testament der Bibel als auch im Koran lochtene Körbe her und boten Pilgern und
pole von Khirbat Qayzun
erwähnt. Lot wird im Koran als Prophet ver- Reisenden Wasser an.
(Raublöcher von illegalen
Ausgrabungen; zumeist ehrt. Vor kurzem wurden im südlichen Ghor Nachweise hierfür liefern die Funde aus
1./2. Jh. n. Chr.). archäologische und geologische Funde ent- der jüngsten Grabung in Dayr ’Ayn ’Abata.

76 ANTIKE WELT 1/15 über


Das Leben am tiefsten Punkt der Erde – Die Landschaft des südlichen Ghor

Die Restaurierung der Mosaiken


Die Verlegung von Mosaiken begann im 4. Jh.
v. Chr. im hellenistischen Griechenland und
wurde nach den Eroberungen Alexanders des
Großen im Osten eingeführt.
Zunächst verwendete man eine Technik
mit Flusskieseln, bis dann in der römischen
und byzantinischen Zeit tesserae gefertigt
wurden. Um die Mosaiken richtig zu konser-
vieren, muss man über entsprechende Kennt-
nisse der Konstruktionsmethoden verfügen.
Bei den Grabungen in Dayr ’Ayn ’Abata
wurde eine umfangreiche Restaurierung der
Mosaikbeläge in der Kirche des Lot durch-
geführt. Sie umfasste die Dokumentation,
die Stabilisierung vor Ort, Zusammenfügung, planzen für Parfümöl an und gewannen wert- Abb. 5
Abbau und Wiedereinbau. Schließlich wur- volles Salz und Bitumen. Außerdem kontrollier- Khirbat Qayzun: Bestat­
tung mit textilen Resten
den zwei Mosaiken für die Ausstellung im ten sie den regionalen Handel mit kostbarem
(1./2. Jh. n. Chr.).
Museum präpariert (vgl. Abb. 2). Weihrauch. Diese Tätigkeiten der Nabatäer
werden in historischen Texten von Flavius
Hellenismus und Islam Josephus (1. Jh. n. Chr.), Plinius dem Älteren
Hellenistische Städte wurden kontinuierlich (1. Jh. n. Chr.) und den «Babatha-Archiven»,
bewohnt. Aus diesem Grund sind die meisten einer bedeutenden Sammlung von Papyrus-
archäologischen Nachweise aus dem 4. bis Dokumenten, die während der Bar Kokhba-
2. Jh. v. Chr. nicht mehr erhalten. Die Funde Revolte in der Höhle der Briefe versteckt war,
aus den nachfolgenden römischen, byzanti- erwähnt.
nischen und islamischen Epochen bezeugen
jedoch einen nachhaltigen griechischen Ein- Die Nekropole von Khirbat Qayzun
luss. Im Jahr 1996 wurde in Khirbat Qayzun durch
Dies wird besonders im 7. bis 8. Jh. n. Chr. Zufall eine einzigartige archäologische Ent-
deutlich, als die griechische Sprache noch für deckung gemacht. In einer Nekropole mit
ofizielle Dokumente, Grabsteine und Graf- über 5000 Einzelbestattungen kamen seltene
iti verwendet wurde. Frühe islamische Mün- Funde der Nabatäer ans Licht. Die Gräber im
Abb. 6
zen gingen auf frühere Prototypen zurück, die südlichen Teil waren tiefe Schachtgräber, die
Khirbat Qayzun: Detail
menschliche Porträts zeigten. Im 9. Jh. wur- zum Osten hin unterhöhlt waren (Abb. 4). Sie eines Gewandes aus einem
den im Bayt al-Hikma («Haus der Weisheit») weisen Parallelen zu den Gräbern in Khirbat Grab (1./2. Jh. n. Chr.).
wissenschaftliche und literarische Texte aus
dem Altgriechischen ins Arabische übersetzt.
Auf diese Weise blieben die Werke während
des Mittelalters erhalten, als man die Werke
ins Lateinische übersetzte und in Westeuropa
wieder einführte.

Das Volk der Nabatäer an der Küste des


Toten Meeres
Vom 1. Jh. v. Chr. bis 2. Jh. n. Chr. erweiterten
die Nabatäer ihr Gebiet von ihrer Hauptstadt
Petra bis zu den Küsten des Toten Meeres
über ein Netzwerk von Straßen, das durch
Festungen gesichert wurde. Dort bauten sie
Palmen wegen ihrer Datteln sowie Balsam-

über 1/15 ANTIKE WELT 77


Das Leben am tiefsten Punkt der Erde – Die Landschaft des südlichen Ghor

Qumran, as-Sikkin und anderen Nekropo- gischen Funden wissen wir, dass in den ers-
len an den Küsten des Toten Meeres auf, die ten Jahrhunderten nach Christi Geburt die
anhand der Keramik, Kleidung und ande- Männer weiterhin Tuniken und rechteckige
rer Funde in das 1. bis 2. Jh. n. Chr. datiert Umhänge bzw. Mäntel, beides gewöhnlich
werden. Die Gräber im nördlichen Teil wa- in weiß, in griechischem Stil trugen. Einige
ren größtenteils lache Steinkistengräber, die Frauen trugen auch griechische Kleider, die
praktisch keine Grabbeigaben enthielten – der männlichen Bekleidung ähnelte, aber
mit Ausnahme von einigen wenigen früh- oft farbig waren. Andere Frauen trugen die
christlichen Grabsteinen, die um das 4. Jh. regionale Tracht, zu der ebenfalls eine lange
n. Chr. datiert werden. Tunika gehörte, aber auch ein Kopftuch bzw.
Schleier darüber. Der Schleier war heller und
Die Textilfunde von Khirbat Qayzun kürzer als der griechische Umhang. Bei der
In den Gräbern der Nekropole von Khirbat Qay- Gestaltung und Formgebung, die durchaus
zun wurden etwa 60 Kleidungsstücke gefunden. der Mode unterworfen waren, spielten we-
Darunter befanden sich Tuniken unterschied- der die ethnische Herkunft noch die Religion
licher Art, große rechteckige Umhänge, die eine besondere Rolle.
als Mantel dienten, Frauenkopftücher bzw.
Schleier sowie Hüte aus Filz und gekämm- Die Geschichte des Zuckers
ter Wolle (Abb. 5. 6). Diese Kollektion liefert Die Gewinnung von Saft aus Zuckerrohr für
wichtige Hinweise auf die Bekleidungssitten die Herstellung von Zucker hat in Südost-
der Menschen, die vom 1. bis 3. Jh. n. Chr. asien vor über 2000 Jahren seinen Ursprung.
an den Küsten des Toten Meeres lebten. Die Die alten Griechen stießen auf diese merk-
Textilien wurden systematisch konserviert. würdige, neue Substanz und bezeichneten
das Zuckerrohr als ein «Schilf, das Honig
Die Kleidung der Antike in der Region ohne die Tätigkeit von Bienen hervorbringt».
am Toten Meer Das Geheimnis der Zuckergewinnung ge-
Die Kleidungsstücke der Menschen, die wäh- langte jedoch erst im 11. und 12. Jh. in den
Abb. 7 rend der griechisch-römischen Epoche an Westen, als die Kreuzfahrer sie von den Ara-
Al­Masra’a as­Sukkar:
den Küsten des Toten Meeres lebten, haben bern übernahmen, die zu der damaligen Zeit
Zuckermühle (Tawahin as­
Sukkar), Befund nach den sich auf Grund des sehr beständigen, trocke- Meister der Wissenschaft und Technik waren.
Ausgrabungen (12.–14. Jh.). nen Klimas gut erhalten. Von den archäolo- Die Gewinnung war ein komplizierter, che-
mischer Prozess, bei dem das Zuckerrohr zer-
drückt, gekocht und gereinigt wurde. Nicht
weniger bedeutsam waren die wassergetrie-
benen Mühlen und die Produktion von spe-
zialisierter Töpferware und Kupfergefäßen
(Abb. 7). Diese Entwicklung ging mit einer
großlächigen und arbeitsaufwendigen Land-
wirtschaft einher, aus der die erste moderne
Industrie erwuchs. Der Wohlstand, den die
Araber aus dem Zuckerhandel erlangten, ist
mit dem heutigen Kraftstoffhandel vergleich-
bar.

Zucker im Tal
Zur Zeit der Ayyubiden und Mamluken
(12.–15. Jh.) nahm die Zuckerproduktion in
der Region am Toten Meer eine sehr wich-
tige Stellung ein. Dort wurden Dutzende
von tawahin as-sukkar (Zuckermühlen) in
der Nähe von Städten mit guten Frischwas-

78 ANTIKE WELT 1/15 über


Das Leben am tiefsten Punkt der Erde – Die Landschaft des südlichen Ghor

serquellen gebaut. Sie gehörten zu Indus- ten nie nach Griechenland zurück. In Jorda- Abb. 8
triekomplexen, die Zuckerrohr anbauten, nien entstand die «Dekapolis», ein Zusam- Flugbild des im Jahr 2013
neu eröfneten «Museum
den Zucker mahlten und rafinierten (durch menschluss von zehn Städten.
at the Lowest Place on Earth»
Zerdrücken und Kochen in Kesseln). Drei Die Nabatäer, die durch den westlichen (MuLPE).
solcher Fabriken wurden im südlichen Ghor, Handel mit Weihrauch und Gewürzen zu
in al-Mazra’a, as-Sai und Fifa entdeckt. Die Wohlstand gelangt waren, standen ebenfalls
Fabrik in Sai ist mit drei Mühlen die größte unter dem Einluss der griechischen Kultur.
Industrieanlage. In unmittelbarer Nachbar-
schaft beindet sich Khirbat ash-Shaykh ’Isa, Die Rettung des kulturellen Erbes
das mittelalterliche Marktstädtchen Zughar Der Schutz und die Erhaltung der Altertü-
bzw. Segor, wo Zucker für den Export ver- mer im südlichen Ghor ist für die jordanische
kauft wurde. Diesem Ort verdankt das Pro- Antikenverwaltung eine schwierige Aufgabe.
dukt seinen Namen. Das Problem wird durch die schlechte Wirt-
schaftslage der Einheimischen verstärkt. Hinzu
Das griechische Vermächtnis kommt die Erschließung von Ländereien, un-
Im Jahr 333 v. Chr. besiegte Alexander der ter denen sich noch unbekannte archäologi-
Große die Perser und führte das hellenistische sche Stätten beinden. Prospektionen haben
Zeitalter ein, das die Bevölkerung des Nahen dazu beigetragen, solche Stätten zu lokalisie-
Ostens über tausend Jahre beeinlusste. Diese ren, obwohl sie oberlächlich nicht immer
Menschen wurden durch die hellenische Kul- sichtbar sind. Die Kooperation mit den Ein-
tur geprägt und so wurde die griechische Le- heimischen hat dazu geführt, dass die Alter-
bensart in den neu errichteten Städten über- tümer als solche erkannt und gerettet werden
nommen. Dies wird durch die vielen Überreste konnten.
der klassischen Tempel, Theater und Pferde- Der beste Schutz der Altertümer besteht
rennbahnen belegt, aber ebenso durch den darin, die Einheimischen für ihr kulturelles
täglichen Gebrauch der griechischen Sprache, Erbe zu sensibilisieren und sie davon zu über-
neuartige Keramik, Münzen und Mosaiken. zeugen, dass sie mit dem Erhalt dieses Erbes
Griechen heirateten Einheimische und kehr- ihren Lebensunterhalt verdienen können.

über 1/15 ANTIKE WELT 79


Das Leben am tiefsten Punkt der Erde – Die Landschaft des südlichen Ghor

a b

Abb. 9 a–d
(a) Heiligtum des Lot, Dayr
’Ayn ’Abata (Flugbild):
Befund nach Abschluss der
Ausgrabungen (5.–7. Jh.
n. Chr.); (b) Basilika, Nord­
Apsis mit Fußbodenmo­
saik, Klosteranlage und
Basilika (5.–7. Jh. n. Chr.);
(c) Rekonstruktion der
Gesamtanlage mit Kloster
und Basilika; (d) Rekon­
struktion der Basilika.
c d

Das «Museum at the Lowest Place diese wachsende Region zu locken und die
on Earth» Menschen für das lokale Erbe zu sensibili-
Das «Museum at the Lowest Place on Earth» sieren.
(MuLPE) liegt südöstlich des Toten Meeres Das Heiligtum des Lot wurde im Jahr
in Ghor as-Sai, 60 km südwestlich von Ka- 1995 von Seiner Majestät, dem dama-
rak (Abb. 8). Über den Dead Sea Highway ligen König Hussein, für einen heiligen
sind es von Amman aus bis dorthin 140 km, Ort erklärt und vom jordanischen Minis-
über den Desert Highway 195 km. try of Awqaf and Islamic Affairs und vom
Die Idee für die Errichtung eines Mu- Ministry of Tourism and Antiquities un-
seums am tiefsten Punkt der Erde stammte ter Schutz gestellt (Abb. 9 a–c). Abgese-
vom Autor, als er während der 1990er Jahre hen von seiner historischen Bedeutung
die Ausgrabungen am Heiligtum des Lot bildete dieser einzigartige Fundplatz, der
(= Neffe Abrahams) in Dayr ’Ain ’Abata sich ca. 400 m u. d. M. beindet, einen idea-
(«Kloster an der Abata-Quelle») leitete. Viele len Standort für ein Museum.
wichtige neue Funde aus dieser Grabung und Im August 1998 entwickelten die italieni-
aus anderen Fundstätten im südlichen Ghor, schen Architekten Giorgio Ugolini und Gia-
dem Abschnitt des Jordangrabens zwischen como Gabrieli einen Vorentwurf. Im Jahr
dem See von Genezareth und dem Toten 1999 setzte sich die Arab Potash Company,
Meer, boten die Möglichkeit, Besucher in ein Unternehmen für die Verarbeitung und

80 ANTIKE WELT 1/15


über
Das Leben am tiefsten Punkt der Erde – Die Landschaft des südlichen Ghor

Vermarktung von Bodenschätzen vom Toten


Meer (insbesondere Pottasche), beim Minis-
try of Tourism and Antiquities dafür ein, den
jordanischen Architekten George Hakim mit
der Planung des Museums zu beauftragen.
Die abschließende Gestaltung des Bauwerks
in der Form eines Schneckenhauses, das im
Juli 2004 vollendet wurde, ist nach einer
sorgfältigen Prüfung durch das Department
of Antiquities of Jordan genehmigt worden.
Außerdem wurde das Projekt von der Regie-
rung Jordaniens inanziell unterstützt.
Das Museumskonzept beinhaltet die Dar-
stellung der über 10 000 Jahre langen Besied-
lung durch den Menschen und erklärt seine
Beziehung zu den unterschiedlichen Land-
schaften des südlichen Ghor (Abb. 10).

Ein modernes Museumskonzept


Das MuLPE ist das erste speziell errichtete
Museum in Jordanien. Aber das Gebäude be- gen Zeitpunkt bereits für die Öffentlichkeit Abb. 10
herbergt nicht nur eine Museumsausstellung, zugänglich war, wurde es erst am 18. Mai MuLPE, Innenansicht.

sondern auch ein hochmodernes Konservie- 2013, dem Internationalen Museumstag, of-
rungslabor, Räumlichkeiten für die sichere iziell eröffnet. Zurzeit wird die Ausstellung
und stabile Lagerung von fragilen Fundstü- mit neuen Funden aus den jüngsten archäo-
cken sowie Originalarchive, ein Multimedia- logischen Grabungen und Konservierungs-
zentrum, Unterkünfte und Speiseräume für arbeiten erweitert.
das Fachpersonal sowie die Büros der Anti-
ken- und Museumsverwaltung. Außerdem
gibt es für die Besucher ein Cafe / Restau-
rant, Sanitärräume und einen Souvenirladen.
Adresse des Autors DERS. (Hrsg.), The World of the Naba­
Das Museum ist nun ein neuer zentraler taeans. International Conference «The
Dr.  Konstantinos D. Politis World of the Herods and the Naba­
Ort und demonstriert, inwiefern die örtliche Hellenic Society for Near Eastern taeans». Vol. 2 (2007).
Studies
Gemeinde eine Schlüsselrolle in der Ge- 12 Haronda Street
schichte dieser Region spielte. Hier wird für GR­34100 Chalkis DERS., The Sugar Industry in the
Ghawras­Sai, Jordan, in: Studies in the
die Menschen das kulturelle Erbe sichtbar History and Archaeology of Jordan XI.:
Übersetzung
und sie proitieren von seiner Förderung. Das Changes and Challenges (2013).
Michaela Butler M. A., Nideggen­
Museum dient auch als Zwischenstation für Schmidt
DERS., The Monastery of Aghios Lot at
die Besucher, die von Amman aus über den Deir ‘Ain ‘Abata in Jordan, in: F. Daim /
Bildnachweis J. Drauschke (Hrsg.), Byzanz – das
Dead Sea Highway und Wadi ’Araba nach
Abb. 1: Jane Taylor; 2: Stefania Chlou­ Römerreich im Mittelalter. Teil 2, 1:
Aqaba und Petra fahren. veraki; 5. 6. 9 b: Trevor Springett; Schauplätze (2010).
Das Konzept und die Umsetzung der 8: David Kennedy; 9 c.d: James Farrant;
alle übrigen Abb. vom Verf.
Dauerausstellung im MuLPE wurde von der DERS., The Discovery and Excavation
of the Khirbet Qazone Cemetery and
Hellenic Society for Near Eastern Studies Literatur its Signiicance Relative to Qumran,
in: K. Galor (Hrsg.), Qumran – The
(HSNES) unter der Leitung des jordani- K. D. POLITIS, Archaeological Lands­ Site of the Dead Sea Scrolls: Archaeo­
capes of Zoara: Results of the Survey logical Interpretations and Debates
schen Ministry of Tourism and Antiquities and Excavations in the Ghor es­Sai (2005).
entwickelt und ausgeführt. Ebenso die Auf- (Jordan) from 1997 to 2013. Palestine
Exploration Fund Monograph X (2015).
stellung der Exponate und die Bestückung DERS., Ancient Arabs, Jews and Greeks
der Vitrinen erfolgten im Jahr 2012 durch die DERS., Sanctuary of Lot at Deir on the Shores of the Dead Sea, in:
‘Ain ‘Abata in Jordan: Excavations Studies in the History and Archaeology
HSNES in Zusammenarbeit mit dem British 1988–2003 (2012). of Jordan 8 (2004) 361–370.
Museum. Obwohl das MuLPE zum damali-

über 1/15 ANTIKE WELT 81


Das Porträt eines der faszinierendsten Völker der Antike

Die Etrusker sind eines der faszinierendsten und geheimnisvollsten Völker


der Antike. Lange vor den Römern auf der Apenninenhalbinsel beheimatet,
unterhielten sie schon früh intensive Handelskontakte zu den verschiedensten
Völkern, unter anderen zu den Griechen. So wurden die meisten griechischen
Vasen nicht in Griechenland gefunden, sondern in Italien.
Die Etrukser-Spezialistin Friederike Bubenheimer-Erhart stellt die Geschichte und Kultur
dieses Volkes chronologisch und mit zahlreichen faszinierenden Abbildungen vor. Aufge-
lockert ist der Band durch Sonderseiten zu Gesellschaft, Siedlungen und Städten, Tempeln
und Heiligtümern, Sprache, Schrift, Gewerbe, Religion u.v.m. Berühmte und interessante
Persönlichkeiten wie der Bildhauer Vulca, der Flottenkommandant Velthur Spurinna
oder der Kunstförderer Maecenas werden in Steckbriefen gesondert präsentiert.

Friederike Bubenheimer-Erhart
Die Etrusker
192 Seiten mit 134 farb. Abb. und 5 Karten
geb. mit Schutzumschlag
49,95 € | ISBN 978-3-8053-4805-8

Die Prachtbände der Römischen Kunst


Die Kunst des frühen Christentums entwickelte sich als Teil der
allgemeinen materiellen Kultur der Spätantike. Neue religiöse Inhalte
und Aufgaben verbanden sich mit Aspekten des römischen Erbes zu einer
ganz eigenen Ästhetik als Vorstufe der christlichen Kunst des Mittelalters.

Josef Engemann zeigt in seinem Band die Kunst dieser Übergangszeit. Als
ausgewiesener Kenner der Epoche entwirft er ein umfassendes Panorama
des Ausklangs der römischen Kunst.

Josef Engemann
Römische Kunst in Spätantike und frühem Christentum bis Justinian
272 S. mit etwa 192 Farb- und 38 sw-Abb., geb. mit Schutzumschlag
79,00 € | ISBN 978-3-8053-4389-3

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ISBN 978-3-8053-4191-2
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über
Die aktuellen Sonderbände
Über vier Jahrhunderte beherrschten die Römer das heutige Ungarn und
hinterließen dabei zahlreiche Zeugnisse ihrer Kultur - materielles Erbe,
das im Vordergrund dieses Buches steht.
László Borhy ist es gelungen, die vielfältigen und oftmals weit verstreuten
Daten und Erkenntnisse von Archäologen und Althistorikern, die sich in West-
und Osteuropa, den USA, Kanada und anderen Ländern mit dieser Thematik
beschäftigten, zu ordnen. So macht einer der besten Kenner dieser Zeit erst-
mals alle archäologischen und historischen Hinterlassenschaften in kompakter
und allgemeinverständlicher Form zugänglich. Unterstützt durch bisher weni-
ger bekanntes, teilweise nicht publiziertes Bild- und Kartenmaterial ist so ein
anschaulicher Einblick in das römische Ungarn mit aktuellen Forschungsergeb-
nissen entstanden.

László Borhy
Die Römer in Ungarn
168 S. mit 139 farb. Abb.,
geb. mit Schutzumschlag
34,95 €
ISBN 978-3-8053-4820-1

Die römische Hafenstadt Ostia, ca. 30 km westlich von Rom gelegen,


ist eine der bedeutendsten archäologischen Stätten Italiens. Gegründet
wohl im 4. Jh. v. Chr., blieb der Ort fast 1000 Jahre lang besiedelt, bevor
er im 6. Jh. n. Chr. allmählich aufgegeben wurde. Das Bild, das sich dem
Besucher heute bietet, ist geprägt von den Monumenten der hohen bis
späten Kaiserzeit, als Ostia seine Blüte als Flusshafen Roms erlebte.
Marion Bolder-Boos stellt die verschiedenen Phasen der Stadtgeschichte unter
Einbeziehung der wichtigsten Bauten und Anlagen vor. Zusammen mit den zahl-
reichen Abbildungen wird so die Entwicklung Ostias von einer kleinen, haupt-
sächlich militärischen Zwecken dienenden Siedlung zu einer der wichtigsten
Hafenstädte des Römischen Reiches anschaulich.

Marion Bolder-Boos
Ostia
Der Hafen Roms
144 S. mit 115 farb. Abb. u. 16 Plänen,
geb. mit Schutzumschlag
29,95 € | ISBN 978-3-8053-4819-5

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museen i n aller Welt

Abb. 1 Ehemalige Schalterhalle des Krochhochhauses nach dem Einzug des Ägyptischen Museums – Georg Steindorf – 2010.

Das alte Ägypten am augustusplatz:


Vielgereiste Objekte in leipzig
Das Ägyptische Museum Georg Steindorf der Universität Leipzig

M useen bewahren kulturgeschichtli­


ches Erbe  – und sind in ihrer Ent­
stehung wie in ihrer eigenen Geschichte
die byzantinische Epoche bis hin zur isla­
misch­arabischen Zeit.
Die Geschichte des Museums beginnt
die heute in Deutschland die größte aka­
demische Lehrsammlung für Funde der
ägyptischen und nubischen Kultur dar­
wiederum Spiegel ihrer Zeit. Das Ägypti­ mit einem Sarg aus Zedernholz, der ei­ stellt. Anders als an anderen Standorten
sche Museum – Georg Steindorf – ist ein nem Mann namens Hedbastiru aus Mem­ wie Berlin oder München bestand sie je­
exzellentes Beispiel für die Verwobenheit phis gehörte. Im 5. bis 4. Jh. v. Chr. wurden doch zunächst v. a. aus Gipsabgüssen.
von Objekt­ und Zeitgeschichten (Abb. 1). aus Zedernholz in einem sehr aufwändi­ 1874 ist das oizielle Gründungsjahr des
Sie reichen von den Rahmenbedingun­ gen Verfahren die Hieroglyphen seiner sog. Ägyptischen Apparats unter Profes­
gen der Zeit des Kolonialismus über die Totentexte im erhabenen Relief heraus­ sor Georg Ebers (1837–1898).
Geschichte der Emanzipation jüdischen gearbeitet (Abb. 2). Gut 2200 Jahre später Ein fundamentaler Wandel setzte in
Lebens in Deutschland bis hin zur Exis­ gelangte 1842 dieses altägyptische Fund­ Leipzig mit der Berufung von Georg Stein­
tenz von Kulturwissenschaften im ers­ stück über Alexandria und Triest nach dorf (1861–1951) im Jahr 1893 ein. Erst­
ten Versuch einer deutschen Demokratie Leipzig. Professor Gustav Seyfarth (1796– mals wurde der Wert des Originals als
zwischen den Weltkriegen. Die Objekte 1885) gelang dieser Kauf für die bis dahin Lehrmittel erkannt und zugleich sein Po­
selbst wiederum stammen aus der Zeit noch nicht an ägyptischen Altertümern tential, die breitere Öfentlichkeit für die
des pharaonischen Ägypten und spannen interessierte Universität. Ihm verdankt die Erforschung der altägyptischen Kultur zu
den Bogen über die römische Kaiserzeit, Universität den Anfang einer Sammlung, interessieren.

84 ANTIKE WELT 1/15 über


museen in aller Welt
Das Alte Ägypten am Augustusplatz: Vielgereiste Objekte in Leipzig – Das Ägyptische Museum Georg Steindorf der Universität Leipzig

Abb. 2
Das Ägyptische Museum der Univer­ Sarg des Hedbastiru, Herk.:
sität Leipzig bezog seine Altertümer v. a. vermutl. Saqqara, 5.–4. Jh. v. Chr
aus drei Quellen. Zum einen waren dies (ÄMUL Inv.-Nr. 494).
Schenkungen, die der Universität von Bür­
gern überlassen wurden oder die von be­
freundeten Kollegen im Anschluss an die
Ausgrabungen nach Leipzig gegeben Die einschneidende Zäsur stellt in je­
wurden. Auch Ankäufe sorgten dafür, die der Hinsicht der Beginn der nationalso­
eine oder andere Lücke zu schließen. Der zialistischen Gewaltherrschaft dar. Stein­
größte Teil des Museums stammt jedoch dorf hatte zunächst keine Feinde und
aus den Grabungen, die seit 1903 in Ägyp­ konnte deshalb noch eine Zeit lang bes­
ten durchgeführt wurden. Unterstützt von ser mit den Verhältnissen umgehen als an­
Organisationen wie der Deutschen Orient­ dere Kollegen. Dies änderte jedoch nichts
gesellschaft, die ihren Mitgliedern und be­ daran, dass er fremdbestimmt in den Ru­
teiligten Organisationen Funde zukom­ hestand versetzt wurde. Sein Nachfolger,
men ließen, begann sich das Kaiserreich Walther Wolf, hatte dies klar erkannt und
an der Wende zum 20. Jh. in der Feldfor­ deshalb umgehend auch Steindorf an­
schung Ägyptens zu engagieren. Erfolg­ geboten, weiter am Lehrangebot mitzu­
reiche Unternehmer wie Ernst von Sieglin arbeiten. Allerdings wurde dies kurze Zeit
(1848–1927), James Simon (1851–1932) später 1935 auf allen Ebenen unmöglich.
und Wilhelm Pelizaeus (1851–1930) er­ Die Vision eines «Vollmuseums» ließ
möglichten mit einem Mal eine Vielzahl sich nicht allein durch Ausgrabungen
archäologischer Unternehmungen, die in und Schenkungen erreichen. Viele seiner
einer ebenso großen Zahl von Fundstü­ Ankäufe wurden ihm durch die Univer­
cken resultierte. sität abgekauft, andere jedoch blieben
Steindorf hatte für die Zusammenstel­ sein Privateigentum. Einige standen den­
lung seiner Universitätssammlung stets noch im Museum, andere standen in sei­
die gesamte Dauer der ägyptischen Kul­ ner weiträumigen Wohnung im großbür­
tur und das Niltal als zusammenhängen­ gerlichen Wohnviertel Gohlis. In einem
des System vor Augen. Zu den jüngsten Brief beschreibt Steindorf, dass er vorge­
Exponaten gehören igürlich gestaltete habt habe, alle noch nicht der Universi­
Siebe von frühislamischen Kannen sowie tät gehörenden Objekte eines Tages sei­
eine Grabstele aus dem Fatimidenfried­ ner Sammlung zu übertragen. Eine Reihe
hof von Assuan. Generell bemühte er sich, von 400 Objekten unterschiedlicher Qua­
nicht nur Zeugnisse der Elite und der ka­ lität wurde nun im Spätsommer 1936 der
nonischen Kunst zusammenzutragen, Universität Leipzig durch Georg Steindorf
sondern, sofern möglich, die gesamte ge­ zum Kauf angeboten. Auch wenn eine
sellschaftliche Bandbreite der ägyptischen Emigration zu diesem Zeitpunkt wahr­
Kultur zu erfassen. Noch in seinem letzten scheinlich noch nicht endgültig beschlos­
Dienstjahr waren es seine persönlichen sen war – erst zum Jahresende 1937 wer­
Kontakte, die bedeutende Schenkungen den die Objekte wirklich verpackt und in
von Kollegen für die Leipziger Sammlung die Universität gebracht  – sprechen die
ermöglichten. So sandte 1933 sein Kollege Rahmenumstände dafür, dass es sich um
Dows Dunham (1890–1984) einen Quer­ einen verfolgungsbedingten Entzug han­
schnitt durch die wichtigsten Fundgattun­ delte, der im Anschluss an eine juristische
gen aus den Grabungen des Boston Mu­
seum of Fine Art im sudanesischen Kerma
(Abb. 3. 4). Bis zum Jahresende 1933 war
die Leipziger Universitätssammlung mit
Abb. 3
gut 9000  Stücken zur größten akademi­
Fragment einer Statue
schen Lehrsammlung Deutschlands aus­ des Königs Chephren, Herk.: Giza, um
gebaut worden. 2550 v. Chr. (ÄMUL Inv.-Nr. 1945).

über 1/15 ANTIKE WELT 85


museen i n aller Welt

Das Alte Ägypten am Augustusplatz: Vielgereiste Objekte in Leipzig – Das Ägyptische Museum Georg Steindorf der Universität Leipzig

Auseinandersetzung mit der Bundesan­


stalt für Zentrale Dienste und ofene Ver­
mögensfragen auch von der Universität
Leipzig anerkannt wurde. Umso mehr ist
es der Großzügigkeit des Enkels von Ge­
org Steindorf, Thomas Hemer, wie auch
der Conference on Jewish Materials
Claims against Germany zu verdanken,
dass ganz wesentliche Stücke der Samm­
lung nach der gerichtlichen Übertragung
der Universität zurückgeschenkt wurden.
Aus diesem Grunde sind außergewöhnli­
che Stücke, wie etwa die Reliefs aus den
Gräbern des Neuen Reichs in Saqqara,
oder die Sammlung der Mumienmasken
des 1. bis 2. Jhs. n. Chr. aus Mittelägypten
wieder im vollen Besitz und Eigentum der
Universität und ihres Ägyptischen Muse­
ums, das seit 2008 auch nach seiner prä­
gendsten Persönlichkeit, Georg Steindorf,
benannt wurde.
Das heutige Museum ist der inzwi­
schen vierte Standort der Sammlung. Seit
Juni  2010 beinden sich, zum ersten Mal
vollständig ausgestellt, alle gut 6500 Ob­
jekte in den Art­déco­Räumlichkeiten des
Abb. 4 Straußfabeltier, Betteinlage aus Kerma / Sudan, um 1600 v. Chr.
(ÄMUL Inv.-Nr. 3808). Museums. Aber diese Transporte waren
nicht die einzigen, die seit Ihrer Ankunft
Abb. 5 Statue einer Kuh mit einer kleinformatigen Königssphinx, aus dem Kunsthan- aus Ägypten zurückgelegt wurden. So
del, vermutl. 8.–6. Jh. v. Chr. (ÄMUL Inv.-Nr. 5145). sind gut 2000 Stücke im Zweiten Weltkrieg
in das Schloss Mutzschen ausgelagert wor­
den. Während der kurzen amerikanischen
Besatzung Sachsens im Frühsommer 1945
waren die Objekte nicht aufgefallen. An­
ders aber beim Einzug der sowjetischen
Besatzungstruppen, die die Objekte über
Berlin nach Moskau brachten, um sie
dort im geplanten Trophäenmuseum zu
präsentieren. In der Folge der Rückfüh­
rungsmaßnahmen der 50er­Jahre hatte
das Leipziger Museum das Glück, annä­
hernd alle Objekte aus Moskau zurück
zu erhalten, darunter Stücke wie die Ha­
thorkuh mit der Darstellung eines Königs
als Sphinx (Abb.  5). Andere Objekte hat­
ten weniger Glück und waren nur in die
Kellerräume in der Leipziger Innenstadt
verbracht worden, wo gut 2000 Objekte
während den Bombardierungen 1943 bis
1945 zerstört worden. Einer Reihe von Ob­
jekten sieht man die Schäden der Bom­
bennächte an, einige Objekte beinden

86 ANTIKE WELT 1/15 über


museen in aller Welt
Das Alte Ägypten am Augustusplatz: Vielgereiste Objekte in Leipzig – Das Ägyptische Museum Georg Steindorf der Universität Leipzig

Abb. 6 Funde aus dem Grab des Herischefhotep bei Abusir, um 2000 v. Chr.

sich noch immer in der Bearbeitung durch Das Ägyptische Museum hat seit eini­ zu erwerben. Dafür zeigen die «Stein­
kooperierende Fachhochschulen, in denen gen  Jahren die Tradition archäologi­ dorf­Tage», die es seit 2011 jedes  Jahr
die Leipziger Objekte als Diplomarbeiten scher Projekte in Ägypten wieder aufge­ zum 12.  November in Leipzig veranstal­
vergeben werden. Andere fragile Objekte, nommen. Nach Arbeiten in Theben ist tet werden, wie viel Forschungsarbeit am
wie etwa das vollständig erhaltene Gra­ das Institut und Museum seit 2012 in ei­ Bestand des Museums noch zu leisten ist.
bensemble des Herischefhotep (Abb.  6) ner ägyptisch­deutschen Gemeinschafts­ Klassische Formate wie die Publikationen
überstanden die  Jahrzehnte erstaunlich unternehmung im Tempel von Heliopolis in Buchform werden, wie gerade mit den
gut und konnten nach aufwändigen Re­ engagiert. Objekte sind generell aus Ägyp­ spätantiken Funden in der Publikation
staurierungsarbeiten wieder der Öfent­ ten seit dem Ende der Fundteilungen vor COPTICA von Sebastian Richter, Suzana
lichkeit zugänglich gemacht werden. etwas mehr als 30 Jahren nicht mehr neu Hodak und Frank Steinmann vorgelegt

Abb. 7 Friesplatte mit der Darstellung des Apostels Petrus, aus dem Kunsthandel (ÄMUL Inv.-Nr. 2547).

über 1/15 ANTIKE WELT 87


museen i n aller Welt

Das Alte Ägypten am Augustusplatz: Vielgereiste Objekte in Leipzig – Das Ägyptische Museum Georg Steindorf der Universität Leipzig

(Abb. 7), weiter geplegt. Daneben wird in bearbeiten und zu erforschen. Thomas Schulklassen passieren jährlich am Ein­
der Homepage in der Abteilung «Objekte Hemer, Enkel von Georg Steindorf, hatte gang eine Bronzetafel (Abb. 8), auf der die
erklären» durch Absolventen des Leipziger dem Museum ein Konvolut von mehr als Geschichte der Familie Steindorf zusam­
Instituts daran gearbeitet, mehr und mehr 6000  Briefen aus der Privatkorrespondenz mengefasst gelesen werden kann. Und es
Objekte auch online einem breiteren Pub­ seines Großvaters geschenkt. Auch an­ ist sicher im Sinne des Opern­ und Kon­
likum nahezubringen. dere Zeugnisse, wie etwa ein kleines Mar­ zertgängers Steindorf, dass inzwischen
Die lange und wechselhafte Geschichte mordenkmal von Friedrich August  III. in «seinem» Museum zwischen den Sta­
des Museums hat aber auch die Notwen­ (1865−1932), des letzten sächsischen Kö­ tuen aus Giza und den Gefäßen aus Aniba
digkeit mit sich gebracht, einen ande­ nigs, für Georg Steindorf beinden sich auch andere Formen der Kunst wie Kon­
ren Schatz des Museums, sein Archiv, zu im Leipziger Museum. Mehrere hundert zerte und Lesungen ihren Platz gefunden
haben. Zum Lebensende fragte sich Georg
Steindorf, ob seine Ausgrabungen nicht
Abb. 8 Gedenktafel für Georg Steindorf im Ägyptischen Museum. auch sehr viel Zeit gekostet hätten, in de­
nen er vielleicht auch andere Fragen hätte
verfolgen können. Aber wie schlussfol­
gerte er so richtig: «dann hätte es das Mu­
seum nicht gegeben».

adresse des autors


Dr. Dietrich Raue
Kustos des Ägyptischen Museums
Georg Steindorf der Universität
Leipzig
Goethestraße 2
D-04109 Leipzig

Bildnachweis
Abb. 1−5: Foto M. Wenzel; 7: Foto
H. Etzold; 8: Foto M. Pochert.

informationen
zum museum

Ägyptisches museum
– Georg steindorf –
Universität Leipzig
Goethestraße 2
D-04109 Leipzig

Telefon: 03 41 / 9 73 70 15
Telefax: 03 41 / 9 73 70 29
aegmus@rz.uni-leipzig.de
www.aegyptisches-museum.
uni-leipzig.de

Öfnungszeiten
Di-Fr 13–17 Uhr; Sa, So und
i. d. R. Feiertags 10–17 Uhr;
Mo geschlossen.

eintrittspreise
Erwachsene 5,– Euro, ermäßigt
3,– Euro, Familienkarte
10,– Euro, Gruppe ab 10 Perso-
nen 3,– Euro / Pers., Schul-
klassen 1,– Euro / Pers.

88 ANTIKE WELT 1/15 über


Rezensionen und Empfehlungen

BÜCHERSPIEGEL
Der Triumph des Bischofs über tin der Große musste seine Grenzen als
den römischen Kaiser selbsternanntes Oberhaupt der christ-
P. Barceló, Das Römische Reich im religiösen lichen Kirche erkennen. Denn weder
Wandel der Spätantike. Kaiser und Bischöfe im gelang es ihm, die donatistische Ab-
Widerstreit. 220 S., 54 Abb., € 26,95 (D). Verlag spaltung in Nordafrika zu verhindern
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bensformel durchsetzen. Wie die Frage
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D ie Monographie des Potsdamer Pro-


fessors für die Geschichte des Alter-
tums ist ein Gang durch die spätantike
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durch die Wahl einer Leitgottheit stan-
den sie ganz in der Tradition der heid-
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Religionsgeschichte, bei dem das Ver- nischen Kaiser. Der Monotheismus der Kaisers zugunsten der Bischöfe zeriel,
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lungslinien, Kontinuitäten und Brüche jedoch zu Veränderungen des kaiserli- Vorwort von Peter Brown und Nach-
herauszustellen. Denn wie ihre Vorgän- chen Selbstverständnisses führen und wort von Manfred Clauss hätte verzich-
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ser durch die Förderung der Religion der antiken Kultpraxis. Bereits Konstan- Dr.  Marcello Ghetta, Trier

Handel, Prozessionen und Lebensader


M. Kunze, Vom Nil aus um die Alte Welt. Rekonstruktionen ägyptischer, minoischer und
griechischer Schife. Katalog des Winckelmann-Museums. 96 S., 45 s / w-Abb. und
96 Farbabb., € 30,– (D). Verlag Franz Philipp Rutzen / Harrassowitz-Verlag, Ruhpolding /
Mainz 2013.

F ür den Inhalt des reichhaltig bebil-


derten Begleitbandes ist ein Auto-
renkollektiv verantwortlich. Sieben Mo-
gestellt, denen jeweils ein Katalogteil
folgt. Davon beleuchten fünf Sektio-
nen den kulturgeschichtlichen Kontext
und des Schwarzmeergebietes. Jedem
Kapitel ist die wissenschaftliche Begrün-
dung der gebotenen Modellrekonstruk-
dellrekonstruktionen (M 1 : 20, 1 : 36, von Schiffahrt und Schifbau anhand tionen zugeordnet. Der letzte Abschnitt
1 : 50)  – zumeist auf ikonographische historischer und archäologischer  – zu- des Buches widmet sich der Forschungs-
Vorlagen zurück gehende Nachbildun- meist bildlicher  – Quellen. Behandelt geschichte zum altägyptischen und an-
gen von See- und Binnenfahrzeugen werden die altägyptischen Expeditionen tiken Schif.
aus dem Alten und Neuen Reich Ägyp- ins Goldland Punt unter Einbeziehung In lüssiger Sprache gehalten, um Li-
tens, eines spätminoischen Bootes so- aktueller Feldforschungen am Roten teraturangaben und knappe Endnoten
wie eines griechischen Pentekontoros Meer, Eigenarten der Binnenschiffahrt ergänzt, werden dem Leser fundierte
mit zwei Riemenreihen (Diëre) des auf dem Nil sowie die konstruktiven Einblicke in die frühe Schiffahrt des
späten 6. Jh. v. Chr. – bestimmen zeit- Besonderheiten altägyptischen Boots- ostmediterranen Raumes nebst ihrer
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Rahmen des Buches. Der Stof wird in Handel in der Ägäis, schließlich die grie- und religiösen Facetten geboten.
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über 1/15 ANTIKE WELT 89


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Kongresspalastes statt. TourismA steht für eine Zeit der Ausstellung,
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Von der Schatzjagd zur Wissen- dekoriert wurde Auguste Mariette, der
schaft Ägyptens Antikendienst aufbaute und
Th. Beckh / G. Neunert, Die Entdeckung Ägyptens. mit der Museumsgründung zur Bewah-
Die Geschichte der Ägyptologie in Porträts. rung des nationalen Erbes beitrug.
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2014. Matthew Flinders Petrie, revolutionierte
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chäologische Praxis, in die nun Schich-
ten, Keramik und Kleinfunde miteinbe-

D ie systematische Erforschung Ägyp-


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stützt von ihren jeweiligen «Agenten»
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plette Gräber – traten Ernesto Schiaparelli
und Howard Carter hervor, deren Doku-
deren Nachfolgern die beiden Ägyptolo- wie dem Abenteurer Giovanni Battista mentation neue Standards setzte. Sieben
gen Thomas Beckh und Gregor Neunert Belzoni. Dem Engländer John Gardner ebenso verschiedene wie spannende
sieben Persönlichkeiten vorstellen, die Wilkinson, der sich inmitten der theba- Porträts, eingebettet in ihren zeitge-
dank außergewöhnlicher Funde und nischen Nekropole niederließ, ging es schichtlichen Hintergrund und verständ-
Leistungen zu den Gründervätern der dagegen eher um das Sammeln von lich erzählt, beleuchten 125 Jahre am Nil,
Archäologie in Ägypten zählen – und zu Wissen, um die Altertümer in ihrem in denen sich die anfängliche Schatzjagd
den Hauptlieferanten der europäischen kulturellen Umfeld verstehen und re- mehr und mehr zu einer wissenschaftli-
Museen. Besonders Frankreich, vertre- konstruieren zu können, was ihm den chen Disziplin entwickelte.
ten durch Bernardino Drovetti, und Eng- Ritterschlag einbrachte. Ebenfalls hoch Isolde Lehnert M. A., Kairo

Israelische Siedlungsgeschichte schreibung der archäologischen Be-


I. Finkelstein, Das vergessene Königreich. Israel und funde und einer daraus resultierenden
die verborgenen Ursprünge der Bibel. 234 S., Geschichtsschreibung des Nordreiches,
39 Karten und Abb., € 24,95 (D). Verlag C. H. Beck, die teils im Widerspruch zur schrift-
München 2014. lichen Überlieferung steht, teils aber
auch von dieser untermauert wird.
Der Autor argumentiert für eine ver-
kürzte Chronologie, mit deren Hilfe er

D ie hebräische Bibel berichtet von


zwei Königreichen in der südlichen
Levante: dem frommen und gedeihen-
Israel, seiner Vorläufer in der Amarna-
Zeit, seiner Gründung durch die Sau-
liden, der Prosperität unter den Om-
große Teile der Eisenzeit neu ordnet.
Das Buch ist somit ein Debattenbei-
trag, der eine Synthese der Arbeiten
den Juda im Süden und dem davon riden und der assyrischen Eroberung Finkelsteins darstellt und zugleich Ein-
abgefallenen und ruchlosen Norden, sowie der Flucht einer großen Bevölke- stieg in eine noch nicht abgeschlos-
Israel. Der weltweit bekannte israelische rungszahl in den Süden, der sich zum sene und kontroverse Diskussion zur
Archäologe Israel Finkelstein summiert politischen und ideologischen Erben archäologischen Chronologie, welche
in seinem Buch seine archäologische aufschwingt. auch die Frage nach der Verwertbar-
Forschung und zeigt präzise auf, dass Finkelsteins Buch steckt einen weiten keit von naturwissenschaftlichen Da-
der schriftlichen Überlieferung im Licht Rahmen ab, dabei ist es mit 180 Text- tierungen miteinbezieht.
der Befunde nicht zu trauen ist. seiten knapp geschrieben und verfügt
Das vergessene Königreich ist eine über ein reichhaltiges Literaturverzeich- Ulrich Hofeditz, Mainz
Reise zu den Anfängen des Königreichs nis. Der Schwerpunkt liegt auf der Be-

über 1/15 ANTIKE WELT 91


ausstellungskalender
Bitte beachten Sie, dass sich die Ausstellungsdaten und Öfnungszeiten
der einzelnen Museen kurzfristig ändern können.

hörigen aus Knochen geschnitzten Kunstwerke Zwei Jubiläen sind Anlass der Ausstellung:
BelgIen noch einmal mit den neuesten wissenschaft­ 100 Jahre Goethe­Universität und 10 Jahre
lichen Methoden zu untersuchen. Damit kann Institut für Archäologische Wissenschaften.
Brüssel dem Publikum das Leben der Eiszeitjäger Die fünf archäologischen Fächer dieses Institutes
vor 15 000 Jahren vorgestellt werden. stellen ihre Forschungsgegenstände und
Musée du Cinquantenaire / Jubelparkmuseum
Geöfnet: Di–Fr, So 11–18 Uhr, Sa 13–18 Uhr ­methoden vor.
lascaux
Colmantstraße 14–18 Geöfnet: Di 15–18 Uhr, letzter So im Monat
bis 15. März 2015 www.rlmb.lvr.de 11–13 Uhr
In der erfolgreichen Wanderausstellung «Las­ Grüneburgplatz 1
caux – Die Sixtinische Kapelle der Vorge­ http://sammlungen.uni­frankfurt.de/ausstel­
schichte» sind die Wandmalereien und Ritzun­ Bonn lungen
gen aus der etwa 20 000 Jahre alten Höhle Ägyptisches Museum
als wissenschaftlich exakte Reproduktionen
in Originalgröße – hergestellt mit modern­ gegossene götter – Metallhandwerk und Freiburg
sten Techniken – zu sehen. Daneben werden Massenproduktion im alten Ägypten Archäologisches Museum Colombischlössle
sowohl die Lebensweise der damals bis 8. März 2015 Ich Mann. du Frau. Feste rollen seit
lebenden Menschen als auch die Tierarten urzeiten?
Neue Erkenntnisse zum antiken Bronzeguss
anhand von Tierskeletten und Knochen­
fragmenten vorgestellt. bietet die Auswertung der Objekte aus bis 15. März 2015
einer altägyptischen Werkstatt, die 1970 von Die Ausstellung geht der Frage nach, ob es in
Geöfnet: Di–Fr 9.30–17 Uhr, Sa+So 10–17 Uhr Bonner Ägyptologen auf dem Gräberberg
Parc du Cinquantenaire 10 der Vorgeschichte feste Rollen für Männer und
der Qubbet el­Hawa gegenüber von Assuan Frauen gegeben hat.
www.kmkg­mrah.be gefunden worden sind. Wachsmodelle und
Gussformen von Kleinbronzen ägyptischer Geöfnet: Di+Mi, Fr–So 10–17 Uhr
Götter blieben hier ausnahmsweise erhalten. Rotteckring 5
www.freiburg.de/museen
deutsCHland Geöfnet: Di–So 12–18 Uhr
Regina­Pacis­Weg 7
aalen www.aegyptisches­museum.uni­bonn.de Hannover
s. a. den Beitrag in AW 6/2014, S. 58 f. Landesmuseum Hannover
Limesmuseum Aalen
gebrochener glanz – römische großbron- High tech römer
Anschließend in Hannover, Museum August
zen am unesCO-Welterbe limes Kestner, 26. März bis 26. Juli 2015 bis 12. April 2015
bis 22. Februar 2015 Geöfnet: Di–So 10–17 Uhr, Do 10–19 Uhr
Geöfnet: Di–So 10–17 Uhr Willy­Brandt­Allee 5
St. Johann­Straße 5 www.landesmuseum­hannover.de
www.museen­aalen.de
s. a. den Beitrag in AW 2/2014, S. 95 koblenz
Landesmuseum Koblenz
Bochum greifen als grabwächter – die römischen
grabpfeiler von duppach-Weiermühle
Antikenmuseum in den Kunstsammlungen
der Ruhr­Universität Bochum bis 19. April 2015
augustus und das römische reich – Bereits im Mai 1921 stieß man in Duppach­
Münzen von Cäsar bis tiberius aus west- Weiermühle bei landwirtschaftlichen Arbeiten
fälischen sammlungen auf eine lebensgroße Löwe­Eber­Gruppe aus
Sandstein (Landesmuseum Trier). Neuere
bis 30. April 2015 Untersuchungen – zunächst Prospektionen
Zahlreiche antike Münzen aus eigenen «Gegossene Götter»: Bronzei­ und dann Ausgrabungen von 2002 bis 2005 –
Beständen sowie Leihgaben der Westfälischen gur des Kindgottes Harpokrates, haben u. a. zwei große und zwei kleine Grab­
Wilhelms­Universität Münster und zweier re­ um 300 v. Chr., Ägyptisches mäler, eine Grabkammer, eine Privatstraße,
gionaler Privatsammlungen veranschaulichen Museum – Georg Steindorf – die zur nahegelegenen Villa führte, ein Terra­
sowohl die Geschichte Roms von der späten der Universität Leipzig (Foto: kottadepot und vier Gräber zu Tage gebracht.
ÄML / Marion Wenzel). Von den mehr als 1000 Fragmenten werden
Republik bis zur frühen Kaiserzeit als auch das
Verhältnis der Hauptstadt zu ihren Provinzen. nun einige erstmals in Koblenz gezeigt.
Geöfnet: Di–So 11–17 Uhr Geöfnet: Mo–So 9.30–17 Uhr
Universitätsstraße 150 Frankfurt am Main Festung Ehrenbreitstein
www.ruhr­uni­bochum.de/kusa Archäologisches Museum www.landesmuseumkoblenz.de
gladiatoren – tod und triumph im
Bochum Colosseum leipzig
Deutsches Bergbau­Museum Bochum bis 1. März 2015 Ägyptisches Museum Georg Steindorf
schrumpfendes Holz, wachsendes eisen Vorgestellt wird der Alltag der Gladiatoren: donnerkeil – Opfermesser – thränengefäß.
das Training in den Gladiatorenschulen, die die archäologischen Objekte aus der
bis 25. Januar 2015 medizinische Versorgung, die Ernährung und sammlung der leipziger apothekerfamilie
Die Wanderausstellung behandelt die natürlich die Kämpfe in der Arena. Neben der linck (1670–1807) im naturalienkabinett
schwierige Konservierung von Holz und Eisen Geschichte der Gladiatorenkämpfe werden Waldenburg (sachsen)
und stellt verschiedene Lösungsansätze vor. auch der Bau und die Konstruktion des Colos­ bis 31. Januar 2015
Geöfnet: Di–Fr 8.30–17 Uhr, Sa+So 10–17 Uhr seums erläutert. Originalfunde aus bedeuten­
Geöfnet: Di–Fr 13–17 Uhr, Sa+So 10–17 Uhr
Am Bergbaumuseum 28 den italienischen Museen sowie Architek­
Goethestraße 2
www.bergbaumuseum.de turfragmente und kunstvoller Bauschmuck
www.aegyptisches­museum.uni­leipzig.de
des Colosseums sind zu sehen.
Geöfnet: Di, Do–So 10–18 Uhr, Mi 10–20 Uhr
Bonn Karmelitergasse 1 Mainz
Rheinisches LandesMuseum www.archaeologisches­museum.frankfurt.de Museum für Antike Schifahrt des RGZM
eiszeitjäger – leben in Mitteleuropa Insel der Winde. die maritime kultur der
vor 15 000 Jahren bronzezeitlichen Ägäis
Frankfurt am Main
bis 28. Juni 2015 bis 1. März 2015
IG­Farben­Haus, Campus Westend
Die sensationelle Entdeckung einer Doppelbe­ Die Wanderausstellung macht nun in Mainz
stattung in Bonn­Oberkassel vor 100 Jahren Vom Objekt zur kulturgeschichte. Station: Darstellungen von Schifen – in
war Anlass, die Skelette eines Mannes, einer Wie archäologen arbeiten Ton geritzt, in Siegelsteine geschnitten oder
Frau und eines Hundes sowie die dazuge­ bis 31. März 2015 auf Wände gemalt – zeigen die Entwick­

92 ANTIKE WELT 1/15 über


ausstellungskalender
Termine auf einen Blick

lung des frühesten Schifsbaus in der Ägäis Schillerplatz 6 300 Fundobjekten einen interessanten Über­
der Bronzezeit. Modelle von Schifen und Geöfnet: Di+Mi, Fr–So 10–18 Uhr, blick über die antike Medizin in Griechenland.
Hafenanlagen sowie zwei Landschaftsmodelle Do 10–21 Uhr Geöfnet: Mo, Mi, Fr, Sa 10–17 Uhr,
verdeutlichen Lebensweise und Seehandel www.landesmuseum­stuttgart.de Do 10–20 Uhr, So 11–17 Uhr
zwischen 2800 und 1200 v. Chr. s. a. den Beitrag in AW 4/2014, S. 94 Vasilissis Soias und Irodotou 1
Geöfnet: Di–So 10–18 Uhr www.cycladic.gr
Neutorstraße 2b
www.rgzm.de Völklingen
Weltkulturerbe Völklinger Hütte / Europäisches
Zentrum für Kunst und Industriekultur ItalIen
Mainz Ägypten – Menschen. götter. Pharaonen.
Römisch­Germanisches Zentralmuseum Bozen
bis 22. Februar 2015
Joseph déchelette (1862–1914) und die ge- Südtiroler Archäologiemuseum / Museo
burt der deutsch-französischen archäologie Zahlreiche ägyptische Meisterwerke aus dem
Museo Egizio di Torino sind nochmals außer­ Archeologico dell‘Alto Adige
bis 3. Mai 2015 halb von Italien zu sehen, bevor sie 2015 FrOZen stOrIes – gletscherfunde aus den
Die kleine Ausstellung ist Joseph Déchelette im renovierten Ägyptischen Museum in Turin alpen / reperti e storie dai ghiacciai alpini
gewidmet, der dem Römisch­Germanischen wieder ihren Platz inden werden.
bis 22. Februar 2015
Zentralmuseum in Mainz eng verbunden Geöfnet: Mo–So 10–18 Uhr
war und der als einer der Gründerväter der Geöfnet: Di–So 10–18 Uhr
Rathausstraße 75–79
französischen Archäologie gilt. Museumstraße 43
www.voelklinger­huette.org
www.archaeologiemuseum.it
Geöfnet: Di–So 10–18 Uhr
Ernst­Ludwig­Platz 2
Wittelshofen
www.rgzm.de rom
LIMESEUM
Stadio di Domiziano
der arzt, dem alle vertrauen. Medizin
Mannheim in der römerzeit gladiatores e agone sportivo. armi e
Reiss­Engelhorn­Museen armature dell‘Impero romano
bis 8. März 2015
Ägypten – land der unsterblichkeit bis 30. März 2015
Geöfnet: Di–Fr 10–16 Uhr, Sa+So 11–17 Uhr
bis 17. Mai 2015 (vom 24. 12.–6. 1. geschlossen) Ungewöhnlicher Ort der Ausstellung sind die
500 außergewöhnliche Exponate aus dem Römerpark Rufenhofen 1 Ruinen des Stadions des Domitian unter der
Roemer­ und Pelizaeus­Museum Hildesheim www.roemerpark­rufenhofen.de Piazza Navona. Hier zeigen die ca. 300 Objekte
und von verschiedenen privaten Sammlern interessante Einblicke in die Entwicklung
geben einen umfassenden Überblick – der Gladiatorenspiele, in die Veränderungen
der Ausrüstung der Kämpfer und in die Vielfalt
von der Götterwelt bis zum Alltagsleben – FrankreICH der Austragungsorte.
über die Welt des Alten Ägyptens.
Geöfnet: Di–So 11–18 Uhr Geöfnet: Mo–So 10–19 Uhr
lens Piazza Navona 45
D5
www.rem.mannheim.de Musée du Louvre­Lens www.stadiodomiziano.com
des animaux et des pharaons. le règne
animal dans l‘egypte ancienne
Mettmann rom
bis 9. März 2015
Neanderthal Museum Mercati di Traiano – Museo dei Fori Imperiali
Die Ausstellung «Von Tieren und Pharaonen:
Fleisch. Jäger, Fischer, Fallensteller le Chiavi di roma. la città di augusto
Das Tierreich im Alten Ägypten» zeigt anhand
in der steinzeit von 430 Objekten – von kleinen Amuletten bis 20. Mai 2015
bis 15. März 2015 bis zu monumentalen Skulpturen – die wichtige Diese einzigartige internationale Ausstellung
Geöfnet: Di–So 10–18 Uhr Rolle des Tieres im Alten Ägypten. zum Gedenken an den Tod des Augustus
Talstraße 300 Geöfnet: Mi–Mo 10–18 Uhr indet gleichzeitig in Rom sowie in Sarajevo,
www.neanderthal.de Rue Paul Bert 99 Amsterdam und Alexandria statt, jeweils mit
http://www.louvrelens.fr anderen Schwerpunkten. Antike Kunstobjekte
werden mit digital restaurierten 3D­Objekten
München kombiniert und durch computeranimierte
Archäologische Staatssammlung / Museum
Paris Rekonstruktionen antiker Bauwerke ergänzt.
für Vor­ und Frühgeschichte Musée du Louvre Geöfnet: Di–So 9–19 Uhr
kykladen – Frühe kunst in der Ägäis rhodes, une île grecque aux portes de l’Orient Via IV Novembre 94
bis 10. Februar 2015 www.mercatiditraiano.it
12. Februar bis 7. Juli 2015
www.keys2rome.eu
Geöfnet: Di–So 9.30–17 Uhr Die Kunstwerke der Ausstellung «Rhodos, eine
Lerchenfeldstraße 2 griechische Insel als Tor zum Orient» stammen
www.archaeologie­bayern.de hauptsächlich aus den Museen von Rhodos
und Kopenhagen sowie dem Louvre und dem kanada
British Museum. Sie zeigen den außerge­
München wöhnlichen Reichtum der rhodischen Kultur
Staatliche Antikensammlungen und Glyptothek zwischen dem 14. und 6. Jh. v. Chr. – von Montréal, Pointe-à-Callière
der Bronzezeit bis zur archaischen Zeit. Museum of Archaeology and History
die griechen in Italien
Geöfnet: Mo, Do, Sa, So 9–18 Uhr, the greeks – agamemnon to alexander
bis 25. Januar 2015 Mi+Fr 9–22 Uhr the great
www.louvre.fr
Im glanz des Hephaistos. antike schätze in bis 26. April 2015
den antikensammlungen Das einzige archäologische Museum Kanadas,
verlängert bis 12. April 2015 das 1992 eröfnet wurde, ist die erste Station
grIeCHenland einer umfangreichen Wanderausstellung
Geöfnet: Di, Do–So 10–17 Uhr, Mi 10–20 Uhr durch Nordamerika über «Die Griechen. Von
Königsplatz 1 und 3 athen Agamemnon bis Alexander dem Großen».
www.antike­am­koenigsplatz.mwn.de 22 griechische Museen haben über 500 Ob­
Museum für Kykladische Kunst / Haus
Stathatos jekte auf Reisen geschickt, um 5000 Jahre
stuttgart griechische Geschichte und Kultur zu präsen­
Υγεία, Νόσος, Θεραπεία από τον Όμηρο tieren: von mykenischen Goldmasken über
Landesmuseum Württemberg στον Γαληνό Kouroi bis hin zu Porträts von Alexander.
ein traum von rom. römisches stadtleben bis 31. Mai 2015 Geöfnet: Di–Fr 10–17 Uhr, Sa+So 11–17 Uhr
in südwestdeutschland Die Ausstellung «Gesundheit, Krankheit und 350 Place Royale
bis 12. April 2015 Therapie von Homer bis Galen» bietet mit fast www.pacmusee.qc.ca

über 1/15 ANTIKE WELT 93


ausstellungskalender

Termine auf einen Blick

FrankFurt aM MaIn ausstellungen eXtra


Jüdisches Museum
Im licht der Menora. Jüdisches leben in Im licht der Menora – Jüdisches leben in der römischen Provinz
der römischen Provinz
bis 10. Mai 2015 Mit gerade 2 x 2 cm ist es klein, und doch ist das einzigartige Amu­
Geöfnet: Di, Do–So 10–17 Uhr, Mi 10–20 Uhr lett aus Halbturn (Österreich) groß genug, um Anlass für eine Aus­
Untermainkai 14 / 15 stellung zu sein, die die Geschichte des Judentums in den nördli­
www.juedischesmuseum.de chen Provinzen des Römischen Reichs neu erzählt. Das gleiche gilt
Begleitbuch zur ausstellung: für weitere Neufunde: Als 2001 in Kaiseraugst (Schweiz) ein Meno­
Raphael Gross, Svend Hansen, Michael Lenarz, raring gefunden wurde, begann die Forschung, die Zeugnisse
Patricia Rahemipour (Hrsg.), Im Licht der jüdischen Lebens im Norden des Imperiums systematisch zusammen­
Menora. Jüdisches Leben in der römischen
zustellen. Dem Jüdischen Museum und der Römisch­Germanischen
Provinz (Campus Verlag).
Kommission ist es nun erstmals gelungen, die eindrucksvollen
Funde der letzten Jahre zu vereinen. Dafür haben 38 Leihgeber aus
fünf Staaten ihre Objekte zur Verfügung gestellt.
Die Menora, der sie­
benarmige Leuchter,
gehörte zur Ausstattung
Bronzering mit Darstel­
lung der Menora, aus des Tempels in Jeru­
Kaiseraugst, 4. Jh. n. Chr. salem. Mit ihrem Raub
(Foto: U. Schild, Augusta
Raurica). durch die Römer im
Jahr 70 n. Chr. begann
ihre Verwendung
als Symbol. Schon in den jüdischen Katakomben Roms indet sie sich auf
zahlreichen Grabsteinen.
Von Rom aus folgt die Ausstellung den archäologischen Funden nach Norden
und zeigt faszinierende Schmuckstücke, Grabdenkmäler und Alltags­
gegenstände mit Menora aus der Schweiz, aus Österreich, Ungarn und
dem ehemaligen Germanien.
Ergänzt werden die Funde mit bildlicher Darstellung durch Inschriften. So
fand man in Carnuntum als Abdeckung einer Wasserleitung zwei Steine Goldblech mit Inschrift aus einem Kindergrab in
Halbturn, 3. Jh. n. Chr. Eisenstadt, Landesmuseum
mit Inschriften. Der Verfasser einer Inschrift stammte «aus Judäa». Berichtet Burgenland (© Landesmuseum Burgenland).
hier jemand von seiner Herkunft oder gibt er Zeugnis seines jüdischen
Glaubens? Ein anderer Fund ist eindeutiger: 2002 wurde im burgenländi­
schen Halbturn ein Goldblech in einem Kindergrab gefunden. Die Eltern
hatten dem kleinen Mädchen eine Kapsel mit Amulett umgehängt.
Auf ihm ist die jüdische Gebetsformel «Höre, Israel: Adonai (ist) unser Gott
(und) Adonai ist eins» eingeritzt.
Nimmt man jene Funde hinzu, die nicht zwingend mit der Präsenz von
Juden in Verbindung gebracht werden müssen, wie Tonlämpchen mit Me­
nora, verdichtet sich der Eindruck eines reichen jüdischen Lebens in den
römischen Nordprovinzen.
Die neuen archäologischen Funde rücken auch eine bereits bekannte Schrift­
quelle in ein neues Licht: Ein Dekret Kaiser Konstantins aus dem Jahr 321 n. Chr.
besagte, dass Juden im Kölner Stadtrat aktiv werden mussten. Zu dieser
Zeit gab es dort also schon eine größere jüdische Gemeinde. Es liegt
nahe, auch für andere römische Provinzstädte anzunehmen, dass Juden
im 1. und 2. Jh. n. Chr. an deren Aufbau beteiligt waren.
Eine besondere Rolle spielen die Fundstücke aus Nida im heutigen Frankfurt­
Heddernheim. Sie dokumentieren beispielhaft das religiöse Leben und
die Vielfalt der Kulte im Römischen Reich. Hier tritt uns eine antike multi­
religiöse Gesellschaft von überraschender Aktualität entgegen. Öllampe mit Darstellung der Menora, aus Ägypten,
4. Jh. n. Chr. (© Hannover, Museum August Kestner;
Michael Lenarz und Dr. Patricia Rahemipour Foto: Chr. Tepper).

94 ANTIKE WELT 1/15 über


ausstellungskalender
Termine auf einen Blick

Geöfnet: Di–Fr 10–17 Uhr, Sa+So 11–17 Uhr Malibu


ÖsterreICH Mittlere Straße 17
The J. Paul Getty Museum / Getty Villa
www.skulpturhalle.ch
graz ancient luxury and the roman silver
treasure from Berthouville
Landesmuseum Joanneum / Archäologie
Zürich bis 17. August 2015
Fischwelten – griechische Fischteller aus
der sammlung Florence gottet Archäologische Sammlung der Universität Der sog. Schatz von Berthouville (Norman­
bis 22. Februar 2015 gips konserviert – beschädigte, verschollene, die), der zufällig 1830 von einem französischen
zerstörte Originale im abguss Landwirt gefunden wurde, ist nach vierjähri­
Geöfnet: Di–So 10–16 Uhr ger sorgfältiger Restaurierung und Erforschung
Schloss Eggenberg bis 25. Oktober 2015
zu sehen: Statuetten sowie Trinkgefäße mit
Eggenberger Allee 90 Anhand von über zwanzig, meist über 100 Jahre mythischen und historischen Motiven aus
http://museum­joanneum.at alten Gipsabgüssen der Archäologischen getriebenem, vergoldetem und ziseliertem
Sammlung der Universität Zürich werden ver­ Silber.
schiedene Aspekte der Gipsabgüsse erläutert:
Hallein diese bieten entweder die Möglichkeit, eine
Keltenmuseum Hallein fragmentarisch erhaltene antike Statue zu dangerous Perfection: Funerary Vases from
ergänzen, oder bedeutende ältere, historische southern Italy
ZeItsPrÜnge ursPrÜnge – reise in die
urgeschichte salzburgs Rekonstruktionen eines Originals im Abguss bis 11. Mai 2015
neue Dauerausstellung ab 7. November 2014 zu konservieren, während das Original bereits Dreizehn apulische Vasen bieten zum einen
von den Ergänzungen befreit wurde oder die Möglichkeit, die Bestattungssitten in
Objekte aller Epochen, vom Mesolithikum gar verloren gegangen ist. Desweiteren wird
bis zur ausgehenden vorrömischen Eisenzeit, Unteritalien kennenzulernen, und zum ande­
die Herstellung eines Gipsabgusses erklärt. ren, die Eingrife der Restauratoren des 19. Jhs.
sind nicht chronologisch, sondern thematisch
gegliedert und heben die Bedeutung hervor, die Geöfnet: Di–Fr 13–18 Uhr, Sa+So 11–17 Uhr zu studieren, die immer noch die Debatte
das heutige Land Salzburg durch seine zentrale Rämistraße 73 über Ergänzung und Bemalung antiker Vasen
Lage und seinen Rohstofreichtum als wichtiges www.archinst.uzh.ch schüren.
Handelszentrum seit dem 9. Jt. v. Chr. innehatte. Geöfnet: 10–17 Uhr
Geöfnet: Mo–So 9–17 Uhr 17985 Paciic Coast Highway
Plegerplatz 5 www.getty.edu
www.keltenmuseum.at

st. Pölten Hinweise auf Sonderausstellungen


Stadtmuseum können Sie gerne an diese Adresse schicken:
ak@wbg­wissenverbindet.de
news from the past – niederösterreich ∙
archäologie ∙ aktuell
bis 5. April 2015
Vorgestellt werden 40 000 Jahre Menschheits­ Anzeige
geschichte – von den ersten menschlichen
Artefakten aus dem Weinviertel über römische
Grabfunde aus Schwechat und Carnuntum bis
zu mittelalterlichen und neuzeitlichen Funden ABENTEUER ARCHÄOLOGIE
aus St. Pölten, Zwettl, Tulln und Mautern. Seien Sie zur Grabung 2015 dabei
Geöfnet: Mi–So 10–17 Uhr Die TU Dortmund führt seit 2005
Prandtauerstraße 2 wissenschaftliche Grabungen im
www.stadtmuseum­stpoelten.at unteren Jabboktal/Jordanien durch.
Das internationale Team um Prof. Pola
wird im 10. Grabungsjahr die
bisher beeindruckenden Erkenntnisse
sCHWeIZ vertiefen.

Der Förderverein ermöglicht daher vom


Basel 13. bis 31.8.2015 Interessenten die
Antikenmuseum Basel und Sammlung Ludwig «Gips konserviert»: Die Venus von Arles wurde im
aktive Mitarbeit im wissenschaftlichen
17. Jh. vom Bildhauer Girardon stark überarbeitet,
Blumenreich – Wiedergeburt in Team und die Teilnahme an der
die beiden Abgüsse derselben Statue vor und
Pharaonengräbern archäologischen Grabungskampagne.
nach der Restaurierung machen dies ofensichtlich
(Archäologische Sammlung der Universität Der individuelle Teilnehmerbeitrag wird in
bis 1. Februar 2015
Zürich Inv. G 699 und G 699A, Foto Frank Tomio). Abhängigkeit der archäologischen Vorkenntnisse
Der deutsche Botaniker Georg Schweinfurth und der in der Grabungskampagne benötigten
(1836–1925) konservierte die Überreste von Fertigkeiten vom Förderverein festgelegt. Die
Blumenschmuck, der im 16. bis 13. Jh. v. Chr. Kosten liegen bei ca. 3.500 € und beinhalten den
auf Königsmumien niedergelegt worden war Flug ab FFM, Transport in Jordanien, einfache
und 1881 im berühmten Königsmumienver­ usa Unterkunft im Mehrbettzimmer und Gemeinschafts-
steck in Theben gefunden wurde. 17 dieser verpflegung.
Blumenpräparate wurden kürzlich im Institut Im Anschluss an die Grabung können Sie optional
für Systematische Botanik der Universität new York eine Reise zur Felsenstadt Petra (UNESCO-
Zürich wiederentdeckt und werden nun dem Metropolitan Museum of Art / Gallery 172 Welterbe) unter der Leitung von Prof. Pola buchen.
Publikum vorgestellt.
ennion: Master of roman glass Vor und während der Grabungsreise werden Sie
Geöfnet: Di–So 10–17 Uhr
bis 13. April 2015 durch unsere Archäologen angeleitet und betreut
St. Albangraben 5 sowie im Rahmen eines vorbereitenden
www.antikenmuseumbasel.ch Ennion (erste Hälfte 1. Jh. n. Chr.), dem Meister Kompaktseminars an der TU Dortmund (drei
des römischen Glases, ist diese Werkschau Samstagnachmittage) in das Projekt und die
gewidmet: 24 von ihm signierte Gefäße sind Methoden eingeführt.
Basel aus aller Welt zusammengetragen worden
und können mit den Werken von Aristeas, Möchten Sie auch zukünftig auf dem Laufenden
Skulpturhalle bleiben, so werden Sie doch einfach Mitglied im
Iason, Neikais und Meges sowie weiteren unsi­
augustus – Macht, Moral, Marketing gnierten Gefäßen, die den Einluss des Ennion Förderverein. Näheres auf unserer Internetseite.
vor 2000 Jahren aufzeigen, verglichen werden. KONTAKT: Verein z. Förderung der Archäologie
bis 1. Februar 2015 im unteren Jabboktal/Jordanien e.V.
Geöfnet: So–Do 10–17.30 Uhr, c/o H. Raffel - Hainallee 13 - 44139 Dortmund
Auch die Baseler Ausstellung befasst sich Fr+Sa 10–21 Uhr info@jabboktal.de
zum 2000. Todestag von Augustus mit diesem 1000 Fifth Avenue at 82nd Street
www.jabboktal.de
römischen Kaiser, seiner Zeit und seinem Wirken. www.metmuseum.org

über 1/15 ANTIKE WELT 95


Vorschau FRAUEN IN MESOPOTAMIEN
Philipp
Philipp von
von Zabern
Zabern 1/2010
2/2015 EE 12,80
12,80(D)
(D)//EE14,–
14,–(A)
(A)//sFr 25,– www.
sFr25,– www.zabern.de
zabern.de
Frühdynastische Stadtfürstinnen
von Helga Vogel

Zeitschrift für Archäologie und Kulturgeschichte


Der weibliche Körper in der alt-
mesopotamischen Medizin
von Ulrike Steinert

Musikerinnen in Mesopotamien
von Regine Pruzsinszky

Gelehrte Frauen
Foto: akg-images / Erich Lessing.

FRAUEN in von Nicole Brisch


Mesopotamien
Rekonstruktion sumerischen
DEUTSCHLAND SYRIEN ÄGYPTEN
Schmucks, in der Art, wie
Der Amtssitz des Finanzpro- Die antike Stadt Urkeš Eine fast vergessene
kurators in Trier Pyramidenanlage er vermutlich getragen wurde.
London, British Museum
(Foto: JMiall).
Themenpanorama
Das nächste Heft erscheint Apollo, Aesculap, Hercules – ein altes Kultareal in Ostia
am 20. 3. 2015 von Marion Bolder-Boos

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Dr. Anemone Zschätzsch [AZ] (Ausstellungskalender). Wissenschaftliche Buchgesellschaft IBAN: DE80 5085 0150 0000 7496 80 (Kto.-Nr. 749680),
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Byzantinische Archäologie), Dr. Ralf-B. Wartke, Berlin (Archäologie D-53334 Meckenheim
im Vorderen Orient). Tel.: 0 22 25 / 88 01-0; Fax: 0 22 25 / 88 01-199 Lithos: scancomp GmbH, Wiesbaden
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schaftliche Buchgesellschaft). Preis der Einzelnummer: E 12,80 (D) zzgl. Porto. *ggf. zzgl. MwSt. (Foto: Ole Haupt, Ny Carlsberg Glyptotek, Copenhagen).

über
Zitate aus der alten Welt – Woher sie kommen und was sie bedeuten

GEFLÜGELTE WORTE
Vita vigilia est: «Leben heißt Wachen»
Ein römischer Workaholic …

« Kein Buch ist so schlecht, dass es nicht


zu irgend etwas nütze wäre» – so zi­
tiert der jüngere Plinius einen Lieblings­
Nach dem Sonnenbad kühlte er sich
meist mit einem kalten Guss ab, da­
nach nahm er wieder eine Kleinigkeit
gewann er der Nacht noch einen drit­
ten ab, nach Art der Antike nicht spät­
abends, sondern frühmorgens: «Im
ausspruch seines gelehrten Onkels, zu sich und legte sich einen Augen­ Sommer begann er schon tief in der
des älteren Plinius, der als junger Mann blick zur Ruhe. Doch dann ging er un­ Nacht bei Lampenlicht zu arbeiten, im
aus Como am Südrand der Alpen nach verzüglich, als ob ein neuer Tag ange­ Winter von der ersten oder der zweiten
Rom gekommen und über eine Oi­ brochen wäre, wieder an die Arbeit, bis Stunde nach Mitternacht an, oft schon
zierskarriere zum Berater des Kaisers zur Zeit der Cena …» vor Mitternacht. Er hatte freilich einen
aufgestiegen war. Und der musste es Der gewöhnliche Arbeitstag reichte allzeit bereiten Schlaf, der ihn manch­
wissen: «Um die zweitausend Buch­ im alten Rom von Sonnenaufgang bis mal auch mitten in der Arbeit überiel
rollen» von hundert ausgesuchten, Mittag; nach dem im Stehen einge­ und wieder losließ. Noch vor Tagesan­
meist entlegenen Autoren hat er nach nommenen Mittagsimbiss  – Kaltes bruch ging er zu Kaiser Vespasian …» –
eigenem Bekunden für seine enzyk­ vom Vorabend  – nahm man den Rest ein tagtäglicher circulus studiosus.
lopädische Naturalis historia ausge­ des Tages locker: Im Sommer gönnte «… wie wenn irgendein Gesetz ihn
wertet und in den 36 Buchrollen  – man sich eine ausgedehnte Siesta, da­ dazu zwänge»: In dem Widmungsbrief,
«Schatzkammern», wie damals einer nach begab man sich in die privaten mit dem er das Opus magnum seiner
sagte – dieser ersten großen «Naturge­ oder öfentlichen Thermen zu warmen «Naturgeschichte» dem späteren Kaiser
schichte» zusammengefasst. In einem und kalten Bädern und dann – je nach Titus zueignet, hat Plinius dieses Ge­
Freundesbrief schildert sein Nefe mit Lust  – zu Ballspielen oder einer Rezi­ setz seines Lebens selbst in drei Worte
Respekt und leichtem Schauder den Ta­ tation. Für einen derart müßigen Zeit­ gefasst: «Leben heißt Wachen», sagt er
gesablauf dieses unermüdlichen Tag­ vertreib hatte dieser militärisch streng da mit einem einprägsamen Anklang:
und Nachtarbeiters: disziplinierte Plinius nichts übrig; nach Vita vigilia est, und zitiert dazu den al­
«Noch vor Tagesanbruch ging er der kurzen Mittagspause ließ er sich ten, nicht minder gelehrten und leissi­
zu Kaiser Vespasian  – denn auch der unbeirrt weiter vorlesen, diktierte er gen Varro: dass wir, wenn wir diese den
nutzte die Nächte zur Arbeit  –, dar­ weiter seine Exzerpte, «als ob ein neuer alltäglichen Verplichtungen abgerun­
auf an das ihm aufgegebene Geschäft. Tag angebrochen wäre, bis zur Zeit der genen Rand­ und Nachtstunden im
Nach Hause zurückgekehrt, widmete Abendmahlzeit …» stillen Studierzimmer dem Lesen und
er alle übrige Zeit seinen gelehrten Schreiben widmen, «um ebendiese Stun­
Studien. Nach einer Zwischenmahl­ … macht die Nacht zum Tage den länger leben».
zeit, wie er sie oft untertags leicht und «Während des Essens», berichtet der
einfach zubereitet nach Sitte der Alt­ Nefe weiter, «wurde wieder ein Buch
vorderen genoss, lag er im Sommer, vorgelesen, wurden wieder Notizen
Das Zitat
wenn bis Mittag noch Zeit blieb, ein gemacht, und zwar in raschem Durch­
wenig in der Sonne; ein Buch wurde gang durch den Text …» Aber auch so Plinius der Jüngere, Briefe 3, 5, 8 f.,
«Kein Buch ist so schlecht …»:
vorgelesen, und er machte sich Noti­ blieb der Onkel nicht lange bei Tisch 10 – Plinius der Ältere, Naturalis his-
toria, Widmungsbrief 17 f.
zen und Exzerpte. Denn nichts hat er je liegen: «Im Sommer zog er sich bei
gelesen, das er nicht exzerpiert hätte; noch helllichtem Tag vom Essen zu­
Adresse des Autors
ja er plegte zu sagen, kein Buch sei so rück, im Winter schon bald nach Dun­
Prof. Dr. phil. Klaus Bartels
schlecht, dass es nicht zu irgend etwas kelwerden, wie wenn irgendein Gesetz Gottlieb­Binder­Str. 9
CH­8802 Kilchberg bei Zürich
nütze wäre  – nullum esse librum tam ihn dazu zwänge.» Und wie er aus dem
malum, ut non aliqua parte prodesset. einen Tag zwei Arbeitstage machte, so

über 1/15 ANTIKE WELT 97


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Der Begleitband zur Ausstellung

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18.10. M u s eum,
Linden-
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Inés de Castro
Myanmar | Das Goldene Land
256 S. mit ca. 500 farbigen Abb.
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ISBN 978-3-8053-4823-2

Myanmar – das geheimnisvolle „Goldene Land“: Hier sind traditionelle Lebensweisen, Handwerke,
darstellende Künste, buddhistische Traditionen und der Glaube an die Macht der Geister und Götter
lebendiger als in den meisten anderen Ländern Asiens.
Doch obwohl Myanmar, ehemals Burma, mit einer Fläche von 678.500 km² und rund 55 Mio. Einwohnern zu den
größeren Ländern Südostasiens zählt, sind Kultur, Kunst und Geschichte weitgehend unbekannt.
Der Begleitband zur Ausstellung im Lindenmuseum in Stuttgart zeigt die Schönheit, den Reichtum und die Vielfalt
myanmarischer Kunst und Kultur. Ein myanmarischer Thron, kostbare Buddhafiguren aus 12 Jahrhunderten und textile
Schätze - anhand faszinierender Objekte aus hochkarätigen europäischen Sammlungen vermittelt er einen Eindruck der
myanmarischen Gesellschaft, die in allen Lebensbereichen und künstlerischen Ausdrucksformen zutiefst buddhistisch
geprägt ist.

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Neue Einblicke in eine mitreißende Welt

Thomas Biller
Templerburgen
172 S. mit 88 farb. und 11 s/w Abb., 12 Kt.,
geb. mit Schutzumschlag
39,95 € | ISBN 978-3-8053-4806-5

Ritter, Kreuzzüge, Verschwörungstheorien und ein mysteriöser Schatz:


Der Templerorden ist heute Quelle der Faszination und zahlreicher Mythen.
Thomas Biller räumt in diesem Buch mit den phantastischen Behauptungen und Spekulationen über den
Orden auf, gibt einen detaillierten Einblick in seine Struktur und Geschichte und befasst sich eingehend mit
den Wehrbauten der Templer.
Von wunderbar erhaltenen wie jener im portugiesischen Tomar bis zu lediglich in Fragmenten bewahrten
wie der Ruine Gaston in der Türkei stellt er die Templerburgen vor, denen man nachweisen kann, dass sie
sich tatsächlich in deren Besitz befanden beziehungsweise von ihnen errichtet oder umgestaltet wurden.
Eigens für diesen Band neu aufgenommene Fotografien und neu ausgewertete mittelalterliche Schriftquellen
runden den anschaulichen Einblick in diese faszinierende Welt ab.

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Zeitschrift für Archäologie
und Kulturgeschichte

Inhaltsverzeichnis und Register


des Jahrgangs 45, 2014
VERLAG PHILIPP VON ZABERN · MAINZ · DARMstADt Hefte 1–6

INHALT Zugvogel ohne Ringlein, 5, 97; «Aller Dinge Cooley, Alison, «... die Komödie ist
Maß ist der Mensch ...». Vom mensch- zu Ende». Die letzten tage des Augustus,
Die titelthemen 2014 1 lichen Maß ..., 6, 97 4, 10–15
Inhaltsverzeichnis Hefte 1–6 1 Bartl, Karin / Bloch, Franziska, Archäo-
Buchbesprechungen 3 logie im Bürgerkrieg. syriens Kulturgüter Diaz Boj, Alfonso, s. Placidi, Marco
Register: Personen, Gruppen und Völker 4 in Gefahr, 3, 15–20 Dozio, Esaù, Rez. Christian Mann, Die
Register: Länder und Orte 7 Becker, Jörg, Nachruf auf Klaus schmidt Gladiatoren, 2013, 6, 91
Register: sachen 8 (1953–2014), 5, 5 Dreßler, Jan, Die gottlosen Philosophen
Beckh, Thomas, s. Eichner, Ina vor Gericht. Der streit um das philo-
Beinlich, Horst, Wiedergeburt aus dem sophische Weltbild im antiken Athen,
Wasser. Kosmologische Vorstellungen aus 3, 77–81
DIE tItELtHEMEN 2014 dem Alten Ägypten nach dem «Buch von Dries, Monique van den, Im Dienste
Fayum», 5, 17–25 der ungekrönten Königin von Palästina.
Neues aus Pompeji, 1, 10–44 Bickel, Susanne, Altägyptische schöpfungs- Die antike stadt tell Balata, 2, 71–78
Häfen in der Antike, 2, 10–36 vorstellungen im Kult. Neue Forschungs-
syrien. Kulturschätze im Bürgerkrieg, ergebnisse, 5, 13–16 Eck, Werner, «Wehe, ich werde ein Gott».
3, 8–36 Binder, Gerhard, Roms Marmor und die Die kultische Verehrung des römischen
tod des Augustus, 4, 10–42 verödete stadt Luna, teil 1, 5, 51–57; Herrschers, 4, 34–42
Antike schöpfungsmythen. 5, 9–38 Roms Marmor und die verödete stadt Eichner, Ina / Beckh, Thomas, Ägypten:
Athen, 6, 11–32 Luna, teil 2, 6, 65–71 Geheimversteck im Altar, 3, 5
Bloch, Franziska, s. Bartl, Karin Eingartner, Johannes, Rez. Frontinus-
Böhme, Sabine, Alltägliches aus Megiddo. Gesellschaft e.V. (Hrsg.), Die Wasser-
Die ersten Funde, ihr Ausgräber und versorgung im alten Rom. sextus Iulius
INHALtsVERZEICHNIs Berlin, 5, 41–43 Frontinus, sein Werk in Lateinisch und
Hefte 1–6 Bolder-Boos, Marion, Punische Perle am Deutsch und begleitende Fachaufsätze,
Mittelmeer. Kerkouane, tunesien, 2013, 5, 90
Achenbach, Reinhard, schöpfungsmythen 3, 63–70 Ertel, Christine, Der Diokletianspalast in
im antiken Israel, 5, 33–38 Börker, Christoph, Griechischer Wein in split. Eine Kaiserresidenz in alten Mauern,
Agelidis, Soi, Zu Ehren der Demeter, zum Assur? Ein Amphorenstempel aus Rhodos 5, 68–73
Wohle der seele. Die jährliche Prozession gibt Rätsel auf, 2, 39–41
von Athen nach Eleusis, 6, 27–32 Bormann, Lukas, Rez. Elaine Pagels, Falkenstein-Wirth, Vera von, Die
Albers, Jon, Die letzte Ruhestätte des Apokalypse. Das letzte Buch der Bibel Forschungsstation tell Arida im syrischen
Augustus. Neue Forschungsergebnisse wird entschlüsselt, 2013, 1, 89 El Kowm. 20 Jahre paläolithische Ausgra-
zum Augustusmausoleum, 4, 16–24 Brasse, Christiane, Mauern im Wandel. bungen in der Wüstensteppe, 3, 21–27
Albrecht, Felix, Deutschland: Klassiker in Neue Forschungen zum Befestigungs- Färber, Roland und Viktoria, Unterwegs,
neuem Licht – Multispektrale und dreidimen- system von Pompeji, 1, 22–28 1, 8–9; 2, 8–9; 3, 6–7; 4, 8–9; 5, 6–7; 6, 8–9
sionale Palimpsesterschließung, 1, 6 Bretschneider, Joachim / Jans, Greta, Feuser, Stefan, Hafendarstellungen der
Alexandritis, Annetta, s. Jarriel, Katie Vertrauen ist gut, Kontrolle ist besser. römischen Kaiserzeit. Bedeutung und
Amer, Zohar, s. sukenik, Naama 4300 Jahre alte Palastbürokratie Realitätsgehalt, 2, 25–30
Arya, Darius A., Italien: Neue Funde in entschlüsselt, 4, 76–83 Fischer, Josef, Rez. Ian Morris, Krieg.
Ostia, 5, 4 Breyer, Francis, Marsa Gawasis. Ein Wozu ist er gut, 2013, 3, 88; «Und sie
Auenmüller, Johannes, s. Fitzenreiter, altägyptischer Ankerplatz für die Expedi- erhoben die Hände zum lecker bereiteten
Martin tionen nach Punt, 2, 10–14 Mahle». Ernährung im mykenischen
Griechenland, 5, 44–50
Bannert, Herbert, Rez. thomas A. szlezák, Cahill, Nicholas D., türkei: Rituelle Fitzenreiter, Martin / Auenmüller,
Homer oder Die Geburt der abendländi- Ei-Deponierung in sardes, 3, 4 Johannes, Cast Away. Gussformen von
schen Dichtung, 2013, 1, 90 Calcoen, Bram / Müller-Hazenbos, der Qubbet el-Hawa / Ägypten, 6, 58–64
Bartels, Klaus, Aurea mediocritas. Das Christiane, Leben im tod. Die Grab- Frantz-Szabó, Gabriella, Rez. stefan
goldene Mittelmaß ..., 1, 97; Das Damo- kapelle des Userhat, 2, 66–70 M. Maul, Die Wahrsagekunst im Alten
klesschwert. tyrannenglück ..., 2, 97; Carrington, Jenny, s. Jarriel, Katie Orient. Zeichen des Himmels und der
Numquam plus ago, quam nihil cum Cholidis, Nadja, «... eifrige Versuche Erde, 2013, 4, 90
ago. Vom tätigen Nichtstun und gesel- mit Lumière’schen Autochromplatten Fuchs, Annine, Unbeeindruckt vom
ligem Alleinsein, 3, 97; Für alle zu wenig, gemacht». Fotograische Schätze im Wandel der Zeit. Das sir John soane’s
für einen zu viel. Der Löwenanteil ..., Archiv des Vorderasiatischen Museums, Museum in London, 6, 86–89
4, 97; De gustibus non est diputandum. Ein 1, 47–49 Fulton, Carrie, s. Jarriel, Katie

über
Register 2014 | 1
Inhaltsverzeichnis

Galinsky, Karl, Erinnerungskultur des Kehrer, Nicole, China: Reiter in den Maurer, Thomas, Deutschland: Römi-
Augustus. Die Inszenierung der trauer Steppen Eurasiens erinden vor 3200 Jahren sches Kastell in Gernsheim entdeckt, 4, 6
und seiner unsterblichen memoria, die Hose, 4, 7 Melillo, Luigia, s. Paetz gen. schiek,
4, 25–33 Kenkel, Frauke, Rez. Werner Dahlheim, Annette
Gourarier, Zeev, Die Galerie de la Médi- Die Welt zur Zeit Jesu, 2013, 6, 90 Mielsch, Harald, Nachruf auf Wilfred
terranée und das Musée des civilisations Kislinger, Ewald, s. Heher, Dominik Geominy (1. 10. 1947–16. 11. 2013), 1, 6;
de l’Europe et de la Méditerranée. Die Knauß, Florian S., Das Pompejanische Nachruf auf Nikolaus Himmelmann
Antike trift auf die Moderne, 4, 86–89 Haus in Aschafenburg. Zweigmuseum (31. 1. 1929–12. 12. 2013), 2, 4
Griiths, David G., «Licht ins Dunkel der staatlichen Antikensammlungen und Mirschenz, Manuela, s. Willer, susanne
bringen». Künstliche Beleuchtung in Glyptothek München, 1, 84–87 Mitschke, Sylvia, s. Paetz gen. schiek,
Pompeji, 1, 10–14 Kockelmann, Holger, Rez. Roger s. Bagnall, Annette
Guttandin, Thomas / Panagiotopoulos, Eine Wüstenstadt. Leben und Kultur in Moormann, Eric M., Vulkane, Puppen-
Diamantis / Plug, Hermann / Plath, einer ägyptischen Oase im 4. Jahrhundert schränke und elegante sphingen. Drei
Gerhard, Die Häfen des Minos. Auf der n. Chr. spielRäume der Antike 2, 2013, Generationen Goethe in Herculaneum und
suche nach den Grundlagen der minoi- 5, 90 Pompeji, 1, 39–44
schen maritimen Macht, 2, 15–24 Köpp-Junk, Heidi, Rez. Günter Mansfeld, Müller, Isabell, Rez. Rosa Reuthner,
Der Held auf dem Wagen. Archäologische Platons schwestern – Lebenswelten antiker
Hampikian, Nairy, s. sourouzian, Hourig Belege zur technischen Entwicklung des Griechinnen, 2013, 5, 91
Hase Salto, Maria-Aurora von, Ausstel- Wagens, 2013, 4, 91 Müller-Hazenbos, Christiane, s. Calcoen,
lungen extra: Rom, Augustus, 1, 94; Koschel, Klaus, Rez. Ingrid Bohms, Bram
Ausstellungen extra: Rom, Die Biblio- säugetiere in der altägyptischen Literatur,
theken im griechisch-römischen Altertum, 2013, 3, 91 Nether, Franziska, Rez. Verena
3, 94 Krüger, Dominique / Kühn, Sven / Schach- M. Lepper / Ingelore Hafemann (Hrsg.),
Haug, Annette, Kleidung und Nacktheit ner, Andreas, türkei: Roms Legionen in Karl Richard Lepsius. Der Begründer der
im frühen Athen. Körper- und Rollenent- Hattuscha, 6, 5 deutschen Ägyptologie. Kaleidogramme
würfe auf Keramik, 4, 11–14 Kühn, Sven, s. Krüger, Dominique Band 90, 2012, 2, 91
Heher, Dominik / Kislinger, Ewald / Külzer, Kuhnen, Hans-Peter, Allah ohne schwert. Neumann, Georg / Wienholz, Holger,
Andreas / Preiser-Kapeller, Johannes / Die Islamisierung des Heiligen Landes Archäologie und Politik. Arbeitsbedin-
Simeonov, Grigori, Von und nach Kon- aus archäologischer sicht, 4, 63–73 gungen für Archäologen in spannungs-
stantinopel. Häfen an den Balkanküsten Külzer, Andreas, s. Heher, Dominik feldern der Politik, 3, 34–36
des byzantinischen Reiches, 2, 31–36 Küßner, Mario / Schüler, Tim, Deutschland: Neunert, Gregor, Rez. Andrew Robinson,
Heilmeyer, Wolf-Dieter, Neue Ein Marschlager in thüringen, 4, 4 Wie der Hieroglyphen-Code geknackt
Forschungen an der «Berliner Göttin». wurde. Das revolutionäre Leben des Jean-
Die Grundlagen, 1, 45–47 Laatsch, Katrin, Geheimnisvolle tausret, François Champollion, 2014, 4, 91
Hofmann, Andreas, Ausstellungen extra: Die vergessene ägyptische Herrscherin, Niskios, Alexandra / Schmitt, Felicitas,
Hamburg, Pompeji, Götter, Mythen, 5, 76–83 spanien: Kupferzeitliche siedlung in
Menschen, 5, 94 Lentzsch, Simon, Rez. Felix Bartenstein, Zentralspanien entdeckt, 4, 4
Holitzner, Sabrina, Rez. Amanda Adams, Bis ans Ende der bewohnten Welt, 2014,
scherben bringen Glück. Pionierinnen der 6, 90 Olshausen, Eckart, Rez. sven Rausch,
Archäologie, 2013, 1, 89 Ley, Karsten, Ghazni und seine Mauern. Bilder des Nordens. Vorstellungen vom
Horst, Katarina, Griechenland: Rückgabe Über die ehemalige Hauptstadt der Ghaz- Norden in der griechischen Literatur
von Raubkunst, 4, 6; Die Geschichte um nawiden und ein Restaurierungsprojekt als von Homer bis zum Ende des Helle-
das Mithras-Kultbild von tor Cervara politische Maßnahme, 1, 69–81 nismus. Archäologie in Eurasien 28, 2013,
(Rom). Eine Kriminalgeschichte, 4, 57–61 Linke, Bernhard, Rez. Florence Dupont, 2, 91
Hübner, Gerhild, Nachruf auf Georgios Rom – stadt ohne Ursprung. Gründungs- Ortisi, Salvatore, Prätorianer, Flottensol-
Despinis (1936–2014), 6, 5 mythos und römische Identität, 2013, 1, 88 daten und Veteranen. Das römische Militär
Hüneke, Saskia, Heimkehr auf Zeit. Die Lorenz, Jürgen, Rez. Jon Albers, Campus in der Vesuvregion, 1, 29–38
Antiken in der Bildergalerie Friedrichs des Martius. Die urbane Entwicklung des
Großen, 5, 39–41 Marsfeldes von der Republik bis zur Paetz gen. Schiek, Annette / Mitschke,
Hüsemann, Jörg H., Rez. sonja Filip / mittleren Kaiserzeit (studien zur antiken Sylvia / Melillo, Luigia, Purpur, Gold und
Alexandra Hilgner (Hrsg.), Die Dame mit stadt Bd. 11), 2013, 2, 90 seide. textile Vielfalt aus der Asche des
der Phönixkrone, 2013, 3, 89 Vesuvs, 1, 15–21
Maksoud, Abdel Mohamed, s. sourouzian, Panagiotopoulos, Diamantis, s. Guttandin,
Iluz, David, s. sukenik, Naama Hourig thomas
Martin, Lutz, Wahre Kunst bleibt unver- Panzram, Sabine, Die Balearen. Abge-
Jans, Greta, s. Bretschneider, Joachim gänglich? Zerstörung und Plünderung am schieden, aber genussreich und behaglich
Jarriel, Katie / Alexandritis, tell Halaf, 3, 8–14 leben, 3, 42–49
Annetta / Fulton, Carrie / Carrington, Marzahn, Joachim / Wartke, Ralf-B., Peltz, Uwe, Das ‘Kriegergrab von tarquinia’
Jenny, UsA: Das Material macht den Mann. Ende einer Odyssee. Die Rückkehr einer in der Berliner Antikensammlung.
Imagines in der römischen Welt, 2, 6 goldenen Gründungsurkunde aus Assur, Erforschung und Publikation eines bedeu-
3, 37–41 tenden frühetruskischen Grabfundes,
Kafenberger, Thomas, Architektur Mattern, Torsten, theisoa. Eine antike 2, 37–39
der Peripherie. spätantiker sakralbau Kleinstadt im spannungsfeld hellenisti- Plug, Hermann, s. Guttandin, thomas
auf Zypern, 2, 42–51 scher Mächte, 2, 52–63

über
2 | Register 2014
Buchbesprechungen

Pietsch, Christian, schöpfungsvorstel- Sénécheau, Miriam, Rez. sabine Ladstätter, Wolfram, Sabine, sachsens neue archäo-
lungen in der griechischen Antike. Zur Knochen, steine, scherben. Abenteuer logische Dauerausstellung. Von der eisen-
Diskussion um die Entstehung der Welt, Archäologie, 2013, 6, 91 zeitlichen Naturlandschaft zur modernen
5, 27–32 Schüler, Tim, s. Küßner, Mario Kulturlandschaft, 3, 84–87
Placidi, Marco / Diaz Boj, Alfonso, Italien: Shamir, Orit, s. sukenik, Naama Wulf-Rheidt, Ulrike, Rez. Heiner Knell,
Die antiken Aquädukte von Rom, 1, 5 Siebert, Anne Viola, Rez. Kurt Roeske, Vom Parthenon zum Pantheon. Meilen-
Plath, Gerhard, s. Guttandin, thomas Zypern im spiegel antiker Zeugnisse. steine der antiken Architektur, 2013, 2, 90
Pliessnig, Martin, türkei: Die Restau- Ein kulturhistorischer Reisebegleiter,
rierung des Hadriantempels in Ephesos, 2013, 3, 89 Zangenberg, Jürgen K., Der letzte Weg
1, 4 Siegmann, Renate, schepeneses Geheim- des Großen Königs. Herodes im Rampen-
Preiser-Kapeller, Johannes, s. Heher, nis. Die Mumie der stiftsbibliothek licht, 1, 59–65
Dominik st. Gallen, 1, 53–58 Zerjadtke, Michael, Rez. Norbert F. Pötzl /
Simeonov, Grigori, s. Heher, Dominik Johannes saltzwedel, Die Germanen.
Recklinghausen, Daniel von, Nachruf auf Simon, Erika, Franz Philipp Rutzen zum Geschichte und Mythos, 3, 90;
Heinz-Josef thissen (1940–2014), 5, 5 80. Geburtstag. 1, 50–51 Roms Feind am Rhein. Über Krieger,
Remmele, Nicole, Machtkämpfe unter Sonnabend, Holger, Rez. Rainer Nickel, Heere und Kriegsführung im Germanien
Aristokraten. Die Lösung innergesellschaft- Der verbannte stratege, 2014, 3, 91 des 1. Jhs. n. Chr., 6, 38–45
licher Konlikte im archaischen Athen, 4, Sourlas, Dimitris, Die Hadriansbibliothek Zeeb, Annette, Die neuen Archäologi-
15–19 in Athen. Ein historisch-archäologischer schen schausammlungen des Hessischen
Renger, Johannes, Das Assur-Projekt. Überblick, 6, 20–26 Landesmuseums Darmstadt. Archäologi-
Eine Bilanz, 6, 35–37 Sourouzian, Hourig / Maksoud, sches auf schritt und tritt, 5, 86–89
Rieche, Anita, «Es giebt dieses das Abdel Mohamed / Hampikian, Nairy / Zerres, Jutta, Rez. Bernhard
erste facsimile», Nachbildungen antiker Stadelmann, Rainer, Neues aus dem Palme / Angelika Zdiarsky, Gewebte
römischer Architektur, 6, 74–83 «tempel der Millionen von Jahren» des Geschichte: Stofe und Papyri aus dem
Rijksmuseum van Oudheden, Ausstellungen Amenophis III. Notgrabung zur Rettung spätantiken Ägypten. Nilus. studien
extra: Leiden, Karthago 2014 / 2015, zweier 14 m hoher standbilder, 4, 48–56 zur Kultur Ägyptens und des Vorderen
6, 94 Splitter, Rüdiger, Reiseziel Rom. Orients, Band 19, 2012, 1, 90
Rutishauser, Werner, Frühe Hochkul- Landgraf Friedrich II. holt die Antike nach
turen in neuem Glanz. Neupräsentation der Kassel, 2, 79–83
sammlung Ebnöther im Museum zu Aller- Stadelmann, Rainer, s. sourouzian,
heiligen in Schafhausen, 2, 86–89 Hourig BUCHBEsPRECHUNGEN
Sukenik, Naama / Iluz, David / Shamir, (Rezensenten in Klammer)
ahin, Mustafa / Seifert, Martina Orit / Varvak, Alexander / Amer, Zohar,
(Beitrag), Myndos, Eine karische Hafen- Israel: techelet-textil aus der judäischen Adams, Amanda, scherben bringen
stadt an der kleinasiatischen Westküste, Wüste, 2, 4 f. Glück. Pionierinnen der Archäologie,
6, 46–56 2013, 1, 89 (sabrina Holitzner)
Sallaberger, Walther, schöpfung im alten Unruh, Frank, Ausstellungen extra: trier, Albers, Jon, Campus Martius. Die urbane
Babylon. Enuma als schlußpunkt einer Ein traum von Rom – Römisches stadt- Entwicklung des Marsfeldes von der
großen tradition, 5, 9–12 leben in südwestdeutschland, 4, 94 Republik bis zur mittleren Kaiserzeit
Schachner, Andreas, s. Krüger, (studien zur antiken stadt Bd. 11), 2013,
Dominique Varvak, Alexander, s. sukenik, Naama 2, 90 (Jürgen Lorenz)
Schäfer, Donata, Pharao Alexander I. Ein Vedeler, Marianne, Norwegen: seide im
Makedonier in Ägypten, 3, 71–76 Zeitalter der Wikinger, 1, 7 Bagnall, Roger S., Eine Wüstenstadt.
Scheding, Paul, Antike Plastik 5.0://. Vollkommer, Rainer, Rez. Jana Esther Leben und Kultur in einer ägyptischen
Das Forschungsarchiv für antike Plastik in Fries / Doris Gutsmiedl-schümann Oase im 4. Jahrhundert n. Chr. spiel-
Köln wird 50 Jahre alt, 5, 59–67 (Hrsg.), Ausgräberinnen, Forscherinnen, Räume der Antike 2, 2013, 5, 90 (Holger
Schmitt, Felicitas, s. Niskios, Alexandra Pionierinnen. Ausgewählte Porträts früher Kockelmann)
Schmitt, Nathalie, Rez. Wafaa El saddik, Archäologinnen im Kontext ihrer Zeit, Bartenstein, Felix, Bis ans Ende der be-
Es gibt nur den geraden Weg. Mein 2013, 3, 90 wohnten Welt, 2014, 6, 90 (simon
Leben als schatzhüterin Ägyptens, 2013, Lentzsch)
5, 91 Wartke, Ralf-B., s. Marzahn, Joachim; Bohms, Ingrid, säugetiere in der
Scholl, Andreas, Das neue Archäolo- Babylon vor 100 Jahren (Juli–september altägyptischen Literatur, 2013, 3, 91
gische Zentrum der staatlichen Museen 1914). Grabungsalltag im schatten des (Klaus Koschel)
zu Berlin. Ein Forschungslabor der Extra- Kriegsausbruchs, 4, 45–47
klasse, 4, 43–45; Pergamonmuseum (fast) Wienholz, Holger, Größe ist relativ. Dahlheim, Werner, Die Welt zur Zeit
ohne Pergamon. Für fünf Jahre bleibt Baalbek und das syrische tempelnetz, Jesu, 2013, 6, 90 (Frauke Kenkel)
der Altarsaal geschlossen – aber es geht 3, 29–33; s. Neumann, Georg Dupont, Florence, Rom – stadt ohne
weiter!, 6, 33–35 Willer, Susanne / Mirschenz, Manuela, Ursprung. Gründungsmythos
Seguin, Guillaume, Frankreich: Ältestes Ausstellungen extra: Bonn, Gebrochener und römische Identität, 2013, 1, 88
keltisches Zahnimplantat, 4, 5 Glanz – Römische Großbronzen vom (Bernhard Linke)
Seeher, Jürgen, Nachruf auf Peter Never UNEsCO-Welterbe Limes, 2, 95
(3. 4. 1929–25. 1. 2014), 3, 4 Willing, Matthias, Variationen in El Saddik, Wafaa, Es gibt nur den geraden
Seifert, Martina (Beitrag), s. ahin, stein. Megalithbauten in den Cevennen, Weg. Mein Leben als schatzhüterin
Mustafa südfrankreich, 3, 50–59 Ägyptens, 2013, 5, 91 (Nathalie schmitt)

über
Register 2014 | 3
Register

Filip, Sonja / Hilgner, Alexandra (Hrsg.), Rausch, Sven, Bilder des Nordens. Aristophanes, 3, 80
Die Dame mit der Phönixkrone, 2013, Vorstellungen vom Norden in der griechi- Aristoteles, 1, 97; 5, 30
3, 89 (Jörg H. Hüsemann) schen Literatur von Homer bis zum Ende Arminius, 4, 42; 6, 38
Fries, Jana Esther / Gutsmiedl-Schümann, des Hellenismus. Archäologie in Eurasien Arnal, Jean, 3, 54
Doris (Hrsg.), Ausgräberinnen, Forscher- 28, 2013, 2, 91 (Eckart Olshausen) Arrian, 4, 97
innen, Pionierinnen. Ausgewählte Porträts Reuthner, Rosa, Platons schwestern – Artaxerxes III. Ochus, 3, 72
früher Archäologinnen im Kontext ihrer Lebenswelten antiker Griechinnen, 2013, Ashby, Thomas, 1, 5
Zeit, 2013, 3, 90 (Rainer Vollkommer) 5, 91 (Isabell Müller) Ashoka, Maury-Kaiser, 1, 74
Frontinus-Gesellschaft e.V. (Hrsg.), Die Robinson, Andrew, Wie der Hiero- Asinius Pollio, 3, 94
Wasserversorgung im alten Rom. sextus glyphen-Code geknackt wurde. Das revo- Äsop, 4, 97
Iulius Frontinus, sein Werk in Lateinisch lutionäre Leben des Jean-François Cham- Atkinson, James, 1, 73
und Deutsch und begleitende Fachauf- pollion, 2014, 4, 91 (Gregor Neunert) Attalos III., 6, 47
sätze, 2013, 5, 90 (Johannes Eingartner) Roeske, Kurt, Zypern im spiegel antiker Attila, 5, 87
Zeugnisse. Ein kulturhistorischer Reisebe- Atum, 5, 15
Gutsmiedl-Schümann, Doris, s. Fries, gleiter, 2013, 3, 89 (Anne Viola siebert) Augustinus, 5, 32; 6, 94
Jana Esther Augustus, 1, 59 f. 94; 2, 34; 3, 47;
Saltzwedel, Johannes, s. Pötzl, Norbert F. 4, 10 f.; 5, 56 f.; 6, 94
Hafemann, Ingelore, s. Lepper, Verena M. Simonis, Anette, s. Möllendorf, Peter von Aulus Hirtius, 4, 22
Hilgner, Alexandra, s. Filip, sonja Simonis, Linda, s. Möllendorf, Peter von
Szlezák, Thomas A., Homer oder Die Babur, Mogul-Dynastie, 1, 73
Knell, Heiner, Vom Parthenon zum Pantheon. Geburt der abendländischen Dichtung, Bahram Shahs, 1, 73
Meilensteine der antiken Architektur, 2013, 1, 90 (Herbert Bannert) Bard, Kathryn, 2, 12
2013, 2, 90 (Ulrike Wulf-Rheidt) Bay, ägyptischer Beamter, 5, 78
Zdiarsky, Angelika, s. Palme, Bernhard Beaufort, F., 6, 47
Ladstätter, Sabine, Knochen, steine, Bechert, T., 2, 91
scherben. Abenteuer Archäologie, 2013, Bell, Gertrude, 1, 89
6, 91 (Miriam sénécheau) Bellelli, Gloria, 4, 58
Lepper, Verena M. / Hafemann, Ingelore Register Benderitter, Thierry, 2, 70
(Hrsg.), Karl Richard Lepsius. Der Begründer PERsONEN, GRUPPEN UND Bittel, Kurt, 6, 5
der deutschen Ägyptologie. Kaleidogramme VöLKER Bloch-Diener, Elsa, 4, 58
Band 90, 2012, 2, 91 (Franziska Nether) Bonucci, Carlo, 1, 43
Abbasiden, 4, 64 Borchardt, Ludwig, 4, 49
Mann, Christian, Die Gladiatoren, 2013, Abdelaziz, Mohamed, 4, 49 Boreik, Mansour, 4, 49
6, 91 (Esaù Dozio) Achämeniden, 3, 71 Borgard, Philippe, 1, 16
Mansfeld, Günter, Der Held auf dem Aeneas, 1, 88; 5, 57; 6, 94 Boschung, Dietrich, 5, 66
Wagen. Archäologische Belege zur techni- Agrippa, 1, 64 Bosworth, Brian, 4, 13
schen Entwicklung des Wagens, 2013, Agrippina maior, 4, 21 Boyd Hawes, Harriet, 1 89
4, 91 (Heidi Köpp-Junk) Agrippina minor, 4, 42 Brydon, William, 1, 72
Maul, Stefan M., Die Wahrsagekunst im Ahura-Mazda, persischer Gott, 5, 34 Büchmann, Georg, 5, 97
Alten Orient. Zeichen des Himmels und Ala ad-Din, 1, 74 Buddensieg, Gottfried, 4, 46
der Erde, 2013, 4, 90 (Gabriella Frantz- Al-Biruni, 1, 73 Bunsen, Georg von, 2, 37
szabó) Alexander der Große, 1, 74; (als Pharao) Bünte, Walther, 4, 46
Möllendorf, Peter von / Simonis, 3, 71 f.; 4, 21. 97; 6, 47
Anette / Simonis, Linda (Hrsg.), Der Neue Alp-Tigin, 1, 72 Caecilius Metellus, Lucius, 5, 70
Pauly. Historische Gestalten der Antike. Altenmüller, Hartwig, 5, 81 Caecilius Metellus, Quintus, 3, 44
Rezeption in Literatur, Kunst und Musik, Amenmesse, 5, 77 Caesar, 3, 47. 94; 4, 17. 28 f.; 5, 77; 6, 39
2013, 4, 90 (AW) Amenophis III., 4, 48 Callender, Gae, 5, 77
Morris, Ian, Krieg. Wozu ist er gut, 2013, Amun Re, ägyptischer Gott, 1, 55; 3, 73; Calpurnius Piso, Lucius, 6, 81
3, 88 (Josef Fischer) 4, 52 Caronna, E. Lissi, 4, 58
Amyntas, 3, 72 Cassius Dio, 4, 26
Nickel, Rainer, Der verbannte stratege, Anatigonos III. Doson, 2, 63 Cato, 3, 97
2014, 3, 91 (Holger sonnabend) Anaxagoras, 3, 77; 5, 28 Cestius, 5, 57
Anaximander, 5, 28 Chababasch, 3, 72
Pagels, Elaine, Apokalypse. Das letzte Andrae, Walter, 3, 12. 37; 6, 35 Champollion, J. F., 2, 91
Buch der Bibel wird entschlüsselt, 2013, Andreae, Bernard, 5, 66 Cherusker, 4, 42; 6, 40
1, 89 (Lukas Bormann) Annius Luscus, Gaius, 3, 45 Chichi, Antonio, 2, 83; 5, 89
Pötzl, Norbert F. / Saltzwedel, Johannes, Antiochos, syrer, 6, 47 Chiochetti, Giovanni Battista, 1, 85
Die Germanen. Geschichte und Mythos, Antipas, sohn des Herodes, 1, 61 Chipperield, David, 4, 43
2013, 3, 90 (Michael Zerjadtke) Antipater, sohn des Herodes, 1, 60 Christie, Agatha, 1, 89
Palme, Bernhard / Zdiarsky, Angelika, Anubis, 2, 67 Christus, 5, 38
Gewebte Geschichte: Stofe und Papyri aus Aphrodite, 3, 89 Cicero, 2, 97; 3, 97; 5, 97
dem spätantiken Ägypten. Nilus. studien Archelaos, sohn des Herodes, 1, 61 Claudius, 2, 26; 4, 42
zur Kultur Ägyptens und des Vorderen Archimedes, 3, 97 Cockerell, 2, 53
Orients, Band 19, 2012, 1, 90 (Jutta Zerres) Ariovist, 6, 38 Combarnous, Gaston, 3, 57

über
4 | Register 2014
Personen, Gruppen und Völker

Copeland, Lorraine, 3, 23 Gaia, 5, 27 Ischtar Dinitu, 3, 37


Cornelius Scipio, Aemilianus Africanus Gaius Caesar, 4, 20 Isis, 5, 23
(minor), 3, 97 Ganser, Anton, 1, 85
Cornelius Scipio, Gnaeus, 3, 43 Garis Davies, Norman und Nina de, 2, 67 Jackimow, Igor von, 3, 12
Cornelius Scipio, Publius Africanus Garrod, Dorothy, 1, 89 Jagher, Reto, 3, 23
(maior), 3, 43. 97 Gärtner, Friedrich von, 1, 84; 6, 77 Jansen, Michael, 1, 76
Curtius Rufus, 4, 97 Gavius Amethystus, Gn., 3, 47 Jenkins, Thomas, 2, 81
Cuypers, Pierre, 6, 79 Germanen, 4, 42; 6, 38 f. JHWH, Gott der Judäer, 5, 33 f.
Germanicus, 6, 39 Jung, M., 2, 91
Daguerre, Louis, 1, 47 Germann, Klaus, 1, 45
Daim, Falko, 2, 32 Getty, J. Paul, 6, 81 Kähler, Heinz, 5, 60
Damokles, 2, 97 Ghassaniden, 4, 71 Karakhanyan, Arkadi, 4, 54
Damon, 2, 97 Ghaznawiden, 1, 69 f. Keleos, 6, 29
Dareios III., 3, 71 Ghuriden, 1, 74 Kipling, Rudyard, 1, 71
Darius, 5, 34; 6, 47 Giroire, Cécile, 1, 94 Kleisthenes, 6, 15
De Caro, Stefano, 1, 23 Goester, Yvonne, 2, 52 Klenze, Leo von, 6, 77
Delbrück, Hans, 6, 40 Goethe, August, 1, 39 f. Kleomenes von Naukratis, 3, 76
Demeter, 6, 27 f. Goethe, Johann Caspar, 1, 39 f. Kleopatra VII., 5, 77
Demokrit, 5, 28 Goethe, Johann Wolfgang, 1, 39 f. Klumpp, Friedrich Andreas, 1, 85
Demophon, 6, 29 Gracchen, 4, 37 Knapp, Johann Friedrich, 6, 75
Dido, 6, 94 Grace, Virginia, 2, 41 Knithakis, Ioannis, 6, 24
Diepen, Jan, 6, 79 Graham, Agus, 4, 54 Knobloch, E., 1, 76
Dieulafoy, Jane, 1, 89 Gregor XVI., 1, 85 Koldewey, Robert, 1, 48
Diogenes Laertius, 3, 78 Grieb, Volker, 2, 60 Konstantin IV., 2, 36
Diokletian, 3, 49; 5, 68 f. Kore, s. Persephone
Dionysios I. von syrakus, 2, 97; 3, 97 Habachi, Labib, 4, 49 Koumanoudis, Stephanos, 6, 20
Domitian, 4, 22 Hades, 6, 27 Kraft, Konrad, 4, 17
Donderer, Michael, 4, 17 Hadrian, 3, 94; 6, 20 Krischen, Fritz, 1, 23
Dorner, Josef, 4, 55 Hagen, Leo, 6, 79 Kylon, 6, 15
Dost Mohammed, 1, 71 Haller von Hallerstein, 2, 53 Kyros der Große, 1, 74
Dover, Kenneth, 3, 81 Hamilton, Gavin, 2, 81
Drakon, 6, 15 Hamilton, Sir William, 1, 43 Laev, Raoul, 5, 61
Drenkhahn, Rosemarie, 5, 78 Hampikian, Nairy, 4, 51 Lanciani, Rodolfo, 1, 5
Drusus, 4, 41 Hannibal, 3, 97; 6, 94 La Rocca, Eugenio, 1, 94
Durand, Benjamin, 4, 51 Harris + Kurrle, Architekturbüro, 4, 44 Leake, William Martin, 2, 53; 6, 20
Du Ry, Simon Louis, 2, 80 Haselberger, Lothar, 4, 22 Leon von synada, 2, 31
Hasmonäer, 1, 60 Lepsius, Karl Richard, 2, 91
Ea, Vater des Marduk, 5, 11 Hatschepsut, 1, 55; weiblicher Pharao, 5, 77 Le Tensorer, Jean-Marie, 3, 23
Ebnöther, Marcel, 2, 86 Heintze, Helga von, 5, 59 Lichtwark, Alfred, 1, 48
Eckardt, H., 1, 13 Helbig, Wolfgang, 2, 37 Lipchitz, J., 5, 88
Edel, Elmar, 6, 58 Helios, 2, 40 Lo Monaco, Annalisa, 1, 94
Edwards, Amelia, 1, 89 Hephtaliten, 1, 75 Lopez, Carmen, 4, 51
Eleaten, 5, 29 Heraklit, 5, 28 Lopez, Miguel, 4, 51
Empedokles, 5, 28 Herodes, 1, 59 f. Lucius Caesar, 4, 20
Enki, mesopotamischer Gott, 5, 37 Herodot, 6, 47 Ludwig I. von Bayern, 1, 84; 6, 76
Enlil in Nippur, 5, 9 Heruler, 6, 22 Lührs, Hans, 4, 46
Ennius, 5, 52 Hesiod, 5, 27 Luna, 4, 58
Epiphanios, 2, 43 Heydemann, Heinrich, 2, 37 Luna-Diana, 5, 50
Eudoxia, 6, 23 Hiller, Irmgard, 5, 66 Lydamis, 6, 16
Euhemeros, 4, 13 Himmelmann, Nikolaus, 5, 66 Lysimachos, 6, 47
Eusebius, 2, 48 Hipparchos, 6, 15
Hippias, 6, 15 Maaß, Michael, 4, 58
Fattovich, Rudolfo, 2, 12 Hobbes, Thomas, 3, 88 Mago, 3, 43
Feije, Jacobus Johannes, 2, 56 Hock, Adalbert, 1, 86 Mahmud von Ghazni, 1, 72
Finkielszteyn, Gérald, 2, 41 Hofgarten, Wilhelm, 1, 86 Mai, Angelo, 3, 97
Firdausi, 1, 73 Hölscher, Gustav, 1, 48 Maillol, A., 5, 88
Flavius Josephus, 1, 59 Homer, 1, 90 Maiuri, Amadeo, 1, 23
Förtsch, Reinhard, 5, 66 Horaz, 1, 97 Maksoud, Abdel, 4, 49
Franz von und zu Erbach, 6, 74 f. Horus, 1, 57; 5, 25. 79 Manetho, 5, 83
Fredenheim, Carl Fredric von, 2, 83 Hours, François, 3, 23 Marcellus, 4, 17
Friedrich der Große, 5, 39 Hyecho, 1, 75 Marcus Antonius, 2, 34; 4, 17. 40;
Friedrich II. von Hessen-Kassel, 2, 79 5, 77
Frontinus, Sextus Iulius, 1, 5; 5, 90 Ibn Battuta, Reisender, 1, 73 Marc, Bruno, 3, 50 f.
Inguiomerus, 6, 45 Marduk, 5, 9. 34

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Register 2014 | 5
Register

Maresch, Paul, 4, 46 Peisistratiden, 6, 15 Segimundus, 4, 42


Maßmann, Wolfgang, 1, 45 Peisistratos, 6, 15 Seifert, M., 6, 53
Masud I., 1, 74 Pellegrino, Angelo, 5, 4 Sellin, Ernst, 2, 73
Masud III., 1, 73 Pepi II., 6, 62 Seneca, 3, 42
Maussolos, 1, 62; 4, 21; 6, 46 Perikles, 3, 81 Sertorius, 3, 45
Maximilian II., 1, 85 Persephone, 6, 27 Sethnacht, 5, 79
Mazakes, 3, 72 Perser, 5, 34 Sethos II., 5, 77
Megabetes, 6, 47 Perzelmeier, Christian, 4, 51 Seyfried, F., 2, 92
Megaw, Arthur, 2, 42 Philipp II., 2, 52 Shefton, Brian, 5, 61
Mehlitz, H., 2, 91 Philippus, sohn des Herodes, 1, 61 Sinonen, Erkki, 6, 25
Meier, Mischa, 3, 90 Philoponos, Johannes, 5, 32 Siptah, 5, 77
Meletos, 3, 77 Phönizier, 6, 94 Soane, Sir John, 6, 86
Melilla, Luigia, 1, 16 Phytalios, 6, 32 Sobek, ägyptischer Gott, 5, 24
Mendelsohn, Erich, 3, 84 Pinker, Steve, 3, 88 Sobeknofru, weiblicher Pharao, 5, 77
Merenptah, 5, 77 Piranesi, Giovanni Battista, 2, 83 Sokrates, 3, 77 f.; 6, 97
Messel, Alfred, 5, 86 Platon, 3, 77; 5, 29; 6, 97 Sol, 4, 58
Metaneira, 6, 29 Plinius maior, 1, 29; 3, 4. 47; 5, 52 f.; 6, 46 Solon, 6, 15
Minutoli, Heinrich von, 1, 54 Plinius minor, 1, 29; 5, 97 Spano, G., 1, 14
Mithras, 4, 57 f. Plutarch, 2, 97; 3, 78; 4, 97 Stephan von Byzanz, 6, 47
Moll, Albert, 1, 76 Polybios, 2, 6; 3, 64; 5, 69; 6, 47 Stevenson, Robert Louis, 3, 50
Muhesen, Sultan, 3, 23 Polybus, Pharao in der Ilias, 5, 83 Strabon, 6, 46
Müller, Hugo, 1, 54 Pompeius, Gaius, 3, 47; 4, 26 Stucky, Rolf A., 4, 58
Müller-Friedberg, Karl, 1, 53 Protagoras, 3, 9; 6, 97 Sueben, 6, 40
Mykener, 5, 44 f. Ptah-Sokar, ägyptischer Gott, 4, 52 Sueton, 4, 12 f. 34; 5, 56
Myres, J. L., 6, 47 Ptolemaios, sekretär des Herodes, 1, 60 Sulla, 1, 34; 3, 45; 4, 22. 31
Pythagoras, 5, 29 Sullius Rufus, Publius, 3, 47
Nabatäer, 4, 65 Syncellus, George, 5, 83
Namma, Wassergöttin, 5, 9 Quatember, Ursula, 1, 4
Nasir bin Ahmed bin Ismail, Emir, 1, 72 Tacitus, 1, 29; 6, 41
Nebukadnezar I., 5, 9 Raddi, Michele, 5, 4 Taha, Ahmed, 3, 26
Neith, ägyptische Göttin, 5, 25 Ramses II., 5, 77 Tang-Dynastie, 3, 89
Nero, 2, 26 Ramses III., 5, 81 Tausret, weiblicher Pharao, 5, 76 f.
Nerva, 4, 17 Rancoureil, Abbé, 2, 81 Tellenbach, Michael, 1, 17
Netzer, Ehud, 1, 62 Re, 5, 23 Ternite, Wilhelm, 1, 43
Neuerburg, Norman, 6, 82 Reifenstein, Johann Friedrich, 2, 81 Tertullian, 1, 18
Neve, Peter, 3, 4 Renger, Johannes, 6, 36 Thales, 5, 28
Newton, C. T., 6, 47 Richter, Emil Theodor, 1, 86 Theagenes, 6, 16
Niemann, Georg, 5, 68 Riele, Gérard-Jean te, 2, 53 Theaitetos, 6, 97
Niemeyer, Hans Georg, 5, 60 Roger, Daniel, 1, 94 Theodoros, 6, 97
Nietzsche, Friedrich, 4, 33 Roma, 4, 40 f. Theodosios I., 2, 32; 3, 49; 6, 29
Nikolaos von Damaskus, 1, 59 Romulus, 4, 27 Thiersch, Hermann, 1, 48; 2, 72
Nilson, Christoph, 1, 86 Ruspi, Carlo, 1, 86; 6, 77 Thimme, Jürgen, 4, 58
Ninurta, Kriegsgott, 5, 12 Rutzen, Franz Philipp, 1, 50 f. Thorvaldsen, Bertel, 1, 44
Nolli, Giambattista, 2, 81 Thukydides, 3, 91
Nut, ägyptische Göttin, 1, 57 ahin, Mustafa, 6, 48 Thuoris, 5, 83
Nuttall, Zelia, 1, 89 Sakhmet, ägyptische Göttin, 4, 55 Thutmosis IV., 2, 66
Sandkühler, Bruno, 2, 67 Tiamat, Verkörperung des Meeres, 5, 11 f.
Octavian, s. Augustus Salome, schwester des Herodes, 1, 60 Tiberius, 4, 42
Oehler, Hansgeorg, 5, 60 Sargon von Akkad, 4, 83 Tischbein, Johann Heinrich Wilhelm, 1, 41
Omajaden, 4, 64 Sasaniden, 1, 75 Titus, 4, 34
Omran, Hossein, 3, 13 Sayed, A. M. A. H., 2, 12 Toubekis, Georgios, 1, 76
Oppenheim, Max von, 3, 8 f. Schenkel, W., 2, 91 Traian, 2, 26
Orontobates, 6, 47 Schepenese, Mumie, 1, 53 Travlos, Ioannis, 6, 24
Orphiker, 5, 27 Schiller, Friedrich, 2, 97 Tukiulti-Ninurta I., 3, 41
Osiris, 1, 57; 2, 68; 5, 23; 6, 60 Schlotthauer, Joseph, 1, 85
Otho, 3, 42 Schmid, Peter, 2, 24 Ubert, Günter, 1, 32
Ovid, 3, 42 Schocken, Salman, 3, 87 Ungers, Oswald Mathias, 6, 33
Schott, Siegfried, 2, 66 Userhat, 2, 66
Papageorghiou, Athanasios, 2, 47 Schröder, B., 6, 53
Parisi Presicce, Claudio, 1, 94 Schudscha, schah, 1, 71 Varus, 4, 42
Parmenides, 5, 29; 6, 97 Schumacher, Gottlieb, 5, 42 Vergil, 5, 57
Paton, W. R., 6, 47 Schwarzmann Joseph, 1, 86 Vespasian, 4, 34
Paulus, 5, 38 Scipio, s. Cornelius Vesta, 4, 36
Pausanias, 2, 60; 6, 20 Seco Alvarez, Myriam, 4, 55 Vibius Pansa, 4, 22

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Länder und Orte

Vitruv, 1, 13; 2, 5 Balearen, 3, 42 f. – Actium


Volcanus, 5, 57 Berlin, 1, 45; 3, 11 f. 37 f.; 4, 43 – Athen
Volusius Saturninus, 4, 36 Beth Shean, 4, 64 – Eleusis
Bogazköy / Boğazköy, s. Hattuscha – Kommos
Wagner, Martin von, 1, 84 Bursa, 6, 48 – Kydonia
Walid I., 4, 65 – Malia
Weber, Karl, 6, 81 Cabrières, 3, 58 – Megalopolis
Weicklmann, 4, 47 Caesarea, 4, 65 – Nikopolis
Weinsperger, Philipp, 1, 86 Cafarnaum, 4, 65 – Nirou Chani
Wildung, D., 2, 91; 3, 91 Carnac, 3, 53 – Palaikastro
Wilpert, Joseph, 6, 79 Carrara, 5, 53 – Rhodos
Winckelmann, Johann Joachim, 1, 30; 2, 81 Cevennen, 3, 50 f. – theisoa
Charga (Oase), 5, 90 – Zakro
Xenophon, 3, 77. 91 Chemnitz, 3, 84 f. Gümü lük, s. Myndos
Xuanzang, Mönch, 1, 75 China Guzana, s. tell Halaf
– turfan
Yıldız, Ya ar, 6, 48 – Xi’an Hamburg, 6, 53
Yuknoom, 2, 87 Combous, 3, 58 Hattuscha / Hattuša, 6, 5
Courtinal, 3,59 Herakleia, türkei, 2, 35
Zadkine, O., 5, 88 Herculaneum, 1, 30. 39; 5, 94; 6, 81
Zahn, Wilhelm, 1, 43 Damaskus, 3, 10 Hyrknia, Festung, 1, 60
Zeus, 4, 13; 6, 27 Darmstadt, 5, 86 f.
Zeus-Ammon, 3,73 Deutschland Ibiza, 3, 43
– Aachen Irak
– Aschafenburg – Assur
– Berlin – Babylon
LÄNDER UND ORtE – Bochum – Bagdad
– Chemnitz – Nimrud
Aachen, 1, 76 – Darmstadt Israel
Abydos, 2, 68 – Eulbach – Beth shean
Actium, 2, 34; 4, 17. 38 – Gernsheim – Caesarea
Afghanistan – Hamburg – Cafarnaum
– Ghazni – Karlsruhe – Hyrknia
– Rauza – Kassel – Jericho
Agia Trias, 2, 49 – Köln – Jerusalem
Ägypten – Mannheim – Kallirhoë
– Abydos – Potsdam – Megiddo
– Alexandria – saalburg, römisches Kastell – tiberias
– Amheida – teutoburger Wald – Wadi Murabba`at
– Charga (Oase) Dra’Abu el-Naga, theben-West, 3, 5 Istanbul, 2, 31 f.
– Dra’Abu el-Naga Dura-Europos, 3, 18 Italien
– Elephantine – Carrara
– Fayum Elephantine, 5, 23 – Herculaneum
– Marsa Gawasis Eleusis, 6, 27 – Luna / Luni
– Pelusion El Kowm, 3, 21 f. – Misenum
– Qubbet el-Hawa Ephesos, 1, 4. 89 – Neapel
– siwa Ercolano, s. Herculaneum – Nola
– theben Eulbach, 6, 74 f. – Ostia
Albanien – Pompeii
– Butrint, 2, 33 Fayum, 5, 17 f. – Portici
Alcalar, 6, 4 Frankreich – Rom
Alexandria, 3, 73 – Cabrières – stabiae
Amheida, 5, 90 – Carnac – tarquinia
Amman, 4, 64. 72 – Cevennen
Aphendrika, 2, 44 – Combous Jericho, 1, 60
Aschafenburg, 1, 84 f.; 6, 76 f. – Courtinal Jerusalem, 4, 72
Asia, Provinz, 4, 40 – Le Chêne Jordanien
Assur, 2, 39; 3, 37 f.; 6, 35 f. – Lyon – Amman
Athen, 2, 56; 3, 77 f.; 6, 11 f. 15 f. – Gadara
Gadara, 4, 63 – Gerasa
Baalbek, 3, 29 f. Gerasa, 2, 48 – Pella
Babylon, 1, 47; 4, 45 f.; 5, 9 f. Gernsheim, 6, 6
Babylonien, 5, 9 f. Ghazni, 1, 69 Kalchu, s. Nimrud (Irak)
Bagdad, 4, 45 Griechenland Kallirhoë, 1, 59

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Karlsruhe, 4, 6 Potsdam, 5, 39 – Ephesos


Karpasia, 2, 44 Punt, 2, 10 f. – Gümü lük
Karthago, 6, 94 – Hattuscha / Hattuša
Kassel, 2, 81 Qubbet el-Hawa, 6, 58 – Herakleia
Kerkouane, 3, 63 f. – Istanbul
Köln, 4, 42; 5, 59 f. Rauza, 1, 73 – Korykos
Kommos, 2, 16 f. Rhodos, 2, 39 – Lade, Insel
Konstantinopel, s. Istanbul Rom, 1, 5. 88. 94; 2, 26. 79 f. 90; 3, 94; – Mıhraplıkaya
Korykos, 2, 48 4, 16 – Myndos
Kourion, 2, 44 – Pergamon
Kroatien Saalburg, römisches Kastell, 6, 83 – sardes
– split Salamis, Zypern, 2, 43 Tyros, 2, 48
Kydonia, 2, 17 Sankt Gallen, 1, 53 f.
Sardes, 3, 4 USA
Lade, Insel, 6, 47 Schafhausen, 2, 86 f. – Malibu, 6, 81
Le Chêne, 4, 5 Schweiz
Leuven, 4, 76 – sankt Gallen Wien, 2, 33
Libanon – Schafhausen
– Baalbek Segobriga, 3, 48 Xi’an, 3, 89
– tyros Siwa, 3, 73
Luna, 5, 51 f.; 6, 65 f. Spanien Zakros, 2, 17 f.
Lyon, 4, 42 – Alcalar Zypern
– Balearen – Agia trias
Malia, 2, 16 – Ibiza – Aphendrika
Malibu, 6, 81 – Menorca – Karpasia
Marmaraereğlisi, s. Herakleia – Palma auf Menorca – Kourion
Marsa Gawasis, 2, 10 – Pollentia auf Menorca – Paphos
Megalopolis, 2, 52 – segobriga – Peyia
Megiddo, 5, 41f. – toledo (Provinz) – salamis
Memphis, 3, 71 – trepucó auf Menorca
Menorca, 3, 43 Split, 5, 68 f.
Mıhraplıkaya, 6, 5 Stabiae, 1, 29
Misenum, 1, 29 Syrien sACHEN
Murabba`at, Wadi, 2, 5 – Damaskus
Myndos, 6, 46 f. – Dura-Europos Afghanisches Ministerium für Infor-
– El Kowm mation und Kultur
Nabada, 4, 76 f. – Nabada – Förderung der Restaurierung der stadt-
Nagar, 4, 76 f. – Nagada mauer in Ghazni, 1, 76
Neapel, 1, 17; 5, 94 – tell Arida Akademie
Niederlande – tell Beydar – Chinesische Akademie für Kulturerbe,
– Leuven – tell Brak 4, 7
Nikopolis, 2, 34 – tell Halaf – Geologisches Institut der Armenischen
Nimrud (Irak) 6, 35 Akademie, 4, 54
Nirou Chani, 2, 16 Tarquinia, 2, 37 f. Altar
Nola, 1, 29; 4, 14 Tell Arida, 3, 21 f. – Arae sestianae in NW-spanien, 4, 41
Tell Balata, 2, 71 f. – Ara Ubicorum und Ara in Lugdunum, 4, 42
Österreich Tell Beydar (Nabada), 4, 76 Antikenbehörde
– Wien Tell Brak (Nagar), 4, 78 – Palestinian Department for Antiquities
Ostia, 5, 4 Tell el-Mutesellim, s. Megiddo and Cultural Heritage, 2, 72
Tell Halaf, 3, 8 – Generaldirektion der Altertümer und
Palaikastro, 2, 17 Theben, Ägypten, 1, 54; 2, 66; 3, 5. 72; Museen in Damaskus, 3, 10 f. 23
Palästinensisches Autonomiegebiet 4, 48 – Französische Antikenverwaltung in
– tell Balata Theisoa, 2, 52 Beirut, 3, 11
Palma, 3, 44 Teutoburger Wald, 6, 38 – Libanesische Antikenverwaltung, 3, 17
Pella, Jordanien, 4, 64 Tiberias, 4, 64 – Sächsische Landesarchäologie, 3, 84 f.
Pelusion, 3, 71 Toledo (Provinz), 6, 4 – Denkmalamt Xinjiang in China, 4, 7
Pergamon, 6, 33 f. Trepucó bei Maó, Menorca, 3, 44 Antikenraub / Raubgrabungen
Perinthos, s. Herakleia Tunesien – in Syrien, 3, 15 f.
Phaphos, 2, 43 – Karthago Antikenrezeption
Pollentia, 3, 44 – Kerkouane – Nachbildungen, 6, 74 f.
Pompeii, 1, 10 f. 22 f. 29 f. 39 f.; 5, 94; Turfan, 4, 7 Apotheose
6, 76 Türkei – des Augustus, 4, 27. 34 f.
Pontus et Bithynia, Provinz, 4, 40 – Bogazköy / Boğazköy – des Iulius Caesar und des Vespasian,
Portici, 1, 41 – Bursa 4, 34

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Sachen

Aquädukt – Die schönste der Welt. Eine Wiederbe- CRSA = Centro di Ricerche Speleo
– antike Aquädukte in Rom, 1, 5 gegnung mit der Bildergalerie Friedrichs Archeologiche, 1, 5
Archäologenporträt des Großen, Potsdam 2014, 5, 39 f.
– Archäologinnen, 1, 89 – Pompeji. Götter, Mythen, Menschen, DAI = Deutsches Archäologisches Institut
Archäologischer Park Hamburg 2014, 5, 94 – Erforschung des Iupitertempels in
– Ostia, Parco dei Ravennati, 5, 4 – Karthago, Leiden 2014 / 2015, 6, 94 Baalbek, 3, 29 f.
Architektur – Kooperation mit der Arachne-
– Baugeschichte der Befestigungsmauer BAM = Bundesanstalt für Materialfor- Datenbank, 5, 66
in Pompeii, 1, 22 f. schung und -prüfung, Berlin, 6, 61 dArV = Deutscher Archäologen-Verband
– Bauteile eines noch nicht lokalisierten Basen – Jahrestagung 2014 in Münster, 3, 34 f.
Gebäudes in theisoa, 2, 58 – statuenbasis des Gn. Gavius Amethystus – Arbeitsgruppen des dArV, 3, 35
– Meilensteine griechischer und römischer aus tarragona, 3, 47 Datenbank
Architektur, 2, 90 – neu: Basen mit Inschriften bei Aus- – Arachne, 5, 59
– geritzte Werkpläne im Plaster vor dem grabungen an der Hadriansbibliothek in – CoDArchLab = Cologne Digital Archa-
Augustus-Mausoleum in Rom, 4, 22 Athen, 6, 20 f. eology, 5, 67
Archiv Befestigung Datum, s. Kalender
– sächsisches staatsarchiv, 3, 87 – die Mauern von Pompeii, 1, 22 f. Depot, s. schatzfund
– Forschungsarchiv für antike Plastik in – stadtmauern von Ghazni in Afghanistan, Deutsches Auswärtiges Amt
Köln, 5, 59 f. 1, 76 – Förderung der Restaurierung der stadt-
– Beazley-Archiv, 5, 66 – stadt- und Akropolismauer von theisoa, mauer von Ghazni, 1, 76
– Perseus Digital Library, 5, 66 2, 52 f. DFG = Deutsche Forschungsgemeinschaft
Ausgrabung Beleuchtung – Ausgrabung in theben-West, Ägypten,
– deutsch-syrische Ausgrabungen am tell – künstliche Beleuchtung in Pompeii, 1, 10 f. 3, 5
Halaf, 3, 13 Bestattung – Assur-Projekt, 6, 36
– deutsche Grabungen in Bagdad im Juli– – des Augustus als Inszenierung, 4, 25 f.
september 1914 – ustrinum des Augustus, 4, 27 Edelstein
– türkische Ausgrabung von Myndos seit – frühislamische Bestattungen, 4, 70 – Obsidianhandel am Ende der Altstein-
2005, 6, 46 f. Bibliothek zeit, 2, 15
Ausstellung – Universitätsbibliothek Kassel, 2, 81 Ei
– Gewebte Geschichte. Stofe und Papyri – Die Bibliotheken im griechisch-römi- – rituelle Ei-Deponierung in sardes, 3, 4
aus dem spätantiken Ägypten, Wien schen Altertum, 3, 94 Ernährung
2012 / 2013, 1, 90 – Hadriansbibliothek in Athen, 6, 20 f. – im bronzezeitlichen Mykene, 5, 45 f.
– Augusto, Rom 2013 / 2014, 1, 94 Biographie Expedition
– Forum Romanum – Zeitreise durch – Franz Philipp Rutzen zum 80. Geburtstag, – Expeditionen nach Punt, 2, 13
3.000 Jahre Geschichte, Kassel 2014, 2, 83 1, 50 f. – Königlich-Preußische Expedition nach
– Vom toten Meer zum stillen Ozean, – 19 Archäologinnen zw. 1830 und 1970, Ägypten und Nubien, 2, 91
Schafhausen 2001–2012, 2, 86 3, 90
– Frühe Hochkulturen – Von Mesopo- – Jean-François Champollion, 4, 91 Farben / Farbstofe
tamien bis südamerika, Dauerausstellung Bronzekunst – techelet (blau) und Purpur, 2, 4
in Schafhausen seit 2013, 2, 86 – statuette der Athena, Museum zu Aller- Fels
– Gebrochener Glanz – Römische Groß- heiligen, Schafhausen, 2, 88 – Felsgräber in Qubbet el-Hawa, 6, 58
bronzen vom UNEsCO-Welterbe Limes, – römische Großbronzen vom UNEsCO- Feste / Festspiele
Bonn, 2, 95 Welterbe Limes, 2, 95 – Italika Romaia sebasta Isolympia in
– Abenteuer Orient – Max von Oppenheim – tonmodelle und Gußformen für Bron- Neapel, 4, 14
und seine Entdeckung des tell Halaf, 3, 8 zestatuetten in Qubbet el-Hawa, 6, 58 f. – altägyptisches Opet-Fest, 5, 78
– Die geretteten Götter aus dem Palast Brunnen – Eleusinia, 6, 27 f.
vom tell Halaf, Berlin 2011, 3, 12 – Brunnen im Tell Arida in El Kown, 3, 23 f. Finanzierung
– Friedrich Karl Dörner und die Bund – Kaplan Foundation, 1, 4
Kommagene, sonderausstellung Münster – Achäischer Bund, 2, 63 – private tell Arida Foundation, 3, 27
2014, 3, 36 Byzantinistik Fotograie
– Neue Dauerausstellung im smac – Wiener schule der Byzantinistik, 2, 33 – Grabungsfotograien mit Lumièr schen
(Chemnitz), 3, 84 f. Autochromplatten 1910 in Babylon,
– Nilpferd und Krokodil, München 1987, Christentum 1, 47 f.
3, 91 – Ofenbarung des Johannes, 1, 89 – Daguerreotypie seit 1839, 1, 47
– Die Bibliotheken im griechisch-römi- – Entwicklung des Christentums, 6, 90 – Reisebilder von thiersch und Hölscher,
schen Altertum, Rom, 3, 94 Chronologie 1, 48
– geplant in Karlsruhe 2017: Das myke- – Datierung der rhodischen Amphoren- – Fotosammlung antiker Plastik in den
nische Hellas, die Welt des Agamemnon, 4, 6 stempel, 2, 41 Monumenta Artis Romanae, 5, 59
– Imperium der Götter. Isis, Mithras, – Chronologie des Brunnens von Hummal Frauen
Christus – Kult und Religion im von der Oldowan-Kultur bis zum Mous- – im Alten Ägypten, 5, 76
Römischen Reich, Karlsruhe 2014, 4, 60 térien, 3, 25 – drei bzw. vier Frauen auf dem thron
– Ein traum von Rom – Römisches stadt- Codex der Pharaonen, 5, 77
leben in südwestdeutschland, trier 2014, – Vatikanischer Pergament-Codex mit – Aufgaben der Frauen im antiken Grie-
4, 94 Cicero-Dialog (Palimpsest), 3, 97 chenland, 5, 91

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Friedhof, s. Nekropole – Felsgräber in Myndos, 6, 49 – American Institute for Roman Culture,


FWF = (österreichischer) Fond zur – Grabanlage QH 207 in Qubbet el-Hawa, 5, 4
Förderung der wissenschaftlichen 6, 58 f. – Oriental Institue Chicago, 5, 43
Forschung, 1, 4 Grenzmauer – Institut für Archäologische Wissen-
– verkleinerte stadtmauer in Athen nach schaften der Frankfurter Universität, 6, 6
Genealogie dem Herulereinfall, 6, 22 – Archäologisches Institut der Universität
– der Urgötterpaare in Mesopotamien, 5, 9 Hamburg, 6, 53
Genius Hafen / Hafenstadt ISECO = Islamische Organisation für
– Bedeutung des Genius, 4, 36 – Marsa Gawasis für die Fahrten nach Erziehung, Wissenschaft und Kultur
Gericht Punt, 2, 11 – Nominierung: Ghazni 2013 – Capital of
– Verurteilung des Sokrates, 3, 77 f. – Kommos auf Kreta, 2, 19 f. Islamic Culture, 1, 76
– Anklage des Anaxagoras, 3, 78 – Roms Hafen in Ostia, 2, 26
Geschichte Handel Kaiserkult, s. Herrscherkult
– Ghazni in Afghanistan 1, 69 f. – Fragment einer rhodischen Amphore Kalender
– Gründungsgeschichte Roms, 1, 88 in Assur, 2, 39 f. – byzantinische und islamische Jahres-
– Irrfahrt eines goldenen Keilschrifttäfel- – Karthago, punisches und römisches daten im Heiligen Land zu Beginn der isla-
chens von Assur nach Berlin, 3, 37 f. Handelszentrum, 6, 94 mischen Zeit, 4, 67
– Geschichte und Nutzen des Krieges, Heiligtum Kastell
3, 88 – Artemisheiligtum in sardes, 3, 4 – saxon shore-Kastelle, 1, 8
– Geschichte Zyperns, 3, 89 – antike Heiligtümer im Orient, 3, 30 – römisches Marschlager in thüringen,
– Geschichte der Germanen, 3, 90 – Moscheen in Jerusalem im 7. Jh., 4, 64 4, 4
– Geschichte des Mittelmeerraumes im Herrscherkult / Kaiserkult – römisches Kastell bei Gernsheim, 6, 4
MuCEM in Marseille, 4, 86 f. – Kaiserkult unter Augustus, 4, 29 f. Katalog
– Geschichte der römischen stadt, 4, 90 – Augustales, 4, 31 – Erbacher Kataloge des Grafen Franz von
Gesellschaft – Kaiserkult für den divus Augustus, 4, 36 und zu Erbach, 6, 75
– DOG = Deutsche Orientgesellschaft, Hieroglyphen Keilschrift
1, 48; 5, 43; 6, 35 f. – Geschichte der Entziferung, 4, 91 – goldenes Keilschrifttäfelchen aus Assur
– Interkantonale Anthropologische Gesell- – Buch von Fayum, 5, 17 im Vorderasiatischen Museum Berlin,
schaft Aesch / Basel, 1, 57 Himmel / Himmelsrichtung 3, 37
– société des Antiquités de Cassel, 2, 81 – der Norden in der griechischen Literatur, – Keilschriftfunde im bronzezeitlichen
– Frontinus-Gesellschaft e.V., 5, 90 2, 91 syrien, 4, 76
Gesetze Hortfund, s. schatzfund – Keilschrift auf den ersten Rollsiegeln,
– Gesetze des Drakon, 6, 15 Hymnus 4, 80
– Gesetze des solon, 6, 15 – Enuma eliš, 6, 9 f. Keramik
– Gesetze zur Lastenabschüttelung und – Zarathustrische Hymnen, 5, 34 – gestempelter Amphorenhenkel aus
Abschafung der Schuldknechtschaft – judäische Hymnen, 5, 38 Rhodos, 2, 39
in Athen, 6, 18 Kirche
Gladiatoren ICOM = International Council of – frühchristliche Kirchen auf Zypern, 2,
– Wafen der Gladiatoren in Pompeii, 1, 31 Museums 42
– Neue Publikation 2013, 6, 91 – Veröfentlichung der RED LIST SYRIA, – bislang früheste Klosterkapelle in
Götter 3, 20 theben-West (Dra’Abu el-Naga), 3, 5
– Götter erschafen die Welt, 5, 9 f. 13 f. Inschriften Kleidung
Grabbeigaben – Inschriften mit Nennung von Punt in – Erindung der Hose in Turfan, Westchina
– aus dem Kriegergrab von tarquinia, Marsa Gawasis, 2, 12 vor 3200 Jahren, 4, 7
sMB Antikensammlung 2, 38 – Fragment einer Inschriftenstele in – Kleidung in der Antike, 6, 11 f.
– Phönixkrone u. a. aus dem Grab der Li theisoa, 2, 60 – Darstellung von Kleidung auf geometri-
Chui in Xi’an, 3, 89 – Gefäß mit Namen des Mayakönigs schen Vasen, 6, 10 f.
– aus den Felsgräbern in Myndos, 6, 49 Yuknoom, 2, 87 Kloster
– tonmodelle und Gußformen in Fels- – Inschrift auf statuenbasis für C. Cavius – Benediktinerkloster Allerheiligen, 2, 86
gräbern von Qubbet el-Hawa, 6, 58 f. Amethystus, 3, 47 – Deir el-Bachit, ehem. Pauloskloster, in
Gräber – Res gestae, insbesondere das Monu- Dra’Abu el-Naga, 3, 5
– Grabbau 13 Os in Pompeii, 1, 35 mentum Ancyranum, 4, 31 Kommission
– Mausoleum des Herodes, 1, 62 f. – Inschriften aus augusteischer Zeit, 4, 32 – Kommission für Christliche Archäo-
– Mausoleum des sultan Mahmud in Ruza, – neue Inschriften auf Marmorsockeln, logie, später Pontiica C. A. S., 6, 79
1, 73 Hadriansbibliothek Athen, 6, 24 Konsekration, s. Apotheose
– ‘Kriegergrab von tarquinia’, 2, 37 Institut / Institutionen Kopie / Nachbildung
– Grabkapelle des Userhat tt176 in – Institut für Holzwissenschaften (EtH – ägyptischer Grabmalerei von Norman
Theben, 2, 66 f. Zürich), 1, 54 und Nina de Garis Davies, 2, 66
– Grab der Li Chui in Xi’an, 3, 89 – NIA = Niederländisches Archäologi- – Kopien von römischer Katakomben-
– Gräber der Eisenzeit in Le Chêne, Frank- sches Institut in Athen, 2, 56 malerei in Valkenburg, 6, 80
reich, 4, 5 – Geologisches Institut der Armenischen Kork, s. Phelloplastik
– Mausoleum des Augustus, 4, 16 f. 27 Akademie, 4, 54 Kosmogonie
– neu: Mausoleum in Ostia, Parco dei – Archäologisches Institut in Bern, 4, 58 – s. Kult und Mythen
Ravennati, 5, 4 – des antiken Christentums, 5, 31

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Krieg Medizin – Herculaneum, Museo Archeologico


– Alexander der Große erobert Ägypten, – keltisches Zahnimplantat?, 4, 5 Virtuale, 5, 94
3, 71 f. Militär – Ístanbul, Arkeoloji Müzesi, 6, 36
– Frage nach dem Nutzen eines Krieges, – römisches Militär in der Vesuvregion, – Kairo, Ägyptisches Museum, 5, 91
3, 88 1, 29 f. – Kassel, Fridericianum, 2, 80
– Beschreibungen bei thukydides und – Militär beim Begräbnis des Herodes, 1, 61 – Leiden, Rijksmuseum van Oudheden, 6, 94
Xenophon, 3, 91 – römisches Marschlager in thüringen, 4, 4 – London, Sir John Siane s Museum, 6, 86 f.
– kantabrischer Krieg in spanien, 4, 31 – römisches Militärlager in Hattuscha?, 6, 5 – Luni, Museen, 6, 67
– schlacht von Lade, 6, 47 – Auxiliarlager bei Gernsheim, 6, 6 – Mainz, Römisch-Germanisches Zentral-
– die Punischen Kriege, 6, 94 – römische Krieger und Kriegsführung museum (RGZM), 2, 32
Kult in Germanien, 6, 38 – Mannheim, Reiss-Engelhorn-Museen,
– römischer Götterkult unter Aufsicht – germanische Krieger in römischem 1, 17
des Pontifex maximus, 4, 36 Militärdienst, 6, 40 – Marseille, ehem. Musée national des arts
– Schöpfungsmythen im Kult, 5, 13 f. – augusteische Expansionspolitik, 6, 90 et traditions popolaires (Mnatp), 4, 86
Kulturhauptstadt Modell / Nachbau – Marseille, Musée des civilisations de
– geplant: Kabul, Kulturhauptstadt 2024, – Pompejanum Aschafenburg (Casa dei l’Europe et de la Méditerranée (MuCEM),
1, 81 Dioscuri), 1, 85 f. 4, 86
Kulturen – Korkmodelle von Antonio Chichi in – München, staatliche Antikensammlung
– Villanova-Kultur, 2, 38 Kassel, 2, 83 und Glyptothek, Zweigstelle Pompejani-
– etruskische Kultur, 2, 37 f. Mosaiken sches Haus in Aschafenburg, 1, 84
– Valdivia-Kultur in Ecuador, 2, 87 – spätrömische Mosaiken in Luni, 6, 65 f. – Münster, Museum der Universität, 3, 36
– Acheulén-Kultur in syrien, 3, 23 Moschee – Neapel, Museo Borbonico, 1, 30; 6, 77
– Hummalien-Kultur in syrien, 3, 24 – frühislamische Moscheen, trocken- – Neapel, Nationalmuseum 1, 43; 5, 94
– Ferrières-Kultur in südfrankreich, 3, 57 mauermoscheen, 4, 68 f. – Rom, Vatikanische Museen, 5, 64
Mumien – Schafhausen, Museum zu Allerheiligen,
Lampen – Mumie und särge der schepenese, stifts- 2, 86 f.
– Öllampen in Pompeii, 1, 11 f. bibliothek st. Gallen, 1, 53 Mythen
Landkarten Münzen – Gründungsmythen Roms, 1, 88
– tabula Imperii Byzantini in Wien, 2, 33 – mit Hafen- und Schifsdarstellungen, – Schöpfungsmythos in Babylonien, 5, 9 f.
Laren 2, 25 f. – Schöpfungsmythos in Ägypten, 5, 13 f.
– lares compitales in Rom, 4, 37 – Fund eines Münzschatzes in Dra’Abu – griechische Schöpfungsmythen, 5, 27 f.
Lexikon el-Naga, 3, 5 – im antiken Israel, 5, 33 f.
– Rezension des DNP supplementbandes – byzantinisch-arabische Prägungen Ende – Atramhasis-Mythos, 5, 37
(Bd. 8), 4, 90 7. Jh., 4, 68 Mysterien
Limes – Münzreform des Abd el-Malik 689: – von Eleusis, 6, 27 f.
– Limes Palaestinae et Arabiae zu Beginn bildlos, arabische Umschrift, 4, 68
der islamischen Zeit, 4, 66 f. Museum Nachbildungen
Literatur – Aleppo, Nationalmuseum, 3, 12 – Nachbildungen antiker römischer Archi-
– Homer, Ilias und Odyssee, 1, 90 – Berlin, sMB Antikensammlung, 1, 45; tektur, 6, 74 f.
– Buch von Fayum, 5, 17 f. 2, 37 f. – Nachbildungen mit originalen Architek-
– theogonie des Hesiod, 5, 27 – Berlin, sMB Vorderasiatisches Museum turresten in Eulbach, 6, 75
(VAM), 1, 47 f.; 2, 39; 3, 13. 37; 4, 45 f.; – Pompejanum in Aschafenburg, Nach-
Magie 5, 41 f.; 6, 36 bildung der Casa dei Dioscuri (Pompeii),
– rituelle Ei-Deponierung in sardes, 3, 4 – Berlin / Charlottenburg, privates tell 1, 84 f.; 6, 77 f.
– 1913 Fund eiförmiger Gefäße und Eier- Halaf-Museum des Max von Oppenheim, – Katakomben in Valkenburg an der Geul
schalen im Artemisheiligtum in sardes, 3, 11 f. nach römischen Vorbildern, 6, 79 f.
3, 4 – Berlin, Museum für Islamische Kunst, – Getty-Villa in Malibu, Nachbildung der
Malerei 3, 20 Villa dei Papiri (Herculaneum), 6, 81 f.
– Wandmalerei mit Hafendarstellungen, – Berlin, sMB, Neubau des Archäologi- Nachruf
2, 28 f. schen Zentrums, 4, 43 – Wilfred Geominy (1947–2013), 1, 6
– Wandmalerei in der Grabkapelle des – Berlin, ehem. Vorderasiatische Abteilung – Nikolaus Himmelmann (1929–2013),
Userhat in Theben, 2, 66 f. der Königlichen Museen von 1899, 2, 4
– anthropomorphe Bildwerke in frühisla- 5, 41 – Peter Never (1929–2014), 3, 4
mischer Zeit, 4, 68 – Berlin, SMB Pergamonmuseum, 6, 33 f. – Klaus schmidt (1953–2014), 5, 5
Masken – Bonn, LVR (Landschaftsverband Rhein- – Heinz-Josef thissen (1940–2014), 5, 5
– Wachsmasken der Ahnen = imagines land) LandesMuseum, 6, 59 – Georgios Despinis (1936–2014), 6, 5
maiorum, 2, 6 – Chemnitz, staatliches Museum für Nekropole
Mensch Archäologie (smac), 3, 84 f. – Cimiterio Acattolico in Rom, 1, 44
– Erschafung des Menschen im babyloni- – Combous, Freilichtmuseum, 3, 59 – Deit el-Bahari beim totentempel der
schen schöpfungsmythos, 5, 12 – Coutinals bei Clermont l’Hérault, Frei- Hatschepsut, 1, 55
Metalle lichtmuseum, 3, 58 – Monterozzi-Nekropole, tarquinia, 2, 37 f.
– Kupfermine Pioch Farrus bei Cabrières, – Damaskus, Nationalmuseum, 3, 30 – Elwet el-Chocha, Theben, 2, 66 f.
3000 v. Chr., 3, 58 – Darmstadt, Hessisches Landesmuseum
– s. auch Bronze 5, 86 f.

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ÖAI = Österreichisches Archäologisches Prozession Rezeption


Institut, 1, 4 – pompa funebris des Augustus, 4, 26 – Rezeptionsgeschichte der Ofenbarung
Oase – Prozession von Athen nach Eleusis, des Johannes, 1, 89
– paläolithische Funde in der Oase El 6, 27 f. – Rezeption antiker Gestalten in Literatur,
Kowm, 3, 21 f. Publikationen Kunst und Musik, 4, 90
– Oase siwa zur Zeit Alexanders, 3, 73 f. – Reihe: MAR = Monumenta Artis
Obelisken Romanae, 5, 59 Sammlungen
– Obelisken vor dem Mausoleum des – Castles and Countryhouses einschl. – Sammlung Ebnöther, 2, 86 f.
Augustus, 4, 22 skulpturen englischer Privatsammlungen, – sammlung Wella, Landesmuseum
Opfer 5, 61 Darmstadt, 5, 88
– Opfer für den Genius des pater familias – Publikationen der DOG zu den – sammlung Getty, 6, 81
und des pater patriae, 4, 36 f. Forschungen in Assur, 6, 36 Sarkophag
Orakel – Erbacher Kataloge der sammlung des – Marmorsarkophag des Mahmud von
– Oase siwa und Alexander der Große, Grafen Franz von und zu Erbach, 6, 75 Ghazni, 1, 73
3, 73 – Johann Friedrich Knapp, Römische – Königinnen- und Pharaonensarkophag
– Wahrsagekunst im Alten Orient, 4, 90 Denkmale des Odenwaldes (1813), 6, 75 für tausret, 5, 82
SFB = sonderforschungsbereich 1070
Palast Relief der Universität tübingen, 6, 4
– Palast und Bergfestung (= unteres und – torlonia-Relief mit Hafendarstellung, Schatzfund / Hortfund
oberes) Herodeion, 1, 61 2, 27 – Münzschatz in Dra’Abu el-Naga, 3, 5
– Palast des Masud III. in Ghazni, 1, 74 – Mithras-Relief aus dem Museo Nazionale – neu: 28 statuen der Göttin sakhmet bei
– Palast von Nabada bei tell Beydar in Romano, terme di Diocleziano, Rom, theben, 4, 55
syrien, 4, 76 4, 57 f. Schife
– Diokletianspalast in Split, 5, 68 f. Religion – 250 kg schwere Ankersteine aus stein
Papyrus – Religionskriege zwischen Hindus und in Ägypten, 2, 12
– Buch von Fayum, 5, 17 f. Buddhisten, 1, 73 – Fragmente von Schifsteilen in Marsa
– Papyrus Harris I., 5, 79 – Ausbreitung des Islam im Heiligen Land, Gawasis, 2, 13
Phelloplastik 4, 63 f. – kykladische Langboote, 2, 15
– Korkmodelle von Antonio Chichi in – Mythen von der Erschafung der Welt, Schrift
Kassel, 2, 83 5, 9 f.13 f. – mykenische Linear-B-Schrift, 5, 45 f.
– im Landesmuseum Darmstadt, 5, 89 Reise Siedlungsfunde
Philosophie – Reisebericht von Johann Caspar Goethe, – in Marsa Gawasis, 2, 13
– Kosmogonien der griechischen Philo- Viaggio per l’Italia, 1, 39 – Tell Balata seit der Bronzezeit, 2, 71 f.
sophen, 5, 27 f. – Reisebericht von Johann Wolfgang – von Guzana ş Tell Halaf, 3, 8 f.
Phylarchat, 4, 71 f. Goethe, 1, 41 – Tell Arida in El Kown, 3, 21 f.
Projekte – Reisebericht von August Goethe, 1, 43 – Kerkouane in Tunesien, 3, 63 f.
– Clothing and Identities – New Perspec- – Reisebericht des simon Louis Du Ry, – tell el-Mutesellim (Megiddo), 5, 42
tives on textiles in the Roman Empire Romreise des Landgrafen von Kassel, – kupferzeitliche Besiedlung in der
(DressID), 1, 16 2, 79 f. Provinz toledo, 6, 4
– Untersuchung der Befestigungsmauern Rekonstruktion Siegelabdrücke
von Pompeii, 1, 23 – der zerstörten steinbildwerke vom tell – gesiegelte bronzezeitliche tonplomben
– Inseln der Winde: Die maritime Kultur Halaf, 1928–1930, 3, 11 in syrien, 4, 76
der bronzezeitlichen Ägäis, 2, 15 Res gestae, 4, 22 – Rollsiegel in syrien, 4, 80
– sanierungsprojekt Balata seit 2010, 2, 72 Restaurierung Skelette
– Kooperationsprojekt DAI Kairo, – Hadriantempel in Ephesos, 1, 4 – Untersuchung der Mumie der schepenese,
RGZM, Ludwig-Maximilians-Universität – Berliner Göttin , 1, 45 f. 1, 54
München, 3, 5 – stadtmauer Ghazni in Afghanistan, 1, 76 Skulptur
– tell Halaf-Restaurierungsprojekt, 3, 12 – Pompejanum in Aschafenburg 1998, 1, 85 – ‘Berliner Göttin’, 1, 45
– Projekt zur Erstellung digitaler Kultur- – Grabbeigaben aus dem Kriegergrab von – römische Großbronzen vom UNEsCO-
güterregister für syrien / syrian Heritage tarquinia, Berlin, 2, 38 Welterbe Limes, 2, 95
Archive Project, 3, 20 – der Reste des tell Balata im Westjordan- – statuen des Augustus in den städten, 4, 40
– sites and Monuments Records for syria, land, 2, 71 f. – Rettungsgrabung: zwei Kolossalstatuen
französisch-britisch-syrisches Projekt, – Pergamonaltar in Berlin bis ca. 2020, 6, 33 des Amenophis III. bei Theben, 4, 48 f.
3, 20 Restitution – neu: Hortfund von 28 statuen der Göttin
– silk Road Fashion: Kommunikation – goldenes Keilschrifttäfelchen aus Assur sakhmet in theben, 4, 55
durch Kleidung des 1. Jt. v. Chr. in wieder in Berlin, 3, 38 – Forschungsarchiv für antike Plastik in
Ostzentralasien, 4, 7 – zwei Kykladenidole aus Karlsruhe Köln, skulpturenkataloge, 5, 59
– Memnon-Projekt (the Colossi of zurück nach Griechenland, 4, 6 – Neue Fundortbestimmung des satyrs
Memnon and Amenhotep III. temple – Mithraskopf zur Ergänzung eines Reliefs Lanckoroński, 5, 64
Conservation Project), 4, 48 f. als langfristige Leihgabe nach Rom, 4, 61 Stadtforschung
– EEs = theben Harbours and Waters- Rettungsgrabungen – Ghazni in Afghanistan, 1, 69 f.
capes Project, 4, 54 – zwei standbilder beim tempel der – Kommos auf Kreta, 2, 19 f.
– EMAGINEs-Projekt, 5, 66 Millionen von Jahren, Amenophis III, – Theisoa in Griechenland, 2, 52 f.
– Assur-Projekt, 6, 35 f. 4, 48 f. – Rom, Marsfeld, 2, 90

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Sachen

– Kerkouane in Tunesien, 3, 63 f. – Funde von Wachsmodellen, Fehlgüssen, – Ruprecht-Karls-Universität Heidelberg,


– kreisrunde Anlage von Nabada in Gußformen in Ägypten, 6, 58 2, 15
Syrien, 4, 76 f. – Universität trier, 2, 52
– Oase Charga, 5, 90 Tempel – Universität Leiden, Faculteit Archeo-
– Entstehung der athenischen Polis, 6, 18 – Hadriantempel Ephesos, 1, 4 logie, 2, 72
– Athen, Untersuchungen der postheruli- – Iupitertempel von Baalbek, 3, 29 f. – Najah-Universität, Nablus, 2, 76
schen Mauer an der Hadriansbibliothek, – Ischtar-tempel in Assur, 3, 37 – University of Wisconsin-Madison, 3, 4
6, 20 – tempel der Millionen von Jahren, – Ludwig-Maximilians-Universität
– Stadt und Häfen von Myndos, 6, 46 f. Amenophis III., 4, 48 f. München, 3, 5
– Luni, 6, 65 f. – tempel des thot in Amheida, 5, 90 – Universität Basel, 3, 23
Stadtmauern – Tempel der Luna in Luni, 6, 65 f. – Universität Oporto / Porto, 3, 37
– Befestigung von Pompeii, 1, 22 f. Textilien – stanford University, 3, 88
– von Ghazni in Afghanistan, 1, 75 f. – Reste von verkohlten und mineralisierten – Universität Leuven, 4, 76
– von Kerkouane in tunesien, 3, 64 Textilien aus Pompeii, 1, 15 f. – tufts University Boston, 5, 66
– neue Funde der postherulischen stadt- – einmaliger Fund von gestrickten – Universität tübingen, 6, 4
mauer in Athen, 6, 20 f. purpurnen seidenfäden, 1, 17 – Universität Alcalá de Henares, 6, 4
Stadtpläne – Stofe und Papyri aus dem spätantiken – Universität Frankfurt, Institut für
– Giambattista Nolli, Plan von Rom, 2, 81 Ägypten, 1, 89 Archäologische Wissenschaften, 6, 6
Statuenbasen – Reste im Kriegergrab von tarquinia, – Freie Universität Berlin, 6, 36
– Neu: statuenbasen mit Inschriften bei 2, 39 – Universität Bursa, 6, 48
Ausgrabungen an der Hadriansbibliothek Thing, germanische Versammlung wehr- – Universität Hamburg, 6, 53
in Athen, 6, 24 fähiger Männer, 6, 42 f. – Universität Bochum, 6, 53
Stein Tiere / Mischwesen – Universität Bonn, Archäologisches
– steinbildwerke vom tell Halaf, 3, 8 – Purpurschnecken Murex und Hexaplex seminar, 6, 58
– Megalithbauten (Dolmen, Menhire, trunculus, 2, 4
Cromlechs) in Südfrankreich, 3, 50 f. – ägyptische tierwelt, besonders säuge- Vasen
– Entdeckung der Marmorbrüche von tiere, 3, 91 – Alabastervase für Landgraf Friedrich II.
Carrara, 5, 53 f. – Folgen der Erindung des Kreuzbogen- von Kassel, 2, 82
Stele Kamelsattels, 4, 71 – Gefäß mit Namen des Mayakönigs
– Fragment einer Inschriftenstele in – Kunga-Equiden im bronzezeitlichen Yuknoom, 2, 87
theisoa, 2, 60 syrien, 4, 76 Vereine
– Mazzevot, islamische, monolithische – Falke, Verkörperung des Horus, 5, 79 – DPV = Deutscher Verein zur Erfor-
steinstelen, 4, 71 Tod schung Palästinas, 5, 43
– stele des sethnacht aus Elephantine, – Tod des Augustus, 4, 10 f. Via
5, 79 – Via Egnatia und Via traiana bei
Stiftungen UNESCO-Weltkulturerbeliste Herakleia, 2, 35
– Curt-Engelhorn-stiftung, 1, 17 – Grabmalerei in theben, 2, 70 Vulkan
– Gerda Henkel stiftung, 1, 23 – UNEsCO-Büro in Ramallah, 2, 72 – Vesuvausbruch 79 n. Chr., 1, 12. 29
– Fritz thyssen stiftung, 1, 32; 6, 59 – römische Großbronzen vom UNEsCO-
– Volkswagenstiftung, 2, 95 Welterbe Limes, 2, 95 Wachs
– Max Freiherr von Oppenheim-stiftung, – die sechs Weltkulturerbestätten in – römische Wachsmasken der Ahnen, 2, 6
3, 12 syrien, 3, 16 Wafen
– ZEIt-stiftung Ebelin und Gerd – Weltkulturerbestätte Karthago, 6, 94 – Wafenfunde in Pompeii, 1, 29 f.
Bucerius, 5, 95 Universität – antike schleudern auf den Balearen, 3, 43
– Katakomben-stichting Valkenburg zur – Brandenburgische technische Univer- Wasser
Förderung der Christlichen Archäologie sität Cottbus-senftenberg, 1, 22; 3, 29 – Quellen, Brunnen und Wasserversorgung
(1913), 6, 80 – Universität Zürich, Arbeitsgruppe für des tell Arida in El Kown, 3, 23
Technik klinische Paläopathologie, 1, 54 – Wasserversorgung im antiken Rom, 5, 90
– antike Geräte für den Bau von Aquä- – Zürcher Hochschule für Angewandte Wirtschaft
dukten, 1, 5 Wissenschaften in Winterthur, 1, 58 – wirtschaftliche Bedingungen in Germanien,
– satellitenbildauswertung für Baudoku- – RWtH Aachen, Lehr- und Forschungs- 6, 41 f.
mentation, 1, 78 gebiet stadtbaugeschichte, 1, 76
– technische Entwicklung des Wagens, – Cornell University NY, 2, 6 Zerstörung
4, 91 – Universität Alexandria, 2, 12 – Zerstörung und Plünderung des tell
– nicht invasive Untersuchungsmethoden – Universität Boston, 2, 12 Halaf in syrien, 3, 8
in Myndos, 6, 53 – Universität Neapel, 2, 12 – Zerstörung der Weltkulturerbestätten
in Syrien, 3, 15 f.

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Freie straße 32 Westerbachstraße 6
Frankfurt a. M.:
Berlin: Buchhandlung Hugendubel A-Innsbruck:
Akademische Buchhandlung steinweg 12 tyrolia-Buchhandlung
Ehrenbergstraße 29 Buchh. Herbert Bärsch Nachf. KG Maria-theresien-straße 31
Dussmann das Kultur-Kaufhaus GmbH Albanusstraße 29
Friedrichstraße 90 Buchhandlung Walther König Kiel:
Buchh. Walther König GmbH & Co. KG GmbH & Co. KG Buchhandlung Erichsen & Nierenheim KG
Im Martin-Gropius-Bau Domstraße 6 Dänische straße 8–10
Niederkirchner straße 7 Universitätsbuchh. Weiland
Wasmuth GmbH & Co. Museumsbh. KG Freiburg/Breisgau: GmbH & Co. KG
Pfalzburger straße 43–44 Buchhandlung Rombach GmbH Holtenauerstraße 116
Bodestraße 1–3 Bertoldstraße 10
Koblenz:
CH-Bern: CH-Fribourg: Buchhandlung Reufel
Staufacher Buchhandlungen AG Kanisius Buchhandlung Löhrstraße 92
Neuengasse 25 Bahnhofstraße 6
Köln:
Bochum: A-Graz: Kösel’sche Buchhandlung
Janssen GmbH Buchhandlung Moser Roncalliplatz 2
Universitätsbuchhandlung Morawa Buch- und Medien Buchhandlung Walther König
Brüderstraße 3 GmbH & Co. KG GmbH & Co. KG
Am Eisernen tor 1 Ehrenstraße 4
Bonn:
siebengebirgs-Buchhandlung Gütersloh: Konstanz:
Alte Bahnhofstraße 1 Eckart-Buchhandlung H. Pooch Buchh. Homburger & Hepp
Buchh. Walter König GmbH & Co. KG Münsterstraße 19 Münsterplatz 7
Kunst- und Ausstellungshalle
Friedrich-Ebert-Allee 4 Hamburg: Leipzig:
Buchhandlung Hermann Laatzen Lehmanns Media
Braunschweig: Heidenkampsweg 32 Grimmaische straße 10
Buchhandlung Graf GmbH Buchzentrum GmbH Kurt Heymann Universitätsbh. Leipzig & schweitzer oHG
sack 15 Eppendorfer Baum 27/28 Grimmaische straße 30
Buchhandlung sautter & Lackmann
Bremen: Admiralitätsstraße 71/72 A-Linz:
Buchh. Kamloth & schweitzer oHG thalia Buchhandlung GmbH & Co. KG Buchh. Hans Fürstelberger
Ostertorstraße 25–29 spitalerstraße 8 Landstraße 49
Buchhandlung Weiland
Moorleeter Straße 40

über
14 | Register 2014
Mainz: Nürnberg: Tübingen:
Claudius-Buchhandlung Buchhandlung M. Edelmann Osiandersche Buchhandlung GmbH
Vordere Präsenzgasse 4 Kornmarkt 8 Wilhelmstraße 12
Buchhandlung Gonsenheim thalia Buchhaus Campe
Breite straße 36 Karolinenstraße 53 Trier:
Dombuchh. Franz Stol De’ Bücherlade
Markt 24–26 Osnabrück: Klio
Gutenberg-Buchh. Dr. Josef A. Kohl Buch. H. th. Wenner GmbH & Co.
Große Bleiche 29–31 Große straße 69 Weißenburg:
saarstraße 21 Karl Meyer Buch + Papier
Paderborn: Rosenstraße 11
Mannheim: Linnemann Bücher
A. Bender’s Buchh. GmbH Westernstraße 31 A-Wien:
O 4, 2 Buchhandlung A. L. Hasbach
Quadrate-Buchhandlung Ravensburg: Wollzeile 9
R 1, 7 Ravensbuch Universitätsbuchh. Franz Leo & Comp. KG
Marienplatz 34 Am Lichtensteg 1
Marburg: Buchhandlung Morawa & Co.
Universitätsbuchh. N.G. Elwert Regensburg: Wollzeile 11
Reitgasse 7–9 Friedrich Pustet KG Kunstverlag Wolfrum
Gesandtenstraße 6–8 Augustinerstraße 10
München: Weichserweg 5
Buchhandlung Lehmkuhl Wiesbaden:
Leopoldtraße 45 Saarbrücken: Buchhandlung Angermann
Bücher Lentner GmbH Buchhandlung Bock & seipp Mauergasse 21
Marienplatz 8 Futterstraße 2 Buchhandlung Dr. Vaternahm
Buchhandlung Hans Goltz KG An den Quellen 12
türkenstraße 54 Salzburg:
Universitätsbuchh. Rupprecht GmbH Galerie Welz Würzburg:
Amalienstraße 79 Sigmund-Hafner-Gasse 16 Werner Beyer, Buchladen Neuer Weg
Buchh. Heinrich Hugendubel sanderstraße 23–25
GmbH & Co. KG CH-Solothurn:
Marienplatz 22 Lüthy + stocker AG Wuppertal:
Buchhandlung L. Werner Gurzelngasse 17 Buchhandlung Klaus von Mackensen
Residenzstraße 18 Friedrich-Ebert-straße / Laurentius-
türkenstraße 30 Speyer: straße 12
Buchhandlung Oelbermann 42103 Wuppertal
Münster: Wormser straße 12
thalia Universitätsbuchhandlung GmbH CH-Zürich:
Haus der Bücher Poertgen-Herder Stuttgart: Klio Buchhandlung
salzstraße 56 Buchh. Albert Müller GmbH Zähringerstraße 41
Ringold Buchhandlung GmbH Epplestraße 19 C Medieval
Ringoldstraße 1–2 Buchhandlung Wittwer spiegelgasse 29
Königstraße 30 Orell Füssli Buchhandlungs AG
Neustadt an der Weinstraße Marktgasse 12
Quodlibet Buchhandlung
Kellereistraße 10 CH-Zug:
Buchh. zur schmidgasse AG
schmidgasse 4

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Register 2014 | 15
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16 | Register 2014