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Das Schweizer Luftfahrt-Magazin Nr. 09/September 2011 CHF 8.20 / € 5.

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Cover Story

Air Show Time 2


Bönigen – Duxford – Fairford – Mollis – Wolfgangsee

Helicopter Military Aviation Civil Aviation

Erster GPS-Anflug Belgische Luftwaffe Neue Verkehrsflug-


der Schweiz feiert in Koksijde zeuge: die Heraus-
forderer
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Cockpit 09 2011 Editorial 3

Take-off
Liebe Leserinnen und Leser
Dieses Editorial präsentiert sich anders als üb- gen hätte die AUA nicht 60 Millionen Verlust, sondern 200 Millionen Ge-
lich. Das hat natürlich seinen Grund. Nachstehen- winn gemacht», so Bord-Betriebsrat Minhard.
den Artikel, eingetroffen nach Redaktionsschluss,
möchte ich Ihnen nicht vorenthalten. «Saurier!» entgegnet Emirates
Man kann die Auseinandersetzung in Österreich In Dubai sieht man solcherart öffentlich geäusserte Vorwürfe keineswegs
lächelnd als «Kleinkrieg um Wien» abtun. Das entspannt. Emirates-Chef Tim Clark und Martin Gross (Manager für
hiesse jedoch, die Realitäten zu verkennen. Grosse Österreich, Tschechien, Slowakei und Ungarn) stellten in Wien klar: Die
und finanzstarke Airlines werden mehr und mehr AUA fliege täglich mit einer Boeing 777 nach Bangkok, was im Vorjahr
die kleineren verdrängen. Ob man das gut oder we- 110 000 Sitzen entsprochen habe. Emirates habe 2010 aus Wien genau
niger gut findet, ist irrelevant. Es ist die (kommende) Realität. Die Zukunft 1707 Tickets über Dubai nach Bangkok verkauft – wo da die Konkurrenz
der Kleinen liegt im Nischenmarkt. sei? Man bestätigte zwar, dass Emirates in der Heimat günstige «aber
nicht unlautere» Konditionen vorfindet, was aber am Markt zähle seien
Ihr Max Ungricht modernste Flugzeuge und Topservice. Als «völlig aus der Luft gegriffen»
bezeichneten beide das in Wien lancierte Gerücht, dass Dubai mit einem
Visumzwang für Österreicher drohe, sollte man die gewünschten Flüge
Ohne Handschuhe… nicht bekommen. Der österreichische Botschafter wurde deswegen sogar
In Wien ist ein erbitterter «Luftkampf» zwischen AUA und Emirates ins dortige Aussenamt zitiert.
ausgebrochen, der gar politische Dimensionen erreicht. Die von den AUA-Gewerkschaftern erhobenen Vorwürfe kontert Tim
Die auch in Krisenzeiten stets expandierende Golf-Airline aus Dubai will Clark scharf: «Was da über unser Bodenpersonal gesagt wurde, ist ein-
dreizehnmal statt wie bisher siebenmal pro Woche in die Donaumetropole fach eine infame Lüge. Es ist traurig, dass mit solchen Behauptungen
fliegen. Platzhirsch AUA – vor zwei Jahren aus staatlicher Obhut und per Stimmung gegen eine Fluglinie gemacht werde, die der österreichischen
Steuerzahler versilbert unter die Fittiche der Lufthansa gewechselt – ruft Wirtschaft immer mehr zahlungskräftige Gäste aus Arabien (+70% im
gegen dieses Ansinnen nun denselben Staat zu Hilfe. Die österreichische Juni) bringt und die in Österreich 230 Millionen Euro ausgeben würden.
Regierung in Gestalt der Infrastrukturministerin soll den von Emirates Die anachronistische österreichische Haltung kommt einer Einstellung aus
geforderten zweiten täglichen Flug zwischen Dubai und Wien nicht ge- Saurierzeiten gleich», so Clark. «Wir haben ein Open-Sky-Abkommen
nehmigen, fordert AUA-Vorstand Peter Malanik. mit den USA, England, Holland, Belgien oder Singapur. Dort haben die
Schnell dürfte sich sein Wunsch jedoch nicht erfüllen. Die ersten Verhand- Verhandlungen fünf Minuten gedauert. Auch in der Schweiz gab es kei-
lungen zwischen Österreich und den Vereinigten Arabischen Emiraten ne Einwände gegen mehr Emirates-Flüge nach Zürich und Genf.» Clark
um ein neues Luftverkehrsabkommen wurden Anfang August ergebnis- geht davon aus, dass lange verhandelt wird. Man werde über den Winter
los abgebrochen und auf Mitte September vertagt. Emirates-Chef Tim weiterhin zweimal täglich Wien anfliegen.
Clark war dazu extra nach Wien gekommen – und wird das wohl noch
öfters tun müssen. Keine Hilfe von VIE
Der Flughafen Wien «hält sich aus» der Diskussion. VIE braucht mög-
«Unfair!» ruft AUA… lichst viele Airlines, um den ab Mitte 2012 (endlich) zu eröffnenden und
Der Wiener Home-Carrier wirft dem Giganten Emirates unfairen Wettbe- eine Milliarde teuren Terminal «Skylink» zu füllen. Da sind Prime-Carrier
werb vor. Die kleine AUA träfe der Angriff mitten in der Sanierungsphase wie Emirates nur willkommen. Aber auch hier ein Wermutstropfen für die
– noch immer zirka 60 Millionen Euro Nettoverlust im ersten Halbjahr Araber: Der neue 76 000 mµ grosse Terminalbereich wird über insgesamt
2011 – besonders hart. Daher trat nicht nur die AUA-Führung gegen den vier von der AUA und VIE (je 2) betriebene Business-Lounges verfügen.
mächtigen Konkurrenten auf, in seltener Einigkeit mit dem Management Auch Emirates hätte laut Martin Gross gerne eine eigene Lounge eröffnet.
machten auch die drei AUA-Betriebsräte mobil. In Print und TV wurde Es hätte aber «keine entsprechende Kapazität gegeben…».
darauf hingewiesen, dass mehr EK-Flüge nach Dubai mehr Langstre-
ckenpassagiere von den gut gehenden Asien-Routen der AUA ab Wien Georg Mader, Wien
abziehen würden – samt Zubringerverkehr. Man fordert eine so genann-
te «Fair-Play-Klausel». Danach soll Österreich schon beim geringsten
Verdacht einer Wettbewerbsverzerrung das Recht haben, Emirates Flug- Ab 1. Januar
rechte zu entziehen. verschiebt
Die in diesem Zusammenhang geäusserten Argumente wären «für die ge- sich die Ge-
samte europäische Luftfahrt eine ernsthafte Bedrohung». Emirates zahle wichtung
noch mehr:
seinem in Containern hausenden Bodenpersonal Billiglöhne von 60 Euro
Emirates
im Monat und dazu keine Steuern und Sozialabgaben, spüre keine Um- fliegt dann
weltstandards (Emissionshandel), erhalte staatlich garantierte günstige täglich mit
Anleihen für den laufenden Neukauf von Flugzeugen (90 A380 usw.) und einer A380
Foto: Georg Mader

zahle zudem an seinem Umsteige- und Shopping-Hub Dubai fast keine München–
Gebühren, weil Flughafen, Flugsicherung und Verkehrsbehörden mit dem Dubai.
Emirates-Eigentümer praktisch identisch seien. «Unter diesen Bedingun-
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Cockpit 09 2011 Inhalt 5

Military Aviation Cover Story Military Aviation

6
6 Koksijde: Die Luftwaffe 30 Scalaria 2011: Himmlische
Belgiens feiert Wasserspiele • Warbird-Alarm
Koksijde: Die Luftwaffe
8 UAVs – Lebensretter und über Duxford • Zigermeet Belgiens feiert
Scharfrichter 2011, die Airshow mit der be-
sonderen Kulisse • Die erste
10 Schritt in die Zukunft:
Twin Tecnam in der Schweiz •
Der Euro Hawk landet in
Fairford: 40 Jahre RIAT • Gischt
Deutschland
unter den Flügeln, hochbe-
11 Uganda – «Entwicklungs- trieb am Brienzersee
hilfe» der anderen Art
Helicopter
Civil Aviation
37 Erster Schweizer «Robinson
3 «Kleinkrieg» um Wien Safety Course»
14 Neue Verkehrsflugzeuge: 38 Rega: Erstes ziviles GPS-An-
Die Herausforderer der flugverfahren eingeführt
grossen Konzerne
40 Swiss Helicopter Association
18 dnata – Der Luftfahrtdienst- – die Info-Seite Civil Aviation

14
leister aus den Emiraten
setzt auf weitere Expansion History Neue Verkehrsflugzeuge:
20 Swiss AviationTraining. Der 42 Kampf ums Öl: Rumänische Die Herausforderer der
Weg ins Airline-Cockpit (3) Flugzeuge mit Schweizer Be-
waffnung grossen Konzerne
21 Die Swiss ist mit dem ersten
Halbjahr 2011 zufrieden Service
22 Your Captain speaking… 46 Media Pick
«Freie Wahl»
Report
Airports 52 Mythos Mirage hautnah
24 Verband Schweizer Flug- erlebt
plätze VSF
Regelmässige
Business Aviation Rubriken
25 Data Sheet: Hawker 400 3 Take-off
Wettbewerb 12 Inside
27 Cockpit und Nikon suchen 26 News Cover Story

30
die besten Flugaufnahmen 41 Heli-Focus
Air Show Time (2)
Mittelposter 44 Vor 25 Jahren
28 Auf dem Weg nach Koksijde: 45 Staffeln der Welt
Displaypilot Ralph Knittel und 48 HB-Register
Julien Meister vor der belgi- 50 Gallery
schen Küste.
54 Letzte Seite: Termine,
Foto: Gregor Meyer
Leserwettbewerb, Vorschau,
F-22 gegroundet, Full Stop

Titelbild: Attraktiver Gast bei Airshows – Die «Rote 7» der Mes-


serschmitt-Stiftung (EADS) wurde 1958 als HA-1112 M-1L in
Spanien gebaut. Foto: Georg Mader
Cockpit – 52. Jahrgang Abonnementspreise Redaktions-Mitarbeiter

Herausgeber
Inlandabo jährlich CHF 87.–
Schnupperabo (für 3 Monate):
Peter Aegerter, Jean-Luc Altherr,
Daniel Bader, Werner Baier,
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42
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Markus Herzig, Walter Hodel,
Rolf Müller, Samuel Sommer, Kampf ums Öl: Rumänische
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6 Military Aviation Cockpit 09 2011

Koksijde –
65 Jahre
belgische Luftwaffe
65 Jahre belgische Luftwaffe, 50 Jahre SAR Helikopter, 40 Jahre
Alouette III und 35 Jahre Sea King sind eine eindrückliche Zahl von
Jubiläen, welche von der belgischen Luftwaffe am 6. und 7. Juli mit
einer grossartigen Airshow gefeiert wurden.

R
und 70 000 Besucher haben die über den Schwerter und die Palme, das saudiara-
150 Flugzeuge und Helikopter an den bische Staatswappen, dar. In Koksijde hat-
zwei Tagen auf der Koksijde Airbase ten die Saudi Hawks nach Zeltweg erst den
an der belgischen Nordseeküste bewundert. zweiten Auftritt über europäischem Terri-
Nebst den in Europa bekannten Kunstflug- torium.
teams Red Arrows, Patrouille de France, Tur- Als Highlight waren in Belgien die Thunder-
kish Stars und den belgischen Red Devils auf birds der US Air Force angekündigt. Auf ih-
SF 260 konnten von den Veranstaltern eini- rer Europatournee bildete Koksijde die letz-
ge Raritäten gewonnen werden. So etwa das te der acht Stationen. Auf ihren seit 2009 der Belgier Michel «Mitch» Beulen mit sei-
polnische Kunstflugteam Iskry («Funken»), eingesetzten F-16 C/D Block 52 boten sie ner F-16 MLU M5 und sein Schweizer Kol-
welches auf ihren über 40-jährigen TS-11 den Zuschauern eine ansprechende Vorfüh- lege Ralph «Deasy» Knittel auf der F/A-18
Iskras fliegt, einem polnischen Jettrainer, rung. Das klassische Thunderbirdsflugpro- C, mit seinem gewohnt spektakulären Hor-
von dem immer noch rund 80 Stück flug- gramm besteht aus einem ständigen Wech- net-Demoprogramm. «Mitch» fliegt in sei-
fähig sind. sel zwischen Diamond-Formation mit vier ner dritten und letzten Saison das F-16 Solo
Eine Besonderheit waren sicher die Sau- Jets und dann wieder einer Figur des Solo- Display der belgischen Luftwaffe auf der
di Hawks auf ihren grün-weissen Hawks, piloten. Das gesamte Thunderbirdskontin- im «Vortex»-Muster verzierten F-16. Dabei
welche ein sehr abwechslungsreiches Pro- gent ist ein 130 Personen-Team unterstützt kommt bei den Climb-Manövern der Ge-
gramm flogen, das stark von den Red Ar- von zwei C-17 Transportern, die selbst die brauch von Flares nicht zu kurz. Diese sind
rows inspiriert ist. Eine Figur, welche mit eigenen US-Bodenfahrzeuge mitbringen. erst seit diesem Jahr bei der belgischen Luft-
allen sechs Hawks geflogen wird und vom Zwei Demopiloten haben aber die Thun- waffe für Demozwecke zugelassen.
Team «Logo» genannt wird, stellt die bei- derbirds in den Schatten gestellt, einerseits
Historische Flugzeuge und Helikopter
Gestartet wurde das Airshowprogramm mit
der Vorführung historischer Flugzeuge, die
seit 1945 in der belgischen Luftwaffe im Ein-
satz waren. Darunter befanden sich etwa die
Dragon Rapide in Scottish Airways Bema-
lung aus Duxford, oder die Nachtjägerver-
sion Gloster Meteor NF.11.
Das in Koksijde stationierte Muster Sea King
Mk.48 und die Alouette III der belgischen
Marine waren die beiden Jubiläumshelikop-
ter. Der Sea King hat zwar eine Demo geflo-
gen, leider gab es aber zum Jubiläum keinen
Sonderanstrich. Die Alouette III fehlten we-
gen der Einsätze der belgischen Marine in
Alle Fotos: Simon Vogt

Libyen komplett. Als Ersatz wurden kurz-


fristig Alouette III der österreichischen Luft-
waffe eingeladen.
Die Sea Kings der belgischen Luftwaffe wer-
Thunderbirds 5 und 6 in der Formation Mirror. den nächstes Jahr durch die neuen NH90 er-
7

TS-11 Iskra vor der «Skyline» von Koksijde.

Frisch ab Werk, die NH 90 (N175) der nieder-


ländischen Luftwaffe.

«Mitch» mit seiner Solo Display F-16 über


der belgischen Nordsee.

Antonov An-30 B der ukrainischen Luftwaffe


aus Kiew.

Solo Display Piloten unter sich: Ralph «Deasy»


Knittel (F/A-18, links) und Tobias «Hitec»
Schutte (F-16, Holland).

Die Gloster Meteor NF.11 von Aviation Heritage aus Coventry, UK.

setzt. Daher war ein brandneuer NH90 der ziges Open Skies Flugzeug, sowie die Anto- eines lautlosen Segelflugzeugs, ergänzt mit
niederländischen Marine in Koksijde zu nov An-2 der estnischen Luftwaffe. Pyrotechnik, ein wundervoller Abschluss
sehen. Highlight bei den Helikoptern war Am ersten Airshowtag wurde von morgens für diese einzigartige Airshow.
der AH-64 D des niederländischen Apa- früh bis abends 22 Uhr pausenlos geflogen,
che Demo Teams mit einer spektakulären weshalb ein Teil des Programms als Nacht- Simon Vogt
Flare-Show. show deklariert war. Mit dem Glider FX Dis-
Zwei sehr exklusive Gäste sind aus dem Os- playteam aus England und ihrem MDM-1 A very big thank goes to Peter Dewael and the
ten angereist und fanden wohl bei vielen Be- Fox Segelflugzeug konnte ein perfekter Teil- whole media team for their efforts. Pé – you are
suchern keine grosse Beachtung, da sie nur nehmer für die Dämmerungsvorführungen the greatest and you made me a big surprise!
am Rand des Static standen, die An-30 B der gewonnen werden. Nebst den spektakulä- Thanks also to Maarten Gossens from Nikon
ukrainischen Luftwaffe und zugleich ihr ein- ren F-16 Vorführungen war die Darbietung BeLux Brussels for the perfect support.
8 Military Aviation Cockpit 09 2011

UAVs – Lebensretter und


Scharfrichter…
Die Rache des Journalisten ist das
Archiv. Noch 1995 konstatierte
eine deutsche Fachzeitschrift in der
Sammlung des Autors, unbemann-
te Fluggeräte würden in der militä-
rischen Luftfahrt ein Nischendasein
führen und im Gegensatz zu Flug-
zeugen nur wenig Interesse fin-
den. Da lag jemand ziemlich falsch.
Ohne Dutzender verschiedener Flu-
groboter-Designs kommt keine
(ernst zu nehmende) Armee mehr
aus, ihre «Augen» schützen eigene

Foto: Georg Mader


Kräfte in allen heutigen Konflikten.
In Pakistan «exekutieren» sie hin-
gegen eine gesamte Strategie...
Das Factsheet der USAF zum Reaper führt Luftnahunterstützung als primäre Rolle des MQ-9B
an. Grossbritannien erhält 2012 eine eigene Kontrollstation (13. Sqn.).

I
m ersten Teil dieser Serie haben wir den Überlegung, hinter den nächsten Hügel
Blick auf kommende, respektive bereits oder in die gegnerischen Stellungen zu bli-
begonnene Entwürfe künftiger Kampf- cken – waren unbemannte Geräte aber an-
drohnen (UCAV) gerichtet. Wobei «Droh- fangs nur Objekte der Zieldarstellung für
ne» mit der Implikation kurzlebiger Ein- Fliegerabwehr oder Jagdflugzeuge. Schon
malverwendung eigentlich ein überholter bis Ende des Zweiten Weltkrieges hatte Re-
Ausdruck der 1950er-Jahre ist. In der eng- ginald Denny dafür 15 000 UAVs produziert.

Foto: Cassidian
lischsprachigen Luftfahrt lautet ihre Be- Norma Jean Dougherty, die spätere Marilyn
zeichnung Unmanned Aerial Vehicle (UAV). Monroe, hat dort übrigens in der Lackiere-
Neuerdings setzt sich Unmanned Aircraft rei gearbeitet. Jene echten «Drohnen» sind
Systems (UAS) durch, was dem Gesamtsys- auch heute noch wichtig, 6500 Ryan Q-2C Eigentlich sollte Frankreich beim Talarion
tem Rechnung trägt. Schliesslich gehören Firebees wurden zum Beispiel bisher für das von EADS/Cassidian mitmachen. Dassault
plant mit BAE aber den Telemos (Turbo-
dazu nicht nur das Fluggerät, sondern auch US-Militär gebaut – die letzte Version BQM-
prop).
Bodenkontrollstellen, Sensordatenauswer- 167A Skeete erst ab 2004. Auch EADS-Dor-
tung und beträchtliche Datenmengen bewe- nier hat mit der Do-DT-Serie in diesem Seg-
gende Kommunikationseinrichtungen – bis ment einen gefestigten Marktanteil. In den
hin zu Satelliten. Obwohl gespeicherte Mis- 1960er-Jahren führte die USAF über Viet-
sionen autonom ausgeführt werden können, nam erstmals die eigens für die bildgeben-
bleiben aber menschliche Eingriffsmöglich- de Aufklärung entwickelte Ryan BQM-34A
keiten in den Flugbetrieb erforderlich und Firefly ein, gestartet von einer C-130.
wünschenswert. Diese werden im Regelfall
vom Boden oder vom Schiff aus vorgenom- Israel als Geburtshelfer
Foto: Schiebel

men. Wegen jener Rolle des «Piloten» zeich- Doch erst der Yom-Kippur Krieg von 1973
net sich ab, dass sich statt UAV der Begriff kann als Initialzündung für heutige Syste-
Remotely Piloted Aircraft (RPA) etabliert. me gesehen werden. Die israelische Luftwaf-
fe erlitt durch die massive arabische (rus- So «sieht» das UAV: Die PS auf der ILA in Berlin
Vater aller Dinge… sische) Luftabwehr so hohe Verluste, dass im «Fadenkreuz» des elektrooptischen/IR-Sen-
sor-Gimbals des SCHIEBEL «Camcopter» S-100.
Anders als zuvor Ballone und dann Flug- Aufklärung durch taktische Aufklärer fast
zeuge – geboren aus der rein militärischen unmöglich wurde. Zudem stand das weni-
9

ge Nassfilm-Bildmaterial – einmal tief und Punkt auch Drehflügler etabliert, zum Bei- US-Verteidigungsminister – bekam der US-
schnell – erst dann zur Verfügung, wenn spiel der zurzeit auch in Libyen eingesetz- Auslandsgeheimdienst damit eine eigene
es auf dem Stützpunkt entwickelt wurde. te RQ-8 Fire-Scout der US-Marine oder der Luftwaffe, um Anführer radikaler und mili-
Das nahm relativ viel Zeit in Anspruch und gefragte österreichische Camcopter S-100 tanter Islamisten aufzuspüren, zu beobach-
führte dazu, dass die ausgewerteten Aufnah- von Schiebel. Unter den grösseren Typen ten und gezielt zu töten.
men bereits nicht mehr aktuell waren und sind seit zirka zehn Jahren auch solche, die Das geschah im Jahr 2008 35-mal und hat
nur noch begrenzt zum Lagebild beitragen sogar während Aufklärungs- auch Kampf- sich 2010 – unter Barack Obama – auf 118-
konnten. Schon 1975 wurde daher der ers- aufgaben gegen Bodenziele mittels Luft/ mal gesteigert. Die kleinen lasergelenkten
te Flugroboter mit der Bezeichnung Mas- Boden-Flugkörpern durchführen. Der fina- Bomben und Hellfire-Raketen seien «äus-
tiff zur taktischen Aufklärung in Dienst ge- le Missionszweck wechselt nach Situation, serst effektiv und das einzig brauchbare Mit-
stellt. Die Mastiff hatte eine Spannweite von entschieden oft von Operateuren, die tau- tel, um die Al-Qaida-Führung zu treffen», so
4 m, wurde von einem Kolbenmotor-Druck- sende Kilometer weit entfernt sind. der damalige CIA-Direktor 2009.
propeller angetrieben und führte die Auf- Der Einsatz kann durchaus auch lebensret- Doch die CIA-Operators in Langley treffen
klärungsausstattung in einem Radom unter tend sein, sowohl für eigene Kräfte vor Ort, auch oft genug «daneben». 2009 brauchte
dem Rumpf mit. Video- und Infrarotbilder als auch für zufällig anwesende Zivilisten. es 16 Angriffe, um Taliban-Führer Baitullah
wurden in Echtzeit – beides revolutionär – Seit Enduring Freedom in Afghanistan ab Mehsud zu töten. Al-Qaidas Militärchef für
an die Kontrollstation gesendet, von der das 2001 und Iraqi Freedom im Irak ab 2003 ent- Afghanistan und Pakistan, Mustafa Abu al-Ya-
Fluggerät auch ferngesteuert wurde. wickeln sich UAV mehr und mehr zum stän- zid, holte inzwischen ebenso den ferngesteu-
Das spätere Scout-UAV hatte die gleichen digen Begleiter bei Patrouillen, Konvois, der erten «Sensenmann» wie Al-Qaidas weltwei-
Konstruktionsmerkmale und wurde eben- Jagd nach Aufständischen und Terroristen te Nr. 3, Abu Laith al-Libi, Verbindungsmann
falls wahlweise von einer Startbahn oder oder zum Schutz von Militärcamps und Ko- zu Gruppen in ganz Asien. In diesen und an-
mittels Katapult gestartet. Während der alitionseinrichtungen. Die Prävention von deren Attentaten starben aber laut pakista-
Operation «Frieden für Galiläa» wurden Verlusten durch asymmetrische Kriegs- nischen Quellen zwischen 300 und 500 Per-
beide Systeme 1982 sehr erfolgreich gegen führung eines Gegners, der mit Mörseran- sonen – und sicher nicht alle waren Taliban.
syrische Truppen und Kämpfer der PLO ein- griffen und ferngezündeten Sprengsätzen Trotzdem gab es heuer bereits 45 derartige
gesetzt. Unbehelligt konnten mit ihnen vie- (IEDs) kämpft, übernehmen zunehmend Angriffe und der UCAV-Einsatz wird gerade
le SAM-Batterien, Artilleriestellungen und unbemannte Flugzeuge. Dutzende Anschlä- ausgedehnt – auf den scheiternden Jemen
gepanzerte Verbände aufgeklärt werden. ge seien derart verhindert worden, so US-Of- und islamische Milizen in Somalia.
Damit stand das heutige Basiskonzept – und fiziere zum Autor. Stützpfeiler dieser Missi-
das erklärt auch Israels bis heute wirkende onen ist die General Atomics MQ-1 Predator, Georg Mader
Marktdominanz. Zwölf Luftwaffen nutzen dieses MALE-UAV (Medium Altitude-Long
zum Beispiel die auch von der Deutschen Endurance) hat eine Spannweite von 15 m
Bundeswehr gemietete IAI-Heron, ein Dop- und kann nur von vorbereiteten Startbah-
pelrumpf-Gerät mit bis 40 Stunden Verweil- nen aus operieren. In der Bodenstation sit-
dauer in 10 000 m Höhe und mit einer Sen- zen, dank Breitband-Sat-Kommunikation
sornutzlast von 250 kg. irgendwo, ein Pilot und zwei Sensoropera-
toren. Diese überwachen bis zu 40 Stunden
Enormer Aufwuchs, enormes Spektrum lang ein Gebiet mit Tageslicht- und Infrarot-
Ab Mitte der 1990er-Jahre wurden vielen kameras, natürlich in enger Abstimmung
Armeen, voran wieder dem US-Militär, die mit Truppen am Boden. Künftig sollen Fä-
wachsenden Möglichkeiten unbemann- higkeiten elektronischer Kriegsführung
ter Plattformen bewusst und man startete integriert werden, damit sollen feindliche
eine umfangreiche Aufrüstung damit. In Kommunikationswege abgehört oder Funk-
den nachfolgenden Jahren nahmen UAV signale von Mobiltelefonen als Fernauslö-
mit jedem bewaffneten Konflikt oder Krieg ser von Sprengfallen geblockt werden. Oder
Foto: IAI

eine immer grössere Aufklärungsrolle ein. mittels ASIP-2C-Upgrade um 55 Millionen


Ob über Somalia, Haiti, Jugoslawien, bezie- Dollar neuerdings auch angepeilt werden. Elf Länder sowie die USA (Drogenkrieg, El
hungsweise dem Kosovo: modifizierte IAI- Salvador) sind oder waren bislang Nutzer
des Heron. Frankreich fliegt seit 2008 die
Pioneer oder die CL-289 der Bundeswehr Fragwürdige «Sensenmänner»
Version «Harfang».
wurden zu einem vertrauten Anblick. Die US-amerikanischen MQ-9 Reaper (Sen-
Modifikationen an den Trägersystemen und senmann) in AFPAK, wie das US-Militär
immer leistungsfähigere und noch mehr die afghanisch-pakistanische Grenzregi-
miniaturisierte Sensoren führten zu mehr on bezeichnet, eignen sich perfekt für das
und genaueren Bildern, welche auch immer oft kolportierte Bild sinistrer Roboter, die
Foto: NASA/Dryden FRC

schneller ausgewertet werden. Mittlerweile mitleidslos Ermittler wie Scharfrichter


reicht das enorm gewachsene – und erwach- zugleich sind. Tatsächlich sind sie ebenso
sene – Spektrum von taktischen Mini-UAVs gut oder schlecht wie ein Küchenmesser,
von einem Gewicht von zehn Kilogramm es ist immer noch der Mensch (sprich: Po-
bis hin zu strategisch eingesetzten «richti- litiker) der sie benutzt. In der Islamlisten-
gen» Flugzeugen mit einem Gewicht von hochburg Waziristan werden sie jedenfalls Ein Predator/Reaper-Arbeitsplatz. «Kills» in
mehreren Tonnen (siehe auch Seite 10). zu völkerrechtlich nicht darstellbaren, ge- AFPAK zwischen Kindergarten und Feierabend.
Derzeit werden in den USA mehr Piloten für
Neben den dominierenden Starrflüglern zielten Tötungen eingesetzt. Vom CIA, nicht
UAVs ausgebildet, als für Kampfflugzeuge.
haben sich dank Verweiloption an einem der USAF. Unter Leon Panetta – nunmehr
10 Military Aviation Cockpit 09 2011

Meilenstein der Aeronautik


Euro Hawk landet in Deutschland
Mit der Überstellung des ersten Flugroboters über
den «grossen Teich» beginnt definitiv eine neue Ära.
Und das in mehrfacher Hinsicht. Während damit der
regelmässige Betrieb unbemannter Fluggeräte im,
beziehungsweise in diesem Fall «über» dem europä-
ischen Flugverkehr eingeläutet wird, soll der RQ-4E
Foto: Euro Hawk GmbH

Euro Hawk die qualitative Neuaufstellung der Signal-


aufklärung der Bundesrepublik bringen.

Der Euro Hawk bei seiner ersten Landung in Europa (21.7.11, Manching).

I
n unserer reizüberfluteten High-Tech-Ära ist es wenig wahrschein- Betrieb einer heute immer wichtigeren Schlüsselrolle zur Gänze
lich, dass der ersten unbemannten Atlantiküberquerung in der von der Marine übernommen.
öffentlichen Wahrnehmung je ein ähnlicher Stellenwert einge- Über die Zusammensetzung der Sensorbestückung des grau-weis-
räumt wird, wie jener ersten bemannten durch Charles Lindbergh. sen Roboters wird man wohl ebenso wenig erfahren wie bislang
Trotzdem wurde am 21. Juli, um 10:06 Uhr, im bayrischen Manching über die US-Ausrüstung in den fünf Atlantiques. Die Auswertung
ein Meilenstein der Aeronautik gesetzt: Nie zuvor ist ein unbemann- der übermittelten Sensordaten des ISIS (integrierte Sensorik zur
tes Flugzeug mit fast 40 m Spannweite in Deutschland gelandet. Noch vollautomatischen Erfassung und Auswertung von Signalen) wer-
dazu nachdem es in rund 22 Stunden oder 11 000 km – von Edwards/ den jedenfalls Dienststellen der deutschen Streitkräftebasis über-
Kalifornien kommend – ganz Nordamerika, den Atlantik und die nehmen, das Kommando Strategische Aufklärung, respektive die
Nordsee nonstop überflog. Eine echte Premiere. Boden-Arbeitsplätze (ISIS-G) beim Bataillon Elektronische Kampf-
führung 912 (EloKaBtl 912) am Standort Nienburg/Weser.
Gemeinschaftsprojekt
Der Euro Hawk ist eine deutsch/amerikanische Sub-Version des Einiges an Neuland…
HALE (High-Altitude Long-Endurance) RQ-4 Global Hawk von Nor- Die Kommunikation zwischen Luft- und Bodensegment im Euro
throp-Grumman, eine Kooperation zwischen der EADS-Tochter Cas- Hawk erfolgt im Line-of-Sight (LOS) Bereich – also bei Entfernun-
sidian und dem US-Rüstungskonzern. Eigens für Entwicklung und gen bis zu zirka 400 km vom Flugplatz – über eine direkte Datenan-
Bau wurde die Euro Hawk GmbH gegründet, deren Chef Neset Tü- bindung im UHF, Ku- oder X-Band. Bei grösseren Entfernungen
kenmez ist. Er erläuterte am 21. Juli in Manching: «Die Bundeswehr (BLOS, Beyond-Line-of-Sight) erfolgt sie über eine Satellitenver-
wird damit in der Lage sein, ihren Bedarf nach Erfassung und Auswer- bindung, wahlweise im UHF, Ku- oder L-Band. Sollte der Kontakt
tung von SIGINT-Daten unabhängig abzudecken und damit einen tatsächlich einmal abbrechen, kehrt die Maschine auf einer pro-
Beitrag zu den Missionen der NATO, der EU und der UN zu leisten.» grammierten Route zum Flugplatz zurück.
Daran erkennt man schon: Die Testphasen werden für alle Beteilig-
«Schnüffler» in sensiblem Bereich ten sicher der Beginn einer neuen Ära. Musste doch zuvor in Zusam-
Damit wurde unterstrichen, dass Euro Hawk – im Gegensatz zur ab- menarbeit mit der Deutschen Flugsicherung festgestellt werden,
bildenden Plattform Global Hawk – ein Signalaufklärer im Bereich dass die Nutzung des Euro Hawk im deutschen Luftraum genau-
der elektronischen Kriegsführung wird. Natürlich wurden ELINT, so sicher sei wie die eines bemannten Flugzeugs. Mit einer Grösse
SIGINT und COMINT (Elektronische bzw. Signal- und Kommu- etwa einer Boeing 737, acht Tonnen Kerosin an Bord sowie einer
nikationsaufklärung) auch schon bisher für ein erweitertes Lage- Flugdauer von +30 Stunden ist der Theorie diverser Studien der
bild des deutschen Militärs, dessen politischer Führung sowie des European Defence Agency aus den Jahren 2006 bis 2008 über den
NATO-Bündnisses betrieben. Nur eben mit einer Plattform aus Betrieb von UAVs im allgemeinen Luftraum – und gleich in «statt-
einer ganz anderen Ära. licher» Weise – nun die Realität beigestellt worden.
Fünf Euro Hawks (Block 30) sollen ab etwa 2015 die fünf BR-1150-M Man wird sehen, was die Denkarbeit in der Praxis wert war; bereits
Atlantique der deutschen Marine ersetzen, von denen 61+03 am 20. 2008 wurde da zum Beispiel Drohnenbetrieb als Katalysator einer zur
Juni 2010, nach mehr als 40 Jahren, zum letzten Mal flog. Wenn «EMASA» vereinigten zivil-militärischen Luftfahrt(sicherheits)-be-
EADS/Cassidian in Manching die gänzlich in Deutschland entwi- hörde prognostiziert. In einer Anfragebeantwortung des Deutschen
ckelte Sensorausrüstung in diesen ersten Demonstrator (99+01, Bundestages aus dem Jahr 2009 heisst es: «Darüber hinaus gilt, dass
Block 20) eingebaut, funktional integriert und getestet hat – wo- militärische UAVs, die zur Teilnahme am allgemeinen Luftverkehr
für einige Monate veranschlagt werden – soll in zehn Flügen die vorgesehen sind, derzeit grundsätzlich den bestehenden Regelun-
Verlegung zum «User» vorbereitet werden. Jener ist das AG51 in Ja- gen für die bemannte Luftfahrt zu folgen haben…». Derzeit…
gel, das ab 2012 den Flugbetrieb in einer «vorgezogenen Nutzung»
durchführen soll. Ein Nebeneffekt: Die deutsche Luftwaffe hat den Georg Mader
11

Uganda: «Entwicklungs-

Foto: UGTV-News
hilfe» mal anders
Das Land zwischen Albert- und Vik- UGADF-Kdt. Mjr. Jim Owoyesigire verteidig- wahr, dass wir uns nur ums Militär kümmern,
te die Beschaffung mit Hinweis auf Ugan- es kommt mit 2,2% des BNP erst nach Stras-
toriasee ist ebenfalls von der mo- das 30 Jahre alten MiG-21 und angesichts senbau, Schulwesen und Gesundheit.»
mentanen Dürre und Hungerkrise von Su-27 in Äthiopien und Eritrea sowie Trotzdem bezeichneten Journalisten in
Ostafrikas betroffen. Dennoch hat MiG-29S im benachbarten Sudan. Uganda Kampala die kolportierte Summe für die
sei auch Schutzmacht, beziehungsweise acht Su-30, beziehungsweise die Verringe-
Langzeit-Präsident Yoweri Museve- engster Verbündeter des am 9. Juli neu aus- rung der Währungsdeckungsreserven auf
ni 2010 in Russland für 740 Millio- gerufenen Staates Südsudan, welcher Khar- nur vier Monate – entgegen dem Rat der Na-
tum keine Kampflugzeuge entgegenzuset- tionalbank – als schlicht «kriminell»: Mit
nen Dollar acht der bislang nur an zen hat. Ausserdem wurde in Kooperation dem Betrag hätten die 23 000 Lehrer des Lan-
die Chinesen gelieferten Marine- mit Frankreich und China kürzlich damit des (Monatslohn 160 Dollar) 15 Jahre be-
begonnen, beträchtliche Ölvorkommen an zahlt oder 1700 kleine Polikliniken einge-
versionen Su-30MK2 bestellt.
der unruhigen Grenze Ugandas zum Kongo richtet werden können.
abzubauen. Dazu gäbe es noch ein «Restpro- Angola, Äthiopien, Eritrea und nun auch

A
m 1. August hat er die ersten Ma- blem» mit den Drogen-Kindersoldaten der Uganda mit «Flanker»! Jene gänzlich an-
schinen in Entebbe offiziell «be- «Lord Resistance Army» (LRA) von Joseph dere Auffassung von «Entwicklungshilfe»
grüsst», ihre rasche Auslieferung Kony, «diese Killer gilt es überall auszulö- – auch durch Russland – wird hierzulande
per Antonow-124 zeugt von der Abgabe be- schen». 2000 km Einsatzradius dürften wohl nicht thematisiert. Unsere Welt ist offen-
reits produzierter Flugzeuge. Am 11. und für alle diese Szenarien ausreichen... sichtlich nicht so einfach «gestrickt» wie
12. Juli fanden erste Testflüge statt, direkt Museveni bedankte sich folglich bei Russland sich das viele Engagierte wünschen. In Af-
über Entebbe. Die völlig überraschte Bevöl- als «Befreier vieler afrikanischer Länder» und rika noch weniger…
kerung beklagte Herzattacken und verstor- erläuterte: «Solches Gerät kauft man nicht im
bene Legehühner… Krieg sondern im Frieden. Es ist auch nicht Georg Mader

Entscheide, Zwischen dem 1. September 1939 und dem


30. September 1940 entschied sich der Zwei-
die zur te Weltkrieg. Die glänzenden deutschen
Katastrophe Siege waren Pyrrhussiege … Die deutsche
Wehrmacht erlitt hohe Panzer- und Flug-
führten zeugverluste, von denen sie sich im weiteren
Kriegsverlauf nie mehr richtig erholen sollte.
Am Beispiel der Luftkriegsführung zeigt
Hans Richard auf, welche Entscheidungen
schliesslich zur militärischen Katastrophe
führten. Immer geht es dabei auch um die
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Oktober 2011:

12. September 2011


12 Military Aviation Cockpit 09 2011

Inside

On Tour
Fanclubreise nach Zeltweg

Komfortabel an die Airshow und zurück:


62 Mitglieder des PSFC und die zwei
Chauffeure Ernst Zumbach und Jakob Meier
von Heusser Touristik.

Der Patrouille Suisse Fanclub (PSFC) ist kein «Stubenhocker»-Verein. Jedes Jahr organisiert das Vorstandsmit-
glied Gerhard «Geri» Kohler Reisen an Flugveranstaltungen im In- oder Ausland. Die erste führte in diesem
Jahr nach Österreich zur «AIRPOWER11» in Zeltweg.

S
chon seit 16 Jahren organisiert Geri ist schon seit Jahren ein zuverlässiger Rei- Bis zum nächsten Mal
Kohler Reisen zu Flugveranstaltun- separtner des PSFC. Am frühen Abend er- Wie schon die Hinreise, verlief auch die
gen, an denen die Patrouille Suisse auf- reichten wir sicher unsere Hotels in Ho- Rückreise am Sonntag ohne Zwischenfälle
tritt. Als 1994 die PS vom Hawker Hunter hentauern. Die lange Reise im modernen und wir trafen relaxed zu Hause ein. Rück-
F.58 auf den Northrop F-5E Tiger II umstieg, und gemütlichen Car hatte kaum Spuren blickend kann ich auf einen gelungenen
wechselte sie auch die Homebase von Dü- hinterlassen und so konnten wir nach dem und von Geri Kohler perfekt organisierten
bendorf nach Emmen. «Damit wurden wir Zimmerbezug das gemeinsame Nachtessen Ausflug zurückblicken. Die Fanreisen des
Dübendorfer Mechaniker und Flugzeug- geniessen. PSFC in modernen Heusser-Reisecars sind
warte ausgeschlossen», erklärt Kohler. Um wärmstens zu empfehlen. Die nächste Reise
weiter dabei sein zu können, organisierte Flugspektakel führt den PSFC vom 16. bis 18. September an
er die erste Auslandreise nach Ungarn. Die- Am nächsten Morgen starteten wir pünkt- die Breitling Sion Air Show. Es sind noch we-
se war ein so grosser Erfolg, dass er seither lich zur rund einstündigen Fahrt nach Zelt- nige Plätze verfügbar. (Informationen auf
jährlich mindestens eine Reise durchführt. weg. Der Carparkplatz lag direkt beim Ein- www.patrouillesuisse.ch).
gang und so waren wir sehr schnell auf dem
Bequem an die Airshow Flugplatzgelände. Bereits am Freitag, dem Walter Hodel
Bequem mit Gleichgesinnten an eine Air- Trainingstag, waren wir in Gesellschaft
show reisen. Das bieten Kohler und Roland von rund 140 000 Enthusiasten. Trotzdem
Heusser, Juniorchef von Heusser Touristik. brachten uns unsere Chauffeure am Abend
Die erste diesjährige Reise führte von Zürich schnell zurück zum Hotel. Nach einem gu-
aus über 700 Kilometer weit zum österrei- ten Nachtessen blieb viel Zeit zum «fach-
chischen Fliegerhorst «Hinterstoisser» in simpeln». Da am offiziellen Flugtag we-
Zeltweg. In der Steiermark findet alle zwei sentlich mehr Zuschauer erwartet wurden,
Jahre mit der AIRPOWER eine der grössten parkierten unsere Chauffeure dieses Mal
europäischen Airshows statt. 222 Flugzeu- nicht direkt beim Eingang. Nach rund fünf-
ge aus 22 Ländern nahmen dieses Jahr teil. zehnminütigem Fussmarsch erreichten wir
Und 62 Frauen und Männer des PSFC hatten das Airshow-Gelände. Dafür konnten wir
Fotos: Walter Hodel

sich für diese viertägige Reise angemeldet am Abend wiederum problemlos wegfah-
und waren nun hautnah dabei. ren, während andere teils mehrstündige
Wartezeiten für die Wegfahrt vom Park-
Ab in die Steiermark platz in Kauf nehmen mussten: ein kluger
Am frühen Donnerstagmorgen des 30. Juni Schachzug unserer Chauffeure. An den zwei Der Tunnel war für «Adebar» gesperrt: Wegen
starteten die zwei Reisecars in Wetzikon Meetingtagen dürften weit mehr als die offi- des Überflugs dieses Storches (kleines Bild)
und holten die Teilnehmer in Uster, Dü- ziell gemeldeten 290 000 Besucher zum Flie- musste die Patrouille Suisse ihr Programm vor
bendorf und Zürich ab. Heusser Touristik gerhorst gepilgert sein. dem Tunnel kurz unterbrechen.
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14 Civil Aviation Cockpit 09 2011

Neue
Verkehrs-
flugzeuge

Korean Air als jüngster Kunde der CSeries


Foto: Bombardier

hat zehn CS300 fest bestellt und sich je


zehn Optionen und Kaufrechte gesichert.

Die Herausforderer
Mit Bombardier, Suchoi, Irkut, Comac und Mitsubishi legen gleich fünf Hersteller neue Kurz- und Mittelstre-
ckenjetprogramme auf. Ihre Produkte sind unterschiedlich weit vorangeschritten, verschieden verläuft auch
der Bestelleingang. Gemeinsam sind ihnen die Bemühungen um den Einsatz fortschrittlicher Technologien
bei der Herstellung der Struktur und im Cockpit.

S
elten hat im zivilen Flugzeugbau der- Backlog setzt sich derzeit zusammen aus keting Manager New Engine Business bei
art viel Dynamik geherrscht wie gera- 123 Festbestellungen (61 CS100, 62 CS300) Pratt & Whitney, erläutert den weiteren
de jetzt. Neben den Branchenleadern und 119 Optionen. Gary Scott, Chef der Zi- Fahrplan des Geared Turbofan: «Wir rech-
Airbus und Boeing tummelt sich eine Hand- vilflugzeugsparte bei Bombardier, hofft nen damit, dass bis Ende Jahr vier bis fünf
voll weiterer – mehr oder weniger erfah- nun auf weitere Orders, insbesondere auch CSeries-Triebwerke und zwei Motoren für
rener – Industrievertreter aus verschiede- von Delta Air Lines, dem grössten Betreiber den MRJ gebaut sein werden.»
nen Regionen der Welt auf dem Parkett der von Canadair Jets. Die Amerikaner müssen
Hersteller von kleineren und mittleren Ver- zwischen 100 und 200 Regionaljets erset- Kurze Umschulungszeit
kehrsjets. Ihnen werden unterschiedliche zen und könnten sich nach Korean Air als In Le Bourget stellte Bombardier zudem die
Erfolgsaussichten eingeräumt, wobei die zweites Skyteam-Mitglied für das kanadi- definitive Cockpitauslegung seiner neuen
Faustregel gilt: Je mehr westliche Techno- sche Produkt entscheiden. Flugzeugfamilie vor. Das Pro Line Fusion von
logie sie verwenden, desto grösser die Chan- Rockwell Collins verfügt über vier 38,3 cm
ce, das Produkt auch ausserhalb des eigenen Getriebefan fliegt grosse Bildschirme, die Steuerung erfolgt
Landes abzusetzen. Derweil schreitet das CSeries-Programm per Sidestick via Fly-by-wire. Die Envelo-
zügig voran. Im Werk St. Laurent hat der pe Limits der elektrischen Flugsteuerung
CSeries nimmt Fahrt auf Testrumpf mittlerweile 160 000 Flugzy- sind so angelegt, dass sie das Flugzeug auf
Nicht in die Kategorie der Neulinge gehört klen hinter sich gebracht, weitere 20 000 allen drei Achsen schützen, die Piloten aber
mit Sicherheit der kanadische Hersteller stehen noch an. Damit wird Bombardier nie im Ungewissen lassen über die effekti-
Bombardier, der mit seiner CRJ-Familie dann drei Flugzeugleben simuliert haben. ve Fluglage. Ein Head-up-Display ist zwar
eine echte Erfolgsstory vorweisen kann. Einen Meilenstein erreichte das Programm nur optional zu haben, stösst aber laut Ro-
Sein neuestes Produkt, die CSeries für 100 am vergangenen 20. Juni mit dem Erst- bert Dewar, Leiter des CSeries-Programms,
bis 149 Passagiere, gehört allerdings in eine flug des PW1524G an einer Boeing 747SP, insbesondere bei europäischen Airlines,
grössere Kategorie von Regionalflugzeugen dem fliegenden Prüfstand des Herstellers die täglich viele Legs absolvieren, auf gros-
als die Nachkommen des Challenger und Pratt & Whitney. Als nächstes Triebwerk, ses Interesse. Für Steilanflüge braucht sich
stellt gerade deshalb eine Herausforderung das im Flug getestet wird, folgt noch die- Swiss, die bekanntlich ab 2014 die kleine-
dar. Die mangelnde Erfahrung auf diesem ses Jahr das für den Mitsubishi Regional Jet re CS100 einsetzen wird, keine Sorgen zu
Gebiet und der im letzten Dezember an- (MRJ) bestimmte PW1200G. Derzeit stehen machen, denn, so Dewar gegenüber Cock-
gekündigte A320neo machen die Aufgabe Pratt vier CSeries-Motoren für die Testpha- pit: «Die CS100 wird für Steep Approaches
nicht einfach. Immerhin hat sich die Auf- se zur Verfügung. Am Boden sind bereits von 7,5 Grad zertifiziert sein, bei der CS300
tragslage am vergangenen Luftfahrtsalon 60 Stunden absolviert, in der Luft werden haben wir noch nicht entschieden.» Nicht
in Le Bourget um einiges verbessert: Das 50 Stunden veranschlagt. Paul Burke, Mar- ohne Stolz hebt Dewar auch Vorteile in der
15

Foto: Mitsubishi Aircraft Corporation


Beide Fotos: Thomas Strässle

Am Aérosalon in Paris war ein Mock-up der Der Mitsubishi Regional Jet soll schon im zweiten Quartal des nächsten Jahres zum Erstflug ab-
Comac 919 zu besichtigen (oben). heben.
Blick in die Kabine des C919-Mock-ups (unten).

Ausbildung hervor: «Die Umschulungszeit Panorama, die an der Paris Air Show zwölf jüngster Zeit etwas in den Hintergrund ge-
auf die CSeries für neue Piloten beträgt we- Superjet 100 zur Auslieferung ab 2012 ge- rückt ist, will Suchoi nächstens über den
niger als 20 Tage. Normalerweise braucht ordert hat, und der indonesischen Sky Avi- Launch einer Businessjet-Variante, die etwa
es für die Einführung auf einen neuen Typ ation, welche dieselbe Anzahl Flugzeuge zwischen einer Gulfstream V und einem
zwischen 30 und 35 Tage.» erwerben will, sind weitere ausländische Boeing Business Jet angesiedelt wäre, ent-
Weiter hinten, in der Kabine, hat Bombar- Kunden dazugekommen. Mikhail Pogosy- scheiden. Mit Zusatztanks könnte ein Su-
dier das Design ebenfalls festgelegt. In der an, Chef von United Aircraft Corporation choi Business Jet (SBJ) rund 8000 Kilometer
Economy Class gibt es eine Five-abreast- (UAC), der Dachgesellschaft einer Reihe von weit fliegen – mehr als doppelt so weit wie
Auslegung mit besonders leichten Sitzen. russischen Flugzeugherstellern, zu denen die Passagierausführung. Superjet Interna-
Deren Gewicht beträgt nur neun anstatt elf auch Suchoi gehört, erwartet für das laufen- tional, der für die Vermarktung des russi-
Kilogramm, ein klarer Vorteil für die Low- de Jahr weitere Bestellungen, u. a. auch aus schen Musters im Westen zuständige Arm
Cost-Gesellschaften mit ihrer Vorliebe für Westeuropa und Südostasien. Insgesamt lie- des Unternehmens, schätzt den Bedarf an
dichte Bestuhlungen. Swiss-Vertreter vor gen Suchoi laut eigenen Angaben etwa 170 SBJs in den kommenden 20 Jahren auf etwa
Ort meinten, die Schweizer Fluglinie wer- Bestellungen für ihr neues Verkehrsflug- 80 Stück.
de vermutlich eine flexible Business Class zeug vor. Mit der für Ende Jahr angestreb-
einbauen, so wie das schon heute im A320 ten EASA-Zertifizierung dürfte eine wich- MS-21: Kunden halten sich zurück
der Fall sei. Neue Wege geht Bombardier bei tige Voraussetzung erfüllt sein, um weitere Ein weiteres Produkt aus dem Hause UAC ist
der Bordtoilette: Um Menschen mit einer Kunden ausserhalb des Heimmarkts zu ge- die MS-21 von Irkut, deren primäre Aufgabe
Behinderung den Zugang zum stillen Ört- winnen. es ist, die vielen noch im Einsatz befindli-
chen zu erleichtern, lässt sich ausser dem chen oder schon ausgemusterten Tu-154 zu
Eingang eine Wand wie eine zusätzliche Ähnlichkeiten mit A320 ersetzen. Mit den drei Versionen MS-21-200
Türe öffnen. Dass der Superjet schon jetzt auch im Wes- (150 Plätze in der Economy Class), MS-21-
ten auf zunehmendes Interesse stösst, hat 300 (181 Plätze) und MS-21-400 (212 Plätze)
Steigendes Interesse an Superjet damit zu tun, dass er einiges gemein hat ist sie ein direkter Konkurrent der A320-Fa-
Im Gegensatz zum kanadischen Produkt hat mit einem anderen Erfolgsmodell – dem milie. Mit 40 Prozent ist der Anteil von CFK
der Superjet 100 aus dem Hause Suchoi den A320. So ist mit Snecma ein westliches Un- an Struktur und Tragflächen relativ hoch.
Vorteil, dass er bereits fliegt. Armavia hat ternehmen am SaM146-Triebwerk beteiligt, Als Antrieb stehen entweder das PD-14 von
eine Maschine im Einsatz und meldet eine ebenso wie am CFM56, das die A320-Familie Aviadvigatel oder das PW1400G, das zwi-
Zuverlässigkeitsrate von 98 Prozent seit In- antreibt. Desgleichen verfügt er über Fly- schen 24 000 und 33 000 Pfund und damit
dienststellung des Musters im letzten Ap- by-wire-Technologie und wird mit einem ähnlich viel Schub liefert wie das PW1100G
ril. Aeroflot betreibt bereits zwei SSJ100, Sidestick geflogen. Es leuchtet daher ein, des A320neo, zur Verfügung. Derzeit durch-
bis Ende Jahr soll die Superjet-Flotte des dass die ersten SSJ-Instruktoren von Aero- läuft ein Flügelkasten Belastungstests, Ende
russischen Carriers auf elf, bis 2016 sogar flot allesamt erfahrene A320-Piloten sind. Jahr soll das Design eingefroren sein. Der
auf 40 Einheiten anwachsen. Einige Beach- Weil ein Full Flight Simulator von Thales Erstflug ist für Ende 2014 geplant, erste Aus-
tung fand die mexikanische Niedrigpreisge- erst im nächsten Jahr zur Verfügung steht, lieferungen sollen 2016 beginnen.
sellschaft Interjet, die 15 Stück fest bestellt geschieht die Ausbildung derzeit noch «on Obwohl ein westliches Triebwerk zur Ver-
und Optionen auf fünf weitere Exemplare the job». fügung steht und die MS-21 laut dem Her-
gezeichnet hat. Mit der italienischen Blue Wenngleich eine gestreckte Version in steller zwischen zwölf und 15 Prozent �
16 Civil Aviation Cockpit 09 2011

Die neuen Herausforderer im Vergleich dessen sein, dass beide Unternehmen ein
CS100 Superjet MS-21-200 Comac 919 MRJ90 vitales Interesse haben, im Markt des Part-
100LR (Standard) ners Fuss zu fassen.
Länge 34,9 m 29,9 m 35,9 m 38,9 m 35,8 m Dass der Hersteller in einem grossen Aus-
Spannweite 35,1 m 27,8 m 35,9 m 35,8 m 29,2 m mass auf westliche Technologie setzt, ist
Passagiere 110* 98 150 156* 92 sicher kein Nachteil. CFM (Triebwerk, in-
Reichweite 5463 km 4578 km 5500 km 4075 km 1670 km klusive Verschalung und Schubumkehr),
MTOW 58,1 t 49,4 t 65,8 t - 39,6 t Honeywell (Flugsteuerung) und Rockwell
Triebwerk PW1524G SaM146 PW1400G Leap-X1C PW1200G Collins (FMS) sind ebenso im Boot wie Lieb-
Erstflug 2012 2008 2014 2014 2012 herr (Fahrwerk, Klimaanlage) und Thales
Bestellungen 61** Ca. 170 100*** Ca. 100*** 180**** (Bordunterhaltung). Composites kommen
*Zweiklassenlayout; **mit CS300: 123; ***inkl. MoUs; ****inkl. Optionen und MoUs nur bei den beweglichen Flügelteilen und
dem Leitwerk zum Einsatz, der Rumpf be-
steht aus einer Aluminium-Lithium-Le-
weniger Betriebskosten als ein A320 verur- obachter die Ansicht vertreten, dass es sich gierung der neuesten Generation. Der
sacht, reagiert der Markt deutlich zurück- dabei vor allem um ein nationales Presti- First Metal Cut ist für Ende Jahr angesagt,
haltender als beim Superjet. Bis jetzt liegt geprojekt handelt, das nicht in erster Li- der Jungfernflug für 2014 geplant. Wie die
lediglich eine Bestellung eines Leasingun- nie Gewinne abwerfen muss. Die bisher MS-21 hat auch die C919 den Nachteil, dass
ternehmens aus Malaysia für 50 Flugzeuge rund 100 Bestellungen für den 150-Sitzer sie frühestens in der zweiten Hälfte 2016
vor, Rostechnologii hat ein Memorandum stammen in erster Linie von chinesischen den kommerziellen Betrieb aufnehmen
of Understanding für den Kauf von ebenso Fluggesellschaften (Air China, China Sou- kann, ein Jahr später also als der A320neo.
vielen Maschinen unterzeichnet. Weitere thern, China Eastern und Hainan Airlines),
Verhandlungen mit asiatischen und europä- mit GECAS, die eine Absichtserklärung für Mitsubishi hofft auf Europa
ischen Carriern, darunter auch Ryanair, sind den Erwerb von bis zu zehn Flugzeugen Etwas im Schatten der grösseren Neuent-
im Gang. Dennoch bleibt Irkut-Chef Alexey unterzeichnet hat, ist auch ein westlicher wicklungen steht der Mitsubishi Regional
Fedorov zuversichtlich, zwischen 1000 und Kunde dabei. Jet (MRJ) für 90 Plätze, dessen finales De-
1200 MS-21 zu verkaufen. Rätsel gibt das Interesse von Ryanair auf, sign schon seit nahezu einem Jahr feststeht.
Noch grössere Pläne hat Mikhail Pogosyan die verlauten liess, möglicherweise einen Die Teilefertigung hat längst begonnen, der
von UAC: In Paris liess er verlauten, dass in Teil ihrer B737-Flotte durch eine gestreckte zentrale Flügelkasten etwa ist fertiggestellt,
ein bis zwei Jahren neben dem Superjet und Version der C919 ersetzen zu wollen. Eben- und im September soll die Montage des Hö-
der MS-21 ein drittes Flugzeugprogramm so fragt sich die Fachwelt über die Gründe henleitwerks aufgenommen werden. Wenn
aufgelegt werden könnte. «Bis 2025 wollen der angekündigten Zusammenarbeit zwi- es strikt nach Plan geht, hebt der MRJ schon
wir eine globale Macht im internationalen schen Bombardier und Comac und vor im zweiten Quartal des kommenden Jahres
Flugzeugbau werden. Der zivile Sektor soll allem, welchen Nutzen die Kanadier aus zum ersten Mal ab. Das scheint ein ambiti-
dabei 40 Prozent des gesamten Umsatzes dieser Partnerschaft ziehen können. Of- oniertes Ziel zu sein, Tatsache ist aber, dass
erwirtschaften.» fiziell heisst es, man wolle Synergien bei der Fahrplan des japanischen Produkts bis-
Systemen, Zulieferern und Kundensupport her recht gut eingehalten wurde.
Geballte Ladung westliche Technologie nutzen und allenfalls gemeinsam eine Er- Ob dies genügt, um den etwas ins Stottern
Weiter fortgeschritten und – so wie die Zei- weiterung der Produktefamilie planen. geratenen Absatz anzukurbeln, wird sich
chen jetzt stehen – erfolgversprechender Tatsächlich gibt es rund zehn Unterneh- weisen müssen, denn noch liegen Mitsu-
dürfte das staatliche chinesische Projekt men, die für beide Flugzeugprogramme tä- bishi nur 15 Festbestellungen und 60 Op-
Comac 919 sein, obwohl verschiedene Be- tig sind. Einer der Hauptgründe dürfte in- tionen von ANA, eine Grundsatzvereinba-
rung für 50 fixe Orders und ebenso viele
Optionen der amerikanischen Trans Sta-
tes Holding, der Muttergesellschaft der
Fluglinie desselben Namens, die für Uni-
ted Airlines Express und US Airways Ex-
press fliegt, sowie eine Absichtserklärung
einer Leasingfirma aus Hongkong für fünf
Maschinen vor. Unlängst ist in Amsterdam
ein Verkaufsbüro eröffnet worden, denn,
so Hideo Egawa, Chef von Mitsubishi Air-
craft Corporation, «wir gehen davon aus,
dass 30 Prozent der Bestellungen aus Eu-
ropa kommen.»

Triebwerk macht wenig Lärm


Foto: Thomas Strässle

Auch beim MRJ ist der Composite-Anteil


an der Struktur vergleichsweise klein aus-
gefallen. Nachdem man sich auch bei den
Tragflächen für Aluminium anstelle der
Mehrere ausländische Fluggesellschaften, darunter Blue Panorama aus Italien, haben den anfänglich geplanten Verbundwerkstoffe
Superjet 100 bestellt. entschieden hat, ist CFK nur noch zu zehn
17

bis 15 Prozent, u. a. beim Leitwerk, vertreten. Wie heute üblich,


geschieht die Steuerung via Fly-by-wire, geflogen wird aber mit
einem konventionellen Steuerhorn. Neue Wege werden beim
Triebwerk beschritten, kommt doch die PW1217-Variante des
Getriebefans zur Anwendung. Erste Bodentests haben in West
Palm Beach bereits stattgefunden, sehr zur Freude von Junichi
Miyakawa, dem Marketing- und Verkaufschef für Übersee: «Das
Triebwerk ist so leise, dass sich zwei Personen vor dem Triebwerk
unterhalten konnten, als es im Leerlauf lief.» Mitsubishi schätzt,
dass der MRJ 40 Prozent weniger Lärm verursacht als sein Haupt-
konkurrent Embraer 190 und auf einem Flug von 500 NM 20 Pro-
zent weniger COµ und sogar nur noch halb so viel NOx ausstösst
wie der brasilianische Regionaljet. Auch beim Spritverbrauch soll
ein MRJ90 um 20 Prozent besser abschneiden als der E190 und

Foto: Bombardier
diesbezüglich auch gegenüber dem CRJ1000 einen um zehn Pro-
zent tieferen Wert aufweisen.
In der Kabine wirbt der Hersteller vor allem mit der grösseren Gang-
höhe und breiteren Sitzen gegenüber der Konkurrenz aus Brasili-
en und Kanada. Derzeit umfasst die Regionaljetfamilie von Mitsu- So wird das Cockpit
der CSeries mit der
bishi zwei Mitglieder: Neben dem MRJ90 wird auch eine kleinere
Pro-Line-Fusion-Avio-
Variante für 78 Sitze, der MRJ70, angeboten. Dessen Erstflug ist ein nik aussehen (oben).
Jahr später geplant als jener des grösseren Bruders. Möglicherweise
kommt ein nochmals gestreckter MRJ100X für hundert Passagiere, Die russische MS-21,

Foto: Thomas Strässle


hier ein Modell am
an dem sich ANA offenbar interessiert gezeigt hat, auf den Markt. Stand von Irkut in Le
Doch das ist definitiv Zukunftsmusik. Bourget), steht in di-
rekter Konkurrenz zur
Thomas Strässle A320-Familie (rechts).

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18 Civil Aviation Cockpit 09 2011

Die Bodenabfertigungsgeräte der dnata


sind bereits mit dem neuen Logo versehen.

Foto: dnata
dnata
Der Luftfahrtdienstleister aus den
Emiraten expandiert global
Der in Dubai ansässige Luftfahrtdienstleister dnata hat seine Grösse mit den in den letzten Jahren getätigten
Akquisitionen vervierfachen können und beschäftigt derzeit über 20 000 Mitarbeiter. Das auf fünf Kontinen-
ten vertretene Unternehmen hat vor kurzem seine Marke neu ausgerichtet.

d
nata untersteht nicht Emirates Air- scheid des inzwischen verstorbenen Seikh ter langen Sandpiste ausgerüstete Flugha-
lines, denn das Unternehmen besteht Ahmed bin Saeed Al Maktoum, Dubai an fen, bestand anfänglich gerade mal aus zwei
bereits seit über 50 Jahren, beantwor- das internationale Flugnetz anzubinden. in einer kargen Landschaft errichteten Ge-
tet Gary Chapman, Präsident der dnata, die Die Stadt am persischen Golf war damals bäuden.
ihm wohl schon öfters gestellte Frage. Emi- lediglich in den 1930er-Jahren als Transit- Mit dem sukzessiven Ausbau der Infrastruk-
rates Airlines sei Mitte der 1980er-Jahre als station für die zwischen Europa und Asien tur und dem Eintritt ins Jetzeitalter waren es
Folge der damaligen Differenzen mit Gulf verkehrenden Flugboote genutzt worden. im Jahre 1984 insgesamt 25 Fluggesellschaf-
Air lanciert worden. Doch beide in Dubai Der Baubeginn im Jahre 1959 war denn auch ten, die von dnata als Sales Agent vertre-
domizilierten Gesellschaften gehörten zur das Gründungsjahr der Dubai National Air ten wurden. Zusammen mit der Open-Sky-
Emirates Group, die von der staatlichen In- Travel Agency (dnata), welche auf dem 1960 Politik sowie der 1985 gegründeten, stark
vestment Corporation of Dubai kontrolliert offiziell eröffneten Dubai International Air- expandierenden Emirates Airlines erlebte
werde, erklärt Chapman weiter. port mit einem Team von fünf Mitarbeitern der Standort Dubai in den folgenden Jah-
als Agenten für die Boden- und Passagier- ren einen bemerkenswerten Aufschwung,
Seit 52 Jahren im Geschäft abfertigung und als einziger Frachtdienst- der auch die Nachfrage nach Bodendienst-
Die Anfänge der heute global agierenden leister für den Frachtbetrieb zuständig war. leistungen beflügelte. So waren es 2010 mit
dnata liessen sich Ende der 1960er-Jahre be- Der für Maschinen bis zur Grösse der Dou- rund 47 Millionen Passagieren und 292 000
scheiden an und gründeten auf dem Ent- glas DC-3 zugelassene, mit einer 1800 Me- Flugbewegungen nahezu doppelt so viele
19

wie im Jahre 2000. Einen noch höheren Zu- don Heathrow ansässige Plane-Handling
wachs verzeichneten die Frachttonnagen, Ltd., die erworben werden konnte und an
die mit 2,27 Millionen Tonnen im Zehnjah- den Flughäfen Heathrow und Manchester

Foto: Dubai International Airport


resvergleich sogar um das Vierfache zule- Handlingdienstleistungen anbietet.
gen konnten. Mit den Anstrengungen nach stetig höhe-
dnata, der nach der weltweit führenden ren Qualitätsstandards hat das Unterneh-
Swissport viertgrösste Luftverkehrsdienst- men bisher über 30 Auszeichnungen entge-
leister, bietet heute Serviceleistungen in gennehmen können. So etwa die von World
den Bereichen Bodenabfertigung, Fracht, Travel Awards 2009 und 2010 vergebene
Reisemanagement, Informationstechnik Auszeichnung «Word’s Leading Travel Ma- Die de Havilland D.H.114 Heron 1B der Gulf
(IT) und Bordverpflegung aus einer Hand nagement Company». Aviation wird 1960 in Dubai auf unbefestig-
an. Weltweit sind es 73 Flughäfen in 37 Län- tem Untergrund abgefertigt.
dern, auf denen das Unternehmen vertreten Neuausrichtung der Marke
ist. In der Sparte Bodenabfertigung, die 6500 Der neue Markenauftritt, den das Unterneh-
Mitarbeiter beschäftigt, sind es neben Dubai men erstmals im April in Dubai, danach an
19 weitere Flughäfen, in denen die Dienst- weiteren Firmenstandorten vorgestellt hat,

Foto: Aeromedia A. E. Wettstein


leistung verfügbar ist. Neben Adelaide, Bris- manifestiert sich visuell durch das neuzeit-
bane, Darwin, Melbourne, Perth und Sydney liche Logo und die Neuuniformierung der
in Australien, sind es in China Guangzhou Angestellten. Hinter der Neuausrichtung
und Xi’an, in Pakistan Karachi, Islamabad, steht vorab eine Unternehmens-Philoso-
Peshawar und Lahore, auf den Philippinen phie, die auf einer Vision, einer Mission und
Manila, Singapur, in der Schweiz Genf und einer Reihe von Werten wie Sicherheit, Qua-
Zürich, in England London Heathrow und lität, Kunden- und Leistungsorientierung Urs Zorn, CEO Dnata Switzerland AG (l) und
Manchester sowie in Kurdistan Erbil. Mit aufbaut. Angestrebt wird auch ein einheitli- Gary Chapman, Präsident der dnata.
der 2010 erworbenen Alpha Flight Limited, cher Kurs der einzelnen Geschäftsbereiche.
einem Bordverpflegungs-Anbieter mit über gelder geflossen, war weiter zu vernehmen.
5800 Angestellten, der auf 62 Flughäfen in Dnata Switzerland AG Die Leistungen, die gut eingespielte Teams
zwölf Ländern präsent ist und täglich für Mit der Übernahme der Jet Aviation Hand- – sie konnten grösstenteils von Jet Aviation
rund 100 Fluggesellschaften etwa 120 000 ling AG, die ihrerseits den Passagierabferti- Handling übernommen werden – in Genf
Mahlzeiten produziert, hat sich dnata zu- gungs- und Wartungsbetrieb in Zürich und und Zürich im letzten Jahr erbracht haben,
dem im Bereich Flug-Catering eine ausbau- Genf Ende der 1960er-Jahre von Pilatus Air sind mit rund 26 000 abgefertigten Maschi-
fähige Ausgangsposition geschaffen. Service übernommen und in den vergan- nen und einem Frachtumschlag von 82 260
Meilensteine im Bestreben nach globaler genen Jahrzehnten massiv ausgebaut hat, Tonnen beachtlich. Auf eine lange Karriere
Ausweitung der Geschäftsaktivitäten wa- hat sich dnata in Europa die beiden ersten beim früheren Besitzer zurückblicken kann
ren für den Dienstleister aus den Vereinig- Standorte sichern können. Gary Chapman auch Urs Zorn, der weiterhin als CEO für
ten Arabischen Emiraten auch die Akquisi- äussert sich denn auch positiv zu den hiesi- mehr als 1000 Beschäftigte verantwortlich
tion der Jet Aviation Handling AG im Jahre gen Verhältnissen, die im Vergleich zu Lon- ist. Mit einem Kundenstamm von rund 60
2007 und der Erwerb eines 23-Prozent-An- don Heathrow, wo sich über zehn Anbie- Fluggesellschaften, zu denen unter ande-
teils am Geschäftsreisespezialisten Hogg ter konkurrenzieren, entscheidend besser ren Air Berlin, Air France/KLM, Emirates
Robinson Group (HRG), der ein 120 Länder seien. In die Schweizer Firma, die im Han- Airlines, Etihad Airways, Finnair und Qatar
umfassendes Verkaufsnetz unterhält sowie delsregister als Dnata Switzerland AG re- Airways gehören, nimmt dnata eine ausbau-
2008 die 49 Prozent Beteiligung an Mind gistriert ist und im Sinne einer einheitli- fähige Position ein.
Pearl, einer globalen Firma für Outsour- chen Marke nun als dnata in Erscheinung
cing. 2010 war es schliesslich die in Lon- tritt, seien auch beachtliche Investitions- Anton E. Wettstein

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20 Civil Aviation Cockpit 09 2011

Der Weg ins Airline-Cockpit (3)

Die erste Hürde ist geschafft: Der Kandidat oder die Kandidatin erfüllen
die Grundanforderungen bezüglich Ausbildung und Vorkenntnissen

Foto: mt
(z. B. englische Sprache), die Anmeldung wurde akzeptiert und das
Aufgebot zum ersten Test ist erfolgt. Der gesamte Auswahlprozess er- Verantwortlich für die Abklärungen: Beat Ben-
streckt sich zwischen drei und vier Monaten. Zirka 1000 Interessentin- ninger, Head Flight Crew and Management
Assessment Center und Dr. med. Ulrich Stös-
nen und Interessenten werden dieses Jahr die Auswahl durchlaufen. sel, Chefarzt Swiss International Air Lines.

D
ie Hürde beinhaltet neben schuli- schritt. Das erreichte Resultat wird aber nur Class 1» ist für Berufspiloten Grundvoraus-
schen Voraussetzungen auch phy- konsultativ zur Kenntnis genommen; sie setzung. Die nachfolgenden Persönlichkeits-
sische Eckwerte: Der Kandidat soll sind für den zweiten Schritt bereits gesetzt. abklärungen werden sowohl in einer Klein-
nicht kleiner als 1,60 m sein und seine Kör- Die zweite Stufe wird als «Koordinations- gruppe, als auch im Einzelinterview gemacht.
pergrösse soll 1,98 m nicht überschreiten. Apparatetest» umschrieben. In einer Flug- Die anwesenden Psychologinnen und Psycho-
simulator-ähnlichen Umgebung (Hö- logen analysieren die Kandidaten ganz genau:
Vierstufenmodell henmesser, Geschwindigkeit) wird die Wie verhält er sich in der Gruppe? Ist er do-
Die Eignung zukünftiger Pilotinnen und Multitaskfähigkeit der Kandidaten über- minant, passiv, kommunikativ? Die vorge-
Piloten wird in vier Stufen abgeklärt. Jede prüft. In zwei einstündigen Sessionen mit gebenen Aufgaben sind sehr anspruchsvoll
einzelne Stufe ist selektiv. Psychometrische einem Instruktor wird ein Programm ab- und können nur in der Gruppe gelöst werden.
Tests stehen am Anfang dieser «Selektions- solviert. Noch immer ist das «Fliegen» eher Beat Benninger, Head Flight Crew and Ma-
pyramide». Stichworte zu diesem eintägi- am Rande ein Thema, die Aufgaben werden nagement Assessment Center der Swiss: «Vie-
gen Leistungstest sind Konzentrationsfä- zwar in einer fliegerischen Umgebung ge- le Teilnehmer geraten dabei in ein richtiges
higkeit, räumliches Vorstellungsvermögen, stellt, sind aber eher generischer Art. Feuer, das Lösen solcher Denksportaufgaben
Mehrfachbelastbarkeit, Langzeitaufmerk- Beim nachfolgenden, zweitägigen Modul macht ihnen Spass.» Bereits bei dieser Selekti-
samkeit, Gedächtnis. 12 bis 15 Kandidaten «Test im Flugtrainer» werden die Psycholo- on wird der Fokus auf zukünftige «Captains»
nehmen jeweils gemeinsam an diesem ers- gen von ehemaligen Linienpiloten abgelöst: gelegt. Die Gruppenarbeit wird anschliessend
ten Auswahlschritt teil. Die Kandidaten Mit ihrer langjährigen Erfahrung beobach- schriftlich reflektiert, Thema: Wie schätze ich
arbeiten dabei ausschliesslich am PC. Ein ten sie die Kandidaten, wie Aufgabenstellun- meine Rolle in der eben absolvierten Teamar-
Testleiter unterstützt sie, so zum Bespiel gen unter Instrumentenflugbedingungen beit ein? Insgesamt sechs Psychologen und
bei Verständnisproblemen mit dem Test- absolviert werden. Auch hier steht die Mul- Psychologinnen sowie sechs Ärzte und Ärz-
tool. Bei diesem – und auch den folgenden titaskfähigkeit im Mittelpunkt (zum Beispiel tinnen stehen im Dienste der Swiss.
Testschritten – ist die Zeit bewusst sehr eng Umrechnungsaufgaben parallel zum eigent- Beim abschliessenden Einzelinterview sitzt
gesetzt. Für zirka 40% der Kandidaten be- lichen Flugauftrag). Vier Sessionen werden auch ein Swiss-Captain mit am Tisch. Er
deutet dieser erster Schritt das Aus. «geflogen», für Kandidaten mit entsprechen- wird mitentscheiden, ob der Piloten-Kan-
Auch SPHAIR-Absolventen mit einer Emp- der Flugerfahrung kann dieser Schritt auch didat «das Zeug zum Piloten» auch wirklich
fehlung durchlaufen diesen ersten Auswahl- kürzer ausfallen. Nach «Stufe 3» verbleiben mitbringt. Mitentscheidend ist auch das Re-
zwischen 25 und sultat aus einem Fachtest ganz am Ende des
30% der ursprüng- Selektionsprozesses: Das Schulwissen (z. B.
lich gemeldeten Mathematik, Physik, Geographie) wird ab-
Kandidatinnen und gefragt. Allfällig vergessenes oder fehlendes
Kandidaten «im Schulwissen kann jedoch nachgelernt wer-
Rennen». Apropos den. Vor dem abschliessenden Entscheid der
Kandidatinnen: Die Auswahlkommission ist ebenfalls der Nach-
Anmeldungen für weis der Englischkenntnisse zwingend (z. B.
diese attraktive Be- Cambridge 1st Certificate).
rufsausbildung lie- Letzten Endes werden – wie der statistische
gen (leider) noch Vergleich über Jahre zeigt – zirka 15% der
immer nur bei zir- Kandidaten den Weg in den Classroom bei
ka 5%. Swiss AviationTraining schaffen, der zwei-
Stufe 4 beginnt zu- te wichtige Schritt ins Cockpit eines Swiss-
Grafik: Swiss

nächst mit medizi- Airliners!


nischen Abklärun-
Das Stufenmodell der Selektion. gen. Das «Medical Max Ungricht
21

Swiss zufrieden mit erstem


Halbjahr
I
n den ersten sechs Monaten dieses Jahres hat Swiss mehrheitlich
positive Zahlen geschrieben. Der Betriebsgewinn betrug 129
Mio. Franken, mehr als doppelt so viel wie in der Vorjahrespe-
riode, während der Umsatz um sieben Prozent auf 2,4 Mia. zulegte.
Knapp 7,4 Mio. Passagiere bestiegen ein Flugzeug mit dem Schwei-
zer Kreuz am Heck, ein Plus von 10,9 Prozent. Swiss habe 2011 bis-
her in allen Monaten mehr Passagiere befördert als im vergangenen
Jahr, teilte die Fluggesellschaft weiter mit. Der Sitzladefaktor (SLF)

Foto: Thomas Strässle


blieb mit 79,6 Prozent nahezu stabil, wobei er im Europaverkehr um
1,1 Prozent zunahm, während auf den Langstrecken ein Minus von
1,3 Prozent resultierte. «Das erste Quartal war nicht gut, im zweiten
dagegen lief es viel besser», kommentierte Finanzchef Marcel Klaus
den Geschäftsgang von Januar bis Juni. Sorgen bereiten dürfte ihm Mit diesem VW Bus, der dieselbe weisse Lackierung erhalten hat wie
in erster Linie der tiefere Yield (Durchschnittsertrag pro Passagier), die Swiss-Flugzeuge, ist die Fluggesellschaft derzeit im Kanton Zürich
der in Europa – teilweise währungsbedingt – um 10,4, im Interkon- unterwegs, um im Hinblick auf die Abstimmung zur Behördeninitiative
tinentalbereich um 3,4 Prozent abnahm. von Ende November Aufklärungsarbeit zu leisten.

Mit eigenem Fluggerät nach Newark Jene zwei A320, die Swiss ab 2013 übernehmen wird, werden mit
Weiter gab Swiss die Aufnahme neuer Strecken ab Zürich und Genf «Sharklets» ausgerüstet sein. Erstmals präzisierte CEO Harry Hoh-
bekannt. Nach Hongkong und Schanghai wird ab 11. Februar 2012 meister den Zeitpunkt der Ablieferung der CS100: «Derzeit gehen
als drittes chinesisches Ziel Peking täglich ab Zürich angeflogen, wir davon aus, dass wir das erste Flugzeug zwischen Juli und Ok-
dies in direkter Konkurrenz zu Hainan Airlines. Zu diesem Zweck tober 2014 übernehmen. Bezüglich Programmfahrplan bin ich bei
ist die Einstellung von 20 neuen chinesischen Flight Attendants Bombardier sehr viel optimistischer als bei anderen Herstellern,
geplant. Der BBJ-Flug mit PrivatAir nach Newark wird ab kom- weil die Kanadier in der Vergangenheit kaum je Verspätung hat-
mendem Sommerflugplan täglich mit eigenem Fluggerät durch- ten.» Hohmeister sagte weiter, der A320neo werde ebenfalls ange-
geführt. Zum Einsatz kommt bis 31. März ein A340-300, danach schaut. Die Muttergesellschaft Lufthansa hat eben erst 25 A320neo
ein neuer A330-300. Ab jenem Zeitpunkt findet der BBJ2 bei Swiss und fünf A321neo fest bestellt.
keine Verwendung mehr. Schliesslich will sich Swiss in den Wahlkampf zur Behördeninitia-
Genf erhält mit Nizza (ab 10. Februar zweimal, ab Sommer dreimal tive einschalten, über die in Zürich am 27. November abgestimmt
täglich) eine neue Anbindung, nach Madrid (ab 10. Februar drei an- wird und die einen Ausbau des Flughafens Zürich verhindern will.
stelle von zwei Flügen), London City (ab Winterflugplan fünf statt Seit Ende Juli ist ein Swiss-Fan-Mobil, ein VW Bus mit Jahrgang 1967,
vier tägliche Flüge) und Moskau (ab 16. Dezember zweimal täglich) im ganzen Kanton Zürich unterwegs, um die Bevölkerung auf die
gibt es Frequenzsteigerungen. Mit dem Start der neuen Verbindun- Konsequenzen einer Annahme der Initiative für Swiss, den Flugha-
gen stationiert Swiss eine zehnte Maschine in Genf. fen Zürich und die Schweizer Wirtschaft aufmerksam zu machen.
Bis 2015 wird sich auch die Flotte vergrössern. Neben den CSe-
ries-Flugzeugen betrifft dies fünf A330-300 und ebenso viele A320. Thomas Strässle
22 Civil Aviation Cockpit 09 2011

Your Captain speaking…

Freie
Wahl

Foto: Tobias Mattle


Eine Aussicht, die ich vermissen werde: Barcelona im Anflug auf Piste 25R.

Im August habe ich den letzten Monat als First Officer auf der Kurzstrecke verbracht. Mit etwas Wehmut
verlasse ich die Kurzstrecke in Richtung Langstrecke und habe im August nochmals die Chance genutzt, alle
Destinationen anzufliegen, die ich auf der Langstrecke vermissen werde. Doch wie kann ich als First Officer
meinen Dienstplan bei Swiss beeinflussen?

E
in Planer muss Ziele festlegen und die zur Verfügung stehen- Das zweite System ist die Zuteilung dieser Rotationen an die Crew-
den Ressourcen kennen. Danach muss er mit den Ressourcen mitglieder, welche über das Wunschsystem Präferenzen setzen
die Ziele optimal erfüllen. Ähnlich ist es auch in der Fliegerei. können, um ihren Dienstplan zu beeinflussen. Die Wunschmög-
Das Ziel ist, den gesamten Flugplan des kommenden Monats voll- lichkeiten bei diesem System sind beinahe unbegrenzt: Spezifische
ständig fliegen zu können und dies mit möglichst wenig Piloten Übernachtungen an Aussenstationen oder zuhause, gewisse Flüge,
und Flight Attendants zu erreichen. Optimal ist dies in der Fliegerei Freitage, freie Wochenenden, gemeinsame Flüge mit anderem Flug-
vereinfacht dargestellt dann, wenn jeder Angestellte seine Ferien personal und vieles mehr ist im Wunschsystem integriert.
und Freitage erhält, der Flugplan abgedeckt ist und für allfällige Jedem Wunsch wird dann eine Punktzahl zwischen eins und 1000
Ausfälle aufgrund von Krankheit eine Reserve eingeplant ist und zugeteilt. Dies widerspiegelt das Verhältnis, wie stark etwas ge-
schliesslich keine überzähligen Freitage gewährt werden müss- wichtet wird. Wünsche ich mir eine Übernachtung in Wien mit
ten. Dies ist aufgrund der schwierigen Situation in der Fliegerei 100 Punkten und gleichzeitig wünsche ich mir die Wochenenden
Wunschdenken. Nur schon die saisonalen Schwankungen machen frei mit 1 Punkt, so weiss das Planungssystem, dass mir eine Über-
eine solche Planung enorm schwer. Der Tourismus ist zudem sehr nachtung in Wien 100-mal mehr wert ist als ein freies Wochenende.
anfällig auf äussere Störfaktoren, weshalb auch kurzfristige Um-
stellungen im Flugplan möglich sein müssen. Nicht immer alles
Was sich in der Theorie äusserst vielversprechend anhört, ist in
Wunschdenken der Praxis deutlich schwieriger umzusetzen. Da die eigentliche
Aufgrund der unregelmässigen Arbeitszeit muss ein Pilot oder ein Planung in der Fliegerei schon schwierig ist, wird es durch ein so
Flight Attendant sehr flexibel sein. Es ist klar, dass an Wochenenden vielfältiges Wunschsystem nicht vereinfacht.
oft gearbeitet werden muss und man nicht an jedem sozialen Event Doch auch die Zufriedenheit der Eingabe wird berechnet. Das Sys-
teilnehmen kann, da man vielleicht gerade in Athen oder New York tem errechnet die maximal mögliche Punktzahl aus meinen Ein-
übernachtet. Deshalb ist ein Planungssystem extrem wichtig, bei gaben und setzt es ins Verhältnis mit dem, was ich tatsächlich er-
dem jeder Angestellte seine Präferenzen eingeben kann. So kommt halten habe. Wünsche ich mir montags frei mit 100 Punkten, so ist
zur oben genannten Definition eines Planungsystems nun neu in einem Monat die maximal mögliche Punktzahl beispielsweise
auch ein Wunschsystem hinzu. Dieses Planungssystem versucht 400 Punkte. Erhalte ich dann einen freien Montag, so habe ich 25
also eine optimale Planung im Bezug auf die gestecken Ziele und Prozent «Satisfaction». Diese wiederum hat Auswirkungen darauf,
Ressourcen zu erreichen und gleichzeitig auch noch die Wünsche welche Chance ich habe, nächsten Monat meine Wünsche zu er-
der Crewmitglieder abzudecken. Bei Swiss nennt sich dieses System halten oder nicht.
PBS: Preferential Bidding System. Da das aktuelle Planungssystem nicht mehr zeitgemäss ist, wird in
Zukunft ein neues System eingeführt, welches leistungsfähiger ist
PBS und hoffentlich die Wünsche der Crews wieder besser zu berück-
Das PBS besteht aus zwei Systemen. Zum einen plant das System sichtigen weiss. Für mich hiess es im August, nochmals meine Lieb-
so genannte Rotationen. Eine Rotation kann aus nur zwei Flügen lingsdestinationen Berlin, Wien und Barcelona anzufliegen. Ein
bestehen, die beispielsweise von Zürich nach Stockholm und wie- versöhnlicher Abschluss auf der Kurzstrecke, so dass ich mit viel
der zurück gehen. Dies ist dann eine Einheit, die im System an die Motivation auf die Langstrecke wechseln kann.
Crewmitglieder vergeben werden muss. Es kann aber auch sein,
dass eine solche Rotation mehrere Tage dauert und man dabei in
Genf, London und Athen übernachtet. Tobias Mattle
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24 Airports Cockpit 09 2011

Verband Schweizer Flugplätze VSF www.aerodromes.ch

Ohne Flugplätze kein Luftverkehr – ohne


Piloten und Flugzeughalter keine Flugplätze!
Geänderte Rahmenbedingungen erfordern nach
ganzheitlichem Denken und Handeln in der Branche,
der Verwaltung und der Politik.

E
s ist eine Tatsa- Sans aérodromes, pas de trafic aéri-
che, dass sich
das betriebliche
en – sans pilotes ni service d’entretien
Umfeld in der Avia- des avions, pas d’aérodromes!
tik in den letzten Jah-
ren ganz wesentlich Les nouvelles conditions cadre exigent une réfle-
verändert hat – und
sich noch weiter ver- xion et une action globales dans le secteur, dans
Foto: zvg

ändern wird. Neben l’administration et dans la politique.


einem wirtschaftlich
Charles Riesen, Vizepräsident VSF anspruchsvolleren

C
Umfeld, in allen Berei- ’est un fait que les conditions cadre ont considérablement
chen der Luftfahrt, fand changé, ces dernières années, dans l’aviation – et elles con-
mit dem gestiegenen internationalen Einfluss ein «Paradigmen- tinuent de changer. A côté d’un contexte économique plus
wechsel» bei den Standardisierungen und Regulationen statt. Hin exigeant dans tous les domaines de l’aviation, l’augmentation de
zur Förderung der Sicherheit, in den Bereichen «Safety, sicherer l’influence internationale a entraîné un «changement de paradig-
Betrieb am Boden und in der Luft» und «Security, als Schutz vor me» au niveau des règles et des standards, avec des exigences ac-
unrechtmässigen Aktionen gegen den Luftverkehr». Daneben crues en matière de «sécurité d’exploitation au sol et en l’air» et
setzen raumplanerische, umweltseitige aber auch politische Ein- de «sûreté comme protection contre les actions illicites contre le
flüsse immer engere Grenzen. Es besteht die ernsthafte Gefahr, trafic aérien». A côté de cela, des influences dans les domaines de
dass als Folge dieser veränderten und oft auch einschränkenden l’aménagement du territoire, de la protection de l’environnement
Rahmenbedingungen die wirtschaftliche Motorwirkung und der et de la politique imposent des limites toujours plus étroites. Il y
positive Standortfaktor der gesamten Luftfahrt – dass unabding- a un réel danger qu’en raison de ces nouvelles conditions cadre,
bare Strukturen der Aviatik – zerfallen. souvent plus restrictives, l’effet de moteur économique et d’atout
Um den Erhalt und die förderliche Entwicklung der Auswirkungen géographique de l’aviation – que des structures indispensables de
der Luftfahrt für die Regionen und für das ganze Land zu sichern, l’aviation – disparaissent. Afin d’assurer le maintien et le dévelop-
ist ein breites Verständnis für das ganze System Luftfahrt gefragt. pement favorable des effets de l’aviation pour les régions et tout
Es braucht ausgewiesene Sachkenntnis und aktives Engagement le pays, il faut une approche globale de l’ensemble du système de
auch, wenn ein Flugplatz – oder ein Flugbetrieb – im Clubstil be- l’aviation, il faut des connaissances spécialisées et un engagement
trieben wird. Aber auch das Verständnis und die Erkenntnis sind actif, y compris lorsqu’un aérodrome – ou une entreprise aéronau-
nötig, dass die förderlichen Auswirkungen und ein sicherer, nach- tique – est exploité dans le style d’un club. Mais il faut aussi la prise
haltiger Betrieb nur im Gesamtsystem Luftfahrt möglich sind. Es de conscience que les effets favorables et une exploitation sûre et
braucht «Gross» und «Klein» und dabei die Bereitschaft, das «Gärt- durable ne sont possibles que dans le système global de l’aviation.
lidenken» abzulegen. Der Verband Schweizer Flugplätze setzt sich Il faut les «grands» et les «petits», et dépasser l’esprit de clocher.
engagiert und mit breitem Fachwissen ein, dass einerseits sicherer Sur la base de ses vastes connaissances spécialisées, l’Association
Betrieb gewährleistet werden kann, dass aber andererseits der un- suisse des aérodromes s’engage pour une exploitation sûre, mais
verändert geltende Grundsatz der Verhältnismässigkeit und wirt- aussi pour le respect du principe de proportionnalité et de la faisa-
schaftlichen Tragbarkeit eingehalten bleibt. bilité économique.
Unter www.aerodromes.ch sind u. a. die vielschichtigen Aktu- Sur le site www.aerodromes.ch, on trouvera notamment les ac-
alitäten und Engagements des VSF ersichtlich. (Bulletin Nr. 113) tualités diversifiées et les engagements de l’ASA. (Bulletin N° 113)
«Tue Gutes und sprich darüber.» Der VSF wird künftig noch deut- «Fais le bien et parles-en.» Dorénavant, l’ASA sera encore plus vi-
licher hörbar sein, denn wir stehen ein für unsere Mitglieder – aber sible, car nous voulons défendre non seulement les intérêts de nos
auch für ein konstruktives Miteinander zu Gunsten des Gesamt- membres – mais aussi une cohabitation constructive, en faveur du
systems Luftfahrt. système global de l’aviation.

Charles Riesen, Vizepräsident VSF Charles Riesen, Vice-président de l’ASA


VR Delegierter Alpar AG, Flughafen Bern-Belp Délégué du CA d’Alpar AG, Aéroport de Berne-Belp
Business Aviation 25

Data Sheet

Hawker 400
Die Geschichte des kleinen Achtplätzers begann bereits in der zweiten Hälfte der 1970er-Jahre. Mitsubishi
war daran, einen Nachfolger für ihre MU-2 zu entwickeln und brachte deshalb im August 1978 zum ersten
Mal die MU-300 Diamond in die Luft.

1990 kam dann mit der Version 400A eine


HAWKER 400
komplett überholte Version auf den Markt,
Hersteller Hawker Beechcraft
Typ Light Jet welche unter der Bezeichnung T-1 Jayhawk
Erstflug 29. August 1978 auch für die US Air Force fliegt.
Länge 14,8 m Durch die diversen Firmenübernahmen
Spannweite 13,3 m durch Raytheon und Hawker änderte sich
Höhe 4,2 m im Laufe der Jahre die Typenbezeichnung
Max. Geschw. 833 km/h immer wieder bis zur heutigen Version
Reisegeschw. 800 km/h Hawker 400XP, welche über aerodynami-
Besatzung 2 Piloten sche Verbesserungen sowie verschiedene
Passagiere 7 Eigenschaften der Hawker 800 verfügt. Im
(Standard) Gegensatz zu den früheren Versionen hat die
Startstrecke 1190 m Hawker 400XP ein Fenster weniger pro Seite.
Landestrecke 1070 m Im Oktober 2008 kündigte Hawker an, die
Reichweite 2740 km 400XP weiterzuentwickeln und mit neu-
Triebwerke 2 en Triebwerken auszustatten. Diese Versi-
Hersteller Pratt & Whittney on sollte als Hawker 450XP auf den Markt
Typ JT15D-5 kommen; aufgrund der nachfolgenden
(je 13,9 kN)
Wirtschaftskrise wurde das Projekt nicht
Website www.hawkerbeech
mehr weiterverfolgt.
craft.com
Neben der US Air Force, welche 180 Exem-
plare betreibt, ist der Flieger auch bei Air

B
eechcraft wurde jedoch bald auf das diesem Namen gebaut. Die ersten gebau- Taxi- und Charterunternehmen sehr be-
Modell aufmerksam und erwarb ten Modelle waren noch herkömmliche liebt, so betriebt unter anderem NetJets Eu-
Rechte an der Diamond von Mitsu- Mu-300, jedoch bereits die weiteren Ma- rope gegenwärtig 25 Exemplare der Version
bishi Heavy Industries. So wurde der nun schinen wurden modernisiert und verfüg- 400XP.
Beechjet 400 genannte BizJet im Mai 1986 ten über ein grösseres maximales Abflug-
von der FAA zertifiziert und fortan unter gewicht. Ian Lienhard

Foto: Ian Lienhard

NetJets gehört zu den grössten zivilen Kunden der Hawker 400XP. Die CS-DMR rollt hier zum Start auf der Piste 23 in Genf.
26 News

GECAS bestätigt 443 Airbus-Flugzeuge in Auftrag ge- nomy. In einer dritten Konfiguration Erprobung der Boeing
Boeing-Order geben. für internationale Mittelstreckenflüge 747-8F abgeschlossen
Die A320neo-Familie wird mit aerody-
Das Leasingunternehmen GE Capi- namisch optimierten Sharklets ausge- Die im Februar 2010 aufgenommene
tal Aviation Services hat zwei Boeing rüstet sein und in Verbindung mit den Flugerprobung der Boeing 747-8F ist
747-8F und acht B777-300ER fest be- neuen, effizienteren Triebwerken bis am 5. August mit einem 18 775 Ki-
stellt. Der Kauf der Grossraumjets war zu 15 Prozent weniger Treibstoff ver- lometer langen Flug abgeschlossen

Foto: Boeing
an der Paris Air Show angekündigt brauchen. Dies entspricht einer jähr- worden. Gesamthaft sind während
worden und ist nun definitiv. Die Be- lichen Einsparung von rund 3600 der Testphase in 1200 Flügen rund
stellung hat einen Wert von 2,9 Mia. Tonnen CO² pro Flugzeug. Auch die 3400 Flugstunden geleistet worden.
Dollar laut Listenpreis. ts Stickoxid-Emissionen werden zweistel- Mit der in Kürze zu erwartenden Zu-
lig reduziert. kommen Flugzeuge mit insgesamt lassung wird der im September vorge-
Korean Air entscheidet Gegenwärtig sind bei LH mehr als 360 222 Sitzplätzen zum Einsatz – 42 in sehenen Übergabe des ersten Frach-
sich für CS300 Airbus-Flugzeuge im Einsatz. Dazu ge- der Business-Class und 180 in der ters an Cargolux nichts mehr im Wege
hören 254 Flugzeuge der A320-Fami- Economy-Class. stehen. AM
Korean Air hat zehn Bombardier CSe- lie, 38 A330, 65 A340 und acht A380. ANA hat den Erstflug des Dreamliners
ries CS300 bestellt und wird damit Mit dieser jüngsten Order für 30 Flug- als internationalen Charterflug auf der A330 für Iberia
zum ersten Abnehmer dieses Regio- zeuge liegen Airbus vom Lufthansa- Verbindung zwischen Tokio/Narita
naljets in Asien. Mit dem Auftrag hat Konzern Aufträge für 85 Single-Aisle- und Hongkong geplant, etwa einen Der britisch-spanische Luftfahrtkon-
sich die Fluglinie zudem die Vorkaufs- Jets der A320-Familie, acht A330 und Monat nachdem die 787 im Septem- zern IAG (International Airlines Group),
rechte für zehn weitere Einheiten ge- sieben A380 vor. mt ber ausgeliefert wird. mt der im Januar 2011 aus der Fusion
sichert. Als Antrieb sind PW1521G- zwischen British Airways und Ibe-
Turbinen von Pratt & Whitney PW Korean setzt weiter Garuda mit Auftrag ria entstanden ist, hat für Iberia acht
gewählt worden. Mit dem Auftrag er- auf 737-900ER über 25 Flugzeuge A330-300 fest bestellt und damit eine
höht sich die Zahl der Festbestellun- Anfang Jahr unterzeichnete Grundsatz-
gen der CSeries-Modelle auf 133 Ein- Korean Air hat eine Bestellung für
der A320-Familie vereinbarung in eine verbindliche Or-
heiten. AM zwei zusätzliche Boeing 737-900ER Garuda Indonesia hat mit Airbus ei- der umgewandelt. Die zweistrahligen
aufgegeben. Die Flugzeuge werden nen Auftrag über den Kauf von 25 Langstreckenjets werden Triebwerke
Ersten A350 XWB Flügel- mit dem neuen Sky Interior des Her- Flugzeugen der A320-Familie abge- des Typs GE CF6-80E1 erhalten. Air-
mittelkasten an Airbus stellers ausgestattet sein und zwei schlossen und damit eine bei der Pa- bus hat bisher mehr als 1140 Bestel-
Maschinen des gleichen Typs ergän- ris Air Show im Juni angekündigte lungen für Flugzeuge der A330-Fami-
ausgeliefert zen, die bereits bei Korean im Einsatz Grundsatzvereinbarung bestätigt. lie erhalten. ts
Der erste A350 XWB Flügelmittelkas- sind. Das längste aller 737-Modelle Diese Order macht Garuda Indone-
ten wurde vom Airbus-Standort in bietet in einem Zweiklassen-Layout sia zu einem neuen Kunden für die Air China führt
Nantes an das Airbus-Werk in Saint- Platz für 180 Passagiere. ts A320-Familie. Sie umfasst 15 A320- Triple Seven ein
Nazaire ausgeliefert, wo es in den Standardmodelle und zehn A320neo-
ersten A350 XWB Rumpf integriert Air Astana baut Modelle für den Betrieb durch die in- Mit der Übernahme der ersten von 19
werden soll. Das Teil besteht zu 40 Embraer Flotte aus ländische Low-Cost-Tochter Citilink. bestellten Boeing 777-300ER hat Air
Prozent aus CFK, misst 6,5 auf 5,5 Me- Die Fluggesellschaft wird die Wahl China begonnen, ihre Langstrecken-
ter und ist 3,9 Meter hoch. Air Astana und Embraer haben einen des Triebwerks demnächst bekannt flotte zu erweitern und ältere Boeing
Im Dezember 2009 wurde in Nantes Vertrag zum Kauf von zwei weiteren geben. mt 747-400 zu ersetzen. Drei weitere Ma-
die erste Komponente aus Kohlefaser- Embraer 190 Regionaljets unterzeich- schinen sollen bis Ende Jahr übernom-
verbundstoffen für den A350 gefertigt. net. Für die Beschaffung zusätzlicher American Airlines men werden. Air China ist der erste
Der A350 wird zu 53 Prozent aus Ver- Maschinen hat die kasachische Flugli- platziert Grossauftrag chinesische Carrier des Festlands, der
bundwerkstoffen aufgebaut. Auch für nie zudem zwei Optionen gezeichnet. die Triple Seven betreibt. ts
wichtige Komponenten wie die Trag- Die ab dem ersten Halbjahr 2012 zur
bei Airbus und Boeing
flächen und der Rumpf kommen CFK Auslieferung kommenden Jets werden American Airlines hat am 20. Juli mit Boeing liefert erste
zum Einsatz. von Air Lease Corp. angemietet sein. insgesamt 460 Flugzeugen einen der 737-700 für Hoch-
Die A350 XWB-Familie setzt sich aus Air Astana betreibt derzeit zwei von grössten Aufträge in der Geschichte
drei Passagierversionen zusammen: Jetcape Inc. geleaste E190. AM der Zivilluftfahrt vergeben. Mit 130
gebirgsbetrieb aus
Die A350-800 mit 270 Plätzen, die Maschinen der A320-Familie sowie Die chinesische Xiamen Airlines hat
A350-900 mit 314 Plätzen und die Erste ANA Boeing 787 am 1. August die erste speziell für
A350-1000 mit 350 Plätzen. Bisher verlässt in Seattle den Hochgebirgs- und Hochtemperatur-
haben 35 Grosskunden insgesamt betrieb ausgerüstete Boeing 737-
567 XWB bestellt. Airbus prognosti-
Hangar 700 übernommen. Bei der in Tibet
ziert für die nächsten 20 Jahre einen Die erste Boeing 787 des Erstkunden zum Einsatz kommenden Version
Bedarf an rund 5800 neuen Gross- ANA ist fertig lackiert. Die ANA wird kann die Triebwerksleistung kurzzei-
raumpassagierflugzeugen mittlerer als erste Fluggesellschaft der Welt tig über den üblichen Maximalwert
Kapazität. mt den neuen Flugzeugtyp einsetzen. Da- angehoben werden. Das Flugzeug
Foto: Airbus

her sind die ersten beiden Dreamliner verfügt zudem über eine Sonder-
Lufthansa kauft auch mit einer speziellen Lackierung zulassung für eine speziell hecklas-
30 Flugzeuge der versehen: Unter anderem zieren die tige Schwerpunktlage, mit der sich
Ziffern 787 in grossen, kräftigen Far- die Start- und Landeeigenschaften in
A320neo-Familie ben die Vorderseite des Rumpfes. weiteren 130 Einheiten der A320neo diesen Höhen verbessern lassen und
Die Lufthansa hat bei Airbus 30 Flug- ANA machte ausserdem erstmals An- Version hat sich Airbus einen Vorteil mehr Zuladung ermöglichen. Durch
zeuge der A320neo-Familie fest in gaben zur Sitzplatzkapazität der neuen gegenüber dem Konkurrenten Boeing zusätzliche Sauerstoffflaschen wird
Auftrag gegeben. Dieser Vertrag be- Flugzeuge. Das erste Flugzeug, das verschaffen können, der sich mit 100 den Passagieren im Notfall eine Sau-
stätigt die im März dieses Jahres ge- ANA im September erhält, ist für den mit CFM56-7B ausgerüstete Boeing erstoffzufuhr von über einer Stunde
troffene Auswahl der A320neo-Fa- Einsatz auf internationalen Kurzstre- 737NG sowie weitere 100 mit dem garantiert. AM
milie durch den Aufsichtsrat der cken-Flügen konfiguriert. Allerdings neuen Antrieb CFM Leap-X versehene
Lufthansa. Der Auftrag umfasst 25 werden die Dreamliner zunächst auf Boeing 737 am Auftrag beteiligt. Bei Air Baltic erneuert Flotte
A320neo und fünf A321neo. Die Flug- nationalen Strecken unterwegs sein der Nummer drei unter den US-Air-
zeuge werden mit PW1100G-Turbo- und 264 Passagieren Platz bieten – sie lines, die ihre Bestände weiter erneu- Die lettische Fluggesellschaft Air Bal-
fan-Triebwerken der neuen Genera- verfügen über zwölf Premium Class- ern möchte, stehen derzeit noch über tic erneuert ihre Flotte und plant, ihre
tion von Pratt & Whitney ausgerüstet. und 252 Economy-Sitze. Für Lang- 200 MD-80 im Einsatz. Gesamthaft zehn Fokker-50-Flugzeuge zur Winter-
Mit dieser jüngsten Order hat der streckenflüge ist später eine Ausstat- sollen es bis zu 925 Maschinen sein, saison 2011/2012 in den Ruhestand
Lufthansa-Konzern, der grösste Air- tung mit 158 Sitzen geplant, 46 davon die in den kommenden Jahren benö- zu versetzen.
line-Kunde von Airbus, insgesamt in der Business-Class und 112 in Eco- tigt werden. AM Als Ersatz setzt Air Baltic auf die Bom-
27

bardier Q400 Next Gen.


Air Baltic hat die Fokker-50-Flugzeug-
reihe im Jahr 1998 in Betrieb genom-
hat eine Laufzeit von zunächst vier Jah-
ren. ts

Do 228NG nach
Wettbewerbs-
Ausschreibung
men. In den vergangenen zwölf Jahren
haben die Maschinen mehr als 140 000 Bangladesh
Flüge absolviert. Von ihrem Heimat-
flughafen Riga bedient Air Baltic über Die Marine von Bangladesh hat zwei
80 Destinationen, darunter viele Ziele moderne Turboprop-Flugzeuge
in Skandinavien und Russland. mt Do 228NG (New Generation) beschafft. Zeigen Sie uns Ihr
Die Maschinen sollen zur Seeaufklä-
Finnair erprobt Flüge rung und für Rettungsmissionen ent- persönliches Flug-
mit Biofuel lang der Küste des Landes eingesetzt

Ende Juli hat Finnair mit einem A319


werden.
Die beiden Do 228NG sind die ers-
fotografie-Highlight!
zwischen Amsterdam und Helsinki ten Flächenflugzeuge, die von der Ma-
insgesamt vier Linienflüge mit Biofuel rine Bangladeshs zur Küstenüberwa-

I
durchgeführt. In beiden Triebwerken chung beschafft werden. Zu diesem n Zusammenarbeit mit Cockpit, dem Schweizer Luftfahrt
wurde ein Treibstoff verwendet, der je Zweck werden beide Maschinen mit
zur Hälfte aus rezykliertem Pflanzenöl einer Sonderausrüstung zur Seeauf-
Magazin, lanciert die Nikon AG den Flugfotografie-Wett-
und traditionellem Flugbenzin be- klärung ausgestattet. Dazu gehören bewerb des Jahres! Zeigen Sie uns Ihre beste Aufnahme von
stand. Die Finnair-Flugzeuge wurden Funk- und Navigationshilfen, weitere Flugzeugen in der Luft – und gewinnen Sie mit etwas Glück ei-
jeweils in Amsterdam Schiphol von ausgewählte Systeme sowie Rettungs- nen der attraktiven Preise.
SkyNRG, dem niederländischen Liefe- ausrüstungen.
ranten des Biokraftstoffes, betankt. ts RUAG Aviation hat sich mit der
Und so funktionierts:
Do 228NG in einem starken Wett- • Lesen Sie die Teilnahmebedingungen.
Intersky: bewerb gegen namhafte Konkur- • Fotografieren Sie Ihren Beitrag oder wühlen Sie auf der Fest-
Moser kommt zurück renz durchgesetzt. «Die Wirtschaftlich- platte Ihres Computers und senden Sie uns Ihr Bild per
keit und die – trotz äusserst komplexer
E-Mail an nikon@nikon.ch.
Seit Ende Juli führt Firmengründe- Technik – hohe Bedienerfreundlich-
rin und Miteigentümerin Renate Mo- keit gaben letztlich den Ausschlag für • Einsendeschluss: 5. September 2011.
ser wieder die Geschäfte von Intersky. die Do 228NG», sagt Alexander Mül- • Bewertung durch Fachjury (Pascal Richard, Nikon Professio-
Der Vorgänger, ihr Sohn Claus Bernat- nal Services Manager; Walter Hodel, Redaktor Cockpit und
zik, habe sein Dienstverhältnis mit der
Aviatikfotograf und Urs Mattle, Aviatikfotograf).
österreichischen Regionalfluglinie zum
Jahresende gekündigt, teilte das Un- • Gewinnen Sie mit etwas Glück einen dieser tollen Preise:
ternehmen mit. Als Grund für den 1. Preis: Nikon D7000 inkl. 18–105 mm Objektiv im Wert
Wechsel gibt Intersky «unterschiedli- von CHF 1668.–
che Auffassungen über die strategische 2. Preis: Nikon COOLPIX P7000 im Wert von CHF 638.–
Ausrichtung des Unternehmens, zum
3.–7. Preis: Cockpit-Jahresabo im Wert von CHF 87.–
Foto: RUAG

Beispiel bei der Erneuerung der Flotte


oder beim Wachstumstempo» an. Än- 8.–15. Preis: Cockpit-Kalender 2012 nach Wahl im Wert
derungen beim Streckennetz seien vor- von CHF 39.80
derhand nicht geplant, betonte Moser. Teilnahmebedingungen
Ihr Ehemann, Mitbegründer Rolf See- ler, Vice President Military Aviation
wald, leitet bis auf weiteres die Berei- Deutschland. Neben der Lieferung der
Mit Einsenden Ihres Beitrages erklären Sie sich mit folgenden
che Flugbetrieb und Technik. ts beiden Flugzeuge ist vertraglich auch Teilnahmebedingungen einverstanden:
ein umfassendes Schulungsprogramm • Einsendeschluss ist der 5. September 2011.
Rom wird für die Piloten und das Bodenperso- • Format: jpg, min. Auflösung: druckfähig auf A4 mit 300 dpi.
A380-Destination nal der Marine vor Ort vorgesehen. Die
• Weitere Angaben: Ort und Datum der Aufnahme, Vor- und
Auslieferung der beiden Maschinen ist
Ab 1. Dezember wird Emirates auf ei- für Frühsommer 2013 geplant. Nachname des Fotografen, Sujet, Kontakt E-Mail-Adresse für
nem ihrer beiden täglichen Flüge nach Die Do 228NG ist ein vielseitig ein- allfällige Gewinnbekanntgabe.
Rom einen A380 einsetzen. Weitere setzbares Turboprop-Flugzeug. Neben • Die Themenvorgabe (Flugzeuge in der Luft) muss eingehal-
neue A380-Ziele der Airline aus Du- dem Transport von bis zu 19 Passagie-
ten werden!
bai sind Johannesburg (ab Oktober) ren kann es auch für vielfältige Sonder-
und Kuala Lumpur (ab Dezember). Ab missionen wie die Seeüberwachung • Das Bild muss in den letzten fünf Jahren und von der teilneh-
Januar 2012 bedient ein A380 auch umgerüstet werden. Dank moderns- menden Person selbst aufgenommen worden sein.
München einmal pro Tag. Emirates ter Sensorik ist die Maschine ideal zum • Es darf maximal 1 Foto pro Person eingesendet werden.
setzt mittlerweile 15 Flugzeuge dieses Aufspüren von Ölteppichen, zur Grenz- • Von Personen, die im Beitrag zu erkennen sind, muss das
Typs ein. ts und Fischfangkontrolle sowie zu Um-
weltforschungszwecken. Die Do 228NG schriftliche Einverständnis zur Veröffentlichung vorliegen.
SR Technics goes ist eine komplett modernisierte und • Mit dem Einsenden Ihres Beitrages übertragen Sie der Nikon
Down Under verbesserte Version der Do 228-212. AG sowie Cockpit sämtliche Nutzungsrechte am Bild für
RUAG Aviation übernimmt in ihrem deren Marketing- und Kommunikationszwecke.
SR Technics (SRT) und Virgin Austra- Werk in Oberpfaffenhofen bei München
lia haben Verträge für die Komponen- die Endmontage, den Einbau der kun- • Die Gewinnerfotos (Platz 1 bis 7) werden im Cockpit in der
tenwartung der A330-Flugzeuge der denspezifischen Ausrüstung sowie die Oktober-Ausgabe präsentiert (Gewinner werden vorher per
australischen Fluggesellschaft sowie Auslieferung der Flugzeuge. mt E-Mail benachrichtigt).
für die technische Schulung des War- • Bildbeiträge mit widerrechtlichem Inhalt oder ohne Bezug
tungspersonals abgeschlossen. Einige
Leistungen werden dabei auch von
zum Thema werden nicht akzeptiert und gelöscht.
Abu Dhabi Aircraft Technologies, dem • Es findet keine Barauszahlung der Wettbewerbspreise statt.
Schwesterunternehmen von SRT inner- • Der Rechtsweg ist ausgeschlossen.
halb der Mubadala Group, erbracht. Für • Über den Wettbewerb wird keine Korrespondenz geführt.
Finanzierungslösungen von Komponen-
ten wird Sanad Aero Solutions beige-
• Mitarbeiter (sowie deren Familienangehörige) der Firma
zogen. Das Abkommen für die Schu- Nikon AG und von Cockpit (Redaktion und Verlag) sind vom
lungen, die in Melbourne stattfinden, Wettbewerb ausgeschlossen.
Nr. 09/September 2011
Auf dem Weg nach Koksijde:
Displaypilot Ralph Knittel mit
Julien Meister vor der belgischen Küste.
Foto: Gregor Meyer
© 2011 by Jordi AG – das Medienhaus
30 Cover Story Cockpit 09 2011

Himmlische Wasserspiele
Anfang Juli versammeln sich am österreichischen
Wolfgangsee unweit von Salzburg traditionell die
Piloten herrlicher Wasserflugzeuge, um hier ihre
Leidenschaft ausleben zu können.

D
afür gibt es sogar ein historisches Vorbild: So reisten in den
1920er-Jahren Sommerurlauber bequem mit einer Junkers
F13 auf Schwimmern von Wien an den malerischen Alpen-
see, der durch Film- und Fernsehproduktionen wie «Im weissen
Rössl am Wolfgangsee» international bekannt wurde.
Grosse Vielfalt herrschte 2011 bei den Flugzeugtypen: kleinste Ma-
schine auf dem See war ein Echolight vom Typ Zenair CH 701 auf
Floats, gefolgt vom Mini-Eigenbau-Flugboot SeaRey. Die Piper Su-
per Cub und American Champion Scout bildeten zusammen mit
der Cessna 206 die Mittelklasse, dann folgten de Havilland Beaver Dicker Brummer: Die Catalina darf beim Start bis zu 16 Tonnen
und Cessna Caravan auf Floats als grössere Kaliber. Die Königin un- wiegen.
ter den fliegenden Brummern am See war aber die riesige Consoli-
dated Catalina. Das Flugboot aus den 1940er-Jahren protzte nicht
nur mit fast 32 Metern Spannweite, auch ihre Pratt & Whitney-
Sternmotoren gehörten mit jeweils 1200 PS leistungsmässig wie
akustisch zur Heavy-Metal-Fraktion.

Besucher aus der Schweiz


Ebenfalls mit einem zweimotorigen Flugboot, der UC-1 TwinBee,
kam Jean-Jacques Lörtscher zur Veranstaltung: Er ist seit Jahren
Stammgast bei der Scalaria Airchallenge. Seine extrem seltene
TwinBee ist eine auf zwei Triebwerke umgebaute Variante der ur-
sprünglich einmotorigen «SeaBee» des Herstellers Republic.
Nach zwei Tagen mit vielen «Splash-ins» folgte am Samstagabend
der Höhepunkt der Veranstaltung. Die Airshow vor alpinem Berg-
panorama lockte tausende Zuschauer an die Uferpromenade des
Wolfgangsees. Hannes Arch, ehemaliger Airrace-Weltmeister und
Freestyle-Kunstflug-Europameister, brachte mit seiner Showein-
lage die Menge zum Staunen. Er flog sein beeindruckendes Ae- Diese Beaver mit 450 PS Leistung war erstmals am Wolfgangsee.
robatic-Programm simultan zum eigens komponierten Konzert
«Rhythm & Air» der Wiener Symphoniker, die live auf einer See-
bühne spielten.

Jürgen Schelling
Fotos: Jürgen Schelling

Die Piper Super Cub auf Amphibien-Floats war ständig am Start. Statt eines 210-PS-Motors wie die SeaBee hat die TwinBee zwei mit
je 180 PS.
31

Warbird-Alarm über
Duxford

Einmalig: Drei Buchon-109 waren in


Duxford gleichzeitig in der Luft.

Foto: Jürgen Schelling


Spannung, Dramatik, Speed und Nostalgie – die «Flying Legends» boten im Juli auf dem britischen Flug-
platz Duxford das volle Programm. Eine spektakuläre Kollision zweier Warbirds überstanden die beiden
Piloten unverletzt.

B
ereits der Auftakt der «Flying Legends»- Highlights war der Formationskunstflug es im letzten Moment aus der abstürzenden
Airshow an einem Samstag Mitte Juli der beiden P-51 der «Flying Horsemen»- Maschine zu springen, sein Fallschirm ent-
bescherte manchem Zuschauer eine Staffel. Mit beeindruckender Präzision zir- faltete sich nur wenige Sekunden bevor er
Gänsehaut. Acht Supermarine Spitfire, eine kelten die Mustang-Jockeys ihre Warbirds den Boden ereichte. Er blieb unverletzt. Die
Hawker Hurricane und drei ihrer ehemali- extrem dicht beieinander durch die Figuren. von ihm gesteuerte doppelsitzige «Big Beau-
gen Gegner Messerschmitt 109 in der spani- Zwei viermotorige Boliden begeisterten die tiful Doll», die auf der deutschen Ostseein-
schen Buchon-Variante rauschten in haut- Zuschauer ebenfalls: Eine Avro Lancaster sel Usedom stationiert ist, wurde allerdings
enger Formation über den Platz. Neben dem der Battle of Britain Memorial Flight absol- beim Aufprall in ein Feld völlig zerstört.
optischen Genuss erlebten die Besucher auch vierte mehrere Überflüge, die in Duxford
ein akustisches Vergnügen: Zwölf donnern- stationierte Boeing B-17 «Sally B» startete Jürgen Schelling
de V12-Triebwerke vom Typ Rolls-Royce an beiden Tagen zum Display.
Merlin legten einen Klangteppich über die Die in Europa extrem seltene Grumman
vielen tausend Gäste, der Musik in den Ohren F8F Bearcat machte mit rasanten Tiefflü-
aller Warbird-Fans ist. gen deutlich, warum eine Maschine glei-
Anschliessend ging es Schlag auf Schlag: chen Typs, die getunte Reno-Rennmaschi-
Drei rassige Hawker Fury jagten nachein- ne «Rare Bear», mit 850 Stundenkilometern
ander über die Runway, später gefolgt von den Geschwindigkeitsweltrekord für kol-
Foto: Ben Dunnell

einer Handvoll North American P-51 Mus- benmotorgetriebene Propellerflugzeuge


tang. Zudem gab die in Europa einzigartige hält. Sogar aus der Schweiz waren Teilneh-
Lockheed P-38L Lightning der Flying Bulls mer ins Warbird-Mekka Duxford gekom-
aus Salzburg ihr eindrucksvolles Duxford- men: Daniel Koblet präsentierte die welt- Schwer beschädigt: Skyraider nach der Not-
Debut. Erstmals war auch die ebenso selte- weit einzige noch fliegende Morane 406. landung.
ne Republic P-47G Thunderbolt in der Ra-
zorback-Version zu sehen, allerdings nur im Piloten trotz Kollision unverletzt
Static display. Die frisch restaurierte Maschi- Am Sonntag passierte dann im Rahmen
ne, deren Schwestermodelle einst im Zwei- der grossen Abschlussformation ein Un-
ten Weltkrieg in Duxford stationiert waren, fall: Beim Verlassen einer Dreierformation,
Foto: Jürgen Schelling

soll noch in diesem Jahr zum Erstflug starten. bestehend aus zwei P-51 und einer Douglas
Weitere Raritäten waren zwei Chance Skyraider, kollidierte die Fläche der Skyrai-
Vought Corsair, zum einen die bekannte der mit der Rumpfunterseite der Mustang.
F4U-4 aus Österreich, dazu eine F4U-5NL in Während die Skyraider schwer beschädigt
bedrohlich-mattschwarzer Nachtjägeroptik am Platz notlanden konnte, war die P-51 un- Soll noch 2011 fliegen: restaurierte P-47G
aus Süddeutschland. Eines der absoluten steuerbar geworden. Pilot Rob Davies gelang Thunderbolt.
32 Cover Story Cockpit 09 2011

Foto: Rino Zigerlig (fotografix.ch)

Foto: Walter Hodel


60 Jahre Hawker Hunter mit dem Tiger-Hunter des Swiss Hunter Teams Der ehemalige trägergestützte Torpedobomber Grumman TBM-3E «Avenger»
in perfekter Formation mit der Patrouille Suisse. Die Aufnahme entstand in der Bemalung der französischen Marine (Aeronavale 4. Flottille) macht
am Trainingstag über dem Flugplatz Mollis. auch vor der ungewohnten Bergkulisse eine gute Figur. Die HB-RDG gehört
der Association «Charlie’s Heavy» in Sullens VD.

Airshow mit besonderer Kulisse


Zigermeet 2011
Bereits zum dritten Mal führte der Hunterverein Mol-
lis am 9. Juli unter dem Namen «Zigermeet» im Glarner-
land eine Flugschau durch. Bei guten Wetterbedingun-
gen besuchten rund 15 000 Personen die Veranstaltung.

L
eider ist es für den Hunterverein Mollis unmöglich, den «Graf-
Foto: Walter Wuhrmann

fity-Hunter» jemals wieder starten zu lassen. Dafür zauberten


die Glarner aber schon zum dritten Mal eine komplette Air-
show an den Himmel über Mollis. Allein die Präsenz der Schweizer
Luftwaffe zeigte den Stellenwert des «Zigermeets» deutlich auf.
Mit der Patrouille Suisse, dem PC-7 TEAM, dem Super Puma Air
Display und dem Swiss Hornet Display waren alle Vorführpiloten Wie ein Bild aus früheren Tagen des Flugplatzes Mollis: Die De Havilland
im Glarnerland präsent. DH-115 Mk. 55 «Vampire Trainer» HB-RVF der A-Jet AG aus Evilard BE.

60 Jahre Hunter
Das Swiss Hunter Team feierte mit dem Hawker Hunter T.68
HB-RVV «Tiger-Hunter» und dem Hawker Hunter F.58 HB-RVU
«Patrouille Suisse-Hunter» den sechzigsten Geburtstag des legen-
dären britischen Jets. Die beiden Piloten Paul Ruppeiner und Ueli
Leutert führten die ehemaligen Schweizer Militärjets in verschie-
denen Formationen, unter anderem mit der Patrouille Suisse oder
mit der F/A-18C des Swiss Hornet Display-Piloten Ralph Knittel, vor.
Der farbenfrohe Hawker Hunter F.58 G-PSST «Miss Demeanour»,
ein ehemaliger Schweizer Hunter (J-4104), konnte leider aufgrund
technischer Probleme nicht in die Schweiz fliegen. Wenige Tage
Foto: Walter Wuhrmann

vor dem Zigermeet erhielten die Organisatoren zudem die Absa-


ge der amerikanischen Luftwaffe, die ursprünglich eine Fairchild
A-10 Thunderbolt II vorfliegen wollte.
Dennoch konnte der Hunterverein Mollis ein interessantes Flug-
programm präsentieren. Hier einige Impressionen aus dem «Zi-
gerschlitz». Fliegerei hautnah: Peter Straub aus Näfels GL mit seinem Eigenbau-Gyrocop-
ter GyroTec DF02 HB-YPS auf dem Weg zu seinem Standplatz.
Walter Hodel
33

Foto: Walter Hodel

Foto: Walter Hodel


Die HB-RDB des Vereins Historic & Classic Airplanes in Altenrhein wurde Fliegen im engen Tal: Ralph «Deasy» Knittel nützt die Topographie bei
1943 vom Eidgenössischen Flugzeugwerk Emmen als C-3603 mit Kolben- seiner Solovorführung aus. Die einmalige Kulisse am Zigermeet ermöglicht
motor gebaut, 1978 mit einer Lycoming-Turbine zur C-3605 umgebaut spektakuläre Bilder vor einem speziellen Hintergrund.
und 1987 von der Schweizer Luftwaffe ausgemustert.
Die FMA-Flyers aus Altenrhein zeigten diese spezielle
Formation (von vorne): Republic RC-3 «Seabee» HB-SEI,
Jakowlew Jak-52 LY-HLZ, Focke-Wulf P-149D HB-KIU, Bücker
131APM «Jungmann» HB-UUM, Boeing A75N1»Stearman»
N1222N, Boeing E75 «Stearman» HB-RBG, Bücker 131APM
«Jungmann» HB-UUY.
Das Zigermeet ist nur mit vielen ehrenamtlichen Helfern
durchführbar. Auch der Chef legt selber Hand an.
Foto: Walter Hodel

Foto: Walter Hodel


Peter Reumer, Präsident Hunterverein Mollis und OK-
Präsident des Zigermeets, schleppt mit dem Vevey-Traktor
die Breitling Super Constellation zur Startbahn.

Die erste Twin Tecnam in der Schweiz


Nun ist die erste P2006T in der
Das Juwel ist gut behütet im ehemaligen
Schweiz immatrikuliert worden Unterstand der Luftwaffe.
und ist in Mollis stationiert. Eine
weitere Maschine wird im Herbst
in Fehraltorf-Speck folgen. Cockpit
hat dieses interessante Flugzeug
Foto: Walter Wuhrmann

bereits im Februar 2010


vorgestellt.

J
ahrelang galten nicht nur in Europa moderne Twin mit den sehr leisen und oder IFR-Ausbildung weiterzubilden oder
zweimotorige Propellerflugzeuge mit genügsamen Rotax 912 S3 und dem Glas- einstmals Gelerntes zu reaktivieren und
Kolbenmotor als aussterbende Spezies: cockpit passt bestens in das Konzept der wieder zu festigen.
zu hoher Spritverbrauch, zu teuer im Flugschule mit ihren emissionsarmen Flug- Die Tecnam P2006T erfüllt umfassend die
Unterhalt, zu laut. Der italienische Flug- zeugen der neuesten Generation, sind doch aktuellen und kommenden ökologischen
zeugbauer Tecnam widerlegt mit diesem seit kurzem auch drei Remos GX der LSA Anforderungen, Stichworte: MOGAS taug-
Twin diese Meinung radikal. Kategorie für die SEP-Grundschulung und lich oder sehr geringe Lärmimmissionen,
Der Haupthalter des ersten Tecnam Twins Vercharterung in Mollis im Einsatz. und dürfte damit geplagten Flugplätzen
in der Schweiz ist die Flying Division von Martin Stüssi, der Geschäftsführer von und Flugzeughaltern eine taugliche Alter-
Michel Magnin. Er hat die HB-LBU im Juli Ecoflight GmbH, möchte mit der Tecnam native zu den bisherigen Flugzeugen er-
(Werksnummer 071) importiert und stellt P2006T arrivierten PPL-Piloten die Möglich- möglichen.
diese «Bellezza» exklusiv der Flugschule keit geben, sich aviatisch mit einer kosten-
«Ecoflight» in Mollis zur Verfügung. Der günstigen und zeitgemässen MEP, CPL, VFR Walter Wuhrmann
34 Cover Story Cockpit 09 2011

Fairford 2011

40 Jahre RIAT

Fairford gilt seit langem als das Highlight aller Airshows. Auch in diesem Jahr überraschte ein attraktives
Flugprogramm die Zuschauer, die sich trotz schlechtem Wetter durch perfekte Vorführungen begeistern lies-
sen. 40 Jahre RIAT und 60 Jahre Hawker Hunter: auch 60 Teilnehmer der Cockpit-Leserreise feierten mit.

D
ie erste Airshow in North Weald der Königin, HRH Prince Michael of Kent, ihm angetan: «What a beautiful aircraft»,
fand 1971 mit 100 Flugzeugen statt. Ehrenluftkommandeur der RAF, auch die- sagte er zum Abschied.
Mit viel Engagement der freiwilli- ses Jahr Fairford besuchte. Im kurzen Ge-
gen RAF-Helfer besuchten jedes Jahr mehr spräch mit Cockpit, anlässlich der Feier «70 Flying in the rain…
und mehr Zuschauer die wohl spektaku- Jahre Air Cadets», unterstrich der Prinz die Auch wenn das Wetter, besonders an den bei-
lärste Flugschau der Welt, die später nach Bedeutung des RIAT nicht nur für die NATO, den Vormittagen, nicht mitspielte, besuch-
Greeham Common, Cottesmore und dann sondern speziell auch für die Vertiefung der ten 138 000 Zuschauer das Air Tatoo, wohn-
permanent nach Fairford dislozierte. Beziehungen aller Luftstreitkräfte. Beson- ten der Taufe des neuen Airbus RAF Tankers
Bald gab man der Airshow den Namen «In- ders gut gefielen ihm die Vorführungen der A330 «Voyager» bei und folgten der spekta-
ternational Air Tatoo», 1996 wurde das IAT historischen Flugzeuge wie Hawker Hur- kulären Airshow. Einsatz, Angriff und Auf-
durch Ihre Majestät Queen Elizabeth II. ricane, Supermarine Spitfire, Avro Lancas- klärung war das Thema 2011. Gleichzeitig
zum Royal Internationl Air Tattoo gekürt. ter, Avro Vulcan und Hawker Hunter. Auch stand das Jubiläum «50 Jahre NATO Tiger»
So überraschte es nicht, dass als Vertreter der getigerte Hunter aus Altenrhein hatte es im Vordergrund, zum «Tiger Spirit» gehör-
35

ten natürlich auch die Sonderbemalungen ❷ ❸


der zahlreich erschienenen Flugzeuge. Lei-
der waren die Amerikaner erneut unterver-
treten, sie zeigten lediglich die Fairchild Re-
public A-10C Thunderbolt II im Flug. Die
Boeing B-52H konnte am Boden bestaunt
werden, während die F-22 Raptor gar nicht
erschien, geschweige denn die F-35.
Ganz nach Schweizer Geschmack verlief
der Jubiläumsflug «60 Jahre Hawker Hun-
ter». Elegant donnerten sechs Hunter über
die Airbase, angeführt durch das Team Vi-
per, mit dabei war auch der Doppelsitzer T68 ❹
des Swiss Hunter Teams aus Altenrhein, im ❶ Heimspiel: perfekte

Cockpit sass Paul Ruppeiner. Nach der Lan- Show der Red Arrows.
Foto: Georg Mader
dung lud Sponsor ORIS zum Fotoshooting
ein, als Special Guest nahm der Chef der ❷ Synchronfliegen
zweier Hunter (Swiss
Luftwaffe, Korpskommandant Markus Gy-
Hunter mit einem Hun-
gax, am Anlass teil, einst auch Kampfpilot ter des Viper Display
auf dem Hunter, und Teammitglieder der Pa- Teams). Foto: Steve
trouille Suisse. Ruppeiner zeigte sich erfreut, Elliott
dass er mit den Engländern in ihrem Verband ❸ Typhoon: Trotz Be-
mitfliegen durfte. Von der Organisation gebe lastung durch 4 Pave-
es wohl keine perfektere und bessere Veran- way-II Lenkbomben,
staltung als das RIAT. Dies betreffe auch die 4 AMRAAM, 2 ASRAAM
Betreuung und die Display-Durchführung, und 2 1000 l Zusatz-
erklärte der Chef Flugoperationen des Flie- tanks optisch nahezu
germuseums Altenrhein. Sogar das englische genauso agil, wie beim
«nackten» Display 14
Wetter hätte seinen Reiz gehabt mit all den
Tage zuvor in Zeltweg.
wechselnden Verhältnissen. Marc Bowman zeigte
den IPA 5 in «Swing-
Erfolgreiche Cockpit-Leserreise role»-Konfiguration.
Auch die 60 Teilnehmer der Cockpit-Leser- Foto: Georg Mader.
reise konnten Highlights wie Vorführun- ❺
❹ Fünfzig Jahre alt und
gen des Avro Vulcan, der Saudi Hawks, der kein bisschen weni-
Red Arrows oder der Frecce Tricolori be- ger beeindruckend: Die
staunen. Ebenfalls auf dem Programm der Avro Vulcan XH558 ist
Reise stand der Besuch des Royal Air Force das einzige Flugzeug
dieses Typs, das noch
Museums in Hendon. Die durch den Travel-
flugfähig ist. Die strate-
Profi Hans Ruedi Vogel von der METROP gischen Bomber wur-
Travel + Tourism in Rapperswil-Jona in Zu- den in den 1970er-Jah-
sammenarbeit mit Cockpit zusammenge- ren ausgemustert, die
stellte Reise stiess bei der Gruppe auf ein XH558 ist heute auf
sehr positives Echo. Martin Sutter und Tho- der AB Bruntingthorpe
mas Rittiner aus Oberwil bei Zug, die zum stationiert. Foto:
ersten Mal ins Königreich, respektive nach Georg Mader
Fairford reisten, zeigten sich über die per- ❺ Die US-Air Force

fekte Flugschau, die sie im Aviation Club zeigte einzig die A-10C
Thunderbolt II im Flug.
verfolgten, begeistert. Der ehemalige P-3 Pi-
Foto: Martjin Akker-
lot Mario Groppi mans
gratulierte Cock-
❼ ❻ ❻ Die Cockpit-Leser-
pit für die gut reise-Gruppe besuchte
eingespielte Or- auch das RAF Museum
ganisation wäh- Hendon. Foto: Rolf
rend sein Kolle- Müller
ge Daniel Eckert, ❼ Schweizer Small-
der Flugverkehrs- talk: KKdt Markus Gy-
leiter in Cointrin gax und Paul Ruppei-
war, die Reise als ner vor dem Hunter
«impeccable» be- T.Mk.68 des Swiss Hun-
ter Teams. Foto: Rolf
zeichnete.
Müller

Rolf Müller
36 Cover Story Cockpit 09 2011

Fotos: Samuel Sommer


Beeindruckendes Schauspiel beim Start der zweimotorigen Die Seabee HB-SEI aus Altenrhein landete zum ersten Mal auf dem
Sikorsky S-38. Brienzersee.

Gischt unter den Flügeln


Am ersten Juliwochenende herrschte Hochbetrieb auf dem Brienzersee. Insgesamt neun Flugzeuge
starteten und wasserten am 9. Wasserflugzeugtreffen in der Bucht von Bönigen: ein bunter Typenmix
von Seaplanes aus Europa und Amerika.

B
esonders erwähnenswert ist sicher die Anwesenheit der Si- was Besonderes einfallen lassen. Jedenfalls hat sich das Meeting
korsky S-38 von Tom Schrade (siehe Cockpit 12/2010); auch auf dem Brienzersee in den letzten Jahren zu einem beachtlichen
die Seabee aus Altenrhein machte im nassen Element «eine Anlass entwickelt und demonstriert Wasserfliegerfeeling auf hei-

90x28
sehr gute Figur». mischen Gewässern, wie sonst nur im hohen Norden zu sehen!
Auf die 10. (Jubiläums-)Ausgabe im kommenden Jahr dürfen wir
gespannt sein. Die Organisatoren der SPAS werden sich sicher et- Samuel Sommer

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in der Biderbaracke in Langenbruck BL, der Heimatgemeinde von
Oskar Bider. Gezeigt werden neben dem sich im Bau befindlichen
Flugzeug auch Bücher, Fotos, Bilder und Pläne. Ab 15:00 Uhr wird der
legendäre Spielfilm „Bider der Flieger“ aus dem Jahre 1941 gezeigt.

Ort: Bider-Baracke, Schöntalstrasse, 4438 Langenbruck BL


Öffnungszeiten: Jeden ersten Sonntag im Monat von 14:00 – 17:00 Uhr
Eintritt: Erwachsene CHF 5.00, Kinder CHF 2.00
Weitere Infos: www.nieuport.ch und www.langenbruck.ch

Besichtigung für Gruppen ausserhalb der Öffnungszeiten: Tel. 079 744 66 63.
Helicopter 37

Notsituation sicher meistern


Erster Schweizer «Robinson
Safety Course»
Vor 28 Jahren begann Robinson Helicopters mit Si-
cherheitskursen für Hubschrauberpiloten. Seither
sind die Unfälle markant zurückgegangen. Die Sitter-
dorfer Firma Valair AG führte nun vom 1. bis 3. Juli
erstmals einen solchen Kurs in der Schweiz durch. In
Neuenburg lernten die 23 Teilnehmer aus vier Nati-
onen in kleinen Gruppen Notfallszenarien in Theorie
und Praxis kennen.

S
eit Anfang 2000 benötigen Robinson-Piloten einen gesetzlich
vorgeschriebenen Sicherheitskurs (Robinson Safety Aware-
ness Course). Dieser dient der Flugsicherheit und der Unfall-
verhütung und wird von den Flugschulen selber durchgeführt. In
den USA müssen Robinson-Fluglehrer zudem einen weitergehen-
den Sicherheitskurs (Robinson Safety Course) absolvieren. Dieser
Kurs ist in Europa freiwillig, wird jedoch von den zuständigen Be-
hörden empfohlen. Normalerweise müssen die Kursteilnehmer
nach Amerika reisen. In diesem Jahr organisierte Hansruedi Am-

Fotos: Valair.ch
rhein, Geschäftsführer der Valair AG, erstmals einen Robinson Sa-
fety Course in der Schweiz. Dieser war, nach Costa Rica und Dä-
nemark, der letzte von lediglich drei internationalen Kursen in
diesem Jahr. Oben: Auch für Claude Vuichard vom Bazl (links) ein Erlebnis – Beherr-
schung «in extremis». Tim Tucker zeigt den Teilnehmern, was in Not-
Ausserordentliche Situationen situationen noch möglich ist.
«Die Piloten müssen wissen, dass sie die Maschinen in ausseror- Unten: «Sicherheit beginnt schon vor dem Flug», erklärt Arthur Hofer,
dentlichen Situationen auch ausserordentlich fordern können», der Leiter von Valair Maintenance in Neuenburg den Teilnehmern: «Wer
fasst Kursleiter und Bazl-Experte Paul Campiche den Kursinhalt die Vorflugkontrolle vernachlässigt, geht ein unnötiges Risiko ein.»
zusammen. Das Seminar zeigte wirksame Massnahmen und Ver-
haltensweisen zum sicheren Betrieb von Hubschraubern mit Zwei-
blatt-Rotoren auf. In kleinen Gruppen blieb den Teilnehmern ge- Beitrag zur Sicherheit
nug Zeit für Fragen, den Erfahrungsaustausch und persönliche Der Kurs entsprach den Vorgaben für «Foreign Safety Courses» von
Gespräche mit Tim Tucker und den Robinson-Experten von Valair. Robinson. Am Ende überreichte Tim Tucker jedem Teilnehmer das
Zertifikat «Overseas Certificate of Completion». Diese Zertifikate
Kein Flug zum Vergessen sind in Europa noch selten, aber Valair-Chef Amrhein will das än-
Der unbestrittene Höhepunkt für die Teilnehmer aus der Schweiz, dern: «Seit Robinson 1983 diese Kurse einführte, sind die Unfälle
Deutschland, Österreich und Frankreich war der Flug mit Tim Tu- stark zurückgegangen. Dieser erste Schweizer Kurs war einer un-
cker. Der Chefinstruktor und -fluglehrer von Robinson wird als He- serer Beiträge zur Flugsicherheit. Die Piloten haben gelernt, siche-
likopter-Legende bezeichnet. Seit 1983 trainiert er Piloten in Sicher- rer mit dem Arbeitsgerät umzugehen. Die Fluglehrer unter ihnen
heitsfragen und Notfallverfahren. Seine Erfahrungen basieren auf werden das Gelernte weitergeben.»
22 000 Flugstunden. Tucker zeigte in den Schulungsflügen Autoro-
tationen und andere Notfallverfahren in allen Varianten: Mit low Walter Hodel
speed, senkrecht, seitwärts oder im Kurvenflug übten die 23 Flug-
lehrer, Berufs- oder Privatpiloten sowie Helikopter-Fachleute des
Ein Muss für R66-Piloten
Bazls den Notabstieg (Autorotation) und andere Verfahren. Sicht-
Was für den R22- oder R44-Piloten freiwillig ist, wird für den R66-Pi-
lich erstaunt verliessen die meisten nach dreissig Minuten den Pi-
loten obligatorisch. Zukünftig müssen auch alle Schweizer Hubschrau-
lotensitz – um sich gleich für eine zusätzliche Lektion einzuschrei-
berpiloten, die Passagiere im neuen Robinson R66 Turbine befördern
ben. «Es ist immer wieder eindrücklich zu sehen, wie Tim Tucker
wollen, den «Robinson Safety Course» bestanden haben.
selbst erfahrene Piloten sicherer macht», sagt Hansruedi Amrhein.
38 Helicopter Cockpit 09 2011

Landeplatz Inselspital
Erstes ziviles Helikopter GPS-Anflugverfahren eingeführt
Ende Juli wurde das neue GPS-An-
flugverfahren der Rega auf das
Berner Inselspital vom Bundesamt
für Zivilluftfahrt freigegeben – dies
bedeutet ein grosser und langer-
sehnter Meilenstein in der Schwei-
zer Helikopter-Rettungsfliegerei.

Foto: Samuel Sommer


un ist es möglich, auch bei schwie-
rigen Witterungsverhältnissen die
Landeplattform direkt und sicher
anzufliegen. Damit lassen sich vermehrt
Zwischenlandungen vermeiden, um, wet- Der EC 145 befindet sich im Anflug beim Entscheidungspunkt, wo nach Sicht der letzte Ab-
terbedingt, Patienten in einen Rettungswa- schnitt geflogen werden muss. Links im Bild sind die Kamine erkennbar, wo die Webcam mon-
gen umladen zu müssen. Bei Rettungstrans- tiert ist. Bei Probeanflügen wurde unter anderem sichergestellt, dass allfällige Hindernisse
porten kann jede Minute entscheidend sein. auch bei schlechten Lichtverhältnissen gut sichtbar sind und in ausreichendem Abstand über-
flogen werden können. Link: helipad.org.
Die Wintermonate und deren hartnäckige
Hochnebellagen bilden eine ganz besonde-
re Herausforderung für die Helikopterbe- ein Bild über die vorherrschende Situation basen werden mit relativ geringem Aufwand
satzungen: Die unter dem Deckel liegenden im Endanflugteil machen. nachgerüstet werden. Die Crewschulung ist
Zentrumsspitäler können nicht, oder nur Damit die Landeplattform bei Nacht bes- im Gange, geplant ist bis 2015 die Umschu-
mit lärmintensiven tiefen Anflügen, unter ser sichtbar ist, wurde zusätzlich die Be- lung aller Crews abzuschliessen. Da in der
der Nebelgrenze erreicht werden. Dies soll leuchtung optimiert; aus dem vorgegebe- Anflugphase beispielsweise auch ein Ret-
nun für die Rega beim häufig angeflogenen nen Track stört nämlich im Hintergrund tungssanitäter gewisse unterstützende Funk-
Inselspital der Vergangenheit angehören – das Lichtermeer des Berner Bahnhofs nicht tionen übernehmen kann, sind immer gan-
zumindest in den meisten Fällen. unerheblich. ze Crews zur entsprechenden Umschulung
verpflichtet (siehe Kasten). Das Anflugver-
GPS-Anflüge nur im kontrollierten Moderne Rettungshelikopter fahren kann im Simulator hervorragend trai-
Luftraum Voraussetzung für ein sicheres GPS-Anflug- niert werden, so dass nur wenige echte Trai-
Nach Aussage von Chefpilot Heinz Leibund- verfahren sind natürlich entsprechend aus- ningsflüge notwendig sind.
gut bietet das Inselspital die richtigen Vor- gerüstete Helikopter und ausgebildete Crew- Die Rega arbeitet bereits seit längerem mit
aussetzungen für ein derartiges Verfahren, Mitglieder. Die EC 145 der Flachlandbasen Unterstützung des Koordinations- und Steu-
da es sich im kontrollierten Luftraum (CTR) sind bereits für den Instrumentenflug ausge- erungsprogramms «CHIPS» an der Zulas-
Bern-Belp befindet. Der Einflugkorridor be- rüstet, die neuen «Da Vinci» auf den Gebirgs- sung von GPS-gestützten Anflugverfahren
findet sich westlich der Stadt Bern, wo der
Heli auf einer definierten Flughöhe und mit
Hintergrund
vorgeschriebener maximalen Geschwindig-
Das GPS Point in Space-Verfahren ist ein Nichtpräzisionsanflug gemäss ICAO-Vorgaben. Für die
keit den Sinkflug durch die Wolkendecke
operationelle Zulassung musste ein Standard Operation Procedures Manual (SOP) erstellt wer-
beginnt – auf dem ebenfalls genau definier-
den. Darin werden die verfahrenstechnischen Handlungen und Aufgaben der Piloten definiert.
ten GPS-Track.
Diese Standards werden auch für die theoretische und fliegerische GPS-Ausbildung verwendet.
Der letzte Abschnitt, das heisst ab Höhe
Der EC-145 und die notwendige Instrumentierung sind für das IFR-GPS-Verfahren zugelassen.
der Kamine der Kehrrichtverbrennungs-
Für den Anflug sind mindestens fünf GPS-Satelliten notwendig. Mit der Eurocontrol-Webseite
anlage, muss nach Sicht geflogen werden;
http://augur.ecacnav.com kann der Pilot diese geforderte Minimum-Satellitenkonstellation prüfen.
diese Kamine bilden somit den Entschei-
Zurzeit ist das Inselspital noch nicht als Destination in der Eurocontrol-Datenbank vorhanden,
dungspunkt, ob eine Landung gefahrlos
die Rega verwendet in der Übergangszeit den Flughafen Bern-Belp (LSZB).
möglich ist oder ob das Fehlanflugverfah-
Die zwei im EC-145 installierten FMS ermöglichen es dem Piloten, die Konstellation kurz vor dem
ren eingeleitet werden soll. In Zusammen-
Anflug nochmals zu prüfen. Zudem vollführt das FMS eine eigenständige Prüfung. Ist die Prüfung
arbeit mit Meteo Schweiz wurde auf einem
erfolgreich, kann der Pilot den Anflug beginnen. Bei fehlerhafter Prüfung oder unzureichender
Kamin eine Webcam mit Blick auf die Lan-
Sicht am Anflugminimum muss der Pilot den Anflug abbrechen und das Fehlanflugverfahren zum
deplattform installiert, so kann sich die Be-
Flughafen Bern-Belp einleiten. Rega
satzung bereits vorgängig und auch im Flug
39

für Spitallandeplätze. In zahlreichen Tests wurde der Beweis er-


Heinz Leibundgut, Post-

Foto: Rega
bracht, dass die heutige Technik die sichere Durchführung solcher
holder Flight Operation
Anflüge zulässt. Chefpilot Heinz Leibundgut und sein Team sind
Helicopter und Chefpilot:
bereits in der Vorstudie für neue Projekte auf weitere Zentrumsspi-
«Der GPS-Anflug ist im FMS fest
täler, was sich jedoch noch etwas hinauszögern kann, da die Voraus-
programmiert. Der Pilot fliegt
setzungen nicht überall so optimal sind wie in Bern.
die Flugwege mit dem 3-Ach-
sen-Autopilot, mit einer ange-
Samuel Sommer
zeigten Geschwindigkeit von
70 kts. Die vorgegebenen Flug-
höhen der einzelnen Flugab-
schnitte, welche die Hindernis-
freiheiten garantieren, müssen
durch den Piloten eingehalten
werden. Die grösstmögliche
Abweichung vom vorgegebe-
nen Flugweg ist 0,25 NM auf
jede Flugwegseite. In der Re-
gel ist die aktuelle Flugwegabweichung nicht grösser als 0,15 NM.
Foto: Samuel Sommer Durch die bewusst gewählte tiefe Anfluggeschwindigkeit von
70 kt können die Flugkorridore mit der notwendigen Hindernisfreiheit
verkleinert werden. Mit der kleinen Anfluggeschwindigkeit wird der
Wind-Korrektur-Winkel (WCA) grösser. Der Anflugwinkel ist mit zirka
4,75 Grad steiler als ein normaler ILS-Anflug.
Wir fliegen das Verfahren zwar Single-Pilot, aber unter Beteiligung
Der Abflug erfolgt nach Sicht oder nach vorgegebenem Nebeldurch-
der Hems-Crew-Member (HCM). Mit einem definierten und trainier-
stossverfahren. Das neue GPS-Anflugverfahren ist in der Flugverkehrs-
überwachung des Flughafens Bern-Belp integriert, dabei gelten nach ten Crew-Konzept bezieht die Rega den Rettungssanitäter (HCM) im
wie vor die Regeln der Priorität von Rettungsflügen. Cockpit fest in die Operation ein.
Solche GPS-Instrumentenflugverfahren zu Spitälern werden die Zu-
kunft der Rettungsfliegerei weltweit prägen. Zurzeit sind die ge-
setzlichen Vorgaben in der Schweiz so, dass für den IFR-Flug die
Flugverkehrsleitung notwendig ist. Diese geforderte Dienstleistung
wird jedoch nur im kontrollierten Luftraum für den IFR-Flug erteilt.
Die EASA beabsichtigt in wenigen Jahren den IFR im Luftraum Golf
zuzulassen.
Damit die Rega diese Zusatzleistung für die Patienten optimal nut-
zen kann, werden neben weiteren Verfahren zu den Spitälern auch
bis etwa 2015 alle Piloten für den Instrumentenflug ausgebildet sein
Foto: Samuel Sommer

und die Agusta-Gebirgsflotte entsprechend den EASA-Anforderungen


nachgerüstet werden. Die EC-145-Flotte verfügt bereits über die IFR-
GPS-Zulassung. Die IFR-Ausbildung wird in der FTO der Rega ausge-
führt. Hier wird uns der AW 109 Full Flight Helikopter-Simulator, den wir
am Flughafen Zürich bauen, mittelfristig sehr gute Dienste leisten.» mt
Die grosse Landeplattform beim Berner Inselspital.

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40 Helicopter Cockpit 09 2011

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41

Heli-Focus

Der R44 HB-ZDZ mit seiner weissen «Road-


watcher TCS»-Seite, ausgerüstet mit einer
Wescam 16SS1000.

Foto: Valair AG
Heli «Delta Zulu»
E
ine Paarung von zwei Kennzeichen, wurde. Speziell ist, dass diese Helikopter HB-XDZ SA.315B Lama; S/N 2349; B/J 1973;
welche keine lange Präsenzzeit jeweils eine Lackierung in unterschiedli- Eintrag: 13. April 1973, Eigentümer & Hal-
im Schweizer Register hatten. Die chen Farben auf den beiden Rumpfseiten ter: Heliswiss; Unfall: 15. Februar 1974 im
SA.315B HB-XDZ verunfallte zehn Mona- tragen. Links eine weiss-rote mit der Auf- Hungerliwald/VS; Löschung: 28. Juni 1974;
te nach dem Eintrag und wurde danach schrift «Roadwatcher» und rechts in gelb- spätere Kennzeichen: F-BVUG, HB-XGP.
gelöscht. Nach dem Verkauf nach Frank- rot mit der Aufschrift «Patrouille». Die Del-
reich wurde der Helikopter wieder aufge- ta Zulu wurde oft für die Verkehrskontrolle HB-ZDZ Robinson R44 Raven; S/N 1152;
baut und am 9. Juni 1977 als HB-XGP der eingesetzt, so auch während der Expo. Nach B/J 2002; Eintrag: 1. Februar 2002, Eigentü-
Air Glaciers SA erneut in der Schweiz re- drei Jahren wurde der Helikopter an den He- mer & Halter: Valair AG; Löschung: 23. Fe-
gistriert. Der Robinson R44 HB-ZDZ war liclub du Poitou nach Frankreich verkauft bruar 2005; neues Kennzeichen: F-HCDP.
der erste von bisher drei R44, welcher in und mit der R44 Raven II HB-ZGZ ersetzt.
den TCS-Farben von der Valair AG operiert Die beiden Helikopter im Detail: Markus Herzig, www.SwissHeli.com
Foto: Paul Schüpbach

Der SA.315B Lama HB-XDZ in der speziellen


orangen Lackierung in Bern-Belp.
Links: Der R44 HB-ZDZ in Biel-Kappelen mit
Foto: Markus Herzig

der gelben «Patrouille TCS»-Lackierung auf


der rechten Seite.
42 History Cockpit 09 2011

Kampf
ums Öl
Rumänische
IAR-80 mit
Schweizer

Foto: Dan Antoniu


Bewaffnung
Es war in der Tat nicht ganz ohne Eigennutz, als Schweizer Kanonen in Jagdflugzeugen zum Einsatz kamen,
die mit dem Schutz der rumänischen Erdöl-Raffinerien beauftragt waren. Denn ein Grossteil des hochoktani-
gen Benzins für die Schweizer Fliegertruppe stammte während des Zweiten Weltkrieges von den rund um
Ploesti gelegenen Erdölfeldern.

K
eine Zweifel, die rumänische Luft- schmitt Bf 109 E-3 zum Einbau. Die 26,3 Ki- gestellt. Die Icaria ersetzten in den Tragflä-
waffenführung befand sich in ei- logramm schwere Bordkanone besass eine chen einen Teil der Browning FN.
nem Dilemma: Ihr Standardjäger Kadenz von 540 Schuss pro Minute sowie Die mit Waffen schweizerischen Ur-
IAR-80 (siehe Kasten rechte Seite) besass eine Mündungsgeschwindigkeit von 700 sprungs bestückten Jagdflugzeuge er-
zur Abwehr der seit Juni 1942 gegen die Metern pro Sekunde. hielten die Bezeichnung IAR-80 C und
Erdölindustrie angesetzten amerikanischen Die Kontakte der Rumänen zur Zürcher waren mit einem K-14-1000 A Trieb-
Bomber einfach zu wenig Biss. Zu Beginn des Waffenschmiede waren zu diesem Zeit- werk von 1025 PS Startleistung ausge-
Russlandfeldzuges im Sommer 1941 – als punkt nicht neu. Im Gegenteil: Die Werk- rüstet. Eine erste Serie von 10 Flugzeu-
sich die IAR-80 mit sowjetischen Jak-1 oder zeugmaschinenfabrik Oerlikon exportierte gen (Werknummer 241 bis 250) erhielt
der MiG-3 tummelte – war die Feuerkraft im grossen Stil Fliegerabwehrgeschütze ins des höheren Abfluggewichtes wegen je
von sechs 7,92 mm Browning FN Maschi- vom Erdölreichtum sehr gesegnete Land. eine Strebe am Höhenleitwerk eingebaut.
nengewehren noch ausreichend. Doch die Bereits im Oktober 1941 flog eine rumäni- Mit dieser Massnahme sollten Verformun-
waffenstarrenden Consolidated B-24 Libe- sche Wirtschaftsdelegation in die Schweiz. gen im Heckbereich vermieden werden.
rator erwiesen sich von einem massiv ande- Sie erwarb unter anderem 20 mm Kanonen Eine zweite Serie von 40 Einheiten (Werk-
ren Kaliber. Den Rumänen war schnell klar: sowie eine erste Tranche von 70 000 Schuss nummer 251 bis 290) besass einen verbes-
dieser Gegner liess sich nur mit schweren Munition. Zwischen September 1942 und serten Panzerschutz für den Piloten sowie
Kanonen bekämpfen – und solche fehlten April 1943 ist die Lieferung von insgesamt selbstdichtende Treibstofftanks.
in den Arsenalen der Balkanmonarchie. 475 Geschützen im Gesamtwert von 16,2 Obwohl die IAR-80 im Verlaufe des Zwei-
Millionen Franken nachweisbar. Diese Zahl ten Weltkrieges den über Rumänien ope-
Ein Fluss von Schweizer Waffen geht aus Akten im Berner Bundesarchiv her- rierenden amerikanischen Einsatzverbän-
Die staatliche Industria Aeronautica Roma- vor. Kompensiert wurden diese Aufträge un- den des 9th Bomber Command sowie der
na (IAR) wurde bei der Suche nach einer ter anderem durch rumänisches Mineralöl 15th Air Force immer wieder schmerzli-
stärkeren Bewaffnung für ihre IAR-80 fün- sowie Flugzeugbenzin (siehe Artikel rech- che Nadelstiche zuführte, blieb der Typ
dig – und zwar in der Schweiz. Dort hatte te Seite). durch die alliierten Nachrichtendienste
die Werkzeugmaschinenfabrik Oerlikon unentdeckt und in den Gefechtsberichten
bereits in den Zwischenkriegsjahren eine Mit der Oerlikon Kanone mit keinem Wort erwähnt. In blanker Un-
20 mm Flügelkanone entwickelt, die sogar Mit grösster Wahrscheinlichkeit sind nur kenntnis sprachen gegnerische Besatzun-
im Fernen Osten Abnehmer fand. Der deut- wenige der 20 mm Flügelkanonen direkt gen den Typ als Focke Wulf Fw 190 an – ob-
sche Rüstungskonzern Rheinmetall-Borsig aus der Schweiz nach Rumänien geliefert wohl dieser Standardjäger der deutschen
baute diese Waffe ab 1935 als MG FF in Li- worden. Das Königreich hat einen Grossteil Luftwaffe nur vereinzelt über Rumänien
zenz. Sie kam unter anderem bei der Messer- unter der Bezeichnung Icaria in Lizenz her- zum Einsatz kam.
43

Der rumänische Jäger IAR-80


Das ausserhalb des Herstellerlandes kaum
bekannte rumänische Jagdflugzeug IAR-80
entstand mit polnischer Schützenhilfe. So

Foto: Leander Rosenfeld


war der Rumpf strukturmässig der PZL-24
entlehnt. Als Triebwerk kam bei den ers-
ten Versionen das IAR K-14 II-C-36 mit einer
Leistung von 960 PS zum Einbau – eine Li-
zenz des französischen Gnôme-Rhône 14 K
Fertigung der IAR-80 C bei der Industria Aero- Mistral-Major. Der Prototyp startete im April
nautica Romana (IAR) in Brasov: Dieses Bau- 1939 mit Hauptmann Dumitru Popescu am
los umfasste die Werknummern 251 bis 290.
Steuer zum Jungfernflug.
Die Version der IAR-80 war mit der von der
Die ersten Einheiten rollten während des
Zürcher Werkzeugmaschinenfabrik Oerlikon
entwickelten 20 mm Flügelkanone ausge- Frühjahrs 1940 in Brasov (Kronstadt) vom
Foto: Leander Rosenfeld

rüstet. Band und gelangten zur Grupul 8 Vinatoare


Farbbild linke Seite: Späte Versionen der ru- (8. Jagdfliegergruppe). Nachdem sich Ru-
mänischen Eigenentwicklung IAR-80 wa- mänien im Sommer 1941 am Angriff auf
ren zur Bekämpfung der schweren amerika- die Sowjetunion beteiligte (Cockpit-Ausga-
nischen Bomber mit 20 mm Flügelkanonen be 6/2011) flogen die IAR-80 Einsätze über
Die Industria Aeronautica Romana (IAR) pro- ausgerüstet. Die Industria Aeronautica Ro- Bessarabien und der Ukraine. Die Jagdbom-
duzierte zwischen April 1940 und Ende 1943 mana (IAR) trug die Werknummer jeweils in bervariante IAR-81 war mit einer schwenk-
insgesamt 461 IAR-80 in ihrem Werk in grossen weissen Ziffern auf dem Seitenleit- baren Abwurfvorrichtung zur Aufnahme
Brasov (Kronstadt). werk auf.
einer 225 Kilogramm schweren Bombe
ausgerüstet. Das staatliche Flugzeugwerk
Industria Aeronautica Romana fertigte bis
Ende 1943 insgesamt 461 Einheiten der IAR-
80/81. Ein mit einem Original-Triebwerk ver-

Rumänisches Erdöl für die sehenes Replika befindet sich seit 1989 im
Bukarester Militärmuseum. (sta)

Schweizer Fliegertruppe
Hinter dem Rücken des Dritten Reiches nischen Raffinerien rund um Ploesti ge- Abstand nehmen und die Lieferung für Sie
verschob Rumänien während des Zweiten brauchsfertig aufbereitete Flugbenzin. Das sofort durchführen», heisst es in einer, im
Weltkrieges grosse Mengen hochoktaniges faschistische Italien erhielt Ende 1943 da- deutschen Bundesarchiv in Freiburg lagern-
Flugbenzin in die Schweiz. Diese damals von 1000 Tonnen – dies im Tausch gegen den, an die Luftwaffenmission gerichteten
streng geheimen Lieferungen liess sich die Breda-Maschinengewehre. Die gleiche Men- Note vom 25. Februar 1944. Die tatsächliche
Balkanmonarchie vergolden. ge ging im Februar 1944 an Bulgarien, das Destination dieser 250 Tonnen Flugbenzin
Mit dem von Basen in der libyschen Wüs- dafür Lammfelle lieferte. geht aus den heute verfügbaren Dokumen-
te geflogenen Angriff vom 1. August 1943 Kaum bekannt ist die Tatsache, dass Ru- ten allerdings nicht hervor.
auf die Erdölfelder im rumänischen Ploesti mänien während des Zweiten Weltkrieges
trachteten die amerikanischen Luftstreit- einen Grossteil des Treibstoffbedarfs der Hans-Heiri Stapfer
kräfte auch Raffinieren, welche die Schwei- Schweizer Fliegertruppe deckte. Nachweis-
zer Fliegertruppe für praktisch die gesamte bar ist beispielsweise am 8. Dezember 1943
Dauer des Zweiten Weltkrieges mit hochok- eine gegenüber dem Dritten Reich geheim
tanigem Treibstoff versorgten (siehe Cock- gehaltene Lieferung von 100 Tonnen hoch-
pit 07/2011). oktanigem Flugbenzin der Raffinerie Credi-
Entgegen einem Abkommen, wonach ru- tul Minier für 191 421 rumänische Lei per
mänisches Erdöl nur dem Förderland sowie Tonne. Ein Preis, der ganz massiv über dem
dem Dritten Reich zur Verfügung stehen normalerweise dem Dritten Reich verrech-
sollte, trieb der diktatorisch herrschende neten Niveau lag.
Marschall Ion Antonescu rege und durch- Die Veräusserung von weiteren, der Schweiz
aus lukrative Tauschgeschäfte mit anderen bereits bindend zugesagten 250 Tonnen ver-
Foto: Bundesarchiv Bern

Ländern. suchte die deutsche Luftwaffenmission in


Rumänien mit allen Mitteln zu unterbin-
Öl gegen Waffen und Lammfelle den, nachdem sie von diesem hochbrisan-
Dokumente im deutschen Bundesarchiv ten Deal Wind bekommen hatte. Die bei
in Freiburg sprechen davon, dass Rumäni- Ploesti gelegene staatliche Raffinerie Credi-
en alleine während des Jahres 1943 insge- tul Minier offerierte in der Folge dieses Flug- Betanken einer Bf 109 E-3 der Schweizer Flie-
samt 58 000 Tonnen Mineralöl an neutrale benzin der deutschen Interessenvertretung gertruppe: Einen Grossteil ihres Treibstoffbe-
Länder wie die Türkei, Schweden und die in Rumänien zum identischen, der Eidge- darfs deckten die Eidgenossen während des
Schweiz lieferte. nossenschaft angebotenen Preis: «Wir wür- Zweiten Weltkrieges durch Lieferungen aus
Rumänien.
Besonders begehrt war das in den rumä- den in diesem Falle vom Schweizer Käufer
44 History Cockpit 09 2011

Vor
25 Jahren
im Cockpit…

D
er ausführlicher Bericht «Neue
russische Kampfflugzeuge» zeigt
einige interessante Details auf; so
auch ein Projekt, das nie zur Ausführung
kam: Der Orlan Transporter sollte, von einer
Propellerturbine angetrieben, nur 15 Me-
ter über dem Meeresspiegel fliegen. Wissen
Cockpit-Leser mehr über dieses Projekt?
Auch dem abgebildeten VTOL-Kampfflug-
zeug Jak-38 war keine grosse Karriere be-
schieden. Bisher scheinen Senkrechtstarter
eine britische Domäne (gewesen) zu sein.
Ein ebenfalls ausführlicher Bericht befasst
sich mit «der dritten deutschen Luftwaffe»,
also der im Jahr 1956 von den Alliierten ini-
tiierten Nachfolgeorganisation der ehema-
ligen Luftstreitkräfte. Der Beginn in Fürs-
tenfeldbruck war bescheiden: Lockheed
T-33A, T-6 Harvard und Piper L-18C… Alf-
red W. Krüger beschreibt jedoch detailliert
die Entwicklung bis 1986, also dem Erschei-
nungsdatum der zur Besprechung vorlie-
genden Cockpit-Ausgabe.
Im Artikel über die «Felddienstperiode
Fl RS 1/28» erscheint der Buochser «Flug-
platz» wohl zum ersten Mal in dieser Funk-
tion. Auf der Allmend kamen in Jahr 1928
DH 5 zum Einsatz. mt

Titelbild: Russische MiG-29 über der finni-


schen Basis von Rissala.
45

Staffeln der Welt

The Vipers
Weltweit
das einzige
Hunterteam
Die Vipers bewahren eine briti-
sche Tradition. Gab es doch einst
bei RAF und Navy mehr als ein
Dutzend militärische Kunstflug-
teams auf dem Hunter.
Die erweiterte Formation (Fairford 2011); die Vipers im Formationsstart (kleines Bild, Fairford
2011).

S
einen Namen hat das Team vom Rolls in Leuchars. Mark Southern und Ben Morell tiger Einsitzer (G-PSST) und der «Swiss-Ti-
Royce Viper Triebwerk. Bis zur Saison sind mittlerweile bei Airlines Flugkapitäne ger» (HB-RVV, ex J- 4206). Nachdem diese
2010 flogen die Vipers noch mit vier auf Boeing 767 und Airbus A 319. Der einzi- die Formation verlassen hatten, gab es die
«Strikemaster»-Jets, einer Weiterentwick- ge «Zivilist» ist Gerald Williams. Standardvorführung mit Formationswech-
lung des Jet Provost. Dieser frühere Düsen- seln. In Führung ein Doppelsitzer (G-BXFI),
trainer der RAF ist mit eben diesem Trieb- Die Flugzeuge in der linken Flügelposition die Marinever-
werk ausgerüstet. Auf dem Flugtag in Volkel Das Team hat verschiedene Varianten des sion GA.11 (G-GAII) und rechts wieder ein
2009 nutzte das Team unter anderem die Hunter im Bestand. Zwei T.7 Trainer mit den Trainer (G-VETA). Auffällig im «Slot» ein
Strikemaster mit den Kennungen G-VPER, Kennungen G-VETA und G-BXFI. Die Jagd- schwarzer Einsitzer (XG194/N). Seine La-
G-MXPH und G-UVNR. bomberversion FGA.9 (G-ETPS) ist ebenso ckierung ist angeglichen an die Hunter der
vertreten wie die Einsatzmuster der Marine «Black Arrows» von der No.111 Squadron
Die Piloten GA.11 (G-GAII) und PR.11 (G-PRII). Ende der 1950er-Jahre.
Die Vipers sind, mit einer Ausnahme, ak-
tive oder ehemalige Flugzeugführer der RIAT Fairford 2011 Werner Baier
RAF. Leader ist Sqn Ldr Chris Heames mit Beim RIAT 2011 sah man allerdings eine an-
über 6000 Stunden auf Einsatzmaschinen dere Zusammenstellung der Formation. Die Quellen
wie Hunter, Phantom, Lightning und Tor- Diamond-Four-Basisformation war, für eini- Programmheft RIAT Fairford 2011
nado. Sqn Ldr Dan Arlett fliegt hauptberuf- ge Passagen, durch zwei «Gäste» erweitert. Ashley Hawker Hunter in action
lich Tornado F.3 bei der No. 111 Squadron Diese Ergänzung bildeten ein farbenpräch- Text- und Bildarchive des Autors
Alle Fotos: Werner Baier

Die Vipers in Diamond-Four-Formation.

Flugvorbereitungen (Strikemaster, Volkel 2009).


46 Media Pick Cockpit 09 2011

mirage Luftrettung Dornier – von den


das fliegende Roland Oster be- Anfängen bis 1945
schreibt die Geschich- Dieses Buch stellt über 50
Dreieck te der Luftrettung
Das zweite Werk der Au- Dornier-Konstruktionen
von den Anfängen in Wort und Bild vor. Da-
toren von «hunter – ein
bis heute. Allgemei- runter auch das erste im
jäger für die schweiz».
ne Aspekte, Einsatz- Schweizer Dornier-Werk
Die komplette Ge-
arten, Fluggeräte und in Altenrheim gebaute
schichte der Schweizer
die Organisationen in Verkehrsflugboot Do L II
Mirage III. Auf rund 400
Deutschland, Luxem- «Delphin III» sowie die
Seiten beschreiben sie
burg, Österreich, Süd- legendäre Do X und wei-
den legendären Deltajä-
tirol und in der Schweiz werden erläutert. Allein der tere Typen. WH
ger in Diensten der Schweizer Luftwaffe. Hintergrund-
Schweizer Teil umfasst zwanzig Seiten. WH Günter Frost, Karl Kössler und Volker Kroos
informationen und Geschichten aus dem Alltag der
Roland Oster Dornier – von den Anfängen bis 1945
Mirage-Piloten, Risszeichnungen, tolle Bilder und ein
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Deutsche Flugzeu- Saab JAS-39 Messerschmitt


ge bis 1945 Gripen Me 109
Dieses Buch ist die Be- Colours & Mar- Die Geschichte der Mes-
standesaufnahme aller serschmitt Bf (Me) 109 ist
historischen deutschen
kings nun als Sonderausgabe im
Die Autoren präsen-
Flugzeuge, die weltweit Doppelband erhältlich. Auf
tieren zwölf Gripen
in Museen oder in Privat- 287 Seiten beschreiben die
von allen derzeiti-
besitz erhalten geblieben Autoren mit vielen histo-
gen Betreibern (Schweden, Tschechien, Ungarn, Süd-
sind. Peter Cohausz stellt rischen Bildern und Riss-
afrika und Thailand), darunter mehrere mit Sonder-
in Einzelbeschrieben oder zeichnungen alle Varianten
anstrichen. Zu jedem beschriebenen Flugzeug findet
Tabellen über 250 Ty- von der Bf 109A bis zur Bf
der Modellbauer farbige Dreiseitenrisse und entspre-
pen oder 3100 Flugzeuge vor. Darunter auch viele 109K. Darunter auch die bei der Schweizer Luftwaf-
chende Abziehbilder für den Modellbausatz. WH
«Schweizer» wie die Bücker 131 «Jungmann» und fe verwendeten Versionen. Dem Zürcher Flugmee-
ˇ ˇ und Karel Susa
Michal Ovcácík
Bücker 133 «Jungmeister». WH ting von 1938 ist ein eigenes Kapitel mit sechs Sei-
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Peter W. Cohausz ten gewidmet. WH
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Panavia Messerschmitt Hubschrauber im


Tornado Me 210/410 Einsatz
Colours & Colours & Mar- Für die Freunde russischer
Markings kings (sowjetischer) Hubschrau-
In diesem Band Dieser Band be- ber: Der Autor, Pilot mit
von «Mark I» wer- schreibt vier deut- über 6000 Flugstunden und
den zwölf Tornados sche Me 210A, Oberinstruktor des Bereichs
der Royal Air Force (GR.1/GR.4/F.3), der deutschen eine ungarische Me 210Ca und drei deutsche Me «Spezialflug der Interflug»,
Luftwaffe/Marine (IDS/Recce/ECR), der italieni- 410A/B sowie vier Me 410A/B der Royal Air Force, beschreibt den Weg von der
schen Luftwaffe (IDS/ECR/ADV) und der Royal Sau- der russischen und japanischen Luftwaffe. Zu jedem NVA hin zur Deutschen Luft-
di Air Force (IDS) vorgestellt. Zu jedem beschrie- beschriebenen Flugzeug findet der Modellbauer far- hansa der DDR und in der Folge dem Einsatz von
benen Flugzeug findet der Modellbauer farbige bige Dreiseitenrisse und entsprechende Abziehbil- zivilen Hubschraubern unter dem Dach der Inter-
Dreiseitenrisse und entsprechende Abziehbilder für der für den Modellbausatz. WH flug. mt
den Modellbausatz. WH ˇ ˇ und Karel Susa
Michal Ovcácík Günter Krönert
ˇ ˇ und Karel Susa
Michal Ovcácík Messerschmitt Me 210/410 Hubschrauber im Einsatz
Panavia Tornado Colours & Markings Die fliegenden Kräne der Interflug
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47

Als die Swissair Das grosse Buch Das grosse Buch


fliegen lernte der Verkehrsflug- der Airlines
Als Armin Baltensweiler häfen Aufsteiger, Überflie-
1948 zur Swissair stiess, Die grössten und be- ger und die Top-Airlines
flogen am Himmel Europas kanntesten Flughä- der Welt: Das Auto-
noch die DC-3. Als Baltens- fen der Welt, inklusi- rentrio des Fachblattes
weiler 1992 als Ehrenprä- ve Zürich, Wien und alle Aero International stellt
sident der Swissair die Un- deutschen Plätze. Das die grössten Fluggesell-
ternehmung verliess, war bekannte Autorenduo schaften der Welt vor,
der Schweizer Carrier mit gibt jeweils einen kur- inklusive sämtlicher Air-
modernstem Material im zen, aber informativen Einblick in die Besonderhei- lines im deutschsprachi-
Jetzeitalter angekommen. Ein Buch über die golde- ten und Probleme der verschiedenen Plätze. Reich gen Raum (leider noch ohne SkyWork). Mit vielen
nen Zeiten der Swissair. mt bebildert. mt Tabellen und einem IATA-Ranking. mt
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ganisationen, Firmen, Medien, politischen Organe und In diesem Buch werden anhand originaler Flugunterla-
vielem anderen mehr der Luft- und Raumfahrt in den gen und Bilder die chronologischen Abläufe vermittelt,
Ländern Deutschland, Österreich und Schweiz. Eine die bei einem Langstreckenflug anfallen. Ein interes-
sehr umfassende Datensammlung von hoher Quali- santer Einblick hinter die sonst verschlossene Cockpit-
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48 HB-Register Cockpit 09 2011

Schweizerisches Luftfahrzeugregister
1. bis 31. Juli 2011
Eintragungen
Datum Immatrikul. Typ Werk-Nr. Bauj. Eigentümer/Halter Standort
20.07.2011 HB-105 Schleicher K 8 170/60 1962 Maeder Andrea/Associazione Grifone, Locarno
Muralto
27.07.2011 HB-2468 Rolladen-Schneider LS9 9008 2000 Bärfuss Heinz, Altenrhein St. Gallen-Altenrhein
18.07.2011 HB-2477 DG-500 MB 5E247B23 2004 Byrne Mark James, Verbier Sion
01.07.2011 HB-FQW12 Pilatus PC-12/47E 1292 2011 Pilatus Flugzeugwerke AG, Stans Buochs
15.07.2011 HB-FRB12 Pilatus PC-12/47E 1298 2011 Pilatus Flugzeugwerke AG, Stans Buochs
01.07.2011 HB-FRE12 Pilatus PC-12/47E 1302 2011 Pilatus Flugzeugwerke AG, Stans Buochs
15.07.2011 HB-FRF12 Pilatus PC-12/47E 1303 2011 Pilatus Flugzeugwerke AG, Stans Buochs
15.07.2011 HB-FRG12 Pilatus PC-12/47E 1304 2011 Pilatus Flugzeugwerke AG, Stans Buochs
15.07.2011 HB-FVO Pilatus PC-12/47E 1269 2010 Pilatus Flugzeugwerke AG, Stans Buochs
13.07.2011 HB-HXK Pilatus PC-21 138 2011 Pilatus Flugzeugwerke AG, Stans Buochs
13.07.2011 HB-HXL Pilatus PC-21 139 2011 Pilatus Flugzeugwerke AG, Stans Buochs
13.07.2011 HB-HXM Pilatus PC-21 140 2011 Pilatus Flugzeugwerke AG, Stans Buochs
19.07.2011 HB-JJB Boeing 737-306 27421 1994 Privatair SA, Genève Genève-Cointrin
14.07.2011 HB-JLL Cessna 750 Citation X 0004 1996 Zogbi Luciano, St-Sulpice Genève-Cointrin
07.07.2011 HB-LBU Tecnam P2006T 071 2011 Twin Aircraft Switzerland/ Mollis
Flying Division GmbH, Lommis
14.07.2011 HB-QPE Cameron Z-250 11494 2011 Sky Event S.A., Château-d‘Oex Château-d‘Oex
04.07.2011 HB-QPM Ultramagic N-355 355/16 2011 Take-Off Balloon AG, Mörigen Studen BE
28.07.2011 HB-QPZ Fire Balloons G 36/24 1471 2011 Heissluftballon-Club Zürichsee, Zumikon Guldenen
07.07.2011 HB-RDH EKW C-3605 289 1943 Flying Fighter Association, Bex Bex
21.07.2011 HB-YMX Avid Flyer Mk. IV 1540-D 2008 Rebeaud Jean-Didier, Jongny Lausanne-La Blécherette
05.07.2011 HB-ZLT Eurocopter EC 130 B4 7214 2011 Chinstrap Alpha Aviation SA, Genève Lausanne-La Blécherette
07.07.2011 HB-ZLY Eurocopter EC 120 B 1551 2008 Helispirit SA/Héli-Alpes SA, Sion Sion
07.07.2011 HB-ZMG Robinson R44 II 12992 2010 Bonsai Helikopter AG, Altenrhein St. Gallen-Altenrhein
27.07.2011 HB-ZMP Robinson R22 Beta 4524 2011 Heli Sitterdorf AG, Sitterdorf Sitterdorf

Handänderungen
Datum Immatrikul. Typ Werk-Nr. Bauj. Eigentümer/Halter Standort
20.07.2011 HB-690 Bergfalke II-55 340 1961 Stierli René/Oldtimer Segelflug-Gruppe Bad Ragaz
Rätikon, Walenstadt
27.07.2011 HB-GJH C90 LJ-972 1981 Pad Aviation SA/Fly 7 Executive Aviation SA, Lausanne-La Blécherette
Lausanne
26.07.2011 HB-IYT Avro 146-RJ100 E3380 2000 Triangle Regional Aircraft Leasing Ltd./ Zürich
Swiss European Air Lines AG, Basel
15.07.2011 HB-JFK EMB-500 50000062 2010 BelJet Fly AG/Premium Jet AG, Zürich Zürich
22.07.2011 HB-JRV CL-600-2B16(601-3A 5035 1988 Fly Energy SA/Sonnig SA, Genève Genève-Cointrin
Variant)
06.07.2011 HB-PNZ PA-24-260 24-4934 1970 Groupe Commanche Ecuvillens, Granges-Paccot Ecuvillens
06.07.2011 HB-PQG PA-28R-201T 28R- 1977 FTC Consulting AG, Kloten Zürich
7803047
06.07.2011 HB-QGE Fire Balloons G 26/24 820 2000 Ballonteam Marcel Wittwer GmbH/ Sulgen
Ballonclub RHO, Sulgen
21.07.2011 HB-QIG BB30Z 215 2002 Zimmerli Hans/Meyer Urs, Oftringen Oftringen
13.07.2011 HB-SFN AT-3 R100 AT3-010 2004 AA-Air GmbH, Interlaken Grenchen
15.07.2011 HB-VOC 560 0301 1995 CV Ulta SA/Premium Jet AG, Zürich Genève-Cointrin
29.07.2011 HB-XHO AB206B 8155 1969 Heli-West AG/Airport Helicopter AHB AG, Holziken
Neudorf
29.07.2011 HB-XZN R22 Beta 2332 1993 Airport Helicopter AHB AG, Neudorf Luzern-Beromünster
15.07.2011 HB-YKY Dyn-Aero MCR-01 50 2003 Schaer Marc-Antoine, Lignières Bern-Belp
29.07.2011 HB-ZDW R44 1147 2001 Heli-West AG/Airport Helicopter AHB AG, Bern-Belp
Neudorf
29.07.2011 HB-ZGQ EC 120 B 1229 2001 Heli-West AG/Airport Helicopter AHB AG, Grenchen
Neudorf
29.07.2011 HB-ZIX EC 120 B 1593 2009 Own-A-Heli AG/Airport Helicopter AHB AG, Bern-Belp
Neudorf
49

Löschung: Hello sagt Good-bye – mit der Lö-


schung der Boeing/McDonnell-Douglas MD-
90-30 HB-JIF verliess die letzte Vertreterin der
DC-9-Familie das Schweizer Register. Begon-
nen hatte die 45 Jahre dauernde DC-9-Ära in
der Schweiz, als die Swissair am 11. August
1966 ihre erste Douglas DC-9-15 HB-IFA ein-
tragen liess. Im Laufe der Jahre trugen ver-
schiedene Versionen des bewährten Kurz-
und Mittelstreckenjets die Farben von acht
verschiedenen Schweizer Fluggesellschaften.

Löschung: Die Pilatus Flugzeugwerke AG ha-


ben ihren Pilatus P-2-05 HB-RBC gelöscht.
Während seiner Karriere bei der Schwei-
zer Luftwaffe überstand das Trainigsflugzeug
am 16. Oktober 1970 eine Bruchlandung auf
dem Concordiaplatz. Zerlegt wurde es vom
Aletschgletscher geholt und repariert.
Am 30. Mai 1981 in Dübendorf versteigert,
liessen es die Pilatus Flugzeugwerke am
22. August 1988 zivil eintragen.

Löschung: Der Pilatus P-3-05 HB-RBR wurde


als viertletzter P-3 für die Schweizer Luftwaffe
gebaut, als A-870 von 1959 bis Ende 1990
eingesetzt und 1991 in Lodrino versteigert.
Am 4. Juni 1992 liessen die Pilatus Flugzeug-
werke das Flugzeug als HB-RBR zivil eintra-
gen. Nun wurde es zusammen mit dem P-2
HB-RBC stillgelegt. Die beiden Flugzeuge
werden nicht abgebrochen, sondern einem
Museum übergeben.

Löschungen
Datum Immatrikul. Typ Werk-Nr. Bauj. Eigentümer/Halter Standort
26.07.2011 HB-CLT TR182 R18201656 1980 Endis AG,Gerlafingen Grenchen
15.07.2011 HB-FQH12 Pilatus PC-12/47E 1277 2011 Pilatus Flugzeugwerke AG, Stans Buochs
18.07.2011 HB-FRA12 Pilatus PC-12/47E 1297 2011 Pilatus Flugzeugwerke AG, Stans Buochs
15.07.2011 HB-FSJ11 Pilatus PC-12/47E 1269 2010 Pilatus Flugzeugwerke AG, Stans Buochs
20.07.2011 HB-HXH Pilatus PC-21 135 2011 Pilatus Flugzeugwerke AG, Stans Buochs
20.07.2011 HB-HXI Pilatus PC-21 136 2011 Pilatus Flugzeugwerke AG, Stans Buochs
20.07.2011 HB-HXJ Pilatus PC-21 137 2011 Pilatus Flugzeugwerke AG, Stans Buochs
13.07.2011 HB-IQQ A330-223 322 2000 BCI IRL MSN 322-2006 Ltd./ Zürich
Swiss International Air Lines Ltd., Basel
04.07.2011 HB-JIE MD-90-30 53461 1996 Scandinavian Airlines System Denmark- Basel-Mulhouse
Norway-Sweden/Hello AG, Basel
15.07.2011 HB-JIF MD-90-30 53462 1996 Scandinavian Airlines System Denmark- Basel-Mulhouse
Norway-Sweden/Hello AG, Basel
04.07.2011 HB-QSW LBL 260A 1064 2005 Sky Event S.A., Château-d‘Oex Château-d‘Oex
14.07.2011 HB-RBC P-2-05 42 1948 Pilatus Flugzeugwerke AG, Stans Buochs
14.07.2011 HB-RBR P-3-05 508-57 1959 Pilatus Flugzeugwerke AG, Stans Buochs
22.07.2011 HB-RCS P-3-05 490-39 1959 Frapolli Silvio, Lodrino Lodrino
11.07.2011 HB-XZE R22 0316 1982 Valair AG, Sitterdorf Sitterdorf
11.07.2011 HB-ZMD R44 II 12588 2008 Bonsai Helikopter AG, Altenrhein St. Gallen-Altenrhein
05.07.2011 HB-ZOD 407 53554 2003 Jet Flight Establishment, Vaduz FL Speck-Fehraltorf
50 Gallery Cockpit 09 2011

Basel: Die neueste Do 328-110 HB-AER von SkyWork gab Mitte Juli im Basel: Der Türkei-Boom hält an. Allein Antalya wird vom EAP aus von
Rahmen eines Ad-Hoc-Charterflugs ein erstes Stelldichein auf dem acht Airlines regelmässig bedient. Marktleader vor Ort ist SunExpress.
EuroAirport. Foto: Dennis Thomsen Im Bild die Boeing B737-800 TC-SNF des Carriers noch in den alten
Farben. Foto: Dennis Thomsen

Genf: Geplant war der turkmenische Regierungsbesuch in Genf mit Zürich: Bulgaria Air ist 2002 als Nachfolgegesellschaft der insolven-
einer B737-800, eingetroffen ist schlussendlich aber dieser Bombardier ten Balkan Bulgarian Airlines gegründet worden. Im Bild die durch
Challenger 605 EZ-B023. Foto: Jean-Luc Altherr Hemus Air betriebene BAe-146-300 LZ-HBF.
Foto: Aeromedia A. E. Wettstein

Genf: Im Mai bekam easyJet das 200. Flugzeug der A320-Familie ausgeliefert. Die Jubiläumsmaschine G-EZUI erhielt einen Spezialanstrich.
Foto: Jean-Luc Altherr
51

Basel: Iceland Express setzt auf ihrem samstäglichen Kurs nach Kefla- Genf: Die vor 22 Jahren ausgelieferte Boeing 757-23A HB-IEE der Pri-
vik die Boeing B757-200 der englischen Astraeus Airlines ein von de- vatair erhielt zum dritten Mal seit Auslieferung eine neue Lackierung.
nen eine, die G-STRX, eine Sonderbemalung der englischen Heavy Diese Arbeiten wurden im Juli in Norwich (UK) ausgeführt.
Metal Combo Iron Maiden trägt. Foto: Dennis Thomsen Foto: Jean-Luc Altherr

Genf: Nachdem LOT schon seit längerem Embraer 170 und 175 ERJ Basel: Air Berlin baut die Stellung am EAP weiter aus. Neben den
einsetzt, kamen nun auch Flugzeuge vom Typ 195 dazu. Die zweite beiden auf dem EuroAirport stationierten Maschinen (A320) setzt der
Maschine (SP-LNB) erhielt diese Speziallackierung, die für «Poland-Tra- Carrier auch andere Typen ein, wie diese B737-800 D-ABAQ.
vel» Werbung macht. Foto: Jean-Luc Altherr Foto: Dennis Thomsen

Zürich: NetJets zählt zu den weltweit grössten Unternehmen, welche Businessjets im Teileigentum anbieten. Im Bild die Hawker Beechchraft
Hawker 800XP CS-DRZ der NetJets Europe. Foto: Aeromedia A. E. Wettstein
52 Report Cockpit 09 2011

Mythos Mirage hautnah erlebt


Ein Flugbericht aus dem Cockpit des elegantesten
und schnellsten Flugzeugs der Schweizer Luftwaffe
Als im Rahmen der diesjährigen
Internationalen Belpmoostage
in Bern die Möglichkeit bestand,
zu einem sensationell günstigen
Preis einen Passagierflug mit der
Mirage III zu erleben, hat Cock-
pit-Fotograf Reto Schneeberger
die einmalige Gelegenheit beim

Foto: Sven Zimmermann


Schopf gepackt und sich einen Ju-
gendtraum erfüllt. Lesen Sie sei- Die weltweit einzige zivile Dassault Mirage III
beim Vorbeiflug am Gibloux.
nen Erlebnisbericht.

F
liegen Sie Mirage, wir bezahlen das Ben- mulare konnten bequem von der Homepage Also wird auch ein Vorbeiflug am Gibloux ein-
« zin!» So (oder ähnlich) lautete der Satz, des Fliegermuseums Payerne heruntergeladen geplant.
der mir Ende März dieses Jahres auf der werden. Insgesamt hielt sich der Papierkrieg Eine gute halbe Stunde vor der geplanten Start-
Homepage der IBT’11 direkt ins Auge stach. Für aber in überschaubaren Grenzen. zeit gehen wir dann zu «unserer» Maschine.
sage und schreibe «nur» 6000 Franken konnte Als ich dann von Thierry per E-Mail eine Liste Nachdem mich die Bodencrew auf dem Rück-
man einen rund 25-minütigen Flug ab Bern- der vier ab Bern-Belp geplanten Passagierflüge sitz angeschnallt hat, kommt Thierry noch-
Belp mit der Mirage IIIDS J-2012 des Flieger- erhielt und auch meinen Namen darauf fand, mals die Leiter hoch, um mir eine kurze Cock-
museums Payerne buchen. Ein Schnäppchen- begann ich so langsam an die Realisierung piteinweisung zu geben und sicherzustellen,
preis, denn immerhin kostet ein Flug von 30 meines Traumes zu glauben. Am Sonntag, 19. dass ich notfalls die Abzugsgriffe des Schleu-
bis 45 Minuten Dauer normalerweise 17 000 Juni, sollte nachmittags mein Flug stattfinden. dersitzes auch wirklich erreichen kann. Nach-
Franken. Für mich, wie wohl für die meisten Doch zuvor mussten noch die mitgelieferten dem er sich im vorderen Cockpit eingerichtet
Leute, läge ein solcher Betrag leider ausserhalb Informationen genau studiert werden. Neben hat, schliesst er die Haube und wir werden mit
der finanziellen Möglichkeiten. Aber für 6000 einigen allgemeinen Informationen zur Mi- dem Schlepper aus der Parkposition auf den
Franken? Das war möglich, zumal ich schon rage gab es eine ausführliche Beschreibung Rollweg geschoben.
seit einiger Zeit das Geld für einen – im Ver- des Schleudersitzes, inklusive des Ablaufs ei- Der Schlepper fährt weg, Thierry startet das
gleich zur Mirage doch erheblich günstigeren nes Ausschusses. Vor allem waren die «Bold Triebwerk und unsere Mirage erwacht zum Le-
– Hunter-Flug zur Seite gelegt hatte. Faces», die Notfallverfahren, auswendig zu ler- ben. Nach den notwendigen Triebwerkchecks
Mein ganz grosser Traum war aber immer nen und zu verinnerlichen. rollen wir zur Piste. Voller Vorfreude winke
die Mirage: Als Jugendlicher stand ich ein- ich beim Rollen den Zuschauern zu, unter de-
mal auf dem Eggishorn, als zwei Mirage tief Das Abenteuer beginnt nen sich auch Familie, Freunde und Kollegen
den Aletschgletscher hinunterflogen und auf So begebe ich mich also an jenem Sonntag gut befinden.
Augenhöhe an mir vorbeidonnerten. Dieses vorbereitet zum Stand des Fliegermuseums im
Kurzerlebnis von nur ein paar Sekunden hat Bundeshangar in Bern-Belp. Zuerst steht die Nachbrenner ein
sich in mein Gedächtnis gebrannt – und ist zu Übernahme und Anpassung der Ausrüstung Bald erreichen wir die Startposition auf Pis-
einem Traum geworden. Nun, rund 30 Jahre auf dem Programm. Bis auf den Fliegeranzug te 32. Pünktlich zur geplanten Startzeit um
später, war die Erfüllung dieses Traumes plötz- – ich darf meinen eigenen verwenden – erhal- 16.05 Uhr gibt Thierry Vollgas, schaltet den
lich in greifbare Nähe gerückt. Diese Gelegen- te ich sämtliche Ausrüstung ausgeliehen, so Nachbrenner ein und wir schiessen los. Nach
heit «musste» ich natürlich packen, dann sollte die Fliegerstiefel und Handschuhe, der Anti- rund der Hälfte der Pistenlänge beginnt Thier-
der Hunterflug halt noch etwas länger warten! G Anzug, Helm und Sauerstoffmaske werden ry langsam die Nase der Mirage hochzuziehen
Schon bald erhielt ich erste Informationen genauestens angepasst. und nach gut zwei Dritteln heben wir ab. Ich
von Thierry Goetschmann, dem Piloten der Beim folgenden Briefing wird der bevorstehen- sehe auf der Fahrwerk-Stellungsanzeige, dass
Mirage. Zunächst galt es, den üblichen Papier- de Flug genau besprochen und ich darf auch das Fahrwerk einfährt und wie ein Blitz durch-
kram zu erledigen. So musste neben einem meine Wünsche einbringen. Ein Flug über den fährt mich der Gedanke: «Du fliegst in der Mi-
Anmeldeformular für den Flug auch ein me- Aletschgletscher soll natürlich schon dabei rage! Es ist kein Traum!» Meine Freude steigert
dizinischer Fragebogen ausgefüllt werden und sein. Ausserdem habe ich meinen Kollegen sich ins Unbeschreibliche und ich geniesse
auch die allgemeinen Bedingungen waren zur «Grimmi» auf dem Gibloux, nördlich von Bul- jede Sekunde. Schon legen wir uns mit 90 Grad
Kenntnis zu nehmen. Die notwendigen For- le, postiert, um ein paar Fotos zu schiessen. Querlage in eine Linkskurve und ich werde
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ein erstes Mal von den Fliehkräften in den Sitz 16.15 Uhr, fliegen wir am Turm des Gibloux geschwindigkeiten. Als sich der Bremsschirm
gedrückt. Beim Ausdrehen sehe ich rechts die vorbei. Wir wenden und nach einem weite- öffnet, ist ein leichter Ruck zu spüren. Wir rollen
Stadt Bern. Über Köniz beginnen wir einen ren Anflug aus der Gegenrichtung fliegen wir bis zum Ende der Piste aus, drehen und rollen zu-
weiten Rechtsbogen, der uns über Bümpliz wieder in die Alpen. rück zum Rollweg und zu unserer Parkposition.
und Bern wieder zum Flugplatz zurückführt. Über Saane- und Obersimmental, an Wildstru- Unterwegs winken uns die Breitling Wing-
In der Kurve, fast über der Stadt, schliessen bel und Balmhorn vorbei, fliegen wir ins Löt- walker zu, die bereit sind für ihre Vorführung.
der Tiger-Hunter und der PS-Hunter für einen schental. Thierry fragt mich ab und zu wie es Nach Erreichen der Parkposition stellt Thierry
gemeinsamen Überflug zu uns auf. Nach dem mir geht, dann: «Reto, hesch Freud?» Was für das Triebwerk ab und öffnet die Cockpithau-
Überflug trennen sich die Hunter von uns, um eine Frage! Ich bin sprachlos vor Freude, sage be. Voller Begeisterung strecke ich die Arme in
den Himmel und winke Familie und Freunden
zu. Nachdem die Bodencrew den Schleudersitz
gesichert hat, löse ich die Gurte und steige aus.
Als erstes bedanke ich mich beim Piloten für
diesen unbeschreiblich schönen Flug. Es fol-
gen noch ein paar Erinnerungsfotos, bevor wir
uns zum Debriefing zurückziehen, wo Thier-
Foto: Philipp Schär

ry und ich den Flug nochmal Revue passieren


lassen. Zum Abschluss erhalte ich ein Flugzer-
tifikat und einen USB-Stick mit dem Cockpit-
Pilot Thierry Goetschmann (links) ist ehemali- Über dem Aletschgletscher. Die Mirage ist mit Video von meinem Flug.
ger langjähriger Kommandant der Fliegerstaf- zwei Videokameras versehen, die nach vorne Als Aviatikfotograf durfte ich schon einige wirk-
fel 3 auf Mirage IIIRS und aktuell Komman- über die Nase und nach hinten den Passa- lich tolle und eindrucksvolle Jetflüge erleben,
dant der Pilotenschulen der Luftwaffe. gier filmen. über den Stränden Floridas und der Ostsee zum
Beispiel, über den Weiten Russlands und den
über dem Platz ihr Display vorzuführen, wäh- nur, dass ich schon die ganze Zeit Hühnerhaut Sanddünen der arabischen Wüste, auch mit
rend wir in Richtung Alpen fliegen. habe, aber nicht weil es kalt wäre… wirklich tollen und leistungsstarken Flugzeu-
Über der leichten Bewölkung will mir Thier- Wir erreichen das Ende des Lötschentals, flie- gen und bekannten Demoteams. Aber keiner
ry zuerst das Beschleunigungsvermögen der gen durch die Lötschenlücke auf den Grossen dieser Flüge kommt an das Erlebnis heran, mit
Mirage demonstrieren. Mit vollem Nachbren- Aletschfirn hinaus. Über dem Konkordiaplatz der Mirage um eisige Gipfel zu kurven und über
ner beschleunigen wir innert weniger Sekun- drehen wir scharf nach rechts, um den Gros- Gletscher zu flitzen, über den Alpen Walzen und
den von knapp 600 km/h auf über 900 km/h. sen Aletschgletscher hinabzufliegen. Als ich Loopings zu drehen und sogar selber eine Rolle
Die nahen Wolken vermitteln dabei ein plas- das Eggishorn vor uns erblicke, muss ich un- fliegen zu dürfen. Es sind zwei Dinge, die die-
tisches Geschwindigkeitsgefühl. Doch schon weigerlich an jene Szene aus meiner Jugend sen Flug für mich von allen anderen abheben:
werde ich nach vorne in die Gurte gedrückt: denken. Einer meiner grössten Träume und Die grandiose Landschaft der heimatlichen Al-
Thierry hat die «Stuka» ausgefahren, die Luft- Wünsche hat sich erfüllt. pen und der Mythos der Mirage, als zweifellos
bremsen, um mir auch das Bremsvermögen zu schönstes und schnellstes Flugzeug, das je in
zeigen. Natürlich wollen wir auch die dritte Zurück nach Bern-Belp Diensten der Schweizer Luftwaffe flog.
Dimension erkunden und beginnen mit ei- Am Ende des Gletschers drehen wir wieder
ner Walze rechts. Nachdem wir von der Flug- scharf nach rechts und steigen etwas. Wir flie- Reto Schneeberger
sicherung in Genf die Freigabe bis Flight Le- gen am ewigen Eis der Gipfel von Schinhorn
vel 250 erhalten haben, drehen wir hoch über und Grosshorn vorbei in Richtung Schilthorn. Ich bedanke mich bei Thierry Goetschmann, der
dem Saanetal einen riesigen Looping mit rund Auf der Terrasse des Panoramarestaurants ste- Mirage-Bodencrew und dem Fliegermuseum Pay-
3 km Durchmesser. Ich bin beeindruckt, wie hen drei, vier Leute. Einer scheint sogar zu erne für die Ermöglichung meines Traums. Eben-
scheinbar mühelos die Mirage senkrecht in winken. Ich winke zurück. Am Niesen vorbei so bedanke ich mich beim OK der IBT’11 für das
den blauen Himmel steigt. fliegen wir Richtung Bern-Belp. Vom Tower Angebot, zu einem sagenhaften Preis mit der Mi-
erhalten wir die Anweisung, im Raum Thun rage zu fliegen.
«Your aircraft!» zu kreisen, weil über dem Flugplatz noch eine Informationen zum Fliegermuseum Payerne und
Während wir nach dieser Einlage weiter in Vorführung im Gang ist. Mir ist dies durchaus zu Passagierflügen mit Mirage und Hunter finden
Richtung Genfersee fliegen, übergibt mir Thier- recht, kann ich doch dadurch meinen Mirage- sich auf www.clindailes.ch.
ry mit den Worten «Your aircraft!» das Steuer. flug noch einige Minuten länger geniessen.
Die Mirage reagiert auf meine Steuerbewegun- Schliesslich erhalten wir die Freigabe für ei-
gen sehr präzise und nach ein paar vorsichtigen nen letzten Überflug. Wir fliegen die Piste ent-
Kurven wage ich, natürlich in Absprache mit lang, an deren Ende Thierry unsere Mirage mit
Thierry, hoch über der Rochers de Naye eine rund fünfeinhalb G hochzieht und im Steigen
langsame Rolle links zu fliegen. Nach diesem einen John-Derry-Turn ausführt, eine schnelle
Intermezzo übernimmt der Pilot wieder das 270-Grad-Rolle nach links mit anschliessender
Steuer und ich denke: «Wow, jetzt hast du ge- Kurve nach rechts. Mir entfährt ein Jubelschrei!
rade selber mit der Mirage eine Rolle geflogen!» Im Gegenanflug fährt Thierry das Fahrwerk aus,
Foto: Philipp Schär

Wir nehmen Kurs auf den Gibloux, wo ja wir beginnen zu sinken und drehen in einem Bo-
«Grimmi» mit der Kamera auf uns wartet. gen in den Endanflug ein. Mit knapp 300 km/h
Unterwegs begegnet uns ein Gleitschirm, den setzen wir auf. Zusammen mit dem Space Shut-
wir in sicherem Abstand passieren. Auf «Ome- tle und der SR-71 «Blackbird» gehört die Mirage Pilot und Passagier nach 32 eindrucksvollen
ga exakt», genau zur angekündigten Zeit um III zu den Flugzeugen mit den höchsten Lande- und unvergesslichen Flugminuten.
54 Letzte Seite Cockpit 09 2011

Events Wettbewerb
Flugzeuge der Welt
Schweiz 3.–4. September
Schaffhauser Modell-
12.–13. Oktober
Fliegerschiessen Axalp Diesen Monat heisst es: Wer erkennt dieses
26.–28. August flugtage Flugzeug?
19.–20. November Senden Sie Ihre Antwort bitte an folgende Adresse:
100 Jahre Fliegerei in Flugplatz Schmerlat ILS Flightforum
Neunkirch wettbewerb@redaktion-cockpit.com.
La Blécherette Seehotel Hergiswil Einsendeschluss: 20. September 2011.
Internationale Airshow 4. September Bitte fügen Sie Ihrem Mail Ihre vollständige Ad-
Flugplatz Lausanne-
La Blécherette
Flügerchilbi
Flugplatz Bleienbach-
Ausland resse bei. Dem Gewinner winkt ein Cockpit-Kalender

Foto: Georg Mader


2012 seiner Wahl. Bei mehreren richtigen Einsen-
2.–4. September Langenthal 25.–28. August dungen entscheidet das Los. Über den Wettbewerb
Internationales Was- 10.–11. September Fly-in Tannkosh wird keine Korrespondenz geführt. Die richtigen Ein-
serflugzeug-Treffen Fly-in Ambrì 2011 Flugplatz Tannheim (D) sendungen werden in der November-Ausgabe publi-
Vevey ziert. Viel Spass und Erfolg!
Flugplatz Ambrì 2.–4. September
3. September 16.–18. September Oldtimertreffen Hahn-
A-A-A Oldtimer Fly-in weide Auflösung Wettbewerb Juli
Sion International
80 Jahre Flughafen Flugplatz Hahnweide (D) Diese Aufgabe war sehr «tricky». Nicht unerwar-
Air Show
Grenchen tet wurde das Flugzeug fälschlicherweise (von 53
Flughafen Sion 3.–4. September Teilnehmern!) als PC-12 identifiziert. Es ist aber
3. September 1.–2. Oktober 7. AIR EXPO ZELL (A) ein «Klon».
50 Jahre Aerclub 32. Flugtag Flugsport-Fachmesse Die richtige Antwort lautet: Kestrel JP10.
Val-de-Travers Hausen a. A. 14.–18. September Foto: mt
Airshow Show-Flug Spektakel Reno Air Races & Richtig geantwortet haben: Markus Arnold, 5734
Flugplatz Môtiers (Modelle) Air Show Reinach; Fabienne Iten, 6371 Stans; Melvin, Michel, Salome und Timon Minder, 4466
Flugplatz Hausen a.A. Reno Stead Airport NV Ormalingen; Peter Schärer, 2540 Grenchen; Heinz Segessenmann, 2552 Orpund.
(USA) Als Gewinner ausgelost wurde: Heinz Segessenmann.
Die Gewinner werden im Dezember kontaktiert.

Raptor gegroundet Vorschau auf die


Seit dem 3. Mai ist die «US-Wunderwaffe» F-22 zum Bodendienst ver- Ausgabe 10, Oktober 2011
urteilt. Nachdem bei 14 Piloten Vergiftungserscheinungen auftraten, Auch die kommende Ausgabe schaut auf verschiedene Anlässe
wird nach der Herkunft der im Blut nachweisbaren Stoffe gesucht. zurück. Der August und Anfang September bescheren uns eini-
Im Mittelpunkt der Suche steht das OBOGS (On-Board Oxygen Ge- ge Anlässe mit Klasse: Dittingen, Tannkosh, AERO EXPO, Lau-
neration System). sanne, Hahnweide… Einmal mehr kommt der Wunsch auf, ein
Bei einigen Piloten wurden gravierende kognitive Fehlfunktionen Cockpit mit 100 Seiten zu machen!
festgestellt, die offensichtlich auf eine Anämiehypoxie zurückzu- Aber auch die klassischen Themen kommen natürlich nicht zu
führen sind. In diesem Licht kommt auch dem ersten Absturz ei- kurz. Schweizerische Militärthemen, die MAKS sowie weitere
nes F-22 (Capt. Jeff «Bong» Haney, 525th Fighter Sq, Anchorage, Berichte aus Europa und Übersee. «Zivil» sind wir in Faro, Bel-
November 2010) eine andere Bedeutung zu. fast und in Stanstead.
Die Abklärungen sind ein Rennen gegen die Zeit: Sind die Crews Nicht zu vergessen: Die Serie über Virtual Flying geht in die
länger als 210 Tage gegroundet, so müssen sich alle Instruktoren zweite Runde.
und Piloten requalifizieren, was bis zur vollen operationellen Wie- Die Oktober-Ausgabe von Cockpit finden Sie ab dem 27. Sep-
derbereitschaft mehrere Wochen dauern würde. mt tember an Ihrem Kiosk.

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