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Liebe, Glück und Freude sind eines der vielen Dinge wonach der Mensch strebt.

Doch wisssen die


meisten nicht, wie man diese drei erreichen kann oder sind sich nicht sicher, ob die eine Sache, die
sie tun, das richtige sei. Ein Indikator, um zu wissen ob es einen erfüllt, könnte die Sehnsucht
danach sein. Die Sehnsucht ist ein Verlangen nach Personen, Erlebnissen oder Gegenstände.
Erst wenn wir ein Gefühl für etwas entwickeln, welches so stark ist, das wir anfangen darüber zu
Träumen, kann uns helfen das Richtige zu finden. Der Roman ,,Der goldene Topf“, geschrieben von
E.T.A Hoffman thematisiert mitunter die Sehnsucht des protagonisten Anselmus und die in dieser
Fiktivenwelt herrschende Dualität. Die vorliegende Textstelle zeigt die ersten Zeichen von
Sehnsucht zur ,,magischen“ Welt.

Im folgendem Schriftauszug befindet sich der Protagonist Anselmus, mit seinem Freund Konrektor
Paulmann und deren Tochter Veronika auf einem Boot. Während der Bootsfahrt erkennt die
Hauptperson Funken und Flammen auf der Wasseroberfläche. Dabei verspürt er ein Verlangen
darauf zu zu gehen und macht es dementsprechend auch. Er fällt fast vom Boot runter, doch wird
vom Schiffer gerettet. Nach der Rettung sitzt Anselmus zweifelnd über seine Erlebnis nach, bis
Konrektor Paulmann ihn anspricht.

In diesen Textauszug wird der zweifel zur Bürgerlichenwelt von Anselmus deutlich und sein
Zugang zur magischen Welt.

Die Textstelle verläuft direkt nach Anselmus Erlebnis unter dem Holunderbaum. Dort findet der
Student Anselmus eine Schlange. Daraufhin schaut er innig in die ,,Dunkelblauenaugen“ der
Schlange und verspürt ein intensives Gefühl der Ekstase (vgl. S.10). Diese Schlange ist seine
spätere geliebte Serpentina, die hier Anselmus erste einblicke in die magische Welt gibt. Nach dem
Ereignis kommt sein älterer Freund Konrektor Paulmann und lädt ihm auf eine Bootsfahrt ein.
Demnach bleibt der Student Anselmus geprägt vom vorheerigem Erlebnis, weshalb er die
Feuerwerkskörper mit Schlangen verwechselt ( vgl. S.14). Wegen dieser Verknüpfung verspürt der
Protagonist eine Sehnsucht nach dem Gefühl der Ekstase.

Besonderst auffallend in dieser Textstelle ist Anselmus wechselhaftes Verhalten. Zuerst wird
beschrieben, wie Anselmus sich für sein Verhalten am Holunderbaum schämt (vgl. S. 12, Z. 6- 26).
Dannach wird er von den Funken an das Erlebnis erinnert, erst als der Schiffer ihn rettet wacht er
von dieser Erinnerung auf und gerät ins krübbeln. Dies veranschaulicht seine Unsicherheit
gegenüber seiner bisher geglaubten Realität (vgl. Z. 28- 30) . Hier erlebt er eine Art
,,Bewusstseinserweiterung“ oder ,,Orizonterweiterung“, die ihm im laufe der Geschichte für immer
prägt. Zwar ist er sich sicher das er das Erlebt hat, doch weiß er nicht woher die Schlangen kommen
oder wieso er das Erlebt. Demnach versucht er sich die Ereignisse zu erklären und findet sogar eine
mögliche Erklärung für die Funken im Wasser (vgl. Z. 30- 33). Seine Theorie wird direkt danach
widerlegt, als er die Schlangen sieht und diese ihm dazu auffordern an sie zu glauben (vgl. Z. 48-
41). Nicht nur wird hier die Verwirrung Anselmus veranschaulicht, auch beim Lesen wird einen
nicht klar was gerade in der Geschichte passiert. Es passieren zu viele Dinge gleichzeitig, in zu
kurzer Zeit, um beim ersten mal Lesen, die Situation glauben zu schenken. Damit kann der Leser
eine Art identifikation mit Anselmus aufbauen und spürt im selben moment wie Anselmus
Verwirrung und Unsicherheit.
Auch hier werden dem Leser erste eindrücke zu seinen ,,bürgerlichen“ Freund Konrektor Paulmann
gegeben. Demnach spielt Konrektor Paulmann eine Art Vaterfigur für Anselmus. Dies wird
deutlich, da der Konrektor der einzige auf dem Boot ist, der sich um Anselmus Zustand sorgt ( vgl.
Z. 22- 27). Darüber hinaus erfährt der Leser, dass Anselmus schon seit seiner Vergangenheit an
solchen ,,Anfällen“ leidet ( vgl. Z. 22- 23). Zudem lässt sich erkennen, welcher Welt Konrektoer
Paulmann zugehörig ist. Nachdem Anselmus ihm schildert, was er gesehen hat, reagiert Herr
Paulmann mit entsetzen und nennt ihn einen ,,Wahnwitzigen“ (Z. 59- 60). Sein unverständnis für
Anselms zeit, dass er keinen Zugang zur ,,magischen“ Welt hat. Schon an seiner direkten Sprache
wird die einfachheit illustriert, die für die fantasielose Welt steht ( vgl. 55- 60). Im Gegensatz zum
Paulmann stehen die Schlangen. Diese sind die Töchter des späteren Arbeitgebers von Anselmus,
Archivarius Lindhorst, die zusammen die Fantasiewelt repräsentieren. Dabei verwenden die
Schlangen Inversionen um sich auszudrücken, welches ihnen eine märchenhafte und mysteriöse
Note gibt (Z. 38- 41).
Die Deutungshyphotese hat sich bestätigt, zumal wird klar, dass Anselmus schon vor dem
Holndrebaumereignis solche ,,Anfälle“ hat, weshalb er wahrscheinlich schon früher einen Zugang
zur Fantasie hat, aber nicht zur magischen Welt. Dabei enwickelt er schon nach dem ersten richtigen
Kontakt mit der Fantasiewelt starke Gefühle zu dem, wie Ekstase und im nachhinein Sehnsucht.

Nicht nur Anselmus sehnt sich nach höherem, auch die Hauptperson von ,,Der Steppenwolf“ Harry
Haller. Dabei handelt das Buch ,,Der Steppenwolf“, geschrieben von Hermann Hesse, von einem
Mann mittleren alters namens Harry Haller oder auch Steppenwolf genannt, der sich versucht in der
Gesellschaft von 1920 zurecht zu finden und im Einklang mit sich selbst zu leben. Schwierigkeiten
bereiten ihm einerseits seine Verachtung gegenüber modernen Dingen wie Tanzen und Musik.
Andererseits lässt ihm sein zweites Ich, seine wölfische Steppenwolfseite nicht glücklich werden,
weshalb er anstatt sich bürgerlichen Sachen zuzuwenden, er Leid, Schmerz, Alkohol und sogar den
Selbstmord bevorzugt. Im Laufe dieser Geschichte, wird klar in wie weit sich Harry Haller nach
einer anderen Welt Sehnt (vgl. S. 40). Schon im vorraus wird im Buch gesagt, dass Harry Haller
sich in der falschen Zeit befindet (vgl. S 32). Zu beachten ist, dass sich der Steppenwolf in einer
einsamen, depressiven Phase seines Lebens befindet. Deshalb spaltet sich seine Sehnsucht auf
Erlösung in kleinere ,,niedrigere“ Fragmente wie sexuelle Lust mit der Prostituierten Maria ( vgl. S.
182) und oder nach dem Treffen mit seiner Freundin Hermine ( vgl. S. 136). Im gegensatz zu
Anselmus Sehnsucht nach Serpentina, strebt Harry Haller nach Unsterblichkeit, was ein rein
hypotethisches Ziel ist, da er dies noch nie erlebt hat. Sehnsucht entwickelt sich meist nach Dingen
die wir schon mal gesehen oder Erlebt haben, wie bei Anselmus. Deshalb ist der Ursprung Harry
Hallers bestreben Leid, welches er sich durch seine gespaltene Persönnlichkeit selbst zufügt. Das
heißt, dass es eigentlich sein Ziel ist, ein Weg aus dem Leid zu finden und einen Weg seine zwei
Persönlichkeiten in Harmonie zu bringen. Dementsprechend sehnt er sich nach der möglichen
Lösung seines Problems, die er nicht kennt.
Vergleichsweise zum Steppenwolf, entwickelt Anselmus Gefühle zur magischen Welt, nachdem er
Serpentina begegnet ist. Er konnte schon in etwas reinschnuppern, was ihn seelisch befriedigt und
macht dies, wenn auch unterbewusst, zu seinem Ziel. Deutlich wird Anselmus Sehnsucht, in dem
vorliegendem Textauszug, in dem er beneebelt reagiert und fast vom Boot rausfliegt. Hier wird
Anselmus von seiner Sehnsucht nach der ,,magischen“ Welt, die von Serpentina repräsentiert wird,
getrieben, weshalb er die tatsache, dass er auf einem Boot ist vergisst. Sehnsucht ist der grad an
Anhaftung auf etwas oder jemanden, mit den wir ohne dem qualvolle Schmerzen erleiden. Diese
Dinge geben befriedigen uns, deshalb wollen wir diese Dingen nicht verlieren. Dieses Phänomen
wird am Ende der Geschichte, bei Anselmus illustriert. Dabei befindet sich Anselmus gefangen in
einer Kristallkugel und seine geliebte Serpentina wird vom Äpfelweib gekidnappt. Als Anselmus
dies bemekrt, fängt er an wie Schmerz und Sehnsucht nach Serpentina zu fühlen, beim gedanken,
dass er sie für immer verlierren könnte (vgl. S. 86).

Zum Schluss lässt sich sagen, dass die Sehnsucht nicht nur durch bekannte Dinge entsteht. Stärker
wird aber dieses Gefühl, wenn man es schonmal gespürt oder erlebt hat. Dementsprechend sind
Anselmus und Harry Haller von Sehnsucht bestimmt, auch wenn in verschiedenen Ebenen sind.