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Hinweise zur Impfaufklärung

Zur Schutzimpfung gegen


COVID-19 (Corona Virus Disease 2019)
Stand: 02. Februar 2021

Das Robert Koch-Institut (RKI) stellt in Kooperation mit Aufklärungsgespräch kann von der zu impfenden Per-
dem Deutschen Grünen Kreuz den Ländern Aufklärungs- son oder bei Einwilligungsunfähigen von dem zur Ertei-
merkblätter zu mRNA- Impfstoffen (Kennzeichnung lung der Einwilligung berechtigten Person (Sorgebe-
rote Linie) und zu Vektorimpfstoffen (Kennzeichnung rechtigte, Vorsorgebevollmächtigte oder Betreuerin /
blaue Linie) (3 Seiten DIN A 4) sowie entsprechende Betreuer als gesetzliche Vertretungsperson) verzichtet
Muster-Formulare zur Anamnese und Impfeinwilligung werden, ein Angebot zu einem ärztlichen Aufklärungs-
(1 Seite DIN A 4) als druckfähige pdf-Datei zur Verviel- gespräch muss jedoch gemacht werden. Die Ärztin / der
fältigung kostenfrei zu Verfügung. Diese Dokumente Arzt , die oder der aufklärt, müssen nicht identisch mit
werden fortlaufend dem aktuellen Impfgeschehen an- der Impfärztin / dem Impfarzt sein. So kann sicherge-
gepasst. Die Muster-Aufklärungsmerkblätter sind in stellt werden, dass Aufklärungsgespräche bestmöglich
mehreren Fremdsprachen sowie in leichter Sprache un- in einen reibungslosen Betrieb des Impfzentrums inte-
ter www.rki.de/DE/Content/Infekt/Impfen/Materialien/ griert werden können. Zusätzlich zu den schriftlichen
COVID-19-Aufklaerungsbogen-Tab.html abrufbar. Informationen, die diese Dokumente enthalten, können
Aufklärungsvideos genutzt werden. Die Aufklärung
Verwendung eines Logos unterfällt im Übrigen der Dokumentationspflicht nach
Die Verwendung bzw. der Aufdruck eines individuellen § 630f BGB und muss den Anforderungen des
Logos, beispielsweise des Impfzentrums, ist aus Grün- § 630e BGB genügen. Für die Einwilligung gelten die
den des Copyrights nicht möglich. Selbstverständlich ist Regelungen des § 630d BGB.
es aber möglich, die Unterlagen mit identischem Inhalt
und individualisiert zu produzieren. Dabei ist zwingend Auch für den Fall, dass für die Aufklärung die Doku-
darauf zu achten, dass der jeweilige Bearbeitungsstand mente in leichter Sprache genutzt werden, hat die Einwil-
(Version) dieser Unterlagen hierauf vermerkt ist. Den ligung auf dem Original-Einwilligungs- und Anamnese-
Impfzentren ist es aber freigestellt, eine zusätzliche bogen zu erfolgen.
Information wie z. B. die Telefonnummer, unter der auf- Bei einwilligungsunfähigen Personen kommt es für die
klärende Ärztinnen / Ärzte erreichbar sind, auf den Aufklärung und Einwilligung auf die zur Einwilligung
Bögen anzubringen. Auch Barcodes oder Stempel der berechtigten Person an (Sorgeberechtigte, Vorsorgebe-
aufklärenden Ärztinnen  / 
Ärzte, die einer besseren vollmächtigte oder Betreuerinnen / Betreuer als gesetz-
Organisation des Ablaufs in den Impfzentren dienen, liche Vertretungsperson). Hierfür sind die Originaldoku-
können angebracht werden. mente zu verwenden.

Drucklegung Aushändigung der unterzeichneten Unterlagen an


Die Dokumente können sowohl in schwarz-weiß als die geimpfte Person (Aufklärungsmerkblatt sowie
auch farbig gedruckt werden. Zur besseren Unterscheid- Anamnese- und Einwilligungsformular)
barkeit der Dokumente zu mRNA-Impfstoffen (rote Die Aushändigung einer Abschrift der Unterlagen ist
Linie) und der zum Vektorimpfstoff (blaue Linie) emp- gesetzlich vorgesehen (vgl. § 630e Absatz 2 Satz 2 BGB).
fiehlt sich jedoch der farbige Druck. Die beiden DIN A 4 Es obliegt den behandelnden Ärztinnen / Ärzten, ein
Bögen können sowohl jeweils einzeln als DIN A 4 Bögen, Duplikat auszufertigen und der geimpften Person
aber auf DIN A 3 Bögen gedruckt werden, wenn eine auszuhändigen.
deutlich größere Schrift gewünscht wird. Bei dem Druck  
ist eine gute Papierqualität sicherzustellen. Impfung durch mobile Teams, insbesondere in
stationären Pflegeeinrichtungen; Aufklärung von
Aufklärungsmaterial und Einwilligung durch gesetzliche VertreterInnen
Gelegenheit eines Aufklärungsgesprächs Impfen ist eine ärztliche Maßnahme. Die zu impfende
Dokumentation Person hat selbst einzuwilligen – auch bei einer Betreu-
Zwingend notwendig ist, dass für die zu impfende Per- ung mit dem Aufgabenkreis Gesundheitssorge oder
son die Gelegenheit zu einem Aufklärungsgespräch mit einer Vorsorgebevollmächtigung. Nur dann, wenn die
einer Ärztin / einem Arzt besteht. Auf das mündliche zu impfende Person einwilligungsunfähig ist, wird sie

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durch ihre gesetzliche Vertretungsperson vertreten. Dies werden. Für den Fall, dass das Aufklärungsmerkblatt
kann eine vom Gericht bestellte Betreuerin / Betreuer, bereits vor dem Impftermin der zu impfenden Person
sorgeberechtigte Personen oder eine – typischerweise oder der gesetzlichen Vertretungsperson postalisch
durch eine Vorsorgevollmacht – von der zu impfenden zugeschickt oder von dieser im Internet abgerufen wer-
Person bevollmächtigte Person sein (nachfolgend: „Ver- den soll, sollte von diesem Zeitpunkt an bis zu dem
tretungsperson“). In diesem Fall ist die Vertretungsper- geplanten Impftermin ein möglichst kurzer Zeitraum
son der zu impfenden Person aufzuklären (vgl. § 630e von nur wenigen Wochen liegen. Auch bei Impfungen
Absatz 4 und 5 BGB) und deren Einwilligung einzuholen. durch ein mobiles Impfteam muss für die zu impfende
Person bzw. die Vertretungsperson die Gelegenheit zu
Die folgenden Ausführungen gelten sowohl für Betreue- einem Aufklärungsgespräch mit einer Ärztin / einem
rinnen und Betreuer wie auch für Bevollmächtigte. Arzt vor Ort bestehen. Hilfreich könnte für die Vertre-
Maßgeblich für die Entscheidung der Vertretungsperson tungsperson ein Hinweis auf die (telefonische) Erreich-
ist allein der Wille bzw. der mutmaßliche Wille der barkeit einer Impfärztin oder eines Impfarztes für evtl.
betreuten Person. Zu fragen ist, ob die einwilligungsun- Fragen sein. Ebenso wie einwilligungsfähige Personen
fähige Person (mutmaßlich) in die medizinisch indizierte können Vertretungspersonen ausdrücklich auf eine
Impfung einwilligen würde oder nicht. Bei konkreten mündliche ärztliche Aufklärung verzichten, wenn sie
Zweifeln, ob die einwilligungsunfähige Person die Imp- keine weiteren Fragen haben; die Möglichkeit zu einem
fung vertragen wird, muss die Vertretungsperson dies ärztlichen Aufklärungsgespräch muss in jedem Fall
mit einer Ärztin/einem Arzt besprechen. Es besteht kei- bestehen.
nerlei Impfpflicht mit COVID-19-Impfstoffen. Die Aus-
übung von Zwang ist ausgeschlossen (vgl. 1906a BGB). Für die administrativen Vorbereitungen und Organisati-
Gegen den ausdrücklichen Willen einer betreuten Per- on der Impfungen kann es sinnvoll sein, dass die statio-
son werden auch bei vorliegender Einwilligung durch nären Pflegeeinrichtungen persönliche Daten wie
die Vertretungsperson keine Impfungen vorgenommen. Namen und ggfs. Geburtsdatum der zu impfenden
Bewohnerin / des zu impfenden Bewohners sowie evtl.
Sind der Vertretungsperson Umstände nicht bekannt, Informationen zur Vertretungsperson an das jeweilige
die im Rahmen der Anamnese relevant sind, hat er ent- Impfzentrum (mobiles Impfteam) übermitteln. Für die
sprechende Erkundigungen bei der Hausärztin / dem Übermittlung der Daten muss eine Einwilligung der
Hausarzt bzw. der heimversorgenden Ärztin / dem heim- Betroffenen vorliegen. Die Ausgestaltung der Organisa-
versorgenden Arzt oder der Pflegeeinrichtung einzuho- tion und der ggfs. dazugehörigen Datenübermittlung an
len. Ob eine akute Erkrankung mit Fieber bei der zu die Impfzentren obliegt den Ländern. Es könnte geprüft
impfenden Person vorliegt (Frage 1 des Anamnesebo- werden, ob und ggf. inwieweit die Nutzung eines ein-
gens), hat die Impfärztin / der Impfarzt unmittelbar vor heitlichen Formulars für die Datenübermittlung durch
der Impfung abzuklären. die Heime an das Impfzentrum hilfreich sein könnte.
Eventuell ist die Datenverarbeitung zur Vorbereitung
Die Erreichbarkeit einer Vertretungsperson kann sich im bzw. Unterstützung der medizinischen Versorgung
Einzelfall als schwierig erweisen. Außerdem muss sie bereits im Pflegevertrag vereinbart oder es kann auf
mit der einwilligungsunfähigen Person sprechen, bevor „Standardformulare“ der Pflegeeinrichtungen zurückge-
sie / er eine Einwilligung für diese erklären will. Daher griffen werden.
wird empfohlen, einen zeitlichen Vorlauf vor der eigent-
lichen Impfung einzuplanen. Es ist darauf zu achten, Zweite Impfung
dass stets die aktuellen Aufklärungsmaterialien (Aufklä- Wichtig ist der Hinweis auf die notwendige zweite Imp-
rungsmerkblatt und Anamnese- / Einwilligungsbogen) fung.
zu dem jeweils zu verimpfenden Impfstoff verwendet

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