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Zukunftsszenarien: So sieht die Welt im Jahr 2030 aus

Klimaflüchtlinge retten sich in die Antarktis, Millionen Menschen verhungern, jeder Staat kämpft
nur noch um das eigene Überleben.
So könnte die Welt 2030 aussehen, warnen Experten in einer neuen Studie. Sie halten aber auch
positive Szenarien für möglich - in denen die Sahara zur Oase wird.
Der britische Think Tank "Forum for the Future" veröffentlicht eine unerfreuliche
Zukunftsprognose. In ihrem Bericht "Climate Futures" entwerfen die Experten fünf Szenarien. In
jedem reagiert die Menschheit anders auf die Herausforderungen durch den Klimawandel. Die
Verfasser haben rund 70 Experten befragt, darunter Ökonomen und Sozialwissenschaftler,
Journalisten, Umweltaktivisten und Politiker.

Das sind drei der fünf Szenarien für 2030:

Die Dienstleistungs-Revolution

In diesem Szenario geht am Ende alles relativ gut aus.


Der Ausstoß von Kohlendioxid wird extrem teuer - mit dem Effekt, dass die Wirtschaft des Jahres
2030 mehr auf Dienstleistungen als auf Industrie basiert. Das führt zu einer Steigerung der
Kreativität.
Eine "Initiative für Energie-Unabhängigkeit" war erfolgreich und wurde in alle Welt exportiert. Die
Menschen fahren nun Rad statt Auto.
Außerdem ist die Wirtschaft extrem sozialisiert. Um die Effizienz zu steigern, wird alles von vielen
gemeinsam benutzt: Weil Waschmaschinen oder Autos für die meisten Einzelpersonen
unerschwinglich geworden sind, haben Car-Sharing und öffentliche Waschsalons ungeheuren
Erfolg.
Die Schattenseiten: Heute noch bewohnte Gebiete wie Zentralaustralien oder der US-Bundesstaat
Oklahoma wurden wegen Wassermangels aufgegeben.

Die Neudefinition von Fortschritt

Dieses Szenario ähnelt eher einer sozialen Utopie.


Die globale Depression von 2009 bis 2018 hat die Menschen insbesondere in den Industrieländern
zu einem bescheideneren Lebensstil gezwungen.
In den USA arbeiten die Menschen üblicherweise 25 Stunden pro Woche für sich selbst und zehn
weitere freiwillig für ihre Gemeinden. In der EU gibt es eine neue Richtlinie: Die "Arbeitszeit-
Direktive" begrenzt die Wochenarbeitszeit auf 27,5 Stunden.
Die Staaten wetteifern um die besten Positionen im "Wohlfühl-Index der Weltbank", der
Maßnahmen zur Verbesserung der Lebensqualität bewertet.
Südkoreas Präsident hat null Prozent Wirtschaftswachstum versprochen - damit man sich besser um
die Steigerung der Lebensqualität bemühen kann.

Die protektionistische Welt

In dieser düsteren Vision des Jahres 2030 befindet sich die Globalisierung auf dem Rückzug.
Die Staaten werfen sich gegenseitig Verstöße gegen Klimaschutzabkommen und den Betrieb
illegaler Kraftwerke vor.
Immer öfter brechen bewaffnete Konflikte um Ressourcen aus. Im Nahen Osten hat der Kampf um
Trinkwasser eine biologische und chemische Kriegsführung ausgelöst.
Die Folge ist radikaler Protektionismus: Jeder versucht, das zu retten, was er hat.
Die Preise steigen, der Handel wird erschwert. Millionen Menschen sterben aufgrund von Hunger
und Seuchen, die der Klimawandel verstärkt hat.
Aus Angst vor einer Verbreitung der Krankheiten sind nahezu alle Grenzen geschlossen.